Görtz: Bildungskarte kommt noch 2019

Stormarner Tageblatt   29.04.2019

Bedenken im Kreis Stormarn mittlerweile aus dem Weg geräumt

So ähnlich könnte die   Bildungskarte aussehen. Andere Kreise wie etwa Segeberg haben es vorgemacht.st
So ähnlich könnte die Bildungskarte aussehen. Andere Kreise wie etwa Segeberg haben es vorgemacht.st
Stormarns Landrat Dr. Henning Görtz. Kreis Stormarn

Stormarns Landrat Dr. Henning Görtz. Kreis Stormarn

Finn Fischer Bad Oldesloe In diesem Jahr will der Kreis Stormarn die Bildungskarte einführen. Noch im Januar hatte der Kreis zunächst mitgeteilt, dass die Einführung wegen datenschutz-rechtlicher Bedenken nicht möglich sei. Laut Landrat Henning Görtz seien diese jetzt aus dem Weg geräumt worden.

Im Sozial- und Gesundheitsausschuss hatte der Oldesloer Stadtverordnete Jörn Lucas (CDU) einen Fragenkatalog eingebracht, um mehr über die Gründe für die Verzögerung bei der Einführung zu erfahren. Der Lokalpolitiker, der sich in den vergangenen Wochen gemeinsam mit der Oldesloer Linken für die Einführung der Bildungskarte stark machte, hatte der Kreisverwaltung vorgeworfen, sich der Einführung zu sperren. „In anderen Landkreisen hat das auch funktioniert“, sagte Jörn Lucas. Stormarn sei einer der wenigen, in denen das bisher noch nicht geklappt hat.

Tatsächlich, so erklärte es Landrat Henning Görtz, sei der Kreis in den letzten zwei Jahren seit dem Beschluss durch den Kreistag keineswegs untätig gewesen: „Viele Städte und Gemeinden waren skeptisch und deswegen hat sich die Sache so verzögert.“ Das Problem sei auch gewesen, dass der Kreis nicht im Besitz der Daten ist, die dem Bildungskarten-Anbieter zur Verfügung gestellt werden müssten, sondern die Kommunen. „Wir sind da auf Mitwirkung angewiesen“, so Görtz. Die jetzt erarbeitete Lösung sieht vor, dass der Kreis die Ausschreibung macht, die Stormarner Städte und Gemeinden aber anschließend die Aufträge erteilen und die Daten weitergeben müssen.

„Wir haben jetzt alle Kommunen angeschrieben und eine Antwort-Frist bis 3. Mai gesetzt“, sagt Edith Ulferts, Leiterin des Fachbereichs Soziales und Gesundheit bei der Kreisverwaltung. Dann werde es eine Ausschreibung geben. Durch diese Vorgehensweise soll auch verhindert werden, dass es innerhalb des Kreises einen Flickenteppich an unterschiedlichen Anbietern gibt. Die Ausschreibung ist obligatorisch und rechtlich notwendig. So kann der Kreis nicht ohne weiteres den gängigen Anbieter Sodexo beauftragen. Bis Spätsommer rechnet Stormarn mit einem Abschluss der Ausschreibung.

Den Durchbruch bei der Bildungskarte gab es beim Kreis, während Landrat Henning Görtz gerade im Urlaub war. So kam bei Kritikern der Verdacht auf, der Landrat hätte sich der Einführung gesperrt. Laut seinem Vertreter Joachim Wagner (CDU) war es reiner Zufall, dass ausgerechnet während der Urlaubszeit des Landrats der Kompromiss bei der Bildungskarte zustande kam: „Der Fachbereich kam auf mich zu und sagte, dass nun alle Unklarheiten beseitigt seien und ich grünes Licht geben könne. Das habe ich dann natürlich gemacht.“ Auch er sei allerdings genervt gewesen, dass das alles so lange gedauert habe.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Hier steckt Zündstoff drin

Stormarner Tageblatt   27.04.2019

Stormarner Wochenschau

Hier steckt Zündstoff drin

Megi Balzer
Megi Balzer

Patrick Niemeier und Stephan Poost

Brandgefährlich Das Oldesloer Kub ist kulturell eine Erfolgsgeschichte und das auch, weil das Kulturzentrum ein offenes Haus ist. Doch wie lange wird die kompromisslose Offenheit noch erhalten bleiben können? Das Fehlen von angemessenen Angeboten und Rückzugsorten für Jugendliche ab 14 Jahren hat dazu geführt, dass das Kub mit dem kostenlosen W-Lan, vorhandenen Steckdosen im Foyer (auch wenn die eigentlich gar nicht privat genutzt werden sollen), Bänken und gemütlichen Cafésitzplätzen bei zahlreichen Jugendlichen als reiner Treffpunkt und Aufenthaltsort beliebt ist. Eigentlich schön, könnte man denken. Doch handelt es sich bei vielen um durchaus pubertierende Teenies, die nicht nur gute Ideen haben, bei manchen anderen geht es noch ein wenig weiter. Sie zeigen sich aggressiv und auch psychisch auffällig im Auftreten.

Die – zugegeben – naive Hoffnung, der Aufenthalt dieser Teenies in einer Bildungs- und Kultureinrichtung könnte auch bei problematischen Teens zu einem wachsenden kulturellen Interesse führen, ist schon zu den Akten gelegt. Das Interesse an Vandalismus aus Langeweile und Frust ist aber sichtbar vorhanden: Umgestoßene Ausstellungswände, gestohlene Plakate, zerrissene Flyer und zuletzt zwei Brandstiftungen auf den öffentlichen Toiletten und Eierwürfe gegen die Glasfront der Oldesloer Bühne – die Liste der über „kleine Streiche“ hinausgehenden Straftaten nimmt zu. Hausverbote helfen nicht, denn es gibt gar kein Personal, dass sie durchsetzt. So bleibt oft nur der Griff zum Telefonhörer und das Rufen der Polizei oder der Feuerwehr. Doch auch das kann nicht die Lösung sein. Die Frage scheint nicht zu lauten, ob es zu einer größeren Konfrontation und Eskalation kommt, sondern wann. Ein Security-Service oder ähnliches würde auch nur das Symptom bekämpfen. Die Lösung muss eher sein, sich mit den Jugendlichen und passenden, niedrigschwelligen, aber modernen Angeboten zu beschäftigen. Dafür müssen die Jugendarbeit und die Angebote der Stadt auf den Prüfstand.

Auf Achse Tourismus in Bad Oldesloe? Oft hört man, dass diese Verbindung quasi lächerlich sei. Doch warum eigentlich? Die Stadt hat einiges zu bieten und die Lage zwischen Ostsee und Hamburg muss ja nicht immer nur Fluch, sondern kann auch Segen sein. Das sieht man bei den Wohnmobilplätzen auf dem Exer, die von vielen Durchreisenden gerne für ein oder zwei Übernachtungen sowie als Standort für Ausflüge in die Umgebung genutzt werden. Da zeigt sich viel Potenzial nach oben, das die Stadtinfo, der Tourismusbereich und der Bürgermeister erkannt haben.

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Die VSG weitet sich nach Süden aus

Lübecker Nachrichten   27.04.2019

Vereinigte Stadtwerke GmbH kooperiert künftig eng mit e-werk Sachsenwald und gründet die gemeinsame Tochtergesellschaft Media Sachsenwald GmbH – Ziel: Ausbau der Breitbandversorgung

In drei bis vier Jahren wollen die Vereinigten Stadtwerke an der A 1 im Osten Bad Oldesloes ein neues Verwaltungsgebäude bauen (auf der Fläche gegenüber von Obi). foto: LN-Archiv

Ratzeburg/Mölln/Bad Oldesloe. Die Vereinigte Stadtwerke GmbH (VSG) im Besitz der Städte Ratzeburg, Mölln und Bad Oldesloe schreibt weiter an ihrer Erfolgsgeschichte. Die Kommunalpolitiker der Stadt Mölln gaben am Donnerstag als letzte der Stadtvertretungen grünes Licht für die Gründung einer Tochtergesellschaft der VSG mit der e-werk Sachsenwald GmbH.

Die e-werk Sachsenwald mit Sitz in Reinbek versorgt die Städte und Kommunen Reinbek (rund 27 000 Einwohner), Wentorf bei Hamburg (12 600 EW), Glinde (18 000), Wohltorf (2400), Oststeinbek (8900), Barsbüttel (12 600) und Aumühle (3100) mit Strom und Gas. Nun soll auch die Breitbandversorgung hinzukommen.

„Da sie damit keine Erfahrung hatten, haben sie sich an uns gewandt“, erklärt Marius Lembicz, Geschäftsführer der VSG mit den Zuständigkeitsbereichen Vertrieb und Media. Dabei konnte sich die VSG gegenüber dem Konkurrenten „willy.tel“ aus Hamburg mit einem besseren Angebot durchsetzen.

Mit der Zustimmung der Möllner Stadtvertretung, nach denen von Bad Oldesloe und Ratzeburg, wird nun die Gesellschafterversammlung der VSG noch einmal zusammentreten, der Notartermin zur offiziellen Gründung der Media Sachsenwald GmbH, sagt Lembicz, ist einen Tag später, am 30. April, anberaumt.

An Media Sachsenwald halten sowohl die VSG als auch e-werk Sachsenwald je 50 Prozent der Anteile. Da die Gesellschaft kein eigenes Personal hat, kauft sie die Dienstleistungen bei ihren beiden Gesellschaftern ein. Die VS Media stellt hier den Großteil bereit.

Die Media Sachsenwald investiert in passive und aktive Technik und schließt auch die Verträge mit den Endkunden ab. Lembicz erklärt: Alles, was keinen Strom benötigt – wie etwa Erdarbeiten – gilt als passive Technik, aktive Technik ist „alles, was einen Stecker hat und Strom benötigt“. Für die nötigen Investitionen muss die Gesellschaft mindestens 20 Prozent Eigenkapital haben, um Darlehen und Kredite von den Banken zu bekommen. Das heißt, dass die Gesellschafter je 1 Million Euro, also insgesamt 2 Millionen Euro bereitstellen müssen.

Offizielles Ziel bei der Breitbandversorgung in den Kommunen im Süden Stormarns und des Herzogtums Lauenburg sind pro Jahr 2000 Hausanschlüsse mit Ftth (Fibre to the home). Marius Lembicz: „Ich glaube allerdings nicht, dass wir damit hinkommen. Es wird wohl eher doppelt so viel, der Bedarf ist riesig.“

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Fridays for Future: Stadtschüler pflanzen Obstbäume

Lübecker Nachrichten   27.04.2019

Der Schelte von FDP-Chef Christian Lindner zum Trotz setzen die Oldesloer Stadtschüler ihre Klimaaktionen fort – Diesen Freitag legten sie den Grundstein für eine bunte Streuobstwiese

#FridaysforFuture: Kinder der Oldesloer Stadtschule pflanzen mit Hilfe von Gärtner Sascha Wunderlich Obstbäume auf einer städtischen Wiese hinter der Schwimmhalle. Fotos: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. FDP-Chef Christian Lindner hat sich mit seiner geringschätzigen Äußerung über die Aktion „Fridays for Future“ auch an der Oldesloer Stadtschule keine Freunde gemacht. Doch allen Unkenrufen zum Trotz setzten die Schüler ihr lokales Klimasschutzprogramm gestern munter fort. Sie pflanzten Bäume auf einer städtischen Grünfläche hinter dem Travebad und legten damit den Grundstein für eine bunte Streuobstwiese.

Beschlossen hatten das nicht etwa die Lehrer, sondern der Kinderrat der Stadtschule, ein demokratisch gewähltes Parlament, in dem Vertreter aller Klassen Stimmrecht haben. Denn es galt darüber zu befinden, was mit dem Preisgeld angestellt werden soll, das die Schule im September 2018 für die Auszeichnung als Klimawald-Schule erhalten hatte. Spielzeug, kleine Reitpferde für den Schulhof standen zunächst zur Debatte. Doch letztlich setzte sich die Idee durch, mit den 780 Euro weitere Bäume zu pflanzen.

Mit kleinen Spaten und zig Gießkannen ausgerüstet, machten sich die Mädchen und Jungen ans Werk. Aus jeder Klasse durften zwei Kinder mitmachen. „Das hat den positiven Effekt, dass die Idee, die hinter der Aktion steht, in jede Klasse hineingetragen wird. Der Anreiz mitzumachen, ist entsprechend groß“, berichtet Schulleiterin Sabine Prinz. Der Unterricht in der Natur, auf den die Stadtschule jetzt verstärkt setze, habe sich ohnehin als sehr förderlich für die Entwicklung der Kinder herausgestellt. Denn selbst beim Baumpflanzen würden Kenntnisse in Biologie und Mathematik vermittelt und dies viel anschaulicher und für die Schüler besser nachvollziehbar als beim Unterricht im Klassenzimmer.

Und in der Tat, beim Bemessen der Pflanzlöcher etwa kamen Zollstock und Maßband zum Einsatz. Und nicht zuletzt war mit Sascha Wunderlich ein Experte an Ort und Stelle, der den Kindern erklären konnte, was ein Baum für Bedingungen braucht, um gut anzuwachsen und zu gedeihen. Der Gärtner, dessen Kinder an der Stadtschule lernen, hatte sich sofort bereit erklärt, die Klimaaktion zu unterstützen. Er stockte das Preisgeld auf, damit noch mehr Bäume gekauft werden konnten und stellte Mitarbeiter frei, die das benötigte Material zur Wiese brachten. Alles in allem konnten so ein Pflaumen- und sechs Apfelbäume in den Boden gebracht werden. „Eine tolle Aktion. So etwas vergisst man nicht, das bleibt haften. Ich weiß noch genau, wie ich in meiner eigenen Lehrzeit Bäume in Bad Oldesloe gepflanzt habe“, sagte Wunderlich.

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Eltern besorgt über KGS-Situation

Stormarner Tageblatt   27.04.2019

Oldesloer Grundschule stockt auf, aber der benötigte Erweiterungsbau fehlt

Hat Erweiterungsbedarf: Die Oldesloer KGS. Nie
Hat Erweiterungsbedarf: Die Oldesloer KGS. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Es rumort an der Oldesloer Klaus-Groth-Schule. Dann ab Sommer werden aus 370 Schülern 400 werden. Schon jetzt ist es laut Eltern allerdings für einen geregelten Schulalltag zu eng. Das betreffe vor allem auch die Betreuungssituation am Nachmittag. Die politisch beschlossene und geplante Erweiterung wird nicht – wie mal geplant und im Prinzip auch benötigt – zum Start des neuen Schuljahrs fertig sein. Es gab ein paar Fehler in den ersten Planungen. Die waren – wie rauskam – vom unterbesetzten und unter Druck stehenden Bauamt beziehungsweise durch beauftragte Experten mit der heißen Nadel gestrickt worden, um noch an einem Förderprogramm teilnehmen zu können. Doch in diesem ging man im Endeffekt leer aus. So wurde der benötigte Bau nicht nur teurer, als zunächst kalkuliert, sondern musste wegen der Änderungen in den Kalkulationen auch politisch neu beschlossen werden. Das kostete Zeit und Geld: Statt 840.000 Euro liegt man jetzt bei über einer Million.

Für die Eltern ist aber besonders entscheidend, dass durch diesen Ablauf ab Sommer bis zur Fertigstellung des Baus im Frühjahr – was auch vom Wetter abhängen wird – der Platz noch geringer wird. Container als Übergangslösung wurden von Verwaltung und Politik mittlerweile ausgeschlossen. Der Aufwand und die Kosten seien zu groß und Platz dafür nicht vorhanden. Ob Räume in einem angrenzenden Kindergarten übergangsweise mitgenutzt werden können, solle noch geprüft werden. Insgesamt scheint man etwas ratlos. Bürgermeister Jörg Lembke sagte in einer der letzten Bildungs- Sozial- und Kulturausschusssitzungen etwas lapidar, dass es keine gute Situation sei, aber der Zeitraum absehbar. Man müsse mit dem Betreuungsteam von der „Oase“ an temporären Lösungen arbeiten. Es werde halt eine Weile etwas „kuscheliger“. Bürgerworthalterin Hildegard Pontow bot als ehemalige KGS -Schulleiterin an, bei der Problemlösung zu helfen.

Doch die Eltern der KGS fühlen sich in ihrer Situation nicht wirklich unterstützt oder ernst genommen. „Die Klassenräume beziehungsweise Betreuungsräume platzen aus allen Nähten und viele Kinder benötigen nach dem Unterricht auch Rückzugsmöglichkeiten – andere wissen vor Kraft nicht wohin. Dies führt immer häufiger zu massiven Konfliktsituationen, die geschlichtet werden müssen“, berichtet eine Elternvertreterin. Bürgermeister Lembke habe vor seiner Wahl auch für Kinder und Schulen viel versprochen. „Er scheint aber jetzt kein großes Interesse mehr am Wohl der Kinder zu haben.“

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