Droht der Poggensee zu verlanden?

Markt   09.03.2016 

CDU will dem Vorschlag für einen Sandfang nicht zustimmen und erläutert Alternativen

Hans Jochim Stolten 5X7Hans Jochim Stolten (CDU) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Wasserqualität des Poggensees. Foto: hfr

Bad Oldesloe (om/ka). Der Poggensee entstand am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren. Seit Urzeiten haben sich Sedimente, Laub und andere Fremdstoffe im Becken abgelagert. „Der Wasseranteil des Beckens beträgt heute nur noch 40 Prozent“, weiß Hans Jochim Stolten (CDU), seit 15 Jahren bemühe sich seine Fraktion, die Wasserqualität des Oldesloer Badesees zu verbessern.

„Lange war er praktisch eine stillgelegte Biogasanlage“, erklärt Stolten. Blätter und andere Bioabfälle fraßen fast den gesamten Sauerstoff im Sommer auf und die freiwerdenden Nährstoffe waren ein ideales Futter für die Blaualgen.

Erst durch die Tiefenwasserableitung konnte das verändert werden. Es gab keine Blaualgen mehr und bei Eis im Winter keine toten Fische. Die konnten durch den besseren Sauerstoffgehalt in tiefere Schichten abtauchen.

„Um diesen Zustand zu erhalten und weiter zu verbessern, gilt es noch einige Probleme zu lösen. Es darf kein mit Sedimenten und Nährstoffen belastetes Wasser in den See gelangen“, mahnt das Mitglied des Umweltausschusses.

Innerhalb von zehn Jahren sei die Wassertiefe des Poggensees von acht auf sechs Meter zurückgegangen. Werde der Sedimenteintrag nicht gestoppt, nehme der Prozess der Verlandung weiter zu. „Um den Eintrag von belastetem Wasser aus der Poggenbek zu unterbinden ist eine von jedem Metallbauer leicht zu fertigende einfache Rückstauklappe nötig. Die Tiefenwasserableitung muss ständig gewährleistet sein.“

Dazu müsse, wie seit Jahren von der CDU-Fraktion gefordert, Poggenbek und Mückenbek regelmäßig gereinigt werden, um den erforderlichen (niedrigen) Wasserstand sicher zu stellen. „Ein von der Verwaltung vorgeschlagenen Sandfang für fast 100.000 Euro werden wir ablehnen, ist er doch von Praktikern für deutlich weniger Geld zu realisieren. Müssen denn immer sechsstellige Eurobeträge aufgewendet werden, wenn es auch deutlich billiger geht?“, so die Stellungnahme der CDU.

Sollten diese einfachen und deutlich günstigeren Maßnahmen von den Behörden als nicht genehmigungsfähig eingestuft werden, fordere die CDU eine Verlängerung der Tiefenwasserableitung bis hinter den Übergang zur Kolberg-Körlin-Straße. Zusätzlich solle der Poggensee durch einen Damm in der Mückenbek vor der Wasserzufuhr aus der Poggenbek geschützt werden. Auch damit sei die weitere Sanierung des Poggensees gesichert und es gäbe keine Kollision mehr mit den Naturschutzinteressen in der Wökenitz Niederung.

Auf der öffentlichen Sitzung des des Umwelt- und Energieausschusses am Donnerstag, 10. März, um 19 Uhr im Stadthaus wird das Thema auf der Tagesordnung stehen.

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Verschlammt der Poggensee?

Lübecker Nachrichten   08.03.2016

Oldesloer CDU befürchtet Verunreinigung und fordert Gewässerpflege / Wassergüte aber seit Jahren einwandfrei

Von Dorothea von Dahlen

LN-Poggensee1-2016-03-08Noch ruht der See still: Donnerstag wird im Umwelt- und Energieausschuss diskutiert, wie der Ablauf des Poggensees (Archivbild) besser reguliert werden kann. Fotos: Adamek*/von Dahlen (3)

Bad Oldesloe. Badenixen sind noch nicht am Oldesloer Poggensee anzutreffen. Stattdessen tummeln sich etliche Enten und Graugänse auf den überschwemmten Liegewiesen. Ein idyllisches Bild – aber für Hans Jochim Stolten ist es ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Tiefenabfluss des Poggensees nicht mehr ordentlich funktioniert und das Gewässer nicht genügend belüftet wird. Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Stadtfraktion schlägt Alarm. Nur, wenn jetzt die mit dem See in Verbindung stehenden Bäche gepflegt und eine Rückschlagklappe am Mückenbeck installiert werde, könne verhindert werden, dass der Poggensee immer mehr verschlammt.

LN-Poggensee2-2016-03-08Ein Dorado für Wasservögel: Die Liegewiesen am Poggensee sind wegen starker Regenfälle überschwemmt.

Dass die Wiesen nach den langen Regenfällen während des Winterhalbjahrs stark vernässt sind, stimmt auch Jürgen Fahl nicht wirklich glücklich. Die Stadtwerke, deren Geschäftsführer er ist, betreiben das Freibad am Poggensee. „Im Moment ist das noch nicht problematisch. Aber wir hoffen, dass das Wasser lange vor der Badesaison richtig abzieht. Es dauert ja, bis solche Flächen tatsächlich trocknen“, sagt er. Eine Verschlechterung der Wasserqualität sieht er auf Dauer indes nicht gegeben. Wenn sich das Niveau der Gewässer um den See herum normalisiere, funktioniere auch der Tiefenabfluss wie gehabt.

LN-Poggensee3-2016-03-08Hans Jochim Stolten zeigt, dass der Wasserstand höher
ist als die Staustufe des Poggensees.

„Dieser Abfluss ist 2005 auf meine Anregung hin installiert worden, wenn auch nicht so leistungsfähig, wie ich es vorgeschlagen hatte“, sagt Stolten. Das 20 Zentimeter dicke Rohr diene dem Zweck, das durch Eintrag von Laub sehr nährstoffreiche und sauerstoffarme Wasser in Bodennähe abzuleiten, so dass besser belüftetes nachströmen könne. Nachdem eine solche Leitung vom tiefsten Punkt des Sees bis in den Mückenbek angelegt worden sei, habe sich die Gewässergüte stark verbessert. Doch der auf dem Prinzip der kommunizierenden Röhren basierende Ablauf funktioniere nur so lange, wie es ein Gefälle zwischen dem See und den ableitenden Bächen gebe. „Die Poggenbek ist so versandet und hat sich mit den Jahren so verengt, dass ihr Wasserspiegel bei starkem Regen über dem des Sees liegt“, beklagt Stolten. Dies führe dazu, dass die Fließrichtung sich bei hohem Pegel sogar umkehre und der ganze Schmutz aus den sonst ableitenden Gewässern in den See gelange und sich dort ablagere. „Die Angler aus der Gegend haben schon erzählt, dass die tiefste Stelle des Poggensees inzwischen nicht mehr als sechs Meter betrage. 2004/2005 sind es noch acht Meter gewesen“, sagt der pensionierte Landwirt. Nach seinem Dafürhalten müsste die Poggenbek im oberen Lauf etwas verbreitert und regelmäßig gepflegt werden. Die Rückschlagklappe, die er vorschlage, sei die schnellste und zudem weitaus günstigere Lösung als ein Sandfang, wie ihn die Verwaltung nahelege. „Auch verstehe ich nicht, weshalb man 1000 Euro für ein Gutachten ausgeben muss“, kritisiert Stolten die Kostenkalkulation der Verwaltung. Eshandele es sich um rein technische Vorrichtungen, die Standard an Flüssen oder Gewässerläufen seien.

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Jugendliche Flüchtlinge angepöbelt und geschlagen

Stormarner Tageblatt   08.03.2016

Bad Oldesloe

Vergangenen Freitag gegen 17.20 Uhr kam es in Bad Oldesloe zu Beleidigungen und Körperverletzungen gegen drei jugendliche Flüchtlingen. Die Drei (14, 15, 15) verließen gerade ein Schuhgeschäft am Markt, als sie unvermittelt von einem Mann mit fremdenfeindlichen Äußerungen beleidigt und bepöbelt wurden. Zweien schlug der Mann noch auf die Brust. Diese flüchteten, um weiteren Angriffen aus dem Weg zu gehen. Der Mann trat den Jungs noch hinterher, ohne jedoch jemanden zu treffen. Die Jugendlichen konnten eine kurze Täterbeschreibung abgeben. Im Rahmen der Fahndung wurde in der Nähe des Marktes ein Mann angetroffen, auf den die Beschreibung zutraf. Hierbei handelte es sich um einen polizeilich bekannten 44-Jährigen aus Bad Oldesloe. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

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St. Jürgen-Heim: Verkauf in letzter Sekunde geplatzt

Stormarner Tageblatt   07.03.2016

Haus Riedel schickte kurz vor Vertragsunterzeichnung eine EMail / Der Stiftung läuft die Zeit weg

Bad Oldesloe

Der Verkauf des Alten- und Pflegeheims St.-Jürgen ist kurz der Ziellinie gescheitert. Eigentlich wollte der Vorstand der Stiftung St.-JürgenHospital Anfang März die Nachricht verkünden, dass die Verträge unterzeichnet sind und das Haus Riedel die Einrichtung am Oldesloer Kirchberg zum 1. Mai übernimmt. Zwei Tage vor dem zweiten Notartermin kam dann eine EMail aus dem Haus Riedel an, dass man St. Jürgen doch nicht übernehmen werde. „Dass ist unfassbar“, sagt ein immer noch erschütterter Rainer Fehrmann. Oldesloer Bürgerworthalter und damit automatisch Vorsitzender der St. JürgenStiftung.

„Wir sind fassungslos. Es hat nie den Anschein gegeben, dass es nicht klappen könnte“, sagt Fehrmann. Mehr als ein Jahr sei in harmonischer Atmosphäre einvernehmlich und zielgerichtet verhandelt und ein ruhiger und fairer Eigentümerwechsel vorbereitet worden. Immer wieder sei von beiden Seiten festgestellt, St. Jürgen trotz und wegen seiner Besonderheiten sowie unter Beibehaltung des traditionellen Charakters weiterführen zu wollen.

Die 700 Jahre alte Stiftung mit dem historischen Gebäuden von 1877 und dem Neubau von 2004 am Kirchberg war in den letzten Jahren ins Minus gerutscht. In dem zwei Millionen Euro teuren Neubau gibt es neben 37 Pflegeplätzen auch 13 altengerechte Appartements, von denen aber nur die Hälfte vermietet ist. Der Betrieb insgesamt verursacht ein jährliches Minus von über 150 000 Euro, das die Stiftung decken muss. Die Erlöse aus dem Vermögen sind aber nur etwa halb so groß, so dass das finanzielle Aus nur eine Frage der Zeit ist.

Das ist aber noch nicht alles. Hinzu kommen ein Investitionsstau von bis zu 300 000 Euro und Brandschutzauflagen, die seit Jahren nicht umgesetzt werden, weil man sich die kalkulierten 400 000 Euro nicht leisten kann. Mit dem Verkauf wollte sich die Stiftung ihrer Schulden und Verpflichtungen entledigen, um sich wieder auf die historische Kernaufgabe zu konzentrieren: Bezuschussung von alten und pflegebedürftigen Oldesloern.

Ein Grund für die Defizite war und ist allerdings auch die Bezahlung des Personals nach den Tarifen und zu den Bedingungen des öffentlichen Dienstes. Die Übernahme des Personals zu den jetzigen Konditionen machte man zu einer Bedingung für einen Verkauf. Größter Klotz bei den Verhandlungen war die Altersvorsorge. Für die Rentenverpflichtungen muss ein Investor rund 1,5 Millionen Euro „mitbringen“. Im November schien alles in trockenen Tüchern. Man habe das Problem gelöst, sagte Fehrmann vor drei Monaten: „Wir sind über den Berg.“

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Übergabe geplatzt: Neuer Betreiber für Pflegeheim gesucht

Lübecker Nachrichten   06.03.2016

Stiftungsvorstand des Oldesloer St.-Jürgen-Hospitals muss wieder verhandeln – Es gibt nur noch einen stark begrenzten Zeitrahmen von maximal drei Monaten

Von Michael Thormählen

LN-STJ1-2016-03-06Sichtlich geschockt: der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Rainer Fehrmann, vor dem alten Gebäude des Pflegeheimes am Kirchberg nach den gescheiterten Verhandlungen.

Bad Oldesloe. Das sind überaus schlechte Nachrichten für 52 Heimbewohner und 32 Mitarbeiter des St.-Jürgen-Hospitals in Bad Oldesloe. Eigentlich sollte in diesen Tagen ein Vertrag mit einem neuen Betreiber unterschrieben werden, der dann in wenigen Wochen die Regie des Alten- und Pflegeheimes übernehmen wollte. „Doch unser Verhandlungspartner ist kurzfristig abgesprungen“, erklärte Bürgerworthalter Rainer Fehrmann, der auch Vorsitzender des Stiftungsvorstandes ist.

Seit rund einem Jahr habe der Stiftungsvorstand intensive Verhandlungen mit der Familie Riedel geführt, die Einrichtungen am Oldesloer Sülzberg und in Rohlfshagen betreibt. Einzelheiten für die Verträge seien immer wieder besprochen worden, es habe sogar bereits Termine bei einem Notar gegeben. Umso enttäuschender, so Rainer Fehrmann, sei dann die Information gewesen, dass der bisherige Verhandlungspartner kein Interesse mehr habe: „Das wurde mir mit einer E-Mail mitgeteilt.“ Die Familie Riedel sagte auf LN-Anfrage, sie werde sich zu dem Vorgang nicht äußern. Vereinbart sei, dass der Stiftungsvorstand von St. Jür- gen dazu informieren werde.

Und dessen Vorsitzender Rainer Fehrmann bedauerte, dass angesichts der ohne jeden erkennbaren Grund abgebrochenen Verhandlung sehr viel wertvolle Zeit verloren gegangen sei. Auch Heimleiter Harald Krüchten machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: „Die aktuelle Entwicklung ist für mich und die Mitarbeiter überraschend gekommen. Wir werden trotzdem versuchen, die Einrichtung mit einer hohen Loyalität weiter zu führen.“ Fehrmann und Krüchten erklärten übereinstimmend, angesichts der bereits geführten Gespräche habe es keinen Zweifel gegeben, dass die angestrebte Nachfolgeregelung gelingen werde.

Um einen neuen Betreiber für die Einrichtung am Oldesloer Kirchberg zu finden, gibt es nach den Worten von Rainer Fehrmann nur noch ein sehr enges Zeitfenster: „Vielleicht noch zwei bis drei Monate.“ Jetzt sollen „mit Volldampf“ wieder Gespräche mit zwei bis drei Interessenten aufgenommen werden, die sich zu den so genannten Oldesloer Werten bekannt hätten: Dabei gehe es um das Gehaltsniveau und die Altersvorsorge für die Mitarbeiter sowie um die Zusicherung, das Heim weiter betreiben und das Grundstück nicht für andere Zwecke nutzen zu wollen. „Der Stiftungsvorstand ist sich einig, dass wir St. Jürgen keinesfalls in die Hände einer Heuschrecke geben werden, die sich diesen Vorgaben nicht verpflichtet fühlt“, betonte Rainer Fehrmann.

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