Archiv der Kategorie: Presseartikel

Die menschliche Seite der Bewerber

Lübecker Nachrichten   31.05.2016

Großer Andrang herrschte beim Bürgermeister-Talk als Premiere für das neue Klangstadt-Format Quality-Zeit

LN-Kulturhof-2016-05-31Die erste Oldesloer Quality-Zeit mit Moderator Christian Bernardy (r.) mit den vier Oldesloer Bürgermeisterkandidaten: (v. l.) Maria Herrmann, Jörg Lembke, Jörg Feldmann und Sebastian Schulz. Foto: S. Fofana

Bad Oldesloe. Viel Gelächter und Applaus gab es beim letzten gemeinsamen Auftritt die vier Oldesloer Bürgermeisterkandidaten vor der Wahl. Denn bei der Talk-Runde im Kulturhof mit Moderator Christian Bernardy stand der Spaß im Vordergrund.

Quality-Zeit ist der Name der neuen Klangstadt-Sonntagsrunde, die ab September im „KuB“ geplant ist, aber jetzt schon einmal im Kulturhof ihre launige Premiere hatte. „Ich muss nett sein zu den Kandidaten, denn ich bleibe in Bad Oldesloe wohnen und einer von ihnen wird mein Bürgermeister“, kündigte Moderator Bernardy an. Und dann holte er alle einzeln mit Songs wie „Wenn der Schutzmann um die Ecke kommt“, „Maria, Maria“ und „Eins, zwei, Polizei“ auf die Bühne.

Wie sie denn das Stadtfest fanden, wollte er als erstes wissen. „Sehr vielfältig. Ein großes Lob an die Veranstalter“, so Sebastian Schulz. „Da geht ja keiner mit schlechter Laune hin“, glaubte Jörg Feldmann, der „gefühlt runde Füße“ hatte. „Freitag war es sehr schön“, fand Jörg Lembke, der den Sonnabend beim Amtsfeuerwehrfest verbrachte. „Die Auftritte der Nuthouse Flowers und von Quiet Nights habe ich sehr genossen. Die Stimmung war toll“, sagte Maria Herrmann.

Und dann hatte jeder der Kandidaten eine Minute, um sich vorzustellen. „Ich weiß sehr viel über diese Stadt“, unterstrich Maria Herrmann, die hier seit 20 Jahren lebt und seit über zehn Jahren in der Kommunalpolitik aktiv ist. Sie sei „hoch engagiert“. „Ich bin als einziger in Bad Oldesloe geboren“, erläuterte Jörg Lembke. Die Aufgabe würde ihm „viel Spaß machen.“

Jörg Feldmann dagegen sah in einem Externen eine Chance für Bad Oldesloe. Er versprach: „Ich bringe eine Menge Erfahrung mit.“ Sebastian Schulz aus der Initiative „Eltern für Eltern“ will familienfreundliche Bedingungen mit in das Amt nehmen.

Und was würde in ihrer Freizeit oberste Priorität haben? „Die Familie“, lautete für Lembke mit vier Kindern die eindeutige Antwort. Feldmann: „Ich liebe größere Fahrradtouren.“ Zudem habe er „eine Leidenschaft für Sauna und Essen“, so Feldmann. Für Schulz wäre neben der Familie „die Musik der Ausgleich“. Mit der Musik schließt sich Herrmann an, die schon ein Saxophon in Warteposition zu Hause stehen hat.

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Bürgermeisterkandidaten geben der City schwache Noten

Lübecker Nachrichten   31.05.2016

Viele Leerstände, wenig Außengastronomie: Aufenthaltsqualität in Oldesloe muss steigen

Von Britta Matzen

LN-Ihrplatz-2016-05-31Ein Schandfleck im Herzen der Stadt: Die Räumlichkeiten, die einst „IhrPlatz“ gemietet hatte, stehen seit Jahren leer. Foto:B. Matzen

Bad Oldesloe. Bei den vier Bewerbern fürs Bürgermeisteramt kommt Oldesloes Ortszentrum nicht gut weg. Lediglich eine „Vier minus“ vergab Sebastian Schulz bei einer Befragung während der Kandidatenvorstellung in der Festhalle. „Zu viele Leerstände und Stolperfallen, zu wenige Verweilplätze“, bemängelte der parteilose Kandidat. „Vier plus – starker Verbesserungsbedarf“, so das Urteil von Konkurrent Jörg Lembke. Die Schulnote „Drei“ vergab SPD-Kandidatin Maria Herrmann – wegen der vielen Leerstände. CDU-Mann Jörg Feldmann benotete Oldesloes City mit „Drei minus“, „auch wenn sie nicht so schlecht ist, wie sie geredet wird.“

Wenig besucherfreundlich präsentiere sich etwa der Marktplatz, meinten Schulz und Lembke. Dieser sei großflächig mit Pflastersteinen belegt, was zwar optisch ansprechend sei, die Begehbarkeit des Belags sei jedoch bedauerlich schlecht – besonders für gehbehinderte Menschen. Die kleinen Räder von Rollatoren oder Rollstühlen holperten über den Pflasterverband und blockierten in den Fugen.

„Neulich bin ich einer Frau auf dem Wochenmarkt begegnet, die mit ihrem Rollator auf dem Platz gestürzt war“, berichtete Lembke. „Ich könnte mir gut vorstellen, den Marktplatz umzugestalten.“

„Wie möchten Sie denn die City für junge Menschen attraktiver gestalten?“, wollte eine Frau aus dem Publikum wissen. „Ich muss versuchen, Läden wie H&M oder Zara herzuholen, auch mal ein Schnellrestaurant zulassen und für WLan-Hotspots sorgen“, meinte Lembke. „Ganz ehrlich – keiner in meiner Generation wird in die City gehen, weil es einen Hotspot gibt“, antwortete die junge Oldesloerin.

„Es müsste mehr Gastronomie mit Außencharakter geben – so wie das Mocca. Das macht doch den Flair einer Stadt aus“, so Schulz. Die Innenstadt verfüge über so viele schöne Gebäude und Gässchen. „Ich gehe zum Beispiel unheimlich gerne durch die Heiligengeiststraße.“ Aber all das müsse auch mit Leben gefüllt werden. Anwohner würden bei Außengastronomie oft Bedenken haben. „Aber da kann man sicherlich Kompromisse finden.“

Auch die fehlende Vielfalt würden viele Oldesloer beklagen, hat Schulz bei seinen Gesprächen mit Bürgern erfahren. „Zu viele Frisöre, zu viele Dönerläden – kein Wunder, dass viele den Weg auf sich nehmen und nach Hamburg fahren.“ „Atmosphäre und Wohlfühlcharakter – das ist das, was wir alle von Oldesloes City erwarten. Denn keiner will eine tote Innenstadt“, fügte Feldmann hinzu.

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Kandidaten im Endspurt

Stormarner Tageblatt   31.05.2016

Bewerber um Oldesloer Bürgermeisteramt planen bis Sonntag noch Aktionen

Bad Oldesloe

Der Countdown läuft. Nur noch fünf Tage bis zur Wahl. Am Sonntag sind 20 138 Oldesloer zur Wahl eines neuen Bürgermeisters aufgerufen. Die Zeit bis zur Schließung der Wahllokale werden die vier Kandidaten nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Am Sonntag gab es ein letztes „offizielles“ Aufeinandertreffen aller vier Kandidaten. Christian Bernardy hatte während des Stadtfestes zur „Quality Zeit“ in den Kulturhof gebeten. Die Zuschauer bekamen eine sehr unterhaltsame Kandidatenrunde präsentiert. Alles etwas unkonventionell, hier und da etwas holprig, aber unterm Strich: ziemlich witzig! So, wie „Schlagerbernd“ eben ist.

Da veranstaltet er ein Quiz mit den Kandidaten, vergisst aber, die Ergebnisse vorher einzusammeln. Klar haben nachher alle das Richtige auf dem Zettel stehen. Langeweile kam da nicht auf. Bei der launigen Runde ging es hauptsächlich um Humor und Schlagfertigkeit. Inhalte traten in den Hintergrund. Das wird morgen, beim nächsten Aufeinandertreffen der Kandidaten sicher anders werden. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit werden Jörg Feldmann, Maria Herrmann, Jörg Lembke und Sebastian Schulz dann von Schülern der TMS in einer internen Runde befragt.

Und sonst? „Die Ärmel sind immer noch hochgekrempelt“, verrät Sebastian Schulz: „Ich werde noch weitere Aktionen haben.“ Da er aus familiären Gründen keinen Urlaub nehmen konnte – die Tage werden benötigt, um die Schließzeit der Kita mit den Kindern zu überbrücken – fällt es dem Polizeibeamten schwer, Wahlkampf, Dienst, Familie, Hobbys unter einen Hut zu bekommen. Sebastian Schulz: „24 Stunden sind einfach zu wenig.“

Altenheime und Hausbesuche stehen bei Jörg Lembke ganz oben auf der Agenda. „Einige Türen fehlen mir noch, die will ich noch abarbeiten“, sagt er. Mittwoch und Sonnabend plant der Kripobeamte Stände in der Innenstadt. Das muss reichen. „Gegen die Aktivitäten der CDU komme ich eh nicht an. Die machen ja fast jeden Tag was für ihren Kandidaten“, so Lembke: „Das ist eben der Vorteil eines Parteikandidaten.“

Heute Abend bietet Jörg Feldmann (CDU) eine Podiumsdiskussion zum Thema Kultur und Sport im BellaDonnaHaus an. „Hausbesuche, Gespräche und Termine“, zählt er seine weiteren Aktivitäten auf. Während des Wochenmarkts wird er ebenfalls mit einem Stand vertreten sein und „Wahllotto“ anbieten. Dabei gilt es, die Reihenfolge der vier Kandidaten zu tippen sowie das Abschneiden von Jörg Feldmann und die Wahlbeteiligung. Wer richtig liegt, gewinnt eine vom Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann gestiftete BerlinReise. „Sonntagabend ist dann Wahlparty im Laurent“, kündigt Jörg Feldmann an.

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DIESE WOCHE: Munteres Potpourri

Lübecker Nachrichten   26.05.2016

Munteres Potpourri

LN-OlafBartsch-2016-05-29Olaf Bartsch
olaf.bartsch@ln-luebeck.de

Der Ansturm war ungebrochen. Auch bei Kandida ten-Vorstellung Nummer zwei blieben viele Oldesloer vor verschlossenen Türen stehen. Der Platz in der Festhalle reichte wieder nicht aus – die Organisatoren bei der Stadt hatten das Interesse ihrer Bürger an Politik einfach unterschätzt.

Wer zu den glücklichen Zuhörern gehörte, bekam ein zweieinhalbstündiges Potpourri geboten. Die Kandidaten zeigten in ihrer öffentlichen Darstellung durchaus Unterschiede: Maria Herrmann (SPD) liegen die sozialen Probleme und Fragen der Stadt am Herzen. Jörg Feldmann (CDU) betont seinen analytischen Blick von außen. Jörg Lembke (parteilos) besitzt Verwaltungserfahrung als Bürgermeister von Feldhorst und zeigt sich als Mann mit Oldesloer Bodenhaftung. Und Kandidat Sebastian Schulz setzt auf direkten Dialog und Unverbrauchtheit.

Am kommenden Sonntag haben die Oldesloer Bürger die Gelegenheit, das Amt an der Spitze der Stadtverwaltung für die nächsten sechs Jahre zu vergeben. Der Bürgermeister repräsentiert die Stadt nach außen, bereitet Entscheidungen für die Stadtverordneten vor und setzt sie um. Der Macht ist also begrenzt, doch ein guter Mann/eine gute Frau auf dem Posten kann der Entwicklung der Stadt neuen Antrieb geben. Die Oldesloer sollten diese Chance nutzen.

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Polizeidirektor auf dem Sprung

Lübecker Nachrichten   28.05.2016

Bürgermeisterwahl in Bad Oldesloe am 5. Juni – Zu Besuch bei CDU-Kandidat Jörg Feldmann

Von Dorothea von Dahlen

LN-JF1-2016-05-28Kunstvoll konstruierte Krimis wie die von Frank Schätzing gefallen Jörg Feldmann ganz besonders. Die mitunter sehr dicken Wälzer beginnt er aber erst, wenn klar ist, dass er genug Zeit hat, sie in einem Rutsch durchzulesen. Fotos: von Dahlen

Ahrensburg/Bad Oldesloe.   My home is my castle, schwärmen die Briten. Dieses Bonmot vom heimischen Schloss würde Jörg Feldmann derzeit nicht ohne weiteres im Munde führen.

Klein, kompakt, auf engem Raum – diese Eigenschaften träfen wohl eher auf seine möblierte Wohnung im Süden Ahrensburgs zu. Und bei den Inselbewohnern fände allenfalls der gut gepflegte Garten Anerkennung, in dem der 58-Jährige gern zur Entspannung sitzt.

Doch für Feldmann ist das bescheidene Quartier nur eine Übergangsstation, gewissermaßen ein Trittstein am Scheideweg. Der Polizeidirektor leitet die Forschungsabteilung polizeiliche Gefahrenabwehr beim Fraunhofer-Institut und pendelt seit zweieinhalb Jahren zwischen Stormarn und Berlin hin und her. Als er vor einigen Monaten vom CDU-Landesverband als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters in Bad Oldesloe vorgeschlagen wurde, legte er die Pläne, sich wieder ein festes Zuhause zu schaffen, sofort auf Eis. Wenn er gewählt werde, ziehe er nach Bad Oldesloe, sagt der Kandidat.

„Ich habe hier vorerst auch alles, was ich brauche. Nur kochen kann ich nicht richtig“, sagt Feldmann mit Blick auf die beiden gusseisernen Herdplatten. Zu seinen Lieblingsgerichten gehören Gulasch mit Nudeln und alles, was sich in der Pfanne zubereiten lässt. Die Leidenschaft für Fleisch könne er nicht verleugnen, auch wenn dies oft zu Diskussionen mit seinem ältesten Sohn führe. „Ole ist Veganer. Ich akzeptiere das. Aber manchmal halte ich ihm auch Vorträge. Als Vater tut es mir weh, wenn ich sehe, dass er sich nicht gesund ernährt“, sagt Feldmann. Während sein Ältester ein Superabitur hingelegt habe und Umweltwissenschaften studiere, sei der jüngere etwas pragmatischer. „Malte geht bald zur Bundeswehrhochschule. Begeisterung hat das bei mir auch nicht ausgelöst. Man zieht doch keine Kinder groß, um zu erleben, dass sie sich später die Birne wegschießen lassen“, sagt Feldmann.

Er selbst stammt aus einer Handwerkerfamilie: Vater Heizungsingenieur, Großvater Hufschmied. Wenn es nach den Eltern gegangen wäre, hätte er den heimischen Betrieb übernehmen sollen. Mit seinem Wunsch, in den öffentlichen Dienst zu gehen, war Feldmann der Exot in der Familie. Aber als Erstgeborener kam ihm ohnehin die Rolle des Vorreiters zu. „Ich war immer derjenige, der die Rechte durchkämpfen musste. Das ging los mit dem Mofafahren über Discobesuche bis hin zur Urlaubsreise ohne Eltern“, erinnert sich Feldmann.

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