Neue Tempo-Tafeln für Oldesloe

Lübecker Nachrichten   07.11.2019

Umwelt-Ausschuss der Kreisstadt will drei weitere Display-Tafeln zur Geschwindigkeitskontrolle anschaffen – Bürger klagen über zu schnelles Fahren

Smileys oder Sadleys im Display wirken motivierend und ermahnend.Foto: Dpa

Bad Oldesloe. Künftig sollen, wenn es nach dem Willen des Oldesloer Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr geht, noch mehr „Smileys“ und „Sadleys“ Autofahrer in der Kreisstadt darauf hinweisen, ob sie mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs sind. Die pädagogischen Emoticons leuchten von Tempo-Displays herab, die an verschiedenen Stellen in der Stadt aufgestellt werden können. Den ordnungsgemäß Fahrenden grüßt ein lächelndes Gesichtchen, alle anderen ein grimmiges. Der Ausschuss beschloss am Dienstag, für 2020 insgesamt 10 000 Euro zur Anschaffung von drei weiteren Anzeigetafeln in den Haushalt einzustellen.

Damit reagieren die Kommunalpolitiker auf wachsende Beschwerden von Bürgern. „Ich erlebe bei den Stadtteilbegehungen, dass jeder Ortsteil sich über zu schnelles Fahren beschwert“, erklärte Bürgermeister Jörg Lembke. „Wenn es danach ginge, müssten wir 40 bis 50 Anzeigetafeln kaufen.“ Zu Beginn der Sitzung überreichte ein Anlieger der Grabauer Straße dem Verwaltungschef eine Petition mit 100 Unterschriften zur Verkehrsberuhigung auf dieser Straße .

„Die gesamte Grabauer Straße ist betroffen“, erklärte der Oldesloer. Von daher forderten die Anlieger ein Durchfahrtsverbot für Lkw, eine Sanierung der Straße zur Lärmreduktion und Maßnahmen, um das vorgeschriebene Tempo 30 durchzusetzen. Zwar sei ein Tempo-Display aufgestellt worden, das funktioniere aber nur im Dunkeln, weil es über die Laternen mit Strom versorgt werde. „Außerdem ist die Tafel falsch eingestellt und fängt erst bei Tempo 50 an zu blinken.“

Kaum war die Petition überreicht, wurde sie bereits abgearbeitet: Jens Wieck stellte für die CDU den Antrag, die Verwaltung möge zusammen mit Kreis und Land prüfen, ob Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen stadtauswärts über die B 75 geleitet werden könnten statt durch die Grabauer Straße. Er begründete das mit Sicherheitsbedenken, da diese Straße stark von Fußgängern und Radfahrern genutzt werde. Wilfried Janson (Grüne) wollte den Lkw-Verkehr gleich in beide Richtungen verbannen, doch dann müsste der Autobahnanschluss Nord geschlossen werden, gab Wieck zu bedenken. Der CDU-Antrag wurde einstimmig angenommen, ebenso der zweite Antrag, deutliche Markierungen der Tempo 30-Zone an zwei Stellen auf dem Asphalt anzubringen.

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Hagenstraße wird doch keine Fußgängerzone

Stormarner Tageblatt  07.11.2019

Hagenstraße wird doch keine Fußgängerzone

Bad Oldesloe Es war eine große Aufregung, als eine Mehrheit der Lokalpolitiker im Bau- und Planungsausschuss der Stadt Bad Oldesloe im Februar 2019 beschloss, dass der Bereich zwischen dem historischen Rathaus und dem Marktplatz in der Zukunft eine Fußgängerzone werden soll. Vorausgegangen war eine lange Diskussion rund um die anstehende Sanierung, deren Start aktuell aber auch noch ungewiss ist. Bürgermeister Jörg Lembke hatte erklärt, nach der Sanierung können die Straße keine „Spielstraße“ mehr sein. Anwohner und vor allem Geschäftsleute zeigten sich zum Großteil entsetzt über die Fußgängerzonen-Idee. Jetzt wurde der Beschluss im neuen Ausschuss für Umwelt, Energie und Verkehr zurückgenommen. Die Zukunft des Bereichs bleibt aber noch ungeklärt. Zunächst soll ein umfassendes Verkehrskonzept für die gesamte Innenstadt erstellt werden, bevor man weiterdiskutiert. nie

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Kommt die Abrissbirne?

Stormarner Tageblatt  07.11.2019

Oldesloes Bürgermeister spricht sich für Rückbau der Hochhäuser im Hölk und Poggenbreeden aus

Gehört dieser Anblick in ein paar Jahren der Vergangenheit an? Niemeier
Gehört dieser Anblick in ein paar Jahren der Vergangenheit an? Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Wenn man aus Richtung Poggensee in die Oldesloer Innenstadt schaut, bilden sie so etwas wie die Skyline am Horizont: Die beiden Hochhäuser am Hölk und Poggenbreden prägen seit den 1970er Jahren den Anblick des nördlichen Oldesloes. Ganz abgesehen davon haben die zwei großen Mehrfamilienhäuser ein fragwürdiges Image in der Stadt. So gerieten sie mit Zwischenfälle, die Einsätze von Polizei und Feuerwehr nötig machten, defekte Aufzüge und Heizungen, Probleme mit Mietnomaden oder dem desolaten Zustand der Wohnungen negativ in die Schlagzeilen.

Seit zwei Jahren bemüht sich der Besitzer, die Adler Wohnen Service GmbH, den Allgemeinzustand der Immobilien und Image zu verbessern. Jetzt setzte sich Bürgermeister Jörg Lembke mit Adler-Vertretern zusammen und sprach über die Zukunft der Blocks.

Zwar hat Adler seit der Übernahme rund 750.000 Euro in die rund 200 Wohnungen der beiden zwölfstöckigen Gebäude investiert, eine Grundsanierung würde jedoch Millionen kosten. Für Lembke Grund genug, jetzt einen Abriss der Hochhäuser ins Spiel zu bringen, der vermutlich inklusive Neubau nicht teurer als die effektive Sanierung werden würde.

„Das ist nichts für dieses oder nächstes Jahr, aber etwas, das man ins Auge fassen sollte. Es könnten dort neue Wohnungen entstehen, die das ganze Viertel aufwerten und die Wohnqualität deutlich erhöhen würden“, so der Verwaltungschef. Als Lokalpolitik und Verwaltung könne man sichda schon mal positionieren, dass man einen Abriss positiv begleiten würde. Die Vertreter von Adler seien für die Idee durchaus offen gewesen.

In die Gespräche sei auch der Stadtteiltreff „Plan B“ rund um Maria Herrmann involviert worden, den der Bürgermeister weiterhin als wichtiges Bindeglied zwischen Eigentümer und Mietern sieht.

„Und was passiert mit den jetzigen Bewohnern? In einem Neubau werden die Mieten steigen“, sagte Stadtverordneter Jens Wieck (CDU). „Ein Investor und Eigentümer ist natürlich kein guter Samariter, da sollten wir uns nichts vormachen, und das finde ich durchaus legitim“, bestätigte Lembke, dass auch er dann höhere Mietpreise erwarte. „Ehrlich gesagt ist nur ein sehr kleiner Teil der aktuellen Bewohner Selbstzahler, auch das sollte man nicht vergessen“, betonte der Verwaltungschef.

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Oldesloer Hochhäuser: Stadt regt Abriss an

Lübecker Nachrichten   06.11.2019

Ein Neubau hätte aber wohl deutlich höhere Mieten zur Folge

Schon von Weitem zu sehen: Eines der beiden zwölfgeschossigen Hochhäuser in der Straße Hölk.Foto: CARSTENS

Bad Oldesloe. Der Oldesloer Bürgermeister Jörg Lembke hat Gespräche mit der Immobilienfirma Adler Wohnen GmbH aufgenommen, um über die Zukunft der beiden Hochhäuser im Hölk und Poggenbreeden nachzudenken. Der Eigentümer hat rund 750 000 Euro in Instandsetzungen investiert, eine umfassende Sanierung würde aber Millionen verschlingen.

„In Abstimmung mit der dortigen Quartiersmanagerin habe ich einen Abriss und Neubau der beiden Häuser angeregt“, sagte Lembke am Montag im Wirtschafts- und Planungsausschuss der Stadt. „Dadurch könnten wir die Wohnqualität an dem Standort erhöhen.“ Alle Beteiligten hätten positiv reagiert. Konkrete Pläne gebe es momentan aber nicht.

Die Hochhäuser wurden in den 1970er Jahren gebaut und sorgen immer wieder für Probleme. Mieter beschweren sich regelmäßig über die Zustände, aber auch der Vermieter klagt über hohe Außenstände. Die meisten Mieter sind keine Selbstzahler und bringen die Miete aus eigener Kraft auf, sondern leben von Sozialleistungen. Nur acht der 200 Wohnungen stünden derzeit leer, so der Bürgermeister.

Ein Neubau dürfe natürlich nicht zu Lasten der Mieter gehen, so Lembke. Genau das befürchten aber die Stadtpolitiker. „Die Mieten würden steigen“, ist Jens Wieck (CDU) überzeugt. „Wenn eine Alleinerziehende statt sechs plötzlich zehn Euro pro Quadratmeter zahlen muss, kann sie sich die Wohnung nicht mehr leisten.“

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Erneute Debatte um Amazon

Lübecker Nachrichten   06.11.2019

Ansiedlung des Großkonzerns erregt weiter die Gemüter in Bad Oldesloe

Bad Oldesloe. Wie umgehen mit der Ansiedlung von Amazon im Oldesloer Gewerbegebiet Teichkoppel an der A 1? Darüber debattierten erneut die Mitglieder des städtischen Wirtschafts- und Planungsausschusses am Montagabend, erstmals unter der Leitung von Hartmut Jokisch (Grüne).

Nach dem ersten Schock und Diskussionen um Billiglöhne, prekäre Arbeitsverhältnisse und eine extreme Zunahme des Lkw-Verkehrs gucken die Kommunalpolitiker nun nach vorn und wollen mit dem Online-Versandhändler im Gespräch bleiben. Großen Einfluss hat die Stadt auch nicht auf die Ansiedlung, das Projekt wird privatwirtschaftlich von der Firma PHE gemanagt.

Wilfried Janson (Grüne) begrüßte die Nachhaltigkeitsstrategie des Großkonzerns zum Einsatz regenerativer Energien. Auch in Bad Oldesloe will Amazon viele Elektrofahrzeuge einsetzen, um die Pakete auszuliefern. „Leise und emissionsarm“, sagte Janson, „das ist vor allem wichtig bei Fahrten durch das Stadtgebiet zum Beispiel Richtung Bad Segeberg.“

Er wünscht sich zudem, dass das Unternehmen auf seinem etwa ein Hektar großen Lager eine Photovoltaikanlage installiert. Janson rechnete vor: „1000 Kilowatt peak ließen sich damit erzeugen. Alle Dächer in Bad Oldesloe kommen bislang auf 3000 Kilowatt.“ An anderen Standorten hat Amazon bereits Ähnliches realisiert, auch für Bad Oldesloe ist solch ein Riesen-Solardach im Gespräch. „Eine feste Zusage dafür gibt es jedoch noch nicht. Darüber entscheidet der Aufsichtsrat“, sagte der kommissarische Bauamtsleiter Kurt Soeffing.

Er verwies jedoch darauf, dass Amazon bis 2040 CO2 -neutral werden wolle. In Bad Oldesloe wolle das Unternehmen zudem eigene Ladesäulen bauen und im Umkreis von 100 Kilometern alle Fahrten mit Elektromobilen machen.

Auch Jens Wieck von der CDU hat hauptsächlich den Verkehr im Auge, sagt aber auch zu der ganzen Debatte: „Wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen, weil wir alle immer mehr im Internet bestellen.“ Bei Amazon, bei Möbelhäusern oder Versandapotheken. „Wir bestellen morgens und wollen abends unser Paket haben“, so Wieck weiter. Da müsse man sich gar nicht wundern über mehr Lieferverkehr.

Jens Wieck sieht in Amazon eine Chance. Es gebe genug Oldesloer, die keine Möglichkeit fänden, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Oldesloe könne aber nicht die Rahmenbedingungen zum Beispiel in Sachen Mindestlohn bestimmen, da sei der Staat gefordert. Amazon will den avisierten 150 Mitarbeitern einen Brutto-Mindestlohn von 11,37 Euro zahlen.

Auch die SPD befürchtet nicht nur mehr Verkehr auf den Straßen von Bad Oldesloe, sondern fragt auch nach weiteren Folgen für die Stadt. Wie sieht die Nahverkehr-Anbindung aus? Muss neuer sozialer Wohnraum geschaffen werden? Und kommen höhere Sozialleistungen durch die sogenannten Aufstocker auf die Stadt zu? Annika Dietel sieht erheblichen Klärungsbedarf.

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