Archiv des Autors: CDU Bad Oldesloe

Neuer Vorstoß für Ortsteilbeirat

Stormarner Tageblatt  16.06.2021

Bewohner der dörflichen Ortsteile Oldesloes sollen in politische Entscheidungen eingebunden werden

Großes Interesse an der Mitwirkung. Bürgermeister Jörg Lembke (in der Mitte) bei einem Ortstermin in Seefeld 2017 mit Verwaltungsmitarbeitern, Politikern und Anwohnern.  Patrick Niemeier
Großes Interesse an der Mitwirkung. Bürgermeister Jörg Lembke (in der Mitte) bei einem Ortstermin in Seefeld 2017 mit Verwaltungsmitarbeitern, Politikern und Anwohnern. Patrick Niemeier

Patrick Niemeier
Ein Neubaugebiet in Rethwischfeld, eines in Wolkenwehe, kein Dorftreff in Seefeld, eine Straßensanierung in Schadehorn, der Verfall einer Kate in Blumendorf – Probleme und drängende Themen aus den dörflichen Oldesloer Ortsteilen kommen häufig in den Ausschüssen der Kreisstadt zur Sprache, wenn Anwohner die Bürgerfragestunde für das Vortragen ihrer Anliegen nutzen.
Doch sind die Lokalpolitiker und Ausschussmitglieder wirklich immer im Film, wie die Situation vor Ort ist? Können sie kompetent über die Fragen diskutieren? Um diese Fragen geht es bei der Diskussion um einen Ortsteilbeirat.
Bad Oldesloe besteht eben nicht nur aus dem Stadtgebiet, um das sich in den meisten Fällen die größeren politischen Debatten drehen, sondern eben auch aus den Ortsteilen Wolkenwehe, Sehmsdorf, Altfresenburg, Poggensee, Blumendorf, Neufresenburg, Rethwischfeld, Schadehorn und Glinde.
Bürgermeister Jörg Lembke hat in den vergangenen Jahren ganz bewusst Ortsteilbegehungen durchgeführt. In einigen Fällen konnte nach Wünschen und Anregungen der Anwohner auch direkt reagiert werden.
Im jüngsten Wirtschafts- und Planungsausschuss kam jetzt erneut die Frage auf, ob es eigentlich in jeder Fraktion Spezialisten für die Ortsteile gebe. „Bad Oldesloe ist klein genug, dass wir hier noch den Überblick behalten können“, war die Antwort des Ausschussvorsitzenden Dr. Hartmut Jokisch (Bündnis90/Die Grünen).
Die CDU sieht das ein wenig anders. Angesichts der zahlreichen Anregungen und Nachfragen aus den Ortsteilen möchte sie jetzt einen Beirat gründen. In diesem soll aus jedem Ortsteil ein Mitglied sitzen, das nicht schon in der Stadtverordnetenversammlung oder in einem Ausschuss aktiv ist.
Zu dem Thema hätte es im März 2020 kurz vor dem ersten Corona-Shutdown auch bereits eine Veranstaltung gegeben. Außerdem habe die CDU dieses Vorhaben auch schon im Kommunalwahlkampf auf den Tisch gebracht.
„Alle Ortsteile bringen ihre Qualitäten mit in die Stadt ein und prägen das insgesamt positive Gesamtbild“, so der christdemokratische Stadtverordneten Jörn Lucas (kl. Foto). „Das muss mehr gewürdigt werden.“
Es könne nicht sein, dass der Eindruck entsteht, die Außenbereiche seien so etwas wie die Naturschutzparks der Gesamtstadt seien. Die Ortsteile seien lebendige, gut in die Gesamtstadt integriert Dörfer. Allerdings liegen sie sehr unterschiedlich und sind auch sehr unterschiedlich entstanden.
Grundsätzlich sei es wichtig für die Entscheidungen in der Lokalpolitik kompetente Meinungen und Informationen aus den Ortsteilen einzuholen. Das angedachte neue Gremium, in dem jeweils aus jedem Ortsteil ein Mitglied sitzen soll, wäre eine gute Lösung aus Sicht von Lucas. Es solle „Beirat für die Belange dörflicher Ortsteile“ heißen und die Mitglieder für fünf Jahre gewählt werden.
Eine Mehrheit im Hauptausschuss beantragte zunächst, dass die Stadtverwaltung überprüfen soll, ob ein solches Gremium umsetzbar und rechtlich möglich sei. Eine Antwort wird im Spätsommer erwartet.
Es wäre nach dem Beirat für Menschen mit Behinderung, dem gerade wiederbelebten Kinder- und Jugendbeirat (erste Wahlperiode nach langer Pause), dem ebenfalls wieder besetzten Seniorenbeirat (erste Wahlperiode nach mehrjähriger Pause) und dem kürzlich komplett neu gegründeten Wirtschaftsbeirat der fünfte Beirat der Kreisstadt.
Schon bei der Gründung des Wirtschaftsbeirats hatte es eine längere politische Diskussion darüber gegeben, ob es sinnvoll sei, immer mehr kleinteilige Spezialbeiräte zu gründen.

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Bau der Sohlgleite in Bad Oldesloe beginnt

Stormarner Tageblatt  16.06.2021

Am Zusammenfluss von Beste und Trave werden 600.000 Euro investiert – für das Wohl der Tiere

Die Bauarbeiten für die Sohlgleite am Zusammenfluss von Beste und Trave haben begonnen.  Patrick Niemeier
Die Bauarbeiten für die Sohlgleite am Zusammenfluss von Beste und Trave haben begonnen. Patrick Niemeier

Patrick Niemeier
Die Kreistadt hat sich vor einigen Jahren den Slogan „Die Beste-Trave-Stadt“ gegeben und dabei auf die Lage an den beiden Flüssen verwiesen.
Der Bereich hinter dem Blauen Haus an dem die beiden Gewässer zusammenfließen ist seit Jahren ein beliebter Treffpunkt, auch wenn er optisch mehr und mehr – vorsichtig gesagt – in die Jahre gekommen ist. Doch wo sich Menschen gerne am Ufer treffen, kommen zugleich Wassertiere am Zusammenfluss von Beste und Trave momentan oft nicht weiter.
Sie bleiben bisher noch an der 50 Zentimeter Sohlschwelle hängen. Oder wie der Bad Oldesloer Bürgermeister Jörg Lembke es in einem Ausschuss formulierte: „Jetzt steht da noch so mancher Fisch und kommt nicht weiter“. Daher wird aus der Sohlschwelle jetzt eine Sohlgleite. Darunter kann man sich eine Art Rampe für kleinere Wassertiere vorstellen. Diese soll die Passierbarkeit verbessern. Steine, die in den Zusammenfluss eingebaut werden, verringern die Strömung und somit die Fließgeschwindigkeit.
Anwohner des Heiligengeist und der Hude zeigten sich zunächst besorgt. Sie fürchteten, dass ihre Gärten und Hinterhöfe häufiger überschwemmt werden können. Auch Absackungen sah man als mögliche Gefahr. Doch die Stadtverwaltung geht nach Rücksprache mit Experten nicht davon aus, dass das passieren kann.
Durch die Corona-Situation verzögerte sich die Bauphase mehrfach. Jetzt kann es tatsächlich losgehen. Der Fußweg am alten Friedhof vorbei ist in einer Baustraße verwandelt worden. Und die Travebrücke in Richtung des Ehrenfriedhofs ist gesperrt worden. 600.000 Euro wird die Maßnahme kosten. Zum Großteil werden diese aber aus Fördermitteln für das Projekt aufgebracht. Die Stadt musste außerdem ein kleines Grundstück erwerben, um die Bauarbeiten durchführen zu können. Nach der Fertigstellung der neuen Sohlgleite soll dann auch die Aufenthaltsqualität für die Menschen in dem Bereich erhöht werden. Die Lage an den Flüssen wurde aktuell bereits in einer Befragung der Oldesloer als eine der zu wenig genutzten Stärken der Kreisstadt herausgearbeitet.
Wie genau der Bereich aufgewertet werden kann oder wird, steht noch nicht fest. Nach dem Ende der Sohlgleite-Arbeiten sollen außerdem auch die sehr lange geplanten Verschönerungs- und Sanierungsmaßnahme am alten Friedhof beginnen, wie Verwaltungschef Lembke bestätigte.
2001 wurde bereits eine Sohlgleite am Lübecker Tor im Oldesloer Innenstadtbereich hinter dem heutigen Kultur- und Bildungszentrum fertigstellt. Von der Brücke aus lassen sich häufig Wasservögel beobachten.

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Mann schießt in Menschenmenge

Stormarner Tageblatt  15.06.2021

Kritisierte Party auf dem Kunstrasenplatz in Bad Oldesloe führt zu einem Gewaltausbruch

Nach der Party erfolgte die Sperrung des Kunstrasenplatzes.  Patrick Niemeier
Nach der Party erfolgte die Sperrung des Kunstrasenplatzes. Patrick Niemeier

Patrick Niemeier
Die stark umstrittene und heftig kritisierte nächtliche Party am 11. Juni auf dem Bad Oldesloer Exer geriet noch deutlicher außer Kontrolle als bisher bekannt.
Wie heute bestätigt wurde, kam es in der Nacht auf Sonnabend bei der Feierlichkeit, die ein Müllchaos auf dem Exer hinterließ und am Montag zur Sperrung des Platzes führte, auch noch zu einem Gewaltausbruch.
Während die Polizei am späten Freitagabend noch davon ausging, dass die Party mit rund 250 Teilnehmern im Großen und Ganzen friedlich und ruhig verlaufen würde, bestätigte sie am Montag, 14.Juni, dass es im weiteren Verlauf der Feier zu einer Rangelei und sogar zu einer Schussabgabe aus einer Gaspistole kam.
„Die Feier verlief zunächst friedlich. Zwischen 1.30 Uhr und 2 Uhr hielten sich noch etwa 70-80 Personen am Bürgerpark auf, Tendenz fallend. Während der allgemeinen Abwanderungsbewegung entstand aus bislang nicht bekannten Gründen eine Rangelei zwischen ungefähr 10 Personen“, teilt Polizeisprecher Holger Meier mit.
Ob es bei dieser Rangelei auch zu Straftaten gekommen sei, sei noch unklar und müsse nun ermittelt werden.
„Während dieser Rangelei trat unvermittelt ein Mann an die Gruppe heran, schoss mit einer Art Gaspistole -allerdings geladen mit Pfeffermunition- mehrmals in die Menge und flüchtete anschließend zu Fuß“, berichtet der Polizeisprecher weiter. Nach bisherigen Erkenntnissen erlitten vier Personen Reizungen in Augen und Atemwegen, verursacht durch den Pfeffer.
Es hielten sich bereits, wie berichtet, Streifenwagen auf dem Exer auf, um Präsenz zu zeigen und mögliche Straftaten oder massive Verstöße gegen die Corona-Kontaktregeln zu verhindern. Daher seien die Beamten auch in der Lage gewesen den Tatverdächtigen schnell festzunehmen und die Waffe sicherzustellen.
„Hierbei handelte es sich um einen 22-jährigen Mann aus dem Umland von Bad Oldesloe. Die Hintergründe für die Schussabgabe sind noch unklar. Die Kriminalpolizei Bad Oldesloe hat die Ermittlungen aufgenommen“, sagt Meier.
Die Vorfälle auf dem Exer und am Bürgerpark haben eine große Diskussion in der Kreisstadt ausgelöst, ob der Kunstrasenplatz komplett für Treffs abseits von sportlicher Betätigung konsequent gesperrt werden muss. Außerdem möchten nicht nur Freizeitsportler wissen, wie die Stadtverwaltung in Zukunft die durchaus bestehenden Platzregeln konsequent um- und durchsetzen will. Kopfschütteln löst auch generell das ignorante Verhalten eines Teils der feiernden Jugendlichen aus, die rücksichtslos Müll und Scherben hinterließen.
Am Sonntag musste ein Testspiel der VfL Oldesloe C-Jugend abgesagt werden. Am Montag wurde die Sportfläche gesperrt. Sie muss gereinigt werden – die Konsequenz der Partyeskalation.
Die problematische Gemengelage ist nicht neu: Der Exer war in den Sommermonaten schon häufiger ein nächtlicher Treffpunkt der Jugendlichen aus der Region. Im Corona-Shutdown war der Bereich um Kunstrasen und Skateland auch häufig zu stark frequentiert und wurde daher mehrfach durch die Verwaltung gesperrt. Lerneffekte scheinen sich dadurch aber nicht eingestellt zu haben.
Es mehren sich die Stimmen, dass Feiern und Partys im Bereich rund um den Exer in Zukunft generell verhindert werden müssen. Möglich wäre auch ein generelles Alkoholverbot für den Bereich.

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Die CDU Bad Oldesloe beantragt einen Beirat für Angelegenheiten der dörflichen Ortsteile

Bericht der CDU Bad Oldesloe   11.06.2021

Die CDU Bad Oldesloe will einen Beirat für Angelegenheiten der dörflichen Ortsteile

Die Stadt Bad  Oldesloe besteht nicht nur aus der Kernstadt, sondern auch aus den Ortsteilen Altfresenburg, Blumendorf, Glinde, Neufresenburg, Poggensee, Rethwischfeld, Schadehorn, Seefeld, Sehmsdorf und Wolkenwehe. Alle Ortsteile bringen ihre eigenen Qualitäten in unsere Stadt ein und prägen das positive Gesamtbild unseres Gemeinwesens. Die Ortsteile sind  lebendige Dörfer und gut in die Gesamtstadt integriert.

Die Oldesloer Ortsteile sind ganz unterschiedlich von der Lage zum Stadtbereich und in ihrer Entstehung. Zu den Ortsteilen gehört deutlich mehr Fläche als zu dem bebauten Stadtbereich. Es ist wichtig, den ländlichen Charakter zu bewahren und zu fördern. Gerade die Außenbereiche verbinden Umwelt und Wohnen gut miteinander, sollen aber nicht ausschließlich als Naturschutzparks der Stadt dienen.

 Wir wollen die Ortsteile bei Ihrer Entwicklung stärker unterstützen und dafür den besonderen Anliegen der Ortsteile mehr Gewicht geben.

Wir wollen einen Beirat für Angelegenheiten der dörflichen Ortsteile und haben dafür einen Antrag im Hauptausschuss der Stadt Bad Oldesloe gestellt.

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Impfen im Hölk und Poggenbreeden

Stormarner Tageblatt  14.06.2021

Angebot wird in Bad Oldesloer Hochhaussiedlung gut angenommen / Quartiersmanagerin zufrieden

Maria Hermann vom Quartiersprojekt Plan B organisierte für die Hölk- und Poggenbreeden-Mieter einen Impftag.  Finn Fischer
Maria Hermann vom Quartiersprojekt Plan B organisierte für die Hölk- und Poggenbreeden-Mieter einen Impftag. Finn Fischer

Patrick Niemeier
Die Quartiersmanagerin Maria Herrmann ist sehr zufrieden. „90 Personen haben sich impfen lassen. Das ist eindeutig ein Erfolg, der zeigt, dass die Aktion sehr gut angenommen wurde“, erklärt sie, nachdem ein mobiles Impfteam Bewohnern der Hochhäuser im Oldesloer Hölk und Poggenbreeden ihre erste Corona-Impfung verpasst hatte.
Herrmann hatte sich dafür stark gemacht, dass die Stadt sich für das Angebot des Landes bewirbt, das mobile Impfteams in vermeintlichen Pandemie-Hotspots entsendet. Bürgermeister Jörg Lembke meldete nach Herrmanns Hinweis von die beiden Hochhäuser daher bei diesem Projekt des Gesundheitsministeriums an.

Mobiles Impfteam bringt 100 Dosen BionTech mit
Ein Team der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kam jetzt mit 100 Dosen BionTech-Impfstoff in die Kreisstadt. Die Küche des Quartiertreffs „Plan B“ wurde zum kurzzeitigen Impfzentrum umgestaltet.
Der „soziale Brennpunkt“ in der Stadt wurde so als einer der ersten Orte im Land für eine Impfaktion außerhalb der offiziellen Zentren oder von Hausarztpraxen berücksichtigt. Es war also eine landesweite Premiere in der Kreisstadt.
Als „sozialer Brennpunkt“ werden die beiden quartierprägenden Hochhäuser eingeordnet, weil dort viele Stormarner leben, die Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld beziehen oder einen Migrationshintergrund haben. Herrmann empfindet diese Bezeichnung allerdings nicht als zutreffend, denn eigentlich seien der schlechte Zustand der Immobilien sowie das Verhalten der stark kritisieren Adler Real Estate Group als Besitzer das Problem und nicht das Sozialverhalten der Menschen. Die beengten Wohnverhältnisse wären im schlechtesten Fall eine gute Umgebung für einen unkontrollierten Corona-Ausbruch gewesen.
Hinzu komme, dass die Informationen rund um Impfungen im Frühjahr nicht bei allen der rund 320 Bewohnern ankamen. Viele von ihnen hätten lange auch aus anderen Gründen generelle bereits Vertrauen in Behörden und bürokratische Abläufe verloren.
Dass nicht der Impfwille, sondern eher der Umgang mit Bürokratie der mehr finanziell als sozial Schwachen das Problem sei, habe sich direkt bei der Impfaktion gezeigt. Die durchgeführte Anmeldung war nämlich noch kaum angenommen worden. Wäre es nach dieser ersten Liste gegangen, hätten sich nur 15 Personen impfen lassen. Doch zur Spontananmeldung bei „Plan B“ kamen im Endeffekt 90 Bewohner, darunter sogar vorherige Impfskeptiker.

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