Am 1. März öffnen alle Impfzentren

Lübecker Nachrichten   13.02.2021

Nach Bad Oldesloe sollen dann auch Großhansdorf und Reinbek den Betrieb aufnehmen

Von Bettina Albrod

Bad Oldesloe/Bad Segeberg. Am 1. März nehmen auch die Impfzentren ihren Betrieb auf, die bisher noch ruhen: In Stormarn werden dann neben Bad Oldesloe, wo seit dem 4. Januar gearbeitet wird, auch die Impfzentren in Reinbek und Großhansdorf geöffnet. Im Kreis Segeberg kommen zum Impfzentrum Kaltenkirchen nun auch Wahlstedt und Norderstedt hinzu. Die Teams sind in zwei Schichten – eine vormittags und eine nachmittags – an sieben Tagen die Woche im Einsatz. Ein Teil der Zentren impft zunächst nur mit dem Mittel von AstraZeneca, das für Menschen bis 65 Jahre zugelassen ist.

Über 80-Jährige müssen weiter nach Oldesloe

„In den Stormarner Impfzentren in Reinbek und Großhansdorf wird ab 1. März nur AstraZeneca für jüngere Menschen verimpft“, erklärt Andreas Rehberg, Fachbereichsleiter Sicherheit und Gefahrenabwehr beim Kreis Stormarn. Über 80-Jährige müssten weiterhin nach Bad Oldesloe fahren, wo auch die Vakzine von Biontech und Moderna verimpft werden, die ohne Altersbeschränkung zugelassen sind – ein Umstand, den die Bürgermeister im Süden des Kreises moniert haben. Deshalb sei der Kreis mit dem Gesundheitsministerium im Gespräch, ob von Mitte März an eine Oldesloer Impflinie nach Reinbek verlegt werden könne, um dort ebenfalls den seniorengeeigneten Impfstoff anzubieten. „Dann ist auch der Süden des Kreises versorgt, ohne dass die Senioren alle nach Bad Oldesloe fahren müssen.“

In den Impfzentren sei alles vorbereitet. „Das Land hat schon im Dezember Verträge mit den Hilfsorganisationen geschlossen und Anträge auf Amtshilfe bei der Bundeswehr gestellt“, sagt Rehberg. Die Mitarbeiter seien sofort verfügbar. „Am Freitag war eine Begehung in Reinbek, und es wird auch für Großhansdorf noch einen Probelauf geben.“ Dort müssten noch die EDV angeschlossen und Hinweisschilder auf die Einrichtung aufgestellt werden.

Alle Mitarbeiter bekommen vor der Öffnung eine Einweisung. Ein Mangel an Mitarbeitern herrsche nicht: „Es sind genügend Helfer da, und wir haben Verträge mit Reinigungskräften und dem Ordnungsdienst geschlossen, deren Mitarbeiter sofort angefordert werden können.“ Den Dienstplan für die Ärzte erstellt die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH).

Rest-Dosen für Mitarbeiter der Impfzentren

Mitarbeiter in den Impfzentren werden nicht automatisch geimpft, es sei denn, sie gehören zu den impfberechtigten Personen. „Es ist aber gestattet, dass sie geimpft werden, wenn noch restliche Impfdosen übrig sind“, heißt es aus beiden Kreisen. Darüber hinaus gebe es eine Warteliste mit impfberechtigten Personen, die im Falle des Überschusses informiert und spontan geimpft würden. Der Wunsch nach einer Impfung sei groß. „Wir bekommen viele Anfragen von Menschen, die aufgrund von Erkrankungen oder anderen Bedingungen eine vorgezogene Impfberechtigung erhalten möchten“, erläutert Rehberg.

„Die Anfragen werden an das Land weitergegeben. Dort wird eine Härtefall-Kommission eingerichtet, die über eine Impfberechtigung entscheidet und die Betreffenden informiert.“ Auch im Kreis Segeberg ist die Nachfrage groß. „Es kommt immer wieder mal vor, dass Bürger ohne Termin direkt ins Impfzentrum kommen oder aber dass Menschen, die derzeit noch nicht impfberechtigt sind, geimpft werden wollen“, sagt Sabrina Müller. „In beiden Fällen wird eine Impfung abgelehnt.“

Nicht alle Impflinien gehen in Betrieb

Die angemeldeten Impflinge müssen mit Ausweis oder Bescheinigung des Arbeitgebers ihre Impfberechtigung nachweisen. Die Wartezeit betrage im Kreis Segeberg maximal eine halbe Stunde, meistens aber deutlich kürzer, da die Termine so getaktet und aufeinander abgestimmt würden, dass ein Warten möglichst vermieden werden solle, erläutert Sabrina Müller. Gleiches gilt für den Kreis Stormarn. Nach einem Gespräch mit dem Arzt geht es zur Impfung, die in Reinbek an zwei von möglichen drei Impflinien, in Großhansdorf an einer von zwei und in Bad Oldesloe an vier von fünf Linien vorgenommen wird.

Bisher keine gravierenden Nebenwirkungen aufgetreten

„Nebenwirkungen werden dokumentiert, wenn sie unmittelbar nach der Impfung auftreten“, sagt Rehberg. Spätere Beschwerden, die beim Hausarzt oder Gesundheitsamt geäußert werden, würden an das RKI weitergeleitet. „Ärzte entscheiden, ob die zweite Impfung dann weggelassen wird.“ In Stormarn habe es erst einen Fall von dickem Arm gegeben, der aber durch ein anderes Medikament hervorgerufen worden sei.

Anmeldung ab der achten Kalenderwoche

„Voraussichtlich ist ab Kalenderwoche 8 wieder eine Anmeldung für Termine in den Impfzentren möglich“, heißt es aus dem Gesundheitsministerium in Kiel. Parallel laufe die telefonische Anmeldung der Gruppe der über 80-Jährigen weiter über die persönlichen Anschreiben dieser Gruppe. „Verimpft werden derzeit Biontech, Moderna und AstraZeneca.“ Bei AstraZeneca gelte jedoch die bekannte Altersempfehlung der Ständigen Impfkommission.

„Alle an den Impfungen beteiligten Personen sind dazu angehalten, auch Restdosen nur für Personen zu verwenden, die der obersten Priorisierungsgruppe zuzuordnen sind“, sagt der Ministeriumssprecher weiter. Restdosen der mobilen Teams würden für weiteres in den Pflegeeinrichtungen tätiges Personal verwendet. „Impfstoff für die zweite Impfung wird zurückgehalten.“ Aktuell würden gut zehn Prozent der vorhandenen Impf-Kapazitäten im Land genutzt. „Ab dem 1. März sollen in etwa 70 Prozent der Kapazitäten ausgeschöpft sein – alles abhängig von der Verfügbarkeit der Impfstoffe“, heißt es jedoch einschränkend.

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