Stormarner Wochenschau: Klare Regeln, auch in Sachen Corona

Stormarner Tageblatt  30.04.2021

Klare Regeln, auch in Sachen Corona

Karikatur: Megi Balzer
Karikatur: Megi Balzer

Patrick Niemeier und Stephan Poost

Nachhelfen
Regeln sind dazu da, das Miteinander in unserem Land zu gestalten. Das gilt für viele Bereiche, ob Steuergesetze, Hausordnungen, Verkehrsregeln oder eben auch die Regeln zum Umgang mit der Corona-Pandemie. Man kann die Regeln gut finden oder eben nicht. Das ich auf dem Balkon keinen Holzkohlengrill betreiben darf, schränkt mich persönlich ein, aber meine Nachbarn finden das sicher gut. Auch viele Corona-Regeln nerven, sind vielleicht im Einzelfall nicht immer sinnvoll. Nur kann ich da meine eigene Meinung eben nicht zum Maß aller Dinge machen und ich füge mich, obwohl es nervt. 470 Bußgeldbescheide hat der Kreis bisher verschickt. Ist das viel, ist das wenig? Ich weiß es nicht. Es scheint auf jeden Fall nötig, wenn Einzelne ihre Freiheiten als wichtiger erachten, als die Rechte ihrer Mitmenschen.

Erste Meldung
Wer hätte gedacht, dass sich so viele Menschen im Land irgendwann mit Virologen auseinandersetzen? Man kann ja fast schon sagen, dass sehr viele Mitbürger einen Lieblingsvirologen haben, je nachdem, ob man hören möchte, dass die Maßnahmen zu hart oder zu weich sind, zu früh oder zu spät erfolgen. Und so ist das nun auch mit den Inzidenzwerten. Diese sind entscheidend für die Anwendung der Maßnahmen. Doch welche Zahlen zählen wann? Die vom Kreis am Nachmittag herausgegeben, die vom Land am Abend veröffentlichten oder die vom Robert-Koch-Institut in der Nacht mit Verzögerung auf die Homepage gestellten? Mittlerweile hat man sich ganz offiziell geeinigt. Maßgeblich sind die des RKI. Daran können sich auch Bürger dementsprechend verlässlich orientieren. Das mag nicht jedem schmecken und Kritik an dem gefühlten Wirr-Warr der Zahlen in manchen vergangenen Monaten ist berechtigt, doch auch wenn es durch diese Lösung nun Verzögerungen bei den Meldungen auch gesunkener Inzidenzen gibt, ist es zumindest eine transparente, eine einheitliche Regelung.

Viel passiert
Als sich Dr. Henning Görtz vor fünf Jahren entschied, das Amt des Landrats im Kreis anzutreten, fühlte er sich gut auf das Amt vorbereite. Doch auf eine Pandemie kann man vermutlich in diesem Ausmaß gar nicht vorbereitet sein. Dass die schweren Erkrankungen und fast 300 verstorbenen Infizierten ihm nahe gehen, merkte man im ausführlichen Interview. Viele Vorwürfe muss sich die Kreisverwaltung auch gerade in der Pandemie anhören, sie habe hier oder da nicht richtig oder nicht schnell genug informiert und gehandelt. So mancher Vorwurf ist beim Kreis allerdings an der falschen Stelle, weil er gar nicht verantwortlich war oder ist für bestimmte Entscheidungen. Außerdem hat sich der Tonfall von Kritik oder vorgetragenen Anliegen in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Görtz erträgt das mit Fassung, doch es gibt für ihn auch Grenzen. „Die Ton macht die Musik“, sagt er und die Musik möchte er sich gerne auch noch eine zweite Amtszeit lang gönnen, wenn er denn 2022 weitermachen darf.

Nicht vergessen
Das Mühlenmuseum in Reinfeld hat einen historischen Mahlstein. Der stammt zwar nicht direkt aus der Karpfenstadt, sondern aus der näheren Umgebung, aus Tralau. Die Geschichte über das kleine Museum mit dem neuen Hingucker führt uns vor Augen, dass wir auch im Kreis Stormarn viele kleine Museen haben, die von Menschen mit großer Leidenschaft geführt werden. Ob es das Mühlenmuseum in Reinfeld ist oder jenen in Glinde, das Schlossmuseum in Ahrensburg, das in Reinbek oder das Stormarnsche Dorfmuseum in Hoisdorf. Wir dürfen diese kleine Museen nicht vergessen, denn sie zeigen unsere Heimat, und Teile unserer kulturellen Identität.

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