Archiv der Kategorie: Presseartikel

Stadtfest auf der Kippe

Stormarner Tageblatt   06.11.2015

Oldesloer Sozialausschuss lehnt einen Haushaltsbeschluss über Veranstaltungsetat ab

Bad Oldesloe

Das sieht nicht gut aus für das Oldesloer Stadtfest. Erneut haben sich die Mitglieder des Sozialausschusses geweigert, das von der Verwaltung beantragte Geld für Veranstaltungen zu bewilligen. 10 000 Euro Zuschuss für den Veranstalter des Stadtfestes standen besonders in der Kritik. Damit ist fraglich, ob die große Feier im kommenden Mai überhaupt stattfinden kann.

„Warum übernimmt die Stadt das unternehmerische Risiko eines kommerziellen Veranstalters?“, eröffnete Carsten Stock (SPD) das Feuer. Die Antwort von Kulturmanagerin Inken Kautter kam sofort: „Wir finden keinen Veranstalter, der das ohne Zuschuss macht.“ Der sei der Firma Tiedemann Art Production vertraglich zugesagt worden.

Bürgermeister Tassilo von Bary holte etwas aus. „Früher hat uns das Stadtfest 50 000 DM gekostet“, erklärte er. Auch der Verein altStadt habe 5000 Euro Zuschuss und für Notfälle eine Bürgschaft über 5000 Euro erhalten. Vorstandsmitglied Sabine Stock stellt es allerdings etwas anders dar. Der Verein habe maximal 4000 Euro zweckgebunden für das Programm im Kulturhof erhalten – das musste sehr detailliert beantragt werden und durfte maximal die Hälfte der Kosten ausmachen. Für das Stadtfest 2016 gibt es aber keine Kalkulation. In der Sitzungsvorlage steht bei Kosten lediglich pauschal 76 000 Euro. Das sei „absolut über den breiten Daumen geschätzt. Zurzeit übersteigt die Ausgaben- noch die Einnahmenseite“, so Inken Kautter. Der einzige feststehende Posten sei 20 000 Euro für das Bühnenprogramm.

Die CDU ist von dem Zuschuss ebenfalls nicht überzeugt. „Da kommen ja noch 7000 Euro Bauhofleistungen dazu. Dann sind wir bei roundabout 25 Prozent“, monierte Gudrun Möllnitz. Da half es auch nichts, dass die Kulturmanagerin darauf verwies: „So ein Stadtfest ist kein Goldtopf am Ende des Regenbogens.“ Ohne Zuschuss werde der Veranstalter das Stadtfest sicher nicht organisieren. Angesichts der unklaren finanziellen Sicherheit sei fraglich, ob das Stadtfest überhaupt wie geplant vom 27. bis 29. Mai stattfinden könne.

Die Argumente gingen hin und her. Angela Fehrmann (CDU) machte den Vorschlag: „Bei den Bierständen – da kann man bestimmt noch preisgestalterisch dran drehen.“ Und Gudrun Möllnitz stellte klar: „An manch anderer Stelle verlangen wir von Antragstellern sehr genaue Angaben und hier sollen wir das Geld einfach so raus hauen.“

Auch eine Sitzungsunterbrechung brachte keinen Durchbruch, aber immerhin einen kleinen Hoffnungsschimmer. „Wir wollen heute keinen Beschluss fassen“, erklärte Rosemarie Behrend (SPD). Ein gewisser zeitlicher Druck sei unbestritten, deshalb erwartet die Politik, dass bis zur Stadtverordnetenversammlung eine ausführliche Sitzungsvorlage präsentiert werde mit einer Darstellung des Konzepts und einer Kalkulation, „um erkennen zu können, wo wir eventuell kürzen können“. Das wurde einstimmig angenommen.

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Freude in Kitas: Stadt gibt weiteres Geld

Lübecker Nachrichten   06.11.2015

Bad Oldesloe übernimmt zusätzliche Personalkosten für Erzieher – Damit werden Schließzeiten nicht verlängert

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Ein gutes Ende haben die Diskussionen um die Personalkosten an Oldesloer Kindertagesstätten gefunden: Zwei Jahre lang hatte es darüber Auseinandersetzungen zwischen Stadtverwaltung und Eltern sowie Kita-Trägern gegeben. Letztere hatten im Juli sogar damit gedroht, die jährliche Schließzeit zu erhöhen, damit die Erzieherinnen ihren Verpflichtungen jenseits der reinen Kinderbetreuung nachkommen können. Zugleich sollten so krankheitsbedingte Engpässe besser aufgefangen werden. Dies konnte während der jüngsten Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss unter Beifall zahlreicher Gäste von der Initiative Eltern für Eltern abgewendet werden.

Neun Oldesloer Kita-Träger hatten den Antrag eingereicht, die Stadt möge die Personalkosten der Erzieherinnen im Krankheitsfall vom ersten Tag an übernehmen. Rosemarie Behrend (SPD) zeigte sich erstaunt, wie umfangreich die Aufgaben der Kita-Angestellten sind. „In den vergangenen zehn bis 15 Jahren ist die Verwaltungsarbeit ja enorm angewachsen“, sagte sie und bedankte sich beim zuständigen Arbeitskreis für die detaillierte Aufstellung der zusätzlichen Tätigkeiten von Erziehern.

„Die Neuregelung ist wirklich überfällig. Man sieht immer nur die praktische Arbeit mit Kindern, was noch dahinter steht nicht“, sagte auch Dagmar Danke-Beyer (Grüne). Auch sie sprach sich ebenso wie Gudrun Möllnitz (CDU) dafür aus, die so genannte Verfügungszeit der Erzieherinnen zu erhöhen.

Kritische Töne wurden indes aus den Reihen der Freien Bürger für Bad Oldesloe laut. Ausschussvorsitzende Annelie Strehl (FBO): „Auch wenn ich den Zorn aller auf mich ziehe. Ich meine, für die Verfügungszeiten sind der Kreis Stormarn und das Land zuständig.“ Bad Oldesloe leide unter einem hohen Schuldenstand, der die Leistungsfähigkeit stark einschränke. Darüber hinaus sei die Stadt auch nicht der richtige Ansprechpartner in dieser Frage. Deshalb hat Strehl nach eigenen Angaben einen Antrag an den Petitionsausschuss des Landes gestellt, um die Angelegenheit klären zu lassen. Ungeachtet dessen stimmten die Ausschussmitglieder mehrheitlich für den Antrag der Kita-Träger.

Sehr zur Freude der Initiative Eltern für Eltern, die sich im Frühjahr gegründet hatte, um sich für familienfreundlichere Bedingungen in der Kreisstadt einzusetzen. Dazu zählte auch die Abschaffung der Regelbeitragsstufe, die ebenfalls am Mittwochabend im Ausschuss beschlossen wurde. Neben einer Begrenzung der Elternbeiträge hatte die Gruppe gefordert, alles daran zu setzen, dass die Qualität der Kinderbetreuung in Bad Oldesloe nicht leidet.

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Ob es 2016 ein Stadtfest in Bad Oldesloe gibt, ist ungewiss

Lübecker Nachrichten   06.11.2015

Kommunalpolitiker lehnen den beantragten Zuschuss für die kommerziell organisierte Veranstaltung ab

Bad Oldesloe. Ob es 2016 ein Stadtfest in Bad Oldesloe geben wird, ist ungewiss. An der Finanzierung ist im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss heftige Kritik geübt worden. Die Mitglieder stießen sich daran, dass der Eventagentur, die das Ereignis ausrichten soll, ein Zuschuss von 10 000 Euro gewährt werden soll.

„Ein Unternehmer muss sein Risiko selbst tragen. Wir sollten jemanden finden, der es ohne Beteiligung der Stadt macht“, sagte Carsten Stock (SPD). Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) hielt dem entgegen, dass die Stadt bisher jedes Mal 50 000 Euro zugeschossen habe. Gudrun Möllnitz (CDU) gab zu bedenken, dass beim Zuschuss weitere 7000 Euro hinzugerechnet werden müssen, da auch der Bauhof mitwirke. Sie empfahl, noch einmal mit der Agentur zu sprechen, ob es nicht eine sparsamere Variante gibt. Denn allein für Bands habe sie 20 000 Euro eingeplant.

Dagmar Danke-Beyer (Grüne) merkte an, dass sich die Stadt bei vielen kommerziellen Aktionen finanziell beteilige, davon spreche aber niemand. Das Fest sei eine Werbung für die Stadt und die Aus
gabe somit gerechtfertigt.

„Niemand hat zugestimmt, dass eine private Agentur engagiert werden soll“, warf Jens-Peter Friese (SPD) ein. Der Ausschuss werde nur mit den Kosten konfrontiert. Bürgermeister Tassilo von Bary räumte ein, dass es ein Fehler gewesen sei, die Politik nicht rechtzeitig zu informieren. „Aber wir haben sehr spät eine Absage von den Vereinen bekommen. So waren wir gezwungen, schnell auszuschreiben, damit es überhaupt ein Stadtfest gibt“, betonte von Bary.

Kulturmanagerin Inken Kautter sagte, die Agentur gebe mehr Geld aus für das Programm, als sie einnehme. Zudem habe sie der Stadt zugestanden, dass Vereine und Verbände einen Teil der Flächen, die sonst für Stände verpachtet werden könnten, nutzen dürften. Auf die Frage, ob es ein Konzept gebe, an dem sich die Ausgaben messen lassen, erklärte Kautter, die Agentur arbeite daran fieberhaft. Letztlich votierte die Ausschussmehrheit dafür, das Thema bis zur Stadtverordnetenversammlung zu vertagen. Bis dahin solle das Konzept vorliegen. „Ich muss der Agentur den Beschluss mitteilen. Es kann sein, dass sie jetzt nicht weiterarbeitet und das Stadtfest 2016 ausfallen muss“, sagte Kautter.

„Wir haben einen unterschriebenen Vertrag und das Vertrauen der Stadt. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Oldesloern ein tolles Stadtfest für Bad Oldesloe auf die Beine zu stellen“, sagte gestern Agenturchefin Christine Tiedemann. „Es ist bedauerlich, dass wir bisher gegen viel Widerstand ankämpfen mussten. Wir hoffen darauf, in Zukunft mit breiter Unterstützung all unsere Kräfte für das Gelingen eines wunderbaren Stadtfestes bündeln zu können.“   dvd

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Innenstadt: Handeln ist angesagt

Stormarner Tageblatt   04.11.2015

Wie geht es weiter mit dem Marketing? Es gibt ein riesengroßes Loch / Erste Gespräche mit Bürgermeister von Bary

Bad Oldesloe

ST-Marketing-2015-11-04Hier stand die rote XXLTüte des WirVereins: Günter Knubbe (Wir) und Marco Schmidt (Wir, IG Handel) umarmen die imaginäre Tüte auf dem Oldesloer Marktplatz.   Foto: niemeier

Der Arbeitskreis Hude lädt am Freitag, 6. November, zum Laternenumzug ein. Bereits ab 15 Uhr dürfen im Zelt auf der Hude Laternen gebastelt werden – das benötigte Material stellt der Arbeitskreis zur Verfügung, nur eine AABatterie muss jedes Bastelkind mitbringen. Auch eigene Laternen sind willkommen. Angeführt von der Marching Band Stormarn Magic und der Jugendwehr geht es ab 18 Uhr durch die Fußgängerzone.

Und was kommt dann? Wie geht es weiter mit dem InnenstadtMarketing? Die Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) befindet sich in der Abwicklung – von der wird nichts mehr kommen.

Der AK Hude hat mit dem Weggang von Stephan Schubert offensichtlich Herz und Motor verloren – ob die Gruppe über den Laternenumzug hinaus eine Zukunft hat, ist fraglich. Der aktuelle Kopf des AK, Marco Pless, wollte sich zum Fortbestand nicht offiziell äußern.

„Nach der Liquidation der GOK gibt es ein riesengroßes Loch“, findet Armin Andres, amtierender Vorsitzender des MarketingVereins „Wir“. „Ich sage unsere Unterstützung zu, aber einen verkaufsoffenen Sonntag zu stemmen, ist ein riesengroßes Gewicht. Wir wollten sowas von vornherein nicht machen.“ Der Weihnachtsmarkt auf dem Mühlradplatz, den Wir dieses Jahr ausrichtet, sei eher eine Ausnahme.

„Es wird sicherlich mal Veranstaltungen geben, bei denen wir als Hilfe einspringen. So wie bei dem Weihnachtsmarkt. Aber generell ist das nicht unser Hauptthema“, sagt auch Günter Knubbe von „Wir“. Der Verein betont immer wieder eher Ideengeber zu sein. „Wir“ denkt daher, was die Innenstadt betrifft, schon voraus. „Wenn im nächsten Jahr der neue Nahversorger auf dem ehemaligen Postgelände eröffnet, wird das ein Magnet sein. Das wollen wir nutzen, um Akzente für die Innenstadt zu setzen“, so Andres.

Doch wie geht es aktuell weiter? „Im Moment sind wir Veranstalter für die Aktionen in der Innenstadt“, beklagt Bürgermeister Tassilo von Bary. Solange das nur eine Formalie wegen Haftungsfragen sei, habe er da nichts gegen. Die Realität sehe anders aus. „Joachim Wiebers vom Veranstaltungsmanagement muss ganz schön wirbeln. Das kann nicht sein. Aktionen, die den Handel beleben, sind eigentlich auch Aufgabe des Handels“, macht er eine klare Ansage.

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Fotoshooting im Theaterkostüm

Lübecker Nachrichten   03.11.2015

Grünkohlessen und weitere Aktionen sorgten für Unterhaltung beim verkaufsoffenen Sonntag in Bad Oldesloe

Von Susanna Fofana und Dorothea von Dahlen

LN-VOS-2015-11-03Beim Fotoshooting in den historischen Badomat-Kostümen mit Fotograf Johann Jessen hatte Walter Albrecht viel Spaß. Fotos: S. Fofana(2)/von Dahlen

Bad Oldesloe. Beim Grünkohlessen auf dem Oldesloer Marktplatz zum verkaufsoffenen Sonntag war Schlangestehen angesagt. „Gefühlt mehr als im letzten Jahr“, sagte Koch Rainer Hinz. Insbesondere am Anfang habe es mehr Andrang gegeben. Insgesamt ließen sich die Oldesloer und Gäste 680 Grünkohl-Portionen schmecken.

Klaus-Jürgen Rasche war extra aus Eichede angereist und reihte sich geduldig in die Warteschlange ein. „Grünkohl ist eines meiner Lieblingsgerichte“, verriet er. Bloß seine Frau ging leer aus: Das grüne Wintergemüse ist einfach nicht ihr Ding.

„Der Grünkohl muss zwei Mal gekocht werden“, erklärte der Oldesloer Koch Rainer Hinz. Knapp 200 Kilo Kohl und 220 Kilo Kartoffeln wurden verspeist. Die kleinen runden Kartoffeln zum Gericht bruzzelten im Zelt auf dem Marktplatz frisch in zwei großen Pfannen. Immer wieder waren die Fleischbeilagen ausgeteilt und Rainer Hinz musste Kasslerscheiben nachschneiden.

Nebenan präsentierte der Oldesloer Theaterverein Badomat sein erstes Fotoshooting in historischen Kostümen. Die Idee kam gut an: „Es macht Spaß und ist witzig“, freute sich Vorstandsfrau Ilona Rehme. Der Oldesloer Fotograf Johann Jessen war bei der Aktion auf Spendenbasis mit im Boot. Fünf bis 20 Euro gaben die „Models“ freiwillig – ein echtes Schnäppchen für ein professionelles Fotoshooting.

Walter Albrecht zwängte sich in das gelbe Kommissar-Kostüm aus dem jüngsten historischen Oldesloer Theater-Stück. Das Publikum amüsierte sich, als seine Strümpfe rutschten. Eine Strumpfhose, wie in der Theateraufführung, war für das schnelle Fotoshooting zu aufwändig. „Es gefällt mir sehr gut“, sagte Siegfried Plambeck, der in das Bürgermeister-Kostüm geschlüpft war. Ob er sich wohl nächstes Jahr in Bad Oldesloe bewerben wird? Die Shooting-Einnahmen in Höhe von 200 Euro kommen dem Verein Lebensweg zugute.

Einige Kostüme aus dem Fundus und Bücher wurden zugunsten des Badomat-Vereins selbst verkauft.
„Wir müssen anfangen, für das nächste Projekt zu sparen“, so Rehme. Das soll 2018 auf die Bühne kommen. Entschieden ist noch nichts. Aber unter den drei Ideen ist ein Mittelalter-Stück bisher der Favorit bei den Mitgliedern.

Gegen Nachmittag wurde es auch in der übrigen Innenstadt voll. Viele genossen es, bei dem schönen Herbstwetter noch einmal draußen zu sitzen und bei einem Kaffee oder Tee das bunte Treiben zu beobachten. Etliche Besucher nutzten die Zeit auch zum Einkaufen und liefen mit den roten Oldesloe-Einkaufstüten durch die Stadt oder deckten sich bei den Wochenmarktbeschickern mit Obst und
Gemüse, Blumen oder Fisch ein. Die kleinsten Gäste waren aus den Mini-Autoscootern der Kinderfahrschule Stengel nicht wieder herauszubekommen.

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