Silberner Schlüssel für die engagierte Clownin

Stormarner Tageblatt   07.01.2019

Silberner Schlüssel für die engagierte Clownin

Niemeier
Niemeier

Bad Oldesloe Fast hätte sie ihren großen Auftritt verschlafen. Die Oldesloerin Bärbel Nemitz hatte ausnahmsweise mal den Wecker überhört. Da wusste sie allerdings auch noch nicht, dass sie von Bürgermeister Jörg Lembke und Bürgerworthalterin Hildegard Pontow den „Silbernen Schlüssel“ für besonders engagierte Mitbürger erhalten würde. Unter anderem gehört Nemitz zu den Gründerinnen des „Bella-Donna-Hauses“, außerdem ermöglicht sie Kindern aus finanziell schwachen Verhältnissen Theaterbesuche und sponsert auch schon mal einen Puppentheater-Auftritt im Kultur- und Bildungszentrum. nie

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Wann rollen hier wieder Waggons?

Lübecker Nachrichten   05.01.2019

Stadt, Land und AKN tüfteln noch an der Reaktivierung des Oldesloer Industriegleises

Wenn es nach Benjamin Junker, dem Leiter der Oldesloer Niederlassung von Arcelor Mittal ginge, würden schon längst wieder Waggons auf dem Industriegleis am Bad Oldesloer Rögen verkehren. Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Stoßstange an Stoßstange stehen frühmorgens die Lkw im Rögen an, um ihre schwere Fracht auf dem Gelände der Oldesloer Niederlassung von Arcelor Mittal zu löschen. Tonnenweise Stahl aus ganz Europa liefern sie dort täglich ab. Nicht selten treffen zehn Brummis gleichzeitig vor den Toren ein. Da heißt es, warten und die Nerven behalten. Denn mitunter dauert es vier bis fünf Stunden, bis die Trucker wieder vom Hof reiten können.

Benjamin Junker, der die Filiale des Unternehmens seit April 2018 führt, hofft ganz dringend auf Entlastung. Und die wäre rein theoretisch auch möglich. Denn hinter dem Firmengebäude verläuft der Abzweig des insgesamt vier Kilometer langen Industriestammgleises, das die Bahnhöfe Blumendorf und Bad Oldesloe miteinander verbindet, aber Ende 2016 stillgelegt wurde. Ein Drittel des gesamten Warenverkehrs würde Junker gern darüber abwickeln. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

„Um 15 000 Tonnen Stahl zu bewegen, muss man 375 Waggons auf die Reise schicken, aber doppelt so viele Lkw“, rechnet Junker vor. Im vergangenen Jahr seien am Oldesloer Sitz von Arcelor 55 000 Tonnen Stahl aus ganz Europa eingetroffen. Lieferungen aus Luxemburg etwa hätten komplett auf die Schiene verlagert werden können, statt die ohnehin schon überfrachteten Autobahnen zu frequentieren. Bei den kleineren Partien, die später, nach den Wünschen der Kunden kommissioniert, die Hallen verließen, bleibe aber nur der konventionelle Versand über die Straße. Schließlich verfügten die Endabnehmer selbst kaum über einen Bahnanschluss.

Übers Jahr betrachtet, könnte sich das Unternehmen durch den Transport über die Schiene zudem unabhängig von den gesetzlich verordneten Fahrverboten an Sonn- und Feiertagen machen. „Vor allem in den katholischen Bundesländern ist das ein Problem. Überall kommt man durch und dort endet die Fahrt dann vorübergehend“, sagt Junker. Dass neuerdings vor dem katholischen Allerheiligen am 1. November nun auch noch bundesweit der Reformationstag gefeiert wird, hält er für eine Fehlentscheidung. Der Warenverkehr gerate dadurch ins Stocken und erhöhe anschließend den Druck auf die Lieferanten.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Leben und leben lassen …

Stormarner Tageblatt   05.01.2019

Stormarner Wochenschau

Leben und leben lassen …

Megi Balzer
Megi Balzer

Stephan Poost, Patrick Niemeier und Volker Stolten Qual Die ersten beiden Januar-Wochenenden sind mittlerweile traditionell den Neujahrsempfängen vorbehalten. Waren es früher die großen Städte, die einluden, um das neue Jahr gemeinsam zu begrüßen, laden heute in einigen Orten gleich mehrere Vereine und Verbände ein. Man hat schnell den Eindruck, dass jeder dabei sein möchte. Der Bürger hat dann die Qual der Wahl. Wo geht er hin? Wo lässt er sich Sekt und Häppchen schmecken? Über den Sinn oder Unsinn von Neujahrsempfängen kann man trefflich streiten. Damit jedoch Verwaltung und Politik nicht unter sich bleiben, sollten die Bürger reichlich Gebrauch von den freundlichen Einladungen machen.

Wandel Ist es ein Sterben der Fachgeschäfte in unseren Innenstädten oder ein ganz normaler Wandel? Es gebe immer weniger Fachgeschäfte, beklagen die einen, aber es kämen doch immer wieder neue Läden nach, meinen die anderen. Egal, wie wir die Lage einschätzen, eines steht fest: Wir haben es mit dem Einkaufsverhalten selbst in der Hand, wie unsere Innenstädte aussehen, ob die Fachgeschäfte und der Branchenmix erhalten bleiben oder ob sich die Innenstädte verändern. Wer nur online bestellt, schadet außerdem definitiv immer seinem Wohnort. Denn dadurch sinkt auch die Gewerbesteuer vor Ort, die eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Gemeinde oder die Stadt ist, um Projekte finanzieren zu können.

Verantwortung Es gebe eine Tendenz, dass immer mehr auf öffentlichen Plätzen geböllert werde, hat unser Reporter bei der Silvesternachlese festgestellt. Das habe den schönen Nebeneffekt, dass es vor der eigenen Haustür sauber bleibe. Für den öffentlichen Raum gilt das natürlich nicht. Egal, ob Marktplatz, Parkhaus Königstraße oder Exer: Bad Oldesloe sah ziemlich verdreckt aus. Ist halt so, zucken die einen die Schultern, hat mit Eigenverantwortung zu tun, meinen die anderen. Ach ja, eigentlich überflüssig zu sagen, aber auch wie unsere Stadt aussieht, haben wir selbst in der Hand, das ganze Jahr über.

Weihnachtsmarktfrust Er hat tagelang auf- und tagelang abgebaut. Dazwischen lagen für den Weihnachtsmarktveranstalter Sebastian Hagen in Bad Oldesloe mehrere Wochen, die vor allem von Frust geprägt waren. Konfrontiert sah er sich – neben durchaus auch berechtigter Kritik zum Beispiel am Standort – immer wieder mit unrealistischen Erwartungshaltungen von Passanten, die sich einen Markt einer Größenordnung wie in Lübeck und Hamburg wünschten und ein umfangreiches, tägliches Bühnenprogramm. Dazu sollte es doch bitte mehr Buden und eine Menge Kunsthandwerk geben. Doch wie soll das funktionieren, wenn neun Buden nicht einmal richtig über die Runden kommen und scheinbar kaum Interesse vorhanden ist? Auch mehr Angebote für Kinder wurden gefordert. Wenn man dann sah, dass zu Märchenlesung und Weihnachtsmannsprechstunde fast niemand erschien, erscheint die Kritik seltsam. Erneut zeigt sich dabei ein Problem, das immer häufiger auftaucht: „Kritiker“ beschweren sich, nutzen das Angebot aber selbst nicht.

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Innenstadt im Wandel

Stormarner Tageblatt   03.01.2019

Chancen für neue Ideen oder das Aussterben von Fachgeschäften und Traditionsunternehmen?

Eröffnet neu: Die Bar Laurent.
Eröffnet neu: Die Bar Laurent.

Patrick Niemeier Bad Oldesloe 35 Jahre lang führte Eva-Marie Bruszies ihren „B&K“ Laden mit Baby- und Kindermode in der Oldesloer Innenstadt. Zwischenzeitlich war sie sogar Vorsitzender der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) und engagiert in der „Interessensgemeinschaft Handel“ (IGH) – zwei Vereinigungen, die mittlerweile aufgelöst sind. Jetzt schließt Bruzies noch in diesem Frühjahr ihre Geschäftstüren in der Hindenburgstraße zum letzten Mal ab. Die Krise vieler Geschäfte in der Oldesloer Innenstadt ist auch an ihr nicht spurlos vorübergegangen. Seit Jahren warnten sie und Kollegen aus anderen Geschäften vor der Entwicklung.

Spätestens mit dem Abgang des Vollsortimenter-Kaufhaus „M&H“ im Jahr 2012 ist ein echter Frequenzbringer aus der Stadt verschwunden, der auch durch neu angesiedelte Modehäuser und Drogeriemärkte nicht ersetzt werden konnte.

Hinzu kommt die Konkurrenz aus dem Internet. Immer wieder berichten Einzelhändler und Fachgeschäfte, dass besonders dreiste Kunden sogar die Beratung in Anspruch nehmen, Artikel abfotografieren und dann offenbar anschließend im Internet bestellen. Die Folge ist das schleichende Aussterben vor allem der kleinen Innenstädte.

Ende des gerade abgelaufenen Jahres zeigte sich auch die Oldesloer Wirtschaftsvereinigung besorgt. Lars Cornehl trug an die Lokalpolitiker den Wunsch heran, doch bitte in die Auswahl von Mietern in der Fußgängerzone einzugreifen, damit das Angebot möglichst umfangreich, innovativ und spannend sei. Es entstehe der Eindruck, dass eine Überangebote an Frisören, Backshops und Gemüseläden gebe.

„Wer wo etwas mietet oder an wen vermietet, das machen Hausbesitzer und die Interessenten miteinander aus. Den Rest reguliert der Markt“, hatte Bürgermeister Jörg Lembke klargestellt.

Inke Koch vom Ladenflächenmanagement der Stadt bemühe sich durchaus, in Gesprächen mit Vermietern nach attraktiven Lösungen zu suchen. Kontakte würden vermittelt und Netzwerke genutzt. Doch wen ein Vermieter auswählt, das bleibe am Ende ihm überlassen.

Neben B&K verlässt auch die Parfürmerie Douglas die Stadt, das Deko-Geschäft „Traumfänger“ in der Hindenburgstraße hat bereits geschlossen, ebenso wie „Wollywood“ am Marktplatz. Dort sind auch im Gesundheitshaus Räume frei geworden. Weitere Leerstände gibt es in der Besttor- , der – Mühlen-, der Hagen- , der Brunnen-, der Bahnhofs- und der Hindenburgstraße.

Doch es gibt nicht nur Schließungen. Die Kultkneipe „Zur Mühle“ wird nächste Woche als „Bar Laurent“ wieder die Türen öffnen. Und in der Hindenburgstraße eröffneten mit „Kinderreigen“, „Waffeltime“ und dem „Dampferladen“ 2018 gleich eine ganze Reihe neuer Geschäfte. Neben dem Zeitschriften- und Papierwarenladen „Pareibo“ wird aktuell in der Hindenburgstraße ein Geschäft renoviert, das dann auch vermietet werden soll.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Jahresendzeitstimmung

Stormarner Tageblatt   29.12.2018

Stormarner Wochenschau

Jahresendzeitstimmung

Megi Balzer
Megi Balzer

Dirk Gusick und Stephan Poost Selbständigkeit Helikoptereltern – eigentlich ein Begriff, der Eltern charakterisieren soll, die wie die Hubschrauber über ihrem Nachwuchs kreisen und jedes Hindernis und jede Unannehmlichkeit aus dem Weg räumen, im Zweifel auch mit anwaltlicher Hilfe und wider besseren Wissens. Nun mag der Begriff vielleicht im Falle der Eltern, die ihren Nachwuchs im Pseudo-Geländewagen zur Schule bringen und auch wieder abholen, ein wenig zu hoch gegriffen sein. Eines ist jedoch sicher: Die Eltern nehmen mit ihrer „Fürsorge“ den Kindern etwas sehr Wichtiges, nämlich den Lerneffekt im Leben klar zu kommen. Dazu gehört auch, den Schulweg zu meistern, selbstständig zu werden. Ja, aber der ist doch gerade so gefährlich, so die Eltern. Darüber lässt sich streiten, ob der Schulweg nun gefährlicher ist als vor 30 Jahren. Aber selbst wenn, eines Tages muss der Nachwuchs mit dieser Gefahr klar kommen. Oder wollen die Eltern die Sprösslinge auch noch zur Lehrstelle oder Uni chauffieren?

Knalleffekt Silvesterraketen, Kanonenschläge, Römische Lichter und bunt leuchtende Batteriefeuerwerke. Für viele Bürger ist es in der Silvesternacht ein Muss, auf das sie einfach nicht verzichten wollen. Doch es gibt immer mehr Bereiche, in denen aus Brandschutzgründen aber auch zum Schutz vor Lärm die Knallerei verboten ist. Ganze Ortschaften sind in Stormarn davon betroffenen. Dort muss dann zum guten alten Tischfeuerwerk gegriffen werden, wenn man nicht auf Knallerei verzichten kann. Wer soll aber die erlassenen Verbote durchsetzen und überwachen. Polizei und Ordnungsämter sind da schlicht überfordert. Und wer misst schon vorher mit einem Metermaß aus, ob er weit genug von einem schützenswerten Objekt entfernt wohnt? Solche Verbote mit ihrem zum Teil drastischen Strafandrohungen, die nicht durchgesetzt werden (können), sind eigentlich nur etwas für das ruhige Gewissen derer, die sie erlassen haben.

Schade drum Ein Weihnachtsmarkt ist in einer Kreisstadt eigentlich ein Muss. Wenn er nicht angenommen wird, dann sollte das Konzept überdacht werden: Standort, Angebot und Dauer. Keinen Weihnachtsmarkt zu haben, wäre ein Verlust für Oldesloe.

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