Innovative Ideen für die Kreisstadt gefragt

Stormarner Tageblatt  10.03.2021

Wie kann sich Bad Oldesloe in den nächsten Jahren profilieren und besser aufstellen?

Thomas Benthien beim Rundgang durch die Oldesloer Innenstadt.  Finn Fischer
Thomas Benthien beim Rundgang durch die Oldesloer Innenstadt. Finn Fischer

Finn Fischer Damit die Oldesloer Innenstadt eine Zukunft hat, müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Davon ist der Oldesloer Wirtschaftsbeirat überzeugt und erarbeitet derzeit Ideen, wie sich die Kreisstadt neu aufstellen kann.
Thomas Benthien, Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats, will daher eine „Vision 2030“ für Bad Oldesloe. Einen Fahrplan, wie die Innenstadt zu einem Ort gemacht wird, der Bürger und Touristen und damit zahlende Kunden anzieht. Eine Art historischen Trave- und Treidel-Themenpark. Mit touristischen Attraktionen, Erlebnisgastronomie und Kultur.
„Mein Traum wäre ein richtiges Modell der Oldesloer Innenstadt auf vier Quadratmetern, dass im KuB-Foyer steht und von jeden angeschaut werden kann“, sagt Benthien, der mit dem Wirtschaftsbeirat derzeit verschiedene Themenbereiche bearbeitet.
Er beschäftigt sich mit einer Gruppe aus Mitgliedern des Beirats derzeit mit der Farge, wie die Kreisstadt langfristig mehr Touristen ansprechen kann. „Bad Oldesloe hat da wesentlich mehr Potenzial, als gerade genutzt wird“, sagt er.

Ein Travestrand am Bürgerpark

Allein aus dem Exer könne viel mehr gemacht werden. Dabei greift Benthien eine Idee auf, die schön von Bürgermeister Jörg Lembke einmal ins Spiel gebracht wurde: Einen Travestrand am Bürgerpark. Innenstadtnah könnte so ein Ort ein Treffpunkt werden und dadurch Gastronomie und Handel ankurbeln. Zusätzlich muss es einen Kanu-Verleih geben, an dem Tagesgäste auch spontan ein Boot ausleihen und damit die Trave erkunden können.
Ergänzend brauche es noch mehr Wohnmobilstellplätze, vielleicht sogar einen richtigen Campingplatz. Zunächst aber sollte der Platz am Bürgerpark vergrößert werden. Das auch im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung.
Durch die eingeschränkten Reisemöglichkeiten im Rahmen der Corona-Einschränkungen entdecken viele Menschen das Campen für sich, der Wohnmobilmarkt boomt. Hier sollte Oldesloe alles daran setzen, davon zu profitieren, ist Benthien überzeugt.

Mehr Wohmobilstehplätze gefordert

Damit neue Stellplätze angenommen werden, benötige es in Bad Oldesloe neben den vorhandenen Sehenswürdigkeiten richtige Attraktionen. Mit Naherholungsgebieten wie dem Brenner Moor oder den vielen Fahrradrouten gibt es für Reisende oder Besucher aus umliegenden Städten und Kreisen bereits jetzt gute Gründe, einen Stopp in Bad Oldesloe einzulegen.
Doch das werde nicht reichen, wie Benthien glaubt. „Wir haben hier eine Stadt mit einer großen Geschichte, das könnte viel mehr genutzt werden“, sagt der Oldesloer.
Damit meint er vor allem die Zeit, in der die heutige Kreisstadt zum einen selbst Salz produzierte aber auch als wichtiger Umschlagsplatz genutzt wurde, um Waren die Trave hinab nach Lübeck zu transportieren. Mit Gütern beladene Lastkähne wurden dafür an Seilen den Fluss entlang gezogen, „getreidelt“.
Mit dem Hafen- und Treidlerfest habe Bad Oldesloe bereits einen ersten Schritt gemacht, diese geschichtliche Besonderheit zu nutzen.
Aber da ginge noch mehr, vielleicht ein richtiges Fest, das über mehrere Tage gehe und Menschen von Außerhalb in die Innenstadt zieht. „Dieses Thema sollte aber auch das ganze Jahr über präsenter sein“, so Benthien. Eine Idee wären Treidelboote als Touristenattraktion, in denen man für ein paar Euro mitfahren kann.
Derzeit entwickelt die Stadt Bad Oldesloe ein Innenstadt- und ein Einzelhandelskonzept und beteiligt dabei auch die Öffentlichkeit. Auf der Stadtseite können Oldesloer und auch Menschen von außerhalb Ideen für Straßen und Plätze einbringen. Das werde schon jetzt gut angenommen.
„Das ist wirklich toll, es gibt fast täglich neue Einträge. Ein Besuch auf der Seite lohnt sich wirklich“, so Benthien. Diese Stimmung will der Geschäftsmann nutzen, um auch das Projekt des Wirtschaftsbeirats voranzubringen: „Wir haben bereits mit dem Unternehmen gesprochen, dass für Bad Oldesloe das Konzept erstellt und angeregt, dass es bei Fertigstellung auch eine Visualisierung der Vorschläge gibt.“ Denn die Menschen müssen sich vorstellen können, wie die Stadt in ein paar Jahren aussehen könnte.

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