Wirtschaftsvereinigung will Zusammenarbeit stärken

Stormarner Tageblatt  23.02.2021

Wirtschaftsvereinigung will Zusammenarbeit stärken

Alessio Zagari vor seinem Restaurant Laurent.  Patrick Niemeier
Alessio Zagari vor seinem Restaurant Laurent. Patrick Niemeier

Bad Oldesloe Es ist oft gesagt und es liegt auf der Hand: der zweite Shutdown in der Corona-Pandemie ,der mittlerweile schon mehrere Monate anhält, ist eine stetig wachsende Herausforderung für den Einzelhandel und Unternehmen.
Da macht Bad Oldesloe selbstverständlich keine Ausnahme. Auch in der Kreisstadt spürt die Wirtschaft die Auswirkungen direkt. Doch sind die Erfahrungen durchaus unterschiedlich. Um sich darüber austauschen zu können, lud die Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe zu einem Treffen ein – im virtuellen Raum natürlich.
„Den Aufwand, den ich jetzt betreiben muss, um mein Geschäft am Laufen zu halten, ist sehr viel größer als das, was ich dann tatsächlich an Umsatz habe“, berichtete unter anderem Ariane Giese von Izoda, die erst vor einem Jahr ihr Geschäft am Marktplatz eröffnet hat.

Digitale Sichtbarkeit als wichtiger Faktor
Jetzt hat die Unternehmerin zusätzlich einen Online-Shop ins Leben gerufen. Nicole Brandstetter, Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, bekräftigte, dass die digitale Sichtbarkeit auch für kleine Einzelhändler wichtig sei. Das gelte auch außerhalb von Corona-Zeiten. „Jedes Unternehmen sollte gut im Internet zu finden sein. Am Besten ganz oben regional bei Google gelistet“, sagt sie.
Myriam Klahn von Lehmanns Bioladen nutzt Instagram und Facebook, um auf Ihr Geschäft aufmerksam zu machen.„Die Menschen kaufen zwar bei mir ein, weil viele jetzt selbst kochen, aber die Stadt ist sehr leer“, erklärt Klahn, wie der Shutdown auch auf sie Einfluss hat, obwohl ihr Geschäft geöffnet bleiben durfte.Der geringere Publikumsverkehr – der ja durchaus im Sinne des Shutdowns ist – ist natürlich schlecht für die Geschäfte. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Innenstadt verödet. Wir brauchen dringend neue Impulse für unsere Stadt“, betont Holger Mahlke, stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung. Die von der Stadtverwaltung in Auftrag gegeben Konzepte unter anderem für den Einzelhandel seien sehr wichtig.

Laurent-Chef mit emotionalem Appell
Alessio Zagari vom Restaurant Laurent, der kürzlich die Genehmigung für Außenbestuhlung und Begrünung von der Verwaltung erhalten hat, hofft, dass die Innenstadt attraktiver gestaltet werden kann „Ich freue mich, dass ich den Außenbereich nun endlich attraktiver für meine Gäste gestalten kann“, sagt der spätestens seit einer TV Show über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Laurent-Chef. „Man kann eine Menge hier machen. Es sind tolle Leute hier. Aber vieles dauert zu lange. Oft bekommt man Steine in den Weg gelegt.“ Er wünsche sich mehr Leben auf dem Marktplatz.„Wir müssen zeigen, was wir drauf haben. Begegnungen schaffen mit Leuten, die ´Macher´ sind. Und dann müssen die Politiker und die Leute von der Verwaltung mitziehen“, betont er gewohnt leidenschaftlich. Die Wirtschaftsvereinigung kündigte nach dem Treffen an, die Motivation der Unternehmer für Bad Oldesloe nutzen, um mit einem Imagefilm die Vorteile von Bad Oldesloe weiter in den Mittelpunkt zu rücken.„Wenn wir Unternehmer es auch in Krisenzeiten schaffen, gemeinschaftlich für die Innenstadt von Bad Oldesloe zu werben, dann sollten sich auch Verwaltung und Politik der Leidenschaft für Bad Oldesloe anschließen können und die entsprechenden Weichen für ein wirtschaftsfreundliches Bad Oldesloe stellen.“
Kurzfristig hoffe man jetzt aber erstmal auf ein Ende der Corona-Pandemie. „Uns allen ist klar, dass Gesundheitsschutz oberste Priorität hat, aber wir alle warten auch auf mögliche Lockerungen. Denn mit jedem Tag des Lockdowns werden die Probleme für viele Unternehmer und gerade für den Einzelhandel größer“, so Brandstetter. nie

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