Morgen öffnen die Grundschulen wieder

Lübecker Nachrichten   21.02.2021

Grundschulleiter sind optimistisch für den Schulstart – haben aber auch ein bisschen Bauchgrummeln

Von Sandra Freundt

Markierungen und Pfeile auf dem Boden weisen den Schülern die Laufwege zu den Klassen.Fotos: Sandra Freundt

Bad Oldesloe. Am Montag kehrt trotz bestehendem Lockdown ein bisschen Normalität in den Alltag zurück, denn die Grundschulen starten nach mehr als zwei Monaten wieder mit dem Präsenzunterricht, dies sogar in vollen Klassenstärken und nicht – wie zunächst angesetzt – im Wechselunterricht. Die Grundschulen im Kreis sind auf den Beginn gut vorbereitet.

Von den Hygienevorschriften hat sich im Vergleich zur Zeit vor dem zweiten Lockdown im Dezember nicht viel verändert: Weiterhin gelten die Abstandsregeln, die Mund-Nasenschutzpflicht, die Handhygiene und das regelmäßige Stoßlüften. So waren auch die Vorbereitungen nicht annähernd so anstrengend wie noch nach dem Ende des ersten Lockdowns. Damals – im Mai 2020 – wurden unter anderem die Abstände der einzelnen Tische zentimetergenau abgemessen, es mussten Seifen- und Hygienespender bestellt werden, dazu wurden mit Klebe- und Flatterband einzelne Bereiche im Gebäude und auf den Pausenhöfen beklebt und abgeteilt. Und natürlich mussten die Räume einmal grundgereinigt werden.

Neu ist die medizinische Maskenpflicht

Jetzt ist lediglich neu, dass die Kinder – sollte der Inzidenzwert im Kreis Stormarn weiter über 50 liegen – auch eine medizinische Maske tragen müssen. Obwohl alle Schulen einen Reservevorrat davon haben, fällt diese Maßnahme in den Sorgfaltsbereich der Eltern.

„Da wir im Lockdown ja eine Notbetreuung hatten, haben wir die Hygienevorschriften sowieso ständig überprüft und natürlich wurde auch regelmäßig gereinigt. Alle Abläufe sind gut durchorganisiert, so dass wir im Grunde jetzt nur die Bestimmungen weiter eins zu eins umsetzen müssen“, sieht Sabine Prinz, Leiterin der Oldesloer Stadtschule, dem Montag entspannt entgegen. Dass es nun der Regelunterricht und nicht der Wechselunterricht, wie zunächst vom Ministerium angesagt, geworden ist, begrüßt die Schulleiterin. „Wir waren zwar schon mitten in der Planung und hätten diese auch umgesetzt bekommen, es hätte dazu jedoch erheblich mehr organisatorischen Aufwands bedurft“, gibt sie zu. Sorge macht ihr und ihrem Team indes die mutierte Variante des Coronavirus. „Wir wollen hoffen, dass das Ministerium bei steigenden Zahlen schnell reagiert, denn sosehr der Präsenzunterricht für die Kinder auch pädagogisch wertvoll und die soziale Komponente sehr wichtig ist, an erster Stelle steht immer noch die Gesundheit“, betont Prinz.

Schule am Masurenweg schon seit Wochen „gut besucht“

Das sehen auch die anderen Schulleiter so. „Infektionshygienisch wäre wohl ein Wechselunterricht besser gewesen, aber wir sind auf alles vorbereitet gewesen“, betont Sascha Plaumann. Der Schulleiter der Schule am Masurenweg (SaM) ist bereits mittendrin im Präsenzunterricht, da die SaM als Grund- und Gemeinschaftsschule ja neben der Notbetreuung und einer Sonderbetreuung für Schüler, denen es zu Hause an Lernmöglichkeiten fehlt, auch die Prüflinge des neunten Jahrgangs sowie den kompletten zehnten Jahrgang vor Ort hat. Sein Hygienekonzept, das tatsächlich in der Vergangenheit schon Feuerproben bestanden hat, wurde zudem um Luftgütemesser und Raumluftfilter erweitert.

Luftreinigungsgeräte für die GS West

Dank einer Elternspende ist jetzt auch die Grundschule West mit Luftreinigungsgeräten für jeden Klassenraum ausgestattet. Das Spuckfenster, welches im letzten Jahr schon gute Dienste geleistet hat, ist ab Montag dann auch wieder im Einsatz. Etwas Bauchgrummeln hat Schulleiterin Claudia Nemeth mit dem Schulbeginn zwar auch wegen der mutierten Virus-Variante, doch freuen sie und ihr Kollegium sich schon wieder riesig auf „ihre“ Kinder. „Nur den Stundenplan mussten wir etwas umgestalten, da wir uns zunächst auf den täglichen Wechselunterricht vorbereitet hatten“, erklärt Nemeth.

Den Stundenplan umstellen, musste auch die Matthias-Claudius-Schule (MCS) in Reinfeld, allerdings mehr wegen personeller Veränderungen. Schulleiterin Anke Rohweder ist aber froh, dass es letztendlich doch der Präsenz- und nicht der Wechselunterricht geworden ist. „Zum einen kennen die Kinder diese Art der Lernform unter Corona-Bedingungen schon, zum anderen wäre es aus räumlicher und personeller Sicht wirklich schwierig geworden, diesen bei uns umzusetzen“, so die MC-Schulleiterin. Die Hygienemaßnahmen aus 2020 passen auch noch. Die Markierungen sind noch fest und weiterhin haben die einzelnen Jahrgänge versetzte Pausenzeiten auf unterschiedlichen Schulhöfen.

Unterstützung durch Schulamt und Schulträger

Auch an der kleinen Grundschule in Hamberge ist bei den Vorbereitungen alles im grünen Bereich. „Wir haben nicht nur als Team gut agiert, sondern auch durch das Schulamt und den Schulträger große Unterstützung erfahren“, betont Schulleiterin Alexandra Laue. Sie freut sich auch, dass die Zeit des Distanzunterrichtes durch die gute Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus so gut funktioniert hat. „Dennoch ist es für die Kinder jetzt aus pädagogischer Sicht wichtig und notwendig, wieder in Präsenz in der Schule zu sein.“

Eltern, die hingegen Befürchtungen haben, ihr Kind ab Montag in die Schule zu schicken, haben die Möglichkeit, dieses bis einschließlich 7. März vom Präsenzunterricht zu befreien. Derzeit liegt die Anzahl dazu in den einzelnen Schulen zwischen null und 15 Anträgen.

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.