CDU kürt Kandidaten in der Stormarnhalle

Lübecker Nachrichten   16.08.2020

Christdemokraten treffen sich am 22. August in Bad Oldesloe „Eine extreme Herausforderung“, sagt Patrick Ziebke zur Organisation den CDU-Veranstaltungen in der Stormarnhalle. foto: Hfr

Bad Oldesloe. Der Kreis Stormarn ist bei Bundestagswahlen dreigeteilt. Der Norden bildet mit Ostholstein einen Wahlkreis, die Mitte mit dem Kreis Segeberg und der Süden mit fast dem gesamten Herzogtum Lauenburg. Die CDU hat zuletzt alle drei Wahlkreise direkt gewonnen und schickt mit dem Fehmaraner Ingo Gädechens und wohl auch Gero Storjohann aus Seth (Kreis Segeberg) erneut ihre langjährigen Abgeordneten ins Rennen. Beide hatten oder haben keine Gegenkandidaten.

„Es ist natürlich möglich, dass sich am Tag der Kandidatenaufstellung noch jemand meldet“, sagt Patrick Ziebke, Geschäftsführer des Stormarner CDU-Kreisverbandes. Dieser Tag ist Sonnabend, 22. August. Um 10 Uhr treffen sich die Delegierten des Wahlkreise Segeberg/Stormarn-Mitte in der Stormarnhalle in Bad Oldesloe. Um 12 Uhr hält die Segeberger CDU dort einen Kreisparteitag ab.

Damit noch nicht genug: Ab 15 Uhr – nach ausreichender Durchlüftung und Desinfektion – wird der Kandidat für den Wahlkreis Herzogtum-Lauenburg/Stormarn Süd gekürt. Nachdem der bisherige Abgeordnete Norbert Brackmann erklärt hatte, nicht erneut anzutreten, haben sich mit Rasmus Vöge aus Mölln, Thomas Peters aus Wentorf und Bettina Spechtmeyer-Högel aus Todendorf drei Kandidaten gemeldet. Der Grund für das geballte Programm ist die Corona-Krise. „Es gibt in der Umgebung kaum so große Hallen wie die in Bad Oldesloe“, erklärt Patrick Ziebke.

Und vor allem für den Nachmittag erwartet die CDU aufgrund der Kampfkandidaturen einige Hundert Personen, was für die Organisatoren zu einer besonderen Herausforderung wird. „Als die lauenburgische CDU im vergangenen Jahr einen neuen Kreisvorsitzenden gewählt hat, waren 350 Leute da“, berichtet Ziebke. Damals gewann übrigens Vöge knapp gegen Peters.

Organisator Ziebke will Platz für etwa 500 Personen vorhalten – direkt in der Halle, auf der Tribüne und zusätzlich draußen in einem Zelt, in das die Kandidaten-Vorstellungen übertragen werden. „Personen aus einem Haushalt dürfen zusammensitzen, ansonsten müssen 1,5 Meter Abstand gehalten werden.“ Tische gebe es somit auch nicht für alle. Stühle und Klemmbrett ist das Motto.

Weiter benötigt die CDU etwa doppelt so viele Helfer wie sonst; etwa 30 bis 35, schätzt Patrick Ziebke. Und beim Stimmenzählen dürfen keine Schlangen entstehen. Kein Wunder, dass der Geschäftsführer angesichts der Umstände und mit Blick auf Corona sagt: „Das wichtigste ist, dass nach zwei Wochen keiner krank ist.“ mc

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Mehr Aufwand, weniger Gäste

Stormarner Tageblatt  17.08.2020

Das Bad Oldesloer Freibad am Poggensee hat seit Eröffnung einen deutlichen Besucherrückgang im „Corona-Jahr“ zu verzeichnen

Normalerweise ist    im Sommer am Poggensee  der Andrang bei gutem Wetter groß. Nie
Normalerweise ist im Sommer am Poggensee der Andrang bei gutem Wetter groß. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Sonnige Tage und sommerliche Hitze – da füllt sich normalerweise das Freibad Poggensee in Bad Oldesloe schnell und regelmäßig. Für viele Stormarner, die nicht in den Urlaub fahren, bietet das Naturbad in den Sommermonaten die passende Freizeitbeschäftigung und ist zugleich ein Ort der Naherholung. Nachdem der Corona-Shutdown den Saisonstart deutlich verzögerte, ist das Freibad seit Ende Juni wieder geöffnet.

Doch die Besucherzahlen bleiben allerdings – offenbar nicht auf Grund der Zugangsbeschränkungen – deutlich hinter den Vorjahren zurück, wie Jürgen Fahl von den Stadtwerken Bad Oldesloe bestätigt. In den wenigen Junitagen kamen 948 Personen ins Freibad. Während sich das mit der späten Eröffnung erklären lasse, sind die Gründe für den Rückgang der Besucherzahlen im Juli nicht klar zu benennen. Denn im Vergleich zu den Vorjahren hinken die Gästezahlen hinter deutlich zurück. Während im Juli 2018 starke 13.094 Wasserfreunde den Weg an den Poggensee fanden, waren es 2019 immerhin noch 4048 während 2020 nur noch 1544 Personen gezählt wurden.

„Die Zahlen in 2020 sind allgemein deutlich geringer als in den beiden Vorjahren. Dabei ist zu beachten, dass das Freibad im Juni 2020 erst spät geöffnet war. Im Übrigen war das Wetter im Juli 2020 nicht so gut, wie in den Vorjahren“, erklärt Fahl.

„Die ,Corona-Zeit’ hat sich sicherlich negativ auf die Zahlen ausgewirkt. Andererseits sind auch ein paar Gäste mehr als sonst aus Reinfeld angereist, da das dortige Freibad Herrenteich in dieser Saison deutlich reduzierte Öffnungszeiten hat“, so Fahl weiter.

Mittlerweile ist der Herrenteich wegen Blaualgen sogar komplett für die Freibadnutzung gesperrt. Am Poggensee macht man sich derzeit Gedanken, welche Gründe genau zum bisher eher enttäuschenden Besucheraufkommen geführt haben.

„Es überlagern sich mehrere Effekte, und es ist nicht wirklich festzustellen, welchen Effekt dabei die Corona-Pandemie auf die Besucherzahlen hat“, erläutert Fahl.

Was die Schutzmaßnahmen angeht, seien die meisten Besucher vernünftig und einsichtig. „Es gibt manche Menschen, die muss man gesondert darauf hinweisen, aber diese Art Gäste ,mit erhöhtem Betreuungsbedarf’ gibt es in jedem Jahr – auch ohne Corona-Regeln“, so Fahl weiter. So sei es bisher nicht notwendig geworden, die Regeln noch weiter zu verschärfen

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Mobile Spezial-Einheit gegen den Brustkrebs

Stormarner Tageblatt  17.08.2020

5765 Frauen aus Bad Oldesloe und Umgebung können an dem Mammographie-Screening teilnehmen

Auf dem Parkplatz am Kurpark steht bis Ende September eine mobile Röntgeneinheit, das sogennante Mammobil.LInk
Auf dem Parkplatz am Kurpark steht bis Ende September eine mobile Röntgeneinheit, das sogennante Mammobil.LInk

Susanne Link Bad Oldesloe Nur ein ausgewählter Kreis darf in das sogenannte Mammobil, das seit Freitag und nur bis zum 24. September auf dem Parkplatz am Kurpark steht. Eingeladen sind Frauen, die zwischen 50 und 69 Jahre alt sind und in den Postleitzahlbereichen 23843, 23847 und 23860 wohnen. Alle zwei Jahre wird Frauen dieser Altersgruppe ein Termin für ein Mammographie-Screening, also einer Röntengenuntersuchung der weiblichen Brust, vorgeschlagen.

5765 Frauen dürfen in diesem Jahr der speziellen Einheit, der Mammographie-Screening-Einheit, in Bad Oldesloe einen Besuch abstatten. Hier soll frühzeitig erkannt werden, ob sie an Brustkrebs leiden. Im Jahr 2002 beschloss der Bundestag dieses Programm, das unter anderem das Ziel hat, die Sterblichkeitsrate zu reduzieren. Laut Bundesministerium für Gesundheit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland.

„Systemfehler“ in der Zelle „Wenn man einen Tumor findet, der kleiner als 1,5 Zentimeter im Durchmesser ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass er nicht gestreut hat, bei 90 Prozent“, sagt Dr. Dragan Brodnjak, einer der programmverantwortlichen Ärzte der Screening-Einheit Östliches Schleswig-Holstein. Ein Zentimeter mehr – ein Wert, der meistens bei Tastbefunden gängige Praxis ist – und die Wahrscheinlichkeit liegt nur noch bei zehn Prozent. „Systemfehler“ in Zellen, wie Brodnjak es nennt, müssen deshalb möglichst schnell gefunden werden.

Für die Aufnahmen muss die Brust zusammen gedrückt werden. Schmerzhaft finden die Frauen, die vor der rollenden Untersuchungspraxis warten, das nicht. Einige der Klientin – so nennt man die Frauen, die sich in der Einheit untersuchen lassen – finden die Untersuchung allerdings unangenehm. Doch die Frauen machen sich vielmehr um eine andere Sache Sorgen: Den positiven Befund. „Ich möchte wissen, dass ich gesund bin und es möglichst auch bleiben“, sagt Sabine Jäpel aus Bargteheide. Dem pflichtet eine andere Frau bei.

Aufgrund der Corona-Pandemie fielen in Ahrensburg und Bargteheide teilweise Termine aus, in Trittau und Tangstedt hielt das Mammobil gar nicht. Als Alternative konnten die Frauen das Screeningzentrum in Lübeck aufsuchen, einige erhielten auch einen Termin für Bad Oldesloe.

Für eine Frau aus Ahrensburg, die aufgrund ihres ausgefallenen Termins vor dem Mammobil in Bad Oldesloe stand, ist es die „letzte Chance“, wie sie sagt. Sie ist 69-Jahre alt.

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Poller sollen Tempo in Theodor-Storm-Straße drosseln

Lübecker Nachrichten   14.08.2020

Blumenkübel sorgten für eine Verkehrsberuhigung in der Bad Oldesloer Straße – Seit die Schikanen weg sind, wird dort gerast – Anwohner sind genervt

Von Dorothea von Dahlen

Anwohner der Theodor-Storm-Straße schildern ihre Probleme mit Rasern.foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Die Bewohner der Oldesloer Theodor-Storm-Straße wollen ihre Blumenkübel wieder haben. Die kleinen Schikanen waren offenbar dazu geeignet, das Tempo des von Norden in die Stadt hinein und in die andere Richtung hinausströmenden Verkehrs etwas zu drosseln. Als die Fahrbahn saniert wurde, verschwanden sie jedoch. Inzwischen ist der Unmut über Lärm und Raserei in der Straße so gewachsen, dass betroffene Familien nicht nur eine Unterschriftenaktion nebst Petition an Land und Stadt geschickt, sondern sich auch bei den politischen Gremien Gehör verschafft haben.

Auf Einladung der SPD trafen sich nun am Mittwochabend Lokalpolitiker sämtlicher Parteien und Wählergruppen mit Anwohnern, um sich an Ort und Stelle ein Bild zu machen. Beklagt wurde, dass die Fahrzeuge in der engen Wohnstraße zu sehr rasen, dass ganze Sattelzüge mit Neuwagen „durchbrettern“ und es oft zu brenzligen Verletzungen der Vorfahrt kommt, wenn eigentlich berechtigte Fahrzeuge von rechts aus den Seitenstraßen in die Theodor-Storm-Straße einbiegen wollten.

Bezüglich der Blumenkübel berichtete Sven Mohr als Sprecher der Anwohner, dass er beim Land angefragt habe, weshalb sie nach der Sanierung der Fahrbahn im Jahr 2018 sang- und klanglos entfernt worden seien. Aus Kiel sei die Antwort gekommen, dass die Stadt Bad Oldesloe sich dazu bereits geäußert habe. „Die Stadt hat geschrieben, dass die Blumenkübel wegen zu hoher Pflegekosten abgebaut wurden“, gab er den Inhalt des Briefs wieder. Das sorgte für Empörung bei den Umstehenden. „Wenn es um die Blumen geht, die pflanze und pflege ich eigenhändig“, sagte Thorsten Wesemeier. Letztlich waren sich jedoch alle einig, dass es völlig egal sei, welche Art von Verkehrsberuhigung zum Einsatz komme. Ob Kübel, Poller oder auch Baken – jedes Hindernis sei willkommen, um das Tempo der Fahrzeuge zu drosseln, hieß es.

Wie Mohr deutlich machte, gehe es den Anwohnern nicht allein darum, sich zu beschweren. Gemeinsam seien aus ihren Reihen Vorschläge erarbeitet worden, wie die Missstände in der Straße behoben werden könnten. Dazu präsentierte er ein mehrseitiges Konzept, das er selbst erstellt hatte und dessen Tauglichkeit bei der Ortsbegehung diskutiert wurde. Demnach hat Mohr die Theodor-Storm-Straße in drei Abschnitte unterteilt: von der Hamburger Straße bis zur Einmündung Vicelinstraße, von dort bis zum Tim-Kröger-Weg und schließlich bis zur Grabauer Straße. Innerhalb jeder dieser Teilstücke bedürfe es dringend einiger Schikanen, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu drosseln. Dabei müsse jedoch auf eine ausreichende Durchfahrtsbreite für den Busverkehr geachtet werden. Auch sei darauf zu achten, dass der Zutritt zu den Haltestellen nicht verbaut werde.

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Politischer Um und Aufbruch

Stormarner Tageblatt  15.08.2020

Bad Oldesloe hat eine neue Stadtfraktion

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Sie versuchen es nochmal: Erneut bilden die Freien Wähler und die Familienpartei in der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung eine Fraktion. Der erste Anlauf dieser Art war nach kurzer Zeit noch gescheitert, doch jetzt will man aus den Fehlern lernen und ist noch ein Mann mehr.

Denn zu Tom Winter (Familienpartei) und Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) wechselt nun auch Hans-Jörg Steglich von der FBO zu den Freien Wählern und übernimmt direkt den Vorsitz der neuen, kleinen Stadtfraktion. „Ich gehe im Frieden aus der FBO. Aber die FBO ist eine Stadtpartei ohne Kontakte zum Kreis oder zum Land. Mir ist aufgefallen, dass das aber notwendig ist“, erklärt Steglich. Gerüchte, er habe Interesse zu anderen Fraktionen zu wechseln, stimmten nicht.

„Die CDU ist in ihren Strukturen starr, die FDP kam für mich nie in Frage. Bei den Freien Wählern kann man mitgestalten“, sagt Steglich. Für ihn persönlich stehen Kultur und Sport oben auf der Agenda. Vor allem auch kreisweit. Über die Freien Wähler habe man Möglichkeiten, sich auf Kreis- und Landesebene für Bad Oldesloe einzusetzen. „Corona hat dazu geführt, dass quasi überall etwas liegengeblieben ist und etwas passieren muss“, so Steglich. Gemeinsam haben Schmidt, Winter und er beschlossen, dass sie ihre Kräfte und Kompetenzen vereinen sollten, um noch effektiver für die Stadt wirken zu können. Das sei ein „starkes Zeichen gegen die fortschreitende gesellschaftliche Spaltung“, ist sich der frischgebackene Fraktionsvorsitzende sicher. Für die Stadtverwaltung und die Lokalpolitik bedeutet das Herausforderungen. Denn der neuen Fraktion steht nun ein Sitz mit Stimmrecht in den Ausschüssen zu. Dafür müssen die Ausschüsse neu besetzt werden. „Das ist das Leben. Dinge verändern sich“, so Steglich.

Hauptamtsleiter Malte Schaarmann bestätigt den Vorgang: „Der CDU stehen nun drei, der SPD zwei, den Grünen, der FBO, FDP, Linken und Stadtfraktion jeweils ein Ausschusssitz zu. Der elfte Sitz wird zwischen Grünen und FBO gelost.“

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