Gastronom: Verständnis, Sorge und Hoffnung

Stormarner Tageblatt  27.04.2020

Alessio Zagari, Betreiber des „Laurent“ und der „Bar Laurent“ in Bad Oldesloe, hofft auf baldige Rückkehr

Nach einem sehr guten Jahresstart und Tischreservierungen war auch bei Alessio Zagari  im „Laurent“  plötzlich Schluss.Nie
Nach einem sehr guten Jahresstart und Tischreservierungen war auch bei Alessio Zagari im „Laurent“ plötzlich Schluss.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Am Anfang sei er ein wenig sauer gewesen und habe sich nicht gerecht behandelt gefühlt, sagt Alessio Zagari. Der Gastronom – der in Bad Oldesloe das größte Restaurant der Innenstadt , das „Laurent“ direkt am Marktplatz, und die „Bar Laurent“ in der Mühlenstraße betreibt – habe nicht verstanden, warum sein Restaurant plötzlich komplett geschlossen werden musste.

„Doch wenn du dann nach Spanien guckst, nach Italien oder in die USA, dann siehst du, was passieren kann, wenn man nicht so strenge Regeln hat“, sagt er. Er habe schnell Verständnis für die Maßnahmen entwickelt. „Ich habe auch Mitarbeiter mit Vorerkrankungen. Einer hat sogar Probleme mit der Lunge. Der ist sofort nach Hause nach Italien gereist, als es alles anfing. Der hatte richtig Angst“, so Zagari.

In seinem Umfeld sei bereits ein Mensch am neuen Coronavirus verstorben, berichtet der Gastronom. Er kam in Minden ins Krankenhaus und zwei Tage später sei er leider tot gewesen. „Wir unterschätzen das ganz bestimmt nicht. Trotzdem hoffen wir, dass es Lösungen gibt, mit denen wir in ein paar Wochen wieder irgendwie öffnen können“, sagt er.

Ein, zwei Monate kann er noch überbrücken

Damit meine er nur das Restaurant „Laurent“, nicht die Bar in der Mühlenstraße. „Wie soll das mit Abständen funktionieren in einer Bar? Das wird bestimmt nichts vor August oder so. Es ist schade, weil es sehr gut lief. Aber eine Bar lebt davon, dass es voll ist, dass Stimmung aufkommt. Das kann man nicht erreichen mit hier sitzt einer und zwei Meter weiter sitzt noch einer“, so der erfahrene Gastronom weiter.

Was das Restaurant angehe, könne er noch ein, zwei Monate vom Ersparten die wichtigsten Dinge finanzieren. Aber dann werde es „richtig schwer“. Die staatlichen Hilfen, die er bekommen habe, seien im Endeffekt nett, aber nur „ein Tropfen auf einen heißen Stein“. Es gebe fixe Ausgaben, die nicht wegfallen, nur weil man geschlossen habe. Beim Wareneinsatz und bei Aushilfen würden zwar Gelder gespart, aber Versicherungen, Mieten, Leasinggelder bei Maschinen, Brauereiverträge – all das laufe weiter.

Herausforderung für die Branche

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Wie Schulen sich aufs Abi vorbereiten

Stormarner Tageblatt  27.04.2020

Eingangskontrollen, Seifen- und Handtuchspender – und ganz viel Platz

In der Aula der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe werden die eintreffenden Abiturienten zunächst registriert. st
In der Aula der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe werden die eintreffenden Abiturienten zunächst registriert. st

Frauke Schlüter und Susanne Rohde Reinfeld/Bad Oldesloe Abstand halten, einzeln eintreten, Hände desinfizieren: In Corona-Zeiten müssen sich die Abiturienten der Immanuel-Kant-Schule (KGS) in Reinfeld nicht nur auf das Lernpensum und die Abschlussprüfungen konzentrieren, sondern am Prüfungstag zusätzlich diverse Vorsichts- und Hygienemaßnahmen befolgen.

Im Vorwege hatten Schulleiterin Jennifer Behnke und ihr Team alle Hände voll zu tun, um sämtliche gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Am Ende hat alles bestens geklappt. Die Abi-Prüfungen werden unter der Aufsicht von insgesamt 18 Lehrkräften (plus Ersatzkräfte) in der Aula und in der Mensa des Ganztagszentrums geschrieben. Eine gute Lösung, da dort aufgrund der Größe der Räumlichkeiten die Sicherheitsabstände am besten eingehalten werden können.

„Der Abstand der Tische ist so bemessen, dass immer vier Meter quer zwischen den Tischen sind, um einen Durchgang zu ermöglichen“, erklärt Behnke. Während der Prüfungen sind nur Lehrkräfte eingesetzt, die auch im 13. Jahrgang unterrichten. Die anderen Lehrerinnen und Lehrer arbeiten teils im Home-Office oder im Vorbereitungsunterricht.

Eintreten im Minutentakt

In jedem Raum der KGS hat der Hausmeister Seifen- und Handtuchspender angebracht – auch an den Eingängen. Für die Abiturienten gilt die Regel: Der Hygiene-Abstand von 1,5 Metern ist unbedingt einzuhalten. Diese Maßnahme macht sich vor allem bei den Eingangskontrollen bemerkbar. Die Prüflinge sollen im Minutentakt eintreffen, sich an den vor dem Eingang in gebührendem Abstand aufgestellten Hütchen aufstellen und dann einzeln eintreten. Danach muss sich jeder Abiturient die Hände waschen und desinfizieren sowie eine Erklärung zu den Hygiene-Maßnahmen mit Namen unterschreiben. „Die Hilfsmittel für die Abi-Prüfungen wie Duden sind vorher desinfiziert worden. Die Prüfungsunterlagen werden mit Handschuhen vor der Prüfung auf die Tische gelegt“, so die Schulleiterin.

250 Schüler/innen in 35 Räumen geprüft

Selbstverständlich stehen Lehrer und Schüler vor den Abi-Prüfungen immer in engem Kontakt. Behnke: „Von den drei Wochen Ferien mal abgesehen gab es zwei Wochen Schulschließung. In diesen Wochen wurden die Abiturienten engmaschig von den Lehrkräften sowohl telefonisch als auch digital betreut. In dieser Phase ging es hauptsächlich um das Üben und Wiederholen“, erklärt Behnke. Der 13. Jahrgang ist trotz Corona bestens vorbereitet. Und die Hygienemaßnahmen sollten bei 41 Prüflingen an der KGS ebenso gut zu bewältigen sein.

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Abgeschlossene WCs werden zum Problem

Stormarner Tageblatt  27.04.2020

Abgeschlossene WCs werden zum Problem

Senioren und Familien kritisieren geschlossene WCs.
Senioren und Familien kritisieren geschlossene WCs.

Bad Oldesloe Nicht zugängliche öffentliche Toiletten werden für viele Senioren mittlerweile zum Problem. Nachdem die Geschäfte wieder in größerer Zahl geöffnet haben, sind trotzdem in zahlreichen Läden die WCs für Kunden geschlossen. Da auch die Gastronomie geschlossen hat und die Nutzung von Toiletten in Bäckereien ebenfalls nicht gestattet wird, stehen so manche Senioren nach eigener Aussage beim Shopping vor einem größeren Problem. Bei einigen Toiletten sei es so, dass man sich den Schlüssel in nun aber noch nicht geöffneten Geschäften abholen müsse. Mehrere Senioren machten die Tageblatt-Redaktion darauf aufmerksam, dass es Lösungen benötige, denn viele ältere Menschen müssten während der wöchentlichen Einkäufe auch mal eine Toilette nutzen.

Doch auch Familien bemängelten den Zustand. So sei es aktuell nicht möglich,Kinder hygienisch gut zu wickeln, wenn es notwendig werde. Auch bei kleinen Kindern gebe es das Problem, dass diese häufiger mal aufs WC müssen. Sowohl Familien als auch Senioren bitten daher die Verwaltungen, sich Lösungen zu überlegen. nie

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Bomben-Inferno: Gedenkfeier zum 75. Jahrestag

Stormarner Tageblatt  25.04.2020

Bomben-Inferno: Gedenkfeier zum 75. Jahrestag

Stadt Bad Oldesloe
Stadt Bad Oldesloe

Bad Oldesloe Mit einer Kranzniederlegung gedachte die Stadt Bad Oldesloe des Bombenangriffs am 24. April 1945, der sich gestern zum 75. Mal jährte. „Wenn wir heute einen Kranz niederlegen, dann tun wir dies im Gedenken an die 706 Opfer. Wir denken aber auch an Millionen weiterer Opfer, die in zwei Weltkriegen und in zahllosen weiteren Kriegen ihr Leben verloren“, erklärten Bürgermeister Jörg Lembke (r.) und Bürgerworthalterin Hildegard Pontow (M.), die gemeinsam mit Pastor Diethelm Schark den Toten gedachten. Die geplanten Veranstaltungen werden im nächsten Jahr nachgeholt. ps

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Bad Oldesloe: Keine politischen Ausschüsse

Stormarner Tageblatt  25.04.2020

Telefonkonferenz statt Sondersitzung der Stadtverordneten

Der  Oldesloer  Wirtschafts- und Planungsausschuss tagte zuletzt am 9. März.Nie;Großes Interesse an der WPA-Sitzung.Niemeier
Der Oldesloer Wirtschafts- und Planungsausschuss tagte zuletzt am 9. März.Nie;Großes Interesse an der WPA-Sitzung.Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Bis auf Weiteres finden in Bad Oldesloe keine Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung und der politischen Ausschüsse statt. Das hat Bürgermeister Jörg Lembke auf Nachfrage des Stormarner Tageblatts mitgeteilt.

Zuvor hatte die Stadtverwaltung verlauten lassen, dass es Ende April oder direkt Anfang Mai eine Sonderversammlung der Stadtverordnetenversammlung geben solle, um dringende Themen zu besprechen, zu denen ein politisches Votum nötig ist.

„Ursprünglich hatten die Bürgerworthalterin Frau Pontow und ich uns auf den Vorschlag geeinigt, am 4. Mai eine außerordentliche Stadtverordnetenversammlung durchzuführen, um in dieser dringende Tagesordnungspunkte und Fragen der Politik an die Verwaltung besprechen und gegebenenfalls entscheiden zu können“, so Bürgermeister Jörg Lembke. „Nach einer Abfrage Frau Pontows bei den Fraktionsvorsitzenden wurde dieser Vorschlag aber größtenteils durch die Vorsitzenden abgelehnt“, sagt der Verwaltungschef. Ersatzweise solle nun am Montag, 4. Mai, eine Telefonkonferenz der Bürgerworthalterin, der Fraktionsvorsitzenden und der Verwaltung stattfinden, um zumindest wechselseitige Fragen beantworten zu können.

„Ob die im Sitzungskalender bisher geplante Stadtverordnetenversammlung am 25. Mai stattfinden wird, soll dort ebenfalls abschließend geklärt werden“, erklärt Lembke. Derzeit sei aber aus seiner Sicht davon auszugehen, dass im Mai zumindest die Ausschusssitzungen noch nicht stattfinden werden. Der „Juni-Durchlauf“ der Ausschüsse ist noch nicht abgesagt, wird aber ebenfalls Gegenstand der Telefonkonferenz sein.

Klar ist, dass Gremiensitzungen öffentlich stattfinden müssen. Entscheidungen dürfen nicht auf andere Art – wie zum Beispiel in Video- oder Telefonkonferenzen – gefällt werden. „Ob, beziehungsweise wann eine Entscheidung so wichtig ist, dass eine Gremiensitzung notwendig ist, obliegt in erster Linie der politischen Einschätzung. Bestimmte Themen sind oder werden verwaltungsseitig derzeit geschoben, bis wieder Sitzungen stattfinden“, so Lembke.

Die Meinung zur Wiederaufnahme von Gremiensitzungen sei bisher unter den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung auch nicht einheitlich.

Die Landesregierung hatte erklärt, dass es möglich sei, auch bei öffentlichen Sitzungen eine Maximalpersonenzahl für den jeweiligen Raum anzugeben. In der Kreisstadt dachte man über Sitzungen in der Fest- oder Stormarnhalle nach.

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