Kreis klärt über neue Regeln auf

Stormarner Tageblatt  29.06.2021

Stormarn: Bei den Leitlinien und der Beauftragung von Corona-Schnelltestzentren gibt es Änderungen

Private Corona-Testzentren müssen mehr Auflagen erfüllen und sollen strenger kontrolliert werden.  Patrick Niemeier
Private Corona-Testzentren müssen mehr Auflagen erfüllen und sollen strenger kontrolliert werden. Patrick Niemeier

Patrick Niemeier
Immer mehr Corona-Teststationen im Kreis schließen. Das hat mit einem Rückgang der Nachfrage zu tun, aber auch damit, dass sich die Testverordnung geändert hat. Bürgertestszentren müssen demnach neue Bedingungen erfüllen. Das ergibt sich aus einer Verordnung, die zum 1. Juli in Kraft tritt, wie der Kreis Stormarn mitteilte. Vier Zentren, die die Vorgaben nicht erfüllen konnten, wurden in Ahrensburg, Reinbek und Bad Oldesloe durch den Kreis geschlossen. Weitere gaben freiwillig ihr Angebot auf. Wie viele der bis vor wenigen Wochen 80 Corona-Testzentren noch geöffnet sind, ist aktuell nicht klar. Doch nicht jede Schließung habe mit größeren Missständen zu tun. „Uns ist wichtig, dass es nicht darum geht, jemanden zu stigmatisieren, der sein Testzentrum schließt oder schließen musste. Zum Teil liegt es auch einfach an den Gegebenheiten vor Ort oder die Nachfrage fehlte mittlerweile“, erklärte Larisse Bebensee, Öffentlichkeitsarbeit des Kreis Stormarn, bereits Ende der vergangenen Woche. „
Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVSH) betriebenen Testzentren benötigen keine eigenständige Beauftragung mehr. Sie sind direkt per Verordnung beauftragt“, erklärt Kreissprecher Michael Drenckhahn. Anders sieht das ab sofort bei Testzentren aus, die durch Dritte betrieben werden. Diese dürfen nun noch beauftragt werden oder die Beauftragung durch den Kreis aufrechterhalten, wenn sich an alle infektionsschutz-, medizininprodukte- und arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen gehalten werde. „Außerdem müssen ab dem 1. Juli gegenüber der beauftragenden Stelle begründete Angaben zur vorhandenen Testkapazität gemacht werden“, erklärt Drenckhahn.
Da es in anderen Kreisen und Städten immer wieder zu Betrugsfällen oder dem Verdacht des Betrugs kam, sind auch die Dokumentationspflichten gegenüber der KVSH deutlich und umfangreich geändert worden. Bisher gibt es laut Kreisverwaltung aber keine Hinweise zu Betrugsfällen in Stormarn. Schließungen von Testzentren stünden daher nicht mit solchen Vorwürfen in Verbindung. „Die Auftrags- und Leistungsdokumentation ist bis zum 31. Dezember 2024 zu speichern oder aufzubewahren. Die Form der Abrechnungsunterlagen, der Dokumentation und weitere Nachweise wird von der Kassenärztlichen Vereinigung bis zum 9. Juli festgelegt“, sagt Drenkchahn.. Außerdem müssen ab dem 1. August Anbieter von Bürgertests verpflichtet, den zuständigen Stellen monatlich und standortbezogen die Zahl der von ihnen erbrachten Bürgertestungen mitzuteilen. „Die Kassenärztliche Vereinigung wird die Plausibilität der Abrechnungen prüfen und zusätzlich stichprobenartig vertiefte Prüfungen durchführen“, so der Kreissprecher Auch die Vergütung ist neu festgelegt worden. Für jeden PoC-Antigen-Test gibt es ab dem 1. Juli für die Bürgertestzentren 3,50 Euro. Für weitere Leistungen pro Test 8 Euro pauschal. „Das Gesundheitsamt des Kreises Stormarn wird die im Kreis Stormarn beauftragten Bürgerteststationen kurzfristig anschreiben und über die neuen Voraussetzungen beziehungsweise die nunmehr vorzulegenden Nachweise individuell informieren“, erklärt Drenckhahn.

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