Bürgermeister: Corona-Krise kostet Bad Oldesloe sieben Millionen Euro

Lübecker Nachrichten   01.08.2020

Die Covid-19-Pandemie stellt nicht nur ein wirtschaftliches Desaster für Arbeitnehmer und Firmen dar – Warum auch Städte wie Bad Oldesloe darunter leiden, erklärt Bürgermeister Jörg Lembke
Von Dorothea von Dahlen
Der Oldesloer Bürgermeister schätzt, dass wegen Corona: sieben Millionen weniger im Oldesloer Stadtsäckel sein werden. Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Die Corona-Pandemie stellt nicht allein ein medizinisches Debakel dar. Die wirtschaftlichen Folgen sind fatal. Und davon bleiben auch die kommunalen Haushalte nicht verschont. Wie hoch der Schaden für Bad Oldesloe ausfällt, ist noch nicht in Gänze übersehbar. Doch eines ist jetzt schon klar: Höhere Ausgaben bei gleichzeitigem Einnahmeausfall reißen sehr wahrscheinlich ein tiefes Loch in die Stadtkasse. Alles in allem könnte sich das Defizit auf sieben Millionen Euro belaufen. So jedenfalls lautet die Schätzung in der Kämmerei.

„Die frappierendsten Mehrkosten haben wir tatsächlich durch den erhöhten Reinigungsbedarf. So banal das klingt, Türklinken, Handläufe von Treppen – all das muss jetzt häufiger desinfiziert werden und das nicht allein bei uns im Verwaltungsgebäude, sondern auch in den Schulen“, berichtet Bürgermeister Jörg Lembke. Ihm zufolge schlägt dies mit zusätzlichen 120 000 Euro zu Buche, die an beauftragte Reinigungsfirmen gezahlt werden müssen, um die Hygiene in den öffentlichen Gebäuden gewährleisten zu können. In dieser Summe sei auch die Anschaffung von Desinfektionsmitteln nebst der dazu gehörigen Spender enthalten. Noch sei ungewiss, wie sich alles entwickele. Wenn nach den Ferien die Schulen wieder ohne Einschränkungen öffnen und es womöglich wieder Schulsport gebe, könne die finanzielle Belastung noch höher ausfallen.

Früher als ursprünglich geplant, hat die Oldesloer Verwaltung zudem die hausinterne PC-Technik umgestellt. „Wir haben unseren Bedarf beim IT-Verbund angemeldet und zum Glück viele Mitarbeiter mit neuen Rechnern fürs Home-Office ausstatten können“, erläutert Lembke. Die Anschaffung von rund 150 Geräten sei ohnehin geplant gewesen. Corona habe die Notwendigkeit dieser Investition beschleunigt – im Bereich der Verwaltung, aber auch innerhalb der Schulen. Vom Land seien 158 000 Euro im Rahmen des Digitalpakts zur Verfügung gestellt worden, um Endgeräte für die Schüler zu kaufen. Da das Geld freilich nicht reiche, um alle mit einem PC auszustatten, werde die Verteilung nach Maßgabe der Bedürftigkeit erfolgen. Die Stadtkasse belaste dies jedoch nicht, da es sich um einen durchlaufenden Posten handele.

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Lkw-Verbot ist in weiter Ferne

Lübecker Nachrichten   01.08.2020

Häuser wackeln, Kinder sind in Gefahr: Diese Argumente trugen die Anwohner der Grabauer Straße vor, auf dass ihre Petition erhört werde – Bad Oldesloes Bürgermeister appellierte, Geduld zu üben

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Ihrem Ärger über Lärm und Gefahren durch den Lkw-Verkehr haben jetzt die Anwohner der Grabauer Straße in Bad Oldesloe bei einem Ortstermin Luft gemacht. Bürgermeister Jörg Lembke, der regelmäßig zu solchen Stadtteiltreffen einlädt, war klima-korrekt mit dem Fahrrad angereist. Das Stelldichein musste letztlich auf einen unbelebten Parkplatz verlagert werden, da die fast 50 Personen zählende Gruppe an der Kreuzung Am Hohenkamp schon selbst ein Verkehrshindernis darstellte.

Eigentlich war die Problematik hinreichend bekannt, hatten die Lärmgeschädigten dem Bürgermeister doch schon zuvor eine Petition mit 100 Unterschriften überreicht, auf dass der Schwerlastverkehr aus der Straße verbannt werden sollte. „Wir fordern ein Lkw-Verbot, weil unsere Kinder gefährdet sind und die Häuser ruckeln“, umriss Jenni Boie das Anliegen der Nachbarschaft.

Lembke appellierte an die betroffenen Familien, Geduld zu üben. Erst müsse ein Lärmschutz- sowie ein Verkehrsgutachten erstellt werden, auf dessen Ergebnissen basierend dann Maßnahmen getroffen werden könnten. Der von der Anschlussstelle Bad Oldesloe Nord kommende Verkehr der A 21 können nun einmal nur über den Wolkenweher Weg und die Grabauer Straße abgeleitet werden. Und da im ersteren Fall schon ein Lkw-Verbot bestehe, bleibe nur noch die Grabauer Straße. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) befasse sich bereits mit dem Thema. Perspektivisch sei eine Entlastungsstraße geplant.

„Das wird aber noch sehr lange dauern. Dann sind unsere Kinder schon längst aus der Schule, wenn ihnen vorher nicht etwas zugestoßen ist“, entgegnete Jenni Boie. Sie verwies darauf, dass bereits in einem Verkehrsgutachten aus dem Jahr 2009 auf die prekäre Situation in der Grabauer Straße hingewiesen wurde und eine Empfehlung ergangen war, den Schwerlastverkehr anders umzuleiten. Neue Erkenntnisse dürfe es inzwischen nicht gegeben haben.

Martina Zokoll-Ruster aus der Oldesloer Verwaltung sprang Bürgermeister Lembke bei und erklärte, dass es schier unmöglich sei, den Lkw-Verkehr aus der Straße herauszuhalten. „Man müsste auf der Autobahn sonst einen Vorwegweiser aufstellen, der die Fahrzeuge zur Ausfahrt Bad Oldesloe Nord weiter leitet. Da macht der LBV nicht mit. Und wir können ihn nicht zwingen“, sagte sie.

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Oldesloer THW bekommt Schutzmasken aus Taiwan

Lübecker Nachrichten   31.07.2020

2500 Stunden waren die Helfer bereits im Corona-Einsatz – Gero Storjohann (CDU) überbrachte Ausrüstung

Gut ausgerüstet: THW-Öffentlichkeitsbeauftragter Nicolas Pabst, Bad Oldesloes Bürgerworthalterin Hildegard Pontow, Gero Storjohann und THW-Gruppenführer Oliver Scharf (v. l.). foto: hfr

Bad Oldesloe. Große Freude beim Oldesloer THW: Aus den Händen des CDU-Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann erhielten die Helfer jetzt 400 OP-Mundschutzmasken, dazu 100 Mundschutzmasken aus Stoff und 100 Schutzanzüge. Begleitet wurde der Bundespolitiker von Bad Oldesloes Bürgerworthalterin Hildegard Pontow. Für den THW-Ortsverband nahmen der Öffentlichkeitsbeauftragte Nicolas Pabst und Oliver Scharf (Gruppenführer Fachgruppe Sprengen) die humanitäre Spende entgegen.

Masken und Anzüge stammen aus Taiwan beziehungsweise der Taipeh-Vertretung in Berlin. Diese ist eine von vier Vertretungen des ostasiatischen Inselstaates in Deutschland. Die Bundesrepublik unterhält zu Taiwan keine diplomatischen Beziehungen, die Vertretungen in Deutschland sind daher laut Auswärtigem Amt keine offiziellen. Taipeh heißt die Hauptstadt von Taiwan.

Die Taipeh-Vertretung hatte nun kürzlich als Zeichen der Solidarität im Kampf gegen Covid-19 eine Million Atemschutzmasken und weitere Schutzkleidung an Deutschland gespendet. „Diese werden nun bundesweit durch befreundete Parlamentarier an Einrichtungen wie das THW, medizinische Institutionen, Pflegekräfte und Bürger, die sie benötigen, weiter gegeben“, heißt es in einer Mitteilung des CDU-Politikers.

Gero Storjohann unterhält eine besondere Beziehung zur Taipeh-Vertretung in Berlin und besucht diese gern mit Gruppen aus seinem Wahlkreis (Segeberg/Stormarn-Mitte) zu Informationsvorträgen über die besondere Situation auf der wirtschaftlich starken Insel vor dem chinesischen Festland. Beim THW in Bad Oldesloe war die Schutzkleidung für den Einsatz während der Corona-Pandemie sehr willkommen. Damit sei man auf der sicheren Seite für die Zukunft, hieß es.

Der Ortsverband Bad Oldesloe befindet sich seit Beginn der Corona-Krise im Einsatz. Die Helfer des Ortsverbands waren bereits mehr als 2500 Stunden ehrenamtlich im Einsatz. „Von unseren Arbeitgebern gibt es überall Rückendeckung, darüber sind wir sehr froh“, sagt Nicolas Pabst, beim Oldesloer THW für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Der Fachzug Logistik Bad Oldesloe leistet seit vielen Wochen zusammen mit anderen Ortsverbänden unter anderem wichtige Arbeit im zentralen Lager für Schutzausrüstung in Boostedt in Schleswig-Holstein. Aber auch im Leitungs- und Koordinationsstab des THW-Landesverbands Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein ist der THW Bad Oldesloe seit Monaten aktiv. Vor der Einrichtung des zentralen Lagers hat das THW selbst Schutzkleidung in der Fläche verteilt, vor allem in Stormarn. Jetzt werden von Boostedt aus die Krankenhäuser des Landes, Arztpraxen und Hilfsorganisationen wie DRK und ASB mit Schutzkleidung beliefert.

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Betrachtungen zum Wochenausklang: Engagement auf allen Ebenen

Stormarner Tageblatt  01.08.2020

Stormarner Wochenschau

Engagement auf allen Ebenen

Der Dachschaden in der Mehrzweckhalle in Fischbek  ist behoben.Megi Balzer
Der Dachschaden in der Mehrzweckhalle in Fischbek ist behoben.Megi Balzer

Patrick Niemeier und Stephan Poost

Engagiert I Ich möchte etwas, also engagiere ich mich. Das ist nicht ungewöhnlich, das ist nachvollziehbar und doch treibt es schnell seltsame Blüten des Egoismus. Die Ortsteilbegehungen des Bad Oldesloer Bürgermeisters Jörg Lembke zeigen immer wieder, dass sich Anwohner verschiedener Stadtteile in genau die Themen einarbeiten, die sie ganz subjektiv betreffen. Regelmäßig in der Lokalpolitik engagieren sich die meisten von ihnen nicht, zu anderen Themen hört man in den Bürgerfragestunden wenig bis gar nichts von ihnen, aber wenn sie einen Stapel Unterschriften zu einem Thema abgeben – dessen Wichtigkeit nicht in Frage gestellt werden soll – erwarten sie sofortige Handlungen. Und diese sollen nur in dem Rahmen erfolgen, wie Sie sich das amateurhaft zusammengelesen und gepuzzelt haben. Ja, viele Anliegen sind total verständlich, menschlich nachvollziehbar, der Frust greifbar und doch bleibt auch immer ein zu großer Hauch von Egoismus in der Luft. Denn leider glänzt eine Minderheit der Aufgebrachten auch mit Unwissen was Kompetenzen, Abläufe in Verwaltungen, demokratische Beschlussfassungen und Diskussionen in Ausschüssen angeht. Wenn jemand ernsthaft glaubt, der Bürgermeister könne auf den Tisch hauen und einfach auf der Autobahn Schilder installieren lassen, der sollte in Sachen Kritik kleine Brötchen backen. Dass die Verwaltung sich teilweise so entnervt und in die Ecke gedrängt fühlt, dass Mitarbeiter sarkastisch und ironisch reagieren, ist menschlich nachvollziehbar, aber am Ende auch nur eine weitere glimmende Zündschnur am Pulverfass der Wütenden.

Engagiert II In Fischbek ist das marode Dach der Mehrzweckhalle saniert worden. Endlich, so freut man sich im Ort, können Veranstaltungen bei Regenwetter ohne Eimer und Wasserauffangwannen ablaufen, der Hausmeister kann die Eimer wieder einpacken. Das eigentlich erfreuliche ist jedoch , dass der JuS Fischbek einen großen Teil der Arbeiten in Eigenleistung vorgenommen hat. Das ist vorbildlich und zeigt, dass das Gemeinwesen funktioniert.

Engagiert III Drei Alpakas sind in das Hospiz Lebensweg in Bad Oldesloe eingezogen. Was den unbedarften vielleicht erst einmal zum Schmunzeln anregt, hat einen ernsten Hintergrund, denn die südamerikanischen Tiere, scheinen ein ganz besonderes Gespür für Menschen zu haben, sie beruhigen die Gäste des Hospizes und deren Angehörige in schwieriger Zeit. Schön, dass es beim Hospiz Lebensweg nicht nur um die eigentliche Begleitung geht, sondern darüber hinaus dem Umfeld auch ein großer Stellenwert zugemessen wird.

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Falsche Erwartungen und wütende Oldesloer

Stormarner Tageblatt  01.08.2020

Bürgermeister Jörg Lembke stellt sich Frust und Vorwürfen von Anwohnern der Grabauer Straße

Reagiert auf die zum Teil unsachlich vorgetragene Kritik und den Fragen ruhig: Bürgermeister  Jörg Lembke vor Ort. nie
Reagiert auf die zum Teil unsachlich vorgetragene Kritik und den Fragen ruhig: Bürgermeister Jörg Lembke vor Ort. nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Sie sind laut, sie fahren manchmal zu schnell und aus Sicht der Anwohner gefährden sie vor allem Kinder: Lkw und Raser in der Grabauer Straße sind seit Jahren ein Problem.

Die Anwohner sind nicht müde geworden, das immer wieder zu betonen. Auch eine Unterschriftensammlung mit 100 Unterzeichnenden wurde der Verwaltung bereits übergeben. Gebracht hat das alles aus Sicht der Beschwerdeführer aber nichts. Denn immer noch dürfen Lkw „ihre“ Straße nutzen, auf der immer noch gerast werde.

Bürgermeister Jörg Lembke hat nach einer coronaschutzbedingten Pause seine Ortsteilbesuche wieder aufgenommen und schaute in der Grabauer Straße vorbei.

Dort empfingen ihn und seine Verwaltungsmitarbeiter Unverständnis, Forderungen und Wut. Dafür hatte Lembke menschlich Verständnis, aber professionell nicht die Nachrichten im Gepäck, die manche der wütenden Oldesloer sich erhofften. „Sofort – wie manche hier wohl erwarten – können wir nichts tun. Es geht sowieso nur in Absprache. Wir müssen das mit dem Landesbetrieb Verkehr abstimmen und der hat schon mal abgelehnt, dass der Lkw-Verkehr hier verboten wird“, so Lembke . Außerdem machte er deutlich, dass es ja stets nur eine Verlagerung in andere Straßen sei. Das war allerdings einer Minderheit unter den Wütenden egal. Selbst wenn das heißen würde, der Lkw-Verkehr würde am Krankenhaus vorbei geführt. „Wo liegt schon ein Krankenhaus total ruhig, außerdem haben die bestimmt schallgeschützte Fenster“, sagte eine Anwohnerin. Manche Teilnehmer sprachen sich für eine Kompromisssuche aus, andere erläuterten Verwaltungsmitarbeitern die Sachlage, während die sich zeitweise nur noch mit Sarkasmus und ironischen Bemerkungen zu helfen wussten.

„Ich verstehe Sie nicht ganz. Wir präsentieren und planen hier ein ganzes Maßnahmenbündel, aber Sie sind nur unzufrieden“, sagte der Bürgermeister. Man sei in Gesprächen mit dem Land und dem Bund und 2022 werde die Straßenoberfläche erneuert. „Außerdem wissen Sie, wenn Sie an so eine Straße ziehen, dass dort eine Straße ist“, stellte er entnervt klar. Allgemein müsse man sich an Gesetze und Regelungen halten. Langfristig sei eine Ausweichstraße geplant, die passend zu einem neu angedachten Gewerbegebiet entstehen soll.

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