Land soll Kosten für Schulsozialarbeit tragen

Lübecker Nachrichten   05.02.2021

Die Zahl der psychischen Auffälligkeiten bei Schülern nimmt zu – Bad Oldesloe fordert Kostenübernahme für Schulsozialarbeit

Bad Oldesloe. Die Finanzierung der Schulsozialarbeit zählt unbestritten zu den politischen Dauerbrennern in Bad Oldesloe. Viele Stunden haben sich die Mitglieder des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses in der Vergangenheit schon die Köpfe heiß geredet, wenn es darum ging, über die Bewilligung neuer Stellen zu entscheiden. Die Notwendigkeit dieser personellen Unterstützung an den Schulen wird dabei von niemandem im Zweifel gewogen. Auch der aktuelle Bericht aus dem Jugendbereich der Oldesloer Verwaltung, der auf der jüngsten Sitzung präsentiert wurde, dokumentiert erneut deutlich, wie wichtig die Betreuung im außerschulischen Bereich ist. Schwer tun sich die Fraktionen jedoch stets mit einer Entscheidung, da die Kosten ein tiefes Loch in die Kasse der Stadt reißen.

Resolution zur Kostenübernahme

Das ruft nicht nur Protest in den Reihen der Oldesloer Lokalpolitiker hervor. Wie Thomas Sobczak, Fachbereichsleiter Bürgerbüro, am Mittwochabend mitteilte, mucken inzwischen viele Kommunen in Schleswig-Holstein auf.

Sie sehen es nicht mehr ein, die Finanzierung zu übernehmen, sondern betrachten Schulsozialarbeit als Aufgabe des Landes. Im Amt Mitteldithmarschen ist diesbezüglich offenbar eine Resolution verabschiedet worden. „Sie ist auf große Resonanz gestoßen. Viele Schulträger haben sich der Forderung der Kostenübernahme inzwischen angeschlossen“, informierte Sobczak. Ihm zufolge hat auch Bürgermeister Jörg Lembke das Papier unter zeichnet.

Immer mehr psychische Auffälligkeiten

Laut dem Bericht aus der Verwaltung steigt offenbar die Belastung von Kindern und Jugendlichen im Schulalltag, sodass es immer wieder zu psychischen Auffälligkeiten komme. Die darin aufgeführten Beispiele rangieren von Schulangst und Schwänzen bis hin zu Mobbing, Selbstverletzung und körperlicher Gewalt. Die Sozialarbeiter versuchten zu vermitteln und ausgleichend zu wirken.

Als neues Phänomen kämen nun die durch Corona bedingten Kontaktbeschränkungen hinzu. Insofern sei es die künftige Aufgabe der Schulsozialarbeiter zu beobachten, welche Fehlentwicklungen daraus resultierten und entsprechend einzugreifen. Welche Punkte das sein könnten, wird im Bericht nicht erwähnt.

Angemerkt wird nur, dass der Lockdown die Kommunikation mit den Schülern erheblich beeinträchtigt hat, da der Kontakt allenfalls per Telefon oder E-Mail hergestellt werden konnte. Positiv bewertet der Bericht die Erweiterung des Stellenangebots für die Ida-Ehre-Schule und die Theodor-Mommsen-Schule.

Keine Faustregel für gerechte Planung

Des Weiteren enthält das Papier eine Tabelle, in der aufgeführt wird, wie die einzelnen Schulen das Angebot der Schulsozialarbeit in Anspruch nehmen. Das sollte eine Grundlage für die Politik darstellen, um zu sehen, wo der größte Bedarf an außerschulischer Hilfe besteht. Wie Sobzcak erklärte, ist es aber schwierig, daraus ein Handlungsschema abzuleiten. „Eine Faustformel gibt es einfach nicht. Es hängt von den Gegebenheiten der einzelnen Schulen ab, welcher Unterstützung sie bedürfen“, sagte er. dvd

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