Archiv des Autors: CDU Bad Oldesloe

Feuerwehr kämpfte elf Stunden gegen Großbrand in Bad Oldesloe

Lübecker Nachrichten   12.07.2020

Feuer hat Teile des ehemaligen Soex-Geländes am Bahnhof in Schutt und Asche gelegt – 135 Brandschützer kämpften elf Stunden lang mit den Flammen – Die Löscharbeiten in dem verwinkelten Komplex waren schwierig

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Als wäre der Winter über Nacht wieder ausgebrochen, so lag das alte Soex-Gelände unweit der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck am Sonnabend Mittag da. Ein bizarrer weißer Schaumteppich hatte sich um den zur Hälfte abgebrannten Gebäudekomplex ausgebreitet. Wie magisch hatte die Szenerie Anwohner und Spaziergänger angezogen. Sie zückten gleich ihre Handys, um Erinnerungsfotos zu schießen. Die friedliche Stimmung täuschte jedoch über das hinweg, was sich in den frühen Morgenstunden am Sonnabend ereignet hatte.

Lichterloh erhellte das Großfeuer den Nachthimmel über dem brachliegenden ehemaligen Gewerbegebiet an der Oldesloer Kampstraße. Dicke Qualmwolken stiegen aus dem Gebäudekomplex hoch, in dem der ASB bis vor einigen Jahren ein Asylbewerberheim betrieben hatte. Kurz nach Mitternacht trafen die ersten Löschfahrzeuge der Oldesloer Feuerwehr ein. Rasch forderten sie Verstärkung. Und das war auch gut so. Ganze elf Stunden kämpften insgesamt 135 Feuerwehrleute erbittert gegen die Flammen, die sich durch die Dachstühle diverser Anbauten und Schuppen fraßen. Alte Strohballen, Möbel, Holzpaletten und jede Menge Unrat im Umkreis lieferten dem Feuer immer neue Nahrung, sodass sich die Brandschützer im Dauereinsatz befanden.

Die immense Qualmbildung führte dazu, dass insgesamt 50 Atemschutzgeräte zum Einsatz kamen. „Bei normalen Bränden liegt die Zahl bei höchstens vier. Dass hier mehr zum Einsatz kamen, hat daran gelegen, dass die Gebäude sehr verwinkelt sind. Es dauerte, bis wir uns einen Überblick verschafft hatten. Hinzu kamen Gefahren durch offene Kellerlöcher und verschlossene Türen, die wir erst aufbrechen mussten, um an die Brandherde zu gelangen“, berichtete Einsatzleiter Kai-Uwe Gatermann. Von welcher Stelle aus sich das Feuer entzündet hatte, vermochte er nicht zu sagen. Das müsse die Kriminalpolizei im Anschluss untersuchen.

Laut Gatermann bekamen die Oldesloer Feuerwehrleute Unterstützung von den Nachbarn aus Rethwisch, Meddewade, Pölitz und Reinfeld. Zuletzt musste noch eine weitere Drehleiter aus Großhansdorf angefordert werden. An Ort und Stelle kümmerten sich Einsatzkräfte des ASB um das Wohl der stark beanspruchten Retter. Auch Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke sei gekommen, „um seelischen Beistand zu leisten“, wie der Ortswehrführer mitteilte.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Feuer auf dem alten ASB-Gelände

Stormarner Tageblatt  13.07.2020

Langer Einsatz für mehrere Feuerwehren mit 135 in der Nacht auf Sonnabend in der Oldesloer Kampstraße

Die Drehleiter aus Großhansdorf (links) wurde nachgefordert. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden an. Nie
Die Drehleiter aus Großhansdorf (links) wurde nachgefordert. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden an. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Großeinsatz für 135 Feuerwehrleute in der Nacht auf Sonnabend in Bad Oldesloe. Gegen Mitternacht war die Feuerwehr alarmiert worden, weil auf einem Gelände das aktuell von einer Abbruchfirma in der Kampstraße genutzt wird, eine starke Flammen- und Rauchentwicklung zu sehen sei. Tatsächlich konnte man den Feuerschein schon aus der Entfernung am nächtlichen Himmel über der Stadt erkennen. Zwischen den ehemals durch den Arbeiter Samariter-Bund genutzten Gebäuden, die aktuell leer stehen und nur zum Teil noch als Lagerfläche genutzt werden, waren schon seit längerer Zeit gelagerte Strohballen und Unrat aus noch unbekannter Ursache in Brand geraten, lautete eine erste Vermutung vor Ort. Die Flammen griffen dann auf ein Gebäude über.

Neben den Oldesloer Gemeindewehren aus der Kreisstadt selbst, aus Rethwischfeld und Poggensee sowie aus dem umliegenden Gemeinden Meddewade, Pölitz und Rethwisch war auch die Feuerwehr Reinfeld im Einsatz. Eine zusätzliche Drehleiter wurde aus Großhansdorf angefordert. Die starke Rauchentwicklung hüllte zeitweise den Pölitzer Weg und Industriestraße in dichten Nebel. Gebäude im angrenzenden Neubaugebiet „Claudiussee“ waren nicht in Gefahr.

Eine besondere Herausforderung bei den Löscharbeiten war es, dass zunächst geklärt werden musste, wie baufällig Teile der Gebäude sind und was in ihnen noch eingelagert wird, bevor die Brandbekämpfer diese unter Atemschutz betreten und auf Brandnester unternutzen konnten. Wie hoch der Sachschaden ist, steht noch nicht fest. Die Gebäude sollen schon – so hieß es – seit längerer Zeit abgerissen werden. Sie sind entsprechend nicht mehr bewohnt. Der Sachschaden der zerstörten eingelagerten Gegenstände könnte höher sein als der Gebäudeschaden.

Ein Feuerwehrmann verletzte sich bei dem Einsatz leicht.

Die Kripo übernahm noch in der Nacht am Ort des Geschehens die Ermittlungen. Anwohner berichteten, dass sich Jugendliche und Obdachlose häufiger illegal auf dem Gelände aufhalten würden.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Betrachtungen zum Wochenausklang: Glücksspiel mit Überraschungen

Stormarner Tageblatt  11.07.2020

Stormarner Wochenschau

Glücksspiel mit Überraschungen

Megi Balzer
Megi Balzer

Cordula Poggensee und Stephan Poost

Losglück Den Weihnachtsmarkt am Kub in Bad Oldesloe macht in diesem Jahr wieder ein Hamburger Unternehmen, dass bereits 2019 zum Zuge kam und nicht zur Zufriedenheit der Oldesloer arbeitete. Das Unternehmen aus der Kreisstadt, das ein gleich gutes Angebot abgab, hatte das Nachsehen. Grund ist das Vergaberecht, dass vorsieht, dass bei gleichwertigen Angeboten das Los entscheidet. Das wäre ja kein Problem, wenn es sich um das „unglücklichere“ Unternehmen nicht um eine Stormarner Firma handeln würde. Eine, die hier im Kreis Steuern bezahlt und Arbeitsplätze bietet. Zumal das „glücklichere“ Unternehmen schon 2019 unglücklich agierte. Vielleicht sollte das Vergaberecht in dieser Hinsicht überarbeitet werden, sonst wird der Würfel noch zum wichtigsten Arbeitsmittel für den Bürgermeister.

Geduldsspiel Die Geduld der Bürger wird zur Zeit arg strapaziert, vor allem, wenn es um die Zulassung oder Ummeldung von Fahrzeugen geht. Corona-bedingt dauert alles länger bei der Zulassungsstelle des Kreises Stormarn in Bad Oldesloe. Die Kreisverwaltung wirbt um Verständnis, aber der Bürger hat keines mehr und macht seinem Unmut Luft. Vielleicht sollten sich beide ein wenig aufeinander zubewegen: Der Bürger sollte begreifen, dass die Situation so ist wie sie ist, sich in Geduld üben und seinen Frust nicht bei den Mitarbeitern auslassen. Aber die Kreisverwaltung sollte Signale senden, die Situation ändern zu wollen. Ein Schulterzucken mit der Begründung, dass es beim Frisör zur Zeit auch länger dauere, ist wenig hilfreich.

Mahnung Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – auch bei seinem Umgang mit Straßennamen. Die haben für die meisten Zeitgenossen eher geographische Bedeutung, sind zugleich aber doch auch postmortale Auszeichnung für das Lebenswerk einzelner Persönlichkeiten. In Ahrensburg fordern die Grünen nun, diese Namensgeber immer wieder zu überprüfen und gegebenenfalls Straßenbezeichnungen zu ändern. Doch die Lebenswerke der geehrten Personen stehen naturgemäß in einem historischen Zusammenhang und sollte – wenn vertretbar – auch in diesem gesehen werden. Auch wenn sich damalige ethische und moralische Wahrnehmung von den heutigen unterscheiden, sind sie doch Teil der Geschichte. Entsprechend wären zusätzlichen, kritische Infotafeln für die historische Einordnung der Namensgeber gesellschaftlich wichtiger, als sie einfach durch andere zu ersetzen. So könnten Straßennamen nicht nur Ehrung sein, sondern zugleich auch Mahnung.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Archivarin Celina Höffgen hütet jetzt Oldesloes Schätze

Lübecker Nachrichten   10.07.2020

Die 30-Jährige bereichert die Archivarbeit in der Kreisstadt mit frischen Ideen.
Wie sie überhaupt zu dem Beruf kam und welche Pläne sie hat, erzählt sie im Gespräch mit den LN.

Von Dorothea von Dahlen

Räumt richtig auf: Die neue Leiterin des Oldesloer Stadtarchivs Celina Höffgen (30) in der Videobox. Fotos: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Einmal Geschichte schreiben, wer möchte das nicht? Ums Schreiben im wörtlichen Sinne geht es bei der Aktion „Videobox“ zwar nicht, doch nutzen bereits viele Oldesloer die Chance, einmal in die Annalen der Stadt einzugehen. Vor laufender Kamera schildern sie ihre persönlichen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Sämtliche Beiträge, die so mittwochs während des Marktreibens in der kleinen Kabine am Kultur- und Bildungszentrum (KuB) entstehen, fließen in den Bestand des Oldesloer Stadtarchivs ein. Mit dieser innovativen Idee ist der neuen Leiterin, Celina Höffgen (30), ein beachtenswerter Einstieg gelungen.

„Die Videos dokumentieren, wie die Leute mit der Pandemie, die ja ein einschneidendes Ereignis ist, umgehen. Das Material kann später für Ausstellungen verwendet oder in einen Dokumentarfilm zum Thema eingebaut werden“, sagt die junge Archivarin. Quer durch alle Altersgruppen hätten sich Oldesloer bereits beteiligt.

Dabei lasse sich schon ein Trend erkennen: Kinder erlebten den Corona-Lockdown eher als Abenteuer, vermissten nach einiger Zeit aber auch ihre Schulfreunde. Senioren dagegen bereite die Ansteckungsgefahr eher Angst, da sie einem höheren Risiko ausgesetzt seien. Berufstätige seien von existenziellen Nöten geplagt. Nach wie vor besteht offenbar großes Interesse daran, weitere Videos zu sammeln. So trägt sich die Archivarin mit dem Gedanken, abgesehen vom festen Termin am Mittwoch von 9 bis 12 Uhr am KuB, mit der Videobox vor Schulen oder auch Seniorenheimen Station zu machen.

Doch besteht Höffgens Aufgabe nicht allein in spektakulären Veranstaltungen wie dieser. Aktenschleppen und sinnvoll in den Bestand einzuordnen, ist mindestens genauso wichtig, um die Geschichte der Stadt abzubilden und zu bewahren.

Abgesehen davon, dass nach einer gewissen Zeit etwa von der Verwaltung abgeschlossene Bauakten oder auch Sitzungsprotokolle aus dem politischen Alltag der Stadt auf ihrem Schreibtisch landen werden, so weiß die Archivarin schon jetzt, dass ihr auch Sterbe- und Geburtsurkunden zur sicheren Verwahrung anvertraut werden. „Dieser Teil des Archivs ist immer sehr beliebt. Urkunden wie diese werden oft zur Familienforschung oder aber zur Ermittlung rechtmäßiger Erben angefordert“, erzählt Celina Höffgen.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Waffenlager der Wehrmacht am Bahnhof entdeckt

Lübecker Nachrichten   09.07.2020

Anlass für die Sondierung war der Bau einer Fahrradanlage zwischen Gleis 4 und 5. Was der Kampfmittelräumdienst dort zutage förderte, stammte aus dem Zweiten Weltkrieg.

Diese Waffen hat der Kampfmittelräumdienst zwischen den Gleisen 4 und 5 am Oldesloer Bahnhof gefunden.Foto: Polizei/hfr

Bad Oldesloe. Bei der Bombensuche auf dem Areal des Bahnhofs in Bad Oldesloe hat der Kampfmittelräumdienst aus Kiel ein Waffenlager entdeckt, das deutsche Soldaten dort offenbar während des Zweiten Weltkriegs angelegt hatten. Grund für die Suche ist der geplante Bau einer Fahrradanlage. Bis jetzt war aber noch ungewiss, ob im Erdreich des dafür ausgewählten Standortes noch Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg schlummern. Um zu verhindern, dass bei den Bauarbeiten aus Versehen ein Blindgänger explodiert, hatte der Kampfmittelräumdienst das Areal zuvor abgesucht. Zutage trat eine beachtliche Batterie von Handwaffen.

„Sechs Kollegen waren vor Ort und haben das Gelände inspiziert“, berichtet Michael Hiebert, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kiel. Ihm zufolge lagen den Experten Luftbilder der Alliierten vor, mit denen diese die Abwurfstellen seinerzeit dokumentiert hatten. Genau zwischen besagten Bahnsteigen waren auf den Fotos offenbar stark ausgeprägte Krater zu erkennen. „Davon war jetzt so nichts mehr zu sehen. Sicher hat man damals einfach Erde darübergeschippt und das war’s dann“, sagt Hiebert.

Sechs Spezialisten vom Munitionsbergungsdienst suchten das Areal mit Metallsonden ab und stießen tatsächlich auf ein Waffendepot, das nach dem Krieg vergraben worden war. Es enthielt etliche Maschinengewehre des Typs 42, einer Standardwaffe der deutschen Wehrmacht. Hinzu kamen Pistolen und andere Gewehre sowie Hieb- und Stichwaffen. Nicht zuletzt gruben die Kampfmittelräumer Munitionsreste und Stahlhelme aus.

Laut Hiebert sind die Waffen in einem stark verrotteten Zustand und schon längst nicht mehr funktionstüchtig. Bahnreisende seien daher durch die Sondierungsarbeiten an den Gleisen zu keinem Zeitpunkt einer Gefahr ausgesetzt gewesen.

Das alte Waffenarsenal sei unverzüglich abtransportiert worden, um es nun vernichten zu können. dvd

Veröffentlicht unter Presseartikel |