Bad Oldesloe: Das KuB braucht einen Namen – oder?

Stormarner Tageblatt   26.02.2016

Bad Oldesloe

Der Name KuB für das ehemalige Amtsgericht hat sich doch schon eingebürgert, oder etwa nicht? Nein, so klar ist die Sache für die Hauptausschussmitglieder offenbar nicht. „Die Namensfindung ist längst abgeschlossen“, findet Hendrik Holtz (Linke). Und auch Horst Möller (CDU) argumentiert: „Wenn Sie bei Googel ‚KuB‘ eingeben, bekommen Sie Seitenweise Texte aus Bad Oldesloe.“ Warum dann noch umentscheiden?

Kulturmanagerin Inken Kautter erklärte: „Die Namensfrage ist eine sehr persönliche Geschichte. Die polarisiert sofort und schlägt Wellen bis zum Horizont.“ KuB für „Kultur- und Bildungszentrum“ sei eben eine sehr technische Funktionsbeschreibung. Mehr aber auch nicht. „Wenn Sie ein Pferd kaufen, nennen sie es ja auch nicht Pferd, sondern Johny, weil sie dazu eine emotionale Bindung haben“, sagte sie. Aus den Reihen der vorläufigen Hauptnutzer kam der Vorschlag, das Gebäude „dasKUB“ zu nennen. Analog gäbe es dann „dasBÜRO“ oder „derSAAL“. Dagegen kam sofort Protest vom Oldesloer SprachExperten Franz W. Kuck: „Erst habe ich gedacht, da hat die Leertaste geklemmt. Ich empfinde das als grammatikalisch unmöglich. Grafiker sollten unsere Sprache nicht verballhornen.“

SPD, Grüne und FBO sprachen sich dafür aus, ein offenes Beteiligungsverfahren zu starten. Im Detail unterschieden sich allerdings die Anträge. Patrica Rohde (FBO) schlug vor, dass alle eingehenden Vorschläge von der Verwaltung aufgelistet und der Politik zur Entscheidung vorgelegt werden. Maria Herrmann (SPD)bevorzugt eine von Inken Kautter berufene ehrenamtliche Jury, die die Namensvorschläge sichten und schlussendlich einen Sieger küren soll.

Nach Auskunft von Mandy Treetzen sind die Bauarbeiten im Zeitplan. Jetzt wurde die Glasfassade geschlossen. „Wir peilen weiterhin das Frühjahr als Fertigstellungstermin an“, so Treetzen: „Aber bei einigen Firmen fragen wir uns, wie die durchhalten.“ Im August soll der Umzug von Musikschule und VHS beginnen, im September wird die große Eröffnung gefeiert.

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Ein Hoch auf 50 Jahre Theater

Lübecker Nachrichten   26.02.2016

Die Oldesloer Bühne feierte gestern auf dem Markt mit Freunden und Gästen ihren runden Geburtstag

Von P. Peters und V. Bosslet

LN-OD-Bühne-2016-02-26Glückwunsch: (v. l.) Heike Gräpel, Spielleiterin Birgit Kuhlke, Peter Clasen und Manfred „Manni“ Thomsen stoßen an. Fotos:Peters/Bosslet

Bad Oldesloe. 50 Jahre und kein bisschen leise: Die Oldesloer Bühne feierte gestern Nachmittag auf dem Markt ihren runden Geburtstag – mit vielen Freunden, Unterstützern und Gästen, mit Punsch und einem Geburtstagsständchen des Oldesloer Shanty-Chores. „Wir wollten eigentlich alle in Kostümen kommen“, erzählte Nadine Hamm von den Bühnenzwergen. „Aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Zwischendrin hagelte und schneite es immer wieder, wie es eben so sein kann, wenn man im Winter draußen Geburtstag feiert.

Der Stimmung tat das dennoch keinen Abbruch. Manfred „Manni“ Thomsen kam brummig singend quer über den Markt zum Fest geschritten. „Ah, da kommt der Weihnachtsmann“, freute sich Lina Hamm, als sie „Manni“ hörte. Die neunjährige Nachwuchsdarstellerin ist bei den Bühnenzwergen, die ihre Mutter Nadine (39) leitet, aktiv und kennt Thomsen natürlich von all seinen Auftritten bei den Weihnachtsmärchen. Theater spielt sie schon seit ihrem sechsten Lebensjahr – und das mit stetig wachsender Begeisterung. „Ich finde Theater toll, weil ich jeden Tag etwas dazu lerne“, sagte das Mädchen. Ihren nächsten Auftritt hat Lina mit 28 weiteren Bühnenzwergen und Bühnenjugendlichen am 18., 19. und 20. März jeweils um 17 Uhr in der Oldesloer Festhalle bei der Aufführung von „Der kleine Tag“. „Ich freue mich schon. Vor Publikum zu spielen, macht mir Spaß“, sagte sie.

An Nachwuchs mangelt es der Oldesloer Bühne also nicht. 140 Mitglieder zählt sie insgesamt, Bruno Jawinsky (89) ist der Älteste unter ihnen, Lina die Jüngste. Gestern feierten sie alle gemeinsam. Ein Bollerwagen, geschmückt mit bunten Luftballons und einer goldenen 50, war der Blickfang. „Wir wollen die Luftballons später steigen lassen“, berichtete Heike Gräpel, die 1. Vorsitzende der Oldesloer Bühne. „Einfach so. Als Zeichen für 50 Jahre Fröhlichkeit auf unserer Bühne“, sagte sie lachend.

Dabei wurde ein Vorläufer der Oldesloer Bühne, der Oldesloer Theater-Verein, bereits vor nahezu 100 Jahren, 1920, gegründet. 1936 wurde die Vereinsarbeit jedoch von den Nazis verboten. Erst 1957 wurde der Theater-Verein wieder gegründet.

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Soll Millionen-Neubau „dasKUB“ heißen?

Lübecker Nachrichten   25.02.2016

In Bad Oldesloe hat die Debatte um den Namen des Kultur- und Bildungszentrums begonnen

Von Dorothea von Dahlen

LN-KuB-2016-02-25Viel Glas und Transparenz nach außen: Das neue Kultur- und Bildungszentrum soll offen für alle Bürger sein und zum Mitmachen einladen. Fotos:Bartsch/von Dahlen

Bad Oldesloe. Dralle Blumenkohlwölkchen vor sattem blauem Himmel spiegeln sich in der Fassade. Das alte Amtsgerichtsgebäude im Oldesloer Beer-Yaacov-Weg ist längst nicht mehr wiederzuerkennen. Lediglich der Vorbau erinnert noch an die Zeiten, als Justitia dort ihren Stammsitz hatte. Mit dem Fortschritt der Arbeiten am neuen Kultur- und Bildungszentrum drängt sich aber auch die Frage auf, wie das Kind denn eigentlich heißen soll. In den politischen Gremien jedenfalls steht dies derzeit zur Debatte.

Die Hauptnutzer der Immobilie haben bereits ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und einen Vorschlag unterbreitet. Sie sprechen sich für den Begriff „dasKUB“ aus und möchten diese Schreibweise später auch analog auf den Türschildern im Gebäude lesen, wie etwa „derSAAL“, „dieWERKBÜHNE“ oder „dasFOYER“.

Sehr zum Leidwesen von Franz W. Kuck. Der Journalist protestiert geradezu gegen die außergewöhnliche Typographie des Namens. „Abgesehen davon, dass offenbar die Leertaste geklemmt hat, würden wir uns der Lächerlichkeit preisgeben, das KuB mit großem U zu schreiben“, untermauert er seine Kritik. Immerhin verberge sich hinter der Abkürzung das Wort „und“, das zwischen zwei Begriffen normalerweise klein geschrieben werde. Überdies stelle der Name die schreibende Zunft vor arge Probleme. „Wie soll man es denn formulieren? Das Konzert findet im „dasKUB“ statt?“ fragt Kuck.

Er plädiert dafür, den bereits eingebürgerten Begriff KuB zu behalten. Den Oldesloern, die sich gestern an einer Straßenumfrage beteiligten, spricht er damit aus der Seele. Die meisten assoziierten mit dem Namen gleich das neue Kultur- und Bildungszentrum. Auswärtige dagegen hatten Schwierigkeiten, sich unter der Abkürzung etwas vorzustellen. Das gibt auch Marketing-Spezialistin Nicole Brandstetter zu bedenken. „Ich finde, in der Einfachheit liegt schon die Würze und deshalb sollten die drei Buchstaben bleiben. Damit aber nicht nur Einheimische etwas damit anfangen können, müsste es noch einen Zusatz geben“, schlug sie vor.

Der Vorschlag, einen fantasievolleren Namen für das neue Kulturzentrum zu wählen, der mehr dem glamourösen Erscheinungsbild der Glasfassade gerecht wird, stimmten einige Passanten zunächst eifrig zu. Für ein mehr als elf Millionen Euro teures Gebäudes müsse er schon außergewöhnlich sein, waren sie sich einig. Doch eine passende Alternative zum „KuB“ kam tatsächlich niemandem spontan in den Sinn. Musentempel, Kulturpalast – all diese Namen seien zu abgegriffen, hieß es. Letztlich landeten die meisten wieder bei der schon eingeführten Abkürzung.

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Bad Oldesloe: Stadt informiert Bürger zu Flüchtlingsfragen

Lübecker Nachrichten   25.02.2016

Bad Oldesloe. Zur Flüchtlingssituation in Bad Oldesloe lädt die Stadt für Donnerstag, 3. März, um 19 Uhr in der Stormarnhalle, Am Bürgerpark 4, zu einer Bürgerinformationsveranstaltung ein.

„Der Flüchtlingszustrom in die Bundesrepublik Deutschland hat über die Wintermonate leicht abgenommen, nichtsdestotrotz bleiben die Zuweisungen in die Kommunen auf hohem Niveau stabil“, heißt es in der Einladung. So wurden der Stadt Bad Oldesloe seit Januar 2016 bereits 272 Flüchtlinge zugewiesen. Wie diese Entwicklung weitergeht, ist immer noch nicht absehbar. Um über die aktuelle Asyl- und Flüchtlingssituation in Bad Oldesloe sowie die damit einhergehenden Auswirkungen in Sachen Betreuung, Integration und Sicherheit zu informieren, lädt die Verwaltung alle interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu einer Informationsveranstaltung ein. Der Abend soll Bürgern die Möglichkeit geben, mit dem Bürgermeister, mit Vertretern der Stadtverwaltung, der Kreisverwaltung, des Diakonischen Werkes, sowie der Kriminalinspektion Bad Oldesloe ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen oder auch Bedenken zu äußern.

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Rettungsaktion für Oldesloer Oho-Kino

Lübecker Nachrichten   24.02.2016

„Wir kämpfen für unser Kino“/ Eine Kundgebung auf dem  Markt/ Heinz Wittern gibt nicht auf

Von Britta Matzen

LN-Kino-2016-02-24In Bad Oldesloe bekannt als Kino-Heinz: Seit 30 Jahren betreibt Heinz Wittern das Oho-Kino mit Herz und Leidenschaft. Rund 70 000 Besucher begeisterte er pro Jahr mit seinem Filmprogramm. Dennoch musste er jetzt Insolvenz anmelden. Foto:Britta Matzen

Bad Oldesloe. Noch stehen die Stuhlreihen, aber die Lichter sind schon länger aus: Seit dem Sommer 2015 ist das Oho-Kinocenter in Bad Oldesloe geschlossen. Jetzt könnte es das endgültige Ende für das Kino der Kreisstadt bedeuten: Betreiber Heinz Wittern hat Insolvenz angemeldet. „Das ist ein schwerer Schlag für die Kultur unserer Stadt und ein Weckruf an die Bevölkerung“, erklärt der ehemalige DGB-Vorsitzende Walter Albrecht. Für Freitag, 26. Februar, ruft Albrecht deshalb zu einer Solidaritätskundgebung auf. „Wir kämpfen für unser Kino“ heißt es ab 16 Uhr auf dem Marktplatz. „Wir stimmen mit den Füßen ab – eine Stadt steht auf und bekennt sich zum Kino“, so der Gewerkschafter. Anschließend wird Albrecht mit Oldesloer Bürgern ins Oho-Kino gehen, um über mögliche Rettungsmaßnahmen zu diskutieren.

Für die Aktion hat sich Albrecht kräftig ins Zeug gelegt. „Ich habe alle Schulen und Kindergärten in Oldesloe aufgesucht, Flugblätter verteilt und mit ganz vielen Leuten gesprochen. Eine enorm positive Resonanz habe ich bekommen – auch über die sozialen Netzwerke. Das beflügelt ja auch“, sagt Albrecht. Eine Patentlösung zur Rettung des Kinos habe er zwar nicht in der Tasche. „Aber ich denke an einen Runden Tisch, einen Förderkreis, an private Investoren oder an die Oldesloer Geschäftswelt.“ In Bargteheide sei die Stadt am Kino beteiligt. „Wir können uns ein teures Kultur- und Bildungszentrum leisten oder das Laurent finanzieren – da muss die Kommunalpolitik auch hier in Oldesloe Mittel und Wege für das Kino finden“, ist Albrechts Meinung.

Allein eine Demo auf die Beine stellen – das würde nicht reichen, gibt Maria Herrmann (SPD) zu bedenken. „Um das Kino zu retten, sind Ideen und Fantasie gefragt. Und es muss ein knallhartes, langfristiges Finanzierungskonzept her.“ Wenn es dafür nicht zu spät sei. „Da Wittern bereits Insolvenz angemeldet hat, stellt sich mir die Frage, ob es fünf vor oder bereits fünf nach zwölf ist.“

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