Der Bierfest-Wanderzirkus

Stormarner Tageblatt  23.09.2019

Herbstsonne und ein nettes Ambiente locken hunderte Besucher auf ein Fest, das überall stattfinden könnte

Gut drauf : Zwei Musikdienstleister bei der Arbeit.
Gut drauf : Zwei Musikdienstleister bei der Arbeit.

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Es gibt so Feste, die feiert man und sie werden ganz nett, verschwinden aber auch schnell in der Erinnerungen. Der 23. oder der 51. Geburtstag, das 14. Firmenjubiläum, der 27. Hochzeitstag. Und irgendwie so war es vom Gefühl her auch mit dem „Bier- und Genussfest“ in Bad Oldesloe. Es war nett, es war übersichtlich, man traf sich, das Herbstwetter war gut.

Ein paar hundert Besucher hatten an den drei Tagen eine mehr oder weniger gute Zeit auf dem Marktplatz und hörten sich ein Sammelsurium an Coverbands an, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten bekannte Hits spielten.

Ihr Auftrag war es, als akustisch schmückendes Beiwerk die Leute auf dem Marktplatz zu halten. Daraus war schon im Vorfeld kein Hehl gemacht worden – und es funktionierte. „Ich finde es sehr gelungen. Das Wetter spielt mit und man kennt die Lieder. Eigene Songs sind mir meistens zu anstrengend, wenn ich feiern gehe“, sagte Marina Keil, die das Fest am Sonnabend besuchte. Tatsächlich spielten sich die meisten der unterschiedlich talentierten Combos durch ein komplett erwartbares Repertoire zwischen „Country roads“ und „Don´t look back in anger“. Wie ein lebendiges Radio erschufen sie als Musikdienstleister die Klangkulisse für möglichst hohen Umsatz an den Ständen. „Mir ist die Musik etwas zu laut. Das stört schon bei der Unterhaltung und war anders angekündigt. Ich hatte Barmusik , Blues oder Jazz erhofft“, war Dieter Paust eher ein wenig enttäuscht, der extra aus Lübeck angereist war. Seine Begleitung fand das Fest zu klein geraten und gerade die Auswahl an Brauereien und Essensständen deutlich zu gering. Das alles sei etwas „provinziell“, fand auch Anett Kuhlke. Doch das Wetter spielte den Organisatoren in die Karten, so dass die Gartenparty im XL-Format ihr Publikum fand.

Auffällig blieb, dass die Veranstaltung ohne Lokalbezug in jeder Kleinstadt im Land komplett identisch über die Bühne gehen könnte. Etwas, was eigentlich seit Jahren in Bad Oldesloe zu verhindern versucht wurde.

Am Sonntag öffneten dann am Rande des Festes fast unbemerkt auch die Geschäfte in Bad Oldesloe zum verkaufsoffenen Sonntag. Vermisst wurde ein Programm abseits des Bierfestes. Die Hude oder die Besttorstraße merkten von dem Fest auf dem Marktplatz reichlich wenig. Das Konzept der Kombination ging nicht auf.

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Familien-Partei und Freie Wähler entzweit

Lübecker Nachrichten   21.09.2019

Familien-Partei und Freie Wähler entzweit

Die Ehe dauerte nur etwa ein halbes Jahr: Damals hatten sich Tom Winter (Familien-Partei) und Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) zu einer Fraktion in der Oldesloer Stadtverordneten- Versammlung zusammengeschlossen. Als Fraktion hatten beide mehr Gewicht als als Einzelkämpfer.

Schmidt hat nun jedoch die Zusammenarbeit aufgekündigt. Es habe Vereinbarungen gegeben, die nicht eingehalten wurden, sagt er auf LN-Anfrage. Weiter wollte er sich nicht äußern. Er hoffe, dass nun jeder auf seinem Weg das Beste für das Gemeinwohl gibt.

Für die personelle Besetzung der Ausschüsse in der Oldesloer Stadtvertretung bedeutet das
nun wieder eine Rolle rückwärts. Vor einem halben Jahr waren vor allem die Grünen die Leidtragenden: Sie verloren Sitze an die Fraktion Familien-Partei/Freie Wähler. Jetzt werden sie wohl ihre Sitze zurückbekommen. Tom Winter und Wolfgang Schmidt haben nun kein Stimmrecht mehr in den Fachausschüssen, sondern nur noch in der Stadtvertretung.

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Bad Oldesloe investiert in die Feuerwehr

Lübecker Nachrichten   21.09.2019

Kommunalpolitiker in der Kreisstadt segneten einstimmig eine ganze Palette an Investitionen ab – Auch das Notstromaggregat soll endlich angeschafft werden

Viel zu wenig Platz haben die Kameraden in Poggensee. Bad Oldesloes Wehrführer Olaf Klaus (hinten links) erläuterte den Kommunalpolitikern, warum Poggensee ein neues Feuerwehrhaus benötigt. fotos: mc

Bad Oldesloe. Falls es in Bad Oldesloe in nächster Zeit einen Blackout geben sollte, wird es auch an der Feuerwache in der Innenstadt zappenduster. Denn noch immer ist die Wehrzentrale selbst nicht gerüstet für einen großflächigen Stromausfall. Im kommenden Jahr soll jedoch das längst benötigte Notstromaggregat angeschafft werden. Der Finanzausschuss der Stadt gab auf seiner Sitzung am Mittwoch die beantragten 95 000 Euro frei. In der gesamten Investitionsliste ist das Aggregat jedoch nur eines von vielen Teilen.

Das größte Vorhaben in den kommenden Jahren wird der Neubau des Feuerwehrhauses im Oldesloer Ortsteil Poggensee. Deshalb trafen sich die Finanzpolitiker auch dort, um bei einem Ortstermin das Haus in Augenschein zu nehmen. Nach der Besichtigung votierten sie einstimmig für die Bereitstellung von rund 100 000 Euro allein an Planungskosten. Wann es einen Neubau gibt und was dieser dann kostet, ist derzeit noch völlig unklar. Es solle ein funktionaler und zweckmäßiger Bau werden, sagt Poggensees Ortswehrführer Thomas Proß.

Das Feuerwehrhaus ist mittlerweile zu klein, die 34 aktiven Kameraden müssen sich praktisch neben dem Einsatzfahrzeug umziehen. „Aufgrund dieser beengten Situation könnte es im Einsatz zu Unfällen oder Verletzungen kommen“, sagte Oldesloes Gemeindewehrführer Olaf Klaus und warb auch aufgrund vieler Vorschriften für den Abriss und einen größeren Neubau. Dann könnte man auch Platz einrechnen für ein Transportfahrzeug, das alle Ortswehren bekommen sollen. „Ein Umbau ist tatsächlich schwierig aufgrund der Begebenheiten“, pflichtete ihm Bürgermeister Jörg Lembke bei.

Björn Wahnfried (SPD) regte nicht nur an, aufgrund der personellen Knappheit im städtischen Bauamt möglicherweise einen Architektenwettbewerb zu starten, sondern hatte – wie auch die CDU – einige genaue Nachfragen zu verschiedenen Posten. Die Politiker beschäftigte vor allem, warum Tablets, Navis, Funkgeräte oder ein aufblasbares Schnelleinsatzzelt zum Umziehen so teuer sein müssen. Dabei kam heraus, dass alle Hersteller nicht nur bei Feuerwehren, sondern allgemein beim Rettungsdienst immer einen „Bonus“ draufpacken.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Schwere Bürde und Altlasten

Stormarner Tageblatt  21.09.2019

Stormarner Wochenschau

Schwere Bürde und Altlasten

Megi Balzer
Megi Balzer

Rüdiger Klaus Schwarz und Cordula Poggensee

Lastendruck Wer erinnert sich nicht mit einem Schmunzeln an diesen Schlager: „Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller Geld …“. Dass sich diese Hoffnung auf ein Wunder eines schönen Tages in eine Schreckensnachricht verwandeln würde – wer hätte das für möglich gehalten? Doch: Wunder gibt es immer wieder! Und so erscheint es geradezu folgerichtig, wenn die Oldesloer Stadtverwaltung – geplagt von der Last der tausend Cent-Stücke, die die Parkautomaten gierig eingesogen haben – sich schwermütig Gedanken macht, wie man diesen Reichtum abschleppen kann, ohne körperlich Schaden zu nehmen. Schweres Problem – tapfer bleiben!

Wertschätzung Das Ergebnis aus der Bürgermeisterwahl in Großhansdorf stand bereits vorher fest: Janhinnerk Voß wurde für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Kein Wunder, war er einmal mehr alleiniger Kandidat. Dennoch gibt es ein paar Besonderheiten in der Waldgemeinde. Anders als an vielen anderen Orten üblich, schauten die Kommunalpolitiker ganz unaufgeregt mehr auf das, was sie verbindet und nicht auf das, was sie trennt: Auf das Wohl ihres Heimatortes, der ihnen allen offenbar mehr am Herzen liegt als das Parteibuch. Und so fiel es allen Fraktionen leicht, sich hinter ihren parteilosen Bürgermeister zu stellen. Das taten auch die Bürger von Großhansdorf. Denn dass sich bei nur einem einzigen Kandidaten mit 2703 Bürger immerhin 35 Prozent aller Wahlberechtigten auf den Weg zur Wahlurne machen, von denen schließlich 2697 für ihren Amtsinhaber stimmen, das ist ein deutliches Zeichen der Wertschätzung.

Asbestgefahr Ticken in Stormarn noch weitere Zeitbomben? Gefährden in weiteren Schulen „lungengängige“ Asbestfasern die Gesundheit von Lehrern und Schülern? Für die Asbestverseuchung im Reinbeker Schulzentrum Mühlenredder wurden abschließend die verbauten Asbestzementplatten als Ursache ausgemacht, die in Schulen nach dem „Kasseler Modell“ in den 1970er Jahren häufiger verbaut wurden. Auch Schulen in Ahrensburg, Bargteheide, Glinde und Reinfeld stammen nach dem Kasseler Modell aus der Zeit. Zwar sollte man jegliche Hysterie vermeiden. Aber auch wenn keine erhöhten Werte gemessen werden – diese Schulen sollten nicht saniert, sondern ersetzt werden.

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Keine Einigung in Sicht

Stormarner Tageblatt  20.09.2019

CDU, FDP und FBO stimmen gegen Leerstandskataster und Liste verwahrloster Gebäude

Einer der bekanntesten Leerstände der Kreisstadt  an der Lübecker Straße.Niemeier
Einer der bekanntesten Leerstände der Kreisstadt an der Lübecker Straße.Niemeier
 
Fußgängerzone: Leerstand

Fußgängerzone: Leerstand

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Es ist immer wieder ein „Ja, im Prinzip – aber nicht so!“, das CDU, FBO und FDP vortragen und im Endeffekt ein „Nein“ bedeuten, wenn es in Ausschüssen der Stadt Bad Oldesloe um ein Baulücken- und Leerstandskataster geht, wie es Christian Vollpott (Linke) vor Monaten ins Gespräch gebracht hatte.

„Es gibt Ecken in dieser Stadt bei denen man sich fragen muss, ob wir sie wirklich so lassen wollen. Eigentümer lassen bewusst ihre Immobilien verfallen, wie es scheint, und verschandeln das Stadtbild. An anderer Stelle liegen Grundstücke unbebaut und leer“, erläutert Vollpott. Man solle das Stadtbild verschönern, und zugleich könne man etwas für den angespannten Wohnungsmarkt tun, so die Vision Vollpotts. Seine ersten Vorschläge gehen allen anderen Fraktionen zu weit.

Die SPD, die in vielen Punkten mit Vollpott übereinstimmt, stellte daher im jüngsten Wirtschafts- und Planungsausschuss der Stadt (WPA) zwei Anträge. So sollte die Stadtverwaltung eine Liste mit den Immobilien in der Stadt erstellen, die verwahrlost erscheinen. Aus dieser solle dann eine Prioritätenliste hervorgehen, mit den Gebäuden, die dringend der Modernisierung oder Sanierung bedürfen.

„Wenn mildere Mittel wie Gespräche nicht zum Erfolg führen, soll die Stadt ein Instandsetzungsgebot verhängen“, so Annika Dietel (SPD). In der Vergangenheit habe die Stadt Bad Oldesloe ihre rechtlichen Mittel gegen die Besitzer verwahrloster Immobilien kaum ausgenutzt. „Es gibt klare Verhaltensregeln und rechtliche Grundlagen. Daran sollen sich Immobilienbesitzer halten. Wenn nicht, schreitet die Verwaltung ein. Nicht mehr und nicht weniger“, betont Christian Vollpott. „Wir brauchen hier keine Wohnungspolizei. Mir fallen bei solchen Vorschlägen nur die schärfsten Worte ein. Hier wird praktisch über die Enteignung von Immobilienbesitzern gesprochen. Wo fängt denn Verwahrlosung an? Geht da jemand herum und schätzt das ein? Heißt es irgendwann, dass der oder der Garten zu verwahrlost ist?“, hält Anita Klahn (FDP) entgegen. Außerdem habe die Stadtverwaltung gar nicht die Kapazitäten, um sich des Themas so kurzfristig anzunehmen. Es sei auch sinnlos, da die Zahl solcher Immobilien sicherlich an einer Hand abzählbar seien.

„Wir sehen das etwas anders als die FDP. Wir würden der Verwaltung aber durchaus bis März 2020 Zeit lassen“, sucht Hartmut Jokisch (Grüne) einen Kompromiss. „Das könnte teuer für die Stadt werden, wenn wir diese Gebäude aufkaufen müssen“, mahnt Interims-Bauamtsleiter Dr. Kurt Soeffing.

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