Betrachtungen zum Wochenausklang: Die Frage: Und das alles um jeden Preis …?

Stormarner Tageblatt   01.09.2018

Stormarner Wochenschau

Die Frage: Und das alles um jeden Preis …?

Megi Balzer
Megi Balzer

Lieb und teuer: Der Oldesloer Friedhof an der Hamburger Straße ist ein Kleinod – sogar ein sehr vielfältiges Kleinod. Man da kann dort eben nicht nur beispielsweise einen Angehörigen zur letzten Ruhe betten – übrigens auch das auf sehr vielfältige Art. Das Areal bietet sich als ruhiges, schönes Naherholungsgebiet mit seinen Wegen zum Spazieren an. Interessenten finden dort Interessantes zur Stadtgeschichte oder zu „Promis“, die dort beerdigt sind. Und das Ganze ist auch noch eine ökologische Oase.

Von alleine kommt oder entwickelt sich sowas allerdings nicht. Auf dem Friedhof gibt es beispielsweise Uhus.

Damit die sich dort heimisch fühlen, hat Friedhofsleiter Jörg Lelke nicht nur entsprechende Nistkästen aufhängen lassen. Damit die aber auch angenommen werden, müssen die Voraussetzungen stimmen. So hat er beispielsweise Äste entfernen lassen, um für die Greifvögel vernünftige Einflugschneisen zu schaffen. Eigentlich kein großes Ding, aber man muss es wissen und vor allem machen.

Andere Sachen sind nicht so schnell und einfach zu erledigen. Das verlangt nach ordentlich Arbeitskraft und kostet auch immer wieder Geld. Zwölf Menschen arbeiten auf dem Friedhof. Natürlich haben die nicht alle ausschließlich die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es schön aussieht und sicher ist. Der Friedhof trägt sich nicht aus Steuermitteln, sondern aus den Gebühren für die Gräber.

Das sollte man sich vor Augen halten, wenn grade mal wieder über die Sanierung des historischen Friedhofs an der Bahnhofstraße geredet wird. Es ist ja schön, wenn das üppig mit Fördermitteln von Land und Bund bezuschuss wird, mit den Folgekosten wird die Stadt nachher alleine da stehen. Kritik über unansehnlich oder gar vermüllte Ecken gibt es doch bereits genug.

Lieb und noch teurer :

Ist es wirklich das Größte sich immer auf Biegen und Brechen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen? Ob diese Form der Polit-Beliebigkeit beim Wähler wirklich gut ankommt. Der Sache kann es jedenfalls nicht gut tun. Aber beim Kreis hält man das Stormarner Modell ja um jeden Preis hoch. Und bei der Erweiterung der Beruflichen Schulen haben wir jetzt ein echtes Preisschild an politischer Abstimmverweigerung. Wolfgang Gerstand (CDU), Vorsitzender des Kreis-Planungsausschusses, beziffert die Verschiebung der Ausschreibung mit 400 000 Euro. Für nix.

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Der Friedhof blüht auf

Stormarner Tageblatt   31.08.2018

Friedhofsleiter Jörg Lelke und seine Frau Claudia haben den Eingangsbereich neu gestaltet

Neue Blütenpracht: Jörg und Claudia Lelke präsentieren den von ihnen neu gestalteten Eingangsbereich des Friedhofs. Olbertz
Neue Blütenpracht: Jörg und Claudia Lelke präsentieren den von ihnen neu gestalteten Eingangsbereich des Friedhofs. Olbertz

Andreas Olbertz Bad Oldesloe „Natürlich hätte ich das auch alleine machen können“, sagt Jörg Lelke. „Aber dann hätte es auch so ausgesehen“, räumt der Friedhofsleiter ein. Das wäre für den Eingangsbereich vielleicht nicht so optimal gewesen. Aber Dank des Einsatzes von Ehe- und Fachfrau Claudia Lelke an seiner Seite, erstrahlt der Haupteingang zum Friedhof an der Hamburger Straße in neuer Farben- und Blütenpracht.

Schon länger störte den Friedhofsleiter, dass die Kapelle nicht mehr zu sehen war. Zahlreiche Bäume verdeckten die Sicht. Nach jedem kräftigen Wind musste viel Totholz eingesammelt werden. „Wir hatten auch ständig Angst, dass uns ein Baum auf die Kapelle stürzt“, so Lelke. Deshalb kamen die abgängigen Birken zu Jahresbeginn weg. „Ich wollte das blumiger und freundlicher haben“, sagt Jörg Lelke.

Für die Neugestaltung bat er seine Frau um Hilfe. Die gelernte Gartengestalterin stürzte sich mit Begeisterung auf die Aufgabe. Er machte die Vorgaben, wohin die Reise gehen soll. Sein Wunsch war beispielsweise, einige Magnolien zu pflanzen, denn am rückwärtigen Eingang wurde vor einiger Zeit ein Magnolienhain angelegt. Pflegeleicht sollte die Fläche natürlich sein und auch ökologisch wertvoll. Gleichzeitig durfte der Platz aber auch nicht überfrachtet werden.

Blaue und weiße Blüten symbolisieren Wasser und Himmel. Der gelbe Sonnenhut dazwischen steht für Jesus. „Er ist das Licht der Welt“, erklärt Claudia Lelke. Schmale Steinreihen grenzen die Beete voneinander ab. Wie die Gestalterin erläutert, soll das an die bunten Bleiglasfenster in Kirchen erinnern. Eine kleine zentrale Blumenpyramide greift die Architektur des Kapelle auf.

Geplant ist, dass die Pflanzen den Sommer über bis in den Oktober oder gar Mitte November blühen. „Zwischen den Blumen stehen Gräser, die auch im Winter gut aussehen“, so Planerin Lelke. Im Herbst sollen noch Zwiebeln gepflanzt werden, die dann als Frühblüher farbliche Akzente setzen werden. „Es summt und brummt schon richtig toll“, freut sich Jörg Lelke über erste ökologische Erfolge. Bienen und Schmetterlinge nehmen die neuen Beete gut an. Vögel und auch Fledermäuse hätten den Bereich als Jagdrevier für sich entdeckt. „Die brauchen halt offene Fläche und die haben sie hier jetzt“, so Lelke: „Das ist ein Effekt, an den wir so nicht gedacht hatten. Ist doch schön.“

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Dreistreifige Visionen geben Rätsel auf

Stormarner Tageblatt   25.08.2018

Stormarner Wochenschau

Dreistreifige Visionen geben Rätsel auf

Megi Balzer
Megi Balzer

Verplant Mensch toll, die B 404 soll ausgebaut werden. Dreistreifig! Hä? Zebrastreifen? Oder wurde Adidas etwa als Sponsor gewonnen? Wollen wir doch mal hoffen, dass ein echter Ausbau mit zusätzlichen Fahrspuren gemeint ist und nicht nur eine gestreifte Design-Variante. Aber so ein gewiefter Tausendsassa wie Verkehrsminister Bernd Buchholz wird das schon richtig hinbekommen.

Also nehmen wir mal an, es sind tatsächlich Fahrspuren gemeint. Dann ist das doch eine gute Nachricht für tausende Autofahrer, die sich da täglich längs quälen. Okay, erst mal wird es natürlich schlimmer werden, weil ja gebaut werden muss. Aber danach flutscht es dann so richtig. Zumindest bis der nächste Bauabschnitt in Angriff genommen wird.

Und es lohnt natürlich ein Blick auf die Details. Von Baubeginn ist noch keine Rede. Vorsichtshalber nennt das Ministerium gar keine Termine. Aktuell geht es nur darum, dass die Pläne ausliegen. Sie können jetzt begutachtet werden. Wenn es dumm läuft gibt es Widersprüche und Prozesse … da kann sich dann jeder selber ausmalen, wann wirklich gebaut werden könnte …

Versprochen „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, hat Helmut Schmidt mal gesagt. Das gilt natürlich nicht für Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke. Der hat sich Gedanken gemacht zum Thema Sport. Er ist zu der Erkenntnis gekommen, dass die Stadt eine Drei-Feld-Halle braucht. Das ist ja ganz was Neues. Einen Standort hat er auch schon ausgeguckt. Dann kann es ja losgehen. Nicht? Leider nein! Ein Bürgermeister kann so viele und so gute Visionen haben, wie er will, er hat nur leider nichts zu entscheiden. Das ist die Aufgabe der Stadtverordneten. Die müssten dann auch beschließen, woher das Geld für eine neue Sporthalle kommen soll. Und da hapert es. Und als Beobachter wundert man sich, schließlich hat sich der Verwaltungs-Chef bislang eher als Sparkommissar hervorgetan, der lieber streicht und kürzt als zu sagen: Hier gibt es Chancen, Potenziale oder Notwendigkeiten, da müssen wir mal in die Vollen gehen. Der Auftrag aus der Politik lautete ja auch eher zu sehen, für welche Projekte es Fördermittel geben könnte. Wenn es dumm läuft war das nur eine Randnotiz fürs Protokoll, um sich später rausreden zu können: Ich wollte ja, aber die böse Politik …

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Zu schnelle Busse, aber insgesamt kaum Verkehr

Lübecker Nachrichten   21.08.2018

Bürgermeister Lembke erfährt Sorgen der Oldesloer im Bereich „Up den Pahl“

Von Susanna Fofana

Bad Oldesloe. Nach den Ortsteilen besucht Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke jetzt die Wohngebiete. So will er erfahren, wo es Sorgen und Probleme gibt. Im Bereich „Up den Pahl“ sind die Anlieger insbesondere über zu viele, zu schnelle, zu laute und dann noch oftmals leere Busse erbost.

Dieter Appel, Anlieger in einer Kurve, hat vor allem Sorge um seine Enkel. Schließlich ist in der schmalen Wohnstraße, für die die Anlieger vor mehr als zehn Jahren mit fast 200000 Euro zur Kasse gebeten wurden, nur Tempo 30 erlaubt. Doch daran halten sich nach Aussagen der Anlieger viele nicht. Nicht nur Busse. Würde ein Poller helfen?

Ein weiteres Problem ist die uneinsehbare Kurve „Up den Pahl/Tegeleck“. Dort kommt der Anlieger-Gruppe gerade ein Auto auf der Gegenspur entgegen – obwohl der Fahrer keine Sicht auf das hat, was ihn hinter der Kurve erwartet. Passanten müssten, so heißt es, in der Kurve häufig zur Seite springen, wenn Autos oder Busse den abgesenkten Gehweg mit nutzen, weil die Kurve nicht genug Platz für den Gegenverkehr bietet. Bürgermeister Jörg Lembke sowie die Verwaltungsmitarbeiterr Thilo Scheuber und Klaus-Peter Scharnberg denken angesichts dieser Probleme über Lösungen nach.

Alle Anregungen werden notiert und sollen später auf der Homepage der Stadt zu finden sein. Ob es für alle Probleme eine Lösung geben wird, bleibt dahingestellt. Denn nicht immer ist die Stadt zuständig. Den ÖPNV regelt der Kreis, andere Aufgaben die Stadtwerke. Und ob die einstigen schönen Rosenbeete wieder angepflanzt werden, für deren Pflege niemand Zeit hatte, oder eine ältere Dame ihre Pausen-Bank auf dem Weg zum Einkaufzentrum wiederbekommt, bleibt abzuwarten.

Manfred Fischer beklagt sich darüber, dass sich der Stadtbusverkehr durch die Straße nach dem Ausbau, den die Anlieger zu 75 Prozent bezahlt hätten, fast verdreifacht hat. Fischer: „Ein Bus fährt sogar zu Nachtzeit (ab 5.08 Uhr) hier durch. Die Busse fahren fast ausschließlich leer oder fast leer durch unsere Straße.“ Er fordert, dass die Buslinie über den „alten Pahl“ geführt wird, der als innerörtliche Erschließungsstraße eingestuft sei.

Sein Wunsch wäre, Minibusse und alternative Antriebe wie Elektro einzusetzen. Da im „neuen Pahl“ häufig viel zu schnell gefahren werde, so Fischer, bittet er die Stadt darum „entsprechende Hindernisse oder Geschwindigkeitsanzeige-Tafeln anzubringen.“

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Zu laute Busse und zu tiefe Schlaglöcher

Stormarner Tageblatt   20.08.2018

Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke besuchte Stadtteil am Tegeleck

Bürgermeister Jörg Lembke liest die Forderungen der Anwohner.
Bürgermeister Jörg Lembke liest die Forderungen der Anwohner.

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Dass scheinbar gute Ideen nicht allen gefallen, war bei der Stadtteilbegehung von Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke am Tegel zu erleben. Zahlreiche Anwohner der Straße Up den Pahl beschwerten sich über die geplante Taktverdichtung im ÖPNV. Ein Vorwurf: die Busse fahren zu schnell, gefährden vor allem Kinder. Außerdem seien die „alten Busse“ sehr laut. Am Morgen sei oft an Schlaf nicht mehr zu denken, beklagten sich mehrere Senioren.

Was sie absolut nicht tolerieren würden, wäre daher der von den Oldesloe Politikern gewünschte Halbstundentakt, der eingeführt werden soll. „Das machen wir hier nicht mit“, sagten gleich mehrere Anwohner. Sie verlangen eine Verlegung der Strecke. Zudem haben sie kein Verständnis dafür, dass man bei der Neuausschreibung des ÖPNV nicht auf Elektroantriebe setze.

Außerdem, so die Anwohnder im Up den Pahl, hätten sie viel Geld für den Straßenausbau bezahlen müsse. Bereits jetzt sei der Busverkehr aber deutlich angestiegen, und die Straße werde dadurch stark belastet.

Den Vorschlag für verkehrsberuhigenden Maßnahmen wie Poller oder Straßenwellen lehnt Bürgermeister Jörg Lembke ab: Das sei nicht geplant. Und Beschwerden über den ÖPNV müssten an die Politik und den Kreis gerichtet werden.

Positive Nachrichten hatte er für Bewohner des Tegel. Die Straße werde nicht – wie mal angedacht – als Zuwegung für ein geplantes Neubaugebiet genutzt. Ausbesserungen der tiefen Schlaglöcher werde es aber erst mit einer kompletten Grundsanierung der Straße geben. Ob diese dann beitragspflichtig wird, hänge von den politischen Beschlüssen ab. Weitere Probleme wie eine Rattenplage und Abwasserschwierigkeiten sollen kurzfristig angegangen werden.

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