Arbeiten sind im Zeitplan

Stormarner Tageblatt  25.07.2022

Engpässe beim Material für die Rettungsleitstelle Süd – Katastrophenschutzzentrum im August fertig

Patrick Niemeier

Trotz Problemen bei der Ausschreibung und Engpässen bei Material und ausführenden Unternehmen ist der Bau der neuen Integrierten Rettungsleitstelle Süd in Bad Oldesloe im Zeitplan. Das Katastrophenschutzzentrum Hammoor soll derweil im August 2022 fertig sein.
Wie steht es um die großen Baustellen des Kreises Stormarn? Zuletzt war bekannt geworden, dass es bei der Ausschreibung von Gewerken für die Integrierte Rettungsleitstelle Süd zu Problemen kam, weil in einem Fall alle Bieter einen russischen Geschäftsführer hatten, was mit Blick auf die Sanktionen für die Vergabe öffentlicher Aufträge nicht erlaubt ist.

Kosten steigen bei Materialbeschaffung

Außerdem sind natürlich auch die Baustellen der Kreisverwaltung vom Steigen der Kosten bei der Materialbeschaffung betroffen. Jetzt gibt es Neuigkeiten. „Wir konnten bei der Integrierten Rettungsleitstelle bislang alle zeitkritischen Lose zeitplangerecht submittieren und beauftragen“, sagt Thilo Scheuber, Fachbereichsleiter „Bau, Umwelt und Verkehr“ beim Kreis Stormarn.
Entsprechend konnten befürchtete Verzögerungen bisher verhindert werden. „Ziel ist ja, noch in diesem Jahr das Gebäude dicht zu bekommen“, erklärt Scheuber. Die Leitstelle wird nach ihrem Umzug weiterhin für die Disponierung der Feuerwehr- und Rettungsdienst-Einsätze in den Kreisen Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein zuständig sein. Das Richtfest ist weiterhin für Ende 2022 geplant, die Fertigstellung des Baus für Dezember 2023. Die Inbetriebnahme folge dann im Sommer 2024.

Zum Teil wird es wesentlich teurer

Allerdings sei durchaus aufgefallen, dass die Kosten sich aktuell „sehr dynamisch“ entwickeln und deutlich von den ehemaligen Kalkulationen der Architekten abweichen. „Das ist der aktuellen Marktlage für Materialien geschuldet, aber auch der Verfügbarkeit von ausführenden Unternehmen. Wir haben teilweise Preisabweichungen des Bestbieters von 50 Prozent auf die kalkulierten Kosten“, erklärt Scheuber.
Ein Teil-Auftrag konnte für den Bau der Integrierten Rettungsleitstelle auch tatsächlich noch nicht vergeben werden. Doch das sei noch nicht zeitkritisch für den Bau, allerdings zeitaufwendig. Es gebe eine rechtliche Auseinandersetzung zwischen dem Erst- und Zweitbieter für die Leitstellentechnik – Hard und Software für die Leitstellendisponenten – sowie dem Kreis.

Verzögerungen durch die Corona-Pandemie

Obwohl eine Vergaberüge durch die Vergabekammer zu Gunsten des Kreises entschieden wurde, hat der zweitplatzierte Bieter nun vor dem Oberlandesgericht eine Beschwerde eingereicht. „Dazu wird am 15. September verhandelt und wir werden sehen, was wir anschließend machen“, erklärt Scheuber.
Beim Katastrophenschutzzentrun sei nun eine Fertigstellung für den August geplant. Dort war es zuvor zu Verzögerungen durch die Corona-Pandemie gekommen. Denn durch die Auswirkungen dieser habe es Störungen bei Lieferketten für Heizungen, Lüftungen und Sanitär im Jahr 2021 gegeben. Außerdem kam es zu einer rechtlichen Auseinandersetzung mit einem Bauausführenden, wie Scheuber berichtet. Mittelfristig werde dann die Neuplanung für das Verwaltungsgebäude E und noch weitere Verwaltungsflächen in der Mommsenstraße in Bad Oldesloe auf den Tisch kommen. Außerdem soll Baurecht für den Bau von drei Rettungswachen-Standorten geschaffen werden und dafür müssen auch entsprechende Grundstücke angekauft werden.

Kurzfristig keine weiteren Großprojekte geplant

Kurzfristig, also in diesem Jahr, werden außer den Abbruch des Verwaltungsgebäudes E keine weiteren Projekte begonnen. Ob im Herbst aber noch weitere Impfeinrichtungen geschaffen werden müssen, bleibt abzuwarten, heißt es seitens des Kreises.

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