Haus am Kurpark: Riedel will Pflegeheim erweitern

Lübecker Nachrichten   13.01.2021

Um den steigenden Bedarf an Pflegeplätzen zu decken, soll das Haus am Kurpark in Bad Oldesloe erweitert werden – Gegenwind erfährt das Projekt ausgerechnet vom Seniorenbeirat

Von Markus Carstens

Auf dieser Fläche am Kurpark will die Pflegeheime Riedel GmbH den Neubau realisieren. Hinten ist das Hauptgebäude zu sehen.  Fotos: Carstens

Bad Oldesloe. 90 Pflegeplätze hat das Haus am Kurpark in Bad Oldesloe, 16 Zimmer sollen nach dem Willen der Pflegeheime Riedel GmbH in einem Erweiterungsbau hinzukommen. „Wir haben eine enorme Nachfrage“, sagt Heimleiterin Janina Riedel. Da das anvisierte Areal im Oldesloer Kurpark liegt, gibt es erheblichen Beratungsbedarf in der Stadtpolitik. Eine erste Abstimmung über das Projekt am Montag im Wirtschafts- und Planungsausschuss wurde vertagt.

Architekt Robin Mai von der Firma Gollan in Neustadt stellte bei der Sitzung die Pläne vor. „Der Standort soll zukunftsfähig gestaltet werden.“ Dafür soll ein zweigeschossiger Anbau aus rotem Backstein auf einer 570 Quadratmeter großen Fläche Richtung Norden errichtet werden. Aber auch das Bestandsgebäude soll modernisiert werden. „Es werden geräumige Zimmer mit großen Fenstern entstehen“, sagte Mai. Der Trend geht mittlerweile laut Janina Riedel zum Ein-Bett-Zimmer. Nur etwa jedes dritte werde im Haus am Kurpark noch von zwei Bewohnern genutzt.

„Gleichzeitig möchte die Pflegeheime Riedel GmbH an ihrem Standort ein Angebot für alle Besucher des Kurparks anbieten: nämlich ein Café mit einer Westterrasse zum Park und ein während der Öffnungszeiten zugängliches öffentliches WC“, erklärte Robin Mai. „Die Lage des Gebäudes ist bewusst von der Straße zurückgenommen, um die Platane und besonders die Rotbuche zu halten.“ Einige andere Bäume müssten jedoch weichen. Über eine Brücke im ersten Obergeschoss soll das neue Gebäude mit dem Haupthaus verbunden werden. Auch eine Dachterrasse solle es geben. Der Durchgang in den Park bleibe an der bisher genutzten Stelle.

Der Kurpark ist jedoch genau der Knackpunkt, schließlich würde eine – wenn auch kleine – Fläche bebaut werden. Diese ist bislang bei der Stadt als Grünfläche gekennzeichnet, zudem ist der Kurpark eingetragenes Landschaftsschutzgebiet. Das ist auch der Grund, warum – ausgerechnet – der Seniorenbeirat der Stadt gegen das Projekt ist. „Dann können wir ja auch gleich alles zubetonieren“, sagte Beiratsvorsitzender Manfred Huppermann. „Wir machen die Teiche zu und lassen die Trave durch Rohre fließen, dann haben wir viel Bauplatz“, schimpfte Huppermann. Es gehe um die Leitwerte der Stadt, die sich selbst „charmante Kreisstadt im Grünen“ nennt. Der Seniorenbeirat habe sich bei einer Sitzung bereits einstimmig gegen eine städtebauliche Entwicklung an dieser Stelle und gegen die Herausnahme aus dem Landschaftsschutz ausgesprochen.

Karin Harms (FBO) sprach dagegen von einem falschen Standpunkt des Seniorenbeirats. „Es profitieren doch gerade die Senioren von einem Café und einer Toilette im Kurpark“, sagte Harms. Grüne und CDU sehen die Gefahr, dass bei einem positiven Votum der gesamte Kurpark aus dem Landschaftsschutz entlassen werde. Zu weiteren Wortmeldungen kam es ebenso wenig wie zu einer Abstimmung, da die SPD das Thema noch nicht in der Fraktion beraten hatte.

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