Archiv der Kategorie: Presseartikel

Das Urteil ist gefällt

Stormarner Tageblatt   05.05.2018

Das Oberlandesgericht in Schleswig hat es rechtsgültig bestätigt: Die Stadt Bargteheide hat das Rechtsstreitverfahren gegen die Schleswig-Holstein Netz AG gewonnen und darf die Netze für Strom und Gas für einen Zeitraum von 20 Jahren an die Vereinigten Stadtwerke übergeben.

Bargteheide Es ist schon ein historischer Moment gewesen, und das nicht nur für Bargteheide. Denn es betrifft alle Kommunen, die ihre Strom- und Gasnetze ausschreiben möchten. Das sind mehr als 100 Gemeinden allein im Versorgungsgebiet der Vereinigten Stadtwerke (VSG). Es ist das erste Urteil in dieser Sache Die Konzessionsverträge für die künftigen Strom- und Gaslieferungen in Bargteheide wurden unterschrieben. Vertragspartner sind jetzt die Vereinigten Stadtwerke.

Die Schleswig-Holstein Netz AG hatte dagegen geklagt, dass die Bargteheider Stadtwerke die Konzession an die Stadtwerke vergeben wollte. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig hat entschieden, dass die Vergabe rechtmäßig war. Das Urteil fiel in letzter Instanz, eine Berufung ist nicht mehr möglich. Die Vorteile für die Verbraucher liegen auf der Hand. „Wahrscheinlich werden sie niedrigere Stromkosten haben“, sagt Joachim Teschke, Geschäftsführer der Bargteheider Stadtwerke. Die Durchleitungsentgelte, die erheblichen Einfluss auf die Preise haben, könnten jetzt geringer ausfallen.

Die Vereinigten Stadtwerke hätten sich als effizienter und zuverlässiger Partner erwiesen. Weitere Vorteile seien Ansprechpartner vor Ort, was besonders bei Baumaßnahmen wichtig sei. Es könnten regenerative Energien stärker eingebunden werden, etwaige Gewinne kämen der Stadt zugute und nicht den Aktionären. Als nächster Schritt steht jetzt der Kauf der Netze zum Restwert bevor. „Über den Preis gibt es natürlich unterschiedliche Vorstellungen“, sagt Teschke. Im ungünstigsten Fall müsse auch das in einem Regulierungsverfahren gerichtlich geklärt werden.

Das Oberverwaltungsgericht hat es sich bei seiner Entscheidung nicht leicht gemacht. „Die Verhandlung hat sechs Stunden gedauert“, sagt der stellvertretende Bürgermeister, Andrea Bäuerle, der die Stadt vertreten hat. Die Urteilsbegründung umfasse 99 Seiten, die Verlesung habe eine Stunde gedauert. Bäuerle gehört nicht zum Aufsichtsrat der Stadtwerke, dessen Mitglieder automatisch als befangen gelten.

Seit fünf Jahren bemühte sich Bargteheide um die Konzessionsvergabe. Bei einem ersten Gerichtstermin wurden die Bewertungskriterien beim Vergabeverfahren bemängelt, es gab aber kein endgültiges Urteil. „Das ist ein bedeutender Moment für die Stadt mit großer rechtlicher Wirkung“, sagt Bäuerle. Denn die bisherigen Betreiber könnten die Netze jetzt nur noch als Eigentum auf Zeit betrachten und müssten sich dem Wettbewerb stellen.

Voraussichtlich kommen die Vereinigten Stadtwerke im Juli 2019 zum Zuge und können Strom und Gas liefern. „Optimistisch gesehen vielleicht auch schon zum Jahresbeginn“, sagt deren Vertreter Marius Lembicz.

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Gibt’s das auch in knitterfrei?

Stormarner Tageblatt   05.05.2018

Stormarner Wochenschau

Gibt’s das auch in knitterfrei?

Megi Balzer

 Megi Balzer

Ungebügelt Hat unser Grundgesetz wirklich nichts besseres verdient? Ist das wirklich noch eine Würdigung der „Mütter des Grundgesetzes“ da hinten in der Ecke des Kub-Foyers, knitterige Plakate, lieblos über Stellwände gehängt. Dieser Tage muss sowieso wieder alles eingepackt werden, weil erst mal die Ergebnisse des Realisierungswettbewerbs präsentiert werden. Sorry, aber das hat das Grundgesetz nicht verdient. Oldesloes Gleichstellungsbeauftragte Marion Gurlit scheint mit der von ihr initiierten Ausstellung selbst nicht so ganz glücklich zu sein. Wie sie erzählte, seien ihr die Exponate als Dateien zur Verfügung gestellt worden. Das Bauamt mit seinen großen Plottern habe sie dann ausgedruckt und der Bauhof sie auf Trägerplatten geklebt. Tolles Teamwork könnte man meinen, aber das ist es eben selbst bei genauem Hinsehen nicht. „Erschütternderweise würden die ihre Tapeten nicht so an die Wand kleben“, sagte Marion Gurlit bei der Präsentation. Allerdings muss man deutlich sagen: Tapezieren gehört ganz sicher nicht zu den Kernkompetenzen, die Bauhofmitarbeiter haben sollten. Vielleicht hätte die Gleichstellungsbeauftragte lieber bei den Parteien um Unterstützung bitten sollen. Die haben reichlich Erfahrungen und Tipps im Bekleistern von Wahlplakaten. Obwohl … auch die haben erkannt, dass plakatieren eine echte Scheißarbeit ist und sind deshalb zum größten Teil auf fertige Plastikplakate umgeschwenkt.

Kurs halten „Endlich!“ Und: „Gott sei Dank“ müsste man laut ausrufen. Bad Oldesloe hat sich davon verabschiedet, sich von Investoren treiben zu lassen, sich von Geldgebern vorschreiben zu lassen, was städtebaulich geht und was nicht – naja, zumindest bei einem Projekt: Der zukünftigen Gestaltung des ehemaligen VHS-Geländes.

Für den Realisierungswettbewerb sind zwar nur drei Vorschläge eingereicht worden, aber ob zehn Entwürfe wirklich mehr Qualität bedeutet hätten … das weiß natürlich niemand. Jetzt gibt es einen Siegerentwurf, dessen Qualität unstrittig ist, jetzt gibt es eine eindeutige Marschrichtung: Da wollen wir hin, so stellen wir uns das zukünftig vor! Und da der Stadt die Flächen gehören, hat sie auch alle Fäden in der Hand. Fast. Okay, die abgebrannte Moog Villa, dieser Schandfleck am Kirchberg, gehört nicht der Stadt, die haben die St-Jürgen-Investoren gekauft. Das alte Gebäude links neben der VHS gehört der Lebenshilfe – aber da sollten sich doch Lösungen finden lassen.

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Visionen für die alte VHS

Stormarner Tageblatt   04.05.2018

Bad Oldesloe: Für Realisierungswettbewerb gingen nur drei Beiträge ein, doch die waren qualitativ gut

Das Gewinnermodell: Thilo Scheuber (li) und Klaus Petersen präsentieren die Häuserzeile. Olbertz

  Das Gewinnermodell: Thilo Scheuber (li) und Klaus Petersen präsentieren die Häuserzeile. Olbertz
 

Bad Oldesloe Es ist eine der vermutlich attraktivsten Flächen in der Innenstadt – das Gelände der ehemaligen VHS. Wie viel von dem alten Gebäude soll stehen bleiben? Gibt es einen Weg direkt unten am Traveufer? Wie wird das Gelände an der Königstraße bebaut? Fragen, die die Stadt über einen Realisierungswettbewerb beantworten lassen wollte. Gestern hat die Jury getagt, und die Entscheidung ist gefallen. Es gibt einen Sieger.

Es wurden nur drei Wettbewerbsvorschläge eingereicht. Von denen war auch keiner so, dass die Jury gleich begeistert in die Hände geklatscht hätte. Nach der ersten Runde bekamen alle drei Büros Hausaufgaben aufgetragen und mussten ihre Entwürfe nachbessern. „Es ist relativ komplex und nicht zwingend so lohnenswert – und wenn die Büros gut ausgelastet sind …“, vermutet Bauamtsleiter Thilo Scheuber als Grund für die geringe Resonanz. Auch wenn es quantitativ nicht viel war, die Qualität der Vorschläge stimmte. Seitens der Jury wurde vor allem positiv gesehen, dass es drei sehr unterschiedliche Varianten waren – nicht nur unterschiede im Detail, sondern alternative Herangehensweisen.

Jury-Vorsitzender Klaus Petersen, freischaffender Architekt und Stadtplaner aus Lübeck, erläuterte die Entwürfe. „Die Verfasser versuchen, sich in Bebauung und Maßstab einzufügen. Es wird nicht alles neu gemacht, nicht alles umgekrempelt, der Entwurf begreift sich als Fortsetzung“, sagt Petersen. Eine Zeile spitzgiebeliger Häuser längs des Traveufers bildet das Kernstück. Zwischen diesen Häusern und der alten VHS ist ein zentraler öffentlicher Platz vorgesehen, der gleichzeitig die vorhanden Wege verbindet. 60 unterschiedliche Wohnungen könnten so entstehen. Petersen: „Es ist die mit Abstand höchste Zahl an Wohnungen.“ Es könnte sich im Detail noch etwas ändern, wenn die Planung die Höhe der Häuser begrenzt. Juror Petersen ist sich sicher: „Das verträgt noch etwas Dämpfung.“

Der zweite Preis geht an einen Entwurf, der in der Hauptsache auf den Erhalt des VHS-Gebäudes mit einem gemütlichen Innenhof setzt. „Das hat Qualitäten und erzählt eine Geschichte“, erläutert Petersen. Neubauten östlich und zur Trave hin bilden „einen ruhigen Rahmen“. Zum Wasser hin bliebe viel Freiraum. „Eine sehr hervorragende Arbeit“, findet Petersen. Am Ende entschieden wirtschaftliche Überlegungen über den ersten und den zweiten Platz. Klaus Petersen: „Der Zustand des VHS-Gebäudes ist nicht besonders gut. Wir hatten bedenken, dass sich das wirtschaftlich machen lässt.“

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Politbühne Marktplatz

Stormarner Tageblatt   04.05.2018

Bad Oldesloe zur Kommunalwahl: Ergebnisse auch auf der Leinwand

Bürgermeister Jörg Lembke M. Schütt

 Bürgermeister Jörg Lembke M. Schütt

Bad Oldesloe Wahlergebnisse können am Sonntagabend auf dem Marktplatz, auf der städtischen Homepage und über die Wahlportal-App verfolgt werden. Zur Kommunalwahl am 6. Mai erwartet Gemeindewahlleiter Jörg Lembke (Foto) Ergebnismeldungen von den ersten der 17 Wahlvorstände gegen 18.30 Uhr.

Die jeweils aktuellen Meldungen und die fortlaufende Stimmenverteilung werden

multimedial über eine Leinwand auf dem Marktplatz präsentiert. Unter Beachtung der Wahlrechtsgrundsätze erfolgt die Ergebnispräsentation neutral und unkommentiert. Interessierte Oldesloerinnen und Oldesloer haben damit die Möglichkeit, die Ergebnisentwicklung am Wahlabend hautnah mitzuerleben. Für das leibliche Wohl ist im Anschluss an den verkaufsoffenen Sonntag nach 18 Uhr weiterhin gesorgt.

Ebenso können die Wahlergebnisse wie gewohnt auf der Homepage der Stadtverwaltung unter: www.badoldesloe.de abgefragt werden.

Für Smartphones und andere mobile Geräte steht die App „Wahlportal“ zur Verfügung. Diese bietet die Möglichkeit, die Ergebnisentwicklung auch von unterwegs zu verfolgen. Die App steht für alle relevanten Plattformen beim jeweiligen Anbieter kostenlos zur Verfügung:

Android-Geräte (Smartphones und Tablets ab Android Version 2.1, im Google Play Store)

iPhones und iPads (auch iPods und iPad-Minis, im App Store iOS)

Windows Phones 7.5 und 8 (im Windows Phone Store)

Windows 8 Tablets/PCs (im Windows App Store)

Firefox OS (im Firefox Marketplace). st

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Einsatz für die Radfahrer

Stormarner Tageblatt   03.05.2018

Bad Oldesloe hofft auf Anschluss an Radschnellweg / Abstellanlage am Bahnhof wohl 2019 fertig

Bad Oldesloe Bekommt Bad Oldesloe bald eine Radautobahn nach Hamburg? Wenn es nach den Stadtverordneten geht, ist das möglich. Denn auf Antrag der Grünen-Fraktion ist die Stadtverwaltung nun damit beauftragt worden, einen Weg zu finden, in die Machbarkeitsstudie der Metropolregion Hamburg aufgenommen zu werden, die aktuell überprüft, ob es möglich ist, acht Radschnellwege in die Hansestadt entstehen zu lassen. Einer dieser „Radhighways“ ist aktuell bis Ahrensburg geplant. „Dort sollten wir uns anschließen. Das wäre für die Pendler, die schon jetzt mit dem Rad nach Hamburg fahren, eine gute Errungenschaft“, so Wilfried Janson (Grüne). Die übrigen Parteien schlossen sich diesem Wunsch an, äußerten aber explizit, dass es erstmal bei einer Studie bleiben solle und selbstverständlich dann geschaut werden müsse, welche Kosten entstehen könnten.

„Wir müssen das jetzt enorm schnell auf den Weg geben, ansonsten finden die Planungen garantiert ohne uns statt“, wusste Janson zu berichten. Genau genommen könnte es sogar schon ein wenig zu spät sein. Denn der Kreis Stormarn und die Stadt Ahrensburg haben bereits jeweils 15 000 Euro für die Studie investiert und die Metropolregion hat die Bewerbungsphase für Planungsbüros ausgeschrieben. „Wir wollen aber nichts unversucht lassen, dass wir mitmachen können“, so Janson.

„Wir finden das sehr gut und können da nur mitgehen. Wir möchten obendrauf, dass in Neritz Radwege verbessert und neu angelegt werden. Denn dort ist uns aufgefallen, dass die Radwegesituation sehr schlecht ist“, fügte Horst Möller (CDU) an. Nachdem die übrigen Parteien zunächst noch skeptisch waren, ob man so einen Auftrag ohne Anhörung im Bau- und Planungsausschuss auch noch mit auf den Weg geben könne, stimmten sie doch zu, als der Wunsch der Christdemokraten geäußert wurde, dieses Anliegen noch in dieser Wahlperiode zu verabschieden.

Die Radschnellwege macht aus, dass sie bis zu vier Meter breit sind, möglichst wenige Straßen überqueren, im Winter von Schnee und Eis befreit werden und auch eine ausreichende Beleuchtung gesichert ist. Errechnet wurde, dass Radfahrer so mit einer Durschnittsgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunden zu ihrem Arbeitsplatz kommen können.

Leise Zweifel kamen bei einigen Stadtverordneten auf, ob es gelinge den notwendigen Nachweis zu erbringen, dass täglich 2000 Radpendler den Weg nach Hamburg aus der Kreisstadt antreten. Auf der anderen Seite sehe man durchaus das Potenzial, dass diese Zahl erreicht werden könne, wenn die Infrastruktur stimme.

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