Archiv des Autors: CDU Bad Oldesloe

Leerstand und Baulücken im Visier

Stormarner Tageblatt   07.11.2018

Oldesloer Lokalpolitiker diskutieren über Möglichkeiten, Grundstücks- und Wohnungseigentümer stärker in die Pflicht zu nehmen

Ärgerlich: Leerstand in der Lübecker Straße.Niemeier
Ärgerlich: Leerstand in der Lübecker Straße.Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Wohnraum ist in der Kreisstadt Mangelware. Daher fragte sich Lokalpolitiker Christian Vollpott (Die Linke), wie viel Leerstand es zeitgleich gibt. Er fuhr daher die Oldesloer Stadtgebiete ab. Insgesamt entdeckte er 155 leerstehende Wohneinheiten. „Die Spitze des Eisbergs“, glaubt er.

Ein Umstand, der ihn schockierte. Seine Liste mit der Erfassung der Leerstände präsentierte er jetzt dem Bauausschuss. Das Ziel: ein Leerstandskataster pflegen zu lassen und damit auf Eigentümer einzuwirken.

Seien es die lange leerstehende Gebäude in der Salinenstraße oder ein ganzer Mietblock wie am Stoltenrieden oder elf Wohneinheiten über dem ehemaligen Kaufhaus Nickel/Mohr in der Lübecker Straße – vielerorts scheint es so, als tue sich nichts. „Abgesehen vom Verlust an Wohnfläche ist es auch so, dass viele Ecken dadurch zunehmend verwahrlosen“, so Vollpott. Natürlich gebe es Gründe, wenn Erbengemeinschaften zerstritten sind, Eigentümer erkranken oder finanzielle Notsituationen entstehen, aber „bewusster Leerstand, womöglich als Spekulationsobjekt oder weil man verfallen lässt, um abzureißen, ist nicht hinzunehmen“, so Vollpott.

Das sahen auch CDU, Grüne, SPD und FBO im Grundsatz so. „Großer Lob für die Arbeit. Wir sollten abwarten, bis im nächsten Jahr das Wohnraumschutzgesetz kommt“, so Jens Wieck (CDU), der betonte ansonsten auf Vollpotts Linie zu sein. Ohne rechtliche Handhabe sei ein Kataster aufwendig für die Verwaltung, aber relativ sinnlos, merkte auch die FBO an.

Ein weiteres Thema waren Baulücken in der Stadt. Hier führt die Verwaltung bereits ein Kataster und es gibt juristische Möglichkeiten. „Wir könnten eine Baupflicht aussprechen, wenn wir merken, dass Baugrundstücke bewusst nicht bebaut werden. Wenn sie das wollen,gehen wir so vor verpflichten Grundstückseigentümer zum Bau. Das kann aber zu Klagen und Gerichtsverfahren führen“, sagte Bauamtsleiter Thilo Scheuber. „Wir könnten gezwungen sein, Grundstücke aufzukaufen“, so Scheuber weiter.

Hans -Herrmann Roden (SPD) brachte noch eine andere Variante ins Spiel. „Mit der Grundsteuer C kann man Steuern auf unbebautes Bauland erheben. Das ist legal und so überlegt man sich dann, ob man sein Grundstück einfach so liegen lässt. Spekulieren lohnt dann nicht mehr so“, sagte er. Die Verwaltung wird diese Optionen nun überprüfen. „Ich finde es nicht richtig, dass hier Menschen, die sich vielleicht mit Grundstücken für ihre Kinder bevorratet haben, unter Generalverdacht gestellt werden. Manche wollten außerdem bauen, durften aber nicht“, so Anita Klahn (FDP). Es gehe hier um Privateigentum von Mitbürgern. Dass Adressen veröffentlicht werden, sei „sehr fragwürdig“. Eigentümer würden an den Pranger gestellt.

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Grillen und Bier statt Salsa und Kino

Stormarner Tageblatt   05.11.2018

Veranstaltungsbereich der Stadt Bad Oldesloe stellt neue Ideen vor / Stormarnhalle-Adventsmarkt vielleicht zum letzten Mal

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Zufrieden blickt Kultur- und Veranstaltungschefin Inken Kautter auf die städtischen Veranstaltungen des Jahres 2018 zurück. Seit Amtsantritt 2015 gehört es zu Kautters Konzept, immer wieder neue Veranstaltungen und Eventideen in der Kreisstadt auszuprobieren. So etablierte sich dann das Pflaster-Artfestival. 2018 waren „Salsa auf der Hude“ und das „Autokino auf dem Exer“ zwei der neuen Angebote, die auch die Handschrift der inzwischen nach Scharbeutz abgewanderten Tabea Braun trugen. „Salsa auf der Hude wurde von allen Altersgruppen besucht. Beim Autokino konnten wir vor allem mit dem Mitternachtsfilm ein sehr junges Publikum ansprechen“, stellt Kautter fest.

Die Oldesloer zeigten sich für an neuen Veranstaltungen interessiert und aufgeschlossen. Es sei wichtig, immer wieder mit Neuem aufzuwarten, weil es damit einfacher werde, überregional wahrgenommen zu werden. Allerdings sind Kapazitäten und Finanzen für die Planung begrenzt, und so verzichtet das Kulturbüro der Stadt etwas überraschend auf eine Neuauflage von „Salsa“ und „Autokino“. Dafür gibt es aber einige neue Ideen.

Am Sonnabend, 5. Januar, heißt es „Wintergrillen im Rathaussaal“. Der mehrfache Vizeweltmeister im Grillen, Tom Heinzle, führt ins Wintergrillen ein. Die Speisen sollen dann anschließend im Rathaussaal verköstigt werden. Am Sonntag, 19. Mai, folgt das nächste neue Event mit„Bad Oldesloe singt“. Das Ziel ist, mehrere hundert Menschen auf dem Marktplatz gemeinsam mit Liveband und professionellem Chorleiter zum größten Chor der Stadt zu machen. Der Eintritt soll frei sein. Die Kosten schätzt Kautter auf 13000 Euro. Kooperationsgespräche mit der Musikgermeinschaft Klngstdt und der Musikschule laufen bereits.

Neu wird am Wochenende 26. und 27. Oktober der „Craft-Beer-Markt“ mit Street-Food und Craft Beer sowie Livemusik sein. Kostenpunkt in Veranstaltungsbudget: 15 000 Euro. Wiederholen wird sich zum dritten Mal „Pflaster-Art“ mit Straßenmusikern und Straßenmusik in der Fußgängerzone vom 30. August bis 1. September.

Zu den jüngeren und älteren Traditionen gehören Vogelschießen (27. Juni), „Ernte deine Stadt“ (29. Mai) sowie das Pfingstkonzert mit Stormarn Magic (9. Juni). Der Adventsmarkt in der Stormarnhalle könnte hingegen 2018 zum letzten Mal in der jetzigen Form über die Bühne gehen. Da die Brandschutzauflagen verschärft wurden und zudem der Bürgermeister Leistungen des Bauhofs für die Veranstaltung gestrichen hat, sind die Kosten auf mittlerweile 20 000 Euro gestiegen. Daher soll mit Ausstellern und Organisatoren über eine Verlegung im Jahr 2019 gesprochen werden. Möglich wäre es, den Markt im kommenden Jahr in das Kub-Foyer und das historische Rathaus zu verlegen. Das würde aber mit einer drastischen Reduzierung der Verkaufsstände einhergehen.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Schlaglöcher sind bald von gestern

Stormarner Tageblatt   03.11.2018

Stormarner Wochenschau

Schlaglöcher sind bald von gestern

Megi Balzer
Megi Balzer

Stephan Poost Am Wege Alles braucht seine Zeit! So sagt es der Volksmund. Auf eine umfangreiche Sanierung der Straßen im schönsten Bundesland der Welt warten wir schon viele Jahre. Nun hat die Landesregierung Nägel mit Köpfen gemacht, einen Sanierungsplan er- und Geld bereitgestellt. Davon profitiert auch Stormarn. Unsere Karikaturistin nimmt es mit Humor und macht einen Vorschlag zur Abschaffung der geländegängigen Autos, denn die braucht man ja nicht mehr, wenn es bald auf frischem Asphalt durch den Kreis Stormarn geht. Ob es am Ende auch wirklich gut wird, das kann der Bürger erst in vielen Jahren sehen, denn bis 2030 wird es dauern, bis alle Straßen im Land und wohl auch im Kreis saniert sind. Da erfreut uns das alte Sprichwort: Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende!

Im Fluss Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Die Mensa im Oldesloer Schulzentrum bekommt eine „Pauker-Lounge“. Schön, mag man denken, na und? Pauken kommt aus dem mittelhochdeutschen vom Wort pûken und bedeutet ursprünglich schlagen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Fechten mit scharfen Waffen pauken genannt. Noch heute gibt es bei schlagenden Verbindungen den Paukarzt oder die Paukbrille. Und weil die Herren Studenten das Lernen mindestens so anstrengend fanden wie das Pauken, das Fechten, steht der Begriff heute für intensives Lernen, der Lehrer wurde zum Pauker. „Panta rhei“, sagt der Grieche, alles fließt. So auch unsere Sprache. Und was das jetzt mit der Mensa zu tun hat? Schwingt doch dabei auch die Hoffnung mit, dass in der „Pauker-Lounge“ gelernt und gelehrt wird und weniger geschlagen.

Im Gebüsch Ob eine Stadt einen sauberen und ordentlichen Eindruck macht, ist immer auch ein Ausdruck dessen, wie die Bürger mit ihrer Stadt umgehen. Eine Verwaltung muss das allerdings auch vorleben. Wenn also etwa am Parkhaus Königsstraße ein gefüllter Mülleimer seit Wochen im Gebüsch liegt und keiner ihn wieder an seinen Platz stellt, muss sich niemand wundern, dass auch die Bürger so lieblos mit ihrer Stadt umgehen. Dafür braucht es nicht mehr Personal, sondern offene Augen.

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Ein Tag gegen den Müll

Stormarner Tageblatt   03.11.2018

2019 soll es theoretisch wieder einen Müllsammeltag in Bad Oldesloe geben / Organisation noch ungewiss

Verpackungen, Pappbecher, Kippen in der Innenstadt. Nie
Verpackungen, Pappbecher, Kippen in der Innenstadt. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Viele Oldesloer beschweren sich über verdreckte Grünflächen und Müll der in der Stadt. Einige Wenige greifen auch ehrenamtlich regelmäßig zum Müllsack und bereinigen Schandflecken selbstständig. Natürlich ist Bad Oldesloe in Relation keine besonders verdreckte Stadt, aber was sie von anderen Städten in der Region unterscheidet, ist, dass es den – mindestens ja symbolischen – Tag eines gemeinsamen Müllsammelns nicht mehr gibt. Anfang des Jahres wollten die Grünen ihn wieder etablieren. Vor allem auch um mehr Bewusstsein für den Umgang mit der Natur zu schaffen. „Zu kurzfristig“ schallte es ihnen damals aus Reihen der Verwaltung und anderer Fraktionen entgegen. Die FBO hätte damals lieber eine Art ordnungsamtliche Müll-Polizei etabliert, doch auch das verlief im Sande und verschwand in den Archiven der Sitzungsprotokolle. Damit die Grünen nicht wieder Schiffbruch erleben, sind sie schneller geworden und haben jetzt schon im Umwelt- und Energieausschuss einen Antrag vorgelegt, laut dem ein solcher Tag 2019 wieder realisiert werden soll.

„Die Städte rundherum und gefühlt jedes Dorf bekommen das hin, aber wir als Kreisstadt nicht. Das ist mir schon etwas peinlich“, so Sarina Adrion von den Grünen. Sie möchte, dass die Stadtverwaltung mit Unterstützung des Bauhofs den Tag organisiert. Dazu gehöre, dass der Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger durchgeführt werde, der Ablauf an sich organisiert und auch am Ende eine kleine Dankeschönfeier stattfindet.

Als Dr. Kurt Söffing aus dem Sachbereich Planung und Umwelt der Stadt Bad Oldesloe den Vorschlag hörte, sah er aus, als habe er in eine Zitrone gebissen. Er wisse genau, wie sein Chef – Bürgermeister Jörg Lembke – dazu stehen werde. Sicherlich könne man Abholpunkte für Müllsäcke einrichten und einen Sammelplatz einrichten – das sei es dann aber auch. „Gulaschkanonen, Tombola oder sonstwas als Rahmenprogramm – das wird die Verwaltung nicht leisten können. Da fehlt es an Kapazitäten“, weiß Söffing.

„Ehrenamtliches Engagement braucht professionelle Unterstützung durch die kommunale Verwaltung. Zudem würde eine gemeinsame Bürger-Aktion und die anschließende Feier den Gemeinsinn in unserer Stadt enorm fördern“, ist Adrion hingegen überzeugt. „Ich organisiere hier ja manchmal was und ich weiß, wie schwer es ist, Leute zu finden, die einen unterstützen“, war Hans-Jörg Steglich(FBO), Koordinator der verkaufsoffenen Sonntage, skeptisch. „Der Verwaltung fehlt das Personal und ob man so viele Ehrenamtliche findet? Dafür wird sich eine eigene Initiative gründen müssen“, betonte er. „Vielleicht lässt sich die Feuerwehr einbinden, die haben doch auch Nachwuchssorgen. Die können dann auf sich aufmerksam machen“, war Wilfried Janson (Die Grünen) motiviert, Lösungen zu finden, die möglichst viele Oldesloer einbinden..

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Eine „Pauker-Lounge“ für die Mensa

Stormarner Tageblatt   03.11.2018

Eine „Pauker-Lounge“ für die Mensa

Die Mensa am Schulzentrum in Bad Oldesloe soll  mehr Aufenthaltsqualität bekommen.Nie
Die Mensa am Schulzentrum in Bad Oldesloe soll mehr Aufenthaltsqualität bekommen.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Was lange braucht, wird endlich endlich gut: Die Mensa im Oldesloer Schulzentrum ist vom Problemfall zum Vorzeigeprojekt geworden. Dafür gibt es viel Lob für das „Lückenfüller“-Team, das längst mit ständig neuen Ideen und Verbesserungen die Herzen der Schüler und Lehrer im Sturm erobern konnte. „Wir sind auch ein wenig Seelsorger. Das ist wie beim Frisör, die hören sich ja auch immer alles an. Ein Zeichen dafür, dass man sich wohl fühlt“, sagt Timo Skudlarz, der die Mensa gemeinsam mit Lebensgefährtin Janine Irentschiuk seit Frühjahr führt.

Jetzt gehe es darum, noch mehr Aufenthaltsqualität herzustellen. „Es kommen auch Schüler zum Teil deutlich vor acht Uhr. In einem Loungebereich könnten die sich dann schon in der Mensa aufhalten“, erkläte Irentschiuk ihre Vision.

„Wir haben eine halbe Stunde wirklich großen Andrang mit hunderten Schülern und viel Lärm. Aber ansonsten könnte die Lounge auch wirklich ein Rückzugsoort sein. Das gilt natürlich auch für Lehrer, die einfach mal aus dem Paukerzimmer rauswollen“, so Skudlarz. „Wir wollen mehr, als nur die Holzstühle an den Tischen. Daher haben wir ständig Ideen“, führte er weiter aus.

Die SPD zeigte sich von der Entwicklung in der zuvor oft in de Kritik stehenden Mensa so begeistert, dass sie einen Antrag stellte, dass 4000 Euro für die Anschaffung von Lounge-Möbeln bereitgestellt werden sollen. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass das ein Beteiligungsprojekt wird, bei dem Schüler die Möbel selbst bauen“, regte Amelie Strehl (FBO) an. „Das ist eine sympathische Idee. Für so etwas bin ich ja immer. Ich habe mich da allerdings schlau gemacht und leider geht das aus Brandschutzgründen bei uns nicht. Die Auflagen sind sehr streng“, erläuterte Irentschiuk, weshalb so ein Projekt leider nicht möglich sein wird, auch wenn das Mensa-Team immer für Beteiligung wäre. „Wir haben sogar noch Gelder im Haushalt, die wir für die Aktion verwenden können. Das Budget für 2018 ist nicht ausgeschöpft für Mensaanschaffungen“, erklärte Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak. „Umso besser, dann steht dem ja nichts im Wege“ freute sich Hajo Krage (SPD).

Mehrheitlich beschlossen die Lokalpolitiker des Bildungs- Sozial- und Kulturausschuss, dass die neue „Paukerlounge“ – „zum Pauken aber auch für Pauker“ – entstehen soll.

 
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