Archiv der Kategorie: Presseartikel

Laub-Ärger: Stadt stellt Behälter auf

Lübecker Nachrichten   12.09.2020

Zu oft schütten Oldesloer ihr Laub einfach auf städtische Flächen – Der Bauhof hat damit stets viel Arbeit und will nun mit einem Pilotprojekt Abhilfe schaffen

Von Markus Carstens

Bad Oldesloes Bauhof-Betriebsleiter Dirk Blanke zeigt die Papiersäcke und die Big Bags, dazu links die Gestelle, an denen die Big Bags befestigt werden.fotos: Carstens

Bad Oldesloe. Es soll in Bad Oldesloe einen Mann geben, der sammelt in jedem Herbst das Laub von seinem Grundstück sowie der angrenzenden Straße und schaufelt es in eine Schubkarre. Anschließend schiebt er damit über die Hamburger Straße und kippt es am Friedhof aus. Das wiederholt er mehrmals, denn er hat ein großes Grundstück.

Der Mann ist kein Einzelfall. Der Baubetriebshof der Stadt Bad Oldesloe hat regelmäßig vor allem im Herbst viel damit zu tun, dieses „Fremdlaub“ von städtischen Flächen zu entsorgen. „Die Bürger sind verpflichtet, die Gehwege vor ihren Grundstücken und den Bereich bis zur Straßenmitte sauberzuhalten“, sagt dazu Bürgermeister Jörg Lembke. „Leider entsorgen viele Einwohner ihr Laub dann nicht fachgerecht.“ Es lande häufig auf städtischen Grünflächen oder sogar in Regenabläufen und bereite den Mitarbeitern der Stadt viel Mühe. „Es ärgert uns, dass die Bürger uns das Laub vor die Füße legen, manchmal sind auch noch Gartenabfälle darunter“, sagt Dirk Blanke, Leiter des Oldesloer Bauhofs.

Doch die Stadt will nun nicht die Sanktionskeule rausholen, sondern startet ein Pilotprojekt – in der Hoffnung auf die Mitarbeit der Bürger. In zunächst zwei Straßen wird der Bauhof verschiedene Behälter zur Verfügung stellen, damit die Oldesloer ihr Herbstlaub dort entsorgen können. Am Rümpeler Weg verteilt die Stadt an die Haushalte spezielle Papiersäcke mit einem Fassungsvermögen von jeweils 100 Litern. „Es gibt dazu eine Anleitung und die Termine, wann die Säcke von uns eingesammelt werden“, erklärt Blanke.

Das meiste Laub im gesamten Stadtgebiet falle jedoch im Bereich Kastanienallee/Heimstraße hinter dem Oldesloer Krankenhaus an, erklärt Dirk Blanke. „Die Anwohner dort sind wirklich gebeutelt“, sagt der Bauhof-Chef. In diesem Bereich werden ab der kommenden Woche bis Mitte November sogenannte Big Bags aufgestellt. Dort sollen die Oldesloer ihr Laub direkt hineinwerfen. „Das wäre eine große Erleichterung für die Bauhof-Mitarbeiter“, sagt Blanke und wünscht sich das auch für andere Straßen.

Bürgermeister Lembke betont, dass dort kein anderer Müll entsorgt werden dürfe. „Die Anwohner haben es selbst in der Hand.“ Sollte das Projekt erfolgreich verlaufen, soll es auf andere Bereiche ausgedehnt werden. Die Kosten seien relativ gering. Der derzeitige Personaleinsatz ist laut Jörg Lembke jedesmal viel teurer.

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Leuchtturm Leitstelle

Markt Bad Oldesloe Wochenzeitung   09.09.2020

Der Kreis baut die neue Integrierte Regionalleitstelle Süd ab 2021

Der Kreis hat das Grundstück für die neue Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) im Gewerbegebiet Südost jetzt erworben, nun steht der Umsetzung der ambitionierten Bauplanung nichts mehr im Wege.

Bauamtsleiter Thilo Scheuber (links) und der Ausschussvorsitzende Wolfgang Gerstand (CDU) präsentieren ein Modell der neuen Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe, die 2023 bezugsfähig sein soll. Foto: CDU Stormarn/hfr

Bad Oldesloe (ka). Neben der Daseinsvorsorge für rund 650.000 Stormarner, Ostholsteiner und Lauenburger und gut einer Million Sommergäste auf modernstem Niveau hatten die Planer vor allem die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IRLS im Blick. „Wir wollten ein Umfeld schaffen, in dem sich die Mitarbeiter wohlfühlen, schließlich sind sie 24 Stunden am Tag im Einsatz“, so Wolfgang Gerstand (CDU), Leiter des Stormarner Bauausschusses. In Workshops wurden die künftigen Nutzer des Gebäudes von Anfang an in die Planungen einbezogen. Gerstand lobt die „hervorragende Koordination des Fachbereichs 5“, Bau, Umwelt, Verkehr, von Architekturbüro, Verwaltung, Nutzern und Politik.

Dank großer Glasfronten und Lichtschächte wird die Tageslichtausbeute an den Arbeitsplätzen optimiert, schließlich sind die Teams Tag und Nacht im Einsatz. Das Sicherheitskonzept zur Abwehr von Sabotage und Terror sieht drei Zonen innerhalb des L-förmigen Gebäudes mit verschiedenen Zugangsberechtigungen, Überwachungskameras und doppelte Verkabelung der Notrufanlage vor. Der Kreis setzt bei seinen Immobilien auf hohe ökologische Standards: optimale Energieeffizienz, nachhaltiges Bauen und regenerative Energiegewinnung zur eigenen Nutzung. Das frei stehende Gebäude wird mit einer 50-kWWärmepumpe beheizt, zusätzlich steht ein Gas-Brennwertkessel zur Verfügung, alle wärmeerzeugenden Geräte wie Server speisen in die Gebäudeheizung ein. Flächen- und Fußbodenheizungen übertragen die Heizleistung in die Räume. Das Dach wird zum Teil begrünt, zum Teil trägt es eine 500 Quadratmeter große Photovoltaikanlage mit 95 kWp zur Selbstversorgung der Einrichtung. Das Architekturbüro Trapez aus Hamburg hat den überzeugenden Entwurf geliefert, mit Fachplanern aus 13 Ingenieursdisziplinen soll er bis 2023 umgesetzt werden. 22 Millionen Euro stellt der Kreis Stormarn für sein Prestigeprojekt zur Verfügung, eine Million Euro davon für den Grundstückserwerb. Der Vertrag mit dem Grundeigentümer Peter Eggers wurde am vergangenen Freitag unterzeichnet und notariell beglaubigt. Im Frühjahr können die Bauarbeiten beginnen.

„Der Standort ist extrem wichtig“, so Wolfgang Gerstand: überregional als Knotenpunkt der künftigen Belt-Querung, lokal in unmittelbarer Nachbarschaft zum Energieversorger und zu einem Glasfaser-Hotspot. Mit Blick auf die Zukunft und die zunehmenden Verwaltungsaufgaben des Kreises hatte der CDU-Politiker auf eine zusätzliche Flächenreserve von etwa 2000 Quadratmetern gedrängt, der Kreis erwirbt etwa 14.000 Quadratmeter im Zusammenhang mit der IRLS.

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Bad Oldesloe leuchtet

Markt Bad Oldesloe Wochenendzeitung   12.09.2020

Stadt hat 1,2 Millionen in LED-Leuchten investiert

Die Stadt hat mehr als 2600 Straßenlampen auf LED-Betrieb umgerüstet, eine Investition, die sparen helfen und umweltfreundlich sein soll.

Moderne LED-Straßenlampen in Bad Oldesloe. Fotos: K. Hilmer (2)

Bad Oldesloe (ka). Heller strahlen die 2610 neuen LED-Leuchten im Vergleich zu den ausrangierten Natriumdampfleuchten in Bad Oldesloe, aber nicht grell und ungemütlich. Klaus-Peter Scharnberg, Sachbereichsleiter Tiefbau bei der Stadt, ist zufrieden, auch mit dem Feedback der Bürger, nachdem die ersten Kinderkrankheiten überwunden waren. Entweder die Leuchtmittel fielen am ersten Tag aus oder sie hielten ewig, wisse er. Die Hersteller versprechen eine Lebensdauer von 100.000 Betriebsstunden. Weitere Straßenlampen wurden bereits in den vergangenen Jahren im Zuge der Wartung auf die kostengünstigen LED-Leuchten umgestellt. Die Stadt hat 1,2 Millionen Euro in die neue Beleuchtung investiert, auch die Lampenköpfe und Verkabelung mussten gewechselt werden. Fast ein Jahr haben die Arbeiten im Stadtgebiet rund um Fußgängerzone und Heiligengeist gedauert, dort blieben die alten Lampen drin. Im Zentrum wird über die Lampenfrage im Zuge der Sanierung im Innenstadtbereich nachgedacht.

LED von unten.

Viel Geld wurde in die Hand genommen, um Bad Oldesloe nachts freundlicher und sicherer zu machen. Die Stadt rechnet aber mit Einsparungen im Jahr von rund 150.000 Euro, nicht allein durch den geringeren Stromverbrauch der modernen Leuchtmittel, auch durch weniger Wartung.

„Wir sind mit einer Superamortisationszeit dabei“, freut sich Scharnberg: Sieben Jahre, schätzt der Experte, dann hat sich die Investition bezahlt gemacht.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Probleme mit den Örtlichkeiten

Stormarner Tageblatt  12.09.2020

Stormarner Wochenschau

Probleme mit den Örtlichkeiten

Megi Balzer
Megi Balzer

Susanne Link, Patrick Niemeier und Cordula Poggensee

Luxus-lokus „Wir benötigen mehr Geld“, schallt es regelmäßig aus dem Ahrensburger Schloss, dem Wahrzeichen der Stadt. Doch die spült ihr Geld lieber die Toilette runter. 150.000 Euro hat die Anschaffung des neuen, öffentlichen und barrierefreien „Örtchens“ gekostet. Wenn die Nutzerzahlen und der Preis von 50 Cent konstant bleiben, spült das pro Jahr rund 17.000 Euro aus der Stadtkasse. Natürlich ist Inklusion keine Frage der Ökonomie, aber angesichts der 19 öffentlich nutzbaren, behindertengerechten Toiletten bleibt doch ein bitterer Beigeschmack. Die sind nämlich bummelig von 8 bis 18 Uhr zugänglich – also nur acht Stunden weniger als die neue öffentliche Toilette. Ahrensburg hat seinen Luxus-Lokus also wieder – herrlich, diese Wahrzeichen.

Verständnis „Wir sind ja auch für die Corona-Schutzmaßnahmen, aber…“ hört man in Diskussionen. Zumeist kommt dann die Ergänzung, dass die eigenen Bedürfnisse trotzdem nicht eingeschränkt werden sollten. Rund um die Oldesloer Stormarnhalle köchelt daher ein Streit. Der Bürgermeister hat die Mehrzweckhalle für den Sport gesperrt, die Sportler sehen sich gegängelt, die Lokalpolitik ist unter Druck, weil Sportler potenzielle Wähler sind. Hängen bleibt der erwähnte Eindruck, dass möglichst alles bei einem selbst so sein soll, wie es vor Corona war. Die Pandemie ist aber halt nicht vorbei und nur Kompromisse und Einschränkungen erlauben Ansätze der „Normalität“ – auch im Sport. Da sollte Egoismus zum Wohle der Gemeinschaft dringend zurückstehen.

Dolchstoß Im Ahrensburger Tunneltal treffen sie aufeinander: Vergangenheit und Zukunft. Erstere liegt in Form von ungezählten, archäologischen Exponaten aus der Eiszeit versteckt im Boden – letztere findet sich auf den Blaupausen zur Schnellbahntrasse der S4 bei der Deutschen Bahn. Die hatte zu Beginn der S4-Planungen 2015 am Bahnübergang Brauner Hirsch sogar Probebohrrungen für ein archäologisches Fachgutachten in Auftrag gegeben. Doch auch die enorme Menge neuer Fundstücke sowie die Hochrechnung, dass unglaubliche 260.000 weitere Einzelfunde in dem Tunneltal zu erwarten wären, überzeugten offenbar nicht: Die Bahn plant weiter den viergleisigen Ausbau der Trasse nebst großer Brücke – genau dort, wo auf der Projekt-Grafik der Bahn „Fundplätze: außerordentlich hohe Betroffenheit“ steht. Was bildlich eine Koexistenz zwischen Vergangenheit und Planung vorgaukeln soll, ist in Wirklichkeit ein K.o.-Sieg über die Geschichte. Denn während die Gleise durchaus auch woanders verlegt werden könnten, ist der Gleisausbau im Tunneltal ein Dolchstoß für die „Eiszeit“, denn die historischen Ursprünge der Menschheit können nicht einfach so verlegt werden.

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Flammendes Plädoyer für Öffnung der Stormarnhalle

Lübecker Nachrichten   11.09.2020

Die Sportstätte in Bad Oldesloe ist derzeit wegen Corona für den Vereinssport geschlossen – Der Widerstand wächst

Macht sich stark für die Öffnung der Stormarnhalle: Birga Scholz aus Bad Oldesloe.  Foto: Markus Carstens

Bad Oldesloe. Die Schließung der Stormarnhalle in Bad Oldesloe für den Vereinssport erregt weiter die Gemüter. Handballerin Birga Scholz hielt in der Einwohnerfragestunde der Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses am Mittwoch ein flammendes Plädoyer für eine Wiedereröffnung für die Sportlerinnen und Sportler.

Scholz erhielt auch Unterstützung von der Politik – doch Bürgermeister Jörg Lembke (parteilos) hält weiter an seiner Entscheidung fest. Hintergrund: Die Halle soll – zunächst bis Jahresende – aufgrund der Corona-Krise für größere Veranstaltungen freigehalten werden, der Aus- und Einbau des Spezialbodens sei mit großem Arbeitseinsatz und damit auch hohen Kosten verbunden (die LN berichteten).

„Die Stormarnhalle ist die Haupttrainingsstätte der Handballer von Union Oldesloe“, berichtete Birga Scholz dem Ausschuss. Sie ist nicht nur aktive Sportlerin, sondern auch Trainerin und Mutter zweier Handball-Kinder. Insgesamt sind bei Union etwa 200 Handballer von der Hallen-Schließung betroffen. „Wir verstehen alle die notwendigen Einschränkungen und haben das bisher mit Bravour gemeistert.“ Doch mittlerweile seien alle am Limit. Der Herbst stehe vor der Tür, es werde dunkel und nass. Man könne dann beim Training draußen keinen Ball mehr festhalten. „Die Trainingsabsagen häufen sich, die Eltern haben immer weniger Verständnis“, sagte Birga Scholz. „Wir sind auf eine große Halle angewiesen.“

Die angebotenen Zeiten in den anderen Hallen seien zudem bei Weitem nicht ausreichend. „Wir haben eine prekäre Situation und stellen die Notwendigkeit der Hallenschließung in Frage.“ Nach ihren Recherchen habe lediglich eine Oldesloer Ausschusssitzung in der Stormarnhalle stattgefunden, insgesamt seien es seit Beginn der Pandemie 13 Veranstaltungen gewesen. Es sei bedauerlich, dass der Sport dafür geopfert werde.

Die Stadt Bad Oldesloe ist unterdessen in Gesprächen mit dem Kreis und dem Amt Bad-Oldesloe-Land wegen der Halle der Berufsschule sowie der Halle der Masurenwegschule. Diese ist eigentlich den umliegenden Gemeinden vorbehalten. Doch da Union im Jugendbereich eine Handballgemeinschaft mit Rethwisch gebildet hat, könnten die Kinder dort trainieren. Und auch für andere Sportler aus Bad Oldesloe solle diese geöffnet werden. Birga Scholz hofft, dass Union weitere Zeiten erhält und die Hallenkapazitäten auf alle Vereine und Sparten fair und gerecht verteilt werden. mc

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