Düpenau: Raser werden jetzt von Bodenschwellen ausgebremst

Lübecker Nachrichten   06.02.2021

Abkürzung vom und ins Oldesloer Gewerbegebiet wird verkehrsberuhigt – Anwohner hatten sich über Raser beschwert – Dass immer mehr Autofahrer die Route nutzen, hat eine Verkehrszählung bestätigt
Die Anwohner der Düpenau kämpfen seit vielen Monaten für eine Verkehrsberuhigung. Jetzt haben sie zumindest einen Teilerfolg erzielt – hier ein Bild aus dem Februar 2020.foto: Markus Carstens

Bad Oldesloe. Seit fast anderthalb Jahren kämpfen die Anwohner der Straße Düpenau in Bad Oldesloe für eine Verkehrsberuhigung, jetzt haben sie zumindest einen Teilerfolg erzielt. Die Straße, die von Autofahrern gern als Abkürzung vom und ins Gewerbegebiet Süd-Ost genutzt wird, soll fünf Bodenschwellen erhalten. Das beschloss der Oldesloer Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss (UEVA) einstimmig auf seiner Sitzung am Donnerstag.

Verkehr hat stetig zugenommen

Die Anwohner zeigen sich erleichtert, kämpfen jedoch für weitere Maßnahmen. Vor rund zehn Jahren war der Verbindungsweg von Bad Oldesloe nach Sehmsdorf und Meddewade für den Durchgangsverkehr mit einer Schranke gesperrt. Seitdem habe der Verkehr jedoch stetig zugenommen, erst recht auch durch das Amazon-Verteilzentrum an der Teichkoppel, so die Anwohner, die regelmäßig auf politischen Sitzungen für ihr Anliegen werben. Am liebsten wäre den gut 30 betroffenen Bürgern eine komplette Sperrung der Düpenau. Nun kommen aber zunächst die Bodenschwellen, die die Autofahrer auf dieser Tempo-30-Strecke zum Abbremsen zwingen sollen.

Laut Stadtverwaltung hat eine Verkehrszählung deutlich gemacht, dass das Verkehrsaufkommen in der Düpenau mit durchschnittlich 357 Fahrzeugen pro Tag eher gering ist. Auch die jüngste Verkehrszählung nach Öffnung des Amazon-Lagers habe hierbei keinen besonderen Anstieg des Verkehrsaufkommens gezeigt. In Anbetracht der mäßigen Wohnbebauung (sechs Grundstücke) und in Ermangelung besonderer Ziele für weitere Anlieger dieser Straße (zum Beispiel Landwirte) sei jedoch deutlich geworden, dass die Straße vermehrt durch den Durchgangsverkehr genutzt wird. „Eine besondere Gefahrenlage kann aber auch hierdurch nicht hergeleitet werden, da das Gesamtverkehrsaufkommen der Straße weiterhin als verträglich erachtet wird“, heißt es in der Analyse der Stadtverwaltung.

Amazon-Transporter sollen Weg nicht mehr nutzen

Beschlossen wurde nachher, dass die Bodenschwellen in Absprache mit den Anwohnern verlegt werden sollen. Geprüft werden soll auch, ob die Tempo-30-Schilder weiter nach hinten versetzt werden können. Im Moment stehen sie jeweils am Beginn des Wohnbereichs, außerhalb dieses Abschnitts können auf der kurvenreichen und zugleich schmalen Straße (etwa drei Meter breit) theoretisch 100 km/h gefahren werden. Auf Anregung der FBO soll zudem Bürgermeister Jörg Lembke auf die Firma Amazon Logistics einwirken, dass deren Transporter diese Strecke nicht nutzen sollen. Und schlussendlich wurde auch der Vorschlag von Wilfried Janson (Grüne) angenommen, links und rechts neben den Bodenschwellen 50 Zentimeter Platz zu lassen, damit Radfahrer an den Hindernissen vorbei fahren können.

Anwohnerin Claudia Michahelles regte zudem an, Schilder aufzustellen, die auf einen Schulweg hinweisen. „Für die Kinder, die dort wohnen, ist der Weg zu Fuß oder auch mit dem Fahrrad sehr gefährlich, wenn dort Autos angerast kommen“, sagte sie auf der Ausschusssitzung. „Wir wollen nicht warten, bis wirklich eines der Kinder oder ein Radfahrer angefahren und verletzt wir.“ Bürgermeister Lembke erwiderte, dass er auch das prüfen wolle. Auch für die vom Verkehr geplagten Anwohner der Theodor-Storm-Straße gab es gute Nachrichten. Die fünf Betonringe, die dort Raser ausbremsen sollen, werden demnächst aufgestellt. mc

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