Bad Oldesloe: Berge, Barg und Höhen

Stormarner Tageblatt  19.03.2021

Viele Straßennamen weisen darauf hin, dass die Kreisstadt auf Hügeln erbaut wurde

Bad Oldesloe steht auf sehr altem Gletscherschutt. Susanne Rohde
Bad Oldesloe steht auf sehr altem Gletscherschutt. Susanne Rohde
 
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Mythische Erzählung: Laut einer Sage wurde Bad Oldesloe vom Teufel und seiner Großmutter geschaffen.
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Der Kirchberg ist die höchste Erhebung in der Innenstadt.
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Logistische Vorteile: Nach dem Stadtbrand von 1798 wurden die Hügel aus Kies und Sand für den Neuaufbau planiert.

Susanne Rohde Wurde Bad Oldesloe auf sieben Hügeln erbaut, so ähnlich wie Rom – die „ewige Stadt“? Das lassen jedenfalls viele Oldesloer Straßennamen vermuten, die auf „Berg“ – oder plattdeutsch – „Barg“ enden. Auch die „Höhe“ ist Bestandteil einiger Straßennamen in der Kreisstadt. Obwohl die Oldesloer Innenstadt durch die Lage an Trave und Beste geprägt ist, Stormarns „Hauptstadt“ liegt auf vielen Hügeln und Anhöhen. Sie sind bestimmend für die Topografie des mehr als 52 Quadratkilometer großen Stadtgebiets.

Relikt aus der letzten Eiszeit

„Der Grund und Boden, auf dem Oldesloe steht, ist alter Gletscherschutt“, schrieb schon Friedrich Bangert in seinem Buch „Geschichte der Stadt und des Kirchspiels Oldesloe“. Und diese Schuttdecke hat auch unter dem Oldesloer Stadtgebiet eine große Mächtigkeit.
Im Umland von Bad Oldesloe, das nur 17 Meter über NN liegt, gibt es viele Hügel, die ein Relikt aus der letzten Eiszeit sind. Das bis zu 600 Meter hohe Eis türmte hier Moränen mit viel Sand und Kies auf. Vor dem Eisrand breiteten sich ausgedehnte Flächen aus, in denen sich Sande, Kiese und Gerölle aus den Schmelzwasserrinnen der Gletscher ablagerten.

Der Teufel und die Großmutter

Die Gegend östlich von Hamburg sah nach dem Abschmelzen des Eises wohl aus wie eine riesige „Schutthalde“. Einer alten Sage nach wurde die Landschaft um Oldesloe vom Teufel und seiner Großmutter geschaffen. Die soll vom Teufel vor einen Pflug gespannt und dann derart mit einer Peitsche geschlagen worden sein, dass sie vor Wut den Pflug aus der Erde gerissen und lauter Kurven gezogen haben soll.
Nach dem großen Stadtbrand von 1798 wurden die Hügel aus Kies und Sand im Stadtgebiet teilweise abgetragen und die Fläche für den Neuaufbau planiert, auch um hier alles einfacher bewirtschaften zu können. Doch noch heute zeugen viele Straßennamen im Stadtgebiet von dem hügeligen Untergrund: Bergstraße, Hohenkamp, Travenhöhe, Höter Berg, Armenberg, Fuchsberg, Sülzberg, Mährischer Berg und Ehmkenberg.
Der höchste „Berg“ im Stadtgebiet ist der Kirchberg mit der Peter-Paul-Kirche. Deshalb stand hier auch die ehemalige Burg zu Oldesloe, die Johann I., Herr von Schauenburg, Mitte des 13. Jahrhunderts als Schutz gegen feindliche Angriffe bauen ließ.
In der Gegend des Schanzenbargs gab es früher sogar einmal ein Gebirge. Zumindest wurde hier ein stark zerklüftetes Gelände, wo Kies und Sand für den Bau des Bahndamms abgebaut wurde, „Storjohanns Gebirge“ genannt. Hügel gab und gibt es also viele in Bad Oldesloe, ob es sieben sind, wie in Rom, sei dahingestellt.

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