Bis Juli kein Sport in der Stormarnhalle

Stormarner Tageblatt  17.10.2020

Oldesloer Stadtverwaltung sperrt Mehrzweckhalle für Schule und Sportvereine auf längere Sicht

Bad Oldesloe Diese Nachricht wird Oldesloer Sportlern so gar nicht gefallen: Ein Ende der Corona-Pandemie ist nicht absehbar und somit bleibt die Stormarnhalle für Training und Wettkämpfe noch lange gesperrt.

Der Schul- und Vereinssport muss daher weiterhin auf andere Hallen im Stadtgebiet ausweichen. „Dank des Schulverbandes Bad Oldesloe können jetzt aber auch zusätzliche Nutzungskapazitäten für Sportler in der Sporthalle am Masurenweg angeboten werden“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke.

Die Mehrzweckhalle in Bad Oldesloe diene laut Stadtverwaltung weiterhin in der Corona-Krise exklusiv als „Ausweichsitz“, nicht nur für die Stadtverordnetenversammlung sondern zum Beispiel auch für den Kreistag sowie weitere größere Vereins- beziehungsweise Verbandsversammlungen. Das wird auch die nächsten Monate so bleiben, legt sich der Verwaltungschef fest.

„Um die Handlungsfähigkeit der Stadt weiterhin sicherzustellen, ist es wichtig, dass demokratische Entscheidungsprozesse möglich sind“, sagt der Bürgermeister. Und genau dafür benötige man die Stormarnhalle. Denn diese sei die einzige Mehrzweckhalle der Kreisstadt, in der es möglich sei, bis zu 100 Personen unter Wahrung der aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln unterzubringen. „Die Sperrung der Stormarnhalle ist voraussichtlich bis zum 31. Juli 2021 vorgesehen. Die Halle ist mit einem speziellen Boden sowie Veranstaltungstechnik ausgerüstet worden. Ein wiederkehrender Umbau kann weder personell noch finanziell gestemmt werden“, erklärt Lembke. Es gebe aber ausreichend Ausweichmöglichkeiten. Denn die Schulsporthallen seien bereits seit dem 29. Juli zur sportlichen Nutzung freigegeben. Dies gilt ausdrücklich auch für Wochenenden bis 19 Uhr, betont der Verwaltungschef.

Durch Abstimmungen zwischen Vereinen konnten hier bereits gute Lösungen und Kompromisse gefunden werden. Der Bürgermeister ist den Vertretern des Schulverbandes Bad Oldesloe dankbar, dass die Freigabe neuer Hallenkapazitäten am Masurenweg ermöglicht werde. Damit stehe eine weitere Alternative bereit. nie

Die Hallenzeiten für die Schulsporthallen können online über die Raumvergabe unter der Adresse: www.badoldesloe.de/sporthallen beantragt werden.

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Oldesloer Kino lädt zum Aktionstag ein

Lübecker Nachrichten   15.10.2020

Heinz Wittern ist Mitglied im neuen landesweiten Kinoverbund und will Filmfreunde wieder motivieren, das Oldesloer Oho-Kino öfter zu besuchen

Von Dorothea von Dahlen

Heinz Wittern, Inhaber des Oldesloer Oho-Kinos, zeigt das Plakat des Aktionstages.foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Durch Höhen und Tiefen ist das Oldesloer Oho-Kino schon gegangen und mit ihm freilich auch sein Inhaber. Während des Lockdowns in diesem Frühjahr durfte rein gar nichts über die Leinwände flimmern und selbst seit der Wiedereröffnung ist das Haus mit drei Sälen noch nicht wieder zu alter Form aufgelaufen. Doch Heinz Wittern wäre kein passionierter Cineast, wenn er so einfach klein bei geben würde. Deshalb stand für ihn auch außer Frage, dem neuen Interessenverband der Kinos in Schleswig Holstein beizutreten und auch am morgigen Freitag, dem ersten landesweiten Aktionstag, mitzumischen.

„Wir sind das einzige Kino in ganz Stormarn, das 365 Tage im Jahr geöffnet ist und täglich mindestens neun Vorstellungen anbietet“, sagt Wittern stolz. Neben dem Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum (KuB) sei das Oho eine wichtige Institution in der Kreisstadt. Und das nicht einmal als Spielort einer großen überregionalen Kette, sondern als ein vom Inhaber geführtes Kino. „Das trifft auch auf die meisten Mitglieder des Kinoverbunds zu. Wir müssen extrem schwere Zeiten durchstehen. Denn zurzeit verdienen wir kaum Geld. Aber wir sind alle mit Herz und Leidenschaft dabei, sonst könnten wir das gar nicht machen“, erzählt Wittern.

Leicht haben es die Kinobetreiber derzeit schon deshalb nicht, weil sie nicht die gesamte Kapazität der Säle ausnutzen können. Jede zweite Reihe muss frei bleiben sowie zwischen Paaren, Familiengruppen und Einzelpersonen jeweils zwei Sitzplätze, um einer möglichen Ansteckung mit Corona vorzubeugen.

Wie Wittern berichtet, kommt als weiteres großes Handicap hinzu, dass noch viel zu wenige Filmbegeisterte wissen, welche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, um ihre Gesundheit zu schützen. „Kürzlich fragte mich ein früherer Stammgast: ,Habt Ihr eigentlich schon wieder auf?’ Da war ich erschüttert“, erzählt er. Zu beobachten sei, dass viele Leute, auch ältere, inzwischen wieder ins Café oder Restaurant gingen, das Kino aber wohl aus Angst mieden. Dabei seien die Vorführsäle permanent und somit besser belüftet als jeder andere Raum. Alles in allem habe sich noch niemand definitiv im Kino angesteckt.

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Corona: Nicht so einfach, seinen Beitrag zu leisten

Stormarner Tageblatt  15.10.2020

Virus-Verluste: Kein genereller Gebührenerlass für Bad Oldesloer Vereine und Geschäftsleute möglich

Ab Januar müssen Geschäfte und Cafes  wieder voll für die Sondernutzungen vor ihren Läden bezahlen.  Niemeier
Ab Januar müssen Geschäfte und Cafes wieder voll für die Sondernutzungen vor ihren Läden bezahlen. Niemeier

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Die Verluste im „Shutdown“ waren zum Teil groß für manche Geschäftsleute in Bad Oldesloe. Und auch im weiteren Verlauf der Corona-Krise war der Andrang in der Fußgängerzone der Kreisstadt unter den bestehenden Auflagen geringer als gewohnt. Daher konnten die Kaufleute und der Wochenmarkt einmalig in diesem Jahr die Sondernutzungsgebühren zurückfordern. Laut Bürgermeister Jörg Lembke machten einige von dieser Möglichkeit auch Gebrauch. Insgesamt wurden knapp 10.000 Euro erstattet.

Ab Januar 2021 werden wieder Gebühren fällig Das sei aber nicht zu verwechseln mit einem Gebührenerlass. „Niemand wurde von der Sondernutzungsgebühr befreit. Es gab lediglich die Möglichkeit,einen Antrag auf einmalige Bezuschussung in Höhe der angefallenen Sondernutzungsgebühr zu stellen“, sagt Lembke. Im Falle des Wochenmarkts sei das Prinzip ähnlich, nur dass es hier nicht um normale Sondernutzungsgebühren gehe, sondern um einen festgelegten jährlichen Betrag. Da es sich um keinen generellen Erlass, sondern um einen einmaligen politischen Beschluss handele, werden ab Januar 2021 natürlich wieder Gebühren fällig. Sollte das politisch anders gewünscht sein, müsse das neu diskutiert und beschlossen werden, stellt Lembke klar. „Im Januar werden Corona und die Folgen nicht vorbei sein. Natürlich müssen wir reden und uns etwas überlegen“, sagt Nicole Brandstetter, Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung.

Schlecht sieht es mit weiteren Vergünstigungen für Vereine und Veranstalter aus, die in der Corona-Zeit auch fehlende Einnahmen beklagen. Mehrere ehrenamtliche Vereine hatten ins Gespräch gebracht, dass Miet- und Nutzungsgebühren möglichst weiter gesenkt oder gestrichen werden sollten. „Die meisten Vereine der Stadt erhalten ja ohnehin schon Förderungen auf den unterschiedlichsten Gebieten. Häufig werden Mieten und Pachten zu einem hohen – teilweise bis zu 100 Prozent – Prozentsatz gefördert. Was bleibt, sind in der Regel höchstens die Betriebskosten. Ansätze für weitere Förderungen sind hier schwierig“, sagt Lembke.

„Der Verzicht auf Mieten oder Gebühren ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn eine entsprechende Satzung dies ausdrücklich und unter klar definierten Bedingungen erlaubt“, erklärt der Verwaltungschef. „Die Raumnutzungssatzung der Stadt sieht solche Fälle durchaus vor und die meisten gemeinnützigen Nutzungsarten werden auf dieser Grundlage kostenfrei oder fast kostenfrei ermöglicht“, stellt Lembke klar. Allerdings sei das eben nicht ohne Weiteres möglich, wenn mit der Veranstaltung Einnahmen erzielt werden.

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Harter Corona-Sparkurs: Fahrtenförderung fraglich

Stormarner Tageblatt  12.10.2020

Überraschend stimmen Oldesloer Stadtverordnete einer Aufstockung der Kulturförderung nicht zu

Auftritt von Stormarn Magic vor der Corona-Pandemie auf dem Oldesloer Marktplatz. Nie
Auftritt von Stormarn Magic vor der Corona-Pandemie auf dem Oldesloer Marktplatz. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Die Corona-Krise hat die Bad Oldesloer Marching Band „Stormarn Magic“ hart getroffen. Fast alle Auftritte sind ausgefallen. Das bedeutet auch finanzielle Verluste. Doch die Corona-Krise könnte die Musiker nun doppelt treffen. Denn die Stadtverordnetenversammlung vertagte überraschend die in Aussicht gestellte Erhöhung des Kulturförderbudgets um 10.000 Euro. Geld, das vor allem für Stormarn Magic, Orchester oder Chöre gedacht war, deren Auftritte, Übungs- und Probewochenenden nicht in der Kreisstadt stattfinden.

Die „Magics“ schreiben vor allem Nachwuchsarbeit groß und bieten seit Jahren zahlreichen Jugendlichen – auch aus finanziell schwierigen Verhältnissen – die Möglichkeit ein Instrument zu erlernen. Zu ihrem Konzept gehören jährlich mehrere Teilnahmen an auswärtigen, zum Teil sogar internationalen Marching-Band-Wettkämpfen und Probewochenenden.

Doch der Kulturfördertopf der Stadt – der vergangenes Jahr auf 30.000 Euro erhöht wurde – ist nur in Ausnahmefällen für die Mitfinanzierung von Fahrten gedacht. Ohne Förderung können sich die „Magics“ die Fahrten auf Dauer nicht leisten. Daher haben zahlreiche Kulturschaffende der Stadt den Wunsch unterstützt, dass ein Fahrtenförderbudget über 10.000 Euro bei der Stadt eingerichtet wird, damit eine Ausnahmeregelung nicht zum Dauerzustand wird. Den Antrag stellte Bürgerworthalterin Hildegard Pontow (CDU). Einen zusätzlichen Fördertopf lehnte der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss ab, stellte aber stattdessen in Aussicht, den bereits eingerichteten Kulturfördertopf auf 40.000 Euro zu erhöhen. Die entsprechenden Förderrichtlinien sollten angepasst werden. Doch die Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung verlief überraschend anders.

„Ich weiß nicht, warum wir hier jetzt plötzlich die Spendierhosen anhaben “, polterte Wolfgang Schmidt (Freie Wähler/Stadtfraktion). „Die Schulsozialarbeiter wurden zusammengestrichen, die wichtige Arbeit machen und psychisch kranken Jugendlichen helfen . Dann geben wir andererseits auch kein Geld für so einen Kram aus“, schimpfte Schmidt.„Es ist mehr als peinlich, wie Sie hier aus persönlichen Gründen versuchen, Kultur und Schulsozialarbeit gegeneinander auszuspielen und das mit bemerkenswert wenig Kenntnis“, erwiderte Anita Klahn (FDP). „Gerade die Kulturschaffenden und Ehrenamtler haben sehr unter den Corona-Maßnahmen gelitten. Es wäre wichtig, ein Zeichen zu setzen“, sagte die Liberale.

„Die Kulturszene hat sinkende oder keine Einnahmen. Die Musiker können nicht auftreten und wenn dann nur unter sehr harten Bedingungen vor fast gar keinen Zuschauern“, zeigte auch Wilfried Janson (Die Grünen) Verständnis für die Probleme. Hendrik Holtz (Die Linke) ergänzte, dass die Stadtverordneten gerade jetzt ein Signal geben müssten, dass man die Kulturszene, Musiker, Künstler und Ehrenamtler – die zum Teil von Förderprogrammen des Landes und des Bundes fast komplett vergessen wurden – lokal unterstütze. Er warnte vor dem Gefühl, dass die Ehrenamtler und ihre Engagement in Corona-Zeiten gering geschätzt werden.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Es geht um unsere Zukunft

Stormarner Tageblatt  10.10.2020

Stormarner Wochenschau

Es geht um unsere Zukunft

Beirat vor verschlossenen Türen in Bad Oldesloe.Megi Balzer
Beirat vor verschlossenen Türen in Bad Oldesloe.Megi Balzer

Susanne Link, Patrick Niemeier und Stephan Poost

Vermüllung Dass die Müllentsorgung seit zwei Jahren für so viel Aufregung im Kreis sorgt, ist erstaunlich. Vor allem wirkt der Aufschrei mancher Bürger scheinheilig, wenn sie erst monatelang den bisher noch engagierten Dienstleister – zum Teil über die Grenze von Kritik hinaus – angreifen und nun bei der Neuvergabe Mauschelei vermuten, weil ein anderer Dienstleister diese gewonnen hat. Würde es keine Ausschreibungsverfahren geben – die natürlich ihre Existenzberechtigung haben – wäre die Trennung von dem Dienstleister, der 2018 das Müllchaos mitverschuldete, einfach logisch nachvollziehbar. Es scheint zum Teil grenzwertig, dass „kritisches Denken“ und „hinterfragen“ mittlerweile bei manchen Mitbürgern soweit gekippt ist, dass hinter fast jedem Handeln von Politik und Verwaltung eine Mauschelei oder Vorteilsnahme gewittert wird. Natürlich muss man nachfragen, natürlich muss man kritisch bleiben, aber gepaart mit gefährlichem Halbwissen und Hörensagen ist der Weg zur Paranoia und zum Verschwörungstheoretiker dann oft erschreckend kurz. Wer ständig den Skandal sucht, wird ihn überall sehen. Wichtig erscheint es doch vor allem, dass die Müllentsorgung in Zukunft möglichst stabil funktioniert und die Mitarbeiter fair bezahlt werden.

Halb dabei „Kinder an die Macht“ sang einst Herbert Grönemeyer. Und auch wenn das im Rahmen künstlerischer Freiheit plakativ übertrieben scheint, ist Mitspracherecht für junge Mitmenschen wichtig. Die „Fridays- for-Future“-Bewegung hat gezeigt, dass Kinder und Jugendliche sich einbringen und gehört werden wollen. Manchmal werden ihnen dabei zu viele Erwartungen auferlegt, manches Mal werden einzelne junge Protagonisten zu schnell in den Himmel gelobt, aber insgesamt zeigt sich , dass die heranwachsende Generation mindestens in Teilen nicht so uninteressiert ist, wie oft befürchtet. Daher sind Kinder- und Jugendbeiräte ein sehr gutes Mittel, um jungen Mitbürgern eine Stimme zu geben. Doch dann muss man diese auch gleichberechtigt hören wollen. Und daran hapert es leider immer wieder. In Bad Oldesloe hat man mit der Einrichtung des neuen Kinder- und Jugendbeirats Besserung gelobt. Ja, man habe verstanden, dass der Beirat in der Vergangenheit etwas stiefmütterlich behandelt worden sei. Und zu oft kam der Eindruck auf, dass der Beirat eine Art Feigenblatt war. Wenn die engagierten Jugendlichen wirklich etwas bewegen wollten, wurden sie von manchen Lokalpolitikern geradezu belächelt. Die sollen erstmal lernen, wie echte Politik funktioniert. Es gab eine ganze Menge „so ist das halt“. Diesen Fehler sollte und wollte man nicht wieder machen. Und doch kommt gerade wieder das Gefühl auf, dass die Beteiligung des aktuellen, sehr engagierten Beirats zu selten und oft nur dann erfolgt, wenn zu viele Dinge schon politisch vorbesprochen wirken. So motiviert man nicht.

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