Michel Toys gibt auf: Ende einer Traditionsfirma

Lübecker Nachrichten   06.09.2020

Dietrich Vogel liquidiert sein Unternehmen für Spielzeug und Deko- und Werbeartikel in Bad Oldesloe – 40 Mitarbeiter sind schon gegangen

Von Markus Carstens

Die Büros und Lagerräume des Unternehmens an der Elly-Heuss-Knapp-Straße werden bereits zur Vermietung angeboten. In Rethwischfeld gibt es noch ein weiteres Lagergebäude.foto: Markus Carstens

Bad Oldesloe. Überraschendes Ende einer Oldesloer Traditionsfirma: Das weltweit agierende Unternehmen Michel Toys im Gewerbegebiet Südost stellt zum Jahresende seinen Betrieb ein. Das bestätigte Firmengründer und Geschäftsführer Dietrich Vogel (69) jetzt auf LN-Anfrage.

„Mit Corona hat das nichts zu tun“, erläutert Vogel, der auf der firmeneigenen Homepage mittlerweile als Liquidator geführt wird. „Aber wenn man drei Jahre hintereinander nur Verluste macht, muss man irgendwann die Reißleine ziehen.“ Und eine Änderung zum Besseren sei auch nicht in Sicht. 45 Jahre lang war Dietrich Vogel am Markt und handelte erfolgreich mit Spielzeugen, Geschenk-, Deko- und Werbeartikeln. Die Produkte sind unter anderem auch in Drogerien wie Budnikowsky oder „dm“ zu finden. Weltweit zählten rund 12 000 Kunden zu den Abnehmern.

Rund 60 Mitarbeiter aus Bad Oldesloe, aber auch Hamburg und Lübeck waren zu Spitzenzeiten bei dem mittelständischen Großhandelsunternehmen beschäftigt. Seit 20 Jahren ist es an der Elly-Heuss-Knapp-Straße ansässig und erwirtschaftete einen jährlichen Umsatz zwischen 10 und 20 Millionen Euro. 40 Beschäftigte sind bereits gegangen, die meisten haben laut Vogel schon neue Jobs. „Besonders freut mich das für eine 60- und eine 58-jährige Frau, die neue Arbeitsplätze gefunden haben“, sagt der 69-Jährige. Zudem wurde ein Sozialplan erarbeitet, alle Mitarbeiter würden eine Abfindung erhalten. Auch sein Sohn und Co-Geschäftsführer Felix Vogel widmet sich bereits wieder verstärkt seiner zweiten Passion, der Schauspielerei.

Angefangen hatte alles mit einem Tapeziertisch in Hamburg mit Blick auf den Michel. So entstand der Firmenname. Mit dem Verkauf von Spielzeug finanzierte Vogel damals sein Studium. Anschließend arbeitete er zunächst als Lehrer (Wirtschaft und Sport) an der Beruflichen Schule Bad Oldesloe, hängte diesen Job aber schon bald an den Nagel und widmete sich mit voller Hingabe dem Kaufen und Verkaufen.

Damals war seine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung am Oldesloer Schanzenbarg sein Büro, eine Garage hatte er als Lager angemietet. Dieses platzte schon bald aus allen Nähten, so dass er 1983 eine ehemalige Ziegelei in Rethwischfeld kaufte. Dort gibt es auch heute noch ein Lager und ein Büro. Im Jahr 2000 folgte der Umzug ins Oldesloer Gewerbegebiet.

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Die Stadt nimmt Abschied von Walter Busch

Lübecker Nachrichten   05.09.2020

Mehr als 200 Gäste kamen gestern in die Stormarnhalle zur Trauerfeier für den Ehrenbürger

Bürgermeister Jörg Lembke: „Walter Busch hat in seinem Leben durch seine unverwechselbare Art viele Oldesloer Bürger geprägt.“ foto: SF

Bad Oldesloe. Vital, fit und voller Lebensfreude und Tatendrang – wer Walter Busch traf, dachte sich: „Der wird mindestens 100 Jahre alt.“ Mitte August aber starb der Oldesloer unerwartet im Alter von 93 Jahren. In der Stormarnhalle nahmen gestern mehr als 200 Trauergäste Abschied von „Mr. VfL“. Die Flaggen waren dabei auf Halbmast gehisst, denn die Kreisstadt verlor mit Walter Busch ihren Ehrenbürger.

„Er hat die Oldesloer durch seine unverwechselbare Art geprägt, sei es durch den Sport im VfL Oldesloe, durch seinen Beruf als Lehrer, in der Politik oder privat. Er war ein Macher und im wahrsten Sinne des Wortes ein Vorturner, der sich für eine Sache einsetzen und andere gleich mit dafür begeistern konnte“, sagte Bürgermeister Jörg Lembke in seiner Trauerrede.

Da die Titel und Auszeichnungen des Verstorbenen schon vielfach aufgezählt worden waren, erinnerte Lembke in der Stormarnhalle bewusst an Walter Busch „als Mensch“. „Kantig, aber geradlinig, fordernd und in der Sache hart, aber engagiert und stets bereit voranzugehen“, beschrieb der Bürgermeister den Mann, der so viel für die Stadt getan habe.

Unvergessen das Mutter-Kind-Turnen beim VfL in der Stormarnhalle, Walter Busch dabei stets mit Akkordeon. Beim Sportunterricht fehlte seine Trillerpfeife nie, bei den legendären Zeltlagern für Kinder und Jugendliche packte er tatkräftig mit an, bei der von ihm ins Leben gerufenen Litauen-Hilfe brachte er die Spenden sogar manchmal selbst mit an den Bestimmungsort. Und Busch war es auch, der im Zuge der Aussöhnung mit Israel den Grundstein legte für die Städtepartnerschaft Bad Oldesloes mit Beer Yaacov, die inzwischen 33 Jahre währt.

Tatsächlich gedachte in dieser Feierstunde jeder Trauernde an „seine Begegnung“ mit Walter Busch, so auch Pastor Stephan Thieme, der durch den Gottesdienst führte: „Zuletzt saßen wir im Mai zusammen in seinem Garten, den er selbst mit kaputter Hüfte noch bestellte.“ Als Bebauer und Bewahrer von Kultur in jedem Lebensbereich beschrieb er ihn, der wie kein Zweiter so lebendig habe erzählen können und dabei unbändige Lebensfreude ausgestrahlt habe.

Bürgermeister Lembke betonte: „Dadurch wird er uns als Vorbild in Erinnerung und in unseren Herzen lebendig bleiben, und sein Wirken weiterhin Bestand haben.“

Im Anschluss an den Trauergottesdienst wurde Walter Busch im engsten Familienkreis auf dem Oldesloer Friedhof beigesetzt.   sf

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Bad Oldesloe: Wieder Stühlerücken in der Stadtvertretung

Lübecker Nachrichten   05.09.2020

Alles neu macht die Stadtfraktion: Sie erhält in den politischen Ausschüssen jeweils einen festen Sitz – Dafür mussten andere Mitglieder weichen – Sogar der Lostopf kam zum Einsatz.

Von Markus Carstens

Die neue Stadtfraktion in Bad Oldesloe: Tim Winter (v. l.), Hans-Jörg Steglich und Wolfgang Schmidt. Foto: Markus Carstens

Bad Oldesloe. Erneute Rolle rückwärts: Wie erwartet hatte die neue Stadtfraktion in Bad Oldesloe zur Stadtverordneten-Versammlung am Donnerstag in der Festhalle den Antrag gestellt, die fünf Fachausschüsse neu zu ordnen. Hintergrund: Hans-Jörg Steglich war von der Wählergemeinschaft FBO zu den Freien Wählern gewechselt und hatte sein Mandat mitgenommen.

Zusammen mit Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) und Tom Winter von der Familien-Partei gründete Steglich die Stadtfraktion und übernahm auch gleich den Fraktionsvorsitz. Für Schmidt und Winter ist es auch ein besonderes Wiedersehen: Die beiden Einzelkämpfer hatten sich im Frühjahr 2019 zusammengetan, lösten ihr Bündnis jedoch ein halbes Jahr später schon wieder auf.

Nun also der erneute Zusammenschluss, der stets für Veränderungen in der Zusammensetzung der Ausschüsse sorgt. Als Fraktion steht dem Trio jeweils ein Sitz in den Fachausschüssen zu. Einfache Mathematik: Wenn eine Fraktion einen Sitz neu für sich beansprucht, muss eine andere Fraktion ihren Sitz abgeben. In diesem Fall die Grünen oder die FBO, denn beide sind mit je fünf Mandaten in der Stadtverordneten-Versammlung gleich stark.

Wilfried Janson stellte für die Grünen zwar den Antrag, die Zahl der Ausschussmitglieder von elf auf zwölf zu erhöhen, scheiterte damit jedoch. „Die Halbwertzeit von neuen Fraktionen ist so kurz, dass wir da nicht mitmachen“, sagte CDU-Fraktionschef Horst Möller. Auch SPD und FDP schlossen sich dem an.

Also ging es nun darum, wer in welchem Ausschuss weichen muss. In einer Sitzungspause verständigten sich Grüne und FBO auf eine Aufteilung. Die Grünen verzichteten auf Finanz- und Umweltausschuss, die FBO auf Hauptausschuss sowie Wirtschafts- und Planungsausschuss. Ein Sitz musste trotzdem verlost werden. Unter Aufsicht von Hauptamtsleiter Malte Schaarmann zog Bürgerworthalterin Hildegard Pontow die FBO für den Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss.

Eine Besonderheit gab es noch bei der personellen Zusammensetzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses: Dieser hatte plötzlich mehr bürgerliche Mitglieder als Stadtverordnete, was laut Gemeindeordnung nicht zulässig ist. Zunächst wollte niemand klein beigeben. Vor allem FDP und die Stadtfraktion lieferten sich heftige Wortgefechte, ehe die neue Fraktion doch ihren Widerstand aufgab.

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Letzte Ehre für einen sportlichen Ehrenbürger

Stormarner Tageblatt  05.09.2020

In der Stormarnhalle nahmen Familie, Weggefährten und Honoratioren Abschied von Walter Busch

Würdiger Abschied in einem großen Rahmen: Die Stormarnhalle wurde zum Trauersaal. Nie
Würdiger Abschied in einem großen Rahmen: Die Stormarnhalle wurde zum Trauersaal. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Kinderlachen, Motivationskreise und Jugendliche, die sich beim Klettern in den Bäumen des „Kinderrechteparks“ anfeuern – die Gäste der Trauerfeier für den Bad Oldesloer Ehrenbürger Walter Busch gingen auf ihrem Weg in die Stormarnhalle an einer Szenerie entlang, die auf den ersten Blick nicht zu einem traurigen Ereignis passte – und trotzdem perfekt zu dem Mann, der gemeinsam verabschiedet wurde.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit als langjähriger Lehrer und Schuldirektor der Theodor-Storm Schule hatte Busch selbst sein Leben bekanntermaßen mit ganzer Energie und Leidenschaft dem Vereinssport gewidmet. Besonders lag es ihm am Herzen, dass Kinder und Jugendliche sich sportlich betätigen. Immer wieder betonte Busch das, der alle Oldesloer zu kennen schien und den wohl fast alle Oldesloer kannten.

Bis kurz vor seinem Tod mit 93 Jahren engagierte er sich als Ehrenvorsitzender des VfL Oldesloe, dessen Vorsitzender er jahrzehntelang war. Der rastlose Geist, der viele Menschen begleitete und motivierte, der so manches – nicht nur sportliche – Leben in der Kreisstadt mitprägte, ist nun zur Ruhe gekommen. Er hinterlässt in der Kreisstadt aber große Fußspuren, tausende Erinnerungen und ein großes Erbe. Und während in der Stormarnhalle die Familie, private Wegbegleiter, Sportler, Politiker, Verwaltung, Vereinsvertreter, ehemalige Kollegen und Schüler in einem würdigen Rahmen unter Corona-Bedingungen zu Harfenklängen Abschied vom verstorbenen Oldesloer Ehrenbürger nahmen, tobte im mobilen Kletterpark nur einige Meter vor der Halle das sportliche Leben. Walter Busch hätte es gefreut.

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Hier zu Hause: Stammtisch der CDU

Stormarner Tageblatt  05.09.2020

Stammtisch der CDU

Bad Oldesloe Der nächste CDU-Stammtisch findet am kommenden Montag, 7. September, ab 15.30 Uhr im Café Kandelar an der Hamburger Straße 15 statt. Bei Kaffee und leckerem Kuchen soll das Programm für das nächste Jahr 2021 besprochen und auch beschlossen werden. Am Montag, 5. Oktober, wird dann Wolfgang Gerstand über die Zukunft der Kreisleitstelle berichten. Und am Montag, 2. November, ist Tino Sdunek, der Präventionsbeauftragte der Polizei, zu Gast beim Stammtisch und spricht über den häufigen Erfolg der Enkeltrickbetrüger. Gäste sind willkommen. st

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