Archiv des Autors: CDU Bad Oldesloe

Bad Oldesloe forstet seinen Stadtwald auf

Stormarner Tageblatt  13.04.2021

Die Kreisstadt verfügt über 271 Hektar Waldflächen, die nun mit Laubbäumen ergänzt werden

Jens Lübbers (Bezirksförster, l.) und Steffen Burkhardt (Forstbetriebsgemeinschaft, r.) mit einem Forstmitarbeiter beim Pflanzen der Bäume.  Stadt Bad Oldesloe
Jens Lübbers (Bezirksförster, l.) und Steffen Burkhardt (Forstbetriebsgemeinschaft, r.) mit einem Forstmitarbeiter beim Pflanzen der Bäume. Stadt Bad Oldesloe
Jens Lübbers (Bezirksförster, v.l.), Marc Schönert (Stadt Bad Oldesloe) und Steffen Burkhardt (Forstbetriebsgemeinschaft) beim Pflanzen der Bäume.  Stadt Bad Oldesloe

Patrick Niemeier Häufig geraten Stadtverwaltungen in die Kritik, weil für Baumaßnahmen oder aus Sicherheitsgründen Bäume gefällt werden sollen oder gefällt werden. In diesem Fall ist die Lage anders. Denn die Stadt Bad Oldesloe forstet in zwei Bereichen auf, beziehungsweise um.
Denn auf zwei Flächen im Kneeden und im Totenredder werden aktuell 5000 junge Laubbäume wie Buche, Eiche, Ahorn und Kirsche gepflanzt. Zuvor wuchsen dort vor allem Nadelhölzer. Das Ziel der Aufforstung sei es, neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Außerdem werde ein Zeichen gesetzt, dass man die Herausforderung des Klimawandels ernst nehme.
Im Besitz der Kreisstadt befinden sich insgesamt 271 Hektar Waldfläche. Für die Betreuung ist Marc Schönert aus dem Sachbereich Tiefbau in der Stadtverwaltung zuständig. Er hat in den vergangenen Jahren beobachten müssen, dass der Klimawandel auch in Oldesloer Wäldern deutlich zu beobachten sei.
„Insbesondere den Nadelhölzern machen die Trockenheit und der Verbreitung von Borkenkäfern stark zu schaffen. Regelmäßig müssen kranke, ausgetrocknete oder befallene Bäume gefällt und die Flächen entsprechend wieder neubepflanzt werden“, erläutert er.

Nadelhölzer werden durch Laubbäume ersetzt

Bei der Aufforstung habe man in der Vergangenheit häufig auf Nadelhölzer gesetzt, doch mittlerweile setze man durch die veränderten Gegebenheiten auf Laubhölzer, die Trockenheit besser vertragen können.
Die jungen Bäume seien in regionalen Baumschulen gekauft worden. Für die Auswahl war Jens Lübbers, Bezirksförster der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, zuständig. Beim Pflanzen habe man dann auf die Unterstützung regionaler Forstunternehmen gesetzt.
Acht bis zehn Jahre werden die jungen Bäume nun auf den Flächen erstmal hinter einem Zaun wachsen müssen. Damit soll verhindert werden, dass Wild die jungen Pflanzen zerstört.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Naturschützer enttäuscht von Verwaltung

Stormarner Tageblatt  13.04.2021

Die Anfragen des Oldesloers Klaus Gräber vom Naturschutzbund Nabu wurden nicht wie gewünscht weitergeleitet

Eigentlich ein guter Draht zur Verwaltung: Dr. Ulrike und Klaus Gräber (links., Nabu), Ulrike Külper (Tiefbauamt), Helge Brauer (Baubetriebshof) und Bürgermeister Jörg Lembke auf einer Insektenwiese im Baugebiet “West“.  Patrick Niemeier
Eigentlich ein guter Draht zur Verwaltung: Dr. Ulrike und Klaus Gräber (links., Nabu), Ulrike Külper (Tiefbauamt), Helge Brauer (Baubetriebshof) und Bürgermeister Jörg Lembke auf einer Insektenwiese im Baugebiet “West“. Patrick Niemeier
 
Bringt sich seit vielen Jahren aktiv ein: Klaus Gräber vom Nabu in Bad Oldesloe.  Susanne RohdeBringt sich seit vielen Jahren aktiv ein: Klaus Gräber vom Nabu in Bad Oldesloe. Susanne Rohde

Patrick Niemeier In Pandemie-Zeiten sollen Menschen möglichst Versammlungen und Kontakte meiden. Daran wollte sich Klaus Gräber vom Naturschutzbund Bad Oldesloe halten. Zumindest war das sein Plan, den er fast ein Jahr lang auch umsetzen konnte. Zuletzt bat der engagierte Naturschützer daher die Stadtverwaltung zu zwei Themenbereichen Fragen und Anmerkungen an den Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss (UEVA) weiterzuleiten. Doch zu seiner Irritation geschah das weder zum Thema Poggensee noch zum Thema Kurpark. „Ich bin sehr enttäuscht, da wir sonst in mehreren Bereichen gut mit der Verwaltung zusammenarbeiten“, sagt Nabu-Mann Gräber. Nach fast einem Jahr habe er daher trotz Befürchtungen rund um die Pandemie den Weg in den Ausschuss persönlich antreten müssen.

Halbherzige Rückmeldung vom Bauamt

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Ölige Flüssigkeit auf der Trave sorgt für Feuerwehreinsatz

Stormarner Tageblatt  12.04.2021

Feuerwehr entnahm Probe / Ergebnis steht noch aus

Bad Oldesloe Eine bisher unbekannte Flüssigkeit hat am Nachmittag des Sonnabend, 10. April, die Trave in Bad Oldesloe verunreinigt. Anwohner bemerkten einen schimmernden Film auf dem Wasser. Dieser größere Felck eines bunt schimmernden Films, war den Anwohnern in Höhe der Brücke am Hamburger Tor aufgefallen. Sie vermuteten ein Ölspur und informierten die Feuerwehr.
Auch die Kameraden konnten die Verunreinigung bei ihrem Eintreffen direkt erkennen. Ein Feuerwehrmann stieg an Leinen gesichert in einer Wathose in die Trave.

Ausbreitung des Films verhindert

Dort brachte er rund um die Verunreinigung unter der Brücke einen Ölschlängel aus. Damit wurde eine weitere Ausbreitung verhindert. „Wir wissen bisher noch nicht, um welchen Stoff es sich handelt. Öl war es wahrscheinlich nicht, denn wir haben keinen typischen Geruch festgestellt“, sagte Feuerwehreinsatzleiter Kai-Uwe Gatermann. „Sicherheitshalber haben wir aber an der betroffenen Stelle eine Wasserprobe entnommen, diese wird jetzt vom angeforderten Umweltamt untersucht.“ rtn

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Ist der Kurpark tatsächlich in Gefahr?

Stormarner Tageblatt  12.04.2021

Kritiker sehen in dem Plan einer Senioren- und Pflegeheim-Erweiterung in Oldesloe eine Bedrohung für die Grünanlage

Würde langfristig auch die grüne Wiese bebaut werden? Kritiker befürchten das.  Patrick Niemeier
Würde langfristig auch die grüne Wiese bebaut werden? Kritiker befürchten das. Patrick Niemeier

Patrick Niemeier Ist der geplante Anbau eines Senioren- und Pflegeheims im Bad Oldesloer Kurpark der Anfang vom Ende der historischen Grünanlage? Einige Oldesloer sehen es so und die Diskussion über den Wunsch des Pflegeheims Riedel, einen Neubau errichten zu können, wird zu einem Richtungsstreit.
Die Zahl der Kritiker wächst, während die Familie Riedel als Besitzer und Betreiber des Pflegeheims sich erstaunt über das Ausmaß der Aufregung zeigt und sich daher auf Nachfrage nicht weiter äußern möchte. Die Riedels haben sich viele Jahre aktiv in die Kurpark-AG und in die Belebung der großen Grünfläche zum Beispiel durch das Kurpark-Fest oder die Ostereiersuche eingebracht.
Geplant ist der Bau direkt neben dem „Haus des Handwerks“ in Richtung des Sülzbergs zur Straße hin. Bisher hieß es, dass dabei kaum Bäume entfernt werden müssten. Doch das bezweifelt Klaus Gräber vom Naturschutzbund (Nabu).

Neues Gebäude wohl „ziemlicher Klotz“

Es sei kein großes Geheimnis, dass Arbeiten in diesem Ausmaß beim Tiefbau das Wurzelwerk von Bäumen beschädigen und diese dann eben doch gefällt werden müssten. Alles andere sei Augenwischerei. Natürlich wäre ein solches Vorhaben ein deutlicher Einschnitt in die Kurpark-Natur – ohne wenn und aber.
Gräber kritisierte außerdem, dass gleichzeitig ein Eingriff in die Historie der Stadt erfolge. Denn die Blickachse, in Richtung der Kreisverwaltung und dem Landratspark, die bisher nur durch den Sülzberg als Straße durchschnitten wird, würde unwiederbringlich verloren gehen. Dadurch würde ein Überbleibsel der Kurbad-Geschichte nicht mehr erlebbar sein, die sowieso in der Kreisstadt schon recht verschwunden zu sein scheint. Gräber erklärte außerdem, dass das geplante Gebäude ein „ziemlicher Klotz“ sein werde, der die gesamte Optik der vorderen Kurparkfläche bestimmen würde. 15 Meter lang und zehn Meter hoch seien einfach klobig. Man müsse sich das vor Ort nur einfach mal vorstellen.
Auch er mache sich Sorgen, dass die notwendige Herausnahme dieses Teilbereichs aus dem Landschaftsschutz wie ein Domino-Effekt auf den Rest des Kurparks wirken könnte. Mit 20 Hektar ist der Kurpark schon jetzt das kleinste Landschaftsschutzgebiet im Land. Darauf bezogen sich auch weitere Kritiker. Andreas Lehmann (CDU) betonte, dass er es nicht verstehen könne, dass das Thema überhaupt weiterhin diskutiert werde. Eine der letzten Grünflächen im Herzen der Stadt würde verschwinden. Außerdem sei es „schon spannend“, dass die dann mögliche bebaubare Fläche in den Plänen mittlerweile auch einen Teil der großen grünen Wiese umfasse.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Echo auf Außengastro-Öffnung verhalten

Stormarner Tageblatt  10.04.2021

Harte Vorgaben, niedrige Temperaturen, zu hohe Corona-Zahlen / Gastronomen mit Herausforderungen konfrontiert

Die Außengastronomie bereitet sich auch in Stormarn auf Öffnungsschritte vor. Eisdielen und Bäckereien wollen die Möglichkeiten nutzen, Restaurants sind skeptischer.  Patrick Niemeier
Die Außengastronomie bereitet sich auch in Stormarn auf Öffnungsschritte vor. Eisdielen und Bäckereien wollen die Möglichkeiten nutzen, Restaurants sind skeptischer. Patrick Niemeier

Patrick Niemeier und Volker Stolten Erleichterung und Skepsis prägen die Reaktionen Stormarner Gastronomen auf die anstehenden Lockerungsschritte für die Außengastronomie ab Montag, 12. April. Viele Restaurants werden nicht mitmachen. So sieht es jedenfalls aus Sicht von Dirk Steenbock (Braaker Krug, Foto), Dehoga-Chef des Kreisverbands Stormarn, aus: „Alle, mit denen ich gesprochen habe, sind sehr zurückhaltend.“
Bei unter zehn Grad Außentemperatur müssten sich die Bedienungen warm einpacken. Da seien Erkältungen quasi programmiert, zeigt er ein Problem auf. Zudem hätten Restaurants und Co. nur eine schützende Wand. Drei Seiten müssten offen bleiben. Da nütze auch kein Heizstrahler etwas. Damit würde man nur die Luft erwärmen, aber nicht für einen behaglichen Aufenthalt der Gäste sorgen.
Erschwerend kämen die steigenden Corona-Zahlen hinzu. „Die Inzidenz geht jeden Tag nach oben. Und wenn wir über 100 sind, können wir eh gleich wieder dicht machen.“ Überhaupt säßen die Gastronomen zwischen Baum und Borke, so Steenbock: „Die Politik schaltet hin und her. Wir wissen gar nicht, woran wir sind. Die Tendenz ist chaotisch.“
Etwas anders sieht es Axel Strehl, Dehoga-Landesvorsitzender und Chef des Ahrensburger Restaurants „Strehl“. „Es ist aus meiner Sicht ein Schritt der Politik in die richtige Richtung“, sagt er. Nachdem die Gastronomie monatelang nichts machen konnte, sei das jetzt eine Chance. Auch wenn er die Probleme sehe und verstehe, habe er die Haltung, dass etwas Optimismus wichtig sei.
Ob es sich finanziell lohne, müsse jeder Gastronom betriebswirtschaftlich für sich entscheiden. Es gebe auch die Chance, sich als Modellprojekt beim Land zu melden. Und wenn diese Betriebstests unter Corona-Bedingungen gut laufen, würden auch andere Betriebe öffnen können.
Für zwei Bad Oldesloer Gastronomen, die wir vor einem Jahr nach dem ersten Shutdown besuchten und die gemeinsam kürzlich in der Vox-Show „Mein Lokal, dein Lokal“ zu sehen waren, wird sich durch die Lockerungen zum 12. April aber erstmal gar nichts ändern.
Rainer Hinz, Besitzer des „Kandelar“, gehört zu denen, die über gar keine großflächige Außengastronomie verfügen. Er sieht die Verhältnisse in solchen Bereichen außerdem auch vielerorts als problematisch an. Gerade wenn jetzt Außengastro erweitert oder neu eingerichtet werde.
„Ich gönne es den Kollegen, die das verantwortungsvoll nutzen wollen. Das Kommen und Gehen, die Registrierung und die Abstände unter den Gästen sind allerdings dort viel schlechter zu kontrollieren als in einem Innenbereich, wo man durch eine Tür rein- und wieder rausgeht“, sagt er.
„Ich verstehe nicht, warum wir als Orte mit guten Hygienenkonzepten, die wir keine Treiber der Pandemie waren und sind, so früh schließen mussten und so spät wieder öffnen dürfen“, fügt er an. „Zwei, drei Wochen wirklich alles zu und dann geplant hochfahren – das wäre aus meiner Sicht die sinnvolle Entscheidung gewesen“
Er habe sein komplettes Restaurantpersonal entlassen und werde über eine Öffnung selbst dann „sehr genau nachdenken“, wenn es ihm theoretisch wieder erlaubt wäre. „Erst wenn klar ist, dass die Situation so im Griff ist, dass ich nicht in einer vierten Welle wieder schließen muss, würde ich das überhaupt angehen“, sagt er.
Während Bäckereiketten und Eisdielen bereits erklärt haben, dass sie von dem Außengastro-Angebot ab Montag Gebrauch machen wollen, wird es vor der Oldesloer Bar Laurent auch weiterhin keine Cocktails geben. Betreiber Alessio Zagari setzt dort seit einer Woche auf ein Testzentrums-Konzept, das erfolgreich läuft. Daher heißt es dort auch ab Montag Corona-Test statt Cocktail. „Das Testzentrum wird sehr gut angenommen und das wird auch erstmal weiter so betrieben“, sagt der Gastronom.
Auch sein Restaurant am Marktplatz wird weiter bis mindestens Mai nur Außer-Haus-Verkauf anbieten. „Ich müsste Personal einstellen und Waren kaufen. Letztes Mal musste ich mehrere Fässer Bier entsorgen auch die Säfte im Lager sind verfallen“, erklärt er. Der Inzidenzwert in Stormarn sei für eine sichere Planung zu hoch, die Perspektive zu wackelig. „Ich hoffe auf Mai. Dass dann die Zahlen sinken und der Plan besser ist. Momentan würde es sich sowieso kaum lohnen. Wenn ich die Regeln einhalte, kann ich draußen vielleicht zwei, drei Tische aufstellen bei mir. Das ist dann kein Gewinn, das macht nur mehr Kosten“, sagt er. Erst recht, wenn man nach einigen Wochen wieder schließe.
Für ihn als Gastronom sei die Situation schwer auszuhalten. „Du hast immer gemacht und getan – Tag und Nacht, und plötzlich sitzt du da, wie ein alter Mann und wartest, dass das Telefon geht und jemand mal eine Pizza bestellt“, beschreibt Zagari die Situation.
Auch nach der Pandemie sei für viele Restaurants die Krise nicht vorbei. Denn zum Teil wurden Kredite aufgenommen. „Da fängst du dann quasi erstmal im Minus wieder an“, sagt er.

Veröffentlicht unter Presseartikel |