Immer mehr wilde Müllkippen in der Stadt

Stormarner Tageblatt  25.01.2020

Die Oldesloerin Meike Dunz hat dem Unrat in der Kreisstadt den Kampf angesagt

Verstärkt   liegen Hundehaufen in   Plastiktüten in der Natur.
Verstärkt liegen Hundehaufen in Plastiktüten in der Natur.
Unrat im Kurpark in Bad Oldesloe. Niemeier

Unrat im Kurpark in Bad Oldesloe. Niemeier

Susanne Rohde und Patrick Niemeier Bad Oldesloe Verkommt die Kreisstadt immer mehr zu einer Müllhalde? Überall dort, wo Altglas- und Papiercontainer stehen, liegt in der Regel auch viel Müll daneben – daran hat man sich fast schon gewöhnt. Auch im Kurpark nehmen die Müllablagerungen immer mehr zu. Nicht nur in der Umgebung des Salzteichs stolpern Spaziergänger momentan über Einkaufstaschen, Plastikflaschen und anderen Abfall.

Ehrenamtlerin wütend

Die Oldesloerin Meike Dunz, die als ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuerin viel in der Poggenbek- und Wöknitzniederung unterwegs ist, hat inzwischen den Eindruck, dass die Unsitte illegaler Müllablagerungen inflationär geworden ist. Wöchentlich sammelt sie 20 bis 30 Liter Müll in der Landschaft auf, und das macht sie zunehmend wütend. Aber was sich seit einigen Monaten im Schutzgebiet bis hin zum Poggensee und dessen Parkplatz abspielt, dafür fehlen ihr inzwischen wirklich die Worte. „Gerade im Hinblick auf die immer größer werdende weltweite Vermüllung mit Plastik im Meer, an den Stränden, in Flüssen, im Wald, auf Wiesen und allen anderen uns so lebenswichtigen Erdengebieten verstehe ich nicht, warum in Bad Oldesloe dabei kräftig mitgeholfen wird, unsere Umwelt immer weiter zu verdrecken“, sagt die Oldesloerin.

So würden nicht nur Plastikteile, Gummi, Dosen, Flaschen, Papier, Pappe und sämtliche andere Verpackungssorten einfach so in der Natur entsorgt, sondern auch ganze Kartons, Taschen, Styroporverpackungen oder großflächig Kunststofffasern, Kanister, Geschirr, Küchengeräte und Baumaterialien. Dazu kommen dann noch die vielen Hundekothaufen, die manchmal – um das Ganze ad absurdum zu führen – noch in Plastiktüten verpackt und dann gedankenlos in der Natur entsorgt werden. „Was ist in Bad Oldesloe eigentlich los, dass uns Bewohnern dieser Stadt und der Umgebung unsere Umwelt und die Welt allgemein nichts mehr wert ist und uns scheinbar nichts mehr bedeutet?“, fragt sich Meike Dunz und möchte ihre Mitbürger aufrütteln, dagegen vorzugehen.

Stein als Geschenk

Wer nicht weiß, wie und womit er Müll sammeln soll, hier ein Tipp: Meike Dunz steht jeden Sonnabend mit einem „Umweltstein“ in der Fußgängerzone und verschenkt einen von ihr gestalteten Stein mit der stilisierten Erde an jeden Interessierten – inklusive einer Tüte und einer Holzzange zum Müllsammeln. Auch heute steht sie ab 13 Uhr in Höhe des Restaurants Laurent. „Fangen wir endlich einfach an. Ich hoffe auf viele Unterstützer im Kampf gegen den Müll und für eine lebenswerte Erde“, betont Meike Dunz.

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Hauptausschuss für Anhebung des Sitzungsgelds auf 124 Euro

Lübecker Nachrichten   24.01.2020

Seit 20 Jahren ist die Entschädigung für die Kommunalpolitiker in Bad Oldesloe unverändert – Die Mehrheit und stimmte für mehr Geld – Kritik von FDP und FBO

Von Dorothea von Dahlen

124 Euro, so viel soll ein Oldesloer Stadtverordneter laut Hauptausschuss im Monat für den Besuch einer Sitzung erhalten.Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Gegen die Stimmen von FBO und FDP ist im Oldesloer Hauptausschuss eine Erhöhung des Sitzungsgeldes für Personen in kommunalen Ehrenämtern befürwortet worden. Nachdem es bei der vorausgegangenen Debatte Mitte Dezember zum Schlagabtausch zwischen einzelnen Mitgliedern gekommen war, mahnte Ausschussvorsitzender Hajo Krage (SPD) dieses Mal vorbeugend an, sachliche Gespräche zu führen und „freundlich miteinander umzugehen“.

Der Vorstoß, eine Reform der Entschädigungssatzung anzugehen, die seit 20 Jahren unverändert geblieben war, ging auf gemeinsame Beratungen der Fraktionen von CDU, Bündnis 90/Grüne, Linke, Freie Wähler und Familien-Partei zurück. Die Gruppe kam letztlich darin überein, eine Erhöhung auf 90 Prozent des vom Land Schleswig-Holstein zugelassenen Höchstsatzes vorzuschlagen. Das wiederum stieß sowohl bei der FDP als auch der FBO, die nicht an der interfraktionellen Runde teilgenommen hatten, auf Kritik. Das könne sich die Stadt nicht leisten, hieß es.

Abgesehen von der prozentualen Steigerung hatte Inga Vosgerau (FDP) etwa bemängelt, dass aus der Beschlussvorlage nicht ersichtlich war, wie sich die Erhöhung in absoluten Zahlen bemerkbar machen wird. Sie hatte nun ihrerseits einen Antrag mit den kompletten Angaben erarbeitet. In einer Tabelle stellte sie den Höchstsatz, die vom Parteien-Bündnis geforderten 90 Prozent und ihre mit 70 Prozent etwas darunter liegende Anpassung auf 70 Prozent gegenüber. Demnach bekamen Stadtverordnete bis dato 76 Euro pro Sitzung im Monat, während der Höchstsatz im Land derzeit bei 138 Euro liegt. Sie selbst schlägt dem gegenüber 97 Euro vor, während die Mehrheit im Hauptausschuss für 124 Euro plädiert.

„Ich glaube nicht, dass es Leute abschreckt, sich lokalpolitisch zu engagieren, wenn zu wenig gezahlt wird“, argumentierte Vosgerau. Wilfried Janson (Grüne) hielt dem entgegen, dass die Stadt Bad Oldesloe im Vergleich zu anderen Kommunen „ganz weit unten liegt“. Das Sitzungsgeld sei schließlich nicht zur persönlichen Bereicherung gedacht. Um sachkundige Entscheidungen fällen zu können, müssten politische Vertreter auch ihre Auslagen geltend machen können für Bücher, Telefonkosten, Arbeitswerkzeug und Presseerzeugnisse. Janson: „Das geschieht, damit wir nicht mit privatem Geld noch draufzahlen müssen. Nicht zuletzt stecken wir viel Zeit in die Vorbereitung der Sitzungen.“

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Asklepios will 70 Arbeitsplätze in Bad Oldesloe schaffen

Lübecker Nachrichten   24.01.2020

Im Gewerbegebiet an der A 1 werden Amazon und der Krankenhauskonzern für viel Transport-verkehr sorgen – Asklepios will einige hochwertige Jobs für sein Hightech-Zentrallager schaffen

Von Markus Carstens

Bad Oldesloe. Im Reinfelder Gewerbegebiet entsteht gerade das neue Firmenzentrum des Fahrradhändlers BOC. Er zieht aus dem Lübecker Citti-Park an die A 1. Schon als die Amazon-Pläne für Bad Oldesloe publik wurden, schielte manch Stadtpolitiker etwas neidisch auf die Ansiedlung in der Nachbarstadt.

Und nun wird der Asklepios-Konzern genau neben dem Paketverteilzentrum von Amazon auf 6,5 Hektar ein hochautomatisiertes Zentrallager bauen – und so für noch mehr Lkw-Verkehr sorgen. Die Stadtpolitiker reagierten daher wie schon bei Amazon größtenteils skeptisch, machen sich vor allem Sorgen um die Verkehrsbelastung – haben jedoch keinen Einfluss auf die Entwicklung, da das Areal privatwirtschaftlich erschlossen wird.

Von dem Gewerbegebiet Süd-Ost aus sollen dann nicht nur die eigenen Krankenhäuser sondern zum Beispiel auch Ärztezentren oder Rehakliniken versorgt werden. Vom Bettlaken bis zur Spritze werde alles dabei sein, sagte Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz – allerdings keine Medikamente. Das Lager in Hamburg war dem Unternehmen zu klein geworden, schon seit Jahren ist Asklepios auf der Suche nach einem neuen Standort. Die Teichkoppel in Bad Oldesloe direkt an der Autobahn sei ideal, sagte Eberenz. Etwa 120 000 verschiedene medizinische Produkte werde das Unternehmen vorhalten, dazu kämen rund 10 000 weitere Artikel wie Reinigungsmittel oder Büromaterial.

Zu den Ausmaßen des Lagers konnte er noch nichts sagen, auch nicht zur Höhe der Gewerbesteuer. „Allerdings werden wir 70 neue Arbeitsplätze schaffen, 50 davon ganz neu“, sagte Eberenz den LN. Da das Lager hochautomatisiert sein werde, benötige das Unternehmen nicht einfache Lagerarbeiter sondern qualifizierte Logistik-Fachkräfte, dazu Ingenieure für Warenwirtschaft und Prozessleittechnik.

Eberenz: „Es wird ganz viel digital laufen. Das wird Hightech. Anders als bei Amazon werden die Artikel bei uns alle Standardgrößen haben.“ In der Stadt besteht die Befürchtung, dass in dem Gewerbegebiet hauptsächlich Jobs auf dem Niedriglohnsektor entstehen. Amazon will nach eigenen Aussagen 150 Arbeitsplätze in dem Paketverteilzentrum schaffen, dazu kommen rund 500 Fahrer.

Asklepios will Krankenhäuser und andere Einrichtungen in einem Umkreis von etwa 250 Kilometern beliefern, zum Beispiel auch auf Sylt, in Parchim in Mecklenburg-Vorpommern oder im Harz. Wie viele Lkw und Transporter täglich Bad Oldesloe ansteuern, vermochte Eberenz noch nicht zu sagen. Allerdings dürften Amazon und Asklepios für sehr regen Verkehr mit täglich mehreren Hundert Transportern sorgen. Asklepios wolle hauptsächlich am Tage fahren und in den meisten Fällen über die Autobahn.

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Oldesloer Exer: Autofahrer kritisiert Beschilderung

Lübecker Nachrichten   24.01.2020

Reinfelder ärgert sich über die Beschilderung – Mehrere Verkehrszeichen sind in seinen Augen ungültig – Unterstützung kommt von einem Experten – Stadt: Alles ist korrekt

Von Markus CarstensOhne zusätzliches P-Schild ungültig? E. Thomas Koppetsch hier beim Laden seines Elektroautos auf dem Exer, kritisiert die Beschilderung.  Fotos: mc

Bad Oldesloe. Seit knapp zwei Jahren fährt Thomas Koppetsch (54) aus Reinfeld ein Elektroauto, einen Renault Zoe, und ist damit sehr zufrieden. Anderthalb Stunden Ladezeit, und der „Tank“ ist voll. 250 Kilometer kann er damit fahren, das Netz an Ladesäulen sei mittlerweile ausreichend.

Gar nicht zufrieden ist er dagegen mit einigen Beschilderungen an Ladeplätzen, die oft auf einem größeren Parkplatz installiert sind. „Die Schilder sind häufig ungültig“, sagt Koppetsch, der sich erst seit dem Wechsel zum E-Auto intensiver mit Verkehrsschildern beschäftigt. „Wenn sich ein Verbrenner darauf stellt und die Ladesäule blockiert, muss der Halter im Grunde nichts befürchten.“ Bei unzureichender Beschilderung seien auch eventuell ausgestellte Verwarnungen wegen Falschparkens ungültig.

Einen solchen Fall gibt es seiner Meinung nach auch am Exer in Bad Oldesloe. Zwei Ladesäulen haben die Vereinigten Stadtwerke dort aufgestellt, dazu die Schilder „Elektroautos während des Ladevorgangs“. Diese Schilder sind laut Koppetsch jedoch nur Zusatzzeichen und ohne ein Parkplatz-Schild – weißes P auf blauem Grund – ungültig. „Zusatzzeichen dürfen nie allein stehen“, sagt der Reinfelder. Gleiches gelte auf dem Exer auch für die Behinderten-Parkplätze. Und ein anderes Parkplatz-Schild am Kinderrechtepark sei eine Eigenkonstruktion der Stadt und damit wohl auch anfechtbar.

Hans-Jürgen Zimmermann von der Stormarner Verkehrsaufsicht kann dem nicht ganz folgen. Er sagt: „An den Einfahrten zum Exer stehen entsprechende Parkplatz-Schilder. Das reicht aus.“ Zimmermann betont aber auch, dass diese Aussage nicht rechtsverbindlich sei. Die Verkehrsaufsicht ist in diesem Fall nicht zuständig, die Aufgabe erledigt die Kreisstadt aufgrund ihrer Größe selbst. Zimmermann: „Am Ende könnte das ein Fall für Juristen werden.“

Einer, der sich ganz genau auskennt und an den sich auch Thomas Koppetsch gewandt hat, ist Uli Korsch aus Rudolstadt in Thüringen. Der Schilder-Experte hat auf seiner Internet-Seite vzkat.de ein ganzes Kapitel der Beschilderung von Ladesäulen für Elektroautos gewidmet – inklusive vieler Beispielfotos aus ganz Deutschland. „Vzkat“ steht dabei für die übliche Abkürzung des Verkehrszeichen-Katalogs.

Uli Korsch unterstützt den Reinfelder in dessen Einschätzung. „Zusatzzeichen sind grundsätzlich einzeln nicht wirksam, sondern bedürfen immer eines Hauptzeichens“, erklärt Korsch. „Erst über diese Kombination entsteht ein wirksames Ge- oder Verbot, welches in Spalte 3 der jeweiligen Anlage 3 der Straßenverkehrsordnung hinterlegt ist.“ Nur Verstöße gegen diese Ge- oder Verbote erwirkten auch Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Verkehrszeichen. Kurz: Ein vermeintlicher Falschparker hätte laut Uli Korsch nichts zu befürchten.

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Obdachlosigkeit im Fokus

Stormarner Tageblatt  24.01.2020

Oldesloer Politiker wollen sich mit Ursachen und der Verhinderung von Obdachlosigkeit beschäftigen

Die Unterkunft an der Lübecker Straße in Bad Oldesloe könnte abgerissen werden, um einem Neubau Platz zu machen. Patrick Niemeier
Die Unterkunft an der Lübecker Straße in Bad Oldesloe könnte abgerissen werden, um einem Neubau Platz zu machen. Patrick Niemeier
 

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Wenn von Obdachlosen die Rede ist, kommt schnell das Bild von Menschen in den Sinn, die auf der Straße oder sprichwörtlich „unter Brücken“ leben. Doch dieser Eindruck trügt – so wie die Armut, die oft leise daher kommt und von Außenstehenden kaum wahrgenommen wird, weil die Betroffenen aus Scham sie gut zu verdecken gelernt haben.

Aus dem aktuellen Obdachlosenbericht der Stadt Bad Oldesloe geht hervor, dass derzeit 78 Menschen nur durch die Hilfe der Stadt ein Dach über dem Kopf haben. Und das sind nicht nur Alleinstehende mit womöglich bewegenden Biografien, sondern es sind immer mehr Familien, denen eine Bleibe fehlt. Das hatte sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet.

Betroffen sind in der Kreisstadt mittlerweile zwölf Familien mit insgesamt 25 minderjährigen Kindern. Zumeist sind sie in diese missliche Situation geraten, weil sie nicht mehr in der Lage waren, die steigenden Mieten zu zahlen, und daher ihre Wohnung verloren haben. Und: Es kommt nicht selten vor, dass nach der Wohnungsaufgabe auf dem lokalen Wohnungsmarkt keine neue finanzierbare Bleibe zu finden ist.

Während es für Alleinstehende dann oftmals noch möglich ist – auf die eine oder andere Weise –, zunächst einmal bei Bekannten oder Freunden unterzukommen, ist es für Familien schwer, temporär irgendwo „unterzuschlüpfen“. Und so kommt es dazu, dass Menschen – oft jahrelang – ihr Leben in Obdachlosenunterkünften verbringen müssen, nachdem sie ihre gemietete Wohnung verloren haben.

Deutlich wird in der aktuellen Diskussion nach der Veröffentlichung des Berichts: Die Stadt Bad Oldesloe ist auf die zunehmende Obdachlosigkeit nicht hinreichend vorbereitet. Hinzu kommt die Problematik, dass mehrere Unterbringungsstandorte wegen ihres schlechten Zustands nicht mehr nutzbar sind. An anderer Stelle laufen zudem Mietverträge aus.

Die Unterkunft an der Kreuzung Berliner Ring/Lübecker Straße sollte schon vor Jahren saniert werden. Immer wieder war das Haus Thema in Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung. Jedoch – so hieß es aus der Verwaltung – sei für die Sanierung nicht das erforderliche Personal vorhanden. Mittlerweile ist der Komplettabriss und Neubau eine Option, die im Wirtschafts- und Planungsausschuss (WPA) diskutiert und als Planung auf den Weg gebracht wurde. Klar wurde dabei, dass die Sanierung von Wohnungen für Obdachlose nicht die oberste Priorität besitzt.

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