Archiv der Kategorie: Presseartikel

Angst vor Corona-Impfung unbegründet

Lübecker Nachrichten   24.01.2021

Der Pandemiebeauftragte in Schleswig-Holstein, Dr. Hans-Joachim Commentz, erklärt, warum viele Gerüchte über den Corona-Impfstoff Unsinn und welche Nebenwirkungen wirklich realistisch sind

Von Sven Wehde

Bad Segeberg. Dr. Hans-Joachim Commentz ist der Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) mit Sitz in Bad Segeberg. Der Allgemeinmediziner und Notarzt koordiniert unter anderem die mobilen Impfteams, die derzeit die Seniorenheime im Norden besuchen.

In der Bevölkerung gibt es immer noch viel Verunsicherung bezüglich des neuartigen Corona-Impfstoffs „Comirnaty“ der Firma BioNTech, der derzeit in Schleswig-Holstein geimpft wird.

Ja, und was wirklich falsch ist, ist der Glaube, dass es ein ganz neuer Impfstoff ist, der wissenschaftlich auf die Schnelle durchgeprügelt wurde. Das stimmt nicht. Richtig ist, dass die mRNA-Impfstoffe schon jahrelang in der Entwicklung sind. Im Frühjahr, nachdem man das Virus im Februar identifiziert hatte, haben sich die Wissenschaftler nur dafür entscheiden müssen, ihre ganze Forschung auf diese mRNA-Technik zu konzentrieren. Dadurch ist alles schneller gegangen.

Konnten denn aber durch diese Beschleunigung trotzdem alle Sicherheitsstandards bei der Entwicklung eingehalten werden?

Ja, vollkommen. Es ist so: Bei der Entwicklung eines Medizinproduktes müssen vor der Zulassung verschiedene Phasen durchlaufen werden, wobei die Phase 3 der entscheidende Durchlauf am Menschen ist. Normalerweise werden die Phasen alle nacheinander durchlaufen, und zwischendurch gibt es immer wieder langwierige Auswertungen. Das geht häufig über Jahre. Das Prinzip dieser Phasen ist auch bei dieser Entwicklung eingehalten worden, nur dass man dieses Mal die Phasen nahezu gleichzeitig nebeneinander hat laufen lassen und so Zeit eingespart hat und somit bereits nach neun Monaten alle Testergebnisse und Auswertungen zur Verfügung hatte. Aber es ist trotzdem alles genau so gemacht und eingehalten worden wie vorgeschrieben. Da wurden keine Tests weggelassen. Das geht auch gar nicht anders. Unsere Stiko (Anm. der Redaktion: Ständige Impfkommission, ein Expertengremium für die Impfempfehlungen in Deutschland) ist so vorsichtig und zurückhaltend, der Impfstoff wäre sonst nie zugelassen worden.

Wie lief denn die Phase 3 ab?

Es gab 44 000 Freiwillige, die geimpft wurden. Die einen haben den Biontec-Impfstoff bekommen, die anderen ein Placebo. Niemand wusste aber, was er bekommen hatte. Dann konnte man die Nebenwirkungen beobachten, indem man dokumentierte, ob in der geimpften Gruppe etwas häufiger auftritt als in der Placebo-Gruppe. Fachlich nennt sich so etwas „Doppelblindstudie“.

Und gibt es Nebenwirkungen?

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Oldesloer Stadtwerke sanieren marode Abwasserleitung

Lübecker Nachrichten   24.01.2021

Statt die korrodierten Rohre auszutauschen zu müssen, kann ein vereinfachtes Reparaturverfahren angewendet werden. Ein Teil der Hagenstraße wird während der Arbeiten nachts gesperrt.

Der Düker, der an der Lübecker Straße unter der Trave verläuft, wird erneuert.fotos: Dorothea von Dahlen/bettina albrod/hfr

Bad Oldesloe. Eine etwas ungewöhnliche Konstruktion zieht die Blicke an der Hagenstraße in Bad Oldesloe auf sich. Gewissermaßen auf Stelzen ist dort übergangsweise ein Stück der Schmutzwasserleitung gestellt worden. Das war nötig, damit die unterhalb der Trave verlaufende Druckleitung saniert werden kann. Während der Arbeiten wird das Abwasser also vom Ende der Mühlenstraße aus nach Art eines Bypasses oberirdisch zur Travebrücke in die Hagenstraße transportiert, um auf der anderen Flussseite wieder in den bestehenden Kanal einzumünden. Erneuert werden muss aber auch der Sandfang, mithilfe dessen die mineralischen Verunreinigungen aus dem Abwasser entfernt werden.

Düker stammt aus den frühen 1960er Jahren

„Wir haben das Glück, hier nach dem Verfahren des Schlauchlinings vorgehen zu können“, sagt Telse David, zuständig für den Bereich Abwasserkanalisation bei den Stadtwerken Bad Oldesloe. Dabei werde das unter der Trave verlaufende Rohr nicht ausgetauscht, sondern von innen durch einen besonders beständigen Schlauch verstärkt. Diese vereinfachte Form der Sanierung funktioniere jedoch nicht an allen Stellen im Kanalnetz der Kreisstadt. Wenn der Querschnitt einer sehr alten Leitung dem Abwasseraufkommen nicht mehr standhalte oder im Falle eines Rohrbruchs, sei ein oberirdischer Austausch nicht mehr zu vermeiden. Dass das in den frühen 1960er Jahren verlegte Stahlrohr des Dükers an vielen Stellen korrodiert sei, habe sich übrigens bereits vor zwei Jahren bei einer Kamerauntersuchung herausgestellt. Um den Verkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, wird die Sanierung von Düker und Sandfang in die Nacht verlegt.

Ab Montag, 25. Januar, muss dazu nämlich die Hagenstraße hinter dem Peters-Parkplatz bis zur Einmündung Lübecker Straße zwischen 21 Uhr und 6 Uhr gesperrt werden. Tagsüber ist die Strecke frei passierbar. Die Schlauchsanierung wird laut Telse David relativ rasch vonstattengehen. Länger dauern werde die Erneuerung des Sandfangs. Die Arbeiten zögen sich voraussichtlich bis Mitte beziehungsweise Ende März hin. dvd

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Das Rohr-Rätsel in der Innenstadt

Stormarner Tageblatt  25.01.2021

Überirdische, blaue Leitungen sorgen in Bad Oldesloe für Diskussionsstoff

Das Rohrsystem in der Bad Oldesloer Mühlenstraße sorgt für Irritationen.  niemeier
Das Rohrsystem in der Bad Oldesloer Mühlenstraße sorgt für Irritationen. niemeier

BAD OLDESLOE Blaue Rohre, die über den Köpfen der Passanten in der Mühlenstraße bis zur Lübecker Straße installiert wurden, lassen in Bad Oldesloe die Gerüchteküche brodeln. Von Bewässerungsanlagen, einem Abflusssystem bei Hochwasser bis hin zu angeblichen Luftfiltern reichen in den sozialen Netzwerken die abenteuerlichen, fantasiereichen Erklärungen für das Konstrukt.
Doch was steckt wirklich dahinter? Es sind überirdische Ersatzleitungen, die Schmutzwasser ableiten, damit ein unter der Trave verlaufendes Rohrsystem zeitgleich saniert werden kann. Während an diesem sowie an dem Sandfang und Filter gearbeitet wird, braucht es natürlich einen anderen Weg, um das Schmutzwasser abfließen zu lassen und das ist temporär durch die blauen Rohre erstellt worden.
Die in den 1960er Jahren verlegten betroffenen Rohre, die unter der Trave verlaufen und im Laufe der Jahre korrodiert sind, werden dabei nicht ausgetauscht, sondern lediglich verstärkt. Das verhindert aufwendige Tiefbauarbeiten.
Ab Montag, 25. Januar, muss trotzdem die Hagenstraße von der Ausfahrt des Peters-Parkplatz bis zur Lübecker Straße jede Nacht von 21 bis 6 Uhr gesperrt werden. Geplant sind diese nächtlichen Sperrungen bis ungefähr Ende März. nie

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Ein Corona-Samstag in der Kleinstadt-Fußgängerzone

Stormarner Tageblatt  25.01.2021

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Auch neues Semester im Corona-Modus

Stormarner Tageblatt  25.01.2021

Die Oldesloer Musikschule startet zunächst online ins neue Halbjahr und kämpft in der Pandemie ums Überleben

Die Oldesloer Musikschule startet zunächst online ins neue Semester. susanne rohde
Die Oldesloer Musikschule startet zunächst online ins neue Semester. susanne rohde

Susanne Rohde
BAD OLDESLOE Nicht nur die öffentlichen Schulen, auch alle Volkshochschulen und Musikschulen sind derzeit im „Online-Modus“: digitaler Fernunterricht anstatt persönlichem Präsenzlernen. Das stellt auch die Oldesloer Musikschule vor große Probleme, nachdem bereits im vergangenen Jahr nach einem Lockdown die Unterrichtsräume im Kultur- und Bildungszentrum nur für wenige Monate wieder geöffnet werden konnten. Das neue Frühjahrsprogramm startet jetzt erst einmal wieder im Shutdown mit Online-Unterricht zu Hause.

Musikschule versucht zu überleben
„Das ist eine absolute Herausforderung für uns. Wir sind in einem Überlebensmodus, wie so viele andere Vereine auch“, sagt Marian Henze. Der Musikschulleiter ist aber erleichtert, dass sich die coronabedingten Abmeldungen in Grenzen halten. So fiel der Schülerrückgang von sieben Prozent im vergangenen Jahr nur als kleiner „Knick“ recht gering aus. Zurzeit werden rund 1900 Schülerinnen und Schüler von 60 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet.
„Unsere Dozenten lassen sich gut auf den digitalen Unterricht ein. Fast 85 Prozent der Lehrer sind mit starken und alternativen Konzepten aktiv beim Online-Unterricht dabei, um ihre Schüler zu halten“, so Marian Henze, der selbst Gesang unterrichtet. Zwar gebe es jetzt erst einmal starke Einschnitte bei den Angeboten, die zurück gefahren werden mussten, aber es sind auch einige neue im Programm.
Das landesweite Projekt „Musikschule Digital“ (MS Digital) bringe viele neue Ideen und eine Aufbruchstimmung in den Unterricht. An der Oldesloer Musikschule gebe es dafür bereits elf iPads. „Wir starten demnächst ein Projekt zum Komponieren mit iPads, außerdem werden einige Fachlehrer über den Einsatz von Apps im Unterricht forschen“, erzählt Henze. „Die Apps und die Arbeit mit den iPads bleiben auch später ein fester Bestandteil im Präsenzunterricht“, betont der ausgebildete Tenor.

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