Radhaus und Skateland auf der Kippe

Stormarner Tageblatt   08.10.2015

Der Oldesloer Bauausschuss diskutierte unter Sparzwang über den Haushalt für das Bauamt

Bad Oldesloe

Es muss gekürzt werden. Das stand zu Beginn der Beratungen über den Haushalt 2016 für das Bauamt bereits fest. Die unerwarteten Ausgaben zur Bewältigung der Herausforderung der Unterbringung von Flüchtlingen und eine vermutlich höhere Kreisumlage, zwingen Oldesloes Politiker zu Streichungen und Verschiebungen im gesamten Haushalt.

Für die CDU war klar, dass nun Projekte von der Liste müssten, die zwar mal nett gemeint waren, aber nicht unbedingt notwendig. Ganz oben auf der Liste war das geplante Radhaus am Bahnhof. „Es ist ein komplett unnötige Ausgabe und überflüssig. Wir können uns so einen Luxus nicht mehr leisten. Mit der Streichung sparen wir knapp eine halbe Million“, sagte Christdemokrat Uwe Rädisch. „Ich habe geahnt, dass Sie die Gelegenheit nutzen wollen und mit so etwas um die Ecke kommen“, reagierte Wilfried Janson (Grüne). „Weil die Stadt noch keine Einigung mit der Bahn erzielen konnte, haben wir das Radhaus ja schon nach 2016 verschieben müssen“, so Janson. Lange habe man für das Radhaus gekämpft und werde es sicherlich nicht aufgeben.

Mit der rotgrünen Mehrheit von sechs Stimme wurde die Streichung abgewendet. So war es auch beim Skateland. „Es gibt viele schöne Ideen, die man sich ausdenken kann. Aber man kann nicht versprechen, was wir nicht bezahlen können“, so Rädisch. Er sei enttäuscht, dass RotGrün wenig Bereitschaft zeige, über solche Projekte zu verhandeln.

Verschoben wurde hingegen die energetische und brandschutztechnische Renovierung an der TheodorStormSchule. 800 000 Euro werden so eingespart. „Wir müssen echt aufpassen, dass wir nicht in sensiblen Bereichen streichen. Ich möchte nicht, dass die Stimmung kippt und die Leute kommen und sagen, dass ihre Kinder in sanierungsbedürftigen Räumen unterrichtet werden, weil wir Unterkünfte für Flüchtlinge bauen. Dieser falsche Eindruck darf nicht entstehen“, mahnte die Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). „Wenn die ganze Situation sich weiter so entwickelt, wird es aber ganz genau so kommen. Das sollte man auch nicht verheimlichen“, sagte Rädisch.

Die TheodorStormSchule könnte es auch noch ein zweites Mal in Sachen Verschiebung von Vorhaben erwischen. Die Sanierung des Schulhofes soll eventuell verschoben werden. Dieses Thema wurde aber an den Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss ohne Empfehlung abgegeben.

Definitiv verschoben wird aus den Spargründen die Erneuerung der Beschallungsanlage in der Stormarnhalle. „Die fällt regelmäßig aus, aber zur Not gibt es dann wohl erstmal Megaphone“, kommentierte Bürgermeister Tassilo von Bary. Ersparnis: 75 000 Euro.

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Treffen für Flüchtlinge im Stadthaus

Stormarner Tageblatt   08.10.2015

Bad Oldesloe

Kürzlich tagte auf Einladung der Migrationssozialarbeit und Q 8 der runde Tisch zum Thema Flüchtlingshilfe in Bad Oldesloe. Bei der ersten Runde waren zunächst Vereine und Initiativen eingeladen. Hilfsangebote und -gesuche wurden aufgenommen und ausgetauscht. Die Teilnehmer waren sich einig, dass keine Parallelstrukturen nur für Flüchtlinge aufgebaut werden sollen. „Integration gelingt nur, wenn wir die Menschen in unseren Alltag aufnehmen“ sagt Maria Herrmann (Q 8). Und Kirstin SchwarzKlatt von der Migrationssozialarbeit der Diakonie ergänzt: „Bad Oldesloe muss sich keinesfalls verstecken. Es gibt viele tolle Angebote.“

Nun sollen in einem zweiten Schritt alle Bürgerinnen und Bürger der Kreisstadt dazu eingeladen werden, die ihre Hilfsbereitschaft signalisiert haben. Das Treffen von Vereinen, Initiativen und den Einwohnern findet am kommenden Montag, 12. Oktober, ab 19 Uhr im Foyer des Stadthauses am Markt 5 statt. Dort soll auch für die Idee der Treffpunkte aus der ersten Runde geworben werden. So genannte Hotspots sollen helfen, Vereine und engagierte Bürger besser zu vernetzen und die Hilfen zu koordinieren.

Egal ob Sprachpaten, Sportangebote oder Hausaufgabenhilfe – bei den Treffpunkten könnten die Fäden zusammenlaufen, hieß es weiter. Diakonie und Q 8 weisen darauf hin, dass alle, die sich einbringen wollen und sich angesprochen fühlen, willkommen sind – auch wenn sie keine Einladung erreicht hat.

st

 

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Hublift hebt die Riesenscheiben auf das Dach im Oldesloer KuB

Lübecker Nachrichten    07.10.2015

LN-KuB-2015-10-07Für die Anlieferung der Glasscheiben war die Firma FML aus Mecklenburg-Vorpommern zuständig.

Bad Oldesloe. „Gaaanz langsam vor, dann nach rechts. Und Stopp“, so lautete gestern das krächzende Kommando aus dem Funksprechgerät in der Fahrerkabine des riesigen Hublifts am Kultur- und Bildungszentrum (Kub) in Bad Oldesloe. In Zeitlupe und mit besonderer Vorsicht ließ der Kranführer denn auch die 2,45 mal drei Meter lange Glasscheibe nach oben schweben, um sie dann über das Dach des Gebäudes zu hieven.

„Das ist Millimeterarbeit“, sagte Jens Sommerfeld, Kranführer des Transportunternehmens Sönke Jordt. Sechs Mitarbeiter waren im Einsatz, um acht riesige Scheiben sicher an ihren Bestimmungsort
zu hieven. Eingebaut wurden sie hinter dem Gebäude, weshalb der Funkkontakt zum Kranführer auch
so wichtig war. „Ohne die Anweisung der Kollegen auf der anderen Seite würde es nicht klappen. Man sieht ja nichts und muss sich auf den Funk verlassen“, erklärte er. Mit dem Einbau der Glaselemente wird die Firma noch einige Tage zu tun haben.  dvd

 

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Tegel-Gebiet sorgt erneut für Aufruhr

Lübecker Nachrichten    07.10.2015

Oldesloer Ausschuss legt B-Plan für die neue Siedlung auf Eis

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Die Stimmung war aufgeheizt, ja beinahe explosiv. Und das kleine Sitzungszimmer im Oldesloer Stadthaus geriet im Nu zur politischen Überdruckkabine. Etwa 50 Gäste drängten hinein. Sie wollten miterleben, welche Entscheidungen der Bau- und Planungsausschuss zum geplanten Wohngebiet Am Tegel fällen würde. Denn es ist das umstrittenste Bauvorhaben, mit dem sich das Gremium derzeit beschäftigt. Das Vorhaben eines Investors, eine neue Siedlung auf einer Grünfläche am östlichen Stadtrand zu erschließen und zu vermarkten, hatte schon im April auf einer Einwohnerversammlung für helle Aufregung gesorgt.

Auch dieses Mal ging es hoch her. Während der Fragestunde ver- liehen Anwohner ihren Beschwerde Nachdruck, dass die Situation in den Straßen Up den Pahl, Am Tegel und Tegeleck schon jetzt „grenzwertig“ sei, da der Verkehr auch durch Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge stark zugenommen habe. Friedrich-Karl Kümmel von den Freien Bürgern für Bad Oldesloe (FBO) rechnete vor, wie schmal die Fahrbahn vom Up den Pahl sei. Ein Begegnungsverkehr sei dort jetzt schon kaum möglich, weil zwei Fahrzeuge nicht aneinander vorbeikämen, erst recht nicht, wenn dort geparkt werde.

Mitglieder der Tegel-Initiative, wie sich die Gruppe nennt, die 237 Unterschriften gegen das Projekt geleistet hat, brachten wiederum vor, dass sie kein Interesse hätten, die Sanierungskosten zu übernehmen, wenn schwere Baufahrzeuge ihre Straßen ruinierten. All diese Argumente waren bereits von der Einwohnerversammlung zusammengetragen und dokumentiert worden. Sie sollten in einem Beschluss abgewogen werden. Der Frust darüber, dass das Thema trotz der Anwohnerproteste weiter behandelt werden sollte, schaukelte sich aber immer weiter hoch und gipfelte in der Mutmaßung, dass persönliche Interessen im Spiel seien. Hinter verschlossenen Türen würden Fakten geschaffen, hieß
es. Bürgermeister Tassilo von Bary (parteilos) verwahrte sich dagegen heftig. „Das ist eine schlimme Unterstellung. Es hat keine Verträge gegeben“, konterte er.

Es herrschte ein rauer Ton – mit Zwischenrufen aus den Reihen der Besucher. Ausschussvorsitzende
Maria Herrmann (SPD) sah sich mehrmals gezwungen, einzugreifen, um die Sitzung nicht aus dem Ruder laufen zu lassen. Dabei basierte das Ganze auf einem Missverständnis. Bauamtsleiter Thilo Scheuber erläuterte, dass sich das Verfahren noch in einem sehr frühen Stadium befinde, es noch keinerlei genaue Untersuchungen gebe. Insofern sei noch nichts entschieden. Auch Hans-Hermann Roden (SPD) und Uwe Rädisch (CDU) plädierten dafür, den formellen Beschluss abzustimmen, um dann in die eigentliche Debatte über das Wohngebiet einsteigen zu können.

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Standorte für soziales Wohnen

Lübecker Nachrichten    07.10.2015

Bad Oldesloe. Wochenlang hatte die innerhalb der Oldesloer Stadtverwaltung gebildete „Taskforce“ nach städtischen Grundstücken gefahndet, die sich zur Bebauung von Flüchtlingsunterkünften eignen. Im Bau- und Planungsausschuss stellte nun Bauamtsleiter Thilo Scheuber einige in Frage kommende Flächen vor. Darunter befanden sich aber auch private Grundstücke, über die aus Datenschutzgründen aber nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert werden durfte.

Um einer Ghettobildung vorzubeugen, schlage die Verwaltung vor, Mehrfamilienhäuser im Sinne des
sozialen Wohnungsbaus zu errichten, die auch von alteingesessenen Oldesloern gemietet werden können, sagte Scheuber. Er stellte drei Standorte im Bereich der Innenstadt vor, deren Tauglichkeit diskutiert wurden.

Das Grundstück Am Wendum, auf dem sich ein Parkplatz befindet, erschien im großen Ganzen gut geeignet. Hans-Hermann Roden (SPD) gab nur zu bedenken, dass die Parkplatzsituation in diesem Bereich nicht ideal sei. Die Anwohner stellten ihre Fahrzeuge bis zum Ehmkenberg ab.

Ein eigenes Grundstück besitzt die Stadt auch an der Kreuzung Lübecker Straße/Berliner Ring und zwar hinter dem Altbau, der zurzeit als Obdachlosenunterkunft genutzt wird. Wilfried Janson (Grüne) gab den Hinweis, dass zwischen dem neuen und alten Gebäude möglichst keine Verbindung hergestellt werden möge. Ansonsten gebe es nicht genug Platz, um den Kreisverkehr an dieser Kreuzung bauen zu können. Dem stimmte Thilo Scheuber zu. Als Hartmut Jokisch (Grüne) sich erkundigte, wann die Planungen für den Kreisverkehr denn beginnen, erklärte Bürgermeister Tassilo von Bary, dass es dazu noch keinen Beschluss gebe. Jokisch war der Auffassung, dass die Stadt den Auftrag hatte, sich nach Möglichkeiten der Finanzierung zu erkundigen.

Von allen Ausschussmitgliedern einstimmig befürwortet wurde die Bebauung einer Fläche, die direkt an die Kurparkallee heranreicht. Ein größeres Areal im Umkreis war zwar ebenfalls auf denkbare Wohnbaustandorte betrachtet worden, doch stellte sich heraus, dass dort Altlasten im Boden liegen. Wie Uwe Rädisch (CDU) erläuterte, gab es in diesem Bereich eine Holzfabrik. Während sie noch betrieben wurde, liefen offenbar Imprägniermittel aus und verseuchten das Erdreich. Alle in Frage kommenden Flächen zusammengenommen, könnten nach einer Bebauung etwas über 40 neue Wohneinheiten entstehen, sagte Bauamtsleiter Thilo Scheuber.   D.von Dahlen

 

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