Archiv der Kategorie: Presseartikel

Nordbahn mit neuem Halt „Bad Oldesloe-Ost“

Lübecker Nachrichten   03.08.2018

Wohngebiete um den Steinfelder Redder sollen angeschlossen werden

Von Bettina Albrod

Die neue Haltestelle „Bad Oldesloe-Ost“ soll am Bahnübergang Lübecker Straße gebaut werden. FOTO: CARSTENS

Bad Oldesloe. Die Kreisstadt bekommt einen neuen Haltepunkt an der Strecke der Nordbahn. „Bad Oldesloe-Ost“ soll er heißen und das Wohngebiet Steinfelder Redder sowie die  anschließenden Viertel abdecken. Die Bahn reagiert damit auf die wachsende Zahl der Pendler.

In Bad Oldesloe soll an der Nordbahnlinie von und nach Neumünster ein neuer Haltepunkt für die Bahn entstehen. Geplant sei die neue Haltestelle „Bad Oldesloe-Ost“ im Nordosten der Stadt in Höhe des Wohngebietes Steinfelder Redder am Bahnübergang Lübecker Straße, sagt Dennis Fiedel, Sprecher des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein (Nah.SH). Am Mittwoch war eine Rahmenvereinbarung zwischen Vertretern von Nah.SH und der DB Station & Service AG geschlossen worden. Die sieht vor, in den kommenden sieben Jahren 34 Bahnstationen in Schleswig-Holstein ganz oder zumindest teilweise auf den aktuellen Stand zu bringen. Sieben weitere Stationen sollen neu gebaut werden, darunter der Halt in Bad Oldesloe. Die Gesamtkosten betragen etwa 74 Millionen Euro.

„Durch die Investition will der Nahverkehrsverbund neue Fahrgäste gewinnen und die Auslastung der Züge erhöhen“, so Fiedel weiter. Da die Planung jetzt erst beginne, könne zu den Kosten und dem Zeitplan noch nichts gesagt werden. Die DB gehe in Bad Oldesloe von 320 Ein- und Aussteigern pro Tag aus, so Fiedel weiter. „Grund für die jetzt startende Planung ist das Fahrgastpotenzial.“

Derzeit können viele Pendler nur am Bahnhof Bad Oldesloe in die Nordbahn steigen, künftig wird es dann möglich sein, vom neuen Halt aus nach Neumünster oder zum Oldesloer Bahnhof zu fahren. „Die neue Haltestelle ist eine gemeinsame Idee von Nah.SH und DB“, sagt Fiedel. Vorgesehen sei ein Bahnsteig mit Wetterschutz, ähnlich wie an den Stationen nördlich Bad Segebergs. „Da die Bahnstrecke eingleisig ist, wird auch die Station eingleisig sein.“

„Das ist eine gute Sache für Bad Oldesloe und entlastet den Bahnhof, weil es dann dort weniger Pendler geben wird“, erklärt Horst Möller, stellvertretender Bürgermeister von Bad Oldesloe. Anfang 2017 sei in der Politik über die neue Haltestelle diskutiert worden. Da das Einzugsgebiet relativ groß sei, mache der zusätzliche Halt Sinn. „Jeder, der dadurch abgehalten wird, mit dem Auto zum Bahnhof zu fahren, ist ein Gewinn.“ Der Oldesloer Bahnhof sei immer zugeparkt, weil dort eine neue Tarifzone des HVV beginne, so dass Fahrkarten ab dort billiger seien als von Reinfeld aus. „Wir freuen uns, wenn das klappen sollte, angedacht ist wohl 2025. Es ist schön, wenn sich in Bad Oldesloe für die Zukunft etwas tut.“

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Neuer Bahnhof, W-Lan und Modernisierung

Stormarner Tageblatt   03.08.2018

Bad Oldesloe Neben dem neuen Haltepunkt Bad Oldesloe-Ost steht auch eine Modernisierung des Oldesloer Bahnhofs im Programm. Hier sind ein neuer Wetterschutz, ein neues Blinden- und Wegeleitsystem, neue Anzeigen sowie Bahnsteigerneuerungen an allen Gleisen geplant, allerdings erst in den Jahren 2021 bis 2023. Bereits vorher, bis 2019, steht die Teilerhöhung eines Bahnsteigs in Bargteheide in dem Programm von Land und Bahn. Bei Neubauten trägt das Land 75 Prozent der Kosten, bei Sanierungen 50 Prozent. Den Rest übernehmen Bund und Deutsche Bahn.

Die neuen Haltepunkte waren unter den Gesichtspunkten Fahrgastpotenzial, Platz Bahnsteig und Integration für den Fahrplan ausgesucht. „Bad Oldesloe-Ost ist ein Arbeitsname. Der Haltepunkt am Steinfelder Redder könnte auch Fuchsberg heißen“, sagt Dennis Fiedel, Sprecher der Landesverkehrsgesellschaft Nah.Sh.

Ab August sollen die Regionalzüge und -bahnen zwischen Hamburg, Bad Oldesloe und Lübeck mit W-Lan ausgerüstet werden. Je Fahrt stehen jedem bis zu 100 Megabyte Datenvolumen kostenlos zur Verfügung. Die Umrüstung aller 124 Züge in den Netzen Nord und Ost soll Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein. Die Kosten in Höhe von 2,7 Millionen Euro teilen sich Land und DB Regio. Gespräche mit der Nordbahn stehen ebenfalls an. „Ziel ist es, W-Lan in Zügen landesweit anzubieten“, erklärt Fiedel. rob

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Bomben-Mission in Bad Oldesloe

Stormarner Tageblatt   31.07.2018

Gebiet weiträumig abgesperrt und 1200 Menschen evakuiert: Zehn-Zentner-Blindgänger entschärft

In diesem Trichter wurde die Weltkriegsbombe gefunden.
In diesem Trichter wurde die Weltkriegsbombe gefunden.
 

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Eine schnelle Bombenentschärfung, das gibt es für Heinz Kollath vom Kampfelmittelräumdienst des Landeskriminalamts nicht. „Das Wort schnell können sie direkt mal streichen. Das ist kein wichtiges Merkmal“, führt er aus, Minuten, nachdem er eine Zehn-Zentner Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft hat.

Um 10.55 Uhr begann er mit seinem Kollegen Oliver Kienast mit der Entschärfung im Oldesloer Neubaugebiet „Claudiussee“. Um 11.25 Uhr konnte Polizeisprecher Holger Meier den wartenden Medienvertreter verkünden: „Alles gut gegangen.“ Damit blieben Kollath und seine Kollegen vom LKA hinter den geschätzten 45 Minuten. „Ungefährlich oder einfach war es trotzdem nicht. So eine Bombe kann immer hochgehen. Durch das Entfernen des in diesem Fall hochexplosiven Zünders könnte Hitze entstehen. Das reicht dann“, so Kollath. „Der Zünder war ziemlich dreckig und verkrustet. Das hat eine ganze Weile gedauert, den sauber zu bekommen“, berichtet der Entschärfer. „Etwas Entspannung tritt ein, wenn man identifiziert hat, welcher Zünder es ist und in welchem Zustand er sich befindet“, ergänzt Kienast.

Im Fall der Fälle hätte es wohl einen zehn bis zwölf Meter breiten Krater gegeben. „Da mag man sich dann fragen, warum so weit evakuiert wird. Das Problem ist neben der reinen Explosion die Druckwelle, die entsteht. Auch im Zweiten Weltkrieg starben viele Menschen oft an den Folgen der Druckwelle und nicht direkt durch die Detonation oder Splitter“, weiß Kollath.

Rund 1200 Oldesloer mussten ihre Wohnungen verlassen – die Evakuierung rund um das Gebiet verlief im Vorwege sehr gut. „Die Oldesloer sind das wohl schon gewohnt. Sie haben relativ entspannt reagiert“, so Jens Siedlaczek vom Ordnungsamt der Stadt.

Am Bahnhof stand ein voll klimatisierter Bus bereit. Hans-Peter Vogt war als Leiter der Betreuung der Schnelleinsatzgruppe des ASB vor Ort. „Es ist alles entspannt. Ein paar Anwohner sind zu uns gekommen. Aber es sind wirklich sehr wenige. Das ist nicht ungewöhnlich. Die meisten sind bei dem Wetter mal in die Stadt. Der Zeitraum ist ja überschaubar, wenn alles klappt“, sagt er.

Auch die Polizei hatte an den Absperrungen kaum Probleme. Hier und da musste mit Autofahrern diskutiert werden, die trotz abgesperrtem Abbiegestreifen, einer Barke und Streifenwagen mit Blaulicht nicht verstanden, dass das „Keine Durchfahrt“ bedeutet. Aber auch solche Diskussionen seien – leider – heutzutage nicht besonders, hieß es. Ansonsten sei alles ruhig geblieben.

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11.40 Uhr: Bombe ist entschärft

Lübecker Nachrichten   31.07.2018

Kampfmittelräumdienst machte hochexplosiven Blindgänger unschädlich

Von Dorothea von Dahlen

Die Sprengmeister Heinz Kollath und Oliver Kienast präsentieren die entschärfte Bombe. Das Besondere: Sie enthielt eine Zündkette aus explosiven Komponenten nebst Detonator. Jetzt wird sie zu einer Spezialfirma gebracht, wo man sie in Scheiben schneidet und vernichtet. FOTOS: VON DAHLEN

Bad Oldesloe. Da waren wieder Profis am Werk: Binnen 40 Minuten hatten am Montag die Sprengmeister Heinz Kollath und Oliver Kienast die Fliegerbombe nahe der Oldesloer Bahn unschädlich gemacht. Der Blindgänger war am Mittwoch im Baugebiet Claudiussee entdeckt worden,

Früh am Morgen sicherte die Polizei bereits sämtliche Zufahrtstraßen in das Gebiet ab, das im Falle einer Detonation gefährdet gewesen wäre. 1200 Oldesloer wohnen dort. An alle Haushalte war per Handzettel schon am Freitag ein Appell ergangen, die Wohnungen und Häuser bis 10 Uhr zu verlassen.

Auch Josef Völker und Sohn Janek folgten dem und radelten gen Schrebergarten. „Wir hätten heute eigentlich die Handwerker im Haus gehabt und mussten ihnen absagen. Aber was will man machen? Es ist höhere Gewalt“, erklärte der Vater achselzuckend.

Dieter Eichert schwang sich ins Auto, die Heilige Schrift auf dem Beifahrersitz. „Ich mache Besuche. Kein Wunder, dass jetzt eine Bombe entschärft werden muss. Die Menschen leben eben nicht nach der Bibel, da steht: Schwerter zu Pflugscharen“, entgegnete der Anwohner der Hebbelstraße.

Schon die vierte Evakuierung erlebte Bettina Meetz. „Ich nehme jetzt genauso wenig mit wie beim ersten Mal – außer die Kinder natürlich“, setzte sie lachend hinterher. Damals, vor 28 Jahren, sei ein Blindgänger an der Bahnunterführung Ratzeburger Straße entschärft worden. „Das Ding lag unter den Bahngleisen“, erinnerte sie sich.

„Das ist meine dritte Entschärfung“, sagte Antje Tesing. Sie nutzte die Zeit bis 10 Uhr, um Wäsche aufzuhängen. Als Anwohnerin der Ernst-Barlach-Straße durfte sie zu Hause bleiben – mit der Auflage, tatsächlich drin zu bleiben.

Drei Liegendtransporte musste die Rettungswache gestern vornehmen, um Kranke vorübergehend aus dem Gebiet in Sicherheit zu bringen. Am Bahnhof kümmerten sich sechs Sanitäter um das Wohl von Oldesloern, die während der Evakuierung nicht bei Angehörigen oder Freunden unterkommen konnten. Für sie war ein klimatisierter Linienbus aufgestellt worden – ein Angebot, von dem indes nur fünf Menschen Gebrauch machten.

Mit einem Großaufgebot hielt sich auch die Freiwillige Feuerwehr für den Ernstfall bereit. „Alle vier Wehren aus Seefeld, Poggensee, Rethwischfeld und Oldesloe sind am Start“, informierte gestern Gemeindewehrführer Olaf Klaus. „40 Kameraden sind im Einsatz. Für einen Montag ist das nicht üblich. Das ist schon sehr gut“.

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Blindgänger wird entschärft

Lübecker Nachrichten   29.07.2018

Großräumige Evakuierung am Montag in Bad Oldesloe

Bad Oldesloe. Wegen der geplanten Entschärfung eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg (die LN berichteten gestern ausführlich) müssen am Montag bis zu 1200 Menschen in Bad Oldesloe ihre Wohnungen verlassen. Die Zehn-Zentner-Fliegerbombe war bei Routineprüfungen im geplanten Neubaugebiet Claudiussee an der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck gefunden worden. Der Blindgänger liegt etwa fünf Meter tief im Erdreich.

Experten des Kampfmittelräumdienstes wollen am Montag um 11 Uhr mit ihren Arbeiten beginnen. Bereits bis 10 Uhr müssen Anwohner ihre Häuser und Wohnungen oder sonstige Aufenthaltsorte verlassen. Die Zeit für die Entschärfung ist mit ca. 45 Minuten angesetzt, „sie ist jedoch letztendlich abhängig vom Zustand der Bombe sowie des Zünders“, sagt Polizei-Sprecher Holger Meier. Die Bewohner sollten sich auf eine mehrstündige Abwesenheit einstellen. Ab 8 Uhr steht auf dem Bahnhofsvorplatz ein klimatisierter Großraumbus als Notunterkunft zur Verfügung.

Der Kreis Stormarn wird ab 7.30 Uhr ein Bürgertelefon unter 04531/ 160-1160 einrichten.

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