Sesiani will Beach Club eröffnen – Behörden sind vorsichtig

Lübecker Nachrichten   16.07.2020

Bad Oldesloe soll um eine Attraktion reicher werden: Vor dem „Seh Sie“ will Axel Sesiani einen Beach Club etablieren – Ordnungsamt will bis zum Wochenende die Genehmigung erteilen

Von Britta Matzen

Nach dem Corona-Desaster versucht „Seh Sie“-Betreiber Axel Sesiani seine Geschäfte mit einem Beach Club wieder zum Laufen zu bringen. Seit Mitte Mai wartet der Gastronom auf die Genehmigung der Stadt. Der Oldesloer hofft, dass er zum Wochenende öffnen darf.Foto: Britta Matzen

Bad Oldesloe. Füße im Sand, Cocktail unter Palmen: Oldesloer, die wegen Corona in diesem Sommer nicht verreisen, sollen trotzdem Urlaubsfeeling genießen. Der Betreiber der „Seh Sie“-Diskothek richtet einen Beach Club auf seinem Gelände im Rögen ein. 150 Tonnen Sand hat Axel Sesiani dafür bereits anfahren lassen. Eine Ecke der 900 Quadratmeter großen Fläche hat er für Sitzgelegenheiten zum Essen eingeplant. „Mit Abstand natürlich. Gegenüber in den weißen Pagodenzelten ist der Loungebereich, und in die Mitte kommen Sonnenliegen.“ Außerdem würde Sesiani gerne zwei Hüpfburgen für Kinder aufstellen und einen Tower als Hingucker. Alles vorausgesetzt, er bekommt die Genehmigung vom Ordnungsamt für seinen Beach Club.

Schon Mitte Mai hat der Gastronom bei der Stadt Bad Oldesloe einen Antrag für seine neue Geschäftsidee gestellt, nachdem ihm seit März durch die Corona-Pandemie sämtliche Einnahmen weggebrochen waren. Alle Veranstaltungen für seinen Zelt- und Restaurantbetrieb wurden abgesagt, das „Seh Sie“ hat geschlossen. „Ich habe Verantwortung für fünf Familien, die für mich arbeiten“, sagt Sesiani. Die könne er doch nicht auf die Straße setzen. Also ließ sich der Gastronom was einfallen. „Zelte habe ich ja genug, deshalb bin ich auf den Beach Club gekommen.“ In der Hoffnung, dass er zumindest mit Außengastronomie etwas Umsatz machen kann. Doch die Genehmigung des Oldesloer Ordnungsamtes für den Beach Club lässt weiter auf sich warten. Zwei Monate sind seit Antragstellung vergangen. Bis heute weiß der 52-Jährige noch immer nicht, ob und wann er öffnen darf.

Offenbar sieht die Sache aber gut für den Disco-Chef aus. „Die Erlaubnis für die Eröffnung wird am Wochenende erteilt. Das Ordnungsamt war sogar vor Ort und hat dort unterstützt“, teilt Stadtsprecherin Agnes Heesch auf LN-Anfrage mit. Der Antrag des „Seh Sie“-Betreibers sei aber genau in die Urlaubszeit gefallen, deshalb sei das Amt aktuell noch intensiv mit der Angelegenheit beschäftigt. „Wir möchten auch, dass der Beach Club stattfinden kann, und wir arbeiten hart daran, dass es für Herrn Sesiani funktioniert. Wir geben alles“, verspricht Heesch.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Rosenregen am Bad Oldesloer Rathaus

Stormarner Tageblatt  17.07.2020

Rosenregen am Bad Oldesloer Rathaus

Niemeier
Niemeier

Bad Oldesloe Vor dem Standesamt in Bad Oldesloe war nicht etwa ein Fan des römischen Kaisers Marcus Aurelius Antoninus zu Gast, der einst Gäste seiner Feiern unter Blüten erstickte. Diese Rosen regnete es vor dem historischen Rathaus nach einer Trauung, was durchaus erlaubt ist. Anders sieht es übrigens mit Plastik-Konfetti oder Luftschlangen aus, die kaum von der Straße zu bekommen sind. Von Reis wird ebenfalls abgeraten, weil er sich nicht nur in den Fugen verfängt, sondern auch von hungrigen Stadttauben in zu großer Menge gefressen wird. Außerdem sehen regnende Rosen schöner aus, wie schon Hildegard Knef wusste. nie

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Bäume bleiben stehen, die Lkw ausgesperrt

Stormarner Tageblatt  16.07.2020

Wolkenweher Weg wird 2022 saniert – Anwohner besorgt über Verletzung des Lkw-Verbots

Am Krankenhaus gilt auch in Zukunft das Lkw-Verbot.nie
Am Krankenhaus gilt auch in Zukunft das Lkw-Verbot.nie
 

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Wessen Rechte stehen im Vordergrund – die der Bäume oder die der Fußgänger, die nicht über deren Wurzelwerk stolpern sollten? An dieser Frage entbrannte Anfang des Jahres eine Diskussion darüber, wie es mit dem Wolkenweher Weg in der Kreisstadt weitergehen soll. Die Erneuerung der Fahrbahn, inklusive einer Verbreiterung war auf frühestens 2021 verschoben worden, aber die Baumproblematik wollte Bürgermeister Jörg Lembke möglichst dieses Jahr noch lösen.

Die Politik forderte ihn schließlich auf, die Bäume nicht fällen zu lassen, solange es kein Konzept für die Sanierung des gesamten Wolkenweher Wegs gebe. Das Thema erweiterte sich aber schnell um weitere Aspekte, die schon seit Jahren eine Rolle für die Anwohner spielen. Denn obwohl Lkw-Verkehr in der Straße verboten sei – vor allem auch aus Rücksicht auf die anliegende Asklepios Klinik – seien dort ständig Lkw unterwegs. Auch große Traktoren seien an der Tagesordnung. Mehrere Hausbesitzer berichten – wie auch Anrainer der Grabauer Straße – sogar von Schäden an ihren Immobilien durch die Erschütterung der vorbeifahrenden landwirtschaftlichen Maschinen und Trucks.

Die Stadtverwaltung betonte, dass sie bisher noch keine Hinweise darauf habe, dass die „Erschütterungsproblematik“ so groß sei, dass man tätig werden müsse. Aber man habe das natürlich im Blick.

Der Verwaltungschef betonte erneut, dass individuelles Fehlverhalten – wie das Befahren einer eigentlich für den Schwerlastverkehr gesperrten Straße – eben individuelles Fehlverhalten sei. Das gelte auch für die ebenfalls kritisierte Raserei in dem Straßenabschnitt. Auf den entsprechenden Straßenschildern seien die Verbote deutlich geregelt.

Anwohner betonten nun, dass diese Schilder allerdings schlecht erkennbar seien, weil sie zum Teil an Stellen angebracht seien, wo sie von Bäumen oder Gebüsch verdeckt würden.

Grundsätzlich wurde politisch entschieden, dass der Wolkenweher Weg auch nach dem anstehenden Ausbau für den Lkw-Verkehr gesperrt bleiben wird.

Der Baubeginn wird nun für das Jahr 2022 anvisiert. Alle Bäume sollen außerdem unter „Einsatz aller technischen Möglichkeiten“ nun doch entgegen der Verkündung des Bürgermeisters auch nach der Sanierung erhalten bleiben. Die Erneuerung der Straße soll außerdem im Rahmen der bestehenden Grundstücksgrenzen erfolgen. Zuvor diskutierte mögliche Ankäufe oder Enteignungen sind damit vom Tisch.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

Leerstand wird in Oldesloes City mit neuen Geschäftsideen gefüllt

Lübecker Nachrichten   15.07.2020

Beständig ist in der Innenstadt nur der Wandel – Immer wieder werden leere Läden mit neuen Ideen gefüllt – Micro-Needling gefällig oder doch lieber der Siebdruck-Workshop?

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Stillstand? Den gibt es in der Oldesloer Innenstadt nicht. Die Geschäftswelt ist in ständigem Umbau begriffen. Allen Unkenrufen zum Trotz rücken auch neue Angebote nach, wenn ein Laden schließen musste. Zum Teil lassen sich aber auch gut gehende Geschäfte an attraktiveren Standorten nieder oder gehen mit frischen Ideen an den Start.

Mit einem neuen Angebot kann die „Machbar“ in der Hindenburgstraße aufwarten. Wie berichtet hatte Inhaberin Daniela Frackmann das gesamte Potenzial ihres Do-It-Yourself-Ladens aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht ausspielen können. Die Lockerungen lassen jetzt aber auch Workshops in Bad Oldesloe zu. „Wir arbeiten in kleinen Gruppen zu sechst. Jede Teilnehmerin hat einen festen Arbeitsplatz wegen der Abstandsregelung. So muss niemand eine Maske zu tragen“, erzählt Daniela Frackmann. Und noch eines ist nach ihren Erfahrungen wichtig: „Da der Mund nicht abgedeckt ist, lässt sich die Stimmung der Teilnehmer erkennen. Es darf ja auch gelächelt werden. Das macht viel aus beim Workshop.“

Sehr gefragt sind derzeit Schneiderkurse fürs individuelle Outfit, das sommerliche T-Shirt aus dem Lieblingsstoff oder gar ein komplettes Kleid. Doch inspiriert der Urlaub daheim offenbar auch viele Bastelfans, die Wohnung neu zu dekorieren. „Beliebt sind ungebrochen Blumenkränze oder -Ringe für die Wände oder Siebdruck. Auch Makramee kommt wieder in Mode, wobei das Material hübscher ist als in den 70ern. Statt steifer Sisalkordeln kommen weiche Naturgarne in angesagten Farben zum Einsatz“, erzählt die Ladeninhaberin. Freie Plätze gibt es ihr zufolge noch im August im Internet mit Voranmeldung unter die-machbar.com.

Schade findet Frackmann, dass die Stadt ihren Antrag, draußen in der Fußgängerzone einen Tisch zum Basteln aufzustellen, nicht bearbeitet hat. „Ich habe keine Rückmeldung bekommen. In Ratzeburg habe ich einen Stand am See bekommen. Da kann ich im Freien ein großes Programm im Sommer fahren. Ich kann verstehen, dass die Situation auch für die Verwaltung nicht einfach ist. Aber für Bad Oldesloe hätte das auch eine Belebung der Innenstadt bedeutet“, sagt sie. Die Leute in der Kreisstadt seien im Übrigen „super nett“. Viele von ihnen hätten sie über die schwere Schließzeit während des Shutdowns per Crowdfunding unterstützt. „Dafür danke ich allen“, sagt die Ratzeburgerin.

Veröffentlicht unter Presseartikel |

>>> Politiker und Parteien haben das Wort: Wachstum mit Bedacht

Markt Bad Oldesloe Wochenzeitung   01.07.2020

Wachstum mit Bedacht

Tobias Wriedt   Foto: CDU/hfr

Das Land Schleswig-Holstein ist zurzeit damit befasst, den Regionalplan, der in seiner jetzigen Form schon seit 1998 Bestand hat, zu aktualisieren. Der Regionalplan gibt verbindliche Vorgaben für unsere städtische Bauleitplanung. Hier wird beispielsweise festgesetzt, in welchen Gebieten eine Nutzung für Wohnbauland oder Gewerbeflächen möglich ist. Es geht hier also noch nicht darum, konkrete Neubaugebiete auszuweisen. Es werden durch das Land lediglich Möglichkeiten geschaffen, damit wir als Stadt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten darüber diskutieren können, wo Bad Oldesloe wachsen soll. Die Stadtverordnetenversammlung wird dann zu gegebener Zeit über neue Bebauungspläne entscheiden.

Als CDU-Fraktion ist es uns wichtig, auch in den nächsten Jahren auf die weiterhin wachsende Nachfrage nach Wohnraum reagieren zu können. Sozialer Wohnungsbau muss dabei genauso berücksichtigt werden wie das Bedürfnis von Oldesloer Familien nach einem Eigenheim. Die Innenverdichtung stößt dabei an ihre Grenzen, sodass neue Baugebiete erforderlich sein werden. Bad Oldesloe ist allein schon durch seine Lage auf den Achsen zwischen Hamburg und Lübeck bzw. Hamburg und Kiel mit der sehr guten Anbindung an die Bundesautobahnen 1 und 21 sowie die Bahnstrecken ein gefragter Wohn- und Gewerbestandort.

Die hohe Lebensqualität in unserer Stadt ergibt sich nicht zuletzt durch die Vielzahl der Grünanlagen innerhalb des Ortes und die Naherholungsgebiete wie dem Brenner Moor oder dem Freibad Poggensee direkt vor unserer Tür. Die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete hat immer auch eine Flächenversiegelung zur Folge. Wird die Versiegelung von Gärten und Vorgärten durch Schotter und Kies eingeschränkt, damit Lebensraum für Pflanzen und Insekten erhalten bleibt? Welchen Beitrag können Neubaugebiete zur Gewinnung regenerativer Energie liefern? Wir werden über Anreize und baurechtliche Vorgaben diskutieren müssen und darüber, wie wir das zukünftige Wachstum gestalten möchten, damit die Flächennutzung mit Bedacht und umweltverträglich geschieht.

Genießen Sie die Sommertage in unserer schönen Stadt und bleiben Sie gesund.

Tobias Wriedt,Stadtverordneter, CDU-Fraktion

Veröffentlicht unter Presseartikel |