Archiv des Autors: CDU Bad Oldesloe

Betrachtungen zum Wochenausklang: Mit nötigem Abstand betrachtet

Stormarner Tageblatt  04.04.2020

Stormarner Wochenschau

Mit nötigem Abstand betrachtet

Mundschutz als Täterprofil...Megi Balzer
Mundschutz als Täterprofil…Megi Balzer

Stephan Poost und Volker Stolten

Wertschätzung Zur Zeit bedankt sich jeder bei jedem. Die CDU-Kreistagsfraktion dankt der Verwaltung um Landrat Dr. Henning Görtz, Bürgermeister danken den Feuerwehren, der Polizei und den Bürgern, andere backen Kuchen für Pflegekräfte und wieder andere danken ihrem Lebensmittelhändler oder dem Paketboten, der das schwere Paket in den dritten Stock wuchtet. Dahinter verbirgt sich eine Wertschätzung, die wir scheinbar erst in Zeiten der Krise wieder entdecken. Wir alle freuen uns über kleine Gesten der Wertschätzung. So bleibt zu hoffen, dass wir nach Corona nicht wieder zur Tagesordnung zurückgehen, sondern jene, die für uns da sind, auch weiterhin wertschätzen.

Verunsicherung Der eine sagt hü, der andere hott. Und auch bei den zahlreichen Virologen, die in Corona-Zeiten gerne das Wort ergreifen, scheint Einigkeit ein Fremdwort zu sein. Während der eine Experte eine total isolierte Gesellschaft empfiehlt, koste es, was es wolle, ist für den anderen Fachmann Sars-CoV-2 ein ganz normaler Virus und möglichst viele sollten sich infizieren. In Schweden gar nimmt alles seinen gewohnten Gang. Weder sind Restaurants oder Cafés noch Geschäfte geschlossen. Folgt dort das dicke Ende erst noch oder ist das vielleicht der richtige Weg? Wer weiß. Beim Thema Mundschutz scheiden sich ebenso die Geister. Erst hieß es, die Behelfsmasken bringen nichts und überhaupt nur etwas, wenn man sich infiziert hat, um nicht Gesunde anzustecken. Nun ist ein Anti-Virus-Schutz für Mund und Nase in Österreich schon Pflicht-Accessoire und auch hierzulande, Beispiel Thüringen, verordnet und nicht nur dort ein brisantes und heiß diskutiertes Thema. Aber wenn ich den Sicherheitsabstand einhalte und die Viren vor mir nach 1,5 Metern wie Fallobst zu Boden gehen und wirkungslos verpuffen, warum sollte ich dann einen auferlegten Maulkorb, eh allerorten Mangelware, tragen? Zumal das Atmen durch solch ein Ding kein Zuckerschlecken ist. Schon gar nicht für Brillenträger, weil die Gläser ruckzuck beschlagen. Was stimmt denn nun? Was ist wirklich sinnvoll? Bitte Klartext statt Wischiwaschi! Man sollte auch nicht vergessen, dass Vermummung bei uns einen negativen, aggressiven Beigeschmack hat: Verbirgt sich hinter der Maske ein guter oder ein böser Geist? Schön wäre es, wie unsere Karikaturistin hier zu Papier gebracht hat, wenn die Gauner anhand des Mundschutzes identifiziert werden könnten – ein Alleinstellungsmerkmal sozusagen…

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Die „Brötchentaste“ gibt es nicht

Stormarner Tageblatt  04.04.2020

Oldesloer Parkautomaten mit Erklärungen zum Handyparken nachgerüstet / Spezial-Taste war nie geplant

Parkautomat mit der Info für das Handyparken.Niemeier
Parkautomat mit der Info für das Handyparken.Niemeier

Bad Oldesloe Wo ist eigentlich die versprochene „Brötchentaste“ und gibt es noch Handyparken? Nach der Umrüstung der Parkautomaten in Bad Oldesloe vermissten viele Kreisstädter die versprochene „Freiparkentaste“ und auch Hinweise aufs Handyparken. War dieses nun etwa abgeschafft worden?

„Nein, das war die ganze Zeit selbstverständlich möglich und das sogar über diverse Anbieter“, klärt Bad Oldesloes Stadtsprecherin Agnes Heesch auf. Allerdings sei es tatsächlich so gewesen, dass bisher die entsprechenden Aufkleber noch fehlten. Diese wurden nun nachgerüstet. Eine explizite „Brötchentaste“ gebe es hingegen weiterhin nicht. Diese sei auch nicht so geplant gewesen. „Das ist wohl ein Problem, dass wir das immer so benannt haben und die Nutzer jetzt nach einer so benannten Taste suchen“, so Heesch.

Natürlich gebe es das gebührenfreie Parken für 15 Minuten trotzdem so, wie versprochen. Dieses sei aber nicht durch eine Extra-Taste sondern durch eine spezielle Tastenkombination abrufbar. Und die lautet so: ein Mal auf den gelben Knopf, dann „gebührenfreier Parkschein“ mit gelb auswählen und anschließend zwei Mal mit grün bestätigen, erklärt die Stadtverwaltung. Diese Anleitung sei aber auch oben auf den Geräten zu finden – allerdings relativ klein gedruckt.

Die Verwaltung denke außerdem darüber nach, wie man einen einheitlichen Preis für Parkscheine im ganzen Stadtgebiet einführen könne. Momentan sei es schwer zu vermitteln, weshalb es so unterschiedliche Tarife gebe und die Tickets nicht flexibel einsetzbar seien, wenn man den Parkplatz wechsel

Die FBO hat derweil ins Gespräch gebracht, dass nach der Corona-Krise auf Parkgebühren verzichtet werden solle, um den innerstädtischen Handel zu unterstützen. nie

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Wo in Stormarn die Fäden zusammenlaufen

Stormarner Tageblatt  02.04.2020

Corona-Krise: Kreativität, Lieferservice und Hilfen online

Leere Innenstädte, aber mehr  digitale Möglichkeiten bei Online-Bestellungen und lokalem Lieferservice.Niemieier
Leere Innenstädte, aber mehr digitale Möglichkeiten bei Online-Bestellungen und lokalem Lieferservice.Niemieier
Selbstgenähter Behelfs-Mund-Nasen-Schutz. Die MachBar

Selbstgenähter Behelfs-Mund-Nasen-Schutz. Die MachBar

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Onlinedienste, Lieferservice, Unterstützungsprogramme – nach dem ersten Schock, dass bestimmte Segmente des Einzelhandels und die komplette Gastronomie im Rahmen der Corona-Prävention schließen mussten, folgen in vielen Unternehmen kreative Ideen.

Immer mehr Geschäfte bieten einen Lieferservice an. So hat sich zum Beispiel die Oldesloer „EisBar“, die zuvor tatsächlich einen Tag nach der Saisoneröffnung wieder ihre Türen schloss (wir berichteten), nun einen Lieferservice eingerichtet. Das Restaurant Laurent am Markt hat nun auch einen Abholservice, die Weinwelt27 liefert nach Hause und so weiter. Gerüchte darüber, dass es ordnungsamtliche Bedenken geben könnte, wenn Geschäfte, die bisher keinen Lieferservice hatten, einen solchen einrichten, hat Oldesloes Stadtsprecherin Agnes Heesch widersprochen. „Wer in seinem Segment bleibt und nicht plötzlich was ganz anderes macht, der kann das machen. Bei Speisen und Nahrungsmitteln sind natürlich entsprechende Auflagen des Gesundheitsamts einzuhalten“, so Heesch.

In der Kreisstadt hat die Wirtschaftsvereinigung daher auch eine Homepage erstellt, auf der man nachlesen kann, welches Geschäft, welche Dienstleistung anbietet. Dazu findet man alles unter www.gemeinsam-in-oldesloe.de .

Den kleinen, noch recht jungen Do-it-yourself-Shop „MachBar“ in der Hindenburgstraße, der in dem städtischen Ladengeschäft eingezogen ist, erwischte die Corona-Krise noch mitten in der Phase, in der man sich gerade etabliert hatte. Chefin Daniela Frackmann setzte als eine der ersten daher direkt auf ein kreatives Crowdfunding. Auf der Plattform startnext.de können Kunden nun spenden und sich dafür als Gegenleistung bestimmte Angebote sichern. Diese reichen vom Kaffee in der Machbar (nach Aufhebung der Beschränkungen natürlich) bis zum eigenen Kreativ-Event. So sind schon über 3700 Euro zusammengekommen. Die Machbar selbst bringt sich übrigens jetzt aktiv beim Nähen von Mund-Nasen-Schutz ein. Frackmann koordiniert die Nähaktionen in der Kreisstadt. Die Masken werden gegen eine freiwillige Spende abgegeben.

Eine spannende Möglichkeit gibt es, das Oldesloer Oho-Kino zu unterstützen. Auf der Homepage www.hilfdeinemkino.de kann man recht unkompliziert helfen. Man schaut sich einfach die Werbeclips und Trailer zuhause an, die sonst vor dem Film im OHO-Kino gelaufen wären. Der Anbieter dieses Services verspricht, dass die Gelder an das jeweilige Kino gehen. Wer keine Clips sehen möchte, kann auch direkt spenden.

In der Stadt Bargteheide (www.bargteheide.de ) hat Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht dazu aufgerufen, lokale Geschäfte zu unterstützen: „Kaufen Sie vor Ort.“ Bei Facebook gibt es die Gruppe „Lieferdienst Bargteheide“, wo Angebote zusammengefasst werden.

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Altkleidercontainer werden abgebaut

Stormarner Tageblatt  02.04.2020

In Bad Oldesloe wird ein Beschluss der Lokalpolitik nun in die Tat umgesetzt

Stehen nicht mehr:  Altkleidercontainer am Bürgerpark.Nie
Stehen nicht mehr: Altkleidercontainer am Bürgerpark.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Monatelang nahm die Anzahl an Altkleidercontainern in Bad Oldesloe im vergangenen Jahr immer weiter zu. Und weil man nicht einen Betreiber besser oder schlechter behandeln darf, als einen anderen, machten sich auch immer mehr Sammelcontainer von in der Kritik stehenden Unternehmen breit.

Die Oldesloer Lokalpolitiker wollten gerne strengere Regeln aufstellen. Doch nur die Container gemeinnütziger Organisationen zuzulassen, war eben nicht möglich. Da neben dem unproportional hohen Anstieg neuer Container auch die falsche Nutzung und die ständige Ansammlung von Müll rund um die Container Sorge bereitete, beschloss die Lokalpolitik Ende 2019, dass im April 2020 alle entsprechenden Sammelstellen auf öffentlichem Grund abgebaut werden müssen.

Genau dieser Beschluss wird jetzt umgesetzt. Die Altkleidersammlungen verschwinden von allen öffentlichen Flächen. Auf privatem Gelände sind sie allerdings noch zugelassen. Die Sorge, dass nun keine Möglichkeiten mehr bestünden, alte Kleidungsstücke an Bedürftige abzugeben, teilen die Lokalpolitik und auch die Verwaltung nicht. So gebe es unter anderem Kleiderkammern und ebenso die Kleiderkiste der Efa.

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Babys kommen demnächst an der Salinenstraße zur Welt

Lübecker Nachrichten   31.03.2020

Morgen öffnet die Hebammenpraxis Bad Oldesloe ihr neues Domizil

Von Sandra Freundt

An der Salinenstraße 31 hat das Team der Hebammenpraxis deutlich mehr Platz zur Verfügung. Foto: Sandra Freundt

Bad Oldesloe. Nach Schließung der Entbindungsstation in der Asklepios-Klinik im März 2012 konnte man in der Kreisstadt sein Kind mit Hebammenhilfe nur noch zu Hause oder in der Hebammenpraxis an der Bahnhofstraße zur Welt bringen. Die Hebammenpraxis und das Geburtshaus ziehen jetzt um. Somit werden neben den Hausgeburten künftig Babys an der Salinenstraße zur Welt kommen.

Als die Hebammenpraxis 1993 von Eva-Maria König gegründet wurde, hatten die Kolleginnen 80 Quadratmeter zur Verfügung. „Damals haben wir einfach eine Wohnung für unsere Arbeit genutzt“, erinnert sich Hanna Möller. Mit dem Umzug zehn Jahre später ins Bella-Donna-Haus an der Oldesloer Bahnhofsstraße vergrößerten sich die Räumlichkeiten auf knapp 110 Quadratmeter und die Hebammenpraxis schien „angekommen“ zu sein. Tatsächlich war dies dann 17 Jahre lang das Domizil des Teams. Jetzt wurde es ihm aber auch dort zu eng, sodass es nun erneut umzieht und vom 1. April an der Salinenstraße 31 seinen Sitz hat.

„Wir werden dort rund 250 Quadratmeter nutzen können, haben ein großes Büro, einen Vorsorgeraum sowie einen Warte- und Aufenthaltsbereich, dazu ein großes Geburtszimmer mit neuen Möbeln“, erläutert Yvonne Söhl, eine der derzeit sieben Hebammen.

„Eine Hebamme ist ,eine Freundin auf Zeit’, denn sie begleitet die Schwangere über einige Monate, steht ihr bei Fragen und Sorgen zur Seite, berät sie auch über Art und Ort der Geburt, genießt das vollste Vertrauen der Schwangeren. Unsere neuen Räumlichkeiten mit gemütlicher Einrichtung erwecken dazu eine heimelige Atmosphäre und tragen zu diesem Vertrauen bei“, sagt Hanna Möller.

Rund 200 Anfragen zur Schwangerschaftsbegleitung hat das Team der Hebammenpraxis pro Jahr, circa 80 Frauen wünschen sich eine Geburt zu Hause oder in besagtem Gebärzimmer. „Seit die Geburtshäuser in Kiel, Lüneburg und Flensburg wegen Personalmangels geschlossen sind, bekommen wir selbst Anfragen aus diesen Regionen“, hat Hanna Möller festgestellt.

Da sind die Gegebenheiten in den neuen Räumen schon von großem Vorteil: Den Frauen und Paaren, die zur Entbindung ins Geburtshaus kommen, steht neben einer 2:1-Betreuung ein heller, gemütlicher Geburtsraum zur Verfügung sowie die Möglichkeit, im parkähnlichen Garten zur Wehenerleichterung spazieren zu gehen. Das war an der Bahnhofstraße nicht möglich.

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