Hagenstraße wird doch keine Fußgängerzone

Stormarner Tageblatt  07.11.2019

Hagenstraße wird doch keine Fußgängerzone

Bad Oldesloe Es war eine große Aufregung, als eine Mehrheit der Lokalpolitiker im Bau- und Planungsausschuss der Stadt Bad Oldesloe im Februar 2019 beschloss, dass der Bereich zwischen dem historischen Rathaus und dem Marktplatz in der Zukunft eine Fußgängerzone werden soll. Vorausgegangen war eine lange Diskussion rund um die anstehende Sanierung, deren Start aktuell aber auch noch ungewiss ist. Bürgermeister Jörg Lembke hatte erklärt, nach der Sanierung können die Straße keine „Spielstraße“ mehr sein. Anwohner und vor allem Geschäftsleute zeigten sich zum Großteil entsetzt über die Fußgängerzonen-Idee. Jetzt wurde der Beschluss im neuen Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr zurückgenommen. Die Zukunft des Bereichs bleibt aber noch ungeklärt. Zunächst soll ein umfassendes Verkehrskonzept für die gesamte Innenstadt erstellt werden, bevor man weiterdiskutiert. nie

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Kommt die Abrissbirne?

Stormarner Tageblatt  07.11.2019

Oldesloes Bürgermeister spricht sich für Rückbau der Hochhäuser im Hölk und Poggenbreeden aus

Gehört dieser Anblick in ein paar Jahren der Vergangenheit an? Niemeier
Gehört dieser Anblick in ein paar Jahren der Vergangenheit an? Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Wenn man aus Richtung Poggensee in die Oldesloer Innenstadt schaut, bilden sie so etwas wie die Skyline am Horizont: Die beiden Hochhäuser am Hölk und Poggenbreden prägen seit den 1970er Jahren den Anblick des nördlichen Oldesloes. Ganz abgesehen davon haben die zwei großen Mehrfamilienhäuser ein fragwürdiges Image in der Stadt. So gerieten sie mit Zwischenfälle, die Einsätze von Polizei und Feuerwehr nötig machten, defekte Aufzüge und Heizungen, Probleme mit Mietnomaden oder dem desolaten Zustand der Wohnungen negativ in die Schlagzeilen.

Seit zwei Jahren bemüht sich der Besitzer, die Adler Wohnen Service GmbH, den Allgemeinzustand der Immobilien und Image zu verbessern. Jetzt setzte sich Bürgermeister Jörg Lembke mit Adler-Vertretern zusammen und sprach über die Zukunft der Blocks.

Zwar hat Adler seit der Übernahme rund 750.000 Euro in die rund 200 Wohnungen der beiden zwölfstöckigen Gebäude investiert, eine Grundsanierung würde jedoch Millionen kosten. Für Lembke Grund genug, jetzt einen Abriss der Hochhäuser ins Spiel zu bringen, der vermutlich inklusive Neubau nicht teurer als die effektive Sanierung werden würde.

„Das ist nichts für dieses oder nächstes Jahr, aber etwas, das man ins Auge fassen sollte. Es könnten dort neue Wohnungen entstehen, die das ganze Viertel aufwerten und die Wohnqualität deutlich erhöhen würden“, so der Verwaltungschef. Als Lokalpolitik und Verwaltung könne man sichda schon mal positionieren, dass man einen Abriss positiv begleiten würde. Die Vertreter von Adler seien für die Idee durchaus offen gewesen.

In die Gespräche sei auch der Stadtteiltreff „Plan B“ rund um Maria Herrmann involviert worden, den der Bürgermeister weiterhin als wichtiges Bindeglied zwischen Eigentümer und Mietern sieht.

„Und was passiert mit den jetzigen Bewohnern? In einem Neubau werden die Mieten steigen“, sagte Stadtverordneter Jens Wieck (CDU). „Ein Investor und Eigentümer ist natürlich kein guter Samariter, da sollten wir uns nichts vormachen, und das finde ich durchaus legitim“, bestätigte Lembke, dass auch er dann höhere Mietpreise erwarte. „Ehrlich gesagt ist nur ein sehr kleiner Teil der aktuellen Bewohner Selbstzahler, auch das sollte man nicht vergessen“, betonte der Verwaltungschef.

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Oldesloer Hochhäuser: Stadt regt Abriss an

Lübecker Nachrichten   06.11.2019

Ein Neubau hätte aber wohl deutlich höhere Mieten zur Folge

Schon von Weitem zu sehen: Eines der beiden zwölfgeschossigen Hochhäuser in der Straße Hölk.Foto: CARSTENS

Bad Oldesloe. Der Oldesloer Bürgermeister Jörg Lembke hat Gespräche mit der Immobilienfirma Adler Wohnen GmbH aufgenommen, um über die Zukunft der beiden Hochhäuser im Hölk und Poggenbreeden nachzudenken. Der Eigentümer hat rund 750 000 Euro in Instandsetzungen investiert, eine umfassende Sanierung würde aber Millionen verschlingen.

„In Abstimmung mit der dortigen Quartiersmanagerin habe ich einen Abriss und Neubau der beiden Häuser angeregt“, sagte Lembke am Montag im Wirtschafts- und Planungsausschuss der Stadt. „Dadurch könnten wir die Wohnqualität an dem Standort erhöhen.“ Alle Beteiligten hätten positiv reagiert. Konkrete Pläne gebe es momentan aber nicht.

Die Hochhäuser wurden in den 1970er Jahren gebaut und sorgen immer wieder für Probleme. Mieter beschweren sich regelmäßig über die Zustände, aber auch der Vermieter klagt über hohe Außenstände. Die meisten Mieter sind keine Selbstzahler und bringen die Miete aus eigener Kraft auf, sondern leben von Sozialleistungen. Nur acht der 200 Wohnungen stünden derzeit leer, so der Bürgermeister.

Ein Neubau dürfe natürlich nicht zu Lasten der Mieter gehen, so Lembke. Genau das befürchten aber die Stadtpolitiker. „Die Mieten würden steigen“, ist Jens Wieck (CDU) überzeugt. „Wenn eine Alleinerziehende statt sechs plötzlich zehn Euro pro Quadratmeter zahlen muss, kann sie sich die Wohnung nicht mehr leisten.“

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Erneute Debatte um Amazon

Lübecker Nachrichten   06.11.2019

Ansiedlung des Großkonzerns erregt weiter die Gemüter in Bad Oldesloe

Bad Oldesloe. Wie umgehen mit der Ansiedlung von Amazon im Oldesloer Gewerbegebiet Teichkoppel an der A 1? Darüber debattierten erneut die Mitglieder des städtischen Wirtschafts- und Planungsausschusses am Montagabend, erstmals unter der Leitung von Hartmut Jokisch (Grüne).

Nach dem ersten Schock und Diskussionen um Billiglöhne, prekäre Arbeitsverhältnisse und eine extreme Zunahme des Lkw-Verkehrs gucken die Kommunalpolitiker nun nach vorn und wollen mit dem Online-Versandhändler im Gespräch bleiben. Großen Einfluss hat die Stadt auch nicht auf die Ansiedlung, das Projekt wird privatwirtschaftlich von der Firma PHE gemanagt.

Wilfried Janson (Grüne) begrüßte die Nachhaltigkeitsstrategie des Großkonzerns zum Einsatz regenerativer Energien. Auch in Bad Oldesloe will Amazon viele Elektrofahrzeuge einsetzen, um die Pakete auszuliefern. „Leise und emissionsarm“, sagte Janson, „das ist vor allem wichtig bei Fahrten durch das Stadtgebiet zum Beispiel Richtung Bad Segeberg.“

Er wünscht sich zudem, dass das Unternehmen auf seinem etwa ein Hektar großen Lager eine Photovoltaikanlage installiert. Janson rechnete vor: „1000 Kilowatt peak ließen sich damit erzeugen. Alle Dächer in Bad Oldesloe kommen bislang auf 3000 Kilowatt.“ An anderen Standorten hat Amazon bereits Ähnliches realisiert, auch für Bad Oldesloe ist solch ein Riesen-Solardach im Gespräch. „Eine feste Zusage dafür gibt es jedoch noch nicht. Darüber entscheidet der Aufsichtsrat“, sagte der kommissarische Bauamtsleiter Kurt Soeffing.

Er verwies jedoch darauf, dass Amazon bis 2040 CO2 -neutral werden wolle. In Bad Oldesloe wolle das Unternehmen zudem eigene Ladesäulen bauen und im Umkreis von 100 Kilometern alle Fahrten mit Elektromobilen machen.

Auch Jens Wieck von der CDU hat hauptsächlich den Verkehr im Auge, sagt aber auch zu der ganzen Debatte: „Wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen, weil wir alle immer mehr im Internet bestellen.“ Bei Amazon, bei Möbelhäusern oder Versandapotheken. „Wir bestellen morgens und wollen abends unser Paket haben“, so Wieck weiter. Da müsse man sich gar nicht wundern über mehr Lieferverkehr.

Jens Wieck sieht in Amazon eine Chance. Es gebe genug Oldesloer, die keine Möglichkeit fänden, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Oldesloe könne aber nicht die Rahmenbedingungen zum Beispiel in Sachen Mindestlohn bestimmen, da sei der Staat gefordert. Amazon will den avisierten 150 Mitarbeitern einen Brutto-Mindestlohn von 11,37 Euro zahlen.

Auch die SPD befürchtet nicht nur mehr Verkehr auf den Straßen von Bad Oldesloe, sondern fragt auch nach weiteren Folgen für die Stadt. Wie sieht die Nahverkehr-Anbindung aus? Muss neuer sozialer Wohnraum geschaffen werden? Und kommen höhere Sozialleistungen durch die sogenannten Aufstocker auf die Stadt zu? Annika Dietel sieht erheblichen Klärungsbedarf.

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Aufregung um Amazon

Stormarner Tageblatt  06.11.2019

Aufregung um Amazon

Möchte, dass die Stadt Bad Oldesloe ihre Haltung zum Amazon-Verteilerzentrum   (hier die   Baustelle neben Obi) klarmacht: Wilfried Janson (Die Grünen, kleines Foto rechts oben) bleibt hartnäckig.niemeier (2)/dpa (1)
Möchte, dass die Stadt Bad Oldesloe ihre Haltung zum Amazon-Verteilerzentrum (hier die Baustelle neben Obi) klarmacht: Wilfried Janson (Die Grünen, kleines Foto rechts oben) bleibt hartnäckig.niemeier (2)/dpa (1)
 

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Amazon ist ein mächtiger Weltkonzern und ein Unternehmen, das immer wieder als einer der schlechtesten Arbeitgeber gebrandmarkt wird.Die Logistik- und Verteilerzentren stehen in der Kritik durch Gewerkschaften und Arbeitnehmer.

Der Vorwurf: Ungelernte Billiglohnkräfte sollen laut Berichten ausgenutzt werden, Ausfahrer sollen unter enormem Zeitdruck leiden. All das kam auf den Tisch, als vor einigen Monaten bekannt wurde, dass Amazon ein Verteilerzentrum in Bad Oldesloe errichten wird. Die Enttäuschung war damals zahlreichen Lokalpolitikern ins Gesicht geschrieben, weil sie sich für das privat vermarktete Gewerbegebiet an der A 1 etwas ganz anderes versprochen hatten. Auch die Wirtschaftsvereinigung zeigte sich enttäuscht. Denn das Signal, den Internet-Händler und „Feind“ des lokalen Einzelhandels ans Stadttor zu holen, sei nicht gerade motivierend. Die Linke kündigte damals Protest gegen die Ansiedlung an. Mittlerweile hat sich die Aufregung etwas gelegt. Man hat sich damit abgefunden, dass Amazon in die Kreisstadt kommt.

„Freuen tun wir uns nicht und es ist kein Gewinn für Bad Oldesloe. Aber was willst du jetzt protestieren? Das wird Amazon nicht interessieren. Auf den Investor haben wir keinen Einfluss. Es ist nicht unser Grundstück. Es wäre allerdings mal spannend, wie die Mitarbeiter dort qualifiziert werden, wie viele Ausbildungsplätze entstehen oder ob es am Ende nur die erwartbaren prekären Arbeitsverhältnisse sind “, so Christian Vollpott (Die Linke): „Es wird Verkehrsprobleme ohne Ende geben, dazu haben wir jetzt schon zu wenig passenden Wohnraum, Kitas und so weiter.“

Das sieht auch die SPD so. „An einem anderen Standort gibt es große Probleme mit der An- und Abreise der Mitarbeiter. Der ÖPNV und der Verkehr sind dort am Limit“, weiß Hans-Hermann Roden (SPD).

Die Grünen fordern von Amazon vor allem, dass auf dem Dach des Lagers eine Solaranlage installiert und der Fuhrpark mit E-Mobilen ausgestattet wird, eine Mehrheit unter den Mitgliedern der Wirtschafts- und Planungsausschuss unterstützt diese Forderung. Die FBO findet solche Appelle ebenfalls wichtig. Man solle klar machen, was sich Bad Oldesloe von einem verantwortungsbewussten Unternehmen wünsche. Per Mail antwortete Amazon unkonkret: Umwelt- und Klimaschutz seien wichtig, man werde schauen, was man machen kann. Die FDP macht sich auch Gedanken über Konsequenzen, aber eher der Natur, dass bei zu viel Kritik das Unternehmen noch einen Rückzieher mache. „Ich habe keine Fragen an Amazon. Ich möchte, dass sie hier Arbeitsplätze schaffen“, erklärt Anita Klahn (FDP). „An welches andere Unternehmen stellen wir denn diese Forderungen und Bedingungen? Wir verlangen hier Sachen, die wir von Hako oder Minimax nicht verlangen“, meint die Liberale.

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