Archiv des Autors: CDU Bad Oldesloe

Politiker ergreifen Partei für Vereine

Stormarner Tageblatt  03.09.2020

Oldesloer Lokalpolitiker fordern zeitnahe Wiedereröffnung von Stormarnhalle und Bürgerhaus

CDU-Sitzung mit  Abstand  in der Oldesloer Stormarnhalle. Kleine Fotos von links: Carsten Stock (SPD), Jörn Lucas (CDU), Dagmar Danke-Bayer (Grüne) und Tom Winter (Stadtfraktion).Niemeier (2), St, CDU, Privat
CDU-Sitzung mit Abstand in der Oldesloer Stormarnhalle. Foto: CDU

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Geht der Bad Oldesloer Bürgermeister bei der corona-bedingten Schließung von Stormarnhalle und Bürgerhaus zu weit? Verwaltungschef Jörg Lembke hält bisher daran fest, dass die einzige Mehrzweckhalle der Kreisstadt und das Bürgerhaus nicht wie gewohnt Vereinen oder Privatleuten zur Verfügung stehen können.

Sensibler Sportboden Der Grund dafür: Sie werden als Räume für Sitzungen mit Corona-Abstand benötigt (wir berichteten). So fand in der Stormarnhalle zum Beispiel bereits die Wahlkreismitgliederversammlung der CDU statt. Für diese und ähnliche Veranstaltungen ist ein besonderer Boden eingezogen worden, der den sensiblen Sportboden schützen soll. Diesen Schutz immer wieder ein- und auszubauen, sei zu viel Aufwand, daher sei die Nutzung als Sporthalle aktuell nicht möglich, lautet die Erklärung der Verwaltung. Für den Bürgerhaussaal sei nur ein Hygienekonzept mit einer festen Bestuhlung möglich, die dann immer eingehalten werden müsse, hieß es vor Wochen. Daher könnte die gewohnte, freie, flexible, zum Teil private Nutzung für Feiern, Seniorencafé, Tanztee und Treffen aktuell nicht gewährleistet werden.

Doch nachdem sich zahlreiche Vereine beschwerten und der Bürgermeister davon sprach, dass die Schließungen für den öffentlichen Betrieb jeweils „alternativlos“ seien, regt sich in der Politik immer mehr deutliche Kritik am Verwaltungsvorgehen.

Überzieher tragbar? Im aktuellen Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss forderten Lokalpolitiker daher Lembke und sein Team auf, das Thema der Schließung dieser beiden aus ihrer Sicht wichtigen Orte für die Bürger der Kreisstadt für den nächsten BSK-Ausschuss aufzubereiten und zur Diskussion zu stellen. Denn sie sehen die Sach- und Notlage doch etwas anders.

So ist Carsten Stock (SPD) zum Beispiel der Meinung, dass ein besonderer Bodenschutz in der Stormarnhalle nicht angemessen sei, wenn er Sport verhindere. Teilnehmer von Sitzungen könnten vielmehr zum Beispiel Schuhüberzieher tragen. Das würde die notwendigen Umbauten, die die zuständigen Hausmeister überlasten würden, vermeiden, so sein Vorschlag. Auch Tom Winter von der Stadtfraktion und Jörn Lucas von der CDU forderten, dass die Nutzung der Stormarnhalle durch Sportvereine wieder zugelassen werden soll. Dagmar Danke-Bayer (Die Grünen) forderte entsprechend, dass die Nutzung des Bürgerhaussaals ausschließlich für Sitzungen beendet werden müsse. Es könne nicht sein, dass der für das Vereins- und Sozialleben wichtige Raum seit fast einem halben Jahr nicht zur Verfügung stehe.

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Überschwemmtes Parkhaus wird zum Ärgernis

Stormarner Tageblatt  01.09.2020

Überschwemmtes Parkhaus wird zum Ärgernis

Geflutetes oberstes Parkdeck am Parkhaus Königstraße in Bad Oldesloe.Poost
Geflutetes oberstes Parkdeck am Parkhaus Königstraße in Bad Oldesloe.Poost

Bad Oldesloe Über kaum ein Thema wird in Bad Oldesloe so ausgiebig diskutiert wie über die Parkplatzsituation. Immer wenn Kritik an Parkmöglichkeiten in der Kreisstadt aufkommt, weist die Verwaltung auf die Parkhäuser hin, die neben dem kostenfreien Exer und den übrigen städtischen Parkräumen zur Verfügung stehen. Doch die Parkhäuser sind in keinem vorzeigbaren oder uneingeschränkt nutzbaren Zustand. So sind die Abstände der Parklücken teilweise so knapp gemessen, dass moderne, oftmals größere Fahrzeuge ein Problem bekommen, wenn sie in einer Reihe stehen. Immer wieder gibt es außerdem Beschwerden über Jugendliche, die sich sowohl die Treppenhäuser des Parkhaus in der Königstraße als auch in der Lübecker Straße als Treffpunkt für Trinkgelage auserkoren haben. (wir berichteten).

Vor allem ältere Mitbürger fühlen sich daher beim Gang zum Fahrzeug unwohl. Ein besonderes Problem zeigt sich zusätzlich im Parkhaus Königstraße. Denn sobald eine größere Menge Regen fällt, steht das oberste Deck teilweise unter Wasser. Das Problem ist der Verwaltung seit Monaten bekannt, Abhilfe wurde noch nicht geschaffen, Infos gibt es nicht. „Die entsprechende Abteilung ist informiert, mehr kann ich dazu nicht sagen“, sagt Verwaltungssprecherin Agnes Heesch. nie

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Kein Tauschhaus ohne Ehrenamtler

Stormarner Tageblatt  01.09.2020

Karin Hoffmann, die sich viele Jahre auch um die Bücherzelle kümmerte, gibt ihre Tätigkeit auf

Karin Hoffmann überreicht den Hut für Tauschhaus und Bücherzelle an Bürgermeister Jörg Lembke. Link
Karin Hoffmann überreicht den Hut für Tauschhaus und Bücherzelle an Bürgermeister Jörg Lembke. Link

Susanne Link Bad Oldesloe Blumen werden der Frau im gelben Mantel überreicht, die farblich passend zum Tauschhaus und zur Bücherzelle gekleidet ist. Und auch der Hut, den Karin Hoffmann trägt, hat eine Symbolik: Den möchte sie nämlich abgeben. Seit vielen Jahren kümmert sie sich ehrenamtlich darum, dass hier alles seine Ordnung hat. Damit möchte die 75-Jährige nun aufhören.

„Ich habe ja noch so viele andere Dinge“, sagt Hoffmann, die sowohl im interkulturellen Treffpunkt Kaktus als auch im Weltladen hilft, im Wirtschaftsbeirat sitzt (Grüne) und im Hühnerzuchtverein aktiv ist. Mehr Zeit möchte sie auch für ihren Mann, ihre zwei Töchter und ihre Enkel haben. „Bin ja auch nicht mehr die Jüngste.“

Eines wird sie aber bleiben, auch wenn sie die Verantwortung für die Mühlenstraße abgibt: Die Initiatorin der beiden Einrichtungen. „Das war so öde hier“, sagt Hoffmann. Mit der Wand der Gedichte, der Bücherzelle und dem Tauschhaus wollte sie den Straßenabschnitt attraktiver gestalten. Nebenbei wollte sie auch einen Beitrag für Kommunikation, Ressourcenschonung und Müllvermeidung leisten.

Das Konzept der Einrichtungen: Geben, nehmen, tauschen – seien es Bücher oder kleine Dinge. „Das ist alles schön und gut, aber nur wenn das gepflegt ist und einer den Hut aufhat“, sagt Hoffmann. Der Freundeskreis „Oldesloe liest“, zu dem auch Catharina von Kaufmann gehört, kontrolliere regelmäßig den Inhalt der Bücherzelle und sorge für Ordnung. Seit einer Woche hat von Kaufmann auch einen Schlüssel für die Pforte zum Bürgerhaus. Dadurch muss nicht mehr die eigene Papiertonne für die Entsorgung von abgeranzten Bücher genutzt werden. Auf- und zugeschlossen wird die Zelle morgens um 9 Uhr und abends um 18 Uhr unter anderem von Mitarbeitern umliegender Geschäfte.

„Wir brauchen einen festen Ansprechpartner“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke im Hinblick auf den Ehrenamtler-Ruhestand von Hoffmann. Denn eben jenen verliert die Stadt, der die Einrichtungen gehören, nun. Ein Nachfolger, zu dessen Aufgaben unter anderem die tägliche Kontrolle an der Mühlenstraße gehört, wird gesucht. „Sonst müllt das hier voll“, sagt Karin Hoffmann.

Wenn keiner gefunden werde, der sich um die Ecke kümmere, drohe laut Lembke der Abbau von Bücherzelle und Tauschhaus. „Es ist natürlich so, dass wir das seitens der Verwaltung nicht hauptamtlich betreuen können“, sagt Lembke, der sich gestern für das ehrenamtliche Engagement von Hoffmann bedankte.

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Ein großer Schritt hin zum „Traveviertel“

Stormarner Tageblatt  31.08.2020

Vier mehrgeschossige Mietshäuser mit 80 Wohnungen entstehen am Berliner Ring

Welche Baupotenziale bieten sich auf den Hinterhöfen?Nie
Welche Baupotenziale bieten sich auf den Hinterhöfen?Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Bad Oldesloe bekommt 80 neue Wohnungen – und das , wenn alles gut geht, recht zeitnah. Die Kreisstadt benötigt dringend neue Wohnheinheiten, so dass eine Bebauung in zweiter Reihe zwischen Krankoppel und Berliner Ring ein Thema ist, mit dem sich die Politik seit Jahren immer wieder auseinandersetzen muss. Die Siedlungsgrenzen Bad Oldesloes sind beschränkt, so dass ein Wachsen der Bevölkerung oft nur durch Überarbeitungen B-Pläne aufgefangen werden kann.

Genau daher hat der Wirtschafts- und Planungsausschuss in Bad Oldesloe jetzt einer Veränderung des B-Plans 101 am Berliner Ring zugestimmt. So wird der Weg frei für das Projekt „Traveviertel“: Vier neue mehrgeschossige Mietshäuser mit 80 Wohnungen. Laut des Projektleiters Sven Wobig, sollen sowohl Eigentumswohnungen als auch sozialer Wohnungsbau ihren Platz in dem Neubau finden. Eine Mischung die zwei Felder abdecken würde, in denen besonderer Bedarf bestehe.

Die Zustimmung durch das zuständige politische Gremium bedeutet auch das Ende eines langen Anlaufs,. Denn seit fast zwei Jahrzehnten wird darüber diskutiert, auf dem Gelände zwischen der bereits bestehenden Bebauung neuen Wohnraum entstehen zu lassen. Bisher war es aber zu keinem Durchbruch gekommen. Immer wieder scheiterte man an Detailfragen oder der Definition, wie umfangreich das Bauprojekt sein soll.

Nachdem so in den Jahren 2001 und 2015 erste Anläufe scheiterten, sah es noch 2018 so aus, als würde nun großflächiger gedacht und so eine Einigung erzielt. Damals waren 114 neue Wohneinheiten im Gespräch, doch die genau Überprüfung zeigte, dass nicht alle auserkorenen Bereiche für Neubauten wirklich geeignet sind.

„Im Zuge der weiteren Bearbeitung des Bebauungsplanes hat sich gezeigt, dass eine Verdichtung im Bereich der Lübecker Straße 37-43 nicht gesehen wird. Bei der Überplanung dieses Gebietes ist die vorhandene Bebauungsstruktur zu berücksichtigen. Es ist nicht davon auszugehen, dass diese in absehbarer Zeit abgebrochen und in Form einer geschlossenen Bebauung neu entsteht“, erklärt Bauamtsleiter Dr. Kurt Soeffing in einer Stellungnahme.

Die Leiterin der Planungsabteilung der Stadt, Angelika Müller, macht sich daher dafür stark, sich auf einen eingrenzten Bereich zu beschränken, der möglichst wenig Probleme macht und für den keine zeit- und kostenintensiven Gutachten neu erstellt werden müssen, die den gesamten Prozess erneut aufhalten würden und eventuell gar nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen.

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Die Frage nach der Konzertfahrt-Finanzierung

Stormarner Tageblatt  31.08.2020

In Bad Oldesloe werden Reisen Kulturschaffender aus dem Kulturförderungsbudget unterstützt, weil ein eigener Etat dafür fehlt

Vor allem „Stormarn Magic“ benötigt regelmäßig Zuschüsse für die weiten Konzert- und Wettbewerbsfahrten. Nie
Vor allem „Stormarn Magic“ benötigt regelmäßig Zuschüsse für die weiten Konzert- und Wettbewerbsfahrten. Nie

Bad Oldesloe Theaterstücke, Konzerte, Ausstellungen und Kunstprojekte – aus dem Kulturfördertopf der Stadt Bad Oldesloe werden jedes Jahr zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen in der Kreisstadt finanziert. 30.000 Euro stehen für die Vereine und Privatpersonen zur Verfügung, deren Anträge den festgelegten Förderrichtlinien entsprechen. Das Besondere in der Kreisstadt ist, dass die Antragssteller selbst in Verhandlungen treten, wenn die Antragssummen höher als das Budget sind. Und bisher gab es immer eine Einigung. In diesem Jahr fiel auf, dass die Zuschüsse für Fahrten zu Musikwettbewerben einen relativ großen Anteil an den gewährten Zuschüssen einnehmen. Diese Förderungen benötigt vor allem die Marching-Band „Stormarn Magic“.

Aber soll das wirklich aus dem Kulturfördertopf bezahlt werden? Während alle anderen Vereine und Antragssteller den Magics ihre Fahrten nach eigener Aussage gönnen, begab man sich auf die Suche nach anderen Töpfen, die für diesen Fall angezapft werden könnten – und man wurde nicht fündig.

Entsprechend brachten die Kulturschaffenden im aktuellen Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA)gemeinsam mit der Leiterin der Kulturabteilung, Inken Kautter, den Antrag ein, einen extra Topf mit 10.000 Euro für Fahrtenförderung einzurichten. Die Ausschussmitglieder sahen die Notwendigkeit , sie wollen aber keinen eigenen Fördertopf einrichten. Dagmar Danke-Bayer (Die Grünen) befürchtet zum Beispiel, dass das Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen auslösen könnte.

Generell zeigte man sich aber bereit dazu das Budget im Kulturfördertopf um eine noch nicht genau definierte Summe zu erhöhen, so dass die Fahrten weiterhin aus diesem finanziert werden können. Da dies nicht dem vorliegenden Antrag entsprach, beschlossen die Fraktionen, den neuen Vorschlag nochmal zu diskutieren, signalisierten aber bereits ihre generelle Zustimmung für eine Erhöhung.

Kulturchefin Kautter merkte an, dass im gleichen Zug dann die Fördersatzung auch überarbeitet werden müsste. Denn dort sei bisher nur festgelegt, dass in Ausnahmefällen auch Fahrten finanziert werden können. Die Ausnahme würde aber ja durch die zweckgebundene Erhöhung zur Regel werden. Auch über diesen Vorschlag soll nun noch in der nächsten Sitzung des BSKA diskutiert werden. nie

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