Bürger springen Rohde bei

Lübecker Nachrichten   18.05.2019

Bürger springen Rohde bei

Rethwischfeld. In den Konflikt, der zwischen den Mitgliedern des Oldesloer Wirtschafts- und Planungsausschusses (WPA) und ihrem Vorsitzenden, Matthias Rohde (FBO), schwelt, haben sich jetzt Rethwischfelder Bürger eingeschaltet. In einer Stellungnahme, die den LN vorliegt, erklären sie, dass nicht Rohde dafür verantwortlich zu machen sei, dass nicht alle Ausschussmitglieder zu ihrem Außentermin wegen des neuen Wohngebiets B 114 eingeladen waren. Richtig sei vielmehr, dass CDU und FDP „wegen fehlenden Vertrauens der Anwohner“ keine Einladung erhalten hätten. Dies hänge mit „verschiedenen Ereignissen während der Bürgermeister Wrieden-Ära“ zusammen. Abschließend fordern die Beschwerdeführer, dass sich die Vertreter der CDU-Fraktion bei ihnen entschuldigen sollen. dvd

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„Alma“ und „Zylindo“ leuchten Oldesloern heim

Lübecker Nachrichten   17.05.2019

Im Herbst: Stadt bekommt neue LED-Leuchten von geringer Kelvinzahl, um Insekten zu schonen und Strom zu sparen

Planer Lars C. Wulf (l.) stellte die neuen LED-Leuchten vor, die ab Herbst in Bad Oldesloe installiert werden sollen. foto: D. von Dahlen

Bad Oldesloe. Elegant und technisch auf dem neuesten Stand. So ließen sich die Straßenlampen beschreiben, die im Wirtschafts- und Planungsausschuss (WPA) jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Bereits im Vorjahr hatten sich die Stadtverordneten dazu durchgerungen, die Beleuchtung im Stadtgebiet zu modernisieren. Binnen 25 Jahren – so lange sollen die Leuchten mindestens halten – spart die Stadt dann Stromkosten in erklecklicher Höhe von sechs Millionen Euro. Mit der Umsetzung des vom Bundesumweltministerium geförderten Projekts soll nun begonnen werden.

Von insgesamt 3044 Leuchten im Stadtgebiet werden binnen sechs Monaten 2647 ausgetauscht. Die drei zum Einsatz kommenden Modelle hatte Lars C. Wulff, Chef des Hamburger Büros CL-Design zur Anschauung in den Ausschuss mitgebracht. Beim Gros der auszutauschenden Lampen handelt es sich um relativ einfach gehaltene technische Leuchten mit der Bezeichnung „Teceo“. Schmuckvoller dagegen ist der kandelaberartige „Zylindo“ mit einem hohen Glaskörper plus Tellerdeckel oder „Alma“, eine flache Haubenleuchte, die später von den blauen Masten im Stadtgebiet herabhängen soll.

Alle drei stammen vom belgischen Hersteller Schréder, laut Wulff weltweit führend in innovativer Beleuchtungstechnik. Wie er erläuterte, sind die Leuchten mit einer besonderen Schnittstelle ausgestattet. Ist dort ein Controller eingebaut, wird eine interaktive Verbindung zu einem Datennetz aufgebaut. Darüber lässt sich etwa ein Parkleitsystem oder eine Parkraumüberwachung in einer Stadt steuern, wie es laut Wulff auch im lauenburgischen Schwarzenbek zum Einsatz kommen soll. Die Oldesloer Leuchten sind indes serienmäßig nur mit einem Nehmersockel ausgestattet, können bei Bedarf aber mit einem Controller nachgerüstet werden. „Das ermöglicht aber noch weitere Anwendungen wie etwa als Ladestation für Elektroautos oder eine 5-G-Verkehrsüberwachung“, sagt der Planer.

Im WPA kam erneut die bereits im Umweltausschuss geäußerte Befürchtung zur Sprache, dass LED-Leuchten aufgrund ihrer Strahlkraft umweltschädlich seien und leicht zum Massengrab für Insekten werden könnten. Diese Sorge müsse niemand haben, dementierte nun Wulff. Denn für die Leuchten würden nur LED bis zu einer Kelvinzahl von 3000 mit einem Winkel unter 45 Grad verwendet. „Die Beleuchtung wird nachts auch herabgedimmt, um das Anflugverhalten der Tiere zu minimieren. Nur an wichtigen Verkehrsknotenpunkten bleibt sie vollständig an“, sagte der Planer.

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Konzeptdiskussion zur Hagenstraße vertagt ;Konzeptdiskussion zur Hagenstraße vertagt

Stormarner Tageblatt   17.05.2019

Welcher Ausschuss ist für die Sanierung der Hagenstraße zuständig? Kaufleute genervt von der Lokalpolitik

Hagenstraße, der ZOB und der Peters-Parkplatz (rechts) sind für die Kaufleute eine „Lebensader“ der FußgängerzoneNie
Hagenstraße, der ZOB und der Peters-Parkplatz (rechts) sind für die Kaufleute eine „Lebensader“ der FußgängerzoneNie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Jahrelange Bauarbeiten? Eine Fußgängerzone vor dem Rathaus oder doch eine verkehrsberuhigte Zone? Die Diskussion rund um die Hagenstraße in Bad Oldesloe ist politisch noch nicht abgeschlossen.

Der Schock war vor Monaten groß, als die Kaufleute erfuhren, dass nach aktuellen Plänen bis zu drei Jahren teilweise Sperrungen wegen Sanierungsarbeiten geplant sind. Auch für den Wochenmarkt wäre es eine schwierige Situation. Was wird außerdem aus dem Peters–Parkplatz, wenn der ZOB erweitert werden soll? Darüber hinaus gab es zwischenzeitlich eine politische Mehrheit für eine Fußgängerzone vor dem Rathaus. Der Auslöser für den Beschluss war allerdings lediglich, dass Bürgermeister Jörg Lembke sagte, dass wegen der Verkehrsfrequenz eine „Spielstraße“ zukünftig rein rechtlich gar nicht mehr möglich sei. Die meisten Fraktionen wollen aber die aktuelle Situation erhalten, in der sich Fußgänger keine Sorgen machen müssen, wenn sie vom Exer, Marktplatz oder dem Kub kommend die Hagenstraße überqueren.

Jetzt stand im „Wirtschafts- und Planungsausschuss“ das Thema erneut auf dem Plan und zahlreiche Innenstadtkaufleute, Anwohner und Vertreter der Wirtschaftsvereinigung waren ins Stadthaus gekommen. Doch am Ende kam es zu keiner Diskussion und das wegen einer Kompetenzrangelei zwischen den Ausschüssen, die sich schon bei der Umverteilung von Zuständigkeiten angedeutet hatte. Wilfried Janson (Die Grünen), Vorsitzender des Umwelt- Verkehrs- und Energieausschusses, stellte durchaus berechtigt den Antrag, dass das Thema in seinen Ausschuss abgegeben werden soll. Denn bevor man über bauliche Maßnahmen spreche, brauche es ein Konzept, wie der Verkehr überhaupt in Zukunft durch die Stadt geführt werden soll und das ist ein Bereich der in den UVEA fällt. „Für uns handelt es sich um eine Baumaßnahme und die liegt im WPA“, zeigte sich Bürgermeister Jörg Lembke wenig begeistert. Matthias Rohde (FBO) wollte daher zunächst den Antrag zur Absetzung auch nicht abstimmen lassen, hielt ihn für „juristisch nicht möglich“ und vermutete politische Kalkül der Grünen, wie er polemisch anmerkte. „Sie sollen nicht kommentieren, sondern den Antrag abstimmen lassen“, zeigte sich Hartmut Jokisch (Die Grünen) entsprechend genervt.

Zwar durfte das Thema nicht wegdelegiert, aber mit dem Versprechen, dass der UVEA die Hagenstraße auf die Tagesordnung heben werde, fand sich eine Mehrheit für die Absetzung des Punktes.

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Wie steht es um die Oldesloer Fußgängerzone?

Stormarner Tageblatt   16.05.2019

Bad Oldesloe Maik Neudek sieht für sich und sein Fachgeschäft keine Zukunft in der Kreisstadt.Agnes Heesch vom Stadtmarketing Bad Oldesloe.nie

Agnes Heesch vom Stadtmarketing Bad Oldesloe.nie

Stadtsprecherin Agnes Heesch (Foto) und Nicole Brandstetter (Foto unten) von der Wirtschaftsvereinigung reagieren. „Wir bedauern, dass Herr Neudek die Stadt verlässt und hier keine Zukunft sieht. Ich habe ihn engagiert und kooperativ erlebt. Wir bemühen uns im Rahmen der Möglichkeiten, die Innenstadt zu attraktivieren. Ich habe das Gefühl, das wird oft übersehen“, so Heesch. Dass es eine Vertretung nur für den Innenstadteinzelhandel geben müsse, könne sie nachvollziehen. Enttäuschend sei aber, dass Gesprächsangebote und Treffen oft nicht genutzt würden, die die Stadt für den Einzelhandel anbietet. „Daher planen wir solche Treffen aktuell für 2019 nicht mehr“, sagt Heesch. „Wir bedauern, dass Herr Neudek sich offenbar von der Wirtschaftsvereinigung nicht mitgenommen fühlt“, sagt Brandstetter.

niemeier

 
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Die Zukunft ist woanders

Stormarner Tageblatt   16.05.2019

Kaufmann Maik Neudek verlässt Ende des Jahres Bad Oldesloe / Gründe klingen alarmierend

Kaufmann Maik Neudek wäre gerne in Bad Oldesloe geblieben, sieht aber für Fachgeschäfte keine guten Perspektiven. Nie
Kaufmann Maik Neudek wäre gerne in Bad Oldesloe geblieben, sieht aber für Fachgeschäfte keine guten Perspektiven. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Maik Neudek ist gut drauf. „Es ist gerade dieser Tage passiert, dass ich wieder nach vorne schaue, dass ich mich auf die Zukunft freue. Dass ich beginne, mich auf die neuen Aufgaben vorzubereiten“, sagt der Kaufmann, der eines der letzten unabhängigen Fachgeschäfte in der Oldesloer Innenstadt betreibt. Genau genommen muss man sagen: Das er noch betreibt. Denn Ende 2019 ist Schluss und er bricht seine Zelte ab.

„Ich habe es acht Jahre versucht, ich habe lange darüber nachgedacht, aber meine Zukunft, die liegt woanders“, sagt er, während er zwischen Töpfen, Teekannen, Scheren und Salzstreuern steht. Ab und zu kommen Kunden herein, viele kennt er persönlich. „Genau daher gehe ich nicht gerne aus Bad Oldesloe weg. Ich wäre sehr gerne hier geblieben. Es haben sich Freundschaften entwickelt und Bekanntschaften. Es ist ein Netzwerk entstanden – privat und beruflich. Doch das reicht langfristig nicht, um davon gut zu leben“, sagt er. „Seit Jahren geht es mit der Innenstadt gefühlt immer weiter bergab. Daher sagt mir mein kaufmännischer Spürsinn, dass es Zeit ist zu gehen. Wir haben hier ein Attraktivitäts- und Aufenthaltsqualitätsproblem.

Das hat auch die jüngste Umfrage ergeben. Aber was passiert schon groß? Irgendwann soll die Fußgängerzone saniert werden. Das ist ja gut, aber dann ist das hier auch erstmal Baustelle“, erklärt der Kaufmann. Ein wichtiger Fakt sei auch, dass sich nur wenige Kaufleute in Innenstadt-Arbeitskreisen oder Interessengemeinschaften einbringen. „Ob Arbeitskreis Hude oder Interessengemeinschaft Handel – ich war dabei. Auch die ersten Aktionen der heutigen Wirtschaftsvereinigung habe ich unterstützt, wollte der Sache eine Chance geben, aber am Ende hat es mir persönlich nichts gebracht. Vielleicht sehen das andere anders“, so Neudek weiter. Wie solle in einer Stadt Gemeinschaft entstehen, wenn es immer häufiger vorkomme, dass es mehr gegeneinander geht und „der mit dem nicht mehr spricht und die mit der nicht?“ „Ich würde mir auch jemanden wünschen, der sich nur für die Innenstadt engagiert, für Einzelhandel.“

Gründe dafür, dass die Fußgängerzone aus seiner Sicht immer unattraktiver geworden sei, gebe es einige. „Nach dem Weggang von M&H hat man es versäumt, dort entsprechend gut zu planen. Man hätte ein Shop- im-Shop-System daraus machen können oder ein Citycenter. Warum baut man nicht eine größere Passage auf dem ehemaligen Telekom-Gelände? Irgendwas, was Menschen in die Stadt zieht?“, betont Maik Neudek.

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