Weitere Kündigungen stehen Oldesloer Verwaltung ins Haus

Lübecker Nachrichten   17.01.2020

Oldesloer Finanzausschuss stimmt einer halben Stelle für Personalentwicklung zu.

Bad Oldesloe. Neue Mitarbeiter anzuwerben und einzustellen – damit ist es heutzutage weder in Unternehmen der freien Wirtschaft noch in Verwaltungen getan. Letztere buhlen inzwischen genauso um qualifiziertes Personal und jagen einander die Fachkräfte ab. Umso wichtiger erscheint es da, Angestellten einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten, der zudem noch Aufstiegschancen in Aussicht stellt. Die Mitglieder des Oldesloer Finanzausschusses haben sich deshalb mehrheitlich bei zwei Enthaltungen dafür ausgesprochen, neben betrieblicher Gesundheitsfürsorge nun auch die Aufgabe Personalentwicklung als halbe Stelle in den Plan aufzunehmen. Einen Beschluss dazu gab es übrigens schon 2016, der allerdings mit einem Vorbehalt versehen war. Dass dieser jetzt aufgehoben wurde, zeigt deutlich, dass sich die Zeiten geändert haben. Wie Bürgermeister Jörg Lembke informierte, ist es zudem gelungen, die Sachbereichsleiterstelle Steuern ab April zu besetzen. Dies war nötig geworden, da die Stadt Bad Oldesloe wie alle anderen Kommunen bundesweit ab dem 1. Januar 2021 verpflichtet ist, Umsatzsteuer zu entrichten, wenn sie Aufgaben erfüllt, die auch von privatwirtschaftlichen Unternehmen geleistet werden könnten. Die neue Mitarbeiterin wird den städtischen Haushalt nach solchen Posten durchforsten und sie gesondert ausweisen.

Ihren letzten Arbeitstag in der Oldesloer Verwaltung hat dagegen Kämmerin Mandy Treetzen, die nach Bad Schwartau wechselt. Ihre Stelle sowie vorausschauend die von Bauamtsleiter Dr. Kurt Soeffing, der zum Jahresende altersbedingt ausscheidet, muss ausgeschrieben werden. Doch damit nicht genug. Dem Behördenchef sind seit Beginn des Jahres zwei weitere Kündigungen auf den Tisch geflattert, und zwar eine aus dem Sozialamt zum 31. März sowie eine aus dem Ordnungsamt zum 30. Juni. Darüber hinaus sei ihm auch schon bekannt, dass jeweils ein Mitarbeiter aus der Bauplanung und dem Jugendbereich die Stadtverwaltung verlassen werde.

Alles in allem sind derzeit 31 Stellen in der Oldesloer Verwaltung vakant. „Das ist aber eine tagesaktuelle Angabe. Alles ist ständig im Fluss. Wir sind auch nicht völlig arbeitsunfähig. Unsere Mitarbeiter sind extrem fleißig und versuchen alles zu kompensieren“, sagt Lembke. Sehr dringlich seien Neubesetzungen vor allem in den Bereichen Bauplanung und -Verwaltung sowie IT-Technik.

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Goldener Löwe bewacht Hansen-Bau

Lübecker Nachrichten   16.01.2020

Nach der Schließung der Oldesloer Löwen-Apotheke wird sich das Stadtbild nicht verändern – Fassade steht unter Denkmalschutz – Weitere Nutzung der Räume ist aber noch offen

Von Susanna FofanaDas denkmalgeschützte Gebäude in der Hindenburgstraße wurde an zwei Investoren verkauft. Äußerlich ändert sich nichts, da die Fassade denkmalgeschützt ist.Fotos: SUSANNA FOFANA

Bad Oldesloe. Der goldene Löwe über dem Eingangsportal zur einstigen Löwen-Apotheke ist ein Blickfang in der Oldesloer Fußgängerzone. Passanten und LN-Leser fragen sich nach der Schließung der Löwen-Apotheke nach mehr als 300 Jahren, was aus diesem stadtbildprägenden Gebäude und seinem Löwen wird.

Auch wenn das gesamte Gebäude mittlerweile an zwei Investoren aus der näheren Umgebung von Bad Oldesloe verkauft wurde: Rein äußerlich wird sich nichts ändern. Denn die Fassade des historischen Hauses in der Hindenburgstraße 9 steht unter Denkmalschutz.

Eine Apotheke wird nach Auskunft des Investors dort jedoch nicht wieder einziehen. Die Räume im Erdgeschoss sind für eine andere Nutzung vorgesehen. Allerdings beherbergt das Haus unter dem Dach noch jede Menge Apotheken-Utensilien von anno dazumal. Diese historische Materialkammer steht ebenfalls unter Denkmalschutz. Ein Totenkopf auf dem Giftschrank und lateinische Aufschriften auf Schubladen und Glasgefäßen erinnern dort an längst vergangene Zeiten.

 

 

Die Materialkammer in der einstigen Löwen-Apotheke in Bad Oldesloe steht unter Denkmalschutz.

Die erste Oldesloer Apotheke von 1718 war damals übrigens die einzige zwischen Hamburg und Lübeck. Sie brannte beim Stadtbrand am 22. Mai 1798 nieder. 1798 wurde sie von dem damaligen Oldesloer Apotheker, Oberinspektor der Saline und Badedirektor Friedrich August Lorentzen (1765-1842) wieder aufgebaut.

Den Entwurf für das Apothekerhaus in der Hindenburgstraße, damals noch Langestraße, fertigte der berühmte dänische Architekt Christian Frederik Hansen (1756-1845), von dem auch die Pläne für das Oldesloer Rathaus und den Marktplatz stammen. Im Keller des historischen Gebäudes waren damals die Tinkturen und Flüssigkeiten untergebracht, die kühl gelagert werden mussten. Auf dem Dachboden wurden trockene Substanzen wie Kamille und Pfefferminz verwahrt.

Die riesige Materialkammer entstand erst, als das zunächst fünfachsig gebaute Apotheker-Haus 1841 auf achtachsig erweitert wurde. Sie enthält Apotheker- und Giftschränke, Rezeptbücher, Gefäße aus Glas oder Keramik. Eine große Holztafel bildet das Findbuch für die Arzneimittel. Im Stormarner Jahrbuch 2016 hat Frank Sonder die Materialkammer der Oldesloer Löwen-Apotheke detailliert vorgestellt.

Bis zum jetzigen Verkauf blieb das Gebäude im Familienbesitz. Die Löwen-Apotheke war nach dem Tod Wolfgang Sonders 1955 kurze Zeit verpachtet, bis sein Sohn Frank Sonder sein Studium abgeschlossen hatte.

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Ein Lehrer wechselt die Seiten: TSS hat wieder einen Schulleiter

Lübecker Nachrichten   15.01.2020

Martin Nirsberger übernimmt am 1. Februar das Amt an der Oldesloer Gemeinschaftsschule

Von Sandra Freundt

Im Februar geht’s los: Martin Nirsberger freut sich schon sehr auf seine neuen Aufgaben an der Theodor-Storm-Schule.Foto: Sandra Freundt

Bad Oldesloe. Ein Lehrer wechselt die Seiten: Denn seine neue Wirkungsstätte liegt lediglich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Martin Nirsberger (35), der zum 1. Februar das Amt als Rektor an der TSS übernimmt, ist dann zugleich der jüngste Schulleiter in der Kreisstadt.

Nirsberger ist in Bad Oldesloe kein Unbekannter, denn er ist seit sieben Jahren Lehrer an der Ida-Ehre-Schule und engagierte sich bis jetzt auch erfolgreich in der Politik. „Einige Ämter habe ich nach der Zusage des Ministeriums inzwischen abgegeben“, bestätigt der gebürtige Thüringer seinen Rücktritt als Stadtverordneter und Vorsitzender des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses sowie seinen Austritt aus Schulverband und Schulverwaltungsausschuss.

Zu seinem neuen Amt als Rektor der Theodor-Storm-Schule (TSS) kam der 35-Jährige eher spontan. „Klar wollte ich irgendwann in den nächsten Jahren mal Schulleiter werden, habe am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen auch schon fleißig Vorbereitungskurse für Schulleitungsaufgaben belegt. Aber ich hatte mich mit dem Thema an sich noch nicht ernsthaft befasst.“ Dann aber wurde das Amt an der Theodor-Storm-Schule frei, mit der er emotionale Erinnerungen verbindet. „Als die TSS gerade frisch zur Gemeinschaftsschule umfunktioniert wurde, war ich dort, noch vor meinem Referendariat, etwa ein Dreivierteljahr als Vertretungslehrer angestellt und fand die Gemeinschaft damals schon überwältigend.“

Die Chance, jetzt an seine „erste Schule“ als Rektor zurückkehren zu können, ließ sich der Sport-, Geografie- und Religionslehrer an der Ida-Ehre-Schule nicht entgehen und bewarb sich auf den Posten. Als der „Zuschlag“ vom Ministerium dann tatsächlich kam, sei er erstmal sprachlos gewesen.

Inzwischen wächst die Vorfreude auf die neue Herausforderung täglich. „Ich bin jetzt schon mehrmals die Woche mit dem Kollegium in Kontakt und stelle immer wieder fest, wie viele tolle Projekte es an der TSS gibt und wie hervorragend sie bereits funktionieren.“ So würden Integration und Inklusion bereits erfolgreich umgesetzt, durch die Flex-Klassen in den Jahrgängen 8 und 9 könnten die Schüler einen besseren Abschluss erreichen, die Kooperation mit der Beruflichen Schule der Kreisstadt ermögliche – bei entsprechenden Zensuren – verbindlich den Besuch der dortigen Oberstufe. Und auch die Zusammenarbeit mit dem DaZ-Zentrum (Deutsch als Zweitsprache) klappe. „Zudem ist die Teamarbeit herausragend“, betont der Studienrat. Deshalb habe er auch keine Angst, sein großes Ziel umzusetzen: „Ich möchte, dass sich Schüler wieder bewusst zum Besuch der TSS anmelden und nicht, weil sie an den anderen Lehrstätten keinen Platz bekommen haben.“

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Die Stadt kauft das Haus

Stormarner Tageblatt  15.01.2020

Bad Oldesloe hat Gebäude neben dem Bürgerhaus erworben

Jetzt in Stadtbesitz: Das Gebäude  Mühlenstraße 21.Nie
Jetzt in Stadtbesitz: Das Gebäude Mühlenstraße 21.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Gerüchte, die Stadt Bad Oldesloe wolle das markante Gebäude in der Mühlenstraße 21 – direkt neben dem Bürgerhaus – kaufen, kursierten schon länger. Bis in den Herbst 2019 residierte dort das Stormarner Tageblatt, das derweil modernere Räume bezogen hat – um die Ecke, Mühlenstraße 18-20 (Heiligengeiststraße). Das Interesse der Stadt an dem Gebäude hatte schon länger bestanden, wie in politischen Ausschüssen zu vernehmen war.

Als im aktuellen Haushalt über 6,5 Millionen Euro auftauchten, die – ohne weitere Erläuterungen – für den Ankauf von Grundstücken und Immobilien im Jahr 2020 und damit die größte Investitionssumme darstellen, kam schnell die Frage auf, ob in diesem Investitionsvolumen auch die Immobilie Mühlenstraße 21 enthalten sei. Auf Nachfrage des Tageblatts hat Bürgermeister Jörg Lembke das bestätigt: „Wir haben tatsächlich aktuell ein Gebäude erworben. Es handelt sich um das neben dem Bürgerhaus befindliche Gebäude in der Mühlenstraße 21“, so Lembke. Damit reagiere man auf die anhaltende Platznot der Verwaltung und darauf, dass man im städtischen Bürgerhaus keine Räumlichkeiten für dringend benötigte Büros erhalten habe, obwohl das von der Verwaltung gewünscht gewesen sei. Die Lokalpolitik setzte sich stattdessen mehrheitlich dafür ein, dass das Bürgerhaus weiterhin von Vereinen und Initiativen genutzt werden solle und somit der klassischen Aufgabe eines „Bürgerhauses“ entspreche. „Nachdem durch die Politik die Nutzung des Obergeschosses des Bürgerhauses für die Verwaltung abgelehnt worden war, erhoffen wir uns durch den Ankauf dieses Gebäudes eine Entspannung in der Raumsituation der Verwaltung“, so Lembke. Welche Abteilungen genau in das neue Verwaltungsgebäude umziehen werden, steht noch nicht fest.

„Derzeit befinden wir uns in der Planung bezüglich Umbauten im Gebäude und der Frage, welche Abteilungen dorthin ausgelagert werden“, sagt der Verwaltungschef. „Darüber hinaus bildet das Gebäude in Verbindung mit dem Bürgerhaus auch ein attraktives Ensemble, das ja durch den gemeinsamen Innenhof zahlreiche weitere Nutzungsmöglichkeiten – insbesondere kultureller Art – bietet“, so Lembke weiter.

Bei dem Gebäude Mühlenstraße 21 handelt es sich um ein klassisches Ackerbürgerhaus, das Anfang des 19. Jahrhunderts entstand. Am heutigen Bürgerhaus befanden sich Stallungen und Scheunen. Das Gebäude ist ein Baudenkmal und wurde 1994 unter Erhaltung des Giebels in den klassischen Abmessungen neu gebaut.

Die Frage, ob die Stadt auch das leerstehende, ehemalige Kaufhaus in der Lübecker Straße zu erwerben gedenke, wollte Bürgermeister Lembke weder bestätigen, noch dementieren.

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Schulsozialarbeit: Soll der Kreis bei privaten Sorgen zahlen?

Lübecker Nachrichten   14.01.2020

Damit Mobbing, Schwänzen und andere Konflikte den Frieden nicht stören, werden auch an Oldesloer Schulen Pädagogen engagiert – Doch wer finanziert das?

Von Dorothea von Dahlen

Lennard Hamelberg (Kinder- und Jugendbeirat) schilderte im Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss Bad Oldesloe einen konkreten Fall.foto: von Dahlen

Bad Oldesloe. Mobbing, Schwänzen und andere Konflikte belasten zuweilen auch den Alltag an Oldesloer Schulen. Dass diese Probleme schwerlich im Unterricht geklärt werden können und den Einsatz von Schulsozialarbeitern erfordern, bezweifelt niemand in den politischen Gremien der Stadt. Doch geht es um die Personalkosten, gerät alles ins Stocken.

Auf der Stadtverordnetenversammlung im Dezember war das nicht anders. Der Antrag für eine Vollzeitstelle, die sowohl den Theodor-Mommsen- als auch den Ida-Ehre-Schülern zugute kommen sollte, wurde auf Eis gelegt – sehr zum Bedauern einiger Fraktionen im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss, die das so nicht schlucken wollten.

„Ich bin fassungslos, wie es gelaufen ist. Der Ansatz der CDU, nach anderen Formen der Finanzierung zu suchen, war gut gemeint. Aber so haben wir nur über das Geld gesprochen und die Notwendigkeit, die Stelle zu schaffen, ausgeklammert. Das ist verquer gelaufen“, übte Dagmar Danke-Bayer (Grüne) Kritik an der Abstimmung. Bis dato habe die Stadt die Ida-Ehre-Schule im Stich gelassen. Dabei sei es wichtig, die Probleme der Jugendlichen gleich an Ort und Stelle zu klären, „ansonsten fällt uns das eines Tages auf die Füße“. Auch Torben Klöhn (SPD) zeigte sich frustriert, dass die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen kaum Beachtung fanden.

Anita Klahn (FDP) wiederum setzte die Debatte aus dem Vorjahr fort und regte an, andere Träger für die Finanzierung der Stelle ins Boot zu holen, nachdem sich die Landesregierung als nicht zuständig erklärt hatte. Aus dem Jahresbericht der Stadt gehe hervor, dass die Schüler viele private Probleme mit den Sozialarbeitern besprechen. Dafür seien aber in der Regel die Beratungsstellen des Kreises zuständig. Das könne eine Basis bilden, um mit ihm über eine Beteiligung an den Kosten zu verhandeln.

Das mochte Lennard Hamelberg vom Kinder- und Jugendbeirat so nicht stehenlassen. Selbst an der Ida-Ehre-Schule schilderte er den drastischen Fall einer Mitschülerin, die unter Problemen im Elternhaus litt. „Sie hatte Essstörungen, ritzte sich, trank viel Alkohol und war völlig aufgelöst. Gespräche mit dem Schulsozialarbeiter haben gut geholfen. In solchen Fällen braucht man Ansprechpartner, wenn kein Vertrauen zu Eltern oder Lehrern besteht. Das ist enorm wichtig“, appellierte er an die Ausschussmitglieder, die Stelle zu etablieren. Er zitierte aus einer Statistik des DRK, der zufolge inzwischen 26 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychisch auffällig seien – Tendenz steigend.

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