Wanderweg 2.0 – Brenner Moor interaktiv

Stormarner Tageblatt   24.09.2015

Neuen Weg mit Smartphone und Internet entdecken – Vorreiterrolle in SchleswigHolstein

Bad Oldesloe

ST-BM1-2015-09-24Code finden …

„Wenn ich einen Hut hätte, würde ich ihn jetzt ziehen – voller Respekt“, sagt Olav Krasmann, vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) bei der Einweihung des neuen Brenner Moor Wanderwegs: „Ich bin schwer begeistert. Wenn Sie mal kein Bock mehr auf Lehrer haben, hole ich Sie in unsere PRAbteilung.“ Doch davon wollte die Oldesloer Umweltschützerin Dr. Ulrike Graeber nichts wissen – sie hat den ersten interaktiven Wanderweg in SchleswigHolstein angestoßen und maßgeblich mit konzipiert.

Immerhin, drei Jahre hat die Realisierung gedauert. Alles fing mit den Vorbereitungen für eine Exkursion durch das Brenner Moor im September 2012 an. Ein Blick in die Graebersche FlyerKiste offenbarte „ziemliche Ebbe“. Zudem waren die verbliebenen Flyer nicht mehr sonderlich aktuell. Mittlerweile waren der Weg erneuert und vor allem die Niederung wieder vernässt worden.

ST-BM2-2015-09-24… mit dem Handy scannen …

So meldete sie das Brenner Moor beim „Besucherinformationssystem“ an. „Wenn uns das Land ohnehin einen normalen Flyer finanziert, könnten wir doch vielleicht auch gleich tiefer einsteigen“, schildert sie ihre Hintergedanken. Heraus kam der erste interaktive Wanderweg des Landes.

„Ich freue mich total“, sagt Ulrike Graeber über das Ergebnis. Olav Krasmann teilt die Begeisterung: „Wir betreten völliges Neuland. Ich finde es klasse, dass wir uns hier zeitgemäß aufstellen.“

ST-BM3-2015-09-24… und die Infos lesen.

Am Parkplatz der Kleingärtner an der Heimstraße steht eine neue große Infotafel. Ebenso am ehemaligen Pumpenhäuschen an der Grünen Brücke. Am Kloster Nütschau, dem Parkplatz Wolkenwehe und der Travebrücke hinter dem Krankenhaus stehen jeweils neue kleine Schilder. Aus kleinen Schubfächern gibt es bei den Kleingärten und an der Grünen Brücke zudem die aktuellen Flyer. Der besondere Clou des Wanderwegs sind aber zehn Holzpfosten mit einem QRCode längs des Wegs. Die kleinen karierten Quadrate müssen mit einem Programm auf dem Smartphone gescannt werden. Dann öffnet sich eine Internetseite mit zusätzlichen Inhalten, die dabei helfen, Fragen vom Flyer zu beantworten. „Da steckt viel Potenzial drin“, ist Krasmann überzeugt: „Wir erreichen damit die Jugendlichen wieder.“

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Bad Oldesloe erhöht Mittel für Flüchtlinge

Lübecker Nachrichten    23.09.2015

FBO-Stadtverordnete scheitern mit Antrag, neue Stellen für die Betreuung zu befristen

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Mit großer Geschlossenheit haben die Oldesloer Stadtverordneten dem neuen Haushaltspaket zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in der Kreisstadt auf ihrer Sitzung am Montagabend zugestimmt. Ausnahmslos waren sich alle darin einig, dass diese Aufgaben dringend erfüllt werden müssen. Ein Betrag von insgesamt 1,9 Millionen Euro steht nun dafür bereit.

Eine Debatte entzündete sich indes an der Frage, ob das Personal, das zusätzlich im Ordnungsamt, dem Gebäudemanagement, dem Sozialamt und im DaZ-Zentrum an der Theodor-Storm-Schule benötigt wird, nur befristet angestellt werden sollte. Matthias Rohde von den Freien Bürgern für Bad Oldesloe (FBO) hatte einen solchen Antrag gestellt. „Wir stehen vor großen Veränderungen. Da niemand weiß, ob tatsächlich nach zwei Jahren immer noch so viel Personal benötigt wird, schlagen wir eine Befristung vor“, erklärte er. Nach Ablauf dieser Zeit könne sich die Verwaltung von der Politik erneut eine Zustimmung einholen.

„Dann können wir uns eine Ausschreibung auch sparen“, entgegnete Bürgermeister Tassilo von Bary. Die Arbeitsmarktlage sei gerade in den sozialen Berufen sehr angespannt. Schließlich würden Fachkräfte benötigt.

Dem pflichtete Wilfried Janson, Fraktionsvorsitzender der Grünen bei. Momentan vollziehe sich geradezu ein Ansturm der Städte auf den Stellenmarkt. Sie alle suchten gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb gehe die Motivation der Bewerber auch gen Null, einen befristeten Posten anzunehmen. „Ich sehe überhaupt kein Problem darin, die neu Eingestellten langfristig unterzubringen“, konterte auch SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann. Schließlich gingen immer wieder Angestellte der Verwaltung in Rente, so dass die Stadt froh sein könne, wenn bereits erfahrenes Personal nachrücke.

Kritik kam auch aus den Reihen der CDU. Fraktionschef Horst Möller meinte, eine Befristung sei nur dann praktikabel, wenn es eine Schwemme von Fachleuten gebe. „Ich möchte an dieser Stelle aber einmal einen Dank an die Verwaltung aussprechen für die gute Arbeit, die hier geleistet wurde mit so vielen Überstunden“, sagte er. Da das Personal schon am Limit sei, was die Belastung angehe, sollten die Stellen so schnell wie möglich besetzt werden, führte Möller weiter aus.

Diakon Wolfgang Schmidt (parteilos) widersprach der FBO darin, dass die künftige Entwicklung ungewiss sei. „Das ist völliger Unfug. Die Stellen, die wir schaffen, werden unzureichend sein. Durch den Klimawandel werden sich noch mehr Menschen auf den Weg nach Europa machen“, sagte er. Das
Potenzial an ehrenamtlichen Helfern in Bad Oldesloe sei zudem schon völlig ausgereizt. Deshalb sei es an der Zeit, mehr Profis einzustellen.

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Flüchtlinge kosten Millionen

Stormarner Tageblatt   23.09.2015

Bad Oldesloer Stadtverordnete bewilligen zusätzliche Stellen und Umbauten

Bad Oldesloe

Jetzt ist es amtlich: Um die Flüchtlingssituation meistern zu können, stellt die Stadt über den Nachtragshaushalt knapp zwei Millionen Euro bereit.

Der größte Brocken, 1,4 Millionen Euro nach bisheriger Kostenermittlung, ist für die Sanierung des Schwesternwohnheims vorgesehen. Das seit Jahren leer stehende Gebäude soll zu Wohnungen für Flüchtlinge umgebaut werden (wir berichteten).

Küchen, Elektrik, Sanitärbereiche, neue Wasserleitungen – alles muss neu gemacht werden. Darüber gab es keinerlei Diskussion. Wenn die Zustimmung des Kreises vorliegt (er muss für die Mietdauer auf seine Rechte aus dem Kaufvertrag teilweise verzichten) soll ein fünfjähriger Mietvertrag abgeschlossen werden.

Zusätzlich sollen in der Verwaltung fünf neue Stellen geschaffen werden. Im Grunde war auch das weitgehend unstrittig. Im Sozialausschuss war lediglich um die Stelle einer sozialpädagogischen Fachkraft im DaZZentrum (Deutsch als Zweitsprache) der TSS gerungen worden. Die Notwendigkeit wurden von allen gesehen. Strittig war nur die Frage, ob die Stadt für diese Stelle aufkommen muss. Aus Sicht der Verwaltung sei das Schulamt und damit das Land in der Pflicht. Auf keinen Fall der Schulträger, weil dort nämlich Kinder orts- und schulübergreifend unterrichtet werden. Also schlug die Verwaltung vor, den Antrag der StormSchule abzulehnen. Die Mehrheit im Ausschuss sah das ein wenig anders: Die Stadt tritt in Vorleistung und versucht, sich die Kosten von rund 53 000 Euro jährlich zurückzuholen.

In der Stadtverordnetenversammlung wurde dieses Fass nicht wieder aufgemacht. Matthias Rohde (FBO) stellte allerdings den Antrag, die neuen Stellen auf zwei Jahre zu befristen. Es sei im Sinne einer „sparsamen Haushaltsführung“ vor Ablauf der Frist zu überprüfen, ob das Personal noch benötigt würde. Dafür gab es Kontra aus allen anderen Fraktionen. Zum einen wird bezweifelt, dass sich die Situation innerhalb von nur zwei Jahren beruhigen werde. Zum anderen ist der Personalbedarf momentan dermaßen hoch, dass es auf befristete Stellen keine oder nur wenig qualifizierte Bewerbungen gebe.

Nachdem der FBOAntrag mit zwei gegen 24 Stimmen abgelehnt worden war, wurde der Ursprungsbeschlussvorschlag einstimmig genehmigt. Lediglich Patricia Rohde (FBO) enthielt sich.

Andreas Olbertz
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Oldesloer Krähenplage: Umweltpolitiker resignieren

Lübecker Nachrichten    23.09.2015

LN-Jochim-2015-09-23Hans Jochim Stolten

Gegen die Saatkrähen in der Kreisstadt ist offenbar kein Kraut gewachsen. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die die Oldesloer Stadtverwaltung auf Antrag der CDU-Fraktion ausgearbeitet hat. Demnach hat es Versuche gegeben, die Vögel im Kurpark zu vergrämen. Alle erdenklichen Tricks – wie der Einsatz eines Falkners mitsamt Greifvogel, Schreckschusspistolen, Flatterbänder, das Aussetzen von Uhus, Außstoßen von Nestern und Baumfällungen – haben nichts genutzt. Die Tiere bildeten neue Kolonien.

Auf Anraten der Verwaltung werden nun Infotafeln nahe ihrer Brutstätten aufgestellt, um bei Anwohnern mehr Verständnis für die Krähen zu erheischen. Hans Jochim Stolten (CDU) kommentierte dies resigniert mit den Worten: „Neben Flug- und Straßenlärm ist das Gekreische der Vögel die größte Belastung. Es ist wohl nicht möglich, etwas dagegen zu tun. Wir haben es sogar mit einem Uhu versucht, sie zu verjagen. Aber es sind Wildtiere, sie ziehen dorthin, wo sie nicht bejagt werden.“  dvd

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Oldesloer Einzelhandel startet Offensive

Lübecker Nachrichten    23.09.2015

Mit ihrer Kampagne „eine Stadt sieht Rot“ wollen die Kaufleute ihre Angebote verstärkt bewerben

Von Dorothea von Dahlen

LN-WIR-2015-09-23Wirken mit bei der Oldesloer Einkaufskampagne v.l.: Corinna Buch, Susanne Relling-Peters, Rolf Witthöft, Angela Dittmar, Nicole Brandstetter, Marco Schmidt, Myriam Klahn und unten rechts sitzend Uta-Sophia Freund-Jentzsch.  Foto: von Dahlen

Bad Oldesloe. Die rote Susi saß gestern zunächst etwas ungelenk in ihrem Plüschsessel. Kein Wunder, die Arme der Schaufensterpuppe im purpurnen Ganzkörperanzug waren versehentlich falsch montiert. Doch gewissermaßen im Handumdrehen lösten die Geschäftsleute vom Marketing-Verein „Wir für Bad Oldesloe“ (Wir) das orthopädische Problem. Schließlich steht Susi für eine Kampagne, die das Lebensgefühl in der Kreisstadt beflügeln soll. Um die Oldesloer darauf aufmerksam zu machen, hatte das Maskottchen schon diverse Auftritte im Stadtgebiet.

„Viele meckern immer nur, dass Geschäfte leer stehen und die Innenstadt verödet. Wir wollen etwas Positives dagegen setzen“, erläuterte gestern Nicole Brandstetter, was hinter dem Imageprojekt steckt, das sie gemeinsam mit Angela Dittmar aus der Taufe gehoben hat. „Wir wollen das Verständnis bei den Leuten entwickeln, dass sie sich bewusst für den Einkauf in der Stadt entscheiden, um die heimische Wirtschaft zu stärken“, fügte Angela Dittmar hinzu. Eine intakte Innenstadt stehe und falle mit einem gesunden Handel.

Da das aber nur funktioniert, wenn möglichst viele Geschäfte mitmachen, haben die beiden die Werbetrommel gerührt und 41 Kooperationspartner aus Bad Oldesloe an einen Tisch geholt. Darunter befinden sich Einzelhändler genauso wie Dienstleister und Gastronomen. Gemeinsam wollen sie unter dem Motto „Eine Stadt sieht Rot“ das Angebot rund um die Fußgängerzone bewerben.

Susi spielt dabei keine unbedeutende Rolle. Auf ihrem Anzug prangt ein QR-Code, der schon 450 Neugierige binnen einer Woche auf die Internetseite des Vereins www.ich-kauf-in-od.de gelockt hat.
Sie weist auf die Auftaktveran- staltung der Kampagne am 10. Ok- tober ab 10 Uhr auf der Oldesloer
Hude hin. Als Happening wird dort eine drei Meter hohe Einkaufstüte aufgestellt, eine mit Stoff überzogene Stahlkonstruktion. „Das wird unser Markenzeichen“, erklärte Nicole Brandstetter. Denn die
rote Tüte soll es anschließend im Miniaturformat in den Oldesloer Geschäften geben. Am Aktionstag kann sich jeder nach eigenem Gusto ein rot-weißes Muster aufs Gesicht schminken lassen. Wer mag, tanzt zu Jazz und Swing oder aalt sich in der „Red-Lounge“ bei Cocktail oder Bier. Und ganz nebenbei sollen noch Erinnerungsfotos entstehen, die Kunden und Passanten mit roten Requisiten von sich anfertigen lassen können.

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