Stadt unterstützt Bad Oldesloer Hospiz

Stormarner Tageblatt  16.09.2020

Gegen die Stimmen der CDU beschließt die Lokalpolitik eine institutionelle Förderung für das Hospiz

Das stationäre Hospiz Lebensweg im Sandkamp in Bad Oldesloe kann bis zu zwölf Gäste beherbergen.  Rohde
Das stationäre Hospiz Lebensweg im Sandkamp in Bad Oldesloe kann bis zu zwölf Gäste beherbergen. Rohde

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Das Sterben gehört zum Leben – auch wenn das oft verdrängt wird. Und ein angemessener Ort zum Sterben in Würde kostet – wie alles im Leben – Geld. In Bad Oldesloe ist mit dem Hospiz „Lebensweg“ aus einer Vision von Sabine Tiedtke gemeinsam mit vielen Mitstreitern ein lebendiger Ort zum Sterben entstanden. 95 Prozent der auflaufenden Kosten übernehmen die Krankenkassen der Gäste. Aber trotzdem bleiben so in diesem Jahr noch rund 200.000 Euro Defizit auf dem Konto des Hospiz. Normalerweise ging man von 120.000 bis 160.000 Euro aus – aber die Corona-Krise machte alles teurer. So musste zum Beispiel Schutzkleidung angeschafft werden. Daher stellte Tiedtke jetzt einen Antrag bei der Stadt Bad Oldesloe auf institutionelle Förderung in Höhe von 20.000 Euro. Die Lokalpolitik war voll des Lobes für das wichtige Projekt und sicherte auch die finanzielle Unterstützung vor, obwohl die Kreisstadtpolitiker sich ansonsten mit institutionellen Förderungen schwer tut. Nur die CDU mochte dem Wunsch nicht entsprechen. Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage sei es nicht zu verantworten, weitere Förderungen zuzusagen, so die pragmatische Argumentation, der keine andere Fraktion folgte, so dass die Zusage über 20.000 Euro für das Jahr 2020 erteilt werden kann.

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Stadt weiterhin mit wenig Fingerspitzengefühl

Stormarner Tageblatt  15.09.2020

Jahrzehnte geübte Parkpraxis wird über Nacht mit einem Knöllchen geahndet – Anwohner verärgert

Platz genug, um auch im Wendebereich am Rand zu parken.  Niemeier
Platz genug, um auch im Wendebereich am Rand zu parken. Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Seitdem sie plötzlich Knöllchen an ihren Fahrzeugen vor der Haustür vorfanden, ist für einige Anwohner am Fuchsberg in Bad Oldesloe nichts mehr wie vorher. „Jahrzehntelang haben wir hier ohne Probleme so geparkt, uns selbst organisiert und versucht, die beste Möglichkeit zu finden. Und jetzt kommt das Ordnungsamt ohne Vorwarnung, ohne Gespräch und verteilt Strafzettel?“, ist eine Anwohnerin (Name der Redaktion bekannt) entsetzt. „Alle Fahrzeuge kamen hier durch. Es gab keine Beschwerde. Ich wohne ewig hier. Aber als wir mal eine der eingezeichneten Parkflächen für einen Krankenwagenplatz reservieren wollten – das hat die Verwaltung nicht auf die Reihe bekommen. Jetzt hier Strafzettel ausstellen, das können sie“, legt sie nach.

Der Grund für die Strafzettel sei laut Aufdruck nicht etwa ein Parken im Halteverbot – das nicht existiert – sondern „nicht platzsparendes Parken“. „Wir haben uns hier arrangiert. Wir nehmen sehr viel Rücksicht aufeinander. Wir sprechen uns ab. Ausgerechnet hier haben wir den ruhenden Verkehr immer im Blick gehabt, bis jetzt die Verwaltung offenbar meinte, ein Exempel zu statuieren. Es fehlt Fingerspitzengefühl – selbst wenn sie juristisch vielleicht richtig liegen würden. Und wir fragen uns: Warum?“, sagt sie. Mehrere Beschwerdebriefe seien bereits auf dem Weg in die Verwaltung. Es entstehe nämlich auch der Eindruck, dass auf die Schnelle Geld gemacht werden soll. „Ich wäre gespannt, was das Personal kostet, was hier rauskommt und was das Ganze für die Stadtkasse einbringt“, erklärt sie angesäuert.

Die Außendienstmitarbeiter der Bußgeldstelle stehen nicht zum ersten Mal in der Kritik. Die Ereignisse zeigen, dass sie für den Umgang mit den Bürgern in der Kreisstadt schlecht geschult zu sein scheinen. Sie wirken übereifrig und oft inkompetent in der Kommunikation, lautet immer wieder der Vorwurf. Neu sind seit einigen Monaten Strafzettel wegen „nicht platzsparenden Parkens“. So erhielt eine junge Oldesloerin im Parkhaus Lübecker Straße, die sichtbar einen Behindertenausweis im Auto liegen hatte, einen identischen Strafzettel, weil sie zu weit von der Wand weg parkte. Allerdings wäre sie ansonsten gar nicht aus ihrem Auto gekommen. Bei der Stadtverwaltung verwies man anschließend nur auf die „Regeln, die für alle gelten“.

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Bad Oldesloe leuchtet jetzt mit LED-Technik

2610 Straßenlaternen in der Kreisstadt wurden seit Dezember 2019 umgerüstet

Verschiedene LED-Lampenmodelle waren vom Wirtschafts- und Planungsausschuss der Kreisstadt genauestens unter die Lupe genommen. Nie
Verschiedene LED-Lampenmodelle waren vom Wirtschafts- und Planungsausschuss der Kreisstadt genauestens unter die Lupe genommen. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Das große Umrüsten ist abgeschlossen: 2610 Straßenlaternen sind in Bad Oldesloe auf LED-Technik umgestellt worden. Dafür brauchte die Stadtverwaltung – unterstützt von externen Firmen – zehn Monate. „Wir haben im Dezember vergangenen Jahres angefangen und sind jetzt im September fertig“, sagt Klaus-Peter Scharnberg vom Tiefbauamt der Stadt. Lediglich die Laternen in der Fußgängerzone und am Heiligen Geist seien noch nicht ausgetauscht worden. Diese werde man gesondert betrachten, wenn ein Konzept für die Sanierung der Innenstadt bestehe, so Scharenberg.

Jährlich 150.000 Euro Stromkosten-Ersparnis Insgesamt hat die Maßnahme 1,2 Millionen Euro gekostet. Allerdings wurden davon 200.000 Euro durch den „Projektträger Jülich“ gefördert. Die Gesamtinvestition soll sich schon bald amortisieren. Denn jährlich spart die Stadt mit den neuen LED-Leuchten 150.000 Euro Stromkosten ein. Hinzu kommt – laut der Verwaltung – eine verminderte Wartungsintensität. Somit wird sich die Investition in sechs bis sieben Jahren schon ausgezahlt haben. Die Haltbarkeit der Leuchten soll deutlich darüber liegen. Ungefähr 100.000 Betriebsstunden kann eine LED-Straßenlaterne leisten, bevor das Leuchtmittel dann endgültig ausgetauscht werden muss.

Nicht umgerüstet wurden natürlich die einzelnen Straßenbeleuchtungen, die bereits kurz zuvor modernisiert worden waren. Die Resonanz seitens der Bürgerinnen und Bürger sei mittlerweile gut. Zu Anfang habe es Kritik wegen zu heller Lampen gegeben, aber das habe sich mit den Wochen erledigt. Selbstverständlich sei das Licht anders als bei den alten Leuchtmitteln, aber man gewöhne sich daran, hieß es aus der Verwaltung.

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Bad Oldesloe sucht den Bauamtsleiter

Stormarner Tageblatt  14.09.2020

Bad Oldesloe sucht den Bauamtsleiter

Bad Oldesloe Ab Ende November dieses Jahres hat Bad Oldesloe keinen Bauamtsleiter mehr. Nach dem Wechsel des ehemaligen Leiters Thilo Scheuber im Frühjahr aus der Stadt- in die Kreisverwaltung hatte Dr. Kurt Soeffing, Leiter der Umweltabteilung der Stadt, den Posten übernommen und dafür sogar seinen Ruhestand verschoben.

Doch auch in dieser Zeit konnte kein Nachfolger gefunden werden, der die Stelle übernehmen möchte. In drei Bewerberrunden fand sich kein Kandidat. „Wir hatten Gespräche, aber es war niemand dabei, der von den Qualitäten her richtig passte. Daher suchen wir weiter“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke (Foto). Die Radiowerbung für die Stelle brachte keinen Erfolg. „Ob jemand dadurch darauf aufmerksam wurde, kann man nicht sagen. Das ist nicht ausgewertet worden“, erklärt Stadtsprecherin Agnes Heesch. Die Stelle soll jetzt in Sachen Gehalt aufgebessert werden. Ob das etwas an der Bewerbersituation – oder deren Qualität – ändert, weiß die Stadtverwaltung natürlich noch nicht. „Es ist ja aber nicht so, dass dort keine anderen kompetenten Mitarbeiter arbeiten, die eine Weile die Arbeit auch so schaffen“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. In Panik verfalle die Verwaltung wegen der Situation daher nicht. Selbstverständlich müsse trotzdem zum Frühjahr ein passender Bewerber gefunden werden. nie

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Laub-Ärger: Stadt stellt Behälter auf

Lübecker Nachrichten   12.09.2020

Zu oft schütten Oldesloer ihr Laub einfach auf städtische Flächen – Der Bauhof hat damit stets viel Arbeit und will nun mit einem Pilotprojekt Abhilfe schaffen

Von Markus Carstens

Bad Oldesloes Bauhof-Betriebsleiter Dirk Blanke zeigt die Papiersäcke und die Big Bags, dazu links die Gestelle, an denen die Big Bags befestigt werden.fotos: Carstens

Bad Oldesloe. Es soll in Bad Oldesloe einen Mann geben, der sammelt in jedem Herbst das Laub von seinem Grundstück sowie der angrenzenden Straße und schaufelt es in eine Schubkarre. Anschließend schiebt er damit über die Hamburger Straße und kippt es am Friedhof aus. Das wiederholt er mehrmals, denn er hat ein großes Grundstück.

Der Mann ist kein Einzelfall. Der Baubetriebshof der Stadt Bad Oldesloe hat regelmäßig vor allem im Herbst viel damit zu tun, dieses „Fremdlaub“ von städtischen Flächen zu entsorgen. „Die Bürger sind verpflichtet, die Gehwege vor ihren Grundstücken und den Bereich bis zur Straßenmitte sauberzuhalten“, sagt dazu Bürgermeister Jörg Lembke. „Leider entsorgen viele Einwohner ihr Laub dann nicht fachgerecht.“ Es lande häufig auf städtischen Grünflächen oder sogar in Regenabläufen und bereite den Mitarbeitern der Stadt viel Mühe. „Es ärgert uns, dass die Bürger uns das Laub vor die Füße legen, manchmal sind auch noch Gartenabfälle darunter“, sagt Dirk Blanke, Leiter des Oldesloer Bauhofs.

Doch die Stadt will nun nicht die Sanktionskeule rausholen, sondern startet ein Pilotprojekt – in der Hoffnung auf die Mitarbeit der Bürger. In zunächst zwei Straßen wird der Bauhof verschiedene Behälter zur Verfügung stellen, damit die Oldesloer ihr Herbstlaub dort entsorgen können. Am Rümpeler Weg verteilt die Stadt an die Haushalte spezielle Papiersäcke mit einem Fassungsvermögen von jeweils 100 Litern. „Es gibt dazu eine Anleitung und die Termine, wann die Säcke von uns eingesammelt werden“, erklärt Blanke.

Das meiste Laub im gesamten Stadtgebiet falle jedoch im Bereich Kastanienallee/Heimstraße hinter dem Oldesloer Krankenhaus an, erklärt Dirk Blanke. „Die Anwohner dort sind wirklich gebeutelt“, sagt der Bauhof-Chef. In diesem Bereich werden ab der kommenden Woche bis Mitte November sogenannte Big Bags aufgestellt. Dort sollen die Oldesloer ihr Laub direkt hineinwerfen. „Das wäre eine große Erleichterung für die Bauhof-Mitarbeiter“, sagt Blanke und wünscht sich das auch für andere Straßen.

Bürgermeister Lembke betont, dass dort kein anderer Müll entsorgt werden dürfe. „Die Anwohner haben es selbst in der Hand.“ Sollte das Projekt erfolgreich verlaufen, soll es auf andere Bereiche ausgedehnt werden. Die Kosten seien relativ gering. Der derzeitige Personaleinsatz ist laut Jörg Lembke jedesmal viel teurer.

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