Fast 100 Vorschläge für Wohngebiet „Claudiussee“

Lübecker Nachrichten   02.02.2021

Einige Anwohner wollen ihre Körper an Fitness-Geräten stählen, andere lieber auf der Bank chillen oder
mit Nachbarn schnacken – Doch laut Bürgermeister sind nicht alle Freizeitaktivitäten erlaubt

Bad Oldesloe. Noch sieht es etwas trist aus rund um das Oldesloer Neubaugebiet namens „Claudiussee“. Doch perspektivisch soll die rund fünf Hektar große Siedlung zwischen Bahnlinie und Hebbelstraße attraktiver gestaltet werden. Um zu erfahren, welche Wünsche die Bewohner diesbezüglich hegen, hatte das Planungsbüro Gosch & Priewe Ingenieurgesellschaft in Zusammenarbeit mit der Oldesloer Stadtverwaltung und dem Mehrgenerationenhaus „Oase“ eine Umfrage im Netz gestartet. Erste Ergebnisse konnten jetzt schon ausgewertet werden.

„Wir sind ganz zufrieden, weil wir mehr als 80 Rückmeldungen bekommen haben und das nicht nur von Einzelpersonen. Ganze Familien haben die Fragebögen ausgefüllt“, berichtet Katrin Steher, zuständig für Jugendarbeit im Oldesloer Bürgeramt. Als Hilfestellung und Anregung für eigene Ideen sei auf der Homepage der Stadt ein Plan veröffentlicht worden, der bereits einige Vorschläge des Planungsbüros aufgezeigt habe. Auf dem beigefügten Bogen sei schließlich abgefragt worden, welche Vorlieben die Bewohner in ihrer Freizeit haben und wie das Gebiet entsprechend ausgestattet werden solle.

Vollständig sind die Einsendungen zwar noch nicht durchgearbeitet, aber laut Katrin Steher zeichnet sich schon ein starker Trend ab. Demnach gaben die meisten Leute an, das Gebiet für Bewegung und Fitness-Aktivitäten zu nutzen oder um sich draußen mit Nachbarn und anderen Besuchern zu treffen. Doch stand offenbar auch Entspannung hoch im Kurs, weshalb, die Ausstattung des Geländes betreffend, sowohl Bänke und kleine Ruheoasen als auch Fitness-Geräte angekreuzt wurden.

Nicht alle Freizeitbeschäftigungen sind jedoch in der neuen Siedlung erwünscht, betont Bürgermeister Jörg Lembke ausdrücklich. Der Begriff „Claudiussee“ habe offenbar einige Neubürger in eine falsche Richtung gelenkt. Beim Gewässer im Wohngebiet handle es sich nicht etwa um einen Natursee im klassischen Sinne, sondern um ein Regenwasserrückhaltebecken zur Entlastung der Kanalisation bei starken Niederschlägen. Dieses Missverständnis habe jetzt Probleme bereitet. „Anwohner haben Fische darin ausgesetzt. Ich muss in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass Angeln, Entenfüttern und auch das Übersteigen des Zauns dort untersagt ist“, stellte Lembke klar.

Fehlende Kita „Claudiussee“ angemahnt

Unter der Rubrik „Sonstiges“ enthielt eine Einsendung bei der Online-Umfrage das Stichwort „Neubau einer Kita“, was den Finger in eine alte Wunde legte. So war im Gesamtprojekt des Wohngebiets zunächst eine solche Einrichtung enthalten, weshalb viele junge Familien am Claudiussee unter die Häuslebauer gingen. Wie berichtet, war zwar schon ein Investor gefunden und ein passendes Grundstück reserviert worden, doch gab es bis dato noch keine Einigung mit der Politik, wie das Projekt verwirklicht werden soll.

Was die Online-Beteiligung anbelangt, so leitet die Verwaltung alle Ergebnisse der öffentlichen Beteiligung an Ritva Krüger vom Ingenieurbüro Gosch und Partner weiter, sobald sie vollständig bearbeitet sind. Wenn die Planerin erst alle Wünsche in den Entwurf integriert hat, kann auch die vollständige Karte im Netz wieder auf der Homepage der Stadt Bad Oldesloe begutachtet werden. dvd

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