Startschuss für das Oldesloer Hospiz

Lübecker Nachrichten   22.09.2018

Der erste Spatenstich für die Einrichtung am Sandkamp ist getan

Von Dorothea von Dahlen

Erster Spatenstich fürs Oldesloer Hospiz: Initiatorin Sabine Tiedtke stößt mit Schirmherr Detlev Buck an. fotos: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Etliche Spaten stecken schon im Boden. Rot-weißes Flatterband markiert die Außengrenze des Grundstücks, auf dem von Montag an die Bagger in Aktion treten. Den unmittelbar bevorstehenden Baubeginn für das Oldesloer Hospiz am Sandkamp wollen zahlreiche Gäste miterleben. Viele von ihnen haben das Projekt finanziell, moralisch oder aber mit tatkräftiger ehrenamtlicher Hilfe vorangebracht.

Von Menschentraube zu Menschentraube wandert Sabine Tiedtke, begrüßt alle persönlich. Sie hat den Stein ins Rollen gebracht. Vor sieben Jahren keimte in ihr die Idee auf, ein festes Haus zu schaffen, in dem Todkranke, die sonst sich selbst überlassen wären, ihre letzten Lebenstage liebevoll betreut verbringen können. Obgleich es oft galt, Widerstände zu überwinden – ein passendes Grundstück und die Baugenehmigung stellten zunächst Probleme dar – ließ die Oldesloerin nicht locker. Sie gründete den Trägerverein Lebensweg. Mit ihrer Begeisterung für das Projekt steckte sie viele Menschen in ihrem Umfeld an, von denen nun eine ganze Reihe auf dem Bauplatz versammelt ist.

„Da ist ja auch Bucki“, ruft Sabine Tiedtke und empfängt den prominenten Schirmherrn des Projekts, Schauspieler und Regisseur Detlev Buck. Bald sind alle vollzählig und bilden eine Menschenkette rund ums Flatterband. Eine Drohne dokumentiert von oben das geschlossene Bild der Unterstützer. Jetzt schwingt sich die Vereinschefin auf den Fahrersitz des Baggers, um zu erläutern, weshalb das Hospiz so dringend gebraucht wird. „Sterbende müssen derzeit drei bis vier Wochen auf einen Platz warten. So viel Zeit bleibt ihnen ja nicht. Deshalb wollen wir hier einen Ort schaffen, an dem sich jeder wohlfühlt, egal ob Erkrankter, Angehöriger oder die, die hier arbeiten“, sagt Tiedtke unter Applaus.

Anstelle von Landrat Henning Görtz ergreift Kreispräsident Hans-Werner Harmuth das Wort. Er lobt das tolle Projekt, „in dem viel Herzblut steckt“. Im Oldesloer Hospiz könnten Sterbende in Würde ihre letzten Wochen und Stunden gut begleitet und somit auch in Fröhlichkeit erleben. „Ich habe volles Vertrauen in Ihre Mannschaft, dass alles gut wird“, richtet sich Harmuth abschließend an Tiedtke.

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Neues Skateland wird heute eröffnet

Stormarner Tageblatt   22.09.2018

Neues Skateland wird heute eröffnet

Bad Oldesloe In den Sommerferien konnte die Erweiterung des Skatelandes am Exer fertiggestellt und für die Benutzung freigegeben gegeben werden. Die neue Anlage wird seitdem intensiv genutzt. Am Samstag, 22. September, um 17 Uhr findet die offizielle Einweihung der Anlage statt. Nach ein paar Worten des Bürgermeisters steht ein von den Nutzern organisierter Trick-Contest auf dem Programm. Es wird gegrillt, und für Getränke und Musik ist ebenfalls gesorgt.

Zusammen mit der Erweiterung des Skatelandes entsteht am Exer für die Jugendlichen ein Street-Workout-Parcours. Auch wenn dort noch nicht alle Arbeiten abgeschlossen sind, soll der Parcours der Öffentlichkeit schon einmal vorgestellt werden. st

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Bürgermeister im Ortsteil

Stormarner Tageblatt   22.09.2018

Jörg Lembke hört sich Sorgen im Bereich Brenner Moor an

Bürgermeister Jörg Lembke im Gespräch mit Bürgern. Niemeier
Bürgermeister Jörg Lembke im Gespräch mit Bürgern. Niemeier

Bad Oldesloe Fleißig arbeitet Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke eines seiner Wahlversprechen ab: Er schaut sich die unterschiedlichen Orts- und Stadtteile seiner Stadt an und hört sich bei den jeweiligen Ortsbegehungen die Probleme der Mitbürger an.

Dieses Mal war der Bereich an der Kastanienallee, Brenner Moor und Heimstraße dran. Die Probleme ähnelten denen in anderen Stadtteilen. So wurde auch dort bemängelt, dass Bäume und städtische Grünflächen nicht ausreichend gepflegt werden. Zu den Bäumen erklärte Dirk Blanke, Leiter des Bauhofs, dass die Stadt nur tätig werde, wenn wirklich Bedarf bestehe. Sprich: der Baum krank ist oder eine Gefahr darstellt. Zu hoher Laubanfall sei aber kein Grund. Bürgermeister Lembke schlug vor mit Blick auf Laub und Straßenverunreinigungen eine Umfrage im Stadtteil zu starten, ob die Straßenreinigung wieder häufiger vorbeikommen solle. Das würde natürlich Kosten für alle Anwohner bedeuten.

Ein Problem gab es auch erneut mit parkenden Fahrzeugen. Allerdings gingen hier die Meinungen der Anwohner auseinander. Während manche es nicht problematisch fanden, weil ausreichend Garagen- und Grundstückseinfahrten für Ausweichlücken sorgen, störten sich andere daran, dass sie kräftig kurven müssen, um auf ihr Gelände zu kommen. Außerdem würden Einfahrten zugeparkt. Bei solchen Vergehen empfahl Lembke, direkt die Behörden zu benachrichtigen. Denn das habe ja nichts mit dem generellen Parken zu tun.

Als ein Problem stellte sich der eigentlich als Fuß- und Radweg ausgewiesene Weg zu den Kleingärten und dem Bootsverein dar. Dieser ist für den Autoverkehr ungeeignet, werde aber so genutzt. Kinder seien durch zu schnell fahrende Autos mehrfach in Gefahr geraten. Die Anwohner möchten nun, dass zum Beispiel mit einer Schranke – für die nur Rettungskräfte und Bootsverein einen Schlüssel bekommen sollen – den Zugang zu regeln. „Das Problem ist erkannt, aber nicht gebannt. Ich will nicht aus der Hüfte schießen, sehe es aber auch so, dass hier außer Anhängern mit Booten niemand lang muss“, so Lembke.

Kurzfristig will die Verwaltung in dem Bereich des Wanderwegs in Richtung Brenner Moor tätig werden. Dort hat Regenwasser tiefe Rillen ausgespült, und auch die Hangbefestigung erscheint alles andere als sicher oder zeitgemäß. Zum Spielplatz wurde der Wunsch geäußert, dass er behutsam aufgewertet werden soll. nie

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Hospiz nimmt Formen an

Stormarner Tageblatt   22.09.2018

Der erste Spatenstich für das Stormarner Projekt am Sandkamp ist getan und selbst Schirmherr Detlev Buck packte mit an

Eine  lange Menschenkette markierte gestern vor dem ersten Spatenstich den Umriss des geplanten Hospizes am Sandkamp. Das Foto wurde von einer Drohne  geschossen. Nico Gladigau
Eine lange Menschenkette markierte gestern vor dem ersten Spatenstich den Umriss des geplanten Hospizes am Sandkamp. Das Foto wurde von einer Drohne geschossen. Nico Gladigau

Susanne Rohde Bad Oldesloe Es ist gelungen und die Erleichterung und Euphorie war der zu Tränen gerührten Initiatorin Sabine Tiedtke anzusehen: Die ersten symbolischen Spatenstiche für das Stormarner Hospiz wurden gestern Mittag am Sandkamp in der staubtrockenen Erde vollzogen. Rund 200 Gäste verfolgten die Zeremonie, darunter einige Prominenz, wie der bekannte Schauspieler und Regisseur Detlev Buck, der Schirmherr des Hospiz-Projekts ist. „Es heißt ja, hier kommt keiner mehr lebend raus. Mein Leben ist zwar kein Film, aber das Ende des Lebens ist das Sterben und das Thema ist mir wichtig“, so der Nienwohlder, den Sabine Tiedtke vor ein paar Jahren einfach aus dem Haus klingelte, um ihn zu fragen, ob er nicht Schirmherr der Einrichtung werden wolle. „Ich dachte mir, wir brauchten einen coolen Typ für unser Projekt“, so die gelernte Bankkauffrau und Krankenschwester. Der Kult-Regisseur stimmte sofort zu.

Nach mehr als fünf Jahren Planungszeit steht die Hospiz Lebensweg gGmbH kurz vor der Realisierung ihres Projekts und deren Vorsitzende Sabine Tiedtke vor der Verwirklichung ihres Lebenstraums. Der engagierten Oldesloerin ist es zu verdanken, dass das Projekt überhaupt starten konnte. Mit ihrem mitreißenden und begeisternden Enthusiasmus schaffte sie es, jede Menge Mitstreiter und vor allem auch Förderer und Geldgeber für das stationäre Hospiz zu gewinnen.

„Es ist einfach unfassbar, was in den Jahren alles passiert ist. Und das macht deutlich, es ist ein Gemeinschaftsprojekt, und ich habe noch nie in meinem Leben so ein Gemeinschaftsgefühl gespürt wie heute. Das ist einfach unglaublich“, jubelte Sabine Tiedtke, nachdem die durch ein Flatterband markierte Gebäudegrenze von einer Menschenkette der Besucher umstellt worden war. Sie verdeutlichte die Umrisse des 1500 Quadratmeter großen Gebäudes, das zwölf Plätze für Sterbende bieten soll.

Die Baukosten werden rund 3,5 Millionen Euro betragen, hauptsächlich finanziert durch ein Darlehen der Sparkasse Holstein. Aber auch das Land und der Kreis Stormarn beteiligen sich an der Finanzierung, 300 000 Euro Zuschuss gibt es zudem von der Deutschen Fernsehlotterie.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Da hängt manches Fähnchen im Wind

Stormarner Tageblatt   22.09.2018

Stormarner Wochenschau

Da hängt manches Fähnchen im Wind

Megi Balzer

Megi Balzer

Stiller Ort Das hat der Landtagsabgeordnete Lukas Kilian schön formuliert: Das stille Örtchen dürfe keine No-Go-Area sein, kommentierte er die Landesförderung für die Sanierung von Schultoiletten. Recht hat er, aber es wäre noch schöner, wenn das auch für No-Go-Areas gelten würde, bei den man die Tür nicht hinter sich zuziehen kann. Das mag zwar in Schleswig-Holstein kaum ein Problem sein, aber weit muss man nicht über die Landesgrenze gehen. Die Schultoiletten sind ein Anfang, und kein ganz unwichtiger. Der Autor dieser Zeilen fragt sich seit langem, wie es sein kann, dass in einer weiterführenden Schule in Bad Oldesloe seit Jahren nur noch jede zweite oder dritte Dusche oder gar keine funktioniert, und Toiletten in Sporthallen lieber gesperrt als in Ordnung gebracht werden. Was verschärft noch für Föhne oder Wandspiegel gilt. Wieso braucht es dafür Landesprogramme? Die Verantwortung für die unhaltbaren Zustände liegt eindeutig beim Schulträger. Für Neubauten, Mensen oder Smart-Boards war auch meist Geld da. Das eine, was man will, das andere, was man muss.

Lauter Protest Sie machen das mit den Fähnchen. Und das schon seit vielen Jahren und jetzt nicht nur vor dem Schloss Ahrensburg, wo der Kontrast besonders gut wirkt, sondern auch in mehreren anderen Städten Stormarns. Als der Kinderschutzbund Stormarn erstmals die Fähnchen steckte, war es eine Aktion, die visualisierte, wie viele arme Kinder es gibt. Nach 13 Wiederholungen sollte das bekannt sein. Zudem hat sich in den 14 Jahren viel getan. 2004 gab der Kreis brutto 61,6 Millionen für soziale Hilfen aus, in diesem Jahr sind es 139 Millionen (30 Prozent Kreisanteil). In gleichen Zeitraum stiegen die Ausgaben in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe von 27,9 auf 77,6 Millionen, (55 Prozent Kreisanteil). Die beiden Posten machen mittlerweile 70 Prozent der Ausgaben aus, an der Zahl der armen Kinder hat sich aber nicht Wesentliches geändert. Was nicht nur aber auch damit zu tun hat, dass Armut statistisch definiert wird: Als bestimmter Prozent des Durchschnitts. Also werden uns die Fähnchen als Werbeaktion erhalten bleiben. Erst wenn alle dasselbe verdienen – oder Hartz IV bekommen – wird es keine armen Kinder mehr geben. Also theoretisch.

Rolf Blase

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