Lübecker Straße: Wie geht es weiter?

Stormarner Tageblatt  24.02.2022

Nach Verzögerung beim Abriss: Stadt ist noch nicht Besitzer des Grundstücks und hält an Plänen fest

Aktuell ruht der Abriss in der Lübecker Straße.  Patrick Niemeier
Aktuell ruht der Abriss in der Lübecker Straße. Patrick Niemeier

Patrick Niemeier

Über ein Jahrzehnt warteten viele Bad Oldesloer auf den Abriss des immer weiter verfallenden Nickel-Kaufhauses in der Lübecker Straße. Im Herbst 2021 konnte Bürgermeister Jörg Lembke dann tatsächlich verkünden, dass der Abriss gestartet werden kann. Der Plan damals war, dass die Arbeiten bis ungefähr Weihnachten abgeschlossen sind.
Doch aus der Umsetzung dieses optimistischen Terminplanes wurde nichts. Der Abriss eines Übergangs zwischen dem Abrisshaus und dem benachbarten Trave-Center verschob sich und aktuell sind die Arbeiten nun komplett eingestellt worden. Der Grund dafür seien rechtliche Fragen, die mit dem Besitzer eines benachbarten Gebäudes geklärt werden müssen, erklärt das Abbruchunternehmen.
Die Firma hat ihre Fahrzeuge und Arbeiter daher abgezogen. Man sei aber vorbereitet, um direkt wieder loslegen zu können, wenn die Situation geklärt sei. Die Verwaltung der Kreisstadt hat derweil keinen Einfluss auf die Gespräche, bei denen es um mögliche Schäden an dem benachbarten Gebäude bei einem Fortschritt des gestoppten Abrisses gehen soll. Bürgermeister Lembke stellte klar, dass die Stadt das Grundstück erst dann erwerbe, wenn der Abbruch komplett abgeschlossen sei.
Anders ist das im Fall der Lübecker Straße 20, wo der Abriss einer ehemaligen Bäckerei mit angrenzendem Dönergeschäft und einer Schneiderei bereits erfolgt ist. Dieses Grundstück gehört bereits der Stadt.

Zwischennutzung für Wochenmarkt
Die Verzögerung des Abrisses der Lübecker Straße 8 bis 12 ändere an den grundsätzlichen Plänen nichts. „Nach erfolgtem Abriss und Übernahme der Fläche durch die Stadt Bad Oldesloe, wird diese zunächst als Parkfläche hergerichtet. Darüber hinaus kann es sein, dass sie temporär auch als Ausweichfläche für den Wochenmarkt dienen könnte“, sagt Lembke. Grundlage für diese Überlegungen sei aber zunächst eine noch nicht erfolgte politische Entscheidung für den Umbau der Hagenstraße oder, dass die Stadt bis dahin in ein angestrebtes Städtebauförderprogramm für den Innenstadtumbau aufgenommen werden sollte, in das dann auch der Umbau des Marktplatzes fiele, erklärt der Verwaltungschef. In der Zeit der geplanten Zwischennutzung soll parallel in jedem Fall ein städtebaulicher Wettbewerb für die Gesamtfläche des „Nickel-Parkplatzes“ ausgelobt werden, aus dem sich dann die Zukunft dieser Fläche ergeben soll.

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.