Das bedeutet der Shutdown-Rückschritt

Stormarner Tageblatt  18.03.2021

Wirtschaftsvereinigung: Enttäuschung über steigende Infektionszahlen

BAD OLDESLOE Die Enttäuschung ist Nicole Brandstetter anzuhören. Die Vorsitzende der Oldesloer Wirtschaftsvereinigung hatte gehofft, dass die Öffnung der Geschäfte Bestand haben könne. Doch was Kritiker des Lockerungskurs der Landesregierung seit einer Woche als zu großes Risiko befürchteten und mahnten, scheint bei zu vielen Bürgern nicht angekommen zu sein.
„Die Infektionszahlen sind zu hoch, der Inzidenzwert entsprechend auch. Wir haben alles versucht, um darauf hinzuweisen, dass Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht notwendig und wichtig sind“, sagt Brandstetter, die in der Innenstadt mit Flyern und Plakaten versuchte zu sorglose Oldesloer auf die Maßnahmen hinzuweisen.
Weil sich leider zu viele Stormarner offenbar nicht an Regeln, Vorsicht und Rücksicht halten und somit die Infektionszahlen weiter auf zu hohem Niveau sind, werde es jetzt ab Montag für Stormarn wieder einen deutlichen Rückschritt in Sachen Öffnungen zu geben.
„Wir müssen jetzt damit umgehen, dass unser Inzidenzwert über 50 ist und es daher ab Montag in ganz Stormarn nur noch click & meet geben kann“, sagt Brandstetter. Heißt: Kunden können nur nach einer Terminvereinbarung ein Geschäft betreten, die Kontaktdaten jedes Kunden müssen erfasst werden.
Click&meet sei eigentlich nie eine Option gewesen, man verstehe aber auch, dass das Infektionsgeschehen in Stormarn diesen Schritt nun notwendig mache.
Dem Land warf sie dabei vor, dass man noch immer keine einheitliche Regelung für eine digitale Kontaktnachverfolgung gefunden habe oder diese nicht bekannt sei. „Da hätten wir mehr erwartet“, sagt Brandstetter. Weiterhin erwarte sie von der Stadt Bad Oldesloe außerdem, dass ein Sicherheitsdienst zur Einhaltung der Corona-Regeln eingesetzt werde.
„Für den Einzelhandel hier ist es eine Katastrophe. Vor allem auch, weil Kreise mit einer Inzidenz unter 50 offen bleiben dürfen. Das heißt es gibt Einkaufstourismus zum Beispiel nach Lübeck. Das verstärkt die Abwanderung von Kunden auch langfristig“, sagt sie.
Sie verstehe, dass zum Beispiel die Hansestadt Lübeck sich eher Sorgen mache, dass dadurch die Infektionen wieder steigen, aber die Sorge der Stormarner sei jetzt vor allem dass man die Kunden verliere. „Einkaufstourismus zu fördern, ist das, was wir alle gerade so gar nicht brauchen“, sagt Brandstetter.
Ebenso schwer wiege es, dass die Lockerungen in der Gastronomie jetzt gerade gar kein Thema mehr seien. „Das ist eine emotional schwierige Situation. Die Perspektiven sind weg. Das wird einige wirklich schwer treffen“, sagt die Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung. nie

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