Mission Blumenampel sorgt für Ärger und Kritik

Stormarner Tageblatt  05.07.2019

Service durch niederländisches Unternehmen kostet 13.000 Euro / Stadt bezieht Stellung

Der Blumendienst   kommt extra aus Kleve. Niemeier
Der Blumendienst kommt extra aus Kleve. Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe 58 Blumenampeln hängen in der Oldesloer Innenstadt und sollen diese attraktiver machen. Dass diese nicht von einem Oldesloer Floristen oder einer Stormarner Gärtnerei gehängt, gewässert und gepflegt werden, sondern von einem Unternehmen aus Kleve mit Hauptsitz in den Niederlanden führte nach einem Bericht im Stormarner Tageblatt zu viel Kritik in der Bevölkerung.. Verständnis besteht kaum für diesen Umstand.

„Die Firma fährt in Norddeutschland in diverse Orte, in denen sie gleich gelagerte Aufgaben übernimmt. Daher ist auch der „ökologische Fußabdruck“ eher klein“, so Stadtsprecherin Agnes Heesch. 13.000 Euro bezahle die Stadt für den Zeitraum von Mai bis Oktober für diesen Service, der neben der Bepflanzung, dem Aufhängen und der Bewässerung auch Unkraut-Entferung beinhaltet. „Es gibt auch kostenlosen Ersatz bei Schäden und Vandalismus“, sagt Heesch. Natürlich habe man sich gewünscht, dass ein lokales Unternehmen genau diese Leistungen wahrnehmen könne, erklärte Bürgermeister Jörg Lembke bereits. Doch es habe schlichtweg niemand Interesse gehabt.

„Es wurden fünf Unternehmen direkt zu einer Angebotsabgabe aufgefordert. Davon kamen zwei aus Bad Oldesloe. Beide Firmen hatten kein Interesse und kein Angebot eingereicht“, stellt Heesch klar. Der Vorwurf, man habe es verpasst, die lokale Wirtschaft zu stärken, sei daher unangebracht. Es wäre auch nicht möglich gewesen, die Ausschreibung so zu gestalten, dass regionale Anbieter einen Vorteil gehabt hätten. „Eine Ausschreibung, die lokale Anbieter bevorzugt, ist vergaberechtlich angreifbar und könnte zu Schadensersatzansprüchen und Aufhebung des Vergabeverfahrens führen“, berichtet die Stadtsprecherin. Ebenfalls wäre es nicht möglich gewesen, das Bewässern und Pflegen durch den eigenen Baubetriebshof durchführen zu lassen, wie zahlreiche Bürger fordern. „Zum einen wäre der Baubetriebshof der Stadt im Verhältnis viel teurer als die beauftragte Firma, zum anderen ist er mit den ihm übertragenen Aufgaben ausgelastet“, betont Heesch.

Die Möglichkeit, dass ehrenamtliche Blumenpfleger oder ein ganzes Gestaltungsteam sich einbringen könnte, sei natürlich auch noch vorhanden. Aber auch hier sei aktuell niemand in Sicht. „Es wäre eine sehr schöne Idee, wenn sich Bürger fänden, deren Ziel es ist, die Stadt mit selbst umgesetzten Ideen zu bereichern. Die ehrenamtliche Übernahme derartiger Aufgaben ist natürlich stets der Ausgabe von Steuermitteln vorzuziehen“, sagt Heesch. Man müsse zudem feststellen, dass jede Blumenampel umgerechnet den Steuerzahler nur 1,88 Euro am Tag kostet, was aus Sicht der Stadt im Verhältnis zu anderen Projekten durchaus vertretbar erscheint. Ob die Blumenaktion im nächsten Jahr fortgesetzt werde, stehe noch nicht fest. „Es handelt sich seitens der Verwaltung erst einmal um eine einmalige Beauftragung, da die Verwaltung Erfahrungen sammeln will“, erklärt Heesch. „Das Feedback war bisher seitens der Besucher ausschließlich positiv“, merkt Lembke an.

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Geldsegen für die Städte und Gemeinden

Stormarner Tageblatt  04.07.2019

Kreistag stellt Senkung der Kreisumlage in Aussicht / Die Höhe wird erst im Herbst festgelegt

Stormarns Landrat Dr. Henning Görtz. Kreis Stormarn
Stormarns Landrat Dr. Henning Görtz. Kreis Stormarn

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Seit mehr als drei Jahren ist der Kreis Stormarn schuldenfrei. Und nicht nur das: Der Jahresabschluss 2018 weist sogar ein Plus von acht Millionen Euro aus. Es ist ein fast schon traditioneller Vorgang, dass in solchen Fällen die Städte und Gemeinden Stormarns Geld zurückbekommen. Denn über die Kreisumlage müssen die Kommunen einen Teil ihrer Steuereinnahmen an den Kreis abtreten.

Der Prozentsatz, nach dem diese Umlage als wichtigste Einnahmequelle des Kreises berechnet wird, soll daher rückwirkend gesenkt werden. Zunächst wird dafür allerdings ein Anhörungsverfahren gestartet.

Aktuell liegt die Kreisumlage bei 31,25 Prozent. Das entsprach Auszahlungen von knapp über 100 Millionen Euro der Kommunen in die Kreiskasse. Im Gespräch sind Senkungen um ein bis 1,5 Prozentpunkte. Besonders größere Städte, die eben auch besonders viel an den Kreis abtreten, würden bei einer Senkung der Kreisumlage entsprechend hoch profitieren und mehrere 100.000 Euro erhalten. Die Summe werde noch in diesem Jahr ausgezahlt, stellte Landrat Dr. Henning Görtz (Foto) schon mal in Aussicht. Um wie viel die Kreisumlage gesenkt werden soll, wird im Herbst entschieden. Dann starten auch die Beratungen für den Haushalt 2020.

Wie hoch die Senkung der Umlage im Endeffekt ausfallen wird, steht noch nicht fest. Lediglich die SPD ist sich schon sicher, dass es 1,25 Prozentpunkte sein sollten. Dass die Kreisumlage gesenkt werden soll , hat der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung bei nur einer Gegenstimme beschlossen. Karl-Reinhold Wurch (FDP) hatte zu bedenken gegeben, dass kleinere Gemeinden nach dem aktuellen Prinzip zu wenig Geld bekämen. Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) hätte sich sehr gut vorstellen können, dass das Geld eher direkt in Projekte wie den sozialen Wohnungsbau oder Notstromaggregate investiert wird. Die Grünen sehen es als Ziel, die Hälfte des Überschusses – also vier Millionen – an die Kommunen zurückzuzahlen. Die Aussicht für den Kreis sind nicht schlecht: So erwartet man im nächsten Jahr sogar aktuell noch einen Überschuss von 10,6 Millionen Euro.

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Niederländer gießen die Oldesloer Blumen

Lübecker Nachrichten   04.07.2019

Neue Pflanzampeln verleihen der Stadt ein freundliches Gesicht – Ausschreibung hat das Unternehmen Flower and Shower aus Beekbergen gewonnen – Lokale Anbieter gab es nicht

Eine Blumenampel der Firma Flower and Shower in der Bad Oldesloer Innenstadt. fotos: Dorothea von Dahlen/HFR

Bad Oldesloe. Blumenampeln, die schier überquillen von leuchtend magentafarbenen und schneeweißen Petunien, zieren neuerdings die Oldesloer Innenstadt. 58 dieser bunten Gebinde sind an den Lichtmasten in der Fußgängerzone aufgehängt. Um die Pflege kümmern sich nicht etwa die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs, sondern Beschäftigte von Flower and Shower. Das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden hat den Auftrag für die Stadtdekoration im Rahmen einer Ausschreibung gewonnen.

Der in Kleve zugelassene Kleinbus der Firma hat auch schon die Aufmerksamkeit vieler Passanten auf sich gezogen. Einmal pro Woche rollt das Fahrzeug durch die Fußgängerzone, stoppt bei jedem Blumenkübel, während sich vom Fahrerfenster ein Sprüharm teleskopartig nach oben schraubt, um die Pflanzen zu benässen. In den sozialen Medien wurden schon kritische Stimmen laut und sogar auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hinterfragte SPD-Fraktionschef Björn Wahnfried, wie es sein könne, dass ein hunderte Kilometer entfernt sitzendes Unternehmen engagiert wurde, um in Bad Oldesloe Blumen zu gießen. Das sei komisch, merkte er an. „Dem kann ich nur zustimmen“, entgegnete ihm Bürgermeister Jörg Lembke. „Ich hatte die Hoffnung, dass sich ein regionales Unternehmen bewirbt. Aber Oldesloer Firmen haben sich nicht beteiligt. Und da sind wir verpflichtet, einen Zuschlag zu erteilen.“ Für den Anbieter rechne sich der Auftrag augenscheinlich, da er wohl weitere, gleich geartete Aufträge in der Nähe habe.

Wie Firmenchef Bert de Kruijk im Gespräch mit den LN darlegte, hat sich Flower and Shower tatsächlich hierzulande einen Namen gemacht und sich zu einem „Pflegepartner für Blumenampeln“ in ganz Deutschland entwickelt. „Wir haben 2002 damit angefangen, Straßen und Gebäude in den Niederlanden zu schmücken. Vor etwa acht, neun Jahren haben wir das Geschäft auf Deutschland ausgeweitet und eine Zweigstelle in Kleve gegründet“, erklärt er. Fahrer der niederländischen Firma seien über mehrere Tage hinweg mit zwischenzeitlicher Übernachtung unterwegs, um nach und nach den Blumenschmuck zu bewässern. Das Konzept habe sich als sehr erfolgreich erwiesen. So steuert der Gießwagen inzwischen nicht nur standortnahe Städte wie Köln oder Herne an, sondern hält die Blumenerde auch im hohen Norden, etwa in Eutin oder auch Greifswald feucht. In Sachsen gehört die Firma gar zu den Sponsoren des Wettbewerbs „Ab in die Mitte“, der die Belebung der Innenstädte mittels neuer Ideen befeuern soll. Diesbezüglich erfolgreiche Kommunen können dabei ein 365 Tage gültiges Flower-Shower-Paket gewinnen.

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Stadtfest 2020: Bürger sind gefragt

Stormarner Tageblatt  02.07.2019

Stadtfest 2020: Bürger sind gefragt

Das Logo des Stadtfestes.

Das Logo des Stadtfestes.

Bad Oldesloe 2020 heißt es wieder „Feiern wie zuhause“, wenn die „tiedemann art production“ das dritte Mal nach 2016 und 2018 das Stadtfest auf die Beine stellt – erneut in enger Kooperation mit Klngstdt für das Bühnenprogramm. Damit die Veranstalter möglichst früh mit den Planungen anfangen können, laden sie zu Infoabenden ein. Da einige Interessenvertreter in die Ferien gehen, gibt es zwei Termine: Heute Abend, 18.30 Uhr, im Bürgerhaussaal und Donnerstag, 15. August, 18.30 Uhr, im Rathaussaal. Bei den Treffen ist Raum, um über Ideen und Vorschläge zu sprechen, wie sich die

Vereine, Verbände und Organisationen einbringen wollen oder können. Erneut stehen Lokalkolorit und Regionalität im Mittelpunkt. Zu- dem wird das bewährte Orga-Team auch den Weihnachtsmarkt gestalten. So heißt es in diesem Jahr auch „Weihnachtsstimmung wie zuhause“, wenn vom 5. bis zum 23. Dezember vor dem Kub der Weihnachtsmarkt stattfindet. Auch dort gibt es Möglichkeiten, sich einzubringen. Sei es in der Vereinsbude mit Infos, mit Aktionen oder mit Auftritten. st

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500 Kilometer Anreise zum Blumengießen

Stormarner Tageblatt  02.07.2019

Wassertank-Transporter kommt vom Niederrhein nach Bad Oldesloe, um Pflanzen zu wässern

Das Fahrzeug kommt  aus Kleve  zum Blumengießen: Mitarbeiter von  „Flower and Shower“ lassen das Wasser laufen. Nie
Das Fahrzeug kommt aus Kleve zum Blumengießen: Mitarbeiter von „Flower and Shower“ lassen das Wasser laufen. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Passanten können es kaum glauben: In regelmäßigen Abständen fährt der Sprinter einer niederländischen Firma durch die Fußgängerzone, und dann werden die aufgehängten Blumenampeln mithilfe einer besonderen Vorrichtung bewässert. Das Fahrzeug mit Kennzeichen der 50.000 Einwohnerstadt Kleve am Niederrhein gehört zur deutschen Niederlassung des niederländischen Unternehmens „Flower and Shower“.

Die 2001 gegründete Firma ist spezialisiert auf Blumen im öffentlichen Raum und in diesem Sommer für die Blumenampeln in der Innenstadt verantwortlich, die einen Beitrag zur Erhöhung der Attraktivität und Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone beitragen sollen.

Das Unternehmen bietet einen „Full Service“ an: Blumenampeln werden nicht nur gestaltet, angeliefert und platziert, sondern auch während der Verweildauer gepflegt.

„Ich frage mich, wieso eine Firma aus Kleve nach Bad Oldesloe kommt und Blumenampeln aufhängt und dann auch noch für deren Pflege verantwortlich ist?“, spricht Björn Wahnfried (SPD) aus was viele denken. Wahnfried fragte deshalb bei Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke nach, ob tatsächlich eine Firma aus dem nahezu 500 Kilometer entfernte Kleve für die Pflege der Blumen in seiner Heimatstadt verantwortlich sei. „Ich kann das nur bestätigen. Wir haben dieses Projekt ausgeschrieben, und die Firma aus Kleve hat gewonnen. Dann können wir sie nicht ablehnen“, so er Verwaltungschef. Das sei die Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden bei der wissenschaftlich begleiteten Umfrage „Vitale Innenstädte“ des Kölner Instituts für Handel (IFH). „Es gab eine Ausschreibung und wir sind ans Vergaberecht gebunden“, führt der Bürgermeister aus. Für die Klimabilanz sei eine fast 500 Kilometer lange Anreise vom Niederrhein an die Trave sicherlich nicht sehr wertvoll. „Die Firma hat die Ausschreibung gewonnen“, betont Lembke: „Oldesloer Blumengeschäfte oder Gärtnereien hatten kein Interesse. Wir hatten nicht mal eine Reaktion auf die Ausschreibung von hier. Natürlich wäre uns das viel lieber gewesen. Aber wie gesagt: Wir befinden uns im Vergaberecht und der Gewinner einer Ausschreibung hat ein Anrecht auf den Zuschlag“, so Lembke.

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