Archiv der Kategorie: Presseartikel

Stormarner Schnappschuss

Stormarner Tageblatt  21.09.2022

Patrick Niemeier
Patrick Niemeier

Bad Oldesloe Der Herbst übernimmt nicht nur in Sachen Temperaturen und Einbruch der Dunkelheit die Kontrolle, sondern auch rein optisch im Verlaufe des Tages. So wie hier am Mittwochmorgen in der Bad Oldesloer Innenstadt. Die herbstlichen Sonnenstrahlen scheinen auf die zentral gelegene, historische Peter- Paul-Kirche, während erste verfärbte Blätter die Stufen bedecken. nie

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Künstler verkünden das Ende der BOart Galerie

Stormarner Tageblatt  20.09.2022

Das sind die Gründe für das Aus

Das Team kurz vor der Eröffnung der BOart 2016  Patrick Niemeier
Das Team kurz vor der Eröffnung der BOart 2016 Patrick Niemeier

Patrick Niemeier

Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und neue Formate – die Galerie BOart hat in Bad Oldesloe seit 2016 für so manche kulturellen Ausrufezeichen gesorgt. Doch damit wird Ende Januar 2023 Schluss sein. Das überrascht zahlreiche Kulturfreunde in Stormarn und wird eine Lücke im kulturellen Angebot der Kreisstadt hinterlassen.
Aus der eigentlichen Idee, einen in Stormarn dringend benötigten Ort zu erschaffen, in dem Künstler ohne komplizierte Auflagen, Juryentscheidungen oder Wartezeiten ihre Werke präsentieren können, wurde das Konzept für einen besonderen Treffpunkt, der das kulturelle Portfolio in Bad Oldesloe erweiterte.

BOart-Galerie wird aus eigener Tasche finanziert
„Wir haben das alles aus eigener Tasche finanziert, gelegentlich half uns eine Förderung, um bestimmte Angebote erst möglich zu machen. Das hatte den großen Vorteil, das zu machen, was uns selbst gefiel und wozu wir Lust hatten“, sagt Barbara Schleth, Sprecherin des BOart-Teams. Regelmäßig hatte die Galerie auch Gelder aus dem städtischen Kulturförderbudget beantragt.
In der Pandemie habe es sich als Vorteil erwiesen, dass man von der Galerie nicht leben musste. Von den aktuell elf Kulturschaffenden aus dem Team werden allerdings drei Ende des Jahres den Rückzug antreten. Gleichzeitig rechne man durch die Energiekrise mit einem deutlichen Anstieg der Nebenkosten. Ein kleineres Team müsste also höhere Kosten privat aufbringen. Gleichzeitig seien die Öffnungszeiten und der Arbeitsaufwand nicht mehr so abzubilden, wie es notwendig wäre. „Der Arbeitsaufwand, den eine Galerie so mit sich bringt, ist nicht mehr wirklich zu leisten“, teilt das Galerie-Team mit.
Obwohl der Zulauf nicht bei allen Ausstellungen und Events so groß wie erhofft war, habe man das Gefühl vermittelt bekommen, ein Teil der Oldesloer Kulturszene zu sein. Ein Teil, der jetzt überraschend wegfallen wird.

Interesse an kultureller Nachnutzung
Wünschenswert sei es jetzt, dass in der Immobilie direkt am historischen Mühlrad-Platz etwas Kulturelles weitergeführt werde. Der Vermieter sei „sehr nett und würde eine solche Nutzung sehr begrüßen“, heißt es. Anregungen und Ideen in diese Richtung können per Mail an das Team info@galerie-boart.de geschickt oder auch persönlich mitgeteilt werden.
Noch gebe es allerdings auch so manche Gelegenheit, die Galerie und Veranstaltungen dort zu besuchen. Das Programm lässt sich auf der Homepage finden. Für den Januar 2023 solle dann ein würdiger Abschluss gefunden werden, versprechen die BOart-Macher.

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Heißer Sommer bestätigt Prognosen

Stormarner Tageblatt  20.09.2022

Klimaanpassungskonzept soll im Kreis die Folgen von Hitze und Trockenheit verringern

Die Stadt Bad Oldesloe kam zum Teil mit dem Bewässern der Grünanlagen kaum hinterher.  Patrick Niemeier
Die Stadt Bad Oldesloe kam zum Teil mit dem Bewässern der Grünanlagen kaum hinterher. Patrick Niemeier

Patrick Niemeier

Ausgetrocknete Bachläufe, vertrocknete Grünflächen, Gemeinden, die mit dem Bewässern kaum hinterherkommen und Felder, die bei der Ernte in Brand geraten. Jetzt, nachdem der enorm heiße August vorbei ist, immer häufiger dunkle Wolken am Himmel über Stormarn auftauchen und es regelmäßiger regnet, sind die Diskussionen über starke Trockenheit und ihre Konsequenzen leiser geworden.
Doch dass die Auswirkungen des von Menschen mit verursachten Klimawandels auch in Stormarn in diesem Jahr bereits deutlich zu spüren waren, wird von Experten immer wieder betont. Dafür sprechen auch einige Fakten.

Sommer 2022 einer der vier wärmsten seit 1881
Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) gehört der Sommer 2022 zu den vier wärmsten in Deutschland seit 1881. Er liegt auf Platz sechs, was die trockensten Sommer seit 1881 angeht und erreichte deutschlandweit nach vorläufigen Berechnungen einen Durchschnitt von 19,02 Grad. „Wir dürften damit in Zeiten des Klimawandels einen bald typischen Sommer erlebt haben“, betont Uwe Kirsche, Pressesprecher des DWD. Auch wenn Schleswig-Holstein mit einem Durchschnitt von nur 17,5 Grad bundesweit das Schlusslicht war, fiel in Grambek im Herzogtum-Lauenburg am 20. Juli mit 39,7 Grad der bisherige Hitzerekord des Landes Schleswig-Holstein.
Auch in den Gewässern bemerkte man die zu langen Trockenphasen ohne viel Regen deutlich. Während die größeren Flüsse Bille, Alster und Trave noch zwischen niedrig und normal lagen, sah es bei kleineren Gewässern laut der Wasserbehörde schlechter aus, wie die Kreisverwaltung Stormarn bestätigte.
Es sei zum Teil kein Wasser mehr nachgekommen. Der Zufluss sei entsprechend versiegt. „Die kleineren stehenden Gewässer, Teiche und Tümpel erlitten Wassermangel. Hier schlagen die hohen Lufttemperaturen zu, die für mehr Verdunstung sorgen“, sagt Kreissprecher Gregor Tuscher. Allerdings seien diese Phänomene bei den hochsommerlichen Temperaturen in einem heißen Sommer nicht ungewöhnlich. Bauhöfe im Kreis Stormarn bestätigten, dass sie deutlich mehr bewässern mussten, als in den vorherigen Sommern. Zahlreiche Bäume im öffentlichen Raum litten stark unter den Auswirkungen der starken Sonneneinstrahlung bei gleichzeitiger Trockenheit aufgrund nur weniger Regenfälle.

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Zoff um Wohnungsbau entbrannt

Stormarner Tageblatt  19.09.2022

Nach Aus für Poggensee-Wohngebiet: CDU kritisiert Oldesloer Fraktionen als Verhinderer

Jens Wieck, CDU-Stadtverbandsvorsitzender

Finn Fischer

In der ersten Sitzung des CDU-Arbeitskreises „Umwelt und In-frastruktur“ wurden die Grundzüge der Arbeit des nächsten halben Jahres festgelegt. Ziel war es, Konzepte zu den Schwerpunktthemen Wohnungsbau, In-frastruktur und Energiewirtschaft zu erarbeiten.
„Im Wohnungsbau sind mehr als 300 Wohneinheiten in der Pipeline und die Investoren brauchen nur ein Go oder sie haben nur noch wenige Schritte ihre Projekte anzugehen“, sagt Horst Möller von der CDU Bad Oldesloe. Man müsse jedoch feststellen, dass die Verwirklichung von Wohnungsbau in Bad Oldesloe schwierig ist.
Der Stadtverbandsvorsitzende Jens Wieck kritisiert, dass vorgelegte Projekte nicht verwirklicht werden. Er sieht da die anderen Fraktionen in der Verantwortung und verweist etwa auf das „beschlussreife Konzept“ eines Baugebiets im Poggensee. „Obwohl alle notwendigen Voraussetzungen vorlagen und auch die Stadtverwaltung die Zustimmung empfohlen hatte, wurde die Zustimmung im zuständigen Ausschuss verweigert“, so Wieck.
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass es Gründe für die Ablehnung gab. Die Eigentümerin des Grundstücks in Poggensee hatte ein schützenswertes Biotop auf dem Gelände roden lassen. Ohne Genehmigung. Das sorgte für heftige Kritik in Poggensee und eben für die Ablehnung des Projektes, vor allem durch SPD und Grüne.
Das will die CDU als Grund für die Ablehnung anscheinend nicht gelten lassen. „Oft ist das Bekenntnis zum Wohnungsbau nur ein Lippenbekenntnis und ein theoretisches Wollen. Im konkreten Antragsfall finden sich immer Verhinderer, die ein Projekt stoppen und damit neue Wohnungen verhindern“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Jörn Lucas.
Ein weiteres großes Thema des Arbeitskreises ist das Thema Infrastruktur, denn die Bahnlinie Lübeck – Hamburg läuft auf große Probleme zu. Denn schon jetzt liegt die Auslastung der Strecke bei 120 Prozent. Der zusätzliche Verkehr, der durch die Fehmarnbelt-Querung zu erwarten ist, wird den Bahnverkehr deutlich vermehren.
Die CDU plädiert für Ausweichstrecken, die von Lübeck aus den Bahnverkehr so verteilen, dass der Verkehr nicht zum Erliegen kommt, wie der Arbeitskreisvorsitzende Wulf Henning Reichardt sagt: „Die Hansebelt-Region, also der Großraum Kopenhagen-Hamburg wird ein wirtschaftliches Kraftzentrum für Europa, aber die Verkehrslast darf nicht nur durch Bad Oldesloe gehen.“
Die Ausgestaltung des europäischen Projekts der Hansebeltregion Hamburg-Kopenhagen mit der festen Fehmarnbeltquerung, abgekürzt FBQ, ist ein wichtiges und großes Thema. Damit soll eine länderübergreifende europäische Modellregion geschaffen werden, in der rund neun Millionen Einwohner leben.
Wulf Henning Reichardt: „Der Kreis Stormarn liegt mittendrin und Bad Oldesloe ist einer der Verkehrsknotenpunkte mit den Bahnstrecken und den Autobahnen. Fast jede Infrastrukturmaßnahme betrifft die Umwelt und jede Umweltmaßnahme hat Auswirkungen auf die Infrastruktur.“
Genug Themen, die in weiteren Sitzungen des Arbeitskreises besprochen werden sollen. Das nächste Mal tagt dieser am 30. September, wieder online. Interessierte Teilnehmer erhalten Zugangsdaten bei der CDU Bad Oldesloe.

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VHS: Gebührenerhöhung verschoben

Stormarner Tageblatt  19.09.2022

Keine neuen Preise zum Jahreswechsel für die Kursangebote der Volkshochschule Bad Oldesloe

Die Oldesloer Politik will die Gebühren für die Volkshochschule in Bad Oldesloe zunächst nicht erhöhen.  Patrick Niemeier
Die Oldesloer Politik will die Gebühren für die Volkshochschule in Bad Oldesloe zunächst nicht erhöhen. Patrick Niemeier

Joshua Hirschfeld

Lehrkräfte der Volkshochschule Bad Oldesloe (VHS) bekommen ab dem 1. Januar 2023 ein höheres Honorar. Das hat der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA) jetzt beschlossen. Eigentlich hätte die Honorarerhöhung durch eine Erhöhung der Kursgebühren gedeckt werden sollen. Doch das Gremium entschied sich dagegen. Zumindest bis auf Weiteres.
Aller Voraussicht nach wird die Entgeltordnung von 2019 erst zum 1. Januar 2024 angepasst. Darauf hat sich der Ausschuss einstimmig geeinigt. Eine entsprechende Vorlage soll im neuen Jahr vorgelegt werden. Darin will die VHS auch neue Ideen einarbeiten, um weitere Einnahmen zu generieren.

Teilnehmer sagen VHS-Kurse ab
Hintergrund sind die derzeit stark steigenden Lebensmittelpreise und Heizkosten. Was das mit den Teilnehmerzahlen bei der Oldesloer Volkshochschule zu tun hat, erklärt Leiterin Karin Linnemann: „Wir stellen jetzt schon in diesem Herbstsemester fest, dass es erste Rückzieher bei den Anmeldungen gibt.
Viele Menschen können sich die Kurse nicht mehr leisten.“ Diese Erklärung höre sie immer häufiger. „Die Menschen haben Sorge, dass das Geld am Ende des Monats nicht mehr reicht und verzichten deshalb auf die Teilnahme an Kursangeboten.“ Sie gehe davon aus, dass sich diese Tendenz im nächsten Jahr auch verstärkt fortsetzt, wenn die Gebühren noch erhöht werden.
Bereits vor dem Bericht der VHS-Leiterin hatten einige Fraktionen „viele Bauchschmerzen“ mit einer Erhöhung der Preise. „Wir sehen es sehr kritisch, die Gebühren ausgerechnet in der Heizperiode zu erhöhen“, sagte Jörn Lucas (CDU) und schlug deshalb vor, die neue Entgeltordnung erst 2024 einzuführen: „Das wäre eine relativ einfache Geschichte und wir setzen damit ein Zeichen.“
Der Vorschlag fand Gehör. Denn die Leidtragenden wären vor allem Menschen mit geringem Einkommen, die ein Bedürfnis nach Weiterbildung haben. „Das sehen wir sehr kritisch und wir sehen derzeit keine Möglichkeit, an der Gebührenschraube zu drehen“, sagte Tom Winter (Stadtfraktion). Allerdngs könne er auch den Wunsch einiger nachvollziehen, die Betriebskostensituation im Auge zu behalten.
Denn die Honorarerhöhung muss bezahlt werden. Derzeit wäre das die Stadt Bad Oldesloe, also die Allgemeinheit. Hendrik Holtz (Die Linke) sieht darin kein großes Problem: „Es ist einfach so, dass sich viele die Kurse nicht mehr leisten können und wir wollen das kulturelle und das Bildungsleben doch erhalten. Und dann wird die Gemeinschaft draufzahlen müssen.“ In einer Krise müsse der Staat dann eingreifen.
Der Ausschuss stimmte am Ende für eine neue Vorlage: Danach soll neben einer Neuordnung der Entgelte wie einer Anpassung des ermäßigten Tarifs von 30 auf 50 Prozent auf Vorschlag der VHS-Leitung auch ein Solidarbeitrag eingeführt werden. Wer mehr verdient, kann freiwillig auch mehr bezahlen. Karin Linnemann: „Ein ähnliches Modell hat die VHS in Buxtehude während der Coronazeit eingeführt.“

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