Archiv des Autors: CDU Bad Oldesloe

Stormarner Wochenschau: Handyfotos, Faktenchecks und Solar

Stormarner Tageblatt  25.06.2022

Handyfotos, Faktenchecks und Solar

Karikatur: Megi Balzer
Karikatur: Megi Balzer

Finn Fischer und Patrick Niemeier

Amateurfilmer
Wenn Dinge nicht mit dem Handy gefilmt und gepostet werden, wenn sie nicht in den „sozialen Medien“ diskutiert wurden, dann haben sie für einige Menschen scheinbar nicht wirklich stattgefunden. Das nervt bei Einschulungen, das nervt bei Konzerten, das nervt überall dort, wo man den Eindruck hat, dass Menschen eigentlich gar nicht im Hier und Jetzt sind, sondern nur an die Auswertung in der Handyfotosammlung, – die sich oft niemand mehr anschaut – oder an ihr nächstes Social-Media-Posting denken. Bei Notfalleinsätzen wird es dann besonders perfide. Nach dem Amok-Alarm an der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe standen tatsächlich einige Personen mit gezückten Smartphones bereit und filmten ihre Mitschüler, Verwandte, Freunde und Bekannte. Sie hielten wie selbstverständlich drauf, als manche der Betroffenen in Tränen ausbrachen oder sichtlich geschafft waren. Dass gleichzeitig dieselben Personen dann Journalisten-Kollegen anmoserten, was die denn da „Rumgeiern“ würden, zeigt das komplette Dilemma aus fehlender Selbstreflexion sowie dem Selbstverständnis der falschen Social-Media- und Foto-Nutzungs-Gewohnheit. Medienkompetenz bedeutet nicht, zu wissen, wie man sich möglichst klick-freundlich auf Instagram räckelt oder bei Tik-Tok Klicks dafür sammelt, dass man die Lippen synchron zu Playback-Tracks bewegt.

Fast wie dabei
Komplett absurd wird es aber dann, wenn die durch diese Leute online gestellten Fotos oder Berichte von der „Community“ kommentiert und eingeordnet werden. Vom heimischen Sofa aus wird dann erklärt, wie sich eine bestimmte Lage abgespielt hat. Egal wer vor Ort war und wer nicht. Es zählt das, was irgendwer irgendwo gehört hat. Und ungestört wabern Gerüchte durch die schlecht moderierten, einschlägigen lokalen Foren, in denen die Moderatoren oder Admins auf den Hinweis, dass doch vielleicht eingegriffen werden müsste mit einem „das wäre Zesnur“ oder „das ist ja nur eine Meinung“ reagieren, wenn falsche Informationen weitergegeben werden. „Meine Tochter geht auf die Schule. Da war gar kein Einsatz. Das ist alles erfunden“, fabulierte eine Mutter nach dem Amok-Alarm. Einige Tage davor wurde vehement behauptet, eine Polizei-Meldung sei falsch, weil eine Person ganz einfach nichts davon gehört hatte. Dass sie selbst also von einem Vorfall nichts wusste, war dann Grund genug für einen Shitstorm offenbar. Befindlichkeit und Schein-Wissen geht vor Fakten – bedenklich.

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Stormarner Schnappschuss

Stormarner Tageblatt  24.06.2022

Frauke Schlüter
Frauke Schlüter

Bad Oldesloe Ein rotes Kanu, festgemacht an der Uferböschung des Travearms, urige Figuren, historische Gebäude, die sich im Wasser spiegeln – gerade im Sommer lohnt sich ein Bummel durch den Stadtkern der Stormarner Kreisstadt. Direkt gegenüber ist die alte Kornwassermühle mit dem Salinenrad zu bewundern. Das historische Ensemble besteht schon seit dem Mittelalter und ist heute noch ein Blickfang.
fsh

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Bad Oldesloe geht in die Offensive

Stormarner Tageblatt  24.06.2022

Innenstadt soll eine „Eins mit Sternchen werden“ / Neue Ladenflächenmanagerin vorgestellt

Ladenflächenmanagerin Gada von Bohr in der Bad Oldesloer Innenstadt.  Patrick Niemeier
Ladenflächenmanagerin Gada von Bohr in der Bad Oldesloer Innenstadt. Patrick Niemeier

Patrick Niemeier

Es war einer der spannenden Momente im verbalen Duell der damaligen Oldesloer Bürgermeisterkandidaten im Wahlkampf 2022. Als Kandidat Tom Winter darauf setzte, dass die Oldesloer Innenstadt mal eine „2 plus“ werden könne, nahm der alte und neue Bürgermeister Jörg Lembke die Flanke auf und verkündete mit einer ganzen Ecke Lokalpatriotismus: „Ich denke, die Innenstadt kann eine Eins werden.“ Jetzt, nach der gewonnenen Bürgermeisterwahl, legt der Chef der Verwaltung nach. „Ich hänge da noch ein Sternchen mit dran. Die Innenstadt wird eine Eins mit Sternchen“, sagt Lembke und lächelt optimistisch.
Gada von Bohr kommt aus der freien Wirtschaft

Eine Personalie, die ihn in seinem Optimismus bestärkt, ist die neue Mitarbeiterin Gada von Bohr. Die kommt eigentlich aus Reinbek, hat sich nach eigener Aussage allerdings in Bad Oldesloe „verliebt“ und arbeitet seit erstem Juni im Bereich Wirtschaftsförderung und Ladenflächenmanagement. Es ist ohne Frage eine spannende Zeit, in der sie ihren neuen Job antritt. Nicht nur, dass die Corona-Pandemie und auch der Krieg in der Ukraine die Wirtschaft auf verschiedenen Ebenen durcheinanderwirbeln – die Kreisstadt hat sich unlängst unter dem Motto „Bad Oldesloe 2.0“ auf zu neuen Ufern gemacht.
Auf der Agenda stehen eine Sanierung der Fußgängerzone, des Marktplatzes, der Umbau der Hagenstraße und neue Ideen für das ehemalige Nickel-Gelände und den angrenzenden Parkplatz in der Lübecker Straße.
Von Bohr kommt nicht aus dem Verwaltungsbereich, sondern aus der freien Wirtschaft. Besonders hat es ihr digitales Marketing angetan. Sie gab in der Vergangenheit Workshops und hat Einzelhändler bei den Themen Social Media oder digitale Transformation beraten. Klingt auch alles stark nach „2.0“ und passt damit zur Idee der Stadtverwaltung, wo sie nun Agnes Heesch wieder deutlich entlastet. Sie freue sich über die Verstärkung im Team und habe bereits „einen sehr guten Eindruck gewinnen können. Es passt!“, erklärt Heesch
Zwei Jahre lang war der Posten der Ladenflächenmanagerin unbesetzt. „Ich puzzle die mittlerweile durch die Verwaltung verteilten Aufgaben nun wieder zusammen“, sagt von Bohr. Viel mehr kann sie noch nicht sagen. Schließlich ist sie erst seit knapp drei Wochen in Oldesloe. Die Vorhaben klingen entsprechend ebenso ambitioniert wie erwartbar: lokalen Handel stärken, Potenziale finden und nutzen, neue Wege gehen. Aktuell befindet sie sich noch in der „Kennlern-Phase“. Sie trifft ihre neuen Mitarbeiter, Einzelhändler, Wirtschaftsvertreter und verschafft sich einen Überblick. Und was sie sieht, gefalle ihr und ihrem Ehemann sehr gut, gibt sie zu Protokoll. Vielleicht folgt daher sogar der Umzug von Reinbek nach Bad Oldesloe. „Das würde mich natürlich besonders freuen“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke .
Aus seiner Sicht wird es wohl bis 2032 dauern, bis die Transformation der Innenstadt hin zu der „Eins mit Sternchen“ abgeschlossen ist. „Wir können das jetzt auch nicht alles im Hauruck-Verfahren machen, dann töten wir den Einzelhandel, wenn das hier eine einzige Baustelle über Jahre ist. Da müssen wir in kleinen, verträglichen Dosen vorgehen“, sagt Lembke. Alles könne man natürlich nicht bestimmen. „Natürlich wünschen wir uns mehr Qualität in der Innenstadt. Aber manche Eigentümer stammen nicht aus Bad Oldesloe und haben dann primär monetäre Interessen“, sagt Lembke. Aber man greife beratend ein.
„So schauen wir genau, was mit dem Modehaus Rohde passiert. Herr Rohde erzählte mir, dass er da bereits für das Frühjahr 2023 einen Nachfolger hat. Bei sowas stehen wir gerne beratend zur Seite“, sagt Lembke: „Am Ende sind das immer Gespräche zwischen Vermietern und Mietern. Das ist ja klar. Aber die Stadt hat ein Interesse an einer gut laufenden Innenstadt.“

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Premiere bei der Sparkasse Holstein

Stormarner Tageblatt  23.06.2022

Silke Boldt ist die erste Frau im Vorstand des Geldinstituts / Sehnsucht nach dem Norden

Silke Boldt wechselt vom Vorstand der Sparkasse Marburg-Biedenkopf in Hessen zur Sparkasse Holstein nach Oldesloe.  Marcel Nass
Silke Boldt wechselt vom Vorstand der Sparkasse Marburg-Biedenkopf in Hessen zur Sparkasse Holstein nach Oldesloe. Marcel Nass

Marcel Nass

Die 53-Jährige kommt aus dem Landkreis Rostock und soll sich in ihrer Vorstandsarbeit vorrangig um das Privatkundengeschäft kümmern: Silke Boldt ist nunmehr das vierte Mitglied im Vorstand der Sparkasse Holstein.
Seit einiger Zeit bestand bei der Sparkasse bereits der Wunsch, den Vorstand von drei auf vier Mitglieder zu vergrößern. Gestern machte der Zweckverband des Geldinstituts nun Nägel mit Köpfen und bestimmte auf Vorschlag des Verwaltungsrates die 53-jährige Silke Boldt zum vierten Vorstandsmitglied. Sie gesellt sich zu den bestehenden Mitgliedern Thomas Piehl, Joachim Wallmeroth und Michael Ringelhahn.
Mehr als 30 Jahre
BerufserfahrungStormarns Landrat Henning Görtz betonte auf der Sitzung des Zweckverbandes in seiner Funktion als Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Holstein die Notwendigkeit, das Gremium um ein weiteres Mitglied aufzustocken. „Wir wollen damit einen stärkeren Fokus auf das Privatkundengeschäft setzen und haben mit Silke Boldt nun eine erfahrene Kollegin gewonnen, die uns nach vorne bringen wird“, so Görtz.
Boldt kommt gebürtig aus dem Landkreis Rostock und begann ihre Laufbahn 1991 bei der Ostseesparkasse Rostock in Teterow. Dort arbeitete sie viele Jahre in verschiedenen Funktionen und sammelte Erfahrungen im Privatkunden-Bereich, im Vertriebsmanagement und auch im Personalbereich. Als Vorstandsvertreterin näherte sie sich bereits höheren Aufgaben an, ehe sie 2019 in den Vorstand der Sparkasse Wilhelmshaven wechselte.
Seit Juli des vergangenen Jahres arbeitet sie im Vorstand der Sparkasse Marburg-Biedenkopf in Hessen. Dass die 53-Jährige nun allerdings nach kurzer Zeit in Hessen nach Bad Oldesloe wechselt, hat für das neue Vorstandsmitglied der Sparkasse Holstein neben der beruflichen Perspektive noch einen weiteren ganz entscheidenden Grund: „In Marburg habe ich doch gemerkt, dass man die Familie, die immer noch im Landkreis Rostock lebt, nicht mal eben so besuchen kann. Die Sehnsucht nach dem Norden hat dann unter anderem den Ausschlag gegeben, mich auf diese Stelle hier in Bad Oldesloe zu bewerben“, erklärt Silke Boldt.

Auch landesweit eine Schlüsselposition
Ihre Bewerbung sollte Erfolg haben. Im Auswahlverfahren setzte sie sich gegen viele andere Kandidatinnen durch und wurde vom Verwaltungsrat für die neu geschaffene Stelle im Vorstand ausgewählt. Mit der Zustimmung des Zweckverbandes ist Boldt nun die erste Frau im Vorstand der Sparkasse Holstein – und laut Landrat Görtz sogar die erste Frau im Vorstand einer Sparkasse in ganz Schleswig-Holstein.
An ihrer neuen Wirkungsstätte hat Silke Boldt nun große Pläne: „Das reine Privatkundengeschäft reizt mich sehr. Außerdem gilt es, die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen. Ich kann versichern, dass ich mich voll und ganz in meine neue Aufgabe reinschmeißen werde“, betont die erste Frau im Vorstand.

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Tatverdächtiger in psychiatrischer Behandlung

Stormarner Tageblatt  23.06.2022

Amok-Alarm an Beruflichen Schulen Bad Oldesloe: Persönliche Probleme?

Bad Oldelsoe Nach Drohungen gegen die Berufliche Schule wurde am 21. Juni Amok-Alarm in Bad Oldesloe ausgelöst. Gestern hat die Polizei nun weitere Informationen zu dem festgenommenen Tatverdächtigen veröffentlicht.
Der Notruf aus der Schule hatte einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften ausgelöst. Offenbar hatte ein Schüler zuvor die Drohung ausgesprochen, die Bildungseinrichtung in der Kreisstadt anzuzünden. Das war am Dienstag, 21. Juni. Wie berichtet, konnte der Schüler schließlich am Bahnhof Bad Oldesloe festgenommen werden. Nun ist bekannt, dass es sich um einen 22-Jährigen handelt. „Der Tatverdächtige steht im Verdacht, verantwortlich für die Ankündigung einer Straftat zu sein, die Berufliche Schule des Kreises Stormarn in Brand setzen zu wollen“, sagt Polizeisprecherin Sandra Kilian.
Die Polizei geht davon aus, dass der Hintergrund für die Drohung persönliche Probleme des Schülers gewesen sein dürften. „Unter Einbindung des sozialpsychiatrischen Dienstes wurde der Schüler bis auf Weiteres in ein Fachkrankenhaus eingewiesen“, sagt Kilian.
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