Oldesloe feiert sein Stadtfest mit einem neuen Konzept

Lübecker Nachrichten    02.10.2015

LN-Stadtfest-2015-10-02Besiegeln die neue Zusammenarbeit: Patrick Niemeier (v. l.), Tassilo von Bary, Christine Tiedemann und Sebastian Rupsch.  Foto: S. Fofana

Bad Oldesloe. „Feiern wie Zuhause“ heißt das Motto des nächsten Oldesloer Stadtfestes vom 27. bis 29. Mai kommenden Jahres. Die Veranstaltungsagentur Tiedemann präsentierte jetzt ihr neues Konzept, das Vereine und Gewerbetreibende eng mit einbindet und das Stadtgebiet wie ein Haus in Zimmer aufteilt.

„Es ist das wichtigste Fest Oldesloes und das Aushängeschild“, betonte Agnes Heesch vom Stadtmarketing. Beim 18. Traditionsfest werde die regionalen Komponenten berücksichtigt. Heesch: „Alle sollen sich wohlfühlen.“ Als lokalen Partner hat sich die Agentur den Verein „ProKlangstadt“ mit ins Boot geholt. Die Klangstädter, die hauptsächlich Open-Air-Konzerte am Poggensee veranstalten, werden sich beim Stadtfest 2016 um die Bespielung aller Bühnen kümmern. Der Stadtjugendring ist am Kinderprogramm beteiligt.

Christine Tiedemann und Sebastian Rupsch stellten die Stadtfest-Bereiche vor. Danach werden der Marktplatz mit der Hauptbühne zum Wohnzimmer, der Bereich hinter dem Café Mocca und die Heiligengeiststraße zum Kinderzimmer sowie der Kulturhof zu einer Wohnküche.

Das Wohnzimmer ist als der Treffpunkt für alle gedacht. Dort sollen regionale Rock- und Top-40-Bands
für Stimmung sorgen. Tagsüber gehört die Bühne den Oldesloer Vereinen, regionalen Musikern und Kleinkünstlern. Auf dem Marktplatz ist auch am Freitag die Eröffnung angedacht, und am Sonntag wird eventuell ein Open-Air-Gottesdienst gefeiert.

Im Kinderzimmer ist ein buntes Familienprogramm geplant. Vom Kisten-Klettern bis zum Kissenparadies gibt es bereits viele Ideen. Das Bühnenprogramm im Kulturhof wird in Kooperation mit der Oldesloer Bühne, der Musikschule und Klangstadt organisiert. Angedacht sind Chill-Club und Cocktailbar, Finger-Food und Flammkuchen, Liegekissen und Sitzecken.

Die Hude selbst wird zum Partykeller, die Besttorbühne zur Zwei-Zimmer-Wohnung für die Jugend. Am Ende der Besttorstraße können sich Schülerbands, Freizeitrocker oder Solo-Gitarristen vorstellen. Ab 19 Uhr übernimmt dort ein Discjockey.

Der Mühlenplatz ist mitsamt Kleinkunst als Weinkeller vorgesehen. Als Garage stellt sich der Kirchberg mit einer Oldtimer-Ausstellung dar und der Bereich um die Peter-Paul-Kirche soll zum Garten mit einem Mittelaltermarkt werden. Ein Familienflohmarkt könnte den Dachboden bilden. Verbunden werden die einzelnen Aktionsflächen-Zimmer der City durch die Oldesloer Flure.

Tiedemann: „Bis zum Jahresende steht das Line-Up, das Gerüst.“ Neben den Oldesloer Vereinen sollen auch die Handels- und Gewerbetreibenden der Kreisstadt eingebunden werden. Die Händler könnten Bereiche des Wohnzimmers als Lounge gestalten und eine Rallye anbieten.    Susanna Fofana

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Stadt bezahlt die alten Schulden des Kurparkstadions

Lübecker Nachrichten    02.10.2015
Bad Oldesloe. Über den Ausgleich eines Defizits in Höhe von rund 2200 Euro hatten die Mitglieder des Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses jetzt zu entscheiden. Der Fehlbetrag war bei den Betriebskosten für das Kurparkstadion entstanden und stammt aus der Zeit, als die Stätte noch vom Frauenfußballclub genutzt wurde; der hat sich inzwischen aufgelöst und ist in den VfL Oldesloe übergangen.

„Es ist uns unangenehm, den Antrag an die Stadt zu stellen“, sagte denn auch Gökhan Akdemir, Vorsitzender des SV Türkspor, der den Platz inzwischen übernommen hat und somit auch das Erbe, die Schulden zu begleichen. Der SV werde versuchen, künftig ohne Ausgleich auszukommen. Es gebe Ansätze, Sponsoren mit einzubinden oder den Platz für weitere Nutzer zu öffnen, um die Betriebskosten decken zu können. Insofern werde es voraussichtlich bei dieser einmaligen Zahlung bleiben.

Die Ausschussmitglieder gaben dem Antrag von Türkspor letztlich statt, diskutierten aber auch darüber, ob es gerecht sei, dass ein so großer Verein wie der VfL das Defizit auf den SV Türkspor abwälzen dürfe. Der Tenor lautete, dass dies Teil des Kompromisses gewesen sei, der zur Beendigung der Auseinandersetzungen zwischen den Vereinen angestrebt worden sei.

Hajo Krage (SPD) und auch Aygün Caglar (CDU) vertraten gleichermaßen die Meinung, dass sich die
Stadt künftig durch den großen VfL nicht mehr so stark unter Druck setzen lassen dürfe.   dvd

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Café als Beispiel für Verschwendung?

Lübecker Nachrichten    02.10.2015

Oldesloer reagieren unterschiedlich auf die Kritik des Bundes der Steuerzahler an der 600 000-Euro-Investition

Von Dorothea von Dahlen

LN-Laurent-2015-10-02Lange hatte das Café am Markt leer gestanden. Jetzt kritisiert der Bund der Steuerzahler, dass die Stadt es hergerichtet hat.  Foto: M. Thormählen

Bad Oldesloe. Eine saftige Rüge hat sich die Stadt Bad Oldesloe vom Bund der Steuerzahler eingefangen. Im ihrem neuen Schwarzbuch kritisieren die öffentlichen Finanzwächter, dass zu viel Geld in die Sanierung des Cafés am Markt investiert wurde. Nach fünf Jahren Leerstand seien 600 000 Euro ausgegeben worden, um wieder eine gastronomische Nutzung des Lokals zu ermöglichen. Schon jetzt sei aber absehbar, dass diese Summe nicht über die Pachterlöse refinanziert werden könne, heißt es im Bericht.

Die Reaktionen in der Kreisstadt fallen unterschiedlich aus. Einige Gewerbetreibende sehen sich durch
den Bericht der Steuerzahler bestätigt. „Kein Geschäftsinhaber bekommt einen komplett ausgestatteten Laden. Das ist alles rausgeschmissenes Geld“, sagt etwa Eva-Marie Bruszies vom Kindermodengeschäft in der Oldesloer Fußgängerzone. Jedes Jahr jammere die Stadt, dass sie die Weihnachtsbeleuchtung nicht bezahlen könne und dann das. Auch Sven Scheel vom Oldesloer Café Kuchenwerk hält es für ungewöhnlich, dass „ein Privatmann ein grundüberholtes Lokal für so eine Summe“ zur Verfügung gestellt bekommt. Die Stadt hätte das Problem des Leerstands anders lösen müssen. „Am besten, man hätte den Fettabscheider zugeschüttet und ein ganz normales Geschäft daraus gemacht“, sagt der Gastronom.

Bürgermeister Tassilo von Bary bestreitet, dass es sich um Steuerverschwendung handelt. „Teuer ist das Ganze aufgrund der baulichen Gegebenheiten geworden“, sagt er. Die Räume des Cafés und der Goldschmiede Killinger hätten zusammengelegt werden müssen. Zudem seien das Behinderten-WC und
die Treppe eingebaut worden. Dennoch werde sich die Investition über die nächsten zehn Jahre refinanzieren. Dazu gebe es Wirtschaftlichkeitsberechnungen, die der Politik vorgelegt worden seien.
SPD-Fraktionschefin Maria Herrmann hält das für zu optimistisch. Amortisieren werde sich die Ausgabe auf keinen Fall so schnell. „Das Café ist aber nicht mit solch skandalösen Projekten vergleichbar wie einer abgebrochenen Brücke, die auf der anderen Straßenseite nicht weitergeht“, erklärt sie. Die Stadt habe über die Vermietung hinaus städtebauliche Aspekte beachten müssen. „Man hätte auch Wohnungen bauen können, aber das hätte nicht zur Belebung des Marktes beigetragen.“ Im Übrigen habe der alte Pächter Kosten verursacht, unter anderem, weil er den Fettabscheider nicht gepflegt habe.

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Wagner sauer auf Albig – kein Geld für Kommunen

Stormarner Tageblatt    01.10.2015

Bad Oldesloe
Joachim Wagner. Foto: rob ST-Joe-Wagner-2015-10-01

Nein, man kann wirklich nicht sagen, dass Joachim Wagner frohen Mutes vom Flüchtlingsgipfel in Kiel zurückgekommen ist. Und aus dieser schlechten Laune macht der amtierende Landrat nach dem vierstündigen Gespräch mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) auch keinen Hehl. „Als erstes kam: ‚Lasst uns nicht über Geld reden, das ist jetzt nicht der richtige Moment‘ – da guckten wir schon mal sparsam“, so Wagner. Selbstverständlich waren die Bürgermeister und Landräte genau deshalb gekommen: Sie wollten wissen, wie viel von den 670 Euro (pro Flüchtling pro Monat) vom Bund bei ihnen ankommt. „Es ist eine schöne Mär, dass da ein Gesetz zur Entlastung der Kommunen geschaffen wurde. Es kommt nicht ein Cent mehr an“, macht Wagner seinem Unmut Luft. Das Land streicht das Geld komplett ein. Eine weitere Anhebung der Kreisumlage könnte die Folge daraus sein.

Albig hatte klare Ansagen an die Bürgermeister: Sorgen Sie dafür, dass im Winter keiner friert und hungert und das die Stimmung vor Ort nicht kippt. Einwände von den VerwaltungsChefs perlten an ihm ab. Wagner: „Ich hatte den Eindruck, der lässt das gar nicht an sich ran.“

Einen wichtigen Hinweis des Ministerpräsidenten hat Joachim Wagner dann doch mit nach Hause gebracht: „Der Großteil der Flüchtlinge wird hier bleiben. Wir müssen uns darauf einstellen, in den nächsten zehn Jahren jährlich 5000 zusätzliche Wohneinheiten vorzuhalten. Das ist mir heute erst aufgegangen.“ Diesen dringenden Appell gibt er an die Lokalpolitiker weiter.

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Mit den Senior-Trainern spielend Deutsch lernen

Lübecker Nachrichten    01.10.2015

Neues Angebot in der Oldesloer Stadtbibliothek will Migranten einen Treffpunkt bieten

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Es geht nicht um Futur II oder Plusquamperfekt. Auch die korrekte Aussprache spielt eine untergeordnete Rolle. Beim Projekt „Dialog in Deutsch“, das die Stadtbibliothek Bad Oldesloe jetzt gemeinsam mit den Senior-Trainern der Kreisstadt für Flüchtlinge und Migranten anbietet, steht die Kommunikation und der zwischenmenschliche Austausch im Vordergrund.

„Wir wollen nicht in Konkurrenz zu bestehenden Kursangeboten treten, sondern eine Ergänzung darstellen“, erklärte denn auch der federführende Senior-Trainer Holger Dünnes bei der Präsentation des Projekts, das es in dieser Form auch in Stadtbibliotheken in anderen Städten bereits gibt. Ziel sei es, mit den Migranten ins Gespräch zu kommen und sie mit der hiesigen Kultur vertraut zu machen. Bei den Treffen gehe es locker zu, es werde gespielt oder über aktuelle Themen diskutiert.

Zwölf Freiwillige, die bereit sind, die Gesprächsrunden zu betreuen, haben sich schon zusammen gefunden. Die Männer und Frauen aus Bad Oldesloe haben bereits in bestehenden Dialog-Gruppen in einer Hamburger Bibliothek hospitiert, um Anleitung bei der Umsetzung des Projekts zu bekommen.

Einschlägige Erfahrungen bringen aber auch schon Nils von Appen und Greta Petersen mit. Sie gehören der Jugendgruppe Arandela an und engagieren sich auch in der Lübecker Flüchtlingsinitiative Walli. Sie waren gewissermaßen die ersten in der Stadt, die ein solches Treffen für junge Migranten auf bürgerschaftlicher Ebene ins Leben gerufen hatten. „Wir haben eine AG in der Ida-Ehre-Schule eröffnet und dort im März mit einem ersten Sprachkurs begonnen. Zu Beginn haben wir uns mit Diktatheften und Bildwörterbüchern beholfen“, berichtete Nils von Appen. Ihm zufolge schwankt die Teilnehmerzahl im Kurs. An der offenen Gruppe nähmen bis zu 20 junge Menschen im Alter zwischen 19 und 30 Jahren teil.

Die Gesprächszirkel von Arandela werden auch parallel weiterlaufen, wenn das Dialog-Projekt der Senior-Trainer am 13. Oktober beginnt, damit alle Altersgruppen in der Stadt gut betreut sind. Den Ablauf von Dialog in Deutsch betreffend, gibt es schon einige konkrete Ideen. So kündigte Holger Dünnes an, dass es zum Auftakt eine kleine Vorstellungsrunde geben solle und die Teilnehmer dann je nach ihren Grundkenntnissen der deutschen Sprache in Gruppen aufgeteilt werden sollen. „Wir wollen alle ermutigen zu sprechen. Willkommen sind Menschen unabhängig von Bildungsstand, Nationalität und Aufenthaltsstatus. Bei uns sind auch Japaner gern gesehen, um ein Beispiel zu nennen“, sagte der Senior-Trainer. Das Angebot sei zudem kostenlos.

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