Schulalltag mit Abstand: So starteten die Viertklässler

Lübecker Nachrichten   07.05.2020

Nach knapp acht Wochen Pause hat für die Viertklässler in Bad Oldesloe wieder der Unterricht begonnen – Es gelten strenge Vorschriften und Lernen in kleinen Gruppen

Von Sandra Freundt

Schön Abstand halten: Die Schüler einer vierten Klasse der Schule am Masurenweg sitzen jetzt allein an jeweils einem Tisch. Aber sie freuen sich dennoch darüber, dass die Schule für sie wieder begonnen hat.FotoS: Sandra Freundt

Bad Oldesloe. Nach fast acht Wochen Pause aufgrund der Corona-Einschränkungen besuchen seit Mittwoch die Viertklässler wieder ihre Grundschulen. In Bad Oldesloe sind das knapp 340 Schüler aus 14 Klassen und vier Lehrstätten. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen in verschiedenen Räumen statt. Die Grundschulen haben sich darauf entsprechend vorbereitet: So weist bereits vor dem Eingang der Schule am Masurenweg (SaM) ein Schild den Schülern den genauen Weg zu ihrem Raum. An der Klaus-Groth-Schule (KGS) ist der Boden der Pausenhalle mit Absperrband und Pfeilen markiert. Die Grundschule West (GSW) hat den Tisch der Lehrkraft mit einem eigens entworfenen Spuckschutz gesichert. Ähnliche Maßnahmen wurden auch an der Stadtschule getroffen. Überall im Gebäude findet man Desinfektionsständer und natürlich sind die Tische in den Klassenräumen für den Frontalunterricht mit dem vorgeschriebenen Mindestabstand aufgestellt worden.

Schüler und Lehrkräfte haben sich auf die Rückkehr zum Präsenzunterricht sehr gefreut. „Schulen sind zum Unterrichten gemacht, daher ist es ein beglückender Moment“, sagt Sascha Plaumann, Schulleiter der SaM. Für ihn war der Unterrichtsstart der Viertklässler im Vorfeld indes nicht ganz so aufregend, da bereits seit zwei Wochen die Neunt- und Zehntklässler wieder da sind. Die Leiterinnen der drei anderen Grundschulen indes waren schon sehr angespannt, ob alles wirklich so gut laufen würde, wie geplant. Dann konnten sie jedoch aufatmen: Alles lief reibungslos. „Die Kinder waren sehr diszipliniert, waren von zu Hause aus schon sehr gut vorbereitet worden“, sagte Sabine Prinz, Schulleiterin der Stadtschule. „Toll, wie die Kinder sich über das Wiedersehen freuten, dabei jedoch darauf achteten, alle Regeln einzuhalten“, lobte auch Kathrin Albers, kommissarische Schulleiterin der KGS ihre Schüler.

Jede Grundschule hat dabei ihr eigenes Konzept, den „neuen“ Präsenzunterricht durchzuführen. Die 48 Kinder aus zwei Klassen an der GS West werden täglich vier Stunden unterrichtet. Während des Unterrichts wird der Nasen-Mund-Schutz nicht getragen. „Wir haben aber die Eltern gebeten, den Kindern für die Wege im Gebäude einen Schutz mitzugeben“, so Schulleiterin Claudia Nemeth. Für direkte Gespräche zwischen Lehrkraft und Schüler haben sie und ihr Kollegium zudem einen speziellen Spuckschutz für den Lehrertisch entwickelt. Ebenfalls täglich werden die knapp 92 Schüler an der KGS unterrichtet, allerdings nur zwei Zeitstunden pro Tag. „Uns liegt vor allem am Herzen, dass sich die Kinder untereinander und dazu die Lehrkräfte wieder treffen, das motiviert die Schüler doch sehr“, so Kathrin Albers. Der „Unterricht auf Distanz“ geht trotzdem wie gewohnt weiter.

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Sind Segeberger Neonazis in Bad Oldesloe aktiv?

Lübecker Nachrichten   07.05.2020

Aufkleber des rechtsextremen „Aryan Circle Germany“ sorgten für Aufregung in Bad Oldesloe – Wahlkreisbüro der Linken wurde beklebt –Stadt will Anzeige erstatten- Staatsschutz ermittelt bereits

Bad Oldesloe. Sind Segebergs Neonazis jetzt auch in Oldesloe aktiv: Im Juli 2019 hatte der in Bad Segeberg aufgewachsene und mehrfach vorbestrafte Neonazi Bernd T. die rechtsextreme Gruppierung „Aryan Circle Germany“ gegründet, die danach immer wieder in Bad Segeberg und Sülfeld in Erscheinung getreten ist. Jetzt tauchten Aufkleber der rechten Gruppierung in Bad Oldesloe auf. Der Staatsschutz ermittelt. Vor dem Hintergrund des laufenden Ermittlungsverfahrens gab die zuständige Bezirkskriminalinspektion Lübeck am Mittwoch jedoch keine weiteren Einzelheiten bekannt.

Aufkleber verunzierten die Glastür des Wahlkreisbüros des Bundestagsabgeordneten Lorenz Gösta Beutin, weitere klebten auf Straßenlaternen im Stadtgebiet und auch auf Plakaten der Marketing-Kampagne „Wiedersehen in Bad Oldesloe. Mit Herz und Abstand“. „Die Plakate hängen erst seit kurzer Zeit. Die Aufkleber sind also noch frisch“, bestätigte Bürgermeister Jörg Lembke, der Anzeige erstatten will.

Als ehemaliger Polizeibeamter weiß er über rechte Gruppierungen Bescheid: „Der Gründer des ,Aryan Circle Germany’ hat auch die inzwischen verbotene Vereinigung ,Sturm 18’ gegründet. Wir beobachten das sehr aufmerksam, wie alle extremistische Tendenzen. Wir wollen weder die eine noch die andere Richtung.“ Wie mehrere Teilnehmer einer genehmigten Maikundgebung auf den Marktplatz erklärten, soll aus einem der umliegenden Häuser „Heil Hitler“ gerufen worden sein. Bestätigen konnte das der Bürgermeister nicht: „Ich war selbst nicht dabei, habe nur von Dritten davon gehört.“ Lorenz Gösta Beutin zeigte sich entsetzt: „Dass der Aryan Circle jetzt auch in Bad Oldesloe aktiv ist, sollte alle Demokraten in Bad Oldesloe alarmieren.“ Der „Aryan Circle“ sei eine gewalttätige Gruppe, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfe. pd

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Aufkleber am Boden

Stormarner Tageblatt  07.05.2020

Kampagne „#Wiedersehen in Bad Oldesloe – mit Herz und Abstand“ ausgeweitet

Unterstützen mit Asphaltaufklebern die Corona-Regeln: Wirtschaftsvereinigung, Stadtverwaltung und Wir-Verein – rechts Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke. St
Unterstützen mit Asphaltaufklebern die Corona-Regeln: Wirtschaftsvereinigung, Stadtverwaltung und Wir-Verein – rechts Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke. St

Bad Oldesloe Die Oldesloer Wirtschaftsvereinigung weitet ihre Kampagne „Wiedersehen in Bad Oldesloe – mit Herz und Abstand“ gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Verein „Wir für Bad Oldesloe“ aus. In den ersten Wochen hatte sich gezeigt, dass sich die Mehrheit der Oldesloer an die Abstandsregeln hält, sich aber eine Minderheit mit diesen schwer tut und damit im Endeffekt auch die Gefahr einer Verschärfung von Regeln besteht.

Mehrere Geschäftsleute berichteten auch von Kunden, die Ladeninhaber für die Regeln verantwortlich machten. Es wurde auch von Stammkunden berichtet, die nicht einsahen, sich in Warteschlangen vor Geschäften anzustellen. „Wir müssen gemeinsam durch die Situation kommen – nicht gegeneinander oder mit gegenseitigen Schuldzuweisungen. Es geht auch nicht darum, mit dem Finger auf andere Geschäfte zu zeigen oder ähnliches. Wir schaffen es nur mit Zusammenhalt“, so Angela Dittmar vom Preisparadies. „Viele Kunden müssen nur an die bestehenden Regeln erinnert werden“, sagt sie.

„Viele Unternehmen und Bürger stehen derzeit vor der Herausforderung, die geltenden Abstands- und Masken-Regeln einzuhalten“, sagt Nicole Brandstetter von der Wirtschaftsvereinigung. Dabei unterstütze man mit der Kampagne. Nachdem bereits in den vergangenen Wochen Plakate mit Hinweisen aufgehängt worden waren, folgten jetzt rutschfeste Asphaltaufkleber im Look der Kampagne in der Fußgängerzone.

Bürger sensibilisieren

Auf diesen wird explizit auf die Abstandsregeln und zum Maske-Tragen hingewiesen. „Wir sind es nicht gewohnt, im Alltag auf Abstand zu gehen. Deswegen fällt es momentan schwer, den nötigen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu wahren. Weil es aber für unsere Gesundheit unumgänglich ist, wollen wir die Menschen mit den Bodenaufklebern für das Einhalten des Abstands sensibilisieren“, sind sich die Kampagnen-Macher einig. nie

Wenn Unternehmen weitere Informationsmaterialien benötigen, können sie per E-Mail Plakate und Hinweisschilder anfordern unter: info@wivebo.de.

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Hier zu Hause: Kurparkfest fällt aus

Stormarner Tageblatt  07.05.2020

Kurparkfest fällt aus

Das Kurparkfest Nie
Das Kurparkfest Nie

Bad Oldesloe Nach der Verschiebung des Stadtfestes und „PflasterArt“-Festivals sowie der Absage von „Rock am Schloss“ wegen Corona hatten viele Kreisstädter gehofft, dass das familiäre Kurparkfest im August stattfinden könnte. Denn nach Meinung vieler Oldesloer dürfte es sich dabei um keine Großveranstaltung mit über 1000 Besuchern handeln. Doch von dieser Beurteilung macht die Kurpark AG die nun doch erfolgte Absage auch gar nicht abhängig. Viel mehr sei es nicht gesichert, unter welchen Auflagen das Event im August überhaupt stattfinden könnte. Vor allem wolle man aber kein Risiko für Besucher, Auftretende und Helfer eingehen. Und das auch mit einem rücksichtsvollen Blick auf das Pflegeheim Riedel, dessen Bewohner sich stets auf das Fest direkt neben ihrer Einrichtung freuen, heißt es aus der Kurpark-AG. 2021 soll es das nächste Kurparkfest geben. nie

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Unterrichten in Schichten

Stormarner Tageblatt  07.05.2020

Ein Hauch von Schulalltag unter erschwerten Bedingungen: Beispiel Masurenwegschule

Sascha Plaumann, Leiter der Schule am Masurenweg, vor den beiden von einander getrennten Bereichen der Oldesloer Grund- und Gemeinschaftsschule. Rohde
Sascha Plaumann, Leiter der Schule am Masurenweg, vor den beiden von einander getrennten Bereichen der Oldesloer Grund- und Gemeinschaftsschule. Rohde
 

Susanne Rohde Bad Oldesloe Hurra, endlich wieder Schule! Nach mehr als sieben Wochen Zwangsferien wegen der Corona-Pandemie dürfen ab gestern auch alle Viertklässler wieder zum Unterricht in ihre Grundschulen, allerdings unter ziemlich strengen Hygienemaßnahmen.

Flatterbänder, Klebestreifen, Stop- und Hinweisschilder, Desinfektionsmittel und Toiletten-Benutzungspläne: In der Schule am Masurenweg ist alles noch mal etwas komplizierter, denn sie ist die einzige Grund- und Gemeinschaftsschule im Kreis. Hier werden Kinder und Jugendliche von der 1. bis 10. Klasse unterrichtet, und das erfordert ganz besondere Maßnahmen. Die 70 Neunt- und Zehntklässler haben einen eigenen Ein- und Ausgang und bereiten sich gerade auf ihre Abschlussprüfungen in der nächsten Woche vor. Die rund 100 Viertklässler werden zunächst in halber Klassenstärke und in Gruppen und Schichten in einem eigenen Schultrakt unterrichtet.

Manoel Griese ist happy, endlich wieder Unterricht zu haben. Sieben Wochen lang spielte er mit seinen beiden Geschwistern im heimischen Garten in Grabau. Der Zehnjährige lässt sich von FSJler Max Sarachow den Eingang zeigen, bevor er sich die Hände desinfiziert und in sein Klassenzimmer geht. „Wir freuen uns, dass so langsam wieder ein Stück Normalität einkehrt. Aber auf Dauer und mit mehr Schülern ist das so nicht durchzuhalten“, sagt Schulleiter Sascha Plaumann. Die Viertklässler haben in den nächsten Wochen zumindest tageweise und in acht Gruppen wieder fünf Stunden Unterricht pro Tag.

Desinfektion ja – Maskenpflicht nein

„Da wir eine Grund- und Gemeinschaftsschule sind, müssen wir die Verordnungen für beide Schulformen irgendwie unter einen Hut kriegen“, so der Schulleiter. Denn es fehlen auch 20 Prozent der Lehrer, die aus unterschiedlichen Gründen vorübergehend vom Unterricht frei gestellt wurden. „Die Sicherheit und der Infektionsschutz haben Priorität“, betont Plaumann. Deshalb habe er mit dem Schulträger und der Reinigungsfirma ein strenges Hygienekonzept entwickelt. Alle Personen, die das Gebäude betreten, müssen das bereitstehende Desinfektionsmittel benutzen – und zwar unter Aufsicht. Die Plätze der jeweils etwa zwölf Kinder in den Klassenräumen sind mit Abstand aufgestellt. Auch die Pausenzeiten wurden entzerrt und es gibt vier mit Flatterband abgegrenzte Teilbereiche auf dem Spielplatz. Der Unterricht wurde in zwei lange Blöcke eingeteilt mit einer großen und bewegten Pause dazwischen, wo auch gefrühstückt werden kann. Gesichtsmasken sind nicht vorgeschrieben, aber Pflicht für die Fahrschüler in den Schulbussen.

Herausforderung für Schulen

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