Diskussionsbedarf bei Verwaltungs-Umstrukturierung

Stormarner Tageblatt  06.03.2021

Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke hat seine Pläne für eine Neuordnung vorgestellt

Bürgermeister Jörg Lembke bei der Diskussion über die Verwaltungsumstrukturierung.  Finn Fischer
Bürgermeister Jörg Lembke bei der Diskussion über die Verwaltungsumstrukturierung. Finn Fischer

Bad Oldesloe Neue Strukturen sollen die Arbeitsabläufe in der Oldesloer Stadtverwaltung verbessern. Zumindest ist das das Ziel. Jetzt hat Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke dem Hauptausschuss der Kreisstadt seine geplante Neugliederung vorgestellt. Das erhoffte „grüne Licht“ gab es von der Politik jedoch nicht. Einige der Vorschläge sorgten für Diskussionen.
Nach bisherigem Stand soll die Verwaltung in vier Stabsstellen und fünf Fachbereiche gegliedert werden. Die Stabsstellen beraten und unterstützen den Bürgermeister und die Fachbereiche. Wie bisher sind es die Stabsstellen Recht, Öffentlichkeitsarbeit, Rechnungsprüfung sowie Gleichstellung. Die Fachaufgaben werden im Liniensystem in den Fachbereichen Innerer Service, Jugend, Bildung und Kultur, Bürgerservice, Bauen und Umwelt sowie Baubetriebshof organisiert.
Vor allem letzteres sorgte im Hauptausschuss fraktionsübergreifend für Irritationen. „Wir sehen es kritisch, dass der Baubetriebshof nicht in den Fachbereich Bauen und Umwelt integriert werden soll“, sagte Andreas Lehmann (CDU), der der Verwaltung im Ausschuss einen längeren Fragenkatalog vorlegte.
Der Baubetriebshof sei zwar bisher auch ein eigener Fachbereich, arbeite aber im Grunde nicht eigenständig. „Vielmehr übernimmt er hauptsächlich Aufträge aus dem Fachbereich Bauen und Umwelt“, so Lehmann. Deswegen sei eine Zusammenführung seiner Ansicht nach sinnvoll
Anzahl der Mitarbeiter des Baubetriesbhofs als Problem
Auch innerhalb der Verwaltung sei eine Zusammenlegung diskutiert worden, die Idee allerdings wieder verworfen. Der Grund: Die große Anzahl an Mitarbeitern im Baubetriebshof. Bürgermeister Lembke: „Würden wir die Fachbereiche zu einem zusammenlegen, wäre dieser extrem groß.“
Die Leitung dieses Bereichs wäre dann wohl nur noch mit Personalangelegenheiten beschäftigt und könnte keine – wie bei einer Fachbereichsleitung vorgesehen – strategischen Aufgaben mehr übernehmen. Daher habe man sich dagegen entschieden.

Schulen nicht im Bereich Bildung?

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Administration von Schulen, Kitas und Sportangelegenheiten nicht im Fachbereich „Jugend, Bildung und Kultur“ (Fachbereich II) untergebracht werden soll, sondern im Bürgerservice (Fachbereich III). „Die Schulen außerhalb der Überschrift Bildung zu haben, wirkt nach außen schon etwas merkwürdig“, merkte Torben Klöhn (SPD) an.
Grund für diese zunächst irritierende Zuteilung ist, dass laut Verwaltung die Arbeitsprozesse so verbessert werden können. Im Fachbereich II sind vor allem Bereiche untergebracht, die weitestgehend selbstständig arbeiten und mit der eigentlichen Verwaltungsarbeit wenig zu tun haben. Etwa das Kultur- und Bildungszentrum, Kulturförderung, die Volkshochschule, Heimatmuseum und Bücherei. Deswegen wurde entschieden, Schulen, Kita und Sport in den Bürgerservice zu integrieren – neben Bürgerbüro und Standesamt, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, sowie Soziales. Hier gebe es, so Lembke, mehr Überschneidungen und ineinandergreifende Arbeitsprozesse.
Bei der Vorstellung des Konzeptes merkte der Bürgermeister auch an, dass dieses in enger Abstimmung mit den Fachbereichsleitungen entwickelt wurde und von allem mitgetragen wird. „Auch die Mitarbeiter wurden durch die jeweiligen Leitungen beteiligt, Anregungen und Kritik sind dabei berücksichtigt worden“, so der Verwaltungschef. Lembke hätte daher im Hauptausschuss lieber ein klares Signal gesehen, dass die Neugliederung so umgesetzt werden könne. Stattdessen vertagte die Politik den Tagesordnungspunkt nach der Diskussion, um weitere Informationen einzuholen.
Allerdings kann Bürgermeister Lembke die Neugliederung trotzdem auf die Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung setzen. Ob er diesen Weg geht, ließ er am Abend offen. fsf

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