Doch noch Hoffnung für das Freibad Poggensee

Stormarner Tageblatt  29.01.2021

Nachdem es 2020 so aussah, als müsste das Oldesloer Freibad vielleicht schließen, wendet sich das Blatt offenbar

Patrick Niemeier
BAD OLDESLOE Es war ein Schock für viele Bad Oldesloer: Plötzlich klang es nach dem für Außenstehende überraschenden Rückzug des bisherigen Freibadbetreibers in der Kreisstadt so, als ob die Zukunft sehr ungewiss sei. Jürgen Fahl von den Stadtwerken machte keine großen Hoffnungen, dass man einen neuen Betreiber finden könne, erstrecht nicht so kurzfristig. Er brachte die Möglichkeit einer unbewachten Badestelle ins Gespräch, die sich manche politischen Fraktionen als Notlösung auch vorstellen konnten.
Doch die Mehrheit blieb damals hartnäckig und forderte, dass anderen Lösungen gefunden werden. Jetzt konnte Fahl im Hauptausschuss der Kreisstadt verkünden, dass es tatsächlich drei potenzielle Betreiber geben. „Ich finde es gut, dass Sie das gemacht haben. Es zeigt doch auch, dass unsere Diskussionen und Spekulationen darüber, was angeblich alles nicht geht und dass niemand interessiert sein würde, nicht stimmen müssen“, sagte Tom Winter (Familienpartei/Stadtfraktion). Eine gewisse Genugtuung sei dabei, gab er zu. Die Hauptsache sei jetzt, dass daraus auch eine stabile Lösung entstehe.

Campingplatz mit Grünen nicht machbar
Dem schlossen sich auch andere Fraktionen an. Fahl stellte allerdings klar, dass für einen möglichen Campingplatz – der ein mögliches Betreiberszenario wäre – eine Änderung des Bebauungsplans und des Flächennutzungsplans voraussetzen würde. Wilfried Janson von den Grünen erklärte in der Folge direkt, dass die Grünen gegen einen Campingplatz am Poggensee seien. Das sei nicht mit dem Biotop in Einklang zu bringen. Hendrik Holtz (Die Linke) betonte, dass sich die Linke einen neuen Betreiber für das Bad in möglichst jetziger Form nicht nur wünsche, man fordere diesen sogar. Der Favorit der Linken wäre ein städtischer Eigenbetrieb, aber man wisse, dass das finanziell in diesen Zeiten keine realistische Idee sei. Das Freibad an sich sei allerdings wichtig für die Stadt und für viele Menschen im Sommer ein beliebter Ort für die Freizeitgestaltung. Schon in vorherigen Diskussionen war hervorgehoben worden, dass gerade junge Familien, Teenager und Mitbürger, die sich keinen Sommerurlaub leisten können, das Freibad sehr gut und gerne annehmen. Ihnen würde man eine wichtige Freizeitgestaltungsmöglichkeit nehmen.

Eintrittspreise und Kosten werden steigen
Mit Hinweis auf das frühere Klangstadt-Open Air ergänzte Holtz, dass er sich einen Zeltplatz durchaus vorstellen könne. Das Zelten im Rahmen des Festivals direkt im Freibad habe er in sehr guter Erinnerung. Es sei ein besonderes Erlebnis. Torben Klöhn (SPD) stellte klar, dass die SPD möglichst ein Freibad wie bisher wünsche. Es sei gut, dass es gleich drei Interessenten gebe. Andreas Lehmann (CDU) befürchtet, dass die Eintrittspreise allerdings steigen würden. Ein Umstand, den Fahl bereits bekräftigte. Matthias Rohde (FBO) stellte für seine Fraktion klar, dass man sich Ideen anhören müsse und dass die FBO definitiv gegen einen Mini-Wohnmobilstellplatz auf dem bisherigen Parkplatz sei. Das sei pure Geldverschwendung.
Betont wurde auch, dass der Wirtschaftsbeirat sich Gedanken über eine Nutzung für den Tourismus überlegt habe. Auch diese Ideen sollten gehört werden und nicht von Anfang an unter den Tisch fallen. Fahl erklärte, dass es das Szenario geben könnte, dass man für dieses Jahr unter Pandemiebedingungen zunächst noch eine Interimslösung suchen werde, bevor es dann eine größere Ausschreibung zum Beispiel für drei Jahre geben könne. Das kläre man allerdings noch.
Fakt ist zumindest: Die Zukunft des Freibads Poggensse ist noch nicht geregelt, aber es gibt wieder Hoffnung, dass ein normaler Freibadbetrieb doch noch möglich sein wird.

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