Archiv des Autors: CDU Bad Oldesloe

Oldesloer leben auf sicherem Pflaster

Lübecker Nachrichten   24.05.2019

In nahezu allen Bereichen weniger Straftaten – Doch kamen mehr Jugendliche mit dem Gesetz in Konflikt

Hans-Jürgen Köhnke von der Polizeidirektion Ratzeburg stellte die aktuelle Kriminalitätsstatistik von Bad Oldesloe bezogen auf das Jahr 2018 im Hauptausschuss vor. Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe.  Das Leben in Bad Oldesloe scheint ein Stück weit sicherer geworden zu sein. Das jedenfalls legen die amtlichen Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2018 nahe, die Kriminaldirektor Hans-Jürgen Köhnke jetzt im Hauptausschuss vorstellte. Ihm zufolge registrierte die Polizei 2500 Straftaten und somit 112 weniger als 2017. Das entspricht einem Rückgang von 5,3 Prozent. Insofern liegt Bad Oldesloe ganz im Trend. Denn nicht nur im Kreis Stormarn, auch in den Kommunen der gesamten Polizeidirektion Ratzeburg befindet sich die Kriminalitätskurve im Abwärtstrend.

Von extremen Gewaltverbrechen wie Mord oder Totschlag blieben die Oldesloer denn auch zum Glück verschont. Und selbst die Zahl der Körperverletzungen ging von 196 auf 175 zurück. Ein Achtungszeichen setzte Köhnke jedoch in Bezug auf die Entwicklung der Jugendkriminalität. Nachdem sich die Lage 2017 etwas beruhigt hatte, verschlechterte sie sich im Vorjahr. 190 Täter unter 21 Jahren gerieten mit dem Gesetz in Konflikt, davon 98 im Jugendalter und 92 Heranwachsende – 2017 waren es im Vergleich dazu 70 Heranwachsende und 84 Jugendliche. Diebstahl nahm dabei eine vergleichsweise untergeordnete Rolle ein gegenüber Körperverletzung in 48 Fällen, Raub in 42 und Gewaltkriminalität in 33 Fällen.

Sachbeschädigungen, die vor gut zehn Jahren noch einen Spitzenplatz von 381 Fällen einnahmen, sind in Bad Oldesloe dagegen inzwischen auf 199 geschrumpft. Ähnlich verhält es sich mit Diebstahlsdelikten, von denen im Vorjahr 917 Taten zur Anzeige gebracht wurden, während es 2017 noch 1013 Fälle waren.

Matthias Rohde (FBO) wollte in diesem Zusammenhang wissen, ob die geringen Zahlen bei den Eigentumsdelikten nicht mit dem Frust der Bürger darüber zusammenhänge, dass die Täter nach der Festnahme wieder „rausgelassen werden“. Das sei eine falsche Grundannahme, erklärte Köhnke. Aus einer Studie der Landespolizei gehe zwar hervor, dass nur ein Drittel der Straftaten zur Anzeige kommt. Doch das betreffe nur ganz bestimmte Bereiche. „Ein hohes Dunkelfeld haben wir bei Sexualdelikten zu verzeichnen, da sich die Betroffenen oftmals nicht trauen, zur Polizei zu gehen“, erklärte der Kriminaldirektor.

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„Gehen Sie bitte zur Wahl – Ich tue es auch“

Markt   22.05.2019

„Gehen Sie bitte zur Wahl – Ich tue es auch“

Wolfgang Gerstand Foto: CDU Bad Oldesloe

Die Einheit Europas war ein Traum weniger. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für alle. Adenauer 1954. Er wusste, für Deutschland konnte es nach dem Krieg nur eine Zukunft in und mit Europa geben.                          

Am 26. Mai wählen 375 Millionen Menschen ein Europäisches Parlament. Vor 100 Jahren zog die Jugend gegeneinander in den Krieg – heute wählt sie ein gemeinsames Parlament. Die EU ist das größte und erfolgreichste Friedensprojekt der Geschichte.

Knapp 60% unserer Exporte gehen in die EU, 40% allein in die Euro-Zone. Eine Riesenerleichterung  für unsere Wirtschaft in der Auftragsabwicklung. 7% der Weltbevölkerung leben in der EU, trotzdem trägt die EU ca. 50% der weltweiten Sozialabgaben. Für uns EU-Bürger bedeutet das große soziale Sicherheit, auch wenn sich manches noch verbessern lässt.

Viel Nutzen von der EU haben wir in Stormarn. Neben anderen Förderprogrammen haben wir durch die Aktivregionen (Alsterland, Holsteins Herz etc.) Millionen Euro  für Projekte im ländlichen Raum in Stormarn bekommen.

Erfolge Europas sind aber auch: Urlaub in der EU ohne Schlagbaum und Grenzkontrollen, in der EU-Zone eine Währung, Anerkennung des nationalen Führerscheines und eine Notfallnummer in Europa-112. Für unsere Jugend: Problemloses Studium in der EU, Hochschulwechsel und freie Berufsausübung. Dies wird besonders wichtig, weil bis 2030 – schon in 16 Jahren – 6 Millionen Deutsche weniger im erwerbsfähigen Alter sind. Wir brauchen Nachwuchs und Fachkräfte aus Europa, um unseren Standard halten zu können.

Politisch gesehen, wäre Deutschland ohne die EU und die zielstrebigen Verhandlungen von Kanzler Dr. Kohl 1990 so nicht wiedervereint worden. Nur unsere Einbindung in die EU hat unseren Nachbarn die Angst vor einem starken Deutschland genommen.

Die Vorgänge um den Brexit in Großbritannien zeigen uns deutlich, wie sehr die Staaten der EU miteinander verflochten sind. Das Ausscheiden aus der EU wird insbesondere für England schwerwiegende, wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen haben. Es zeigt sich, dass Populisten im Ernstfall keine durchführbaren Konzepte haben.

Der heute bestehende Friede in Europa  über 74 Jahre ist keine Selbstverständlichkeit. Bewahren wir ihn – es liegt an uns allen.

Gehen Sie bitte zur Wahl, ich tue es auch.

Wolfgang Gerstand

CDU Bad Oldesloe

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Die Last mit dem Abfall: Helfen Solar-Mülleimer?

Stormarner Tageblatt   23.05.2019

Politik und Verwaltung arbeiten in der Kreisstadt an einem neuem Müllentsorgungskonzept

Überfüllt aufgeplatzt: Defekter Mülleimer in der Bad Oldesloer InnenstadtNiemeier
Überfüllt aufgeplatzt: Defekter Mülleimer in der Bad Oldesloer InnenstadtNiemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Die Mülleimer in der Oldesloer Innenstadt sind für viele Mitbürger ein Ärgernis. Mal liegt es daran, dass sie – nach Eindruck der Passanten – nicht oft genug entleert werden. Mal sind manche Behälter so in die Jahre gekommen, dass sie nicht nur sehr unansehnlich geworden sind, sondern teilweise das Gewicht des Abfalls nicht mehr halten können.

Seit längerer Zeit wird daher über ein neues Müllkonzept nachgedacht. Bürgermeister Jörg Lembke verwies unter anderem auf eine Art Unterflursystem. Hierbei befinden sich Container im Boden unterhalb der aufgestellten Müllbehälter. Dieses System sei zumindest für die Fußgängerzone vorstellbar. „Das würde dazu führen, dass sie nicht so schnell überfüllt sind und nicht täglich geleert werden müssten“, so Lembke. Besonders in der Zeit von Veranstaltungen in der Innenstadt sind die herkömmlichen Abfallbehälter sehr schnell überfüllt – mit unansehnliche Folgen. Darüber hinaus solle wieder an jeder Parkbank und an jeder Bushaltestelle ein intakter Mülleimer aufgestellt werden.

Ein weiteres Modell brachten die Oldesloer Grünen per Antrag ins Gespräch. Sie setzen auf hochmoderne Solar-Mülleimer. Diese werden durch Sonnenenergie mit Strom versorgt und können dadurch einen Mechanismus betreiben, der den Müll zusammenpresst. „In Hamburg wurden damit sehr gute Ergebnisse erzielt. Die Entleerungen konnten dort pro Tag von acht auf eine heruntergefahren werden“, sagte Hartmut Jokisch. Einer dieser Mülleimer koste vorsichtig geschätzte 5000 Euro. Allerdings sei auch ein Leasingmodell mit ungefähr 80 Euro pro Monat möglich.

Ein herkömmlicher Mülleimer in einer günstigen Ausführung kostet jedoch laut Verwaltung nur 200 Euro in der Anschaffung. „Ich bin skeptisch, dass diese modernen Mülleimer dazu führen, dass weniger Müll anfällt oder dass die Eimer besser genutzt werde. Aber natürlich macht es Sinn, über alternative Konzepte nachzudenken und zu diskutieren“, so Hans-Jörg Steglich (FBO).

Kritische Stimmen gab es auch in die Richtung, dass die von den Grünen vorgeschlagenen Solar-Mülleimer sehr viel Platz einnehmen. „Da wir sowieso schon eine relativ enge Fußgängerzone haben, müsste man natürlich schauen, wo sie stehen können. Aber sie könnten bei Veranstaltungen im Weg sein“, gibt die Stadtverwaltung zu bedenken.

Einstimmig wurde im Wirtschafts- und Planungsausschuss beschlossen, sich ein oder mehrere Modelle dieser Mülleimer zu besorgen und sie – wie schon im Fall der Parkscheinautomaten – im Alltag zu testen. Das könnte, so Bürgermeister Lembke, auf dem Bahnhofsvorplatz geschehen. „Ich muss solche Maßnahmen aber mit dem Bauhof und dem Personalrat absprechen. Denn die sind für die Leerungen zuständig, und wenn ich deren Aufgaben verändere, muss das vorher abgeklärt sein, auch wenn die Arbeit dadurch weniger wird“, so Lembke.

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Kreis macht Busverkehr attraktiver

Lübecker Nachrichten   22.05.2019

Schülerkarten aus Plastik – Netz Nordstormarn geht an die Autokraft

Der Zob in Bad Oldesloe: Vom kommenden Jahr an soll es auch hier digitale Hinweistafeln mit den Abfahrtzeiten geben. Insgesamt soll der Busverkehr im Kreis Stormarn attraktiver werden. fotos: Markus carstens

Bad Oldesloe. „Das ist wirklich eine bahnbrechende Neuerung“, sagte Björn Schönefeld, in der Kreisverwaltung der Experte für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV), jüngst bei einer Sitzung des Verkehrsausschusses. Denn der Kreis läutet zum neuen Schuljahr das Ende der Schülerfahrkarte aus Papier ein. Alle rund 7000 Fahrschüler im Kreis Stormarn erhalten dann die Scheckkarte des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV).

Der Kreis ist damit Vorreiter in Schleswig-Holstein, die anderen Hamburg-Randkreise folgen ein Jahr später. Die Anträge für die neue Dauerfahrkarte können online gestellt werden. Dabei kann auch gleich ein Passfoto hochgeladen werden. „Das Verfahren zur Ausgabe der Tickets für die Schulbusse wird damit deutlich einfacher und schlanker“, erklärte Schönefeld den Ausschussmitgliedern.

Die Eltern werden per Schreiben informiert, die Ausgabe der Karten erfolgt dezentral über die rund 20 Schulträger. Diese werden auch künftig ein Drittel der Kosten für die Fahrkarten tragen, der Kreis zwei Drittel. Wie bisher ist das Ticket vom 1. August an ein Jahr lang gültig.

Eine weitere Neuerung betrifft die Vergabe des Busnetzes Nordstormarn von Lübeck bis Bargteheide. „Da sind jetzt die Verträge unterschrieben“, teilte Schönefeld mit. Gewinner ist die Autokraft, die den Zuschlag für beide sogenannte Lose bekommen hat: etwa 1,3 Millionen Fahrplankilometer zwischen Bad Oldesloe und Lübeck sowie etwa 500 000 Kilometer südlich der Kreisstadt inklusive Bargteheide. Beginn ist zum Fahrplanwechsel Ende 2019, die Verträge gelten für zehn Jahre. Bislang fährt auch noch Dahmetal auf Nordstormarns Straßen, das Unternehmen ging jedoch bei der Vergabe komplett leer aus.

Mit der Neuvergabe sind auch mehrere Verbesserungen für die Kunden verbunden. Für den Oldesloer Stadtverkehr wurde bereits eine vierte Linie eingerichtet, damit die Busse pünktlicher werden.

Bargteheide erhält nun erstmals einen echten Stadtverkehr, um unter anderem das Gewerbegebiet und einige Wohngebiete anzubinden. Auch das Anruf-Sammel-Taxi soll im Zuge dessen aufgewertet werden, unter anderem mit Verbindungen über die Dörfer.

Auf der Linie 8110 (Bad Oldesloe – Bargteheide – Ahrensburg) kommt es zwecks Attraktivitätssteigerung montags bis freitags zu einer Verdichtung des Stundentaktes in den Hauptverkehrszeiten (etwa 6 bis 8 Uhr und 15.30 bis 19 Uhr) zum 30-Minuten-Takt. Diese Linie ist die nachfragestärkste im nördlichen Kreisgebiet. Sie soll daher vom nachfrageorientierten Angebot in einen zum Teil angebotsorientierten Verkehr umgestaltet werden. Die Verbesserungen auf dieser Linie sind mit Mehrkosten von etwa 160 000 Euro jährlich verbunden, zudem muss ein weiteres Fahrzeug eingesetzt werden.

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Digital ist besser

Stormarner Tageblatt   22.05.2019

Stadtbibliothek stellt Lokalpolitik ihren Jahresbericht vor / Onlineangebote werden wichtiger

Ein Treffpunkt:   Stadtbibliothek in der KreisstadtNiemeier
Ein Treffpunkt: Stadtbibliothek in der KreisstadtNiemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Gaming- und Robotik-Events erwartet nicht jeder in einer Bibliothek, aber sie sind ein Teil der Zukunft. Das wurde bei der Vorstellung der Jahresbilanz der Oldesloer Stadtbiliothek im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss klar. Insgesamt konnte die städtische Bildungseinrichtung wieder gute Zahlen vorweisen. Der Medienbestand ist von 41.685 auf 42.043 gestiegen, gleichzeitig stieg die Anzahl der aktiven Leser von 3279 auf 3936, so dass 2019 wohl die 4000er-Grenze geknackt werden wird. 879 Nutzer meldeten sich im vergangenen Jahr neu an. Allerdings ging gleichzeitig die Anzahl der Besuche von 94.182 auf 89.425 zurück. Und auch die Entleihungen fielen – angesichts der Neuanmeldungen ein wenig erstaunlich – von 285.492 auf 274.941.

„Das kann ich mir nicht so genau erklären. Ich finde das ziemlich verwunderlich“, sagte Andreas Lehmann. „Das ist kein spezielles Problem in Bad Oldesloe, sondern entspricht absolut dem bundesweiten Trend. Der Ausleihrückgang ist vor allem auf den Bereich der audiovisuellen Medien zurückzuführen“, erklärt Jens A. Geißler, der Leiter der Oldesloer Stadtbibliothek. „Der Rückgang bei den Ausleihen von CDs und DVDs erklärt sich mit der Beliebtheit der Streamingmedien. Für diese fehlt es im Bereich kleinerer, öffentlicher Bibliotheken noch an bezahlbaren Alternativen“, so Geißler. Insgesamt sei der Bereich der Onleihe und der Online-Angebote wichtiger geworden. Außerdem habe sich die Bildungseinrichtung in der Königstraße auch immer mehr zu einem Treffpunkt entwickelt.

„Für mich sollte eine Bibliothek vor allem Bücher im Angebot haben und das Lesen von Büchern fördern. Davon habe ich im Jahresbericht sehr wenig gehört und da würde ich mir mehr wünschen“, kritisiert Andreas Lehmann (CDU). Gaming- und Robotik-Events würden ihn erstaunen. „Aber wenn das die Menschen reizen soll, ein erstes Mal in die Bibliothek zu gehen, ist das legitim. Ich möchte aber nicht, dass das Buch an sich aus dem Blick gerät“, so Lehmann weiter. Die Anzahl an Veranstaltungen, an denen die Einrichtung beteiligt war oder die sie durchführte, ist 2018 von 22 auf 40 gestiegen. 1896 Mitbürger nahmen an diesen Teil. Das waren fast 500 mehr als noch im Vorjahr.

Es gab durchaus auch viel Lob für dieses Konzept aus den Fraktionen. „Ich finde, dass digitale Angebote durchaus in einer Bibliothek ihre Berechtigung haben und das gilt auch für Gaming und ähnliche Veranstaltungen“, sagte unter anderem Tom Winter (Familienpartei).

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