Archiv der Kategorie: Presseartikel

„Motivierend ist das nicht“

Stormarner Tageblatt   23.01.2019

Ortswehrführer kritisiert Stillstand bei Projekten der Freiwilligen Feuerwehr Bad Oldesloe

Horst Möller (links) übergibt  als Stellvertreter des Oldesloer Bürgermeisters das Brandschutzehrenzeichen in Gold des Landes Schleswig-Holstein an Andreas Holst. Mundt
Horst Möller (links) übergibt als Stellvertreter des Oldesloer Bürgermeisters das Brandschutzehrenzeichen in Gold des Landes Schleswig-Holstein an Andreas Holst. Mundt

Arne Mundt Bad Oldesloe Fehlendes Personal innerhalb der Stadtverwaltung Bad Oldesloe macht sich nun auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Kreisstadt bemerkbar. Ortswehrführer Kai-Uwe Gatermann kritisierte jetzt bei der Jahreshauptversammlung, dass viele angegangene Projekte nicht über den Planungsstand hinaus gegangen sind. „Unsere Einsatzzentrale ist seit Monaten eine Baustelle und es geht nichts weiter“, so der Ortswehrführer. Auch die Planungen für den Aufbau eines Lageraums für Großschadenslagen ist ins Stocken gekommen. „Aber es sind nicht nur diese Projekte, die nicht laufen. Seit über einem Jahr wartet die Jugendfeuerwehr auf neue Schutzkleidung. Motivierend ist das nicht“, betonte Gatermann. Die größer werdende Gefahr von flächendeckenden Stromausfällen war auch ein Thema. „Wir brauchen an der Feuerwache unbedingt eine Einspeisung für Fremdstrom und eine Netzersatzanlage, sonst sind wir im schlimmsten Fall nur noch eingeschränkt einsatzbereit.“

Bürgerworthalterin Hildegard Pontow, die das erste Mal auf einer Feuerwehrversammlung dabei war, ging in ihren Grußworten auf die Probleme ein. „Es kann nicht sein, dass diese Sachen nicht funktionieren, das werde ich in der Stadtverordnetenversammlung ansprechen und wir werden darüber reden“, sagte Pontow.

Doch auch die Einsätze sorgten für reichlich Arbeit bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften. Mit 361 Einsätzen war 2018 wieder ein intensives Jahr. „Die großen Unwettereinsätze sind 2018 zwar ausgeblieben, doch im Vorjahresvergleich haben wir eine Steigerung von 100 Einsätzen, zumindest wenn man die Unwetter aus 2017 ausklammert“, so Gatermann.

Seit 60 Jahren in der Oldesloer Feuerwehr

Auf der Jahreshauptversammlung der Oldesloer Wehr in der Feuerwache konnten neue Mitglieder aufgenommen werden. Kevin Sternberg, Marcus Nasemann, Timo Griem, Nils Lohmann, Julia-Sophie Saggau wurde in die Reihen der Freiwilligen Feuerwehr aufgenommen. Einige von ihnen hatten bereits Einsatzerfahrung in anderen Feuerwehren gesammelt und sind nun in Bad Oldesloe aktiv. Markus Nasemann kam als Neuling zur Wehr und Lasse Matzick trat von der Jugendfeuerwehr über.

Neben zahlreichen Ehrungen für Mitgliedschaften sowie für das Feuerwehr-Fitness-Abzeichen gab es auch drei besondere Ehrungen: Bernd Luther wurde für 50-jährige und Werner Sturm für 60-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet. Andreas Holst wurde durch den 1. Bürgermeister-Stellvertreter Horst Möller mit dem Brandschutzehrenzeichen des Landes Schleswig-Holstein in Gold ausgezeichnet.

Bei den Wahlen gab es auch eindeutige Ergebnisse: Bernd Flottran wurde als Gruppenführer und Rene Mattews als stellvertretender Gruppenführer einstimmig gewählt. mun

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Bad Oldesloer Feuerwehr kritisiert Personalmangel der Stadt

Lübecker Nachrichten   22.01.2019

Jahreshauptversammlung: Deutlich mehr Einsätze im Vergleich zum Vorjahr

Horst Möller, erster Stellvertreter des Bürgermeisters, ehrte Andreas Holst (r.) mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen. foto: Mundt

Bad Oldesloe. Fehlendes Personal innerhalb der Stadtverwaltung Bad Oldesloe macht sich nun auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in der Kreisstadt bemerkbar. Ortswehrführer Kai-Uwe Gatermann kritisierte bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend, dass viele angegangene Projekte nicht über den Planungsstand hinaus gegangen seien. „Unsere Einsatzzentrale ist seit Monaten eine Baustelle und es geht nichts weiter.“

Auch die Planung für den Aufbau eines Lageraumes für Großschadenslagen sei ins Stocken gekommen, sagt der Ortswehrführer. „Aber es sind nicht nur diese Projekte, die nicht laufen. Seit über einem Jahr wartet die Jugendfeuerwehr auf neue Schutzkleidung. Motivierend ist das nicht“, sagt Gatermann. Ein weiteres Thema: die größer werdende Gefahr von flächendeckenden Stromausfällen. „Wir brauchen an der Feuerwache unbedingt eine Einspeisung für Fremdstrom und eine Netzersatzanlage, sonst sind wir im schlimmsten Fall nur noch eingeschränkt einsatzbereit.“

Bürgerworthalterin Hildegard Pontow, die das erste Mal an einer Feuerwehrversammlung teilnahm, ging in ihren Grußworten auf die Probleme ein. „Es kann nicht sein, dass diese Sachen nicht funktionieren, das werde ich in der Stadtverordnetenversammlung ansprechen“, sagt Pontow.

Doch auch die Einsätze sorgen für reichlich Arbeit bei den ehrenamtlichen Einsatzkräften. Mit 361 Einsätzen war 2018 wieder ein einsatzreiches Jahr. „Die großen Unwettereinsätze sind 2018 zwar ausgeblieben, doch im Vorjahresvergleich haben wir eine Steigerung von 100 Einsätzen“, sagt Ortswehrführer Kai-Uwe Gatermann.

Auf der Versammlung am Freitagabend in der Feuerwache wurden zudem neue Mitglieder aufgenommen. Kevin Sternberg, Marcus Nasemann, Timo Griem, Nils Lohmann, Julia-Sophie Saggau und Lasse Matzick sind von nun an Teil der Freiwilligen Feuerwehr. Einige von ihnen hatten bereits Einsatzerfahrung in anderen Feuerwehren gesammelt und sind nun in Bad Oldesloe aktiv. Markus Nasemann kam als Neuling zur Feuerwehr und Lasse Matzick trat von der Jugend- in die aktive Wehr über.

Neben zahlreichen Ehrungen für Mitgliedschaften sowie für das Feuerwehr-Fitness-Abzeichen gab es auch drei besondere Ehrungen: Bernd Luther wurde für seine 50-jährige und Werner Sturm für seine 60-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr ausgezeichnet. Andreas Holst wurde durch den ersten Stellvertreter des Bürgermeisters, Horst Möller, mit dem goldenen Brandschutzehrenzeichen des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet.

Bei den Wahlen gab es auch eindeutige Ergebnisse: Bernd Flottran wurde als Gruppenführer und Rene Mattews wurde als stellvertretender Gruppenführer einstimmig gewählt.

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Teurer Mülleimerschutz

Stormarner Tageblatt   22.01.2019

Politische Diskussion über einige unerwartet hohe Kosten im Bericht überplanmäßige Ausgaben

Dieser Zaun um einen Müllplatz kostete 13600 Euro.Nie
Dieser Zaun um einen Müllplatz kostete 13600 Euro. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Normalerweise sind Abstimmungen über überplanmäßige Ausgaben im Finanzausschuss der Kreisstadt kein großes Diskussionsthema. Zumeist sind es auch Vorhaben, die unbedingt noch abgearbeitet werden mussten, aber zuvor nicht absehbar waren.

Doch in diesem Jahr stutzte Björn Wahnfried von der SPD, als er sich die überplanmäßigen Ausgaben für das Jahr 2017 anschaute, die nachträglich durch die Lokalpolitik abgenickt werden sollten. Und zwar handelte es sich dabei um 13 600 Euro für die „Einhausung“ eines Müllplatzes an der Klaus-Groth-Schule. Ich habe mir das mal vor Ort angeschaut, nachdem ich diese Summe gelesen habe und ich muss sagen, dass sich der Eindruck aufdrängt, dass man da eher ein wenig übertrieben hat mit dem Aufwand und ein wenig zu großzügig war“, so Wahnfried. Der Sozialdemokrat merkte an, dass man gerade in den Haushaltsberatungen ja um kleinste Beträge feilsche und viele Dinge auch ständig hinterfragt würden. „An anderen Stellen wird dann gefragt, ob man sich wirklich tausende Euro für etwas leisten kann“, so Wahnfried. Tatsächlich kommt es wegen der defizitären Haushaltslage immer wieder dazu, dass sehr intensiv diskutiert wird, ob man sich bestimmte Zuschüsse oder Projekte leisten könne. „Wir hören hier immer, dass wir sparen müssen und ich finde wirklich, dass diese Baumaßnahme ein wenig luxuriös aussieht“, so Wahnfried weiter.

„Die Einhausung war nur an dieser Stelle möglich. Dafür mussten wir einen dort befindlichen Hang abstützen, damit der nicht nachrutscht, daher ist das etwas aufwändiger geworden, aber nicht größer oder aufwändiger, als es hätte sein müssen“, wehrte sich Bauamtsleiter Thilo Scheuber gegen den Vorwurf. Die Kosten seien in der Höhe nicht übermäßig hoch und ungewöhnlich für so eine Maßnahme.

Manfred Lieder (FBO) fragte sich auch bei nachträglichen Haushaltsposten für da Jahr 2018, ob zunächst teuer wirkende Anschaffungen wie eine Soundfieldanlage für eine hörgeschädigte Schülerin (5000 Euro) an der Ida-Ehre-Schule oder Geräte für unterbrechungsfrei Stromversorgung (11 600 Euro) nicht vorher absehbar gewesen wären. „Wir sind – zum Beispiel mit Blick auf die Soundfieldanlage – verpflichtet solche sonderpädagogischen Anschaffungen für die Schulen zu finanzieren“, erklärt Bürgermeister Jörg Lembke.

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Bölcks Grabstein bekommt Ehrenplatz auf Oldesloer Friedhof

Lübecker Nachrichten   19.01.2019

Die Ruhestätte des Margarinefabrikanten in Ohlsdorf wurde aufgelöst

Der Oldesloer Friedhofsverwalter Jörg Lelke (r.) und seine Kollegen stellen den Grabstein von Friedrich Bölck sicher, um ihn von Ohlsdorf in die Kreisstadt zu bringen. FOTOS: Dorothea von Dahlen/ARCHIV

Bad Oldesloe. Geschafft: Der durch Zufall auf dem Ohlsdorfer Friedhof entdeckte Grabstein des bekannten Margarinefabrikanten Friedrich Bölck ist heil in Bad Oldesloe angekommen. Die Stele soll hier einen Ehrenplatz erhalten, im Gedenken an den schillernden Unternehmer, der sich als Pionier moderner Vermarktungsstrategien einen Namen machte.

Nicht nur der Kreisstadt drückte Bölck nachhaltig seinen Stempel auf. In Bad Oldesloe prägen die stattlichen Backsteinvillen, die einst zu seinem kleinen Firmenimperium gehörten, noch heute das Straßenbild. Doch gestaltete er auch maßgeblich das Herrenhaus von Trenthorst, heute Sitz des Instituts für Ökologischen Landbau.

„Jetzt können wir ihn endlich abholen“, sagte Jörg Lelke, Chef der Oldesloer Friedhofsverwaltung, erleichtert und machte sich für den Abtransport des Steins bereit. Ein Jahr hatte er auf diesen Moment gewartet. Im November 2017 erst hatte er von dem Zufallsfund einer Hamburgerin erfahren. Cornelia Jacob hatte das achtlos umgekippte Monument Bölcks in einem Seitenweg der Kapelle 7 auf dem Ohlsdorfer Friedhof liegen sehen und instinktiv Nachforschungen angestellt. Aus dem Internet erfuhr sie, dass sich hinter dem Namenszug eine für die Region bedeutende Persönlichkeit verbarg.

Um das publik zu machen, wandte sie sich damals an die LN. So erfuhr auch Jörg Lelke vom Grab des Oldesloer Prominenten. Er war gleich von dem Gedanken angetan, den Stein herzuholen, da sich abzeichnete, dass die Nutzungsrechte für die Grabstätte binnen zwölf Monaten auslaufen würden. Doch war zu diesem Zeitpunkt längst nicht klar, ob die Nachfahren Bölcks das Liegerecht nicht doch noch einmal verlängern würden. Mit Unterstützung von Stadtarchivleiterin Dr. Sylvina Zander, ihres Zeichens Bölck-Kennerin, gelang es Lelke letztlich, das Einverständnis der Angehörigen zu bekommen.

Doch damit waren noch nicht alle Hürden genommen. Der mit 385 Hektar weltweit größte Parkfriedhof gilt als kulturhistorisch sehr bedeutsam und steht unter Denkmalschutz. Zugleich ist er letzte Ruhestätte zahlreicher Berühmtheiten wie Altkanzler Helmut Schmidt, Autor Harry Rowohlt oder so legendärer Schauspieler wie Hans Albers und Heidi Kabel. „Auch deshalb darf man dort einen Stein nicht so einfach entfernen. Eine ehrenamtliche Kommission aus Bildhauern, Steinmetzen und Kunsthistorikern hat den Fall begutachtet und ihr O.k. gegeben“, erzählte Lelke.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Da muss man erst mal drauf kommen

Stormarner Tageblatt   19.01.2019

Stormarner Wochenschau

Da muss man erst mal drauf kommen

Megi Balzer
Megi Balzer

Patrick Niemeier, Cordula Poggensee und Stephan Poost Neuland Ernüchternd war es, auf den Internetseiten der Städte, Gemeinden und des Kreises zu sehen, welche Leistungen Bürger online bekommen. Viele wichtige Informationen sind zu finden, aber den Weg ins Rathaus ersparen die Seiten nicht. Anders im europäischen Ausland. Sie brauchen eine Genehmigung für einen Drohnenflug in Dänemark? Die bekommen Sie ganz einfach online, erklärt ein Leser. Sie benötigen eine Steuernummer in Kroatien, weil Sie ein Ferienhaus kaufen wollen? Geht innerhalb von zwei Minuten, online. Unsere Leser haben uns viele Beispiele genannt. Den Verwaltungen mag man zurufen: Das Internet ist kein Neuland mehr! Wird Zeit, dass auch in die Rathäuser die neue Zeit einzieht.

Trickreich Bei der Wiedereröffnung des Kinos in Bargteheide wolle man sich Zeit lassen, Druck solle es nicht geben, noch im Frühjahr wolle man wieder Filme zeigen, so hört man. Derzeitiges Hauptproblem ist der fehlende Projektor. Den ursprünglichen Projektor hat der ehemalige Betreiber mitgenommen, er gehört ihm. Die Kosten für eine neue Technik belaufen sich zwischen 50 000 bis 80 000 Euro, sagen Leute, die sich damit auskennen. Allerdings ist die Finanzierung in Bargteheide noch völlig ungeklärt. Unsere Karikaturistin hat da eine ganz eigene Idee, wie die Zuschauer unterhalten werden können: mit Schattenspielen…

Signal Aus dem Finanzausschuss der Kreisstadt hört man, dass er sich in der Zukunft die „Freiwilligen Leistungen“ der Stadt genauer anschauen möchte. Das sind jene Aktivitäten, die nicht vom Gesetzgeber vorgegeben sind, wie die VHS, die Bibliothek, die Schwimmhalle, das Kub oder die Schulsozialarbeit. Was für ein trauriges Signal ist das aber eigentlich an die Bürger, bei allgemein sprudelnden Steuereinnahmen in der Kreisstadt des wirtschaftlich stärksten Kreises im Land Einsparungen vornehmen zu wollen. Gerade die freiwilligen Leistungen machen eine Stadt ja erst besonders und attraktiv. Sowohl für Unternehmen und als auch für Arbeitnehmer, die von den Unternehmen benötigt werden.

enttarnend „Ich bin ja gegen Rechtsradikale, aber…“, bekommt man in Bad Oldesloe von manchen Mitbürgern zu hören. Der Auslöser: Das Oldesloer Oho-Kino wird den Dokumentarfilm „Wildes Herz“ über den Frontmann der linken Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ zeigen. Sänger Monchi engagiert sich seit langem gegen Rechts. In frühen Jahren hat die Band durchaus radikale Texte geschrieben. Daraus schließen „Kritiker“ nun, dass der Film zur Gewalt aufrufe. In Bad Schwartau wurde der Film nicht gezeigt, weil rechte Wirrköpfe mit Anschlägen drohten. Doch bevor man hier jetzt über Kunstfreiheit spricht, lässt sich etwas viel einfacheres entgegnen. Es handelt sich um eine Dokumentation, und die macht nichts weiter, als etwas zu dokumentieren. Dann kann der Zuschauer selbst entscheiden, wie das auf ihn wirkt. Schaut man sich eine Dokumentation über Großwildjäger an, geht man doch auch nicht auf Jagd oder wird jemand direkt zum Piraten, nachdem er eine Piraten-Dokumentation sah? Es ist schon beschämend, wie wenig Reflexionsvermögen den Mitmenschen zugetraut wird.

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