Kreis stimmt Flüchtlingsheim in Oldesloe zu

Stormarner Tageblatt   28.09.2015

Bad Oldesloe

ST-Swh-2015-09-28Das ehemalige Schwesternwohnheim in Oldesloe  Foto: Nie

Das ehemalige Schwesternwohnheim der Asklepios Klinik in Bad Oldesloe, das seit zwei Jahren leer steht, kann durch die Stadt zum Flüchtlingsheim umgestaltet werden. Wenn sich die Stadtverwaltung und die Klinik auf einen Vertrag einigen, wird der Kreis nicht intervenieren, obwohl diese Nutzungsform nicht vorgesehen war. Das beschloss der Kreistag einstimmig auf seiner jüngsten Sitzung. Die Stadt Bad Oldesloe möchte das Heim für fünf Jahre von Asklepios mieten und die Räumlichkeiten als Flüchtlingsunterkunft nutzen.

Auch das Kreisprogramm zur Entlastung der Kommunen bei der Aufnahme von Asylsuchenden wurde einstimmig verlängert und mit mehr Geldmitteln ausgestattet. „Es gibt Orte , in denen Mietern in stadteigenen Wohnungen gekündigt wird, damit Flüchtlinge einziehen können. Das setzt falsche Zeichen und stört den sozialen Frieden“, warnte Joachim Germer von den Grünen. „Es ist wichtig, dass wir tun, was wir können, aber auch schauen, was wir nicht leisten können. Es darf zu keinen Fehlentwicklungen kommen. Wir müssen unsere Grenzen sehen“, stimmte Maik Neubacher (CDU) zu.   nie

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Höhere Kreisumlage „ist keine Gaunerei“

Stormarner Tageblatt   28.09.2015

Landrat Plöger warnt Bürgermeister vor Kritik am Kreishaushalt

Bad Oldesloe

Wird die Kreisumlage um drei Prozent erhöht? Die Zeichen für diese Mehrbelastung der Kommunen sind deutlich. „Wer sich darüber beschweren möchte, der soll einen Brief nach Kiel schicken. Es fehlen uns zehn Millionen Euro im Haushalt und das sind genau die zehn Millionen, die uns durch das Finanzausgleichsgesetz genommen wurden“, so Reinhard Mendel, FraktionsChef der SPD. Und auch Joachim Wagner, CDU Fraktionsvorsitzender, sagte klar, wen er für die Situation verantwortlich hält: „Die Schuldigen sitzen in Kiel. Die Klage gegen das FAG läuft noch. Diese ganze Diskussion ist kein Stormarner und somit kein hausgemachtes Problem.“ Daher soll das Anhörungsverfahren für eine Erhöhung der Kreisumlage auf den Weg gebracht werden. Die Idee stößt nicht bei allen Fraktionen auf Gegenliebe. „Ich werde aber dafür stimmen, damit der Prozess in Gang gesetzt werden kann. Soll die Umlage dann aber um drei Prozent erhöht werden, werde ich dagegen stimmen und Wege aufzeigen, wie wir die Lücken vielleicht besser schließen können“, gab sich Heidi Beutin (Linke) diplomatisch.

Die Grünen scherten gänzlich aus. „Ja, das FAG ist schlecht. Ja, man sollte sich darüber beschweren. Aber es bringt alles nichts“, so die Grüne Kreisfinanzpolitikerin Sabine Rautenberg. Die Grünen seien überzeugt, dass die Kommunen nicht weiter belastet werden dürften und kündigten an, sich enthalten zu wollen.

Das brachte den Christdemokraten Wagner auf die Palme „Wenn wir uns hier alle enthalten, dann haben wir keine Chance, die Kreisumlage zu erhöhen. Wenn Ihre Fraktion tatsächlich dabei bleibt, dann weiß ich schon, die Meinung welcher Fraktion mich in der Körbchenrunde überhaupt nicht interessieren wird“, polterte er und sorgte für überraschte Gesichter bei den Grünen. Dass man sich bei der „Körbchenrunde“ freundlich und kompromissbereit begegnet, ist wesentlicher Teil des sogenannten „Stormarner Modells“.

„ Wir müssen uns um die Interessen des Kreises kümmern und haben Verantwortung für unseren Haushalt“, so KarlReinhold Wurch (FDP). Landrat Klaus Plöger meldete sich abschließend zu Wort. „Drei Prozent sind in Ordnung. Das ist keine Gaunerei und keine Frechheit. Warum ich das für eine gute Idee halte? Weil es die richtige Entscheidung ist“, sagte er mit Nachdruck. „Natürlich freue ich mich, wenn wir Wege finden, dass es nicht drei Prozent sein müssen. Aber ich möchte eine Warnung an alle Bürgermeister und Kommunen ausgeben, die jetzt meinen, hier aus dem Busch kommen zu können: Es kann nicht sein, dass der Kreishaushalt als einziger öffentlich zerfleddert wird. Ich möchte manchen kommunalen Haushalt lieber nicht öffentlich auseinandernehmen. Da wären einige Bürgermeister sicherlich sehr unglücklich. Wer meint, uns aus den Reihen der Kommunen anschießen zu müssen, der sollte sich richtig warm anziehen.“

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Was ist denn der richtige Weg?

Stormarner Tageblatt    26.09.2015

Stormarner Wochenschau

ST-Woschau-2015-09-26Virtuell: Das Brenner Moor ist uralt. Da hatten schon die SteinzeitOldesloer eine Siedlung. Und dieses archäologisch und ökologisch wertvolle Gebiet ist jetzt im Neuland angekommen. Brenner Moor 2.0 – interaktiv. Längs eines Lehrpfads stehen Holzpflöcke, die mit QRCodes versehen sind. Wer die mit seinem Smartphone scannt, bekommt zusätzliche Infos geliefert. Wenn man nicht im Funkloch steckt. Bei der Vorstellung des Projekts konnte sich Dr. Kurt Soeffing von der Umweltabteilung der Stadt ein Grinsen nicht verkneifen: „Sonst bauen wir hier noch einen Funkmast.“ Keine Sorge, ist nicht nötig.

Man sollte sich nicht zu sehr auf den ElektroSchnickschnack in der Hand verlassen – so mancher ist schon per GPS in die Irre geleitet worden. Im Brenner Moor könnte das böse enden. Wer nur noch auf den Bildschirm starrt, bekommt von der Natur nix mit. Den beiden Initiatoren des interaktiven Wegs, Klaus und Dr. Ulrike Graeber, wird das garantiert nicht passieren. Mal abgesehen davon, dass sie das Gebiet kennen wie ihre Westentasche und die Infos aus ihrer Feder stammen, haben sie gar kein Smartphone. Ein ÖkoModell sei aber bestellt, so Klaus Graeber.


Gute Basis:
Wenn man einige der Großkopferten der Politik so reden hört und agieren sieht, drängt sich einem der Eindruck auf, die lebten auf einem anderen Planeten, jenseits der Realität, jenseits der Basis. Die Basis gewinnt häufig nur dann an Bedeutung, wenn Wahlen vor der Tür stehen und zum verbalen und plakativen Säbelrasseln ausgeholt wird. Frei nach dem Motto „Ach ja, die da unten gibt’s ja auch noch“. Gottlob sind nicht alle so. Einen sehr positiven Eindruck an der Basis hinterließ in dieser Woche der schleswigholsteinische Energiewende- und Landwirtschaftsminister, Dr. Robert Habeck, im KGB (Kopernikus Gymnasium Bargteheide). Dort war der Philosoph und Politiker zu Gast und dozierte vor Dutzenden von Gymnasiasten über Philosophisches, Politisches und Persönliches. Und zwar auf Augenhöhe mit den jungen Menschen, nicht von oben herab. Der 46-jährige vierfache Vater mit den glasklaren Wertvorstellungen plauderte locker vom Hocker ohne Starallüren und erreichte auf seine sympathische Art und Weise die Jugendlichen. So lässt sich Politik vermitteln. Bitte mehr davon! Phrasendrescher haben wir genug.

Arm dran: Wer weniger als zwei Drittel des statistischen Durchschnittsverdienstes verdient, ist arm. Die Kinder dann auch. Sie haben schlechtere Bildungschancen und können sich weder Schule noch Ferien leisten ….

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Wanderweg 2.0 – Brenner Moor interaktiv

Stormarner Tageblatt   24.09.2015

Neuen Weg mit Smartphone und Internet entdecken – Vorreiterrolle in SchleswigHolstein

Bad Oldesloe

ST-BM1-2015-09-24Code finden …

„Wenn ich einen Hut hätte, würde ich ihn jetzt ziehen – voller Respekt“, sagt Olav Krasmann, vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) bei der Einweihung des neuen Brenner Moor Wanderwegs: „Ich bin schwer begeistert. Wenn Sie mal kein Bock mehr auf Lehrer haben, hole ich Sie in unsere PRAbteilung.“ Doch davon wollte die Oldesloer Umweltschützerin Dr. Ulrike Graeber nichts wissen – sie hat den ersten interaktiven Wanderweg in SchleswigHolstein angestoßen und maßgeblich mit konzipiert.

Immerhin, drei Jahre hat die Realisierung gedauert. Alles fing mit den Vorbereitungen für eine Exkursion durch das Brenner Moor im September 2012 an. Ein Blick in die Graebersche FlyerKiste offenbarte „ziemliche Ebbe“. Zudem waren die verbliebenen Flyer nicht mehr sonderlich aktuell. Mittlerweile waren der Weg erneuert und vor allem die Niederung wieder vernässt worden.

ST-BM2-2015-09-24… mit dem Handy scannen …

So meldete sie das Brenner Moor beim „Besucherinformationssystem“ an. „Wenn uns das Land ohnehin einen normalen Flyer finanziert, könnten wir doch vielleicht auch gleich tiefer einsteigen“, schildert sie ihre Hintergedanken. Heraus kam der erste interaktive Wanderweg des Landes.

„Ich freue mich total“, sagt Ulrike Graeber über das Ergebnis. Olav Krasmann teilt die Begeisterung: „Wir betreten völliges Neuland. Ich finde es klasse, dass wir uns hier zeitgemäß aufstellen.“

ST-BM3-2015-09-24… und die Infos lesen.

Am Parkplatz der Kleingärtner an der Heimstraße steht eine neue große Infotafel. Ebenso am ehemaligen Pumpenhäuschen an der Grünen Brücke. Am Kloster Nütschau, dem Parkplatz Wolkenwehe und der Travebrücke hinter dem Krankenhaus stehen jeweils neue kleine Schilder. Aus kleinen Schubfächern gibt es bei den Kleingärten und an der Grünen Brücke zudem die aktuellen Flyer. Der besondere Clou des Wanderwegs sind aber zehn Holzpfosten mit einem QRCode längs des Wegs. Die kleinen karierten Quadrate müssen mit einem Programm auf dem Smartphone gescannt werden. Dann öffnet sich eine Internetseite mit zusätzlichen Inhalten, die dabei helfen, Fragen vom Flyer zu beantworten. „Da steckt viel Potenzial drin“, ist Krasmann überzeugt: „Wir erreichen damit die Jugendlichen wieder.“

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Bad Oldesloe erhöht Mittel für Flüchtlinge

Lübecker Nachrichten    23.09.2015

FBO-Stadtverordnete scheitern mit Antrag, neue Stellen für die Betreuung zu befristen

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Mit großer Geschlossenheit haben die Oldesloer Stadtverordneten dem neuen Haushaltspaket zur Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen in der Kreisstadt auf ihrer Sitzung am Montagabend zugestimmt. Ausnahmslos waren sich alle darin einig, dass diese Aufgaben dringend erfüllt werden müssen. Ein Betrag von insgesamt 1,9 Millionen Euro steht nun dafür bereit.

Eine Debatte entzündete sich indes an der Frage, ob das Personal, das zusätzlich im Ordnungsamt, dem Gebäudemanagement, dem Sozialamt und im DaZ-Zentrum an der Theodor-Storm-Schule benötigt wird, nur befristet angestellt werden sollte. Matthias Rohde von den Freien Bürgern für Bad Oldesloe (FBO) hatte einen solchen Antrag gestellt. „Wir stehen vor großen Veränderungen. Da niemand weiß, ob tatsächlich nach zwei Jahren immer noch so viel Personal benötigt wird, schlagen wir eine Befristung vor“, erklärte er. Nach Ablauf dieser Zeit könne sich die Verwaltung von der Politik erneut eine Zustimmung einholen.

„Dann können wir uns eine Ausschreibung auch sparen“, entgegnete Bürgermeister Tassilo von Bary. Die Arbeitsmarktlage sei gerade in den sozialen Berufen sehr angespannt. Schließlich würden Fachkräfte benötigt.

Dem pflichtete Wilfried Janson, Fraktionsvorsitzender der Grünen bei. Momentan vollziehe sich geradezu ein Ansturm der Städte auf den Stellenmarkt. Sie alle suchten gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb gehe die Motivation der Bewerber auch gen Null, einen befristeten Posten anzunehmen. „Ich sehe überhaupt kein Problem darin, die neu Eingestellten langfristig unterzubringen“, konterte auch SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann. Schließlich gingen immer wieder Angestellte der Verwaltung in Rente, so dass die Stadt froh sein könne, wenn bereits erfahrenes Personal nachrücke.

Kritik kam auch aus den Reihen der CDU. Fraktionschef Horst Möller meinte, eine Befristung sei nur dann praktikabel, wenn es eine Schwemme von Fachleuten gebe. „Ich möchte an dieser Stelle aber einmal einen Dank an die Verwaltung aussprechen für die gute Arbeit, die hier geleistet wurde mit so vielen Überstunden“, sagte er. Da das Personal schon am Limit sei, was die Belastung angehe, sollten die Stellen so schnell wie möglich besetzt werden, führte Möller weiter aus.

Diakon Wolfgang Schmidt (parteilos) widersprach der FBO darin, dass die künftige Entwicklung ungewiss sei. „Das ist völliger Unfug. Die Stellen, die wir schaffen, werden unzureichend sein. Durch den Klimawandel werden sich noch mehr Menschen auf den Weg nach Europa machen“, sagte er. Das
Potenzial an ehrenamtlichen Helfern in Bad Oldesloe sei zudem schon völlig ausgereizt. Deshalb sei es an der Zeit, mehr Profis einzustellen.

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