Notprogramm in Schulen und Kitas

Lübecker Nachrichten   14.03.2020

Schulen und Kitas bleiben zu, einige Kinder werden aber trotzdem betreut – Die Einrichtungen stellen sich auf ein Notprogramm ein

Bad Oldesloe. Es ist ein Fall, den es so noch nie gegeben hat: Schulen und Kitas im Land schließen für mehrere Wochen, nur für Ausnahmefälle – Eltern in systemrelevanten Berufen – wird in den Einrichtungen eine Notfallbetreuung gewährleistet.

Die Stormarner Schulleiter haben davon gestern Mittag erfahren und bastelten schnell an einer Betreuung zumindest für die nächsten Tage. Denn für die Klassenstufen eins bis sechs gilt das zunächst bis Mittwoch, für die Kindergärten bis Freitag. Wie viele Kinder kommen? Wie viele Lehrkräfte werden benötigt? Wer darf zu Hause bleiben, weil er möglicherweise eigene Kinder betreuen muss? Wie sieht der Unterricht aus? „Das werden alle Schulen vor Ort entscheiden“, sagte Stormarns Schulrat Michael Rebling auf LN-Anfrage.

Als Martin Nirsberger, Schulleiter der Theodor-Storm-Schule in Bad Oldesloe, die Bestätigung über den Schulausfall ab Montag vom Bildungsministerium in Händen hielt, wurde er sofort aktiv, um die dort vorgeschriebene Notfallbetreuung zu organisieren. Letztlich war diese jedoch problemlos umzusetzen. „Die Betreuung ist bis Mittwoch gewährleistet, und wie es danach weitergeht – da warten wir auf die Anweisungen des Ministeriums“, bleibt er entspannt.

Auch Sven Baumann, stellvertretender Schulleiter der Ida-Ehre-Schule in Bad Oldesloe, hat die Situation unter Kontrolle: „Wir hatten direkt nach dem Bescheid eine außerordentliche Dienstversammlung und konnten da alles organisieren. Die Kollegen sind jetzt für verschiedene Zeiten eingeteilt. Die Fünft- und Sechstklässler haben einen Elternbrief mitbekommen und werden auch noch über das Online-System IServ informiert. Montag können die betroffenen Kinder normal herkommen, für Dienstag und Mittwoch kann man sich zur Betreuung anmelden. Da sehen wir dann am Montag, wie groß der Bedarf überhaupt ist“, so Baumann.

Wegen der Abschlussprüfungen wird überlegt, ob die Sprechprüfungen stattfinden können, da dabei ja nicht geballt 30 bis 40 Schüler in einem Raum sind, sondern in der Regel nur zwei plus Prüfer. Bei allen anderen anstehenden Prüfungen, so auch den Abiturklausuren, wird auf weitere Anweisungen vom Ministerium gewartet.

Henning Bergmann, Schulleiter der Theodor-Mommsen-Schule in Bad Oldesloe, sagt: „Ich finde es wichtig, dass durch die Aussetzung des Unterrichts versucht wird, die Infektionskette zu unterbrechen. Die Eltern werden von uns über IServe informiert, auch sollen alle Schüler während dieser Zeit Aufgaben über diesen Dienst bekommen. Wichtig ist, dass wir jetzt alle an einem Strang ziehen, wir stehen alle in der Verantwortung und sollten an unsere Kinder appellieren, Diskotheken und Großveranstaltungen zu meiden. Nur, wenn wir gemeinsam handeln, können wir Erfolg haben.“

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Auszeit für Kultur – ab sofort

Stormarner Tageblatt  14.03.2020

Viele Veranstaltungen sind abgesagt – aber die Putzaktion heute und morgen in Bad Oldesloe soll stattfinden

Zwangspause: Es wird ungewöhnlich ruhig  in den nächsten Wochen im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum.Niemeier
Zwangspause: Es wird ungewöhnlich ruhig in den nächsten Wochen im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum.Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Verordnungen auf Landes- und Kreisebene im Kampf gegen das Coronavirus haben zur Folge, dass zahlreiche Veranstaltungen abgesagt sind, einige Kultureinrichtungen sogar mehrwöchige Pause einlegen. Das Kleine Theater in Bargteheide stellt bis Sommer sein komplettes Bühnenprogramm ein und verschiebt es (siehe Artikel unten). Die „Galerie im Marstall Ahrensburg“ und die „Galerie in der Trittauer Wassermühle“ schließen ab sofort bis zum 19. April. Und das pädagogische Programm im Naturerlebnis Grabau ruht vom 16. März bis 19. April ebenfalls. Auch im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum (Kub) hagelt es Absagen und Terminverlegungen. Zunächst werden bis zum 26. April alle Veranstaltungen im Kub verschoben oder komplett abgesagt (siehe Terminhinweise).

„Für viele der geplanten Veranstaltungen konnten bereits Ersatztermine gefunden werden oder werden in der nächsten Woche festgelegt. Die bereits erworbenen Tickets behalten ihre Gültigkeit für die jeweiligen Ersatztermine. Sie müssen nicht umgetauscht werden“, sagt Bad Oldesloes Kulturchefin Inken Kautter.

Sollte ein Besuch der Veranstaltung am Ersatztermin nicht möglich sein, können die Tickets an der Stadtinfo im Kub in einen Gutschein umgewandelt werden. Um vorherige Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail wird gebeten. Ein Umtausch der Tickets ist bis Ende Mai möglich. „Spaß macht das Absagen und Verschieben von Veranstaltungen nicht. Aber es hilft ja nichts“, so Kautter.

„Wir sind in enger Abstimmung mit der zuständigen Gesundheitsbehörde des Kreises. Über weitere Absagen beziehungsweise Maßnahmen werden wir situativ informieren“, sagt Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke. Von Absage betroffen seien aktuell Veranstaltungen im Bürgerhaus, in den Sporthallen und Kurse der VHS. Der VfL Oldesloe hat außerdem als einer der größten Sportvereine im Kreis bereits sein komplettes Vereinsleben und den Trainings- sowie Spielbetrieb bis zum 19. April in allen Sparten abgesagt.

„Für die kommenden Außenveranstaltungen in Bad Oldesloe, also das Stadtfest Anfang Juni und Pflasterart Mitte Mai, sind bereits Ersatztermine im Gespräch. Für das Kindervogelschießen könnte je nach Entwicklung ebenfalls eine Absage erfolgen“, sagt Stadtsprecherin Agnes Heesch. „Wir gehen beim Stadtfest und bei Pflasterart von Verschiebung, aber nicht von genereller Absage aus. Beim Stadtfest geht es um eine Verschiebung um ein Jahr. Beim Pflasterart-Straßenkünstlerfestival überprüfen wir Verschiebung in den Herbst“, so Kautter. Für das Vogelschießen werden jetzt Geldsammlungen eingestellt. „Die Entscheidung, wie es mit dem Vogelschießen aussieht, soll vom zuständigen Verein Ende April gefällt werden. Da möchte man nicht vorgreifen und die Situation erst dann analysieren“, so Kautter.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Virus-Frust und Frauenpower

Stormarner Tageblatt  14.03.2020

Stormarner Wochenschau

Virus-Frust und Frauenpower

Patrick Niemeier und Stephan Poost

Absage I Wenn kleine örtliche Vereine nun reihenweise Veranstaltungen absagen, haben sie das gleiche Problem wie die großen Veranstalter: Sie bleiben auf einem Großteil der Kosten sitzen, wie die Feuerwehr Todendorf, die angeboten hat, die Karten für die Schlagernacht mit den „Dorfrockern“ gegen Erstattung zurückzunehmen. Wer Karten hat, der sollte sich mal überlegen, ob er das Eintrittsgeld nicht seiner Feuerwehr, seinem Sport- oder sonstigen Verein einfach überlässt. Das bringt keinen in finanzielle Not, hilft aber den ganz kleinen Veranstaltern, die unsere Nachbarn sind und die auch nach Corona wieder Feste mit uns feiern wollen!

Absage II Was gesundheitlich logisch und konsequent klingt, ist nicht nur für Veranstalter, sondern auch für viele Musiker, Schauspieler, und Co. eine Katastrophe. Die Absagenwelle trifft die gesamte Branche – und vor allem die freiberuflich Tätigen. Denn noch sind finanzielle Folgen und Ausfallregelungen nicht absehbar. Man kann jetzt ja allerdings nicht an jeden freischaffenden Musiker oder Schauspieler spenden, der einem sympathisch ist. Was man aber machen kann: CDs, LPs, Merchandise dieser Künstler kaufen oder Eintrittskarten nicht zurückgeben, wenn die Events verschoben oder abgesagt werden – natürlich nur, wenn man sich das finanziell erlauben kann. Die aktuelle Krise wird den Veranstaltungs- und Kulturbereich nachhaltig über Monate, wenn nicht Jahre beschäftigen.

Sympathisch 44 Mädchen und Frauen versehen bei der Feuerwehr Glinde ihren Dienst. Das ist eine Top-Quote und Ergebnis eine Handelns, dass schon seit den 1990er Jahren in Glinde Raum greift. Aber besonders sympathisch ist doch der Satz, den die Gruppenführerin Bianka Bohn sagte: „Bei der Glinder Feuerwehr kommen wir auch ohne gendergerechte Sprache klar.“ Also keine Symbolik mit Sternchen, Strichchen und ähnlichen Spielereien, sondern gelebte Kameradschaft zwischen Frauen und Männern. Vorbildlich.

Statistik Da wird der Fokus bei den Unfallzahlen in den vergangenen Jahren immer wieder auf die älteren Verkehrsteilnehmer gelenkt. Dabei scheinen doch eher die jungen Fahrer unbelehrbar. So weist die Polizeistatistik eine Zunahme der Unfallzahlen junger Fahrer (18-24 Jahre alt) um 14,5 Prozent aus, die der Senioren (ab 65 Jahre) um 6,5 Prozent. Absolut sind über 65-jährige Fahrer zwar in mehr Unfälle verwickelt (230 Unfälle, davon 136 mit Personenschaden), als junge Fahrer (174 Unfälle, davon 120 mit Personenschaden). Aber die Zahl der älteren Fahrer ist ja auch wesentlich höher. Das weist die Statistik allerdings nicht aus.

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Absagen und Fragezeichen

Stormarner Tageblatt  13.03.2020

Oldesloer Kultur- und Veranstaltungsbereich vor Herausforderungen / Vogelschießen und Stadtfest fraglich

Das Kultur- und Bildungszentrum (Kub) in Bad Oldesloe ist ein Veranstaltungsort, der weit über die Kreisstadt hinaus Bedeutung erlangt hat. niemeier
Das Kultur- und Bildungszentrum (Kub) in Bad Oldesloe ist ein Veranstaltungsort, der weit über die Kreisstadt hinaus Bedeutung erlangt hat. niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Kaum eine Stunde vergeht, in der nicht eine Vielzahl an Absagen eintrifft. Was findet derzeit noch statt? Was wird – sogar kurzfristig – aufgrund der aktuellen Entwicklung in Sachen Coronavirus abgesagt? Die Veranstaltungsübersicht für jeweils zwei Tage, die die Leser und Leserinnen des Stormarner Tageblatts gewohnt sind, ist tatsächlich schon bei Drucklegung Makulatur. Darauf wollen wir einstweilen verzichten.

Donnerstag am Nachmittag beispielsweise wollte das Kub erläutern, wie das angekündigte hochkarätige Veranstaltungsprogramm der kommenden Tage und Wochen über die Bühne gehen soll. Dann aber trat der Kreis Stormarn auf den Plan mit einer Mitteilung, die unteranderem im Kub eine Krisensitzung zur Folge hatte.

Der Grund: Der Kreis Stormarn untersagt nämlich mit einer Allgemeinverfügung die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern im Kreis Stormarn bis einschließlich 10. April 2020. „Bei Veranstaltungen dieser Art besteht regelmäßig ein hohes Risiko, das Virus zu übertragen und schnell zu verbreiten“, begründete der Kreis die Maßnahme. Nicht betroffen sind jedoch Schulen, Arbeitsplätze oder ÖPNV, die keine Veranstaltung in dem Sinn sind.

Darüber hinaus dürfen Tanzveranstaltungen in geschlossenen Räumen mit einer Teilnehmerzahl von mehr als 50 Personen nur durchgeführt werden, wenn die Einhaltung geforderter Maßnahmen seitens des Veranstalters sichergestellt ist. Öffentlich zugängliche Veranstaltungen ab einer Teilnehmerzahl von 50 Personen sind dem Gesundheitsamt des Kreises Stormarn vor Veranstaltungsbeginn anzuzeigen.

„Als ich heute morgen zur Arbeit kam, wusste ich auch nicht, wie der Tag sich entwickeln würde“, ist Bad Oldesloes Stadtsprecherin Agnes Heesch am Donnerstagabend ein wenig außer Atem. Am späten Nachmittag gab es ein Krisengespräch mit dem Veranstaltungsmanagement und dem Kulturbüro der Stadt rund um Inken Kautter.

Kautter hatte bereits am Mittag berichtet, dass langsam immer mehr Absagen oder Verschiebungen eintrudeln. Zunächst war die Marschroute, dass vor allem Veranstaltungen mit Beteiligungen von Risikogruppen oder Senioren abgesagt werden. Das gilt für die VHS bis zum Veranstaltungsprogramm. „Das Kino am Nachmittag wird gestrichen und erste Künstler sagen ab“, so Kautter. Betroffen sind davon vor allem internationale Künstler. „Sie können schlichtweg aktuell nicht einreisen oder sie wissen nicht, wie sich das in ein paar Wochen verhält. Ganze Tourneen werden ja aktuell abgesagt“, so Kautter. Dementsprechend ist zum Beispiel das „Trolska Polska“ Big City Light Konzert in Kooperation mit Klngstdt in Absprache mit den skandinavischen Künstlern vom 29. März 2020 auf den 13. März 2021 verlegt worden.

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Die Idee: Oldesloer E-Mobile parken kostenlos

Stormarner Tageblatt  13.03.2020

Finanzausschuss gibt die Anregung an die Stadtverwaltung weiter

Auf dem Exer unterstützt bereits eine E-Tankstelle der VSG die  E-Fahrzeuge.Nie
Auf dem Exer unterstützt bereits eine E-Tankstelle der VSG die E-Fahrzeuge.Nie

Bad Oldesloe Wer in der Kreisstadt ein Fahrzeug fährt, das für deutlich weniger Emissionen sorgt, als ein herkömmlicher Verbrennungsmotor, soll in Zukunft mit überall in Bad Oldesloe zwei Stunden kostenlos parken dürfen

Diesen Wunsch hat der Finanzausschuss der Verwaltung mehrheitlich mit auf den Weg gegeben. Vorausgegangen waren Anträge der SPD und der Grünen zu diesem Thema, die zunächst in einen Antrag verwandelt wurden und anschließend mit den übrigen Fraktionen – abgesehen von der FBO – in einen gemeinsamen Auftrag an die Verwaltung umformuliert wurden.

„Es gibt noch viel zu wenige Mitbürger, die auf diese Fahrzeuge umsteigen. Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir das positiv begleiten, wenn man sich für ein solches Fahrzeug entscheidet“, so Björn Wahnfried (SPD). Die Grünen ergänzten, dass auch der Erdgasantrieb hinzugefügt werden solle, aber Hybrid-Antriebe nicht darunter fallen. Diese seien „nur Augenwischerei mit einer Milchmädchenrechnung“, so Wilfried Janson. „Wir stärken damit das grüne Label unserer Stadt“, ist sich Hendrik Holtz (Die Linke) sicher.

Die FBO sieht keinen positiven Effekt und nur Verwaltungsaufwand. Denn das Problem sei, dass Kontrolleure feststellen können müssen, welches Fahrzeug nun für zwei Stunden frei parken dürfe und welches nicht. Dafür müsste es Parkausweise geben, glaubt auch Bürgermeister Jörg Lembke.

Nicht zu verwechseln ist der neue Vorstoß mit den vorhandenen Sonderstellplätzen auf dem Exer, an denen E-Mobile an einer E-Tankstelle der Vereinigten Stadtwerke geladen werden können. nie

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