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Gewappnet für den Hybrid-Unterricht?

Lübecker Nachrichten   21.11.2020

Die Bund-Länder-Kommission berät bald darüber, ob an Schulen schärfere Corona-Regeln eingeführt werden sollen – Die LN fragten in Bad Oldesloe nach, wie Schulleiter darüber denken

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Mit Spannung sehen auch die Schulen in Stormarn der Bund-Länder-Konferenz in der kommenden Woche entgegen. Von den überregional getroffenen Entscheidungen hängt ab, ob es künftig auch verschärfte Corona-Regelungen im Unterricht geben wird. Da ist beispielsweise von der Bildung kleinerer Lerngruppen die Rede, um den Infektionsschutz durch Abstandhalten besser gewährleisten zu können. Doch wie stehen die Betroffenen selbst dazu? Würde der Übergang zu neuen Unterrichtsmodellen überhaupt gelingen? Die LN erkundigten sich bei den drei weiterführenden Schulen in Bad Oldesloe.

In zweierlei Hinsicht sind die Voraussetzungen überall gleich: Geteilte Klassen räumlich getrennt voneinander zu unterrichten, funktioniert nirgendwo. Die Platzkapazitäten an allen Schulen sind ausgeschöpft, und selbst wenn sich noch Möglichkeiten auftäten, fehlte das Personal, um alle Schüler gleichermaßen zu betreuen. Also bleibt nur ein hybrides Modell, bestehend aus Präsenzunterricht auf der einen und einer digitalen Variante für jene Schüler, die zu Hause bleiben.

Die Ida-Ehre-Schule (IES) ist dafür offenbar schon gut gewappnet. „Damit wir nicht von einem auf den anderen Tag überrascht werden, haben wir die Kollegen schon gebeten, ihre Klasse sinnvoll in zwei Gruppen aufzuteilen“, berichtet Görge Schüchler aus dem Leitungsteam. Als großes Glück bezeichnet er, dass die Schule schon vor den Herbstferien mit der Lehrplattform „IServe“ ausgestattet wurde.

Sowohl Lehrerkräfte als auch Schülerschaft hätten seitdem enorme Lernfortschritte in Bezug auf digitalen Unterricht und Video-Konferenzen gemacht. „Das führte dazu, dass es schon beim ersten heftigen Lockdown relativ gut geklappt hat und wir sehr zuversichtlich sind für einen weiteren Fall. Für alle, die erst jetzt mit ,Itslearning’ anfangen, ist es natürlich deutlich schwieriger“, sagt Schüchler. Im Konzept, das die Schule erarbeitet habe, sei auch vorgesehen, selbst einzelne Schüler in Quarantäne mit Aufgaben zu versorgen, denn auch das häusliche Lernen fließe mit in die Bewertung ein.

Auch an der Theodor-Mommsen-Schule (TMS) wurde bereits ein „Distanz-Lernkonzept“ erarbeitet. Doch grau ist jede Theorie. Denn im Alltag lassen technische Probleme die Ausführung nur allzu oft scheitern. „Problematisch ist die Infrastruktur, das heißt unser WLan, an dem zurzeit mit Hochdruck gearbeitet wird“, sagt Schulleiter Henning Bergmann. Durch die jahrelange Vernachlässigung der Technik könne der Digitalunterricht nicht zuverlässig funktionieren. „Wir haben keinerlei Probleme mit dem Know-how. Von zu Hause aus können wir wunderbar mit den Kollegen kommunizieren, in der Schule aber bricht das Netz zusammen“, berichtet Bergmann. Grundübel seien die Switches, mit denen die PC zu lokalen Netzwerken zusammengeschlossen werden. Der Schulträger kümmere sich, es sei aber unvorhersehbar, wie lange die Instandsetzung noch dauere. Ansonsten sei die TMS personell sowie bezüglich Hard- und Software für einen Hybridunterricht gut gewappnet.

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Stormarn um 12 Uhr

Stormarner Tageblatt  21.11.2020

Stormarn um 12 Uhr

Niemeier
Niemeier

Bad Oldesloe Grau hängen die Wolken über der relativ leeren Bad Oldesloer Innenstadt. Doch fleißig wie die Heinzelmännchen waren die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs unterwegs und haben die Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt. Diese soll am 23. November in den Abendstunden das erste Mal im Corona-Jahr leuchten und für etwas mehr vorweihnachtliche Stimmung in den Einkaufsstraßen sorgen. nie

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Wer trägt hier Verantwortung?

Stormarner Tageblatt  21.11.2020

Stormarner Wochenschau

Wer trägt hier Verantwortung?

Megi Balzer
Megi Balzer

Stephan Poost Zuständigkeiten

„Dafür bin ich nicht zuständig!“ Diesen Satz wähnt man doch in den klischeehaften Amtsstuben der 50er und 60er Jahre. In Zeiten des kundenorientierten Arbeitens in der Verwaltung scheint er weit weg. Nicht so in der Kreisstadt. Dort bekommt man ihn auch heute noch zur Antwort. Zumindest dann, wenn es darum geht, der Öffentlichkeit klar zu machen, dass die Damen und Herren der Parkraumüberwachung Strafzettel schreiben sollen, aber nicht Maskenverweigerer ermahnen oder gar darauf achten sollen, dass sich kein Sperrmüll in den Parkhäusern der Stadt türmt. Man könnte die ganze Geschichte abtun, doch zeigt sie, dass immer noch nicht in allen Rathäusern angekommen ist, dass die Verwaltung Dienstleister für die Bürger ist. Und mit Verwaltung meine ich jeden einzelnen Mitarbeiter – angefangen beim Bürgermeister. Übrigens, der Kühlschrank, der lag auch am Freitag immer noch im Parkhaus…

Fahrstuhl des Grauens

Gefangen in einem Fahrstuhl irgendwo zwischen Erde und Himmel, kein schöner Gedanke. Zwei Brüder, Monteure der Telekom, haben in dieser Woche genau das erlebt. Der Aufzug im Funkturm Neverstaven steckte fest, irgendwo auf dem Weg nach oben. Doch die Brüder waren zuversichtlich, wussten sie doch, dass sie lediglich einen Notruf absetzen mussten. Gesagt, getan! Und schon eilte die Feuerwehr Grabau zum Funkturm, der übrigens für die Verbreitung von Radio- und Fernsehprogrammen genutzt wird. Die Feuerwehrleute retteten die Brüder aus dem Turm, die völlig entspannt noch Zeit und Muße für ein Gruppenfoto hatten. So läuft es zwischen Himmel und Erde, wenn man sich auf die Feuerwehr in unseren Städten und Dörfern verlassen kann!

Neue Qualität

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Drohungen gegen Schulleiter

Stormarner Tageblatt  21.11.2020

Querdenker, Covid-19-Leugner, Maßnahmenkritiker und Rechtsradikale verteilen Flyer, Plakate und Briefe an Schulen

Die Bad Oldesloer Ida-Ehre-Schule.  nie
Die Bad Oldesloer Ida-Ehre-Schule. nie

Patrick Niemeier und Stephan Poost Bad Oldesloe / Bars- büttel / Ahrensburg Covid-19-Maßnahmen-Kritiker und Anhänger der „Querdenker-Bewegung“ erhöhen durch zum Teil fragwürdige Aktionen auch in Stormarn den Druck. Durch Briefe an Schulen, Flyer und Plakate an Schulbushaltestellen sowie Videos machen sie auf sich aufmerksam und sorgen vor allem für Unverständnis, Verunsicherung und zum Teil auch Verängstigung. Eine Diskussion der Maßnahmen gerät bei der Inszenierung immer mehr in den Hintergrund.
So traute der Leiter der Barsbütteler Erich-Kästner-Schule Thorsten Schöß-Marquardt seinen Augen nicht, als er kürzlich ein Paket des Mediziners Dr. Walter Weber erhielt. Der in Verschwörungstheoretiker-Kreisen beliebte Weber, ein Mitgründer der umstrittenen „Ärzte für Aufklärung“, war in der Vergangenheit bereits in die Schlagzeilen geraten, weil seine Krebs-Therapien von Schulmedizinern kritisiert wurden und weil er einer Frau eine Angst-Erkrankung per Attest bestätigte, weil diese sich vor dunkelhäutigen Menschen fürchtete.
In Kreisen von Maßnahmen-Kritikern und Virus-Leugnern hingegen trifft Weber auf Zuspruch. Auch in Ahrensburg trat er kürzlich in Erscheinung, als er an einer Demonstration gegen die Covid-19-Maßnahmen vor dem Rathaus auftrat. Auch bei Kundgebungen der Querdenker trat er auf. Dieser Bewegung wird besonders vorgeworfen, sich nicht deutlich genug von Fanatikern, Extremisten und Rechtsradikalen zu distanzieren.
Die meisten Behauptungen der „Ärzte für Aufklärung“ sind bei detaillierten Faktenchecks bereits mehrfach durchgefallen. Dem Leiter der Barsbütteler Schule schickte Weber den aus großen Teilen der seriösen Medizin- und Virologenwelt heftig kritisierten Bestseller „Corona-Fehlalarm“ der Kieler Forscher Sucharit Bhakdi und Karina Reiß. Ein Werk, dass bei Maßnahmen-Kritikern hoch gehandelt wird. Außerdem legte er ein Schreiben bei. Dem Schulleiter wird durch Weber vorgeworfen, dass das Durchsetzen der Maskenpflicht eine „strafrechtlich relevante Nötigung“ sei. Damit verbunden sei laut der Schule die unverhohlene Drohung, dass dieses Verhalten in der Zukunft Konsequenzen haben werde.
Schöß-Marquardt bleibt relativ entspannt, denn die Vorwürfe seien haltlos. Die Maskenpflicht werde umgesetzt, weil sie von einer demokratisch legitimierten Regierung als Maßnahme gegen die Ausbreitung von Covid-19 beschlossen worden sei.
Auch andere Schulen haben mit Corona-Leugnern und Covid-19-Maßnahmen-Kritikern zu kämpfen. Während es im Unterricht relativ problemlos ablaufe, seien leider an Bushaltestellen Flyer und Plakate mit falschen Behauptungen und unwissenschaftlichen Unterstellungen zu Maskenpflicht und Covid-19 aufgetaucht, berichten Bad Oldesloer Schüler. Sven Baumann, Leiter der Ida-Ehre-Schule bestätigt das. Die Plakate seien schon am nächsten Tag entfernt gewesen. „Zum Glück ist es abgesehen von den Flyern und Plakaten an Bushaltestellen bei uns soweit ruhig. Die Schüler haben Verständnis und ziehen da voll mit“, sagt Baumann.
Besonders erschreckend ist eine Aktion an der Stormarner Theodor-Storm-Schule. Dort warfen laut Schulleitung Kritiker der Maskenpflicht und der Covid-19 Maßnahmen Flyer mit Zitaten der Nazis Heinrich Himmler und Adolf Hitler in die Schulbriefkästen. Die Flyer bezogen sich laut Schulleiter Martin Nirsberger auf eine de facto nicht bestehende Impfpflicht. „Es wurde behauptet, wir würden in eine Diktatur geführt. Ich habe selbstverständlich die Behörden und das Ministerium darüber informiert“, sagt Nirsberger. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat immer wieder betont, dass es eine solche Impfpflicht nicht geben werde.
So sieht es auch an der Bad Oldesloer Masurenwegschule aus. „99,5 Prozent unserer 730 Schüler halten sich an die Regeln. Wir haben allerdings ein paar Eltern die geradezu fundamentalistisch sind. Das ist anstrengend, aber es zeigt, wie es in der Gesellschaft momentan zugeht“, sagt Sascha Plaumann, Schulleiter der Schule am Masurenweg. Er selbst habe bereits einen Brief erhalten, in dem Maßnahmen-Kritiker verlangen, dass er unterschreibe mit seinem privaten Vermögen zu haften, sollte ihr Kind erkranken. „Soweit ich weiß, haben alle Schulleitungen schon mit sowas zu tun gehabt. Es gibt diese Menschen halt“, sagt Plaumann.

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Jugendherberge bietet ihre Räume an

Lübecker Nachrichten   20.11.2020

Knappes Geld, etliche Absagen: Die Jugendherberge Bad Oldesloe läuft seit dem ersten Lockdown nicht gut. Deswegen sucht der Trägerverband jetzt anderweitig nach Nutzern.

Von Lisa-Marie Pohlmann

Bad Oldesloe. Leere Betten, zwei Speisesäle, in denen sich kaum ein Mensch niederlässt. Wo sonst pro Jahr an die 4000 Gäste im Clubraum feiern, im Kaminzimmer lümmeln oder sich die Zeit in der hauseigenen Bibliothek vertreiben, sieht es in diesem Jahr in der Jugendherberge Bad Oldesloe ganz anders aus.

Die Corona-Pandemie bringt den Landesverband Nordmark des Deutschen Jugendherbergswerkes (DJH), zu dem auch die Oldesloer Unterkunft gehört, in eine finanziell schwierige Position. „Die Umsätze sind im Frühjahres-Lockdown auf null gesunken, weil alle Jugendherbergen mindestens zweieinhalb Monate geschlossen waren“, sagt Katharina Pauly, die Sprecherin des Landesverbands. Besonders problematisch sei daran, dass in den Herbergen genau zu dieser Zeit sonst Hochsaison mit Klassenfahrten herrscht.

Wo die Bad Oldesloer Unterkunft normalerweise etwa 10 000 Übernachtungen pro Jahr verbucht, sind es bis Ende Oktober dieses Jahres wegen der Schließung gerade einmal 1200 gewesen. Um mehr Betrieb in diese und andere Unterkünfte zu bringen, muss also ein neues Konzept her. „Wir bieten unsere Jugendherbergen aktiv für sinnstiftende Sondernutzungen an“, sagt Katharina Pauly. Das bedeutet auch, dass sie auf Schulen und Bildungsministerien zugehen, die Räumlichkeiten beispielsweise für die Entzerrung vom Schulunterricht, für Fortbildungen oder Seminare, als Quarantäne-Ausweichquartier oder für Lernferien-Angebote, Intensiv- oder Nachholkurse zu nutzen.

Aber nicht nur das sei denkbar: „Gleichermaßen kontaktieren wir derzeit die Gemeinden, Landkreise, Gesundheitsämter und Jugendämter mit der Frage, ob hier Bedarf für eine Sondernutzung besteht.“ Damit könnten die Jugendherbergen in Schleswig-Holstein, Hamburg und dem nördlichen Teil Niedersachsens, die unter den Landesverband Nordmark fallen, laut Katharina Pauly zum Beispiel auch für die Unterbringung von Menschen in Not sowie als Test- oder Impfzentrum genutzt werden.

Eine „sinnstiftende Sondernutzung“ für die Jugendherberge Bad Oldesloe gibt es allerdings noch nicht. Zudem ist sie seit Mitte März leer und wird inzwischen nur vereinzelt für kleine Seminargruppen geöffnet. Bei der Jugendherberge in Bad Segeberg, die unter derselben Leitung steht, sieht etwas besser aus. Dort treffen sich regelmäßig eine kleine Gruppe Auszubildender vor Ort und vereinzelt auch andere kleine Seminargruppen, wie die Sprecherin des DJH mitteilt. Hier kümmern sich bis zu vier Mitarbeiter um die Jugendherberge und ihre Gäste, während in Bad Oldesloe nur ein Mitarbeiter die Stellung hält und sich um das Gebäude kümmert.

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