Glückwunsch zu 70 Jahre Kreisstadt, Bad Oldesloe!

Lübecker Nachrichten   22.10.2019

Am 22. Oktober 1949 wurde Bad Oldesloe zu Stormarns Kreisstadt ernannt: In Ahrensburg, das ebenfalls im Rennen war, kam die Entscheidung damals gar nicht gut an

Die Stormarner Kreisverwaltung am Bahnhofsvorplatz in Bad Oldesloe. mc

Bad Oldesloe. Es waren weitreichende Entscheidungen damals vor 70 Jahren. Der Stormarner Kreistag verabschiedete vier Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs ein Wohnungsbauprogramm, eine Betriebssatzung für die Verkehrsbetriebe und eine Tariferhöhung für die Südstormarner Kreisbahn – um vier Pfennige je Kilometer. Außerdem musste der Kreistag, der zu dieser Sitzung in Reinfeld zusammengekommen war, einen Beschluss aus dem Jahr 1946 bestätigen, in dem Bad Oldesloe zur Kreisstadt erklärt worden war.

„Die Aussprache verlief weniger heftig als erwartet“, schrieb der Oldesloer Landbote damals. Denn neben Bad Oldesloe hatte auch die Stadt Ahrensburg ihren Hut in den Ring geworfen. Doch einzig deren Bürgermeisterin Dr. Erika Keck warb für Ahrensburg als neue Kreisstadt. Die meisten anderen Abgeordneten favorisierten Bad Oldesloe als Nachfolgerin der Stadt Wandsbek – und so gab es bei der Abstimmung eine große Mehrheit für Bad Oldesloe. Erika Keck wurde zwei Jahre später übrigens als erste Frau in Schleswig-Holstein zur Kreispräsidentin gewählt.

Landrat Wilhelm Siegel (SPD), damals zunächst noch ehrenamtlicher Leiter der Kreisverwaltung und zugleich Landesminister für Volksbildung, hatte zuvor für Bad Oldesloe als Standort geworben. Er verwies unter anderem auf Landesmittel für den Neubau des Finanzamtes in Bad Oldesloe, die anderenfalls möglicherweise wegfielen. Am meisten, so Landrat Siegel, fiele jedoch der Umstand ins Gewicht, dass Ahrensburg die Ortsklasse „S“ hatte, also erheblich höhere Wohnungszulagen für die Beamten und Angestellten der Kreisverwaltung erfordere.

In digitalisierten Unterlagen des Kreisarchivs Stormarn lässt sich nachlesen, dass der Kreiskämmerer die Mehrausgaben allein für diese Posten mit rund 104 000 Mark jährlich bezifferte. Schon damals spielte die Kreisumlage eine wichtige Rolle, also die Finanzierung des Kreises durch die Stormarner Kommunen. Diese müsste bei einem Votum für Ahrensburg von 30 auf 36 Prozent erhöht werden. Heute liegt sie bei 31,25 Prozent und soll nochmals gesenkt werden.

Trotz dieser gewichtigen Gründe waren nach der Abstimmung doch einige verschnupft. „Das ist nicht nur für Ahrensburg, sondern für den ganzen Süden des Kreises eine Enttäuschung. Das muss als Stimmung der Ahrensburger Bevölkerung ausgesprochen werden“, schrieb die Ahrensburger Zeitung. Die Stadt war auch damals schon größer als Bad Oldesloe und zählte im Jahr 1949 knapp 18 000 Einwohner.

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Umrüstung auf LED soll kurzfristig beginnen

Stormarner Tageblatt  22.10.2019

Mehr als 2600 Lampen sollen in den kommenden sechs Monaten ausgetauscht werden

Die  LED-Lampenmodelle wurde vom Wirtschafts- und Planungsausschuss unter die Lupe genommen.Nie
Die LED-Lampenmodelle wurde vom Wirtschafts- und Planungsausschuss unter die Lupe genommen.Nie
 
Das edelste der drei geplanten LED-Lampenmodelle. nie

Das edelste der drei geplanten LED-Lampenmodelle. nie
 

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Jahrelang wurde sie theoretisch in der Lokalpolitik diskutiert, nun soll sie in der Praxis über die Bühne gehen: Die Umstellung der Oldesloer Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Technik.

Vor allem die Grünen der Kreisstadt hatten immer wieder deutlich gemacht, dass eine solche Umstellung für sie nicht mehr verhandelbar sei. Im September 2018 stimmte dann schließlich eine Mehrheit mit ihnen für den Austausch von tausenden Leuchtmitteln in der Stadt. Ein Jahr später ist aber im Straßenbild weiterhin der Status quo zu sehen, was Mitbürger mittlerweile mit Blick auf die öffentlich kommunizierte und ausführlich diskutierte Umstellung ein wenig irritiert, weil im Wirtschafts- und Planungsausschuss der Start für die Umrüstung mit September 2019 benannt worden war.

„Die Umsetzung der Maßnahme ist für Oktober angesetzt. Ich gehe davon aus, dass sie kurzfristig starten wird“, erklärt Dr. Kurt Soeffing, kommissarischer Leiter des Oldesloer Bauamts, den Plan der Verwaltung. Insgesamt befinden sich laut Auskunft der Stadtverwaltung 3044 Lampen und Laternen im Besitz der Stadt. 2647 davon sollen in den nächsten sechs Monaten mit den drei ausgesuchten LED-Modellen umgerüstet werden. Die Lokalpolitik hatte sich mehrheitlich gegen einen Vorschlag der FBO entschieden, der vorsah, immer nur nach und nach defekte Lampen auszutauschen.

Ausgesucht hat die neuen Lichtspender Beleuchtungsexperte Lars C. Wulff von der Hamburger Firma CL Design. Er ist davon überzeugt, dass die LED-Lampen nach ihrer Installation eine Lebenszeit von ungefähr 25 Jahren haben werden. Die Qualität des Materials war sowohl der Lokalpolitik als auch der Stadtverwaltung wichtig, da man keinen Schnellschuss wagen wollte, der dann in den nächsten Jahren wieder ausgebessert werden muss.

Die neu eingebauten Elemente werden insofern auch besonders zukunftsfähig sein, weil sie die Nachrüstung eines Controllers erlauben. Dieser könne dann zum Beispiel ein elektronisches Parkleit- oder Überwachungssystem ermöglichen oder den Verkehrsfluss digital analysieren. Auch eine Ladestation für E-Mobile soll an den neuen Laternen nachrüstbar sein.

Durch die Stromeinsparungen werden in den angedachten 25 Jahren laut aktueller Berechnungen die Stromkosten der Stadt im gesamten Zeitraum um sechs Millionen Euro sinken. Geld, das also an anderer Stelle eingesetzt werden kann oder zum Beispiel in die Controllernachrüstung.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Kleine Fehler und großes Engagement

Stormarner Tageblatt  19.10.2019

Stormarner Wochenschau

Kleine Fehler und großes Engagement

Auf der Suche nach dem „T“. balzer
Auf der Suche nach dem „T“. balzer

Patrick Niemeier und Susanne Rohde

Buchstabensalat Da musste erst eine Flensburgerin in die Kreisstadt kommen, um zu bemerken, was keinem Oldesloer bisher auffiel: Auf einem Straßenschild fehlt ein „t“! Die Bangert-straße gibt es in der Stadt zwar schon lange, aber das Straßenschild am Sülzberg wohl noch nicht. Jedenfalls fehlte dem Oldesloer Heimatkundler das „T“ am Ende seines Namens – was auf den ersten Blick auch wirklich kaum auffällt. Aber irgendwo muss das kleine „t“ doch geblieben sein – findet unsere Karikaturistin. Vielen Dank an Bärbel Ohlhöft, die das Ganze ins Rollen brachte und dafür sorgte, dass Dr. Friedrich Bangert jetzt wieder seinen vollständigen Namen bekommt, wenn das Straßenschild demnächst ausgetauscht wird.

Charisma In Schleswig-Holstein gibt es aktuell sechs stationäre Hospize mit insgesamt 66 Plätzen. In Bad Oldesloe wird mit dem Hospiz Lebensweg im Sandkamp gerade das 7. gebaut, das im Frühjahr des kommenden Jahres eröffnen soll. Das Hospiz möchte sterbende Menschen und ihre Angehörigen auf dem letzten Lebensweg begleiten, in einem Haus, das ihnen möglichst viele Annehmlichkeiten bietet. Das Hospiz Lebensweg in Stormarn bietet seinen Gästen allen Komfort, den man sich in seinen letzten Lebenstagen nur wünschen kann. Zu verdanken ist dies einer Vision, die die Oldesloerin Sabine Tiedtke vor zehn Jahren entwarf und jetzt mit einem stetig wachsenden Team von ehrenamtlich Aktiven auf vorbildliche Weise umsetzt. Sabine Tiedtke ist es mit viel Charisma, Zielstrebigkeit und Begeisterung gelungen, jede Menge Mitstreiter für ihr Projekt zu finden. So viel Teamgeist wünscht man sich bisweilen auch in der Politik…

Individuelles Fehlverhalten Halten sich immer weniger Bürger an Regeln und Gesetze? Man könnte diesen Eindruck gewinnen. Denn die Beschwerden von Bürgern in verschiedenen Stormarner Städten und Gemeinden darüber, dass sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen, Park- und Durchfahrtsverbote nicht gehalten wird, mehren sich. Doch was sollen Politik und Verwaltung machen? Natürlich helfen Kontrollen temporär. Aber welches Personal soll diese durchführen? Vielleicht muss man eher die Ursachen für diese gesellschaftliche Entwicklung finden und es schaffen, ein Bewusstsein für mehr Rücksichtnahme zu schaffen.

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Als die Trave noch regelmäßig Bad Oldesloe überflutete

Lübecker Nachrichten   18.10.2019

Renaturierung östlich von Bad Oldesloe hat bei älteren Bürgern Erinnerungen wach gerufen – Wulf Henning Reichardt hat diese für die LN aufgeschrieben

Trave-Hochwasser in Bad Oldesloe, hier die Kranbrücke: vorn links überschwemmter Garten, hinten rechts Gebäude der Hamburger Tapetenfabrik: hinten links und Mitte Häuser an der Lübecker Straße. fotos: Marfels/Kreisarchiv Stormarn

Bad Oldesloe. Im Sommer wurde in Anwesenheit von Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan-Philipp Albrecht und Landrat Henning Görtz das beeindruckende Ergebnis der Renaturierungsmaßnahme der Trave bei Sehmsdorf vorgestellt. Sie basiert auf dem heutigen Wissensstand und ist eine erfolgreiche Weiterentwicklung, die von der Natur deutlich schneller angenommen wurde als vielfach vermutet.

Für uns als Kinder und Jugendliche war die Trave in ihrem alten Verlauf mit ausgewaschenen Uferböschungen und Sandbänken Erlebnisraum und Abenteuerspielplatz. Bei niedrigem Wasserstand konnte man an bestimmten Stellen die Trave sogar relativ sicher zu Fuß durchqueren. Stieg sie aber an, konnte sie recht gefährlich werden, besonders bei Hochwasser.

Das ging mir immer wieder durch den Kopf, als ich davon las, dass diese Renaturierungsmaßnahme vom Umweltminister locker als Rolle rückwärts bezeichnet wurde. Vermutlich war ihm nicht bekannt, dass die „Trockenlegung“ von Teilen der Oldesloer Innenstadt einer der wesentlichen Gründe der damaligen Maßnahme war und ist.

Vor mehr als 60 Jahren schlängelte sich die Trave vom Heiligen Geist teilweise entlang der Lübecker Straße bis zum Kleinen Kneeden. Die Idylle hatte nur einige deutliche Nachteile. Fast regelmäßig standen Teile der Stadt und der B 75 unter Wasser und die vorhandenen Brücken in der Innenstadt konnten den anwachsenden Verkehr nicht mehr bewältigen. Für die betroffenen Anlieger waren es ernste Sorgen, weil die Überschwemmungen auch Existenzen bedrohte. Dazu gehörten übrigens auch die beiden Oldesloer Betriebe Borowski & Hopp und Hako an ihren damaligen Standorten.

Das letzte große Hochwasser in den 1950er Jahren breitete sich von der Besttorstraße über den Heiligen Geist bis zur Lübecker Straße aus. Politik und Verwaltungen von Stadt, Land und Bund suchten deshalb nach einer Problemlösung, um den Standort Bad Oldesloe nicht zu gefährden und gleichzeitig damit entscheidende Grundlagen für die heutige Infrastruktur dieses wichtigen Verkehrsknotenpunkts zu schaffen.

Aus damaliger wasserwirtschaftlicher Sicht konnte nur eine Verbreiterung des Travebettes nach dem Zusammenfluss von Trave und Beste am Heiligen Geist Abhilfe schaffen. Da die Trave durch bebautes Gebiet entlang der Lübecker Straße floss, wurde der jetzige Verlauf gewählt und der alte Arm zugeschüttet. Darauf steht heute z.B. das Polizeigebäude. Seit der Fertigstellung des neuen Traveverlaufs hat es keine großen Überschwemmungen mehr gegeben. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme entstand übrigens auch der Berliner Ring mit der Travebrücke.

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Was wird aus dem Oldesloer Weihnachtsmarkt?

Lübecker Nachrichten   19.10.2019

Veranstalter ist kurzfristig abgesprungen – Stadt sucht jetzt dringend einen Ersatz

Sah gut aus, war aber an vielen Tagen – vor allem unter der Woche – nicht gut besucht: der Weihnachtsmarkt an der Mühlenstraße. In diesem Jahr soll er vor dem KuB stattfinden, ein Veranstalter wird allerdings noch gesucht. Foto: Dreu

Bad Oldesloe. Vor zwei Jahren gab es zum ersten Mal einen mehrwöchigen Weihnachtsmarkt in Bad Oldesloe am Ende der Mühlenstraße. Organisiert wurde er vom Oldesloer Veranstalter Sebastian Hagen und dessen Eventbetrieben, die es mittlerweile aber nicht mehr gibt. Während die Premiere sehr ordentlich verlief, war das zweite Jahr – auch wetterbedingt – „durchwachsen“, wie Hagen selbst sagt.

Dieses Jahr sollte alles anders werden – mit neuem Veranstalter und neuem Ort vor dem Kultur- und Bildungszentrum. Die Vergabe erfolgte bereits im Februar – und ging an die Hamburger Eventagentur Tiedemann, die auch bereits das Oldesloer Stadtfest erfolgreich managt. In dieser Woche veröffentlichte die Stadtverwaltung jedoch ein neues Interessenbekundungsverfahren für die Vergabe des Weihnachtsmarktes für die nächsten vier Jahre – inklusive 2019.

Was war passiert? Tiedemann war kurzfristig aus der Organisation abgesprungen. Das bestätigte jetzt Stadtsprecherin Agnes Heesch auf LN-Anfrage. Christine Tiedemann selbst begründet den Rückzug mit zu hohen logistischen Herausforderungen und ihrem eigenen Qualitätsanspruch, den sie nicht gewährleistet sah. Genauer wollte sich die Agentur öffentlich nicht äußern. Etwaige Folgen befürchtet sie auch nicht. Die Stadt hält sich bedeckt, spricht von einem schwebenden Verfahren. Beide Seiten betonen jedoch, dass die Zusammenarbeit für das Stadtfest im kommenden Jahr auf jeden Fall bestehen bleibt.

Nur für den Weihnachtsmarkt wird jetzt also ein neuer Veranstalter gesucht. Die Frist läuft bis zum 26. Oktober. Und es gibt schon Bewerber. „Wir hoffen, dass wir trotz der Kürze der Zeit noch einen Weihnachtsmarkt organisieren können“, sagt Agnes Heesch. Genaue Informationen für Interessenten gibt es auf der Homepage badoldesloe.de.

Wie auch immer das Verfahren ausgeht, eines steht jetzt schon fest: Immerhin der kleine, aber feine Weihnachtsmarkt am Mühlrad kehrt nach einjähriger Abstinenz wieder zurück. Organisiert wird er erneut vom Stadtmarketing-Verein „Wir für Bad Oldesloe“. Er findet kurz vor Weihnachten vom 19. bis zum 22. Dezember statt (Donnerstag 15 Uhr bis Sonntag 20 Uhr).

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