Archiv der Kategorie: Presseartikel

KuB eröffnet im September

Stormarner Tageblatt   19.12.2015

Fassadenbau kommt wegen milder Temperaturen gut voran / BeerJaacovWeg muss gesperrt werden

Bad Oldesloe

ST-KuB-2015-12-19Historisch und neu: Die Glasfassade vor dem ehemaligen Bad Oldesloer Amtsgericht ist fast geschlossen. Foto: Olbertz

 „Privat liebe ich ja den Schnee“, gibt Oldesloes Kämmerin Mandy Treetzen unumwunden zu. Aber als Projektleiterin für das KuB freut sie sich aktuell über die deutlich zweistelligen Plusgrade. Das sind nämlich ideale Voraussetzung, damit die Bauarbeiter die neue Fassade vor dem Amtsgericht fertig bekommen. Die Glaselemente werden geklebt und zum Aushärten wird eine Temperatur von mindestens fünf Grad benötigt. Deshalb ist Mandy Treetzen guter Dinge: „Die Fassade wird wie geplant noch vor Weihnachten fertig.“ Das ist wichtig, damit der Innenausbau planmäßig fortgeführt werden kann. Die Projektleiterin geht davon aus, dass der Terminplan gehalten werden kann. Nach wie vor gilt für die Fertigstellung Frühjahr 2016. „Das Frühjahr endet am 21. Juni“, so Treetzen.

Das bedeutet aber nicht, dass es dann auch gleich genutzt wird. Weit gefehlt. Der Eröffnungstermin ist jetzt definitiv auf das Wochenende 2. und 3. September gelegt worden. Treetzen: „Wir nehmen das KuB nicht vorher in Betrieb, denn wir haben ja auch noch das historische Rathaus, das gemacht werden muss. Und die Straßenbaumaßnahme geht ja ebenfalls los.“ Außerdem würden VHS und Musikschule in die Sommerpause gehen. Vorher wäre es terminlich sehr eng geworden. Sie sollten stattdessen ihre neuen Räume lieber in Ruhe beziehen können.

Der fragile Terminplan kann aber noch gehörig durcheinander gewirbelt werden. „Das Wetter muss mitmachen“, betont Treetzen: „Wenn wir demnächst noch drei Monate knackigen Frost bekommen, ist sowieso alles vorbei.“ Der BeerJaacovWeg wird komplett, also auch für Fußgänger, gesperrt werden müssen. „Als erstes müssen da die Stadtwerke und die VSG rein“, sagt die Kämmerin. Neue Leitungen, das bedeutet große tiefe Gräben – und das, obwohl parallel auf der Amtsgerichtsbaustelle weitergearbeitet wird. „Damit erst 2017 anzufangen – da hätten wir dem KuB keinen Gefallen mit getan“, begründet die Fachfrau die Terminwahl.

„Wir habe es geschafft, dass die Marktbeschicker anschließend wieder in den BeerJaacovWeg rein können“, erklärt Mandy Treetzen. Für die Entwicklung des Wochenmarkts ist das sicher eine positive Nachricht.

Andreas Olbertz
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Hindernisparcours Innenstadt

Stormarner Tageblatt   19.12.2015

ST-Rolli-2015-12-19Ja, am Anfang war es noch ein Spaß, doch spätestens auf dem Oldesloer Wochenmarkt wich auch beim Letzten das Grinsen einem verkrampften Gesichtsausdruck – mit einem Rollstuhl über den Marktplatz zu rollen, ist ein Knochenjob und selbst, wenn man geschoben wird, kaum zu bewältigen. Das Stormarner Tageblatt hat Oldesloer Politiker zu einem besonderen Stadtrundgang eingeladen: Per Elektromobil, Rollstuhl oder Gehwagen ging es vom MohrParkplatz durch die Fußgängerzone zum Wochenmarkt.

Martina Sämann, Geschäftsführerin von Teremed Nord, hat für dieses Experiment eine kleine Flotte von Fahrzeugen zur Verfügung gestellt: Einen Rollator, einen handbetriebenen Rollstuhl, einen elektrischen und einen EScooter. HansWerner Harmuth, Stormarner DAKChef, hat eigens für diesen Termin einen „AlterssimulationsAnzug“ organisiert. Hendrik Holtz (Linke) als jüngster in der Gruppe wird dafür auserkoren. Gesundheitsmanagerin Marion Kuhlberg legt ihm die Ausrüstung an. 25 Kilo zusätzliches Gewicht simulieren ein Plus von 30 Jahren. Bandagen an Knie- und Armgelenken schränken die Beweglichkeit ein, spezielle Schuhe sorgen für einen unsicheren Gang, Seh- und Hörvermögen werden ebenfalls künstlich eingeschränkt. Maria Herrmann (SPD) nimmt im ElektroRolli Platz – joystickgesteuert geht es problemlos voran. Hartmut Jokisch lässt sich im EScooter nieder. Kurze Einweisung in die Bedeutung der Knöpfe. „Was? Das soll die Hupe sein? Da ist mein Lachen ja lauter“, amüsiert sich der Grünenpolitiker über das Gefährt. CDUUrgestein Uwe Rädisch greift beherzt zum Rollator. Den kenne er von seiner Frau. FriedrichKarl Kümmel (FBO) absolviert den ersten Teil der Strecke im Rollstuhl. Wolfgang Schmidt kommt zu Fuß mit. Auf geht’s Richtung HeiliggeistViertel.

  „Kanten immer möglichst senkrecht anfahren“, rät Fachfrau Sämann, weil ein Rollstuhl andernfalls leicht umkippen könnte. Erste Brücke – kein Problem. Doch am Übergang zum Blauen Haus ist Endstation. Die Brücke ist wegen der auf die Planken aufgeschraubten RutschSchutzLeisten quasi unpassierbar. Uwe Rädisch macht vor, wie es trotzdem klappt. Er hebt seinen Rollator kurzerhand an. Allgemeines Gelächter: Wer das kann braucht das Hilfsmittel wohl kaum. Hendrik Holzt schafft den Aufstieg nur mit Mühe, muss sich am Geländer festhalten. Wie Sozialarbeiter Wolfgang Schmidt erklärt, gäbe es eine Alternative zu den Leisten: „In Segeberg erzielt man den gleichen Effekt mit sandigen Streifen, quasi aufgeklebtes Schmirgelpapier.“

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Kalkulation ohne Leckerlis

Stormarner Tageblatt   16.12.2015

Kritik an neuer Gebührensatzung für den Winterdienst / Politiker beschließen Erhöhung

Bad Oldesloe

ST-Winter-2015-12-16Kleines Räumgerät für enge Nebenstraßen verursacht hohe Kosten bei den Anliegern.  Foto: st

„Das ist doch ein schlechter Witz. Die Struktur kann so nicht wahr sein“, erregte sich Horst Dieckmann während der Einwohnerfragestunde der Stadtverordnetenversammlung über die geplante neue Gebührensatzung für die Straßenreinigung. Er zitierte aus der Sitzungsvorlage, dass sich die Gebühren für Anlieger von so genannten nachrangigen Straßen „deutlich“ erhöht. Dieckmann: „Wenn man mehr als 300 Prozent so nennen will … ich würde das immer tun. Das hat mir die Mütze vollends einen Meter hoch getrieben. Wir Nachrangigen zahlen die höhere Gebühr und bekommen nichts.“

Diesen Eindruck hatten die Politiker während der Sitzung des Bauausschusses auch schon (wir berichteten), aber der Sachverhalt konnte von Kämmerin Mandy Treetzen geklärt werden. Jetzt versuchte sich Bürgermeister Tassilo von Bary an der komplizierten Materie: „Das Problem ist, dass wir seinerzeit mit 78 Cent viel zu wenig kalkuliert hatten.“ Nach drei Jahren werde jetzt spitz abgerechnet. „In dem Bereich sind zu viele Schulden aufgelaufen“, versuchte es auch FinanzausschussVorsitzende Birgit ReichardtMewes mit einfachen Worten: „Es war eine massive Änderung und wir hatten zu wenig Erfahrung. Dieses Minus muss jetzt raufgeschlagen werden.“ Anlieger der nachrangigen Straßen haben in den zurückliegenden drei Jahren 78 Cent pro Meter Grundstückskante für den Winterdienst bezahlt. Inzwischen kalkuliert die Verwaltung den tatsächlichen Bedarf aber mit 1,70 Euro.

Um den in der Vergangenheit aufgehäuften Verlust aber wieder herein zu bekommen, werden noch 89 Cent aufgeschlagen. Deshalb müssen zukünftig statt 78 Cent 2,59 Euro berappt werden. Darin manifestiert sich auch, dass in den kleineren Nebenstraßen ein größerer Aufwand betrieben werden muss, was die Kosten zusätzlich hoch treibt. Zum Vergleich: Bei den Hauptstraßen lag die Kalkulation nur um 11 Cent daneben. In der Fußgängerzone war in den zurückliegenden Jahren sogar zu viel abgerechnet worden – die Anlieger bekommen jetzt 1,49 Euro gutgeschrieben. Horst Dieckmann äußerte den Verdacht, bei der Einführung der neuen Satzung seien die Kosten bewusst klein gerechnet worden. Ein Leckerli, um zu verhindern, dass die Betroffenen auf die Barrikaden gehen – schließlich waren die Anlieger vorher selber für den Winterdienst in ihrer Straße zuständig und mussten dafür nichts zahlen. Die Antwort von Bürgermeister von Bary fiel kurz aus: „Wir arbeiten nicht mit Leckerlis.“

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Höhere Gebühr für Bücherei abgelehnt

Stormarner Tageblatt   16.12.2015

Bad Oldesloe

Was ist uns die Bücherei eigentlich wert? Im Rahmen der Haushaltsberatungen hatte die CDU den Vorschlag gemacht, die Benutzungsgebühr um 5 Euro jährlich zu erhöhen. Dieser Vorschlag war mehrheitlich in den Sozialausschuss verwiesen und dort abgelehnt worden. Jetzt mussten die Stadtverordneten über die neue Satzung entscheiden.

Unstrittig waren redaktionelle Änderungen der Satzung. So wird bei den Ermäßigungsgründen der Wehr- und Zivildienst immer noch angeführt. Diese Begriffe sollen durch Freiwilligendienste ersetzt werden. Zusätzlich wird der Kreis um die Leistungsempfänger laut Sozialgesetzbuch III erweitert.

Bei der Frage der Gebühren klafften die Meinungen aber auseinander. Die CDU hatte angeregt, die Gebühren von 15 auf 20 Euro anzuheben. Da sieht die Verwaltung aber eine psychologische Grenze überschritten. Sie plädierte für eine „moderate“ Anhebung um 3 Euro. „Bildung sollte keine Frage des Geldbeutels sein“, argumentiere Hendrik Holtz (Linke). Gudrun Möllnitz (CDU) hielt dagegen, dass die Bücherei gerade bei den OnlineServices zugelegt habe. „Da wäre es nur folgerichtig, die Gebühren anzuheben“, fand sie. Hajo Krage (SPD) machte deutlich, dass die Erhöhung nicht „moderat“ sei, sondern 20 Prozent ausmache. „Gerade bei einem Bildungsangebot ist das nicht tragbar.“ Gegen die Stimmen von CDU und FDP wurde die Gebührenerhöhung abgelehnt.

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Lesermeinung: SPD-Kandidatin neigt zum Polarisieren

Lübecker Nachrichten   15.12.2015

Zur Kandidatur von Maria Herrmann für das Bürgermeisteramt:

Maria Herrmann hat als erste ihre Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Bad Oldesloe angemeldet. Mich als Außenstehenden hat es überrascht, dass die SPD keinen geeigneteren Kandidaten gefunden hat. Ein Bürgermeisterkandidat sollte nicht nur über besondere fachliche Qualitäten verfügen, sondern vor allem auch imstande sein, über Parteigrenzen hinweg moderierend und im Umgang mit Menschen – Bürgern und Mitarbeitern – ausgleichend zu wirken. Gewisse Verhaltensweisen in letzter Zeit haben allerdings gezeigt, dass Frau Herrmann diese Tugenden abzugehen scheinen, sie vielmehr dazu neigt, Gegensätze zu schüren und zu polarisieren. Offensichtlich um ihr linkes Profil öffentlichkeitswirksam zu schärfen und zur eigenen ideologischen Selbstvergewisserung, hat sie mit Gehilfen aus anderen Parteien einen Streit über die Umbenennung der Hindenburgstraße vom Zaun gebrochen. Als sie ihr Ziel nicht erreichte, war sie nicht fähig, diese Niederlage „sportlich“ zu nehmen. Stattdessen hat sie nach der Abstimmung in einer Art Wählerbeschimpfung öffentlich die Bürger, die gegen die Umbenennung gestimmt haben, der Sache nach für dumm, ungebildet und deswegen zusätzlicher politischer Belehrung für dringend bedürftig erklärt.

Eine Politikerin, die Bürger, welche es wagen, eine andere Meinung zu vertreten als sie selbst, derart herablassend und besserwisserisch abkanzelt, stellt unter Beweis, dass sie nicht taugt für das Amt des Bürgermeisters.

Hans-Jürgen Telschow, Bad Oldesloe

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