Rettet Bargteheide den Oldesloer Sommer?

Stormarner Tageblatt  19.03.2021

Sollte die Freibadsaison in Bargteheide tatsächlich ausfallen, könnte das Personal für den Poggensee ausgeliehen werden

Normalerweise ist im Sommer am Poggensee der Andrang bei gutem Wetter groß.  Niemeier
Normalerweise ist im Sommer am Poggensee der Andrang bei gutem Wetter groß. Niemeier

Patrick Niemeier Das Unglück der Bargteheider, dass ihre Freibadsaison wegen der Sanierungs-Arbeiten vor der Absage steht, könnte für die Oldesloer ein Glücksfall werden. Bisher konnte für das Freibad am Poggensee kein neuer Betreiber gefunden werden, nachdem der bisherige Dienstleister gekündigt hatte. Nun sei es eine Option, zu hoffen, dass man sich das Personal aus Bargteheide für eine Saison ausleihen könne, sagt Jürgen Fahl von den Oldesloer Stadtwerken. Am 25. März werden die Bargteheider Stadtvertreter endgültig über die Freibadsaison in ihrer Stadt entscheiden. Erst danach könne das Personal eventuell ausgeliehen werden. „Das würde bedeuten, dass wir dann die Kosten für diesen Zeitraum übernehmen“, erklärt Bürgermeister Jörg Lembke. Alle Parteien begrüßten diese Möglichkeit. Sie würde aber nur ein Durchatmen für ein Jahr in Sachen Zukunftsplanung bedeuten.
Resthoffnung macht sich die CDU langfristig noch, dass die Vereinigten Stadtwerke auf ihrer nächsten Aufsichtsratsversammlung auf eine Idee kommen, wie sie als VSG das Freibad betreiben könnten. Diesen Termin möchten die Christdemokraten daher abwarten, bevor große Konzept diskutiert werden. Bürgermeister Jörg Lembke sieht allerdings mit Blick auf die VSG keine große Chance. „Die VSG hat bisher nein gesagt und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das ändert“, sagt er.
Im Ausschuss hatten mehrere Oldesloer Bürger zuvor in Appellen die Lokalpolitiker dazu aufgefordert, dass Freibad Poggensee in seiner seit Jahrzehnten bewährten Form als bewachtes Freibad zu erhalten. Eine Mutter hatte Bilder verschiedener Kinder mitgebracht, die diese mit dem Wunsch, das Freibad zu erhalten, gemalt hatten.

Freibad ein wichtiges Freizeitangebot

Hendrik Holtz (Die Linke) sah sich in der Haltung seiner Fraktion bestärkt. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass das Freibad nicht zur Debatte steht. Eine unbewachte Badestelle ist absolut keine Alternative“, führte er aus. „Was vielleicht die Bürger nicht wissen, ist ja, dass wir einen möglichen Anbieter hatten, der hier aber der Mehrheit zu teuer war. Da wurde noch gefeixt und gelacht, als ich sagte, dass wir nicht so schnell einen anderen finden und dass die Bürger sich beschweren werden“, so Holtz. Nun könne man sehen, was passiere. „Die Oldesloer wollen sich das Bad nicht einfach nehmen lassen und für uns ist das ein Teil der Daseinsfürsorge“, so Holtz. Auch die Stadtfraktion betonte, dass das Freibad in seiner jetzigen Form für die Kreisstadt ein wichtiges Freizeitangebot sei. „Wir haben hier schon sonst nicht viel“, sagte Wolfgang Schmidt. Die SPD brachte einen Antrag ein, dass kurzfristig eine Ausschreibung auf den Weg gebracht werde solle, mit dem Ziel einen bewachten Badebetrieb zu ermöglichen. „Wir können eine Ausschreibung nicht mehr abschließen und dann auch noch alles vorbereiten“, stellte Fahl von klar. Er hoffe, dass die Bargteheider Lösung funktioniere. Matthias Rohde (FBO) warnte vor finalen Schnellschüssen. Ein Betreiberwechsel könne auch eine Chance sein, das Konzept zu überdenken.
„Wir haben einen defizitären Haushalt. Und ich muss ganz klar sagen, dass das einzige Angebot um ein vielfaches teurer war, als die bisherigen Varianten. Wir können nicht alles machen, nur weil wir es schön finden“, sagte Andreas Lehmann (CDU). Bürgermeister Jörg Lembke bestätigte, dass das damals verhandelte Angebot die Stadt statt eines mittleren fünfstelligen Betrags einen mittleren sechsstelligen Betrag jährlich kosten würde. „Wir würden da definitiv mit einem sechsstelligen Minus rausgehen“, so Lembke. „Das Argument des defizitären Haushalts wird immer an solchen Stellen rausgeholt. Ich kann es nicht mehr hören“, schimpfte Torben Klöhn (SPD). „Wir wollen kein neues Konzept. Wir wollen erstmal nur das Bad in bewährter Form erhalten“, sagt er.
Gerold Rahmann (Die Grünen) warnte davor unbewachte Badestellen per se zu verteufeln. „Das klingt ja so, als seien die gefährlich. Wir wollen alle eine gute Lösung, aber es gibt im Umland Beispiele, dass unbewachte Badestellen funktionieren“, so Rahmann. Die CDU schuf anschließend Fakten. Horst Möller brachte den Antrag ein, dass entweder die Bargteheide-Lösung funktioniere oder ansonsten eine unbewachte Badestelle für die Saison 2021 eingerichtet werde. Der Hauptausschuss stimmte mehrheitlich zu. „Es ist auch noch möglich, dass es gar keine Lösung gibt. Auch die unbewachte Badestelle muss rechtlich geprüft werden“, dämpfte Lembke die Erwartungen. Auch er hoffe auf das Bargteheider Personal.

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