Vogelschießen: Endlich soll es ein Programm für Kinder geben

Lübecker Nachrichten   23.02.2016

Verein will Koordinator mit Organisation betrauen / Alter Zeltverleiher aus dem Rennen

Von Dorothea von Dahlen

LN-Zelt-2016-02-23Um die Frage, wer Zelte auf dem Festplatz aufstellen und die Gäste des Vogelschießens bewirten darf, gibt es heftige Debatten. Fotos: kks/Archiv

Bad Oldesloe. Das Oldesloer Kindervogelschießen soll ab diesem Jahr einige Neuerungen erfahren. Hatte die Stadt die Veranstaltung zwischen 2012 und 2015 ausgerichtet, so wird nun der eigens für den Traditionswettbewerb gegründete Vogelschießverein die Regie übernehmen. Zudem wurde bekannt, dass auch ein neuer Zeltverleiher unter Vertrag genommen werden soll. Das hat wohl schon beim angestammten Unternehmen für Verdruss gesorgt.

Darauf angesprochen, erklärte Bürgermeister Tassilo von Bary, dass die Stadt nicht mehr Ansprechpartner für Beschwerden dieser Art sei, da jetzt der Verein das Platzrecht während der Veranstaltung ausübe. Als die Verwaltung dies übergangsweise übernommen habe, sei sie überdies dafür gerügt worden, dass sie den alten Zeltverleiher immer wieder ohne Ausschreibung unter Vertrag genommen habe. Das sei bei einer Rechnungsprüfung des Haushalts beanstandet worden.

„Abgesehen davon kann ich daraus keine Rechte für die Zukunft ableiten, wenn ich 70 Jahre mit meinen Zelten auf einer Veranstaltung gestanden habe“, fügte von Bary hinzu. Der Vogelschießverein sei an derartige Ausschreibungen nicht gebunden. Soweit er informiert sei, habe sich das Gremium vorgenommen, der Veranstaltung einen neuen Anstrich zu geben. In den vergangenen Jahren sei immer wieder darüber debattiert worden, dass den Kindern und Jugendlichen, die ja eigentlich die Hauptakteure seien, am Nachmittag kein besonderes Programm geboten wurde. Das wolle der Verein nun ändern und habe dafür einen Koordinator bestimmt.

Diese Information hatte Vizebürgermeister Horst Möller (CDU) auch während von Barys Urlaub an die bisherigen Vertragspartner verschickt, mit dem Hinweis, der Koordinator werde sich mit ihnen in Verbindung setzen, sofern ihr Mitwirken bei der Veranstaltung erwünscht sei. Ausdrücklich hieß es darin, dass nur Stände mit Genehmigung gestattet seien, alle anderen würden vom Platz verwiesen. „Gewohnheitsrechte kann es nicht geben“, sagt Möller. „Ich finde es vom Grundsatz durchaus positiv, dass der Vogelschießverein jetzt mehr für Kinder anbieten und neue Ideen durchsetzen will.“

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Feuerwehr Poggensee ehrt Aktive für langjährigen Einsatz

Lübecker Nachrichten   23.02.2016

Zahlreiche Mitglieder nahmen 2015 auch wieder an Lehrgängen teil

LN-Feuerwehr-2016-02-23Die geehrten Aktiven mit Gemeindewehrführer und Ortswehrführer: (v. l.) Olaf Klaus, Wolfgang Wriedt, Udo Mews, Uwe Helwers, Michael Joost, Hubert Beeck, und Thomas Proß. Foto:hfr

Bad Oldesloe. Die Ehrung von Aktiven, die teilweise seit mehreren Jahrzehnten dabei sind, stand im Mittelpunkt der Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Poggensee.

Gruppenführer Christian Schacht sagte in seinem Einsatz- und Tätigkeitsbericht, dass die Anzahl der Einsätze im vergangenen Jahr so niedrig wie seit langem nicht mehr gewesen sei. Im August musste die Wehr wie auch die Einsatzleiterwagengruppe (ELW) ausrücken, um ein Großfeuer auf einem Firmengelände in Bad Oldesloe zu bekämpfen. Auch wenn die Ortswehr nicht oft ausrücken musste – die Zahl der Arbeits- und Ausbildungsdienste war beträchtlich. Insgesamt wurden 24 Dienste absolviert. Dazu zählten die jährliche Funkübung mit den Ortswehren Seefeld und Rethwischfeld, die Besichtigung der Biogasanlage in Schadehorn im Rahmen der Objektkunde sowie Übungsabende für das Amtsfeuerwehrfest in Sühlen.

Auch wurde das gemeinsame Training mit der Wehr Rethwischfeld weiter intensiviert. Die Gruppe des ELW hat die Ausbildung weiter fortgesetzt und an einer Übung der Bad Oldesloer Feuerwehr teilgenommen. Zehn Teilnehmer absolvierten zudem eine Atemschutzjahresübung in der Kreisfeuerwehrzentrale in Nütschau. Ferner übernahmen einige Aktiven Aufgaben bei der Stadtrallye der Jugendfeuerwehr und beim Klangstadtfestival am Poggensee.

An fünf verschiedenen Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene nahmen Kameraden teil. Maik Gruner, der stellvertretende Ortswehrführer, absolvierte die Lehrgänge Gruppenführung eins und zwei. An den Lehrgängen Maschinistenausbildung und Atemschutz beteiligten sich Keno Rode und Jens Schubert. Philipp Bornholdt wurde zum Sprechfunker ausgebildet und auch Gruppenführer Christian Schacht war an einem Fortbildungslehrgang dabei.

Der Poggenseer Ortswehrführer Thomas Proß nahm zusammen mit dem Gemeindewehrführer Olaf Klaus und dem Bürgerworthalter Rainer Fehrmann die Ehrungen und Beförderungen vor. Für zehnjährige aktive Mitgliedschaft wurden Oberfeuerwehrmann Marvin Martens und für 20-jährige Mitgliedschaft die beiden Löschmeister Michael Joost und Horst Bruske geehrt. Mit dem Brandschutz-Ehrenzeichen für 25 Jahre wurden Hauptfeuerwehrmann (drei Sterne) Udo Mews, Hauptfeuerwehrmann Oliver Störtenbeker und Löschmeister Wolfgang Wriedt belohnt. Uwe Helwers wurde für 30 Jahre geehrt, und die beiden Löschmeister Hubert Beeck und Dieter Störtenbeker wurden für 50-jährige Mitgliedschaft in der Ortswehr ausgezeichnet. Neben dem Bürgerworthalter nahm aus der Stadtverwaltung auch Fachbereichsleiter Thomas Sobczak an der Jahresversammlung teil.

 

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Das ist alles doppelt gemoppelt

Stormarner Tageblatt   20.02.2016

Stormarner Wochenschau

ST-Woschau-2016-02-20Schön dicke Das ist ja mal eine abgefahrene Nummer. Der Oldesloer Tennisverein hat ein Imageproblem. Ein OpenAirKonzert soll das lösen. Schaut her, eigentlich sind wir ganz coole Socken. „Jeden Tag Silvester“ sollen im April ordentlich Publikum auf die Anlage spülen. Ob das dem Verein wirklich hilft? Da sind Zweifel angebracht. Aber vor allem muss man doch fragen: Was hat die Stadt damit zu tun? Oldesloer Band, Oldesloer Verein – naja. Reicht das schon, damit die Stadt 5000 Euro aus ihrer Schatulle zuschießt? Immerhin ist das rund ein Drittel der kalkulierten Kosten.

In weiten Teilen der Politik ist sauer aufgestoßen, dass der Tennisverein gleich zwei Töpfe unabhängig voneinander anzapft. Vom Bürgermeister hat er sich 2500 Euro zusichern lassen und parallel dazu auch noch einen Zuschuss aus dem Kulturetat beantragt. Es steht ja nirgendwo, dass das verboten ist. War das gewollt, oder haben wir es wirklich so dicke? Der Verdacht liegt nahe, dass da eine ganzheitliche Betrachtung fehlte. In seiner jovialen Art, wie wir ihn so kennen, hat Bürgermeister Tassilo von Bary gesagt: „Tolle Idee, klar unterstütze ich euch.“ Schon waren die ersten 2500 Euro quasi bewilligt. Dass da noch ein weiterer Antrag kommt, konnte doch keiner ahnen …

Vergangenes Jahr hat Dieter Harms die Band in seinem Feierwerk ohne Zuschuss präsentiert und wer weiß, ob es nicht noch andere Möglichkeiten und Wege gibt, JeTaSi zu erleben.

Alternativ Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Alternative mögen Windräder und bezweifeln, dass Vögel dadurch umkommen könnten (Beim Bau von Straßen und Autobahnen sind sie allerdings überzeugt, dass Vögel und Fledermäuse zu blöd sind, Autos auszuweichen.) Und Stromtrassen mag man auch (ein bisschen), wenn sie umweltfreundlichen Strom aus skandinavischer Wasserkraft transportieren.

Problematisch wird es komischerweise, wenn hier Strom aus Wasserkraft gewonnen werden soll, auch wenn’s nur Kilo- und keine Megawatt sind. „Entsetzt“ war man im Umweltausschuss, dass ein Wasserkraftwerk in der Trave genehmigt wurde. Vermutlich hätte die Wasserbehörde das Gremium vorher einbinden sollen, auch wenn es nichts zu entscheiden gab. Die Politik war aber vor zwei Jahren eingeladen, sich die Demonstration der Anlage in Sühlen selbst anzusehen. Wäre einer gekommen, hätte man vielleicht Lösungen finden können, die weniger Sorgen hervorrufen.

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Globalisierung kann die Lösung sein

Stormarner Tageblatt   20.02.2016

Über Mythen und Fakten in der Welternährung sprach Prof. Dr. Hess beim Kreisbauerntag / „Bauern trauen der Politik nicht mehr“

ST-Bauerntag-2016-02-20

Die Stormarnhalle in Bad Oldesloe ist einmal im Jahr Treffpunkt und Diskussionsort für die Landwirte aus dem Kreis. Foto: rob

Bad Oldesloe

Beim Kreisbauerntag 2014 hatte Gastredner Robert Habeck Applaus bekommen. Ein Jahr später herrscht Enttäuschung über den Grünen Landwirtschaftsminister vor. Man habe einiges gemeinsam hinbekommen, so HansJoachim Wendt, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands. Was vielversprechend begann, sei aber zu einer Belastung für die Landwirtschaft geworden sagte Wendt und nannte den Knickerlass, das Naturschutzgesetz und die diskutierte Abgabe auf Pflanzenschutzmittel.

Seinen Satz „Die Landwirte trauen der Politik nicht mehr“ bezog er aber nicht nur auf die Grünen, sondern auf eine Politik, die den Landwirten immer mehr Kosten und Bürokratie aufbürdet. Es können nicht sein, dass die Preise durch den Weltmarkt bestimmt würden und die Politik quasi die Produktionskosten festlege.

Das war auch ein Thema für Prof. Dr. Sebastian Hess vom Institut für Agrarökonomie an der ChristianAlbrechtsUniversität, der über Mythen und Fakten zur Globalisierung der Welternährung sprach. Er unterschied ganz klar zwischen Vorschriften zur Qualitätsverbesserung, die ein Wettbewerbsvorteil seien und politisch motivierten Auflagen, die nicht nur die Kosten in die Höhe trieben, sondern häufig sogar den gegenteiligen Effekt bewirkten, weil dann Exporte die Produkte aus dem Inland verdrängen.

Inland oder Regionalität ist dabei kein Wert an sich. Weizen lässt sich nur in bestimmten Regionen der Welt effektiv anbauen, Ölsaaten wachsen in tropischen und subtropischen Gefilden wesentlich besser. Nicht nur ökonomisch, auch ökologisch sei der höhere Aufwand, den man in weniger geeigneten Standorten betreiben müsste, unsinnig. Im CO2-Vergleich mit einen Gewächshaus in Kiel könne Lauch aus Freilandanbau in Spanien zehn Mal um die Welt verschifft werden. Mit dem Lkw wäre immerhin noch eine Erdumrundung möglich.

Handel und Transport seien also weder ökonomisch noch ökologisch das Problem der weltweiten Nahrungsmittelproduktion und -verteilung, so Prof Hess: „Das Potenzial für die Ernährung der Weltbevölkerung liegt in der Optimierung der Produktion an den dafür günstigsten Standorten.“

Genau dagegen ziehen GlobalisierungsKritiker argumentativ zu Felde. Sie verwechseln laut Prof. Hess nicht nur Ursache und Wirkung, sondern idealisieren auch noch das Bild des Kleinbauern in der Dritten Welt, der durch die Importe und Konzerne erdrückt würde. Und weil die reichen Industriestaaten für ihre Fleischproduktion Soja als Tierfutter importieren, würde dafür auch noch der Regenwald abgeholzt.

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Vogelschießen ohne König

Stormarner Tageblatt   20.02.2016

Bruch mit Tradition: Zeltbetreiber nach 70 Jahren nicht mehr bei der Feier auf dem Exer erwünscht

ST-Vogelschiessen-2016-02-20

Buntes Jahrmarktstreiben auf dem Festplatz: Das Zelt von König wird wohl in diesem Jahr nicht mehr dabei sein.  Foto: Gusick
 

Bad Oldesloe

Das klingt weniger nach Feststimmung als nach großem Knatsch. Das traditionsreiche und beliebte Oldesloer Vogelschießen soll ein „optimiertes Konzept“ bekommen. Das könnte sich für die bislang beteiligten Firmen nachhaltig negativ auswirken.

„Wir machen das Zelt beim Vogelschießen seit 70 Jahren. Ich jetzt in der dritten Generation, und mein Sohn hätte das bestimmt auch irgendwann übernommen. Aber jetzt gibt es einen neuen Verein und dessen erste Amtshandlung ist, uns rauszuschmeißen“, ist Zeltbetreiber Henning König verärgert: „Wir haben uns nie was zuschulden kommen lassen, haben immer viel Geld in die Kapellen und Geschenke für die Kinder investiert. Wir haben alles organisiert und jetzt sowas.“ Rolf Niehuesbernd, der seit 50 Jahren das zweite Zelt auf dem Exer betreibt ergänzt: „Jahrzehntelang gab es eine harmonische und konstruktive Zusammenarbeit mit den einzelnen Akteuren dieses besonderen Events in Bad Oldesloe.“

In einem schnöden Schreiben hat die Stadt König informiert, dass der Vogelschießerverein einen Koordinator mit der Ausrichtung der Veranstaltung beauftragt hat. „Bei Bedarf wird der Koordinator Sie für eine erneute Teilnahme gewinnen“, heißt es in dem Schreiben. Der Brief endet mit der Ankündigung, dass sich Schausteller und Zeltwirte, die sich nicht an diese Vereinbarung hielten, „der Fläche verwiesen“ werden.

„So geht man doch nicht mit langjährigen Partnern um“, findet Henning König. Koordinator ist der Zeltverleih Sesiani – da braucht es nicht viel Vorstellungskraft, um sich auszumalen, dass es für König und seinen Kollegen Rolf Niehuesbernd keinen Bedarf mehr geben wird. Henning König: „Früher haben wir noch Geld dafür bekommen, das zu machen. Dann kam der Bürgermeister und sagte, die Stadt sei klamm, ob wir das nicht auch alleine wuppen können. Inzwischen müssen wir Platzgeld bezahlen.“ Der Geschäftsmann macht aber auch keinen Hehl daraus, dass der Laden brummt und sich der Einsatz lohnt. „Es ist ja auch immer ordentlich was los“, so König.

Angeblich sollen auch die anderen Schausteller, die dort alljährlich für Jahrmarktatmosphäre sorgen, vor dem Aus stehen. „Wenn Sesiani das macht, kommt er doch mit seinem eigenen Stamm – ob Bierstand, Crèpes oder Wurstbude, das hat er doch alles an der Hand. Die wird er doch als erstes fragen“, so König.

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