Diesmal war’s extrem spannend

Stormarner Tageblatt   06.07.2018

Prächtiges Vogelschießen in der Kreisstadt / Erst in der Verlängerung fiel bei den Jungen der Königsschuss

Patrick Niemeier und Susanne Rohde Bad Oldesloe Spielmannszüge und Blumenschmuck, Armbrust und Holzvogel, Fähnchen und Verkehrssperrungen – es war wieder Vogelschießen in der Kreisstadt. Das größte und beliebteste Fest nach dem Oldesloer Stadtfest lockte gestern wieder mehrere tausend Besucher in die Innenstadt und auf den Exer. Mehr als 3000 Kinder, Jugendliche und Lehrer zogen vormittags durch die Stadt, wie immer mit buntem Blumenschmuck und in abenteuerlichen oder witzigen Verkleidungen. Erstmals wurde der Schülerumzug der Schule am Masurenweg auf dem Fußweg unter der Bahnunterführung der Ratzeburger Straße entlang geführt, und nicht wie in den Vorjahren direkt auf der Straße und an den wartenden Autokolonnen entlang.

Zurück zu den Wurzeln „Back to the roots“ konnte man das Motto der Grundschulen nennen, die allesamt in aufwändiger Handarbeit und mit Eichenlaub und bunten Blumen gestaltete Blumenbügel trugen, denn traditionsgemäß ist das Kinder-Vogelschießen ein Blumenfest. Die Jungen tragen Stöcke, deren Spitzen mit Blumen geschmückt sind, die Mädchen haben Blumenkränze im Haar und tragen Körbe mit Blümchen, die sie an die Passanten verteilen. Und natürlich dürfen auch die Bonbons nicht fehlen, die an kleine Kinder verteilt werden. Auch Schleswig-Holstein-Fähnchen sind natürlich ein Muss, diesmal fielen sie besonders ins Auge, denn die Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe nutzt die Gunst der Stunde und verteilte ihre Fähnchen mit dem Werbe-Aufdruck „Erst winken, dann shoppen“.

Am Mittag dann der mit Spannung erwartete Königsschuss. Dabei zeigte sich, dass der Vogel aus hartem Holz war. Erst in der Verlängerung stand bei den Jungen der König fest: Thor Damm von der Theodor-Storm-Schule. Der wollte eigentlich gar nicht König werden. Bei den Mädchen siegte Emily Drüke von der Ida-Ehre-Schule. Bereits am Nachmittag war das Festgelände Exer gut besucht. Das Konzept zahlt sich also aus. Abends war dann Party angesagt. Bei Livemusik, Tanz und Gaudi ging das Vogelschießen-Event 2018 in der Kreisstadt munter weiter.

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Absage an den VfL Oldesloe

Stormarner Tageblatt   06.07.2018

Kunstrasenplatz am Exer: Lokalpolitik ignoriert Bitte und Wunsch des Vereins

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Enttäuschung beim VfL Oldesloe. Der Wunsch des größten Oldesloer Sportvereins, den Kunstrasenplatz am Exer zumindest für den Abend des Vogelschießens sperren zu lassen, um mögliche weitere Beschädigungen zu verhindern, ist gescheitert. Und auch die Bitte an die Oldesloer Lokalpolitiker, über die Müll-, Vandalismus- und Scherbensituation auf dem Exer in der aktuellen Stadtverordnetenversammlung zu diskutieren, wurde nicht nachgekommen.

„Man kann hier seine Meinung sagen als Bürger und etwas fragen. Aber wir werden nicht diskutieren und auch nichts dazu entscheiden“, stellte Oldesloes neue Bürgerworthalterin Hildegard Pontow in der Bürgerfragestunde klar. Bürgermeister Jörg Lembke hatte unlängst gesagt, dass es eine mögliche und nicht unwahrscheinliche Konsequenz sein könnte, dass der Platz dem Vereinssport komplett entzogen werden müsse, weil nicht rund um die Uhr gewährleistet sein könne, dass sich dort keine weiteren Scherben oder Müll ansammeln, der Sportler verletzen könnte. Doch wirklich Ernst scheinen die Lokalpolitiker diese Situation nicht zu nehmen. Die bestehenden Probleme werden eher als Ausnahmen und bedauernswerte Vorfälle gewertet, die aber eher nur am Rande von Großveranstaltungen oder besonderen Tagen wie „Vatertag“ und „Silvester“ auftreten. Doch das bestreiten die Sportler seit Monaten.

Die Mutter eines jungen VfL-Fußballers war daher in die Stadtverordnetenversammlung gekommen, um klarzustellen, dass Scherben und Müll auf dem Platz kein Problem des Stadtfests oder spezieller Veranstaltungen gewesen seien und dass es leider auch kein Argument sei, zu sagen, dass dort viele Jahre nichts passiert sei. Die Zeiten hätten sich geändert. Schon deutlich vor dem Stadtfest habe sie entsprechende Beweisfotos gemacht und der Verwaltung vorgelegt. „Es wird in der Diskussion jetzt aber dann oft auf diesen einen Vorfall beschränkt, das ist schade.“

„Ich bin der falsche Ansprechpartner. Die Politik möchte einen offenen Platz ohne Zaun. Auch sonstige Maßnahmen müssten auf politischem Weg diskutiert werden. Mehr will ich dazu nicht sagen“, so Lembke. Er unterstrich aber, dass es eben auch aktuell politisch so gewollt sei, dass der Platz auch im zeitlichen Rahmen mehr der Freizeit- als der Vereinsnutzung zugedacht sei. Die Lokalpolitiker äußerten sich quer durch alle Fraktionen nicht weiter öffentlich. Schon im Vorwege war aber aus den Fraktionen zu hören, dass eine Zaunlösung oder eine reine Vereinssport-Nutzung nicht in Frage komme. Einige Politiker könnten sich aber vorstellen, dass dort regelmäßig ein Security nach dem Rechten sehen könnte. Genau wie die regelmäßige Reinigung ist das eine Kostenfrage. Von Seiten des VfL wollte man am Mittwochabend nicht weiter kommentieren, dass der Wunsch über die Probleme aktuell noch vor den Sommerferien zu diskutieren, ignoriert wurde. Es sei von Seiten des Vereins alles gesagt.

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Vogelschießen – alles bereit

Stormarner Tageblatt   04.07.2018

Vorbereitungen auf dem Exer für großes Kinderfest laufen auf Hochtouren / Kunstrasen wird nicht eingezäunt

Andreas Olbertz Bad Oldesloe „Alles bestens“, schwärmt Axel Sesiani: „Bei dem Wetter macht das Arbeiten doch Spaß.“ Ein paar Schweißtropfen muss er sich dann doch von der Stirn wischen, seine Mitarbeiter nehmen einen großen Schluck Selter. Auf dem Exer laufen die Vorbereitungen für das Vogelschießen am morgigen Donnerstag. Autos und Wohnmobile müssen bis einschließlich Sonnabend andere Abstellflächen ansteuern. Die Stadtverwaltung hat die Zufahrt zum Exer bereits abgesperrt.

„Durch die Baustellen sind wir dieses Jahr etwas eingeschränkt“, erzählt Zeltbetreiber Sesiani. Dort, wo bislang verschiedene Hüpfburgen standen, wird an der Erweiterung und Sanierung des Skatelands gearbeitet. Kein Problem für Axel Sesiani. Die entsprechenden Attraktionen werden zur Stormarnhalle verlegt. Besonders für kleine und mittlere Kinder hat er das Angebot in diesem Jahr ausgeweitet, um mehr Attraktivität zu schaffen.

Richtfest zur Mittagszeit – das Gerippe des 800-Quadratmeter-Zelts steht. Axel Sesiani schmunzelt. „Das Zelt ist gar nicht das Schlimmste“, erklärt der Veranstalter, „das ist wie beim Hausbau, da steht die Hülle heutzutage ja auch schnell, aber dann kommt der Innenausbau.“ So sei es bei ihm auch. Das Verlegen der Leitungen und Kabel, Tresenbau, Tische mit Bänken aufstellen und natürlich das Dekorieren nähmen viel mehr Zeit in Anspruch.

Die Wetterprognosen sehen gut aus. „Genau richtig“, freut sich Sesiani: „Wer möchte schon bei 30 Grad auf ein Fest gehen?“ Das Zelt wird Platz für rund 1500 Gäste bieten. Dieses Potenzial wird am Nachmittag wohl noch nicht ausgeschöpft. „Mit freundlicher Unterstützung von Klangstadt haben wir wieder ein paar Nachwuchsbands engagiert“, sagt Axel Sesiani. Mary Panzer, „Exzenter“ und „irgendwiehörbar“ sind dabei. Am Abend könnte es anders werden: Ab etwa 20.30 Uhr tritt mit „Boerney & die Tri Tops“ (BTT) wieder eine angesagte Cover- und Showband auf. Da wird die Hütte voll sein.

Nicht ganz so optimistisch ist Sesiani beim Blick auf den angrenzenden Kunstrasenplatz. „Hoffentlich wird da nicht wieder wie beim Stadtfest Blödsinn gemacht.“ Aber da er dafür nicht zuständig sei, wolle er sich dazu eigentlich nicht äußern. Nur so viel „Der Platz soll offensichtlich nicht eingezäunt werden, denn das hätte dann schon gemacht sein müssen. Aber man könnte das auch mit einem Schild und zwei Mann Security lösen. Wer sich nicht daran hält, wird angezeigt – dann bekommt die Polizei eben mal etwas mehr zu tun“, so Sesiani. Bürgermeister Jörg Lembke sieht das anders: „Ich kann nicht feststellen, dass es ausgerechnet zum Vogelschießen eine verstärkte missbräuchliche Nutzung des Platzes gibt.“ Beim Stadtfest war das allerdings noch so gesagt worden. Der Verwaltungs-Chef ist der Meinung, dass auch kurzzeitig errichtete Zäune gegen den politischen Beschluss gegen eine Einzäunung verstoßen würden. Deshalb lässt er lieber Mülleimer aufstellen. Lembke: „Ich setze auf die Vernunft der Menschen und gehe davon aus, dass wir am Tag danach einen sauberen Platz vorfinden werden.“

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Bad Oldesloe feiert sein großes Fest

Lübecker Nachrichten   04.07.2018

Beim Kindervogelschießen wird morgen das neue Königspaar ermittelt

Bad Oldesloe. Darauf haben Kinder und Erwachsene ein ganzes Jahr lang gewartet: Morgen wird das große Kindervogelschießen in Bad Oldesloe gefeiert. Im Mittelpunkt stehen der Festumzug sowie das traditionelle Königsschießen auf dem Exer.

Nicht nur die Einwohner der Stadt werden auf den Beinen sein – das Vogelschießen ist auch für viele Buten-Oldesloer immer wieder ein schöner Anlass, um in ihrer Heimatstadt vorbeizuschauen und dabei Freunde und Bekannte zu treffen. Los geht’s wie immer um 7.30 Uhr mit dem Abmarsch, dieses Mal von der Stadtschule. Das erste Ziel ist der Markt, dann wird an der Theodor- Mommsen-Schule Station gemacht. Um 8.30 Uhr beginnt der Festumzug, der anschließend von der Hamburger Straße über Hindenburgstraße, Mühlenstraße, Lübecker Straße, Berliner Ring, Bahnhofstraße, Besttorstraße, Kirchberg, Königstraße, Schützenstraße bis zum Bürgerpark führt.

Von 10 Uhr an sind Spiele und Vogelschießen auf dem Exer vorgesehen. Dort bemühen sich Jungen und Mädchen aus den achten Klassen der Oldesloer Schulen um die Königswürden. Die neuen Majestäten werden gegen 12 Uhr proklamiert. Ringsherum wird Trubel geboten – mit Musik und Unterhaltung. Um 18.30 Uhr setzt sich von der Stormarnhalle aus ein weiterer Umzug in Marsch, der auf dem Markt endet.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass sich Autofahrer wegen des Festes auf Behinderungen einstellen müssen.

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Kunstrasen einzäunen? VfL blitzt mit Vorschlag ab

Lübecker Nachrichten   04.07.2018

Oldesloer Politik will den Fußballplatz für friedliche Kicker offen halten

Bad Oldesloe. Abriegeln, Zaun drum oder weiterhin für alle geöffnet? Der Streit über Maßnahmen zum Schutz des Kunstrasens am Oldesloer Exer findet kein Ende. Erneut entflammt ist er, seit Jugendliche dort nach dem Stadtfest Schäden angerichtet hatten. Der VfL warnt jetzt vor erneuter Gefahr beim bevorstehenden Kindervogelschießen.

Für heftige Debatten hatte die Chaosnacht, bei der mehrere hundert Jugendliche reichlich Müll, Glasscherben und Brandschäden auf dem Platz hinterließen, schon während der jüngsten Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses gesorgt. Der VfL Oldesloe als Nutzer der Sportstätte hat jetzt nachgelegt und sich mit einer E-Mail an die Stadtverordneten gewandt. Aufgrund der Verunreinigung des Platzes durch Glasscherben und Vandalismus sei die Sicherheit der Fußballer nicht mehr gewährleistet, heißt es in einem Schreiben von Nico von Hausen. Der Verein schlage deshalb vor, einen provisorischen Bauzaun aufzustellen und späterhin eine feste Zaunanlage zu installieren.

Dieser Vorschlag stößt bei der Politik indes nicht auf Gegenliebe. Hajo Krage (SPD) betrachtet es als falsches Zeichen, den Platz nun einzuzäunen. „Grundsätzlich muss man sehen, dass jahrelang alles gut funktioniert hat. Jetzt taucht ein Problem auf, das lässt sich nicht leugnen. Aber das friedliche Fußballspielen über alle Nationalitäten hinweg zu beenden, nur weil einige Wenige die Regeln nicht einhalten, das machen wir nicht mit“, sagt er. Im äußersten Fall müsse eben ein Sicherheitsdienst engagiert werden, der etwaigen Störenfrieden einen Platzverweis erteilen könnte.

Ebenso wie Krage sieht es auch CDU-Fraktionschef Horst Möller. „Der Bürgermeister möge kreativ sein und sich etwas einfallen lassen“, spielt Möller den Ball an Bürgermeister Jörg Lembke weiter. Die Entscheidungskompetenz liege bei ihm. Er müsse jetzt eine vernünftige Lösung aus ordnungsbehördlicher Sicht finden, ohne dass ein Beschluss zum Zaunbau gefasst werden müsse.

„Von uns gibt es da ein klares Nein. Der Exer ist ein offener Platz in einer offenen Stadt“, sagt auch Christian Vollpott von den Linken. Ein Zaun bringe im Übrigen wenig. „Flaschen kann man auch oben rüberwerfen“, fügt er hinzu.

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