Frage der Weihnachtsbeleuchtung in Bad Oldesloe ungeklärt

Stormarner Tageblatt  09.09.2022

Bürgermeister Jörg Lembke will auch die Politik mit einbeziehen

Wie die Weihnachtsbeleuchtung in Bad Oldesloe aussehen wird, ist unklar. Patrick Niemeier
Wie die Weihnachtsbeleuchtung in Bad Oldesloe aussehen wird, ist unklar. Patrick Niemeier

Bad Oldesloe Ist es ein wichtiges Signal, die Weihnachtsbeleuchtung in diesem Jahr nicht einzuschalten, weil auch von Unternehmen und Bürgern gefordert wird, dass sie so viel Strom wie möglich sparen? Oder wäre das das falsche Signal in der Vorweihnachtszeit, dass die Atmosphäre empfindlich in den Innenstädten verschlechtert?
Für Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke ist das eine „schwierige Thematik“ und eine „schwierige Abwägung“. Denn es sei schon so, dass man als Verwaltung schließlich mit einem guten Beispiel vorangehen müsse und auch wolle. „Andererseits ist es doch jetzt auch noch sehr unklar, wie die Situation im Dezember wirklich ist“, sagt der Bürgermeister der Stormarner Kreisstadt. „Wir haben ja auch schon auf sehr stromsparende LED umgestellt. Wie viel Strom sparen wir dann noch, wenn wir es gar nicht nutzen würden?“, sagt Lembke. Die Bundesregierung habe ja die klare Vorgabe gemacht, dass maximal von 16 bis 22 Uhr Werbebeleuchtung eingeschaltet werden darf. „Mindestens daran werden wir uns natürlich halten“, sagt der Verwaltungschef.
„Insgesamt denke ich schon, dass wir uns auf ein wenig dunklere Weihnachten auch in Bad Oldesloe einstellen müssen“, ist sich Lembke sicher. „Die Entscheidung darüber, ob wir die Weihnachtsbeleuchtung einschalten, liegt aber auch bei der Politik. Wir werden also auf eine politische Entscheidung zu dem Thema hinarbeiten. Ich kann das nicht einfach bestimmen“, stellt der Oldesloer Bürgermeister klar.
„Es gibt auch Alternativen oder vielleicht andere Ideen, wie man damit umgehen – ich sage mal so Graustufen – wie man das regeln kann. Wir werden Lösungen finden. Die Kaufleute hatten es in den letzten Jahren schon schwer genug, jetzt sollen es nicht auch noch dunkle Weihnachten werden, finde ich“, sagt Agnes Heesch, die bei der Stadt Bad Oldesloe für die Wirtschaftsförderung zuständig ist.
nie

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Lichter an trotz Energiekrise

Stormarner Tageblatt  09.09.2022

Bargteheide und Ahrensburg wollen Weihnachtsbeleuchtung

Ob und welchen Kommunen wie hier in Bad Oldesloe eine Weihnachtsbeleuchtung zu sehen sein wird, ist noch nicht überall entschieden. Bargteheide und Ahrensburg sind aber dafür. Patrick Niemeier
Ob und welchen Kommunen wie hier in Bad Oldesloe eine Weihnachtsbeleuchtung zu sehen sein wird, ist noch nicht überall entschieden. Bargteheide und Ahrensburg sind aber dafür. Patrick Niemeier

Finn Fischer

Wegen der Energiekrise will die Bundesregierung, dass Energie gespart und überflüssige Verbraucher abgeschaltet werden. Deswegen gerät derzeit vielerorts auch die Weihnachtsbeleuchtung in die Diskussion: Sind hell erleuchtete Innenstädte in der Advents- und Weihnachtszeit noch vertretbar, während Firmen und private Haushalte angehalten sind, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen?
Ahrensburg hat sich bereits festgelegt. An Weihnachten soll die Innenstadt nicht dunkel bleiben, wie Anna Plogt, Sprecherin der Stadtverwaltung, auf Anfrage des Stormarner Tageblatts sagt. „Wir haben in Ahrensburg eine reine LED-Beleuchtung und deswegen ist das Einsparpotenzial so gering, dass sich ein Verzicht nicht lohnen würde“, sagt Anna Plogt. Das Thema sei in der Stadtverwaltung ausgiebig diskutiert worden, so Plogt: „Aber wir haben gesagt, dass wir den Menschen dadurch ein bisschen Halt und Orientierung in der dunklen Jahreszeit geben möchten.“
Auch in Bargteheide steht die Weihnachtsbeleuchtung auf der Agenda. Mit der Frage wird sich die künftige Bürgermeisterin Gabriele Hettwer beschäftigen müssen. „Das Thema Beleuchtung wird bei uns natürlich auch diskutiert“, sagt Christina Schlie, die in der Bargteheider Stadtverwaltung für Kultur und Veranstaltungen zuständig ist. Ob es eine Weihnachtsbeleuchtung geben wird oder diese aufgrund der Energiekrise in diesem Jahr nicht eingeschaltet wird, „werde dann mit der neuen Bürgermeisterin besprochen.“
Geht es nach dem Ring Bargteheider Kaufleute, der sich derzeit mit der Planung des Weihnachtsmarktes befasst, wird auch in diesem Jahr die Beleuchtung angeschaltet. „Uns ist natürlich bewusst, dass es dazu ganz verschiedene Meinungen gibt. Aber – Stand jetzt – wird es eine Weihnachtsbeleuchtung geben“, sagt RBK-Vorsitzender Wolfgang Sarau. Für ihn persönlich wäre es jedenfalls ein falsches Signal, ohne Beleuchtung durch die Weihnachtszeit zu gehen.
In Bargteheide wird die Weihnachtsbeleuchtung von der Kaufleute-Vereinigung gestellt. Wolfgang Sarau erklärt: „Wegen der Energiekrise sind wir in der Planung, die Weihnachtsbeleuchtung in der Rathausstraße auf LED umzustellen. Ich habe bereits mit Bad Oldesloe Kontakt aufgenommen, wie das dort gehandhabt wird.“
Letztendlich werde die Frage, ob die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet wird oder in diesem Jahr aus bleibt, von Bund, Land oder Kommune abhängen. Sarau: „Ich weiß nicht, ob da in den nächsten Wochen noch eine Regelung kommt.“

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Stormarner Schnappschuss

Stormarner Tageblatt  08.09.2022

Patrick Niemeier
Patrick Niemeier

Bad Oldesloe Spätsommerliche Morgenstunden in der Fußgängerzone in Bad Oldesloe. Von den Passanten des Alltagsgeschäfts noch vor der Öffnung der meisten Läden quasi beinahe unbemerkt, fährt dieses Fahrzeug in den vergangenen Monaten regelmäßig durch die Kreisstadt und stoppt in sehr regelmäßigen Abständen an Laternen. Dann ist ein Rohr zu erkennen, das von einem Mann aus dem Fenster gehalten wird, der das Fahrzeug steuert. Es handelt sich um die Bewässerungsvorrichtung der niederländischen Firma „Flower und Shower“, die für die aufgehängten Blumenampeln zuständig ist. Darüber, dass das kein lokaler Florist macht, gab es schon einige Diskussionen. Laut Aussage der Stadtverwaltung biete schlichtweg niemand das Gesamtpaket von Aufhängen bis Bewässern an.
nie

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Zu viel Bio landet im Restmüll

Stormarner Tageblatt  08.09.2022

Abfallwirtschaft Südholstein: Durch konsequentere Trennung unabhängiger von ausländischem Gas

AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel und Prokurist Olaf Stötefalke stellten die Ergebnisse der Hausmülluntersuchung 2022 vor.  Finn Fischer
AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel und Prokurist Olaf Stötefalke stellten die Ergebnisse der Hausmülluntersuchung 2022 vor. Finn Fischer

Von Finn Fischer

Es ist laut. Ein beißender Geruch liegt in der Luft. Der nach Vergärung. Nach einer Mischung aus frisch gedüngten Feldern und Biomüll. In der AWSH-Biogasanlage, dem Abfall-Wirtschaftszentrum Trittau (AWT), wird Abfall erst zu Gas und dann zu Strom gemacht.
Der reicht für rund 3000 Haushalte und einen Tesla, der am Tor an einer Ladestation hängt. Die Feststoffe können außerdem als Dünger in der Landwirtschaft genutzt werden. Eigentlich ist das, was die Abfalltransporter hier in regelmäßigen Abständen anliefern, kein Müll oder Abfall. Es ist ein Rohstoff und nützlich für die Erzeugung von Gas. Und das ist derzeit so nachgefragt wie schon lange nicht mehr.
Umso mehr ärgert sich AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel darüber, dass immer noch so viel Essensreste und Gartenabfälle nicht in der braunen Tonne entsorgt werden, sondern in der „Schmuddeltonne“ – dem Restmüll. „Wir könnten mit dem Bioabfall im Restmüll problemlos eine weitere Biogasanlage betreiben“. sagt Kissel.
Die Hausmüllanalyse hat ergeben, dass in den Landkreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg – hier ist die AWSH zuständig – jährlich 32000 Tonnen Bioabfall einfach so im normalen Müll entsorgt werden. Im Vergleich – vor allem mit Großstädten wie Hamburg – ist das ein guter Wert. Aber immer noch zu viel. „Damit fällt der Biomüll aus dem Verwertungskreislauf“, sagt Kissel. Mit ihm könne ein weiteres Abfallwirtschaftszentrum fast unter voller Auslastung betrieben werden. Das derzeitige kann 39000 Tonnen Bioabfälle pro Jahr in Gas und Dünger für die Landwirtschaft verwandeln.
Prokurist Olaf Stötefalke zieht den Bogen zur aktuellen Gaskrise: „Wenn das volle Potenzial des anfallenden Bioabfalls genutzt werden würde, könnte Deutschland damit ein Prozent des jährlichen Gasverbrauchs decken – inklusive des industriellen Verbrauchs.“
Einen Appell richtet das Entsorgungsunternehmen vor allem an die rund 6000 Haushalte in Stormarn und Lauenburg, die bislang auf eine Biotonne verzichten und angeben, sämtliche Bioabfälle im Garten selbst zu kompostieren. Denn – auch das hat die Hausmüllanalyse ergeben – statistisch stimmt das nicht. Der Anteil an Bio im Restmüll war bei diesen Haushalten besonders hoch.
Dabei funktioniert das Trennen des Abfalls eigentlich ganz gut. Auch das hat die Untersuchung gezeigt: Was in der braunen Tonne landet, ist zu 98 Prozent tatsächlich auch organisch. Die restlichen zwei Prozent sind Fremdstoffe wie Metall. Manchmal landen Gartenscheren aus Versehen mit in der Tonne. Vor allem sind es aber Verpackungen. Plastiktüten, die als biologisch abbaubar beworben werden, sind hier das größte Ärgernis. „Leute kaufen die Tüten sicher auch mit dem Gedanken etwas Richtiges zu tun“, sagt Dennis Kissel. Doch dass die „Bio“-Plastiktüten in die Biotonne dürfen, sei ein weitverbreiteter Irrglaube. Stattdessen können Papiertüten genutzt werden. Kissel: „Letztendlich kommt der verwertete Bioabfall ja auf die Felder und da will nun wirklich niemand Plastik drauf haben.“
Bemerkenswert an der Hausmüllanalyse ist allerdings, dass Menschen in Lauenburg und Stormarn insgesamt weniger Restmüll produzieren als noch vor sieben Jahren. 2015 produzierte jeder Einwohner im AWSH-Einzugsgebiet 175,1 Kilogramm Müll pro Jahr. 2021 waren es noch 163,77. Und das, obwohl die Bevölkerungszahl von 430000 auf 445000 gewachsen ist.

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Stormarner Schnappschuss

Stormarner Tageblatt  07.09.2022

susanne rohde-posern
Susanne Rohde-Posern

Bad Oldesloe Hoch hinaus geht es derzeit im Kinderrechtepark neben der Jugendfreizeitstätte am Exer. Noch bis kommenden Sonntag können Kinder und Jugendliche im Rahmen einer von der Stadt organisierten Kletterwoche in dem kleinen Hochseilgarten mit neun Stationen gut gesichert und unter Anleitung bis in 15 Meter Höhe klettern. Gestern nutzten vor allem Schulklassen diese tolle Gelegenheit. Am kommenden Freitag können zwischen 17 und 19 Uhr auch mutige Erwachsene in die Bäume steigen.
srp

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