Bad Oldesloe nicht reif für die Insel

Stormarner Tageblatt  04.07.2020

Bürgermeister Jörg Lembke sieht Berichterstattung als Grund für politischen Gegenwind

Die Bürgermeisterinsel in Bad Oldesloe wird die nächsten Jahre wohl  unverändert bleiben. Nie
Die Bürgermeisterinsel in Bad Oldesloe wird die nächsten Jahre wohl unverändert bleiben. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Kleine Konzerte oder auch Hochzeiten auf einer Freiluft-Bühne, dazu eine Zuschauertribüne am Ufer: Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke hatte Visionen mit Blick auf die Bürgermeisterinsel am Exer. Der Bereich sollte so weiter verschönert werden und eine neue Attraktion bieten. Erstmals erwähnte er seine Ideen vor zwei Jahren bei einem Sommerinterview mit dem Stormarner Tageblatt und fing sich direkt scharfen Gegenwind aus der Lokalpolitik ein. Tenor: Wie kann ein Verwaltungschef der Presse eine Projektidee präsentieren, von der die Lokalpolitik noch nie gehört hat?

Eine „Motte“ auf der Insel

Ein Jahr später, also im Sommer 2019, betonte Lembke, dass er die Pläne für 2020 vorantreiben und sie der Politik vorlegen wolle. Darin sehe er prinzipiell auch gar kein Problem. Es sei ja nur eine Vorplanung – so der Verwaltungschef damals. Immer mehr Kritiker schalteten sich derweil in die Diskussion ein und andere Ideen kamen auf den Tisch. So habe die Bürgermeisterinsel durchaus eine historische Bedeutung, war zu erfahren. Denn auf ihr soll einst eine „Motte“ – eine Art Wachturm – gestanden haben. Weitere Bürger brachten sich nach diesen historischen Ausführungen ins Spiel und schlugen vor, dass man ja vielleicht eine solche Motte als kleines Freilichtmuseum wieder aufbauen könnte. Naturschützer betonten, dass das alles nicht in Frage käme, denn die Bürgermeisterinsel sei ein Refugium für Wasservögel. Sie stellten auch die Frage, was mit den Fledermäusen passieren solle, die dort beheimatet sind.

Kurzum: Die Diskussion geriet aus dem Ruder. Konkrete Ideen oder Vorschläge, wie genau ein Umbau der kleinen Insel aussehen könne, wurden in der Politik derweil nicht diskutiert. Gelder, die für erste Planungen im Jahr 2020 vorgesehen waren, wurden in den Haushaltsberatungen durch die Lokalpolitik mehrheitlich gestrichen. Daher weiß man auch zwei Jahre, nachdem die Idee geäußert wurde, noch nicht, wie es weitergehen könnte.

Die Schuld daran sieht der Bürgermeister jetzt in der Berichterstattung. „Ich habe eigentlich damals nur meine kleine Idee geäußert. Daraus wurden dann immer mehr Artikel und Meinungen. Das hat zu viel Gegenwind aus der Politik geführt, die sich übergangen fühlte“, so Lembke. Er gab daher jetzt bekannt, dass er das Projekt „Bürgermeisterinsel“ auf Eis gelegt habe. „Ich werde das nicht mehr so schnell anfassen. Vielleicht auf andere Weise in einer möglichen zweiten Amtszeit“, so Lembke. Es sei alles als konkreter wahrgenommen worden, als es gewesen sei, obwohl es ja zunächst einfach nur mal ein Vorschlag sein sollte. Die öffentlichen Reaktionen hätten ihn erstaunt. Teile der Lokalpolitik hatten sich direkt komplett gesperrt, weil sie sich nicht rechtzeitig informiert fühlten. Der öffentliche Vorstoß des Bürgermeisters war von einigen Fraktionen als Beispiel dafür gesehen worden, dass dieser sich zu viele Alleingänge leiste.

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Oldesloer Handballer frustriert: Stadt gibt Stormarnhalle nicht frei

Lübecker Nachrichten   03.07.2020

Sportler der SC Union dürfen nicht trainieren – Lokalpolitiker kritisieren den Bürgermeister

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Eigentlich könnten die Handballer des SC Union in Bad Oldesloe schon längst wieder richtig trainieren. Doch während andere Teams in Schleswig-Holstein von den Corona-Lockerungen profitieren, welche die Landesregierung seit dem 18. Mai wieder zugelassen hat, stehen die Oldesloer Handballer nach eigenen Angaben immer noch vor verschlossenen Türen. Die Stadtverwaltung gibt die Stormarnhalle, in der sie hauptsächlich trainiert haben, nicht frei. Bis vor einigen Wochen bestand zwar noch die Notwendigkeit, sie im Falle einer eskalierenden Corona-Krise als Ersatzkrankenhaus freizuhalten. Doch angesichts rapide sinkender Infektionszahlen hat der Kreis die Reservierung dafür zurückgezogen. Deshalb hatte sich Abteilungsleiter Oliver Arndt direkt an den Bürgermeister gewandt, um eine Öffnung für den Sport zu ermöglichen – doch ohne Erfolg.

„Sieben Jugend- und drei Erwachsenenmannschaften sind dadurch völlig blockiert“, sagt Arndt geknickt. In den 1950er Jahren sei Handball auch auf dem Feld gespielt worden. Aber inzwischen sei es eine reine Hallensportart. Aus Solidarität hätten jetzt Oldesloer Fußballteams dem SC Union von ihren Trainingszeiten auf den Rasenplätzen etwas abgegeben. Doch letztlich brauchten die Teams echte Bedingungen auf festem Boden, um ihr Spiel verbessern zu können. Und da gebe es in Bad Oldesloe nun einmal kaum Alternativen zur Stormarnhalle. Nicht zuletzt müsse der Handballverband Schleswig-Holstein (HSVH) schon bald wissen, welche Mannschaften sich nach den Sommerferien wieder zum Punktspiel melden.

„90 Prozent unserer Trainingszeiten absolvieren wir normalerweise in der Stormarnhalle. Sie ist neben der Heinrich-Vogler-Halle die einzig größere, auf die die Stadt noch nach den Ferien Zugriff hat. Denn darauf kommt es uns an“, sagt Arndt. Beginne der Unterricht wieder, seien auch die Sporthallen in den Schulen so gut wie ausgebucht. „Aber der Bürgermeister bleibt dabei, dass die Stormarnhalle für politische und andere Großveranstaltungen reserviert bleiben muss. Er schreibt sogar, dass dort erst wieder Sport stattfinden kann, wenn die Landesregierung die Abstandsregelungen aufhebt. Dann können wir einpacken. Ich finde das sehr bedauerlich. So geht man mit Ehrenamtlichen in einer Stadt einfach nicht um“, sagt der Abteilungsleiter. Immerhin sei es den Oldesloer Handballern gelungen, eine Spielgemeinschaft mit dem VfL Rethwisch zu bilden.

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Freies WLan im Bürgerpark und auf dem Exer

Lübecker Nachrichten   03.07.2020

Bad Oldesloe bietet dort in einem großen Bereich einen kostenlosen Zugang zum Internet über die Vereinigten Stadtwerke an

Kostenlos ins Internet: Das ermöglichen auf dem Oldesloer Exer jetzt die Vereinigten Stadtwerke. foto: Markus carstens

Bad Oldesloe. Wer schnell mal die aktuellen Fußballergebnisse checken will oder die Öffnungszeiten der Oldesloer Innenstadt-Geschäfte, der muss im Bürgerpark und auf dem Exer in Bad Oldesloe künftig nicht mehr das Datenvolumen seines Smartphones einsetzen. Schon seit einiger Zeit gibt es dort freies WLan, angeboten von der Stadt über die Vereinigten Stadtwerke. „Durch Corona haben wir das bisher gar nicht öffentlich gemacht“, sagte Bürgermeister Jörg Lembke im Rahmen eines Pressegesprächs. Es gebe drei Hotspots an der Stormarnhalle, der Skateranlage und dem Kunstrasenplatz. Das WLan sei bis zur Jugendherberge zu empfangen.

Wer es aufruft, muss die Nutzungsbedingungen der Stadtwerke akzeptieren und kann dann sofort lossurfen. Eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht. „Ein toller Mehrwert für unsere Gäste, für die Jugendlichen und Sportler“, meint Stadtsprecherin Agnes Heesch.

Und bei 1000 MBit pro Sekunden könnten sich auch viele Personen gleichzeitig einloggen. Insgesamt passe das Angebot hervorragend in der Gesamtkonzept des Bürgerparks. mc

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Radhaus-Bau: Suche nach Blindgängern am Bahnhof

Lübecker Nachrichten   02.07.2020

Radhaus-Bau: Suche nach Blindgängern am Bahnhof

Der Bagger steht schon bereit: In Bad Oldesloe kennt man die Bilder, wenn die Schaufel eines Baggers den Deckel eines ausgegrabenen Lochs fest fixiert. Dann liegt ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg darunter. Am Bahnhof hängt die Schaufel derzeit noch in der Luft. Heißt: Der Kampfmittelräumdienst hat noch nichts gefunden. Dreimal in den vergangenen Jahren wurden im Zuge von Bauarbeiten Fliegerbomben in der Nähe des Bahnhofs gefunden, dreimal folgten großflächige Evakuierungen, dreimal ging alles gut, wurden die Blindgänger fachmännisch entschärft. Zuletzt vor knapp zwei Jahren im Neubaugebiet Claudiussee. Hintergrund: Am 24. April 1945 flogen die Alliierten einen großen Bombenangriff auf Bad Oldesloe, Hunderte Sprengkörper wurden in der Nähe des Bahnhofs abgeworfen; nicht alle explodierten.

Weil jetzt direkt am Bahnhof ein Fahrrad-Parkhaus gebaut wird, sind die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes wieder in Bad Oldesloe, um den Untergrund zu untersuchen. Sie haben zwar auch Luftbilder von Einschlägen zur Verfügung, müssen aber natürlich auch den Boden direkt vor Ort inspizieren. Dafür werden Löcher gebohrt und dann Sonden hinuntergelassen.

Auf dem Platz zwischen den Gleisen 4 und 5 soll spätestens im Frühjahr 2021 ein Radhaus mit 136 Stellplätzen stehen. Text/Foto: Markus Carstens

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Oldesloer beschweren sich über die Verkehrssituation

Stormarner Tageblatt  02.07.2020

In der Grabauer Straße und in der Theodor-Storm-Straße wächst die Kritik an Lkw und Rasern

In der Theodor-Storm Straße gilt eigentlich Tempo 30. Nie
In der Theodor-Storm Straße gilt eigentlich Tempo 30. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Haben die Oldesloer Stadtverwaltung und die Lokalpolitik eine Zusage nicht eingehalten? Wenn es nach den Anwohnern der Grabauer Straße geht, dann ist genau das passiert. Im Sommer 2019 sammelten eben diese Anwohner der viel befahrenen Straße Unterschriften, um sie der Stadtpolitik und der Verwaltung zu übergeben. Das Ziel ihrer Bestrebungen: Der Lkw-Verkehr soll raus aus der Grabauer Straße. Und das habe verschiedene Gründe. Auf der einen Seite stehe der Lärm, den die mobilen Schwergewichte verursachen und manche Anwohner um ihren Schlaf bringen. Hinzu kämen laut der Beschwerdeführer so starke Erschütterungen, dass sie Angst um ihre Häuser haben. Außerdem sei es unverantwortlich, dass Lkw in dieser Menge über die Straße geführt werden, obwohl dort auch jeden Morgen reger Schulverkehr stattfinde.

Im Herbst und Winter 2019 habe man es in den politischen Gremien in der Folge so aufgefasst, dass die Stadt sich des Problems annehmen werde. Die Frage, die die Anwohner umtreibt: Warum ist es nicht möglich, einen Teil des Verkehrs über den Wolkenweher Weg zu führen? Da die politisch Verantwortlichen sich dafür aussprachen, die Problematik zu prüfen, habe man auf Reaktionen und vor allem auch Aktionen gewartet. Doch laut der Anwohner warte man darauf bis heute. Jetzt habe man eher nebenbei im Rahmen des Lärmaktionsplans und der zukünftigen Verkehrsführung quasi in einem Nebensatz gelesen, dass der Beschluss gefasst wurde, dass der Wolkenweher Weg weiterhin für den Lkw-Verkehr gesperrt bleibe und daher als Abfahrt von der Autobahn tatsächlich in Richtung Stadt nur die Grabauer Straße bleibe. „Das ist der politische Beschluss und tatsächlich kann ich da nicht viel mehr für Sie tun in der Grabauer Straße. Wir wollen ja aber in Zukunft ein neues Gewerbegebiet erschließen. Dort werden wir dann auch eine neue Straßenführung planen“, bestätigte Bürgermeister Jörg Lembke. Man könne aber zum Beispiel keinen Lkw- Verkehr am Krankenhaus am Wolkenweher Weg vorbeiführen.

Angekündigte Verkehrszählungen seien seiner Kenntnis nach noch nicht erfolgt. Auf die Frage, was Gutachten zu Erschütterungen und dem Zustand der Straße betreffe, hatte der Verwaltungschef auch eine Antwort parat. „Ich werde mit dem Bauamt und dem Tiefbau sprechen. Wenn dort Handlungsbedarf besteht, werden wir das prüfen. Aber dafür müssen wir uns nicht mit den Anwohnern be- oder absprechen“, stellte Lembke klar. Sollte es zu alarmierenden Ergebnissen kommen, werde man natürlich handeln. Aber das sehe er momentan nicht.

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