Oldesloer gestalten Programme für Feste aus eigener Kraft

Lübecker Nachrichten   06.07.2019

Für den diesjährigen Weihnachtsmarkt und das Stadtfest 2020 suchen die Veranstalter noch Ideen – Nächstes Treffen ist für Mitte August geplant

Beim jüngsten Stadtfest 2018 sorgte die Band Jeden Tag Silvester für einen proppevollen Marktplatz in Bad Oldesloe. Fotos: Petra Dreu/verena Bosslet

Bad Oldesloe. In einigen Straßen erinnern noch die Wimpel an das große Kindervogelschießen, da gehen auch schon die Vorbereitungen für die nächsten Festivitäten in Bad Oldesloe los. Auf einem ersten Treffen, zu dem die Eventagentur „tiedemann art production“ Vereine und engagierte Bürger der Stadt eingeladen hatte, wurden bereits die ersten Weichen gestellt. Schließlich sind knapp sechs Monate, die es noch bis zum diesjährigen Weihnachtsmarkt dauert, rasch verstrichen. Vom 5. bis 23. Dezember öffnet der Markt dieses Mal seine Pforten. Und auch das große Stadtfest, das 2020 wieder steigt, bedarf eingehender Planung.

„Wir wollen ja unserem Motto ,Feiern wie zu Hause’ treu bleiben und die Menschen in der Stadt so weit es geht an der Planung beteiligen“, sagt Agenturchefin Christine Tiedemann. Statt ihnen ein von außen vorgefertigtes Konzept aufzupfropfen, sollten die Bedürfnisse der Oldesloer in den Vordergrund rücken, sagt sie. Schließlich solle das gemeinsame Feiern auch ein Stück Identität stiften und den Zusammenhalt der Bürger stärken. Vertreter einiger Vereine hätten auch schon bei der ersten Zusammenkunft teilgenommen und Ideen eingebracht.

Erstmals in diesem Jahr soll der städtische Weihnachtsmarkt nicht mehr in der Fußgängerzone angesiedelt sein, sondern vor dem Oldesloer KuB aufgebaut werden. Alles in allem wird es neun Händlerbuden geben, eine Bühne für musikalische Darbietungen und eine Hütte, in der sich die Vereine der Stadt präsentieren können. „Sie können die Hütte tageweise für ihre Aktivitäten reservieren. Es ist aber auch möglich, dass vier bis fünf Vereine dort gleichzeitig ausstellen. Wir müssen sehen, wie das letztlich alles koordiniert werden kann“, sagt Tiedemann.

Sehr froh sei sie gewesen, dass der Posaunenchor gleich zugesagt habe, beim Markt zu spielen. Auch der Verein „Klngst“ und die Musikschule hätten ihre Bereitschaft signalisiert am Kulturprogramm mitzuwirken. Geplant sei etwa ein lauschiges Adventssingen, aber auch ein Open-Air-Gottesdienst. „Alles soll ganz heimelig und harmonisch aus der Stadt herauswachsen“, sagt die Organisatorin. Ihr ist es auch wichtig, mit dem Programm möglichst viele Ziel- und Altersgruppen in der Stadt anzusprechen. So wäre es schön, die Senior-Trainer zu gewinnen, um den Kindern Bastelnachmittage zu bieten. „Sie könnten den Kleinen zeigen, wie man auf ganz alt hergebrachte Weise Sterne aus Stroh herstellt“, schlägt die Eventmanagerin vor. Auch sollen sich die Lütten über kleine Bescherungen und spannende Märchenstunden freuen, für die eigens ein gemütlicher Ohrensessel am KuB aufgestellt werden soll. Geplant ist auch eine Nikolausaktion, bei der die Jungen und Mädchen nach alter Tradition ihre Schuhe abgeben und später mit allerlei Leckereien gefüllt zurückbekommen.

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Der Kaffee duftete einst straßenweit

Lübecker Nachrichten   06.07.2019

Nach dem Krieg diente die einstige Rösterei des Oldesloer Fabrikanten Friedrich Bölck unter anderem als Kreisberufsschule – Heute ist das Haus in der Grabauer Straße Sitz des Stormarner DRK

Das Bölck-Gelände zwischen Grabauer und Lorentzenstraße in Bad Oldesloe: Die ehemalige Rösterei, heute die Zentrale des Stormarner DRK, ist in der Bildmitte zu sehen.  Fotos: lothar Kullack/DRK/HFR

Bad Oldesloe. Eigentlich war es eine Art recht frühes, analoges Amazon: Die Händler der Bölck-Werke zogen per Fahrrad von Haustür zu Haustür und boten Lebensmittel an. Zum Firmenimperium des Friedrich Bölck (1877-1940) gehörte auch eine große Kaffeerösterei in der Grabauer Straße 17, heute der Stormarner Sitz des Deutschen Roten Kreuzes.

Hier in der Grabauer Straße 17 laufen die Fäden für 700 hauptamtliche Mitarbeiter sowie 6000 DRK-Mitglieder aus zwölf Ortsvereinen zusammen. Da das Rote Kreuz in Stormarn nicht den Weg ging wie etwa in Segeberg und Pinneberg, wo man sich der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) angeschlossen hat, gehört auch der hauseigene Rettungsdienst zu den Aufgaben des Kreisverbandes. Daneben werden Kindertagesstätten und Altenpflegeeinrichtungen betreut. „Wir machen keine riesigen Gewinne, aber wir fahren auch keine großen Verluste ein“, sagt Udo Finnern, seit 25 Jahren Kreisgeschäftsführer des DRK. Was auch den Rotkreuzlern gewaltig zu schaffen mache, sei der Fachkräftemangel.

Mieter in der Grabauer Straße ist das Rote Kreuz bereit seit 30 Jahren. Bereits ab 1996 wurde der Dachboden ausgebaut und für die Verwaltung nutzbar gemacht, die bis dahin allein im ersten Obergeschoss untergebracht war. Außerdem beherbergte das Gebäude zuvor die Kreisbildstelle und die Fahrbücherei. Im Jahr 2003 kaufte das DRK schließlich das Haus vom Kreis Stormarn und baute es großzügig für die eigenen Zwecke aus, ließ zum Beispiel die Großgarage für den Bücherbus abreißen.

„Aber einige Traditionen haben wir bewahrt“, sagt Finnern. So hat das Treppenhaus schon vom Anstrich her den Charme der Industriebauten der 20er Jahre. Auch lässt das Rote Kreuz die alte Turmuhr unter dem Dachreiter regelmäßig warten. Die Uhr schlägt stets zur vollen Stunde, wird unten aber kaum gehört, da die Ortsdurchfahrt am Ring so verkehrsreich ist.

Diese Uhr gab es bereits zu Zeiten von Friedrich Bölck, der hier seine Kaffeerösterei einrichten ließ und im großen Gebäude gegenüber, heute die Theodor-Storm-Schule, seinen riesigen Kontorsaal. Bölck hatte nach einer Verwaltungslehre klein angefangen: In der Oldesloer Mühlenstraße hatte er 1907 ein Feinkostgeschäft eröffnet, das von Jahr zu Jahr zulegte. Die Hauptidee Bölcks, ein weit ausgelegtes Vertriebssystem für Margarine, erstreckte sich bald über das ganze Deutsche Reich und umfasste 1924 um die 68 Filialen. Produziert wurde die Margarine unter anderem in Bad Segeberg auf dem Gelände des heutigen Kaufland-Supermarktes.

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Wohnmobile stellen sich quer

Stormarner Tageblatt   06.07.2019

Stellplätze auf dem Bad Oldesloer Exer reichen nicht aus: Fahrzeuge parken illegal

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Ferienzeit ist Urlaubs- und Campingzeit. Das zeigt sich auch regelmäßig auf dem Exer, wo die acht kostenlosen Wohnmobilplätze in dieser Jahreszeit und generell bei gutem Wetter oft belegt sind. 72 Stunden dürfen Gäste ihre Camper dort kostenlos abstellen. 2600 Fahrzeuge mit ungefähr 5400 Urlaubern machten davon 2018 Gebrauch.

Die Stadt ist ein echter Hit, wie die Oldesloer Stadtinfo feststellt, die oft von Campern aufgesucht wird. Fast die Hälfte kommen aus dem Ausland, denn es hat sich herrumgesprochen, dass man hier zwischen Hamburg und Lübeck und in Nähe zur Ostsee oder auf dem Weg nach Skandinavien gut einen Zwischenstopp einlegen kann. Und es werden immer mehr, wie momentan zu beobachten ist.

Nicht allen gefällt das: Zahlreiche Autofahrer sind verärgert, dass – auf Grund der Vollauslastung der vorgesehenen Plätze – Wohnmobile auch die normalen Parkplätze auf dem Exer belegen. So gab es bereits heftige Wortwechsel, als genervte Autofahrer an Wochenmarkttagen über den Exer kurvten und keinen freien Platz fanden, während Wohnmobile quer bis zu fünf Parklücken einnahmen. Manchen forderten unmissverständlich die Camper auf, den Exer zu verlassen. „Im Prinzip sind die Autofahrer tatsächlich im Recht. Als Wohnmobilstandplätze dürfen nur die dafür ausgewiesenen Plätze genutzt werden“, sagt Agnes Heesch von der Stadtverwaltung. Die Camper dürften aber ganz regulär drei Stunden frei auf einem Parkplatz parken, wenn sie ihre Parkscheibe auslegen. Das gelte jedoch nur, „wenn sie sich nicht quer auf die Plätze stellen, sondern nur einen Parkplatz einnehmen“. Generell habe man die Situation erkannt und wolle die Angebote für Wohnmobile nach Bedarf ausweiten, so Heesch. Eine entsprechende Agentur solle den Bedarf und die Möglichkeiten errechnen. Generell soll der erweiterte Platz in Exernähe bleiben. Das hatte auch Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke jüngst betont. Er würde den Bereich mit sanitären Anlagen und weitere Möglichkeiten für Wohnmobilbesucher gerne noch weiter aufwerten. Allgemein sollte der Bürgerpark weiter umgestaltet und aufgewertet werden. So zum Beispiel mit einer kleinen Bühne auf der „Bürgermeisterinsel“ (wir berichteten).

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Licht und Schatten zur Sommerzeit

Stormarner Tageblatt   06.07.2019

Stormarner Wochenschau

Licht und Schatten zur Sommerzeit

Megi Balzer
Megi Balzer

Patrick Niemeier, Cordula Poggensee und Stephan Poost

Weltreise „Ich versteh’s nicht!“ war die Reaktion vieler Oldesloer auf die Nachricht, dass jemand aus Kleve nach Bad Oldesloe fährt, um die Blumenkübel in der Fußgängerzone zu gießen, die durchaus öffentlichkeitswirksam vor wenigen Wochen vom Bürgermeister präsentiert wurden. Vielleicht ist es noch verständlich, wenn beim Oldesloer Bauhof die Expertise (!) nicht vorhanden ist, Blumentöpfe zu bepflanzen und aufzuhängen. Dass Bad Oldesloe jedoch nicht in der Lage ist, mit Bordmitteln – also mit eigener Technik und mit eigenem Personal – die Blumen mit Wasser zu versorgen, sagt viel über die Stadtverwaltung aus. 13.000 Euro hätte die Stadt dem Oldesloer Steuerzahler ersparen können, für 58 Blumenampeln. 224 Euro für jeden Blumenpott findet man bei der Stadt nicht teuer – auch das sagt einiges aus.

Luxusproblem Wohnmobile erfreuen sich weiterhin einer großen Beliebtheit. Und dass Bad Oldesloe auf dem Exer einen Bereich geschaffen hat, wo diese 72 Stunden lang kostenlos stehen dürfen, hat sich in der Camperszene offenbar herumgesprochen. Zunächst wurde das Tourismusmanagement und das Stadtmarketing stets dafür belächelt, dass man verstärkt auf den Tourismus setzen wollen. Jetzt muss man sogar feststellen, dass zu wenig Platz ist. Das ist eigentliche ein schöner Umstand. Dass zahlreiche Oldesloer ihn aber zum Anlass nehmen, um hauptsächlich darüber zu schimpfen, dass Parkplätze auf dem Exer wegfallen, wenn der Wohnmobilbereich erweitert werden sollte, ist eigentlich schade. Die Frage ist auch, warum es viele Oldesloer gibt, die der eigenen Heimatstadt stets die Attraktivität und den Reiz für Tagesgäste und Besucher absprechen. „Was wollen die denn hier auch“, polterte ein Senior kürzlich auf dem Exer, als ein umgebauter VW Bus nicht seinem PKW auf dem Parkplatz weichen wollte. Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein und Freude darüber, dass die Stadt offenbar mindestens als Zwischenstopp beliebt ist, würde vielen Oldesloern doch eigentlich ganz gut zu Gesicht stehen. Denn wenn man mit dem Wohnmobil-Gästen spricht, haben die ein sehr positives Bild von der Kreisstadt und ihren durchaus vorhandenen Qualitäten.

Gelebte Demokratie „Kinder an die Macht“, hat Herbert Grönemeyer schon 1986 gefordert. Doch zugetraut haben es ihnen wenige. Das ist spätestens seit 2008 anders, als die erste Stormin-Kinderstadt ihre Tore öffnete. Bei der zwölften Aufgabe des „Planspiels Demokratie“ lernen die Mädchen und Jungen derzeit in Barsbüttel nicht nur, wie Arbeit, Geld und Gesellschaft funktionieren, sondern auch, das Demokratie Spaß macht und begeistern kann. Denn tatsächlich scheint es Kindern zu gelingen, sich respektvoller und engagierter einzubringen, als viele Erwachsene es ihnen vormachen.

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Abgelehnt trotz freier Stellen

Lübecker Nachrichten   05.07.2019

Obwohl sie über Personalmangel klagen, sagten Oldesloer Behörden Quereinsteigerin ab

Daniela Timm aus Bad Oldesloe möchte nicht mehr pendeln und sucht wieder eine Stelle in ihrer Heimatstadt. Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Offene Stellen gibt es nach offiziellen Angaben in Stormarn wie Sand am Meer. Auch in Bad Oldesloe wird offenbar händeringend nach Personal gesucht. Das stimmte Daniela Timm optimistisch, endlich wieder eine Arbeit in ihrer Heimatstadt zu finden. Jüngste Veröffentlichungen, dass den Behörden in der Stadt das Personal ausgeht, machten der 44-Jährigen zusätzlich Mut. Also schickte sie Initiativbewerbungen an Stadt und Kreis. Doch das wollte einfach nicht fruchten.

„Ich hatte gelesen, dass überall Personal gesucht wird. Aber anscheinend werden nur ausgebildete Verwaltungsfachkräfte eingestellt“, sagt Daniela Timm frustriert. Von Bekannten weiß sie, dass die Stadt Henstedt-Ulzburg ihre Mitarbeiter auch aus der freien Wirtschaft rekrutiert. Deshalb versteht sie nicht, wieso sie bisher nur Absagen erhielt. „Ich habe schon in sehr vielen verschiedenen Bereichen gearbeitet und bin für alles Neue offen. Meine Devise ist: Man wächst mit den Aufgaben“, sagt die Oldesloerin. Als Berufsstarterin hat sie eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarsfachangestellten absolviert, aber auch Erfahrungen in anderen Branchen gesammelt. So stieg sie ins Förderungsmanagement ein und arbeitete beim Energiekonzern E.ON in der Debitorenbuchhaltung. Zurzeit ist sie bei einem Dienstleistungsunternehmen in Hamburg beschäftigt, das Abrechnungen für Heiz- und Nebenkosten erstellt.

„Ich möchte in zehn, 20 Jahren nicht mehr täglich nach Hamburg zur Arbeit fahren müssen. Deshalb suche ich jetzt schon etwas Neues“, sagt die 44-Jährige. Dass es unter den 35 offenen Stellen in der Stadt Bad Oldesloe nicht eine gibt, in die sich jemand Externes einarbeiten könnte, vermag sie sich nicht vorzustellen.

„Es ist eine Fehleinschätzung, dass wir nur Leute aus dem Verwaltungsbereich einstellen. Wir freuen uns über jede Initiativbewerbung. Wer etwas sucht, sollte nicht lockerlassen“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. Innerhalb der Verwaltung gebe es tatsächlich Bereiche, die mit Mitarbeitern ohne entsprechende Fachausbildung besetzt werden könnten. Dies betreffe etwa das Bürgeramt oder ganz klassisch die Buchungsstelle. Doch dort seien gegenwärtig alle Stellen besetzt.

Großer Bedarf bestehe vielmehr in den Abteilungen, die einen relativ hohen Ausbildungsgrad erforderten. Dies betreffe etwa Positionen im gehobenen Dienst und solche, die nur mit Hochschulstudium besetzt werden könnten. Gesucht würden etwa Architekten, Ingenieure, Fachleute aus dem Baubereich, ein Archivar sowie IT-Experten. Durch die Gesetzesnovelle bedingt, dass Bad Oldesloe wie andere Kommunen ab 2021 in bestimmten Fällen zur Zahlung von Umsatzsteuer verpflichtet sei, müsse zudem ein Diplom-Finanzwirt gefunden werden.

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