Falsche Erwartungen und wütende Oldesloer

Stormarner Tageblatt  01.08.2020

Bürgermeister Jörg Lembke stellt sich Frust und Vorwürfen von Anwohnern der Grabauer Straße

Reagiert auf die zum Teil unsachlich vorgetragene Kritik und den Fragen ruhig: Bürgermeister  Jörg Lembke vor Ort. nie
Reagiert auf die zum Teil unsachlich vorgetragene Kritik und den Fragen ruhig: Bürgermeister Jörg Lembke vor Ort. nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Sie sind laut, sie fahren manchmal zu schnell und aus Sicht der Anwohner gefährden sie vor allem Kinder: Lkw und Raser in der Grabauer Straße sind seit Jahren ein Problem.

Die Anwohner sind nicht müde geworden, das immer wieder zu betonen. Auch eine Unterschriftensammlung mit 100 Unterzeichnenden wurde der Verwaltung bereits übergeben. Gebracht hat das alles aus Sicht der Beschwerdeführer aber nichts. Denn immer noch dürfen Lkw „ihre“ Straße nutzen, auf der immer noch gerast werde.

Bürgermeister Jörg Lembke hat nach einer coronaschutzbedingten Pause seine Ortsteilbesuche wieder aufgenommen und schaute in der Grabauer Straße vorbei.

Dort empfingen ihn und seine Verwaltungsmitarbeiter Unverständnis, Forderungen und Wut. Dafür hatte Lembke menschlich Verständnis, aber professionell nicht die Nachrichten im Gepäck, die manche der wütenden Oldesloer sich erhofften. „Sofort – wie manche hier wohl erwarten – können wir nichts tun. Es geht sowieso nur in Absprache. Wir müssen das mit dem Landesbetrieb Verkehr abstimmen und der hat schon mal abgelehnt, dass der Lkw-Verkehr hier verboten wird“, so Lembke . Außerdem machte er deutlich, dass es ja stets nur eine Verlagerung in andere Straßen sei. Das war allerdings einer Minderheit unter den Wütenden egal. Selbst wenn das heißen würde, der Lkw-Verkehr würde am Krankenhaus vorbei geführt. „Wo liegt schon ein Krankenhaus total ruhig, außerdem haben die bestimmt schallgeschützte Fenster“, sagte eine Anwohnerin. Manche Teilnehmer sprachen sich für eine Kompromisssuche aus, andere erläuterten Verwaltungsmitarbeitern die Sachlage, während die sich zeitweise nur noch mit Sarkasmus und ironischen Bemerkungen zu helfen wussten.

„Ich verstehe Sie nicht ganz. Wir präsentieren und planen hier ein ganzes Maßnahmenbündel, aber Sie sind nur unzufrieden“, sagte der Bürgermeister. Man sei in Gesprächen mit dem Land und dem Bund und 2022 werde die Straßenoberfläche erneuert. „Außerdem wissen Sie, wenn Sie an so eine Straße ziehen, dass dort eine Straße ist“, stellte er entnervt klar. Allgemein müsse man sich an Gesetze und Regelungen halten. Langfristig sei eine Ausweichstraße geplant, die passend zu einem neu angedachten Gewerbegebiet entstehen soll.

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Minigolf: Der erste Wettkampf im Corona-Jahr

Stormarner Tageblatt  31.07.2020

Sogar aus Österreich reisen zwei Spieler für das Turnier in Oldesloe an

Bereit für den ersten Wettkampf des Jahres.Niemeier;Die frisch sanierte Minigolf-Anlage.Nie
Bereit für den ersten Wettkampf des Jahres.Niemeier;Die frisch sanierte Minigolf-Anlage.Nie
 
Karla und Wolfgang Burmester betreiben den Platz.Nie
Karla und Wolfgang Burmester betreiben den Platz.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Nach der Brandstiftung kam die Corona-Pandemie. Der Minigolfclub Bad Oldesloe ist in den vergangenen zwölf Monaten von zwei unerwarteten, einschneidenden Ereignissen betroffen worden. Nachdem die Schäden durch ein mutwillig gelegtes Feuer am Platz im Bürgerpark behoben worden waren, folgte die Schließung wegen der Corona-Pandemie. Doch beide Vorfälle zwangen die Betreiber nicht in die Knie. Das abgebrannte Kioskgebäude wurde wieder aufgebaut und auch nach dem Shutdown öffnete der Platz wieder. Auch wenn es sportlich ein außergewöhnliches Jahr bleiben wird, läuft der Freizeitbereich bereits seit einigen Wochen fast wieder „normal“.

„Im Minigolfbereich sind alle Meisterschaften abgesagt worden“, berichtet Wolfgang Burmester, erster Vorsitzender des Oldesloer Minigolfclubs. Zum Glück läuft aber der normale Betrieb mit Hobbyspielern und Familien besser als zunächst in der Corona-Krise zu erwarten war. Gerade jetzt in den Sommerferien, wenn mal kein Strandwetter ist, haben Burmester und seine Ehefrau Karla auf ihrem Platz nach eigener Aussage im Oldesloer Bürgerpark gut zu tun. „Unsere Kunden nehmen dabei die Corona-Regeln erstaunlich gut an“, sagt Platzwartin Karla Burmester. „Alle sind froh, dass sie bei uns an der frischen Luft spielen können. Da nimmt man auch mal Wartezeit in Kauf“, berichtet sie weiter.

Jetzt soll die Saison der abgesagten Meisterschaften außerdem auch nicht mehr ganz ohne Wettkampf bleiben. Daher veranstaltet der Minigolf-Club Bad Oldesloe am Sonntag, 9. August, den mittlerweile schon fünften Nord-Ostsee-Pokal.

„Natürlich dürfen wir das nur unter bestimmten Regeln durchführen, aber gerade beim Minigolf kann man den Abstand gut einhalten“, erklären die Platzbetreiber. „Endlich ein bisschen Wettkampfatmosphäre“, freut sich Wolfgang Burmester auf das Turnier, das früher unter dem Namen „Travepokal“ bekannt war. In den vergangenen Tagen habe er nun bereits kleine Verbesserungen an den Bahnen vorgenommen. Antreten werden insgesamt neun Vereine mit Akteuren aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Zwei Spieler reisen für das besondere Minigolf-Kräftemessen sogar extra aus Österreich an.

„Endlich sieht man sich mal wieder. Für viele Spieler wird es zweitrangig sein, wie man abschneidet“, glaubt Burmester. Er selbst trainiert allerdings schon fleißig. Auch weitere Vereinsspieler sind in diesen Tagen wieder auf der Anlage im Bürgerpark beim Training zu entdecken. Start des Turniers am 9. August ist um 10 Uhr. Der Platz ist daher für alle anderen Gäste bis 16 Uhr ausnahmsweise gesperrt.

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Drei Alpakas auf neuem „Lebensweg“

Stormarner Tageblatt  30.07.2020

Tierische Therapeuten sollen Hospiz-Gästen in Bad Oldesloe Lebensfreude vermitteln

Erobern neugierig ihr neues Zuhause: Die  Alpakas Enyo, Bernd und Cremchen auf dem Hospiz-Gelände.rohde
Erobern neugierig ihr neues Zuhause: Die Alpakas Enyo, Bernd und Cremchen auf dem Hospiz-Gelände.rohde

Susanne Rohde Bad Oldesloe Die Menschen, die in ein Hospiz als Patienten kommen, werden diese Einrichtung in der Regel nicht mehr lebend verlassen können, denn ihr Lebensweg endet hier. Das ist auch im Hospiz „Lebensweg“ im Sandkamp nicht anders. Seit der Eröffnung im Mai sind hier bereits 23 Menschen verstorben. „Unsere Gäste kommen nicht nur aus Stormarn, sondern auch aus Hamburg, Segeberg und dem Herzogtum Lauenburg“, sagt Geschäftsführerin Sabine Tiedtke.

Jetzt trafen drei ganz besondere Bewohner aus dem Kreis Pinneberg im Hospiz Lebensweg ein, allerdings nicht als Patienten, sondern um den hier wohnenden Gästen ein bisschen Lebensfreude zu vermitteln. Enyo, Cremchen und Bernd sind nämlich geborene Therapeuten, wenn auch tierische. Die drei Alpakas vom Hof Wiedwisch nördlich von Pinneberg sind schon rein optisch bestens dafür geeignet, Trost zu spenden und gute Laune zu verbreiten.

Alpakas sind eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die eigentlich vorwiegend wegen ihrer Wolle gezüchtet werden. Doch die sanften Tiere werden wegen ihres ruhigen und friedlichen Charakters auch zunehmend zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Mit einer Schulterhöhe von 80 bis 100 Zentimetern sind sie etwas kleiner als Lamas. Die drei neuen „Mitarbeiter“ des Hospizes – alle sind zwei bis drei Jahre alt und Wallache – haben nicht nur unterschiedliche Fellfarben, sondern auch unterschiedliche Temperamente.

Cremchen, der weißes Fell hat, ist besonders neugierig, der hellbraune Bernd eher zurückhaltend. Alle drei aber strahlen gleichermaßen Ruhe und Würde aus und das überträgt sich rasch auf die menschlichen Gäste. „Wir dürften das einzige Hospiz weit und breit sein, das jetzt Alpakas besitzt“, sagt Sabine Tiedtke. Denn während Hunde oder auch Katzen inzwischen häufig als Therapietiere eingesetzt werden, sind Alpakas noch recht selten in Einrichtungen zu finden. Der Kontakt zu den Alpakazüchtern Charl Rusch und seiner Frau Dörte Wendorff-Rusch kam über Bekannte zustande. Und als Sabine Tiedtke und Katja Balkenhol vom Vorstand des Fördervereins Lebensweg den Alpakahof zum ersten Mal besuchten, war es um sie geschehen. „Wir hatten uns augenblicklich in die Drei schockverliebt“, so Sabine Tiedtke.

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Aspen Bad Oldesloe plant Ausbau der Produktion

Stormarner Tageblatt  29.07.2020

Ein über 500 Quadratmeter Neubau und mehr Arbeitsplätze beim Pharmaunternehmen in der Kreisstadt.

Besuch des Ministerpräsidenten im Herbst 2019: Dirk Rasenack (l). und Andrea Bretschneider von Aspen mit Daniel Günther. Damals wurden die geplanten Investitionen und Erweiterungen bereits angekündigt.Nie
Besuch des Ministerpräsidenten im Herbst 2019: Dirk Rasenack (l). und Andrea Bretschneider von Aspen mit Daniel Günther. Damals wurden die geplanten Investitionen und Erweiterungen bereits angekündigt.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Die Stimmung war gut, als im Spätherbst 2019 Ministerpräsident Daniel Günther das Bad Oldesloer Aspen-Werk besuchte. Einer der Gründe dafür war die Zusage des südafrikanischen Pharmaunternehmens weiter in den Standort in der Kreisstadt zu investieren, was natürlich den schleswig-holsteinischen Landeschef entsprechend positiv stimmte. Schon jetzt produziert das Werk jedes Jahr über 53 Millionen Verpackungseinheiten Medikamente im Jahr. Das entspricht zwei Milliarden Pillen oder Dosen, die in 170 Länder weltweit vertrieben werden. Damit ist der Hersteller einer der größten seiner Art im gesamten norddeutschen Raum und soll nun weiter wachsen.

Denn offenbar gilt bei Aspen: Versprochen ist versprochen. Jetzt wurde die gegenüber Günther zugesagt Erweiterung nämlich ganz offiziell den erfreuten Mitarbeitern verkündet. „Es wird ein neues Gebäude für weitere zusätzliche Produktionsfläche mit einem Investitionsvolumen von 3,45 Millionen Euro entstehen. Dies ist für unsere Standortperspektive ein tolles Ergebnis“, bestätigte der Oldesloer Werksleiter Dr. Roland Suck.

Das neue Gebäude mit über 500 Quadratmetern soll die Möglichkeit bieten, in Bad Oldesloe in Zukunft die Produktion eines stark nachgefragten Asthmamittels hochzufahren. Dieses wird schon jetzt an sieben Tagen in der Woche produziert. Der Bau für die erweiterte Produktion soll an die bestehende Infrastruktur angeschlossen werden. „Das gibt uns die Möglichkeit, dort ohne große Einflüsse auf die laufende Produktion, eine neue Produktionsanlage, eine so genannte Hightech Form-Fill-Seal (FFS), auf der Medikamente in Ampullen hergestellt werden, parallel zur laufenden Produktion aufzubauen,“ erklärt Ulrich Hütz, Leiter der Technik im Aspen-Werk in der Kreisstadt. Mit dem Neubau soll noch dieses Jahr begonnen werden, so dass die Erweiterung der Produktion zeitnah starten kann. Auch weitere Mitarbeiter wurden und werden für diesen Bereich eingestellt, heißt es aus dem Werk. Aktuell arbeiten bereits 430 Menschen in der Oldesloer Niederlassung.

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Stadtverwaltung sucht zwei Fachbereichsleiter

Stormarner Tageblatt  27.07.2020

Bad Oldesloe: In der Kämmerei und im Bauamt sind die Chefsessel zu vergeben

Bereit für neue Mitarbeiter: Oldesloer Stadtverwaltung.Nie
Bereit für neue Mitarbeiter: Oldesloer Stadtverwaltung.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Seit dem Abschied von Mandy Treetzen nach Bad Schwartau ist der Posten der Kämmerin oder des Kämmerers bei der Stadt Bad Oldesloe vakant. Kommissarisch hat Bürgermeister Jörg Lembke den Job der Leitung ihres ehemaligen Fachbereichs übernommen. Ab Januar 2021 wird auch der Posten des Bauamtsleiters nicht mehr besetzt sein. Eigentlich war dieser seit dem Abschied von Thilo Scheuber in die Kreisverwaltung bereits nicht mehr besetzt. Doch Dr. Kurt Soeffing, zuvor Sachbereichsleiter Umweltamt, sprang kurz vor seinem Ruhestand ein und übernahm den Posten. Er verschob den Eintritt in den Ruhestand sogar um ein halbes Jahr, so dass die Stadtverwaltung Zeit gewinnen kann.

Doch ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin fehlt in beiden Fachbereichsleitungen. Bisherige Werbeaktionen – darunter auch ein Radiospot – brachten keinen Erfolg. Fakt ist, dass – auch wenn er sagt, dass er es im Zweifel tun würde – der Bürgermeister nicht auch noch kommissarisch die Leitung des Bauamts übernehmen könnte. Aktuell denkt der Verwaltungschef daher darüber nach, die Stelle des Bauamtsleiters aufzuwerten, indem die Besoldung in der Entgeltgruppe erhöht wird.

„Ich möchte aber auch betonen, dass diese Bereiche durchaus eine Weile ohne die Leitung funktionieren, weil wir dort natürlich auch erfahrene Sachbereichsleiter und Mitarbeiter haben, die einen guten Job machen. Es ist ja nicht so, dass da jetzt niemand arbeitet“, so Lembke.

Fest steht, dass der Kampf um gut ausgebildete Fachkräfte immer größer wird. Die eigene Ausbildung weiter zu stärken und guten Auszubildenden eine Perspektive zu bieten, ist daher einer der wichtigsten Wege für die Zukunft, betont auch Stadtsprecherin Agnes Heesch.

Die Oldesloer Stadtverwaltung sieht sich dabei einem besonders harten Konkurrenzkampf ausgesetzt, weil in der Kreisstadt auch die Kreisverwaltung sitzt, die ambitionierten Fachkräften, wie dem abgewanderten Thilo Scheuber, einen Karriereaufstieg bieten kann. Und das sogar ohne dass bei einem entsprechenden Angebot der Wohn- beziehungsweise Arbeitsort gewechselt werden muss. Entscheidend sind daher auch weiche Faktoren, wie die Stimmung in der Verwaltung selbst oder Möglichkeiten, die Mitarbeitern über den eigentlichen Job hinaus geboten werden.

Kritik kam daher zuletzt auch an dem manchmal harsch wirkenden Tonfall der Politik gegenüber der Verwaltung auf. Denn dieser würde Bewerber nicht motivieren, sich für die Stadtverwaltung der Kreisstadt zu entscheiden.

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