Archiv der Kategorie: Presseartikel

Ein Festival, das niemand braucht

Stormarner Tageblatt  18.09.2020

Veranstaltungen der durch das Land organisierten „Kulturfestival-SH-Reihe“ in der Kreisstadt fallen bei den Bürgern komplett durch

Das Gegenteil von gut: Das Kulturfestival auf dem Exer. Nie
Das Gegenteil von gut: Das Kulturfestival auf dem Exer. Nie

Bad Oldesloe Man stelle sich vor, das „Kulturfestival SH“ gastiert in Bad Oldesloe und fast niemand geht hin. Klingt komisch, ist aber in der Kreisstadt passiert.

Seit Beginn der Corona-Pandemie wird suggeriert, dass den Mitbürgern Veranstaltungen, Konzerte und Familienfeste fehlen. Das mag im Prinzip so sein, aber gut gemeinte Versuche wie das vom Land veranstaltete Kulturfestival sind kein Ersatz. Sie wirken wie zu kleine Pflaster, die mit gutem Willen auf eine Wunde geklebt werden.

Fakt ist, das zeigte sich auch in Bad Oldesloe, dass die Menschen skeptisch und vorsichtig geworden sind, was Veranstaltungen unter Corona-Bedingungen angeht – wenn sie Abstände einhalten müssen und Mundschutz tragen. Kombiniert mit einer quasi nicht vorhandenen Werbung für das halbgare Trostpflasterevent ist der Flop perfekt.

Das Gastspiel des „Kulturfestival SH“ auf dem Exer wurde so ein Beispiel dafür, wie man es besser nicht machen sollte. Eine Familie verließ das Gelände nach wenigen Minuten. „Es ist eine gruselige Stimmung, weil es so leer ist“, so die Mutter. Es sei schön, dass etwas versucht werde, aber ihre Kinder hätten Angst vor den Security ganz in schwarz mit Mundschutz. Dass mehr Personal und Security auf dem Platz sei als Besucher sei keine Atmosphäre für ein Familienfest. „Das kommt alles zu früh. Man hätte lieber dieses Jahr noch verzichten sollen, anstatt Steuergelder aus dem Fenster zu werfen“, sagt Björn Schlieth, der noch vor dem Eingang umdrehte. „Es ist für uns eine einzige Enttäuschung. Das Angebot ist überschaubar, die Optik kühl und dadurch, dass es so leer ist, wollten unsere Kinder gar nicht erst rein“, sagte er.

Am Abend zuvor gastierte das Kulturfestival bereits mit künstlerischen Auftritten im Kultur- und Bildungszentrum. Das Publikumsinteresse war auch hier quasi nicht vorhanden. Die ausgewählten Künstler haderten dann auch noch spürbar mit der Minuskulisse und sorgten teilweise mit ihren Auftritten eher für Fremdschämmomente als für Freude über einen Kulturabend. Von den zehn Zuschauern, die überhaupt erschienen, gab eine zu Protokoll, dass es „künstlerisch fragwürdig bis desaströs“ war. Wer auch immer die Auswahl beim Land getroffen habe, „solle sich einen anderen Job suchen.“ nie

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Baubeginn für neue Apartments

Lübecker Nachrichten   17.09.2020

Baubeginn für neue Apartments

Lange Zeit kündete lediglich ein hübsch illustriertes Schild unweit des Oldesloer Kirchplatzes davon, dass in Hanglage zur Beste ein neues Apartmenthaus entstehen soll. Nun folgen Taten. Seit Anfang der Woche bereitet die Firma Göllnitz Umwelttechnik den Boden für das Projekt. Mithilfe eines riesigen Bohrers rammen die Mitarbeiter zehn Meter lange Stahlträger für eine Spundwand in den Boden. „Sie ist nötig, damit der Hang nicht abrutscht“, erklärt Polier Frank Lienau von der Baufirma Schröder und Fischer. Von dem Vorhaben, das Gebäude mit Tiefgarage und Kfz-Aufzug auszustatten, hatten die Planer deshalb wohl auch Abstand genommen. Die sieben Eigentumswohnungen, die auf dem Gelände entstehen, haben laut Lienau auch bereits Käufer gefunden. Foto/Text: Dorothea von Dahlen

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Windkraft contra Wohngebiet

Lübecker Nachrichten   17.09.2020

Debatte um Baugebiet bei Wolkenwehe – Politik befürchtet Klagen wegen Windkraftanlage

Von Dorothea von Dahlen

Das Windrad der Stadtwerke Bad Oldesloe von der Grabauer Straße aus betrachtet. Foto: von Dahlen

Bad Oldesloe. Neuer Wohnraum ist in der Kreisstadt heiß begehrt. Bis zum Jahr 2030 müssten 890 Wohneinheiten entstehen, um den laut Bevölkerungsprognose ermittelten Bedarf zu decken. Hohe Priorität genießt aber auch die klimafreundliche Energiegewinnung. Die Oldesloer Grünen befürchten nun, dass sich beides beim neuen Bebauungsplan 121 ins Gehege kommen könnte. Denn südwestlich des Wohngebiets in spe befindet sich die 150 Meter hohe Windenergie-Anlage, von der noch nicht bekannt ist, ob sie unangenehmen Schall emittiert.

Der B-Plan, der nun auf der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Planungsausschusses vorgestellt wurde, bezieht sich auf eine Fläche in der sehr gefragten Wohngegend südlich der Wolkenweher Dorfstraße. Schon 2005 galt sie als stille Reserve für den Fall, dass sich dort eines Tages neue Häuslebauer niederlassen wollen. Da sich schon 2017 abzeichnete, dass Bad Oldesloe weiter wachsen würde, reagierte die Stadt prompt und machte von ihrem Vorkaufsrecht für das Gebiet Gebrauch. Um dem Andrang von bauwilligen Familien gerecht zu werden, soll nun die Planung vorangetrieben werden. So soll Baurecht für Ein- und Zweifamilienhäuser geschaffen werden.

Wie Marlene Grünert, Sachbearbeiterin im Oldesloer Bauamt erläuterte, gebe es bereits eine gutachterliche Stellungnahme, nach der Schall und Schattenwurf nur wenig Einfluss auf das neue Gebiet haben werde. Demnach betrage der Messwert 40 dB(A), welcher nur in einem Teilbereich des Gebiets bei Nacht geringfügig überschritten werde. Dies lasse sich aber im Rahmen der Planung ausgleichen, sagte Grünert und nannte entweder den Bau einer Schallschutzwand oder den Einbau Lärm dämmender Fenster.

„Ich habe so meine Bauchschmerzen bei der Überschreitung des Lärmpegels durch die Anlage nachts“, hielt Wilfried Janson (Grüne) dem entgegen. Wenn es hart auf hart komme, bestehe womöglich noch privates Klagerecht der neuen Hauseigentümer. Dies wiederum könne dazu führen, dass die Anlage nachts abgestellt werden müsse. Und das bedeute letztlich herbe Verluste für die Stadtwerke Bad Oldesloe. Wie berichtet, ist der Kommunalversorger zu 13 Prozent an der Windkraftanlage in Wolkenwehe beteiligt.

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Wirtschaft fordert bessere Kommunikation

Stormarner Tageblatt  17.09.2020

Wirtschaftsvereinigung kritisiert Vorgehen der Stadtverwaltung in Sachen Parken und Stadtmarketing

Bad Oldesloe Wenn es um das Thema Parken geht, ist die Stimmung in der Kreisstadt aktuell angespannt – „Falschparker“ in Wohngebieten, die jahrzehntelang so parkten und keine Probleme bekamen, finden Strafzettel an ihren Pkw vor und mögliche Parkgebühren an Schulen und am Bahnhof erregen die Gemüter der Bad Oldesloer. Zumeist geht es bei der Kritik am Vorgehen der Verwaltung auch um die Kommunikation.

Die Wirtschaftvereinigung ist unter anderem auch dafür angetreten, die Stimmung in der Stadt sowie das Selbstbild der Bürger von dieser zu verbessern. Doch die aktuellen Diskussionen helfen dabei nicht. „Generell handelt es sich beim Thema Parken um ein ordnungsrechtliches Thema. Da das Thema Parken und Parkgebühren aber immer ein emotionales Thema ist und bleiben wird, wäre es wünschenswert, wenn im Vorfeld das Gespräch mit den Betroffenen gesucht worden wäre. Das gilt sowohl dafür, wenn eine Vermutung nahe liegt, dass Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Pendlerparkplätze belegen als auch für bislang toleriertes Falschparken im Wohngebiet“, sagt Holger Mahlke, zweiter Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung. Der Wirtschaftsbeirat – das offiziell gewählte Gremium der Stadt – hat zugleich bereits davon abgeraten, an der Gebührenschraube zu drehen. Das sei nicht das richtige Zeichen.

Auch beim Thema Stadtmarketing wünscht sich die Wirtschaftsvereinigung rund um die Vorsitzende Nicole Brandstetter derweil mehr Gespräche und Klarheit. Bisher scheine es so, dass die Definitionen der Aufgaben unterschiedlich seien.

„Wir sehen das Stadtmarketing als Bestandteil der strategischen Stadtentwicklung und damit als eine Kernaufgabe an, die durch den derzeitigen Strukturwandel wichtiger denn je ist und entsprechend professionell aufgestellt werden muss“, erklärt Brandstetter. Bisher sei das nicht der Fall.

„Wir brauchen in Bad Oldesloe ein Stadtmarketing, das sowohl darauf abzielt, das Wir-Gefühl und die Identität der Bürger mit ihrer Stadt zu stärken als auch bei ansiedlungswillige Unternehmen, Touristen und alle anderen Besuchern die Stärken von Bad Oldesloe aktiv bekannt zu machen“, sagt sie. Voraussetzung für all das sei allerdings der unbedingte Wille von Verwaltung und Politik, sich ab sofort mit der Entwicklung von Bad Oldesloe zumindest in den nächsten fünf bis zehn Jahren auseinanderzusetzen. nie

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Helfen Gebühren gegen Parkplatznot am Oldesloer Bahnhof?

Lübecker Nachrichten   16.09.2020

Wie die Geier kreisen Pendler morgens um den Bahnhof in Bad Oldesloe – Es ist schwer, einen Parkplatz zu finden – Mitarbeiter der Stadt sollen die Plätze angeblich blockieren – Jetzt sollen Gebühren helfen, die Lage zu entspannen

Von Dorothea von Dahlen

Die Parkplätze am Oldesloer Bahnhof, wie dieser an der Mommsenstraße sind stets gut besucht.Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Blockieren Mitarbeiter der Kreisverwaltung Stormarn die Parkplätze am Oldesloer Bahnhof? Der Vorwurf, dass etliche Mitarbeiter die Stellflächen dauerhaft belegen, wurde auf der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Planungsausschusses laut. Die Kritik kam auf, als es um die prekäre Parksituation am Bahnhof ging. Die Oldesloer Verwaltung hatte dazu angeregt, Dauerparker ordnungspolitisch zu sanktionieren und für bislang kostenfreie Parkplätze künftig Gebühren zu erheben. Im Gespräch waren auch Stellflächen an Schulen und im weiteren Umfeld der Asklepios-Klinik.

Als Grund hieß es in der Beschlussvorlage, dass sich Pendler immer häufiger bei der Stadt darüber beschweren, dass die Parkplätze im Umfeld des Bahnhofs schon morgens um 6.30 Uhr hoffnungslos überfüllt seien. Wer mit dem Zug zur Arbeit wolle, habe kaum eine Chance, das Auto abzustellen. Zudem seien Pendler, die sich mit dem Rad zum Bahnhof begeben, den Pkw-Fahrern gegenüber benachteiligt. Schließlich müssten sie die Kosten zur Unterbringung des Rads selbst tragen.

Die aus dem Rathaus angebotene Lösung stieß indes nicht in allen Fraktionen auf Gegenliebe. „Abgesehen davon, dass für die Parkplätze am Bahnhof Fördermittel von Land und Bund geflossen sind und es noch Fristen gibt, die Gebühreneinnahmen verbieten, werden wir dem Vorschlag nicht zustimmen“, sagte etwa Manfred Lieder (FBO). Selbst beim Parkplatz an der Johannes-Ströh-Straße, bei dem die Sperrfrist schon ab Mai 2021 ablaufe, sei es nicht zielführend, Gebühren fürs Parken zu erheben. Denn das sorge für einen noch stärkeren Verdrängungswettbewerb in den umliegenden Straßen, so dass die Anlieger dort kaum Stellflächen fänden, wie etwa in den Bereichen Bergstraße, Mommsenstraße, Käthe-Kollwitz-Straße, Mewesstraße und Turmstraße.

Diese Auffassung teilte auch Ann-Kathrin Dietel (SPD). Sobald Gebühren im weiteren Umfeld des Bahnhofs erhoben würden, führe dies nicht nur dazu, dass sich die Bahnhofsparker in einem größeren Radius nach Gratis-Stellflächen umschauten. Dies verführe wiederum auch Anwohner dazu, die ausgewiesenen Park&Ride-Plätze zu blockieren, die eigentlich gefördert worden seien, um mehr Leute vom Auto auf die Schiene zu bringen. „Wahrscheinlich ist der Druck erst weg, wenn wir weitere Parkplätze schaffen. Vielleicht wäre es sogar sinnvoll, die großen Plätze am Bahnhof mit einem Parkhaus aufzustocken“, sagte Dietel. In Bezug auf die Schulen schlug sie vor, die Parkplätze in der Zeit von 7 bis 14 Uhr ausschließlich Lehrern und Schülern zu reservieren. Regeln lasse sich das mit Parkausweisen.

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