Archiv der Kategorie: Presseartikel

Der Müll der Anderen

Stormarner Tageblatt  27.05.2020

Seit Wochen wird zwischen Bürgerpark und Exer jede Menge Unrat abgeladen / Aufgeräumt und entsorgt wird nicht

Autoreifen, Matratzen, Altkleider und Möbelstücke: Illegaler Müllplatz zwischen Bürgerpark und Jugendfreizeitstätte.Nie
Autoreifen, Matratzen, Altkleider und Möbelstücke: Illegaler Müllplatz zwischen Bürgerpark und Jugendfreizeitstätte.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Wie man auf die Idee kommen kann, seinen Müll einfach ignorant und illegal in der Öffentlichkeit zu entsorgen, bleibt schleierhaft.

Seitdem die Altkleider- und Papiercontainer am Bürgerpark in Bad Oldesloe abgezogen wurden, hat sich dort eine kleine, illegale Müllhalde entwickelt. Und die lässt sich durchaus nicht nur damit erklären, dass frustrierte Bürger aus Wut über die entfernten Container einfach die Dinge hinterlassen haben, die eigentlich in jenen Containern hätten entsorgt werden sollen.

Denn für Tische, Matratzen und Autoreifen war hier auch vorher schon nicht der richtige Ort. Doch Tag für Tag, Woche für Woche wird der Stapel größer, der durchaus in Sachen Brandschutz und auch mit Blick auf Hygiene im öffentlichen Raum eine Gefahr darzustellen ist. Doch entfernt wird der Müll offensichtlich nicht. Die Stadtverwaltung hat das Geschehen zwar nach eigener Aussage im Blick, verweist aber darauf, dass es hier ein schwebendes Verfahren gebe, wer denn nun zuständig sei, wie Stadtsprecherin Agnes Heesch mitteilte. Man selbst sieht sich offenbar nicht in der Verantwortung.

Fakt ist: Mitte April mussten die Kleidercontainer im Stadtgebiet auf politischen Beschluss hin entfernt werden (wir berichteten). Am Bürgerpark gehörten diese der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH). Bei der Entfernung der Altkleidercontainer setzte man auch gleich quasi in einem Rutsch die Papiercontainer um.

„Im Zuge des Abzugs der Altkleider-Container haben wir an diesem Standort auch die Altpapier-Container abgezogen. Diese stehen jetzt an anderen Standorten im Stadtgebiet. Damit hat sich die Anzahl der zu nutzenden Altpapiercontainer in Bad Oldesloe nicht geändert. Solche Veränderungen finden im Rahmen von Standplatzoptimierungen – zum Beispiel, wenn es immer wieder zu Verunreinigungen kommt oder ein Standplatz aus anderen Gründen nicht geeignet ist –, auch in anderen Kommunen statt“, so AWSH-Sprecher Olaf Stötefalke. Dass dort, wo zuvor die Container standen, nun illegal Papier, Kleidung und anderer Müll entsorgt werde, sei nicht das Problem seines Unternehmens. „Für die Entsorgung illegal abgelagerter Abfälle auf öffentlichen Flächen einer Kommune ist letztlich die jeweilige Verwaltung zuständig“, sagt Stötefalke. Die Stadtverwaltung gab auf mehrfache Nachfrage dazu kein Statement ab.

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Herzstück im Herrenhaus gerettet

Stormarner Tageblatt  26.05.2020

Kultur-Gut Altfresenburg erfreut über geglückte Restaurierung für 25.000 Euro

Das historische Treppenhaus im Herrenhaus des bei Bad Oldesloe gelegenen Guts wurde erfolgreich restauriert. Kultur-Gut
Das historische Treppenhaus im Herrenhaus des bei Bad Oldesloe gelegenen Guts wurde erfolgreich restauriert. Kultur-Gut

Bad Oldesloe 25.000 Euro stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im vergangenen Jahr für die Wiederherstellung des Treppenhauses im Herrenhaus von Gut Altfresenburg bei Bad Oldesloe zur Verfügung. Nun wurden Arbeiten abgeschlossen und die Fördergelder ausbezahlt. Bekannt geworden ist das Gebäude über die Region hinaus durch den Film „Honig im Kopf“ mit Til Schweiger – der dort später auch das US-Remake mit den Topstars Nick Nolte, Jacqueline Bisset und Matt Dillon gedreht hat.

Die Treppenanlage ist das Herzstück des zweigeschossigen, weiß geputzten Backsteinbaus. Es ist zugleich ein Charakteristikum der architektonischen Formensprache des für Holstein bestellten Landbaumeisters Christian Frederik Hansen, der auch das Rathaus der Stadt Bad Oldesloe und den Neubau des 1795 abgebrannten Schlosses Christiansborg in Kopenhagen errichtete. Für die Gutshof Altfresenburg GmbH & Co KG als Bauherrenschaft ist die ökologische und denkmalgerechte Sanierung – und damit ein nachhaltiges Leben und Arbeiten in sozialer Gemeinschaft – Grundvoraussetzung für die Arbeiten an dem gegen Ende des 18. Jahrhunderts für den Kammerherrn Hugo von Buchwald errichteten Bauwerks. Die 38 Mitglieder starke Gesellschaft hat das Anwesen mit der historischen Gutsanlage 2016 in einem sanierungsbedürftigen Zustand übernommen und wird bei ihrem Bemühen um Erhalt und denkmalgerechte Wiederherstellung von dem Verein Kultur-Gut Altfresenburg unterstützt.

Nachdem zunächst der originale Treppenverlauf wiederentdeckt worden war, konnten die Arbeiten mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beginnen. Der Rückbau der Treppe übernahmen auch mit den Handwerkern des Vereins. Der um 1910 veränderte Treppenverlauf ins Untergeschoss wurde durch Entfernung eines verschlossenen Treppenauges und eines Teppichs wieder original erlebbar gemacht.

Die nach vielen Jahren wieder freigelegten und von Kleber befreiten historischen Treppenstufen mussten nur in wenigen Teilen ersetzt werden. Befunde der bauzeitlichen Farben ermöglichten eine weitestgehende Annäherung an die ursprüngliche Farbgebung. Dazu mussten jedoch zuvor mehrere Farbschichten freigelegt werden.

Die Gutsanlage liegt in der Nähe der Trave und des Naturschutzgebiets Brenner Moor unweit der Kreisstadt. Das Herrenhaus ist Bestandteil einer Hofanlage am See. Gut Altfresenburg gehört zu den 210 Projekten, die die private DSD dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie den Mitteln der Glücks-Spirale allein in Schleswig-Holstein fördern konnte. st

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Unterricht mit Abstand: Klasse 8 legt los

Lübecker Nachrichten   26.05.2020

Präsenzunterricht an TSS wird ausgeweitet – Projekte der Perspektivschule laufen an

Von Sandra Freundt

Bad Oldesloe. Über die Nachricht, dass die Theodor-Storm-Schule (TSS) zur Perspektivschule ernannt worden ist, konnte sich Schulleiter Martin Nirsberger zunächst nicht lange freuen. Denn gerade mal eine Woche nach der Bekanntgabe wurden sämtliche Schulen in Schleswig-Holstein aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Nun aber geht es langsam wieder los. Die neunten und zehnten Jahrgänge bereiten sich schon seit einigen Wochen auf ihre Abschlüsse, den ersten (ESA) und den mittleren (MSA) Schulabschluss vor, nun bekommen auch die knapp 70 Schüler des achten Jahrgangs wieder Präsenzunterricht. „Natürlich unter strengsten Hygienemaßnahmen und den nötigen Sicherheitsabständen und immer nur in kleinen Gruppen in verschiedenen Räumen“, betont Nirsberger.

Das hat in den höheren Jahrgängen bereits gut funktioniert, sodass er zuversichtlich ist, dass es jetzt auch mit den drei achten Klassen keine Probleme geben wird, zumal die einzelnen Jahrgänge an unterschiedlichen Tagen in die Schule kommen. Für die Förder- und DaZ-Schüler (Deutsch als Zweitsprache) stehen der TSS zudem die Räumlichkeiten der Schule am Kurpark zur Verfügung. „Es geht voran, wenn auch in kleinen Schritten“, sagt der TSS-Schulleiter und glaubt daher auch fest an eine Perspektive zum Präsenzunterricht für die Klassenstufen fünf bis sieben noch vor den Sommerferien.

Daher kann Martin Nirsberger nun auch die Förderungen der TSS durch die Ernennung zur Perspektivschule weiter vorantreiben. Einige Projekte gab es an der Gemeinschaftsschule vorher schon wie beispielsweise die Flexklassen. In ihnen sind starke Förderschüler und leistungsschwache Regelschüler vereint und haben die Möglichkeit, ihren Abschluss innerhalb von drei statt zwei Jahren zu erreichen. „Bildungsdefizite werden dabei behoben, der Arbeitsmarkt durch vier Berufspraktika besser kennengelernt, sodass sich die Chancen, nach dem Abschluss auf dem Berufsmarkt Fuß zu fassen, erhöhen“, erklärt Nirsberger das Prinzip. Des Weiteren bietet die TSS durch viele Lernförderprogramme bessere Differenzierungsmöglichkeiten. Durch eine Kooperation mit der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe ist auch das Erreichen der Fachhochschulreife oder des Abiturs möglich.

Natürlich ist auch die Digitalisierung ein wichtiges Thema. „Da sind wir aber durch das Homeschooling und den digitalen Unterricht ganz gut davor“, sagt der TSS-Schulleiter, der in diesem Zusammenhang sein Kollegium lobt: „Alle leisten wirklich viel und sind sowohl für den Präsenzunterricht am Vormittag als auch auf den Online-Unterricht bestens vorbereitet.“

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Oldesloer Kulturszene fährt vorsichtig hoch

Stormarner Tageblatt  25.05.2020

Inken Kautter freut sich über den Neuanfang im Kub und anderswo

Derzeit mehr  Ruhestätte statt Musentempel: Bad Oldesloes  Kultur- und Bildungszentrum. nie
Derzeit mehr Ruhestätte statt Musentempel: Bad Oldesloes Kultur- und Bildungszentrum. nie
Kub-Chefin Inken Kautter.Nie

Kub-Chefin Inken Kautter.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Auch die Oldesloer Kulturszene ist in der Corona-Krise per Notbremsung zum unerwarteten Halt bei voller Fahrt gekommen. Veranstaltungen sind seit Mitte März komplett abgesagt, Pflasterart ist in den Herbst verlegt, der Kulturtag wird erst 2021 wieder stattfinden und das Stadtfest wurde sogar bis ins Jahr 2022 verschoben.

Das ansonsten zu dieser Jahreszeit lebendige Treiben im Kultur- und Bildungszentrum ist vollständig zum Erliegen gekommen. Wo sich Sprachschüler, Musiker, Zuschauer und Cafébesucher treffen, herrscht seit zwei Monaten gähnende Leere.

Mit den aktuellen Lockerungen der Landesregierung kann der Betrieb nur sehr langsam wieder ein wenig hochgefahren werden.

Als erste Institution hat die Musikschule ihren Einzelunterricht wieder aufgenommen. In dieser Woche öffnet erst das Café, dann möchte die Volkshochschule zumindest schon mal ihre wichtigen Sprachkurse fortsetzen und die Stadtinfo wird wieder Öffnungszeiten anbieten können – wenn auch voraussichtlich stark eingeschränkt an zunächst nur zwei Tagen in der Woche.

Bad Oldesloes Inken Kautter freut sich über den Neuanfang, auch wenn die Vorsicht die nächsten Schritte prägt. „Natürlich würde ich lieber eine Wiedereröffnungsfeier mit ganz vielen Menschen machen, aber das müssen wir uns für später aufheben“, sagt sie lachend. Kultur und Bildung zu vermitteln und dabei die bestehenden Regelungen einzuhalten sei ein schwieriger und wackeliger Drahtseilakt. „Wir lernen gerade umzudenken“, sagt die Kulturmanagerin: „Fast alles, was wir geplant hatten, ist so erst einmal nicht möglich.“ Die Veranstaltungen aus dem Kub-Spielplan, die bis zur Sommerpause stattfinden sollten sind alle verschoben oder abgesagt worden.

Die „Normalität“ im Veranstaltungsbetrieb ist noch nicht wieder in Sicht. Die Grenze von maximal 50 Zuschauern und die Abstandsregeln machen es zur Zeit schwer, klassische Veranstaltungsformate umzusetzen.

„Wirtschaftlich wie atmosphärisch ist das eine Herausforderung für alle Kultursparten“, so Kautter: „Wir müssen uns fragen, was zur Zeit möglich ist und mit den Einschränkungen umgehen. Wir könnten vielleicht zum Beispiel kleine Lesungen im Park anbieten, sobald es wärmer wird.“ Die Kub-Chefin und ihr Team arbeiten daher mittlerweile ganz konkret an kontaktarmen Kunstprojekten, um die Kultur in Bad Oldesloe weiterhin sichtbar zu halten.

Zum Beispiel wird die Bevölkerung aufgerufen, ihre Gedanken dazu, was in zehn Jahren von der Corona-Krise bleiben wird, schriftlich mitzuteilen. Alle eingehenden Anschreiben werden ungelesen in einer Zeitkapsel vergraben und erst im Jahr 2030 wieder gehoben und dann laut vorgelesen.

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In der Festhalle: Stadtverordnete tagen wieder

Stormarner Tageblatt  25.05.2020

In der Festhalle: Stadtverordnete tagen wieder

Bad Oldesloe Heute Abend soll die erste Stadtverordnetenversammlung seit Ausbruch der Coronakrise stattfinden – wegen der notwendigen Abstandsregelungen nicht wie gewohnt im Kub, sondern ab 19.30 Uhr in der Festhalle. „Aufgrund der aktuellen Situation ist auch von Besucherinnen und Besuchern ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und die Abstandsregeln einzuhalten“, so Bürgerworthalterin Hildegard Pontow. Unter anderem soll über den Antrag der Wirtschaftsvereinigung beraten werden, Sondernutzungs- und Standgebühren wegen der Corona-Verluste des Einzelhandels zu erstatten. Auch über eine Veränderungssperre im Gewerbegebiet Südost wird diskutiert. Die FBO betont, dass nur wichtige und nicht verschiebbare Themen behandelt werden. Es sei wichtig, Abstände zu wahren und Präsenztreffen nur dann zu veranstalten, wenn sie nicht vermeidbar seien. Das Risiko für alle solle so gering wie möglich gehalten werden. Dasselbe gelte für mögliche Ausschüsse im Juni, teilte der FBO-Fraktionsvorsitzende Matthias Rohde mit. nie

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