Radtouren ja – Herrentouren nein

Stormarner Tageblatt  20.05.2020

Zu Himmelfahrt gelten auch im Kreis Stormarn die bekannten Abstands- und Hygieneregeln

Stephan Poost und Patrick Niemeier Bad Oldesloe Es ist Mai, ein warmer, sonniger Tag und Scharen von Radfahrern und Junggesellen machen sich auf, Christi Himmelfahrt oder auch den Vatertag zu feiern. Grills werden angeheizt, das Bier fließt in Strömen und das eine oder andere Schnäpschen wird ausgeschenkt.

So oder ähnlich läuft es alljährlich in Stormarn ab. Doch 2020 ist alles anders. Corona ändert unser aller Leben, auch am Himmelfahrtstag. „Es gelten die bekannten Regeln“, erklärt Gregor Tuscher von der Kreisverwaltung Stormarn. Kurz gesagt: Radtouren mit der Familie sind möglich, die berühmte Herrentour mit Bollerwagen, Bierkiste und zehn Freunden geht nicht. Denn es gilt weiter der Mindestabstand von 1,5 Metern. Und Ansammlungen in der Öffentlichkeit sind nur von Personen aus maximal zwei Haushalten erlaubt. So sieht es die Landesverordnung vor, die vergangenen Montag in Kraft trat.

„Wir sind in enger Abstimmung mit den Ordnungsbehörden der Städte und Gemeinden und der Polizei. Natürlich wird es Kontrollen geben, besonders auch an den Punkten, die in den vergangenen Jahren unsere Himmelfahrts-Hotspots waren“, erklärt Tuscher. Diese Regelungen der Landesregierung gelten übrigens auch für das Pfingstfest.

In Bargteheide werden das komplette Gelände des Sportzentrums sowie die Grün-, Park-, Wege- und Rasenflächen im Stadtpark von 10 Uhr an gesperrt. Betreten sei absolut verboten, teilt Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht mit. Es drohen Strafgeld und Anzeigen.

Die Stadt Bad Oldesloe weist darauf hin, dass Kontaktbeschränkungen und Abstandsregelungen auch am „Vatertag“ gelten. „Darüber hinaus setzt die Verwaltung auf eigenverantwortliches Verhalten der Bürger und möchte weitestgehend auf weitergehende Verbote verzichten“, erklärt Stadtsprecherin Agnes Heesch. „Die Überwachung der Einhaltung von Kontaktbeschränkungen wird an diesem Tag durch die Polizei wahrgenommen“, so Heesch.

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Coronaregeln: Stressfaktor 100 Meter Abstand

Stormarner Tageblatt  19.05.2020

Coronaregeln: Stressfaktor 100 Meter Abstand

Niemeier
Niemeier

Bad Oldesloe Auch in Bad Oldesloe haben Straßencafés wieder geöffnet. Vor Bäckereien und Gaststätten sind Tische und Stühle aufgebaut worden. Doch das führt zu Stresssituationen. Denn sitzen dürfen dort nur Kunden, die ihre Kontaktdaten angeben und die Abstände einhalten. Das gewohnte , spontane „Dazusetzen“ ist verboten und kann teuer werde. Auch bleibt die Regel bestehen, dass 100 Meter rund um Bäckereien und Imbisse nichts verzehrt werden darf. Das führt an Sitzgelegenheiten wie dieser Bank in der Nähe einer Bäckerei zu Ärger mit Kunden, die dort ihren Kaffee genießen wollen, weil im Café kein Platz war. nie

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Wenig Regen, viel Sonne: Fischsterben in Bad Oldesloe

Stormarner Tageblatt  19.05.2020

Wenig Regen, viel Sonne: Fischsterben in Bad Oldesloe

Fischkadaver liegen  im flachen Wasser  in diesem Teich.Nie
Fischkadaver liegen im flachen Wasser in diesem Teich.Nie

Bad Oldesloe Der unangenehme Geruch von Verwesung und Modder hängt über den Regenwasserrückhaltebecken am Möhlenbecker Weg im Bad Oldesloer Wohngebiet „West“.

Mehrere Anwohner und Passanten haben auch bereits den Grund dafür gefunden. Denn unterhalb einer der kleinen Brücken sammeln sich im flachen Wasser und im Uferbereich halb verweste Fische. Doch wie konnte es dazu kommen und warum kümmert sich niemand um das traurige Schicksal dieser Lebewesen, fragen sich Spaziergänger. Müsste hier nicht die Stadt Bad Oldesloe einspringen ? Sorgen um Schadstoffe im Wasser machen sich unter der Bevölkerung breit. Wurden die Tiere vielleicht vergiftet? Wurde gar Müll illigal im Teich entsorgt.

„Es muss zunächst erklärt werden, dass die Becken technische Bauwerke der Regenwasserrückhaltung sind und nicht als natürliche Gewässer konzipiert sind“, so Dr. Kurt Soeffing, Bauamtsleiter der Stadt Bad Oldesloe.

Dennoch sei angestrebt worden, den Wasserbecken einen naturnahen Charakter zu geben. Insbesondere Flachwasserbereiche haben einen hohen ökologischen Wert, sie können sich aber leicht erwärmen. Auch die Verwaltung habe den Zustand der Teiche wahrgenommen. „Das Fischsterben in den Wasserbecken am Möhlenbeker Weg resultiert aus den niedrigen Wasserständen, Folge des geringen Niederschlages, und der Erwärmung des Wassers durch starke Sonneneinstrahlung“, sagt Soeffing. „Infolge dieser Verhältnisse kommt es in den Schlammbereichen der Wasserbecken zu bakteriellen Abbauprozessen, die sehr schnell zu einer Aufzehrung des Sauerstoffes im Wasserkörper führen“,so Soeffing. Die Verhältnisse seien also klimatisch bedingt und nicht Folge von Schadstoffen im Wasser. nie

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Restaurants bereiten sich auf den Corona-Alltag vor

Stormarner Tageblatt  16.05.2020

Ab 18. Mai dürfen auch in Stormarn Gastronomen wieder unter strengen Bedingungen öffnen

Kandelar- Betreiber Rainer Hinz hat für jeden Tisch Desinfektionsmittel herstellen lassen.Nie
Kandelar- Betreiber Rainer Hinz hat für jeden Tisch Desinfektionsmittel herstellen lassen.Nie
Ein Mann der deutlichen Worte:  Dehoga-Präsident Axel Strehl. nie

Ein Mann der deutlichen Worte: Dehoga-Präsident Axel Strehl. nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Mundschutz, Plexiglaswände, Desinfektionsflaschen, minimale Dekos, Warnschilder und um spätestens 22 Uhr schließen sich die Türen. Der Restaurantbetrieb wird am Montag auch in Stormarn wieder möglich sein, aber er ist nicht mit dem Alltag zu vergleichen, den es bis März gab. Es gibt zahlreiche Regeln zu beachten: So müssen Gäste voranmelden und ihre Kontaktdaten hinterlegen, damit bei einer Infektion im jeweiligen Restaurant die Infektionsketten zurückverfolgt werden können. Doch die Gastronomiebranche schaut trotz der schwierigen Umstände positiv auf die Möglichkeit.

„Nichts ist schlimmer als totaler Stillstand“

„Zehn Wochen Schließung sind zehn Wochen, die fehlen“, sagt Axel Strehl, der das Restaurant Strehl in Ahrensburg betreibt und Präsident der Dehoga Schleswig-Holstein ist. Manche Regeln seien relativ aufwendig umzusetzen und erzeugen neue Kosten. „Aber Regeln sind kein Wunschkonzert und wir freuen uns, dass es weitergeht. Nichts ist schlimmer als totaler Stillstand“, sagt Strehl. „Wir wollen das Vertrauen der Gäste zurückgewinnen. Es geht wieder los“, sagt er. Er selbst nimmt sich für sein Restaurant noch bis zum 22. Mai Zeit für die Wiedereröffnung.

Sein Kollege Dirk Steenbock, Vorsitzender der Dehoga Stormarn und Betreiber des Restaurants „Braaker Krug“, sieht unter den Gastronomen im Kreis einen „verhaltenen Optimismus“. „Für einen gelungenen Neustart zur Öffnung der Betriebe ist diese Übergangslösung so zu akzeptieren. Weitere Lockerungen werden dann hoffentlich in Kürze danach erfolgen“, sagt Steenbock. Weder Strehl noch Steenbock sind Restaurants im Kreis bekannt, die nicht mehr öffnen können, weil ihnen die Corona-Krise das finanzielle Genick brach. „Wenn es das gibt, wird es aber auch erst später rauskommen. Eigentlich ruft niemand bei uns an und sagt, dass er pleite sei“, erklärt Strehl.

Für Rainer Hinz vom Bad Oldesloer Restaurant „Kandelar“ wird es „höchste Zeit, dass es jetzt losgeht“. Bis Ende April seien die Verluste noch einigermaßen zu verkraften gewesen, doch alles, was seit dem 1. Mai passiert sei, sei „nun richtig bitter“. Zusammen mit dem Hotel Hinz, das an das Restaurant angrenzt, würden zehntausende Euro in der Kasse fehlen. Insgesamt sei es ein Drittel des Jahresvolumens.

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>>> Politiker und Parteien haben das Wort: Politische Arbeit in Bad Oldesloe in Zeiten der Krise

Markt Bad Oldesloe Wochenendzeitung   16.05.2020

Politische Arbeit in Bad Oldesloe in Zeiten der Krise

Covid 19 stellt uns nun schon acht Wochen vor große Herausforderungen in Betrieben, Beruf, Familie, in der Erziehung, beim Ausleben unseres Glaubens oder der Pflege von Angehörigen.    Auf unsere politische Arbeit in Bad Oldesloe hat die Krise ebenfalls großen Einfluss.

Hildegard Pontow (Foto: CDU/hfr)

Die interfraktionelle Runde, die letzte Fraktionssitzung vor den Ferien, die Hauptausschusssitzung und die Stadtverordnetenversammlung im März wurden abgesagt. Viele Veranstaltungen, die zum Teil lange vornereitet waren wurden abgesagt, auch Gratulationsbesuche konnten nicht mehr stattfinden. Viel zu sehr verunsichert waren alle, welcher Gefahr wir uns bei solchen Begegnungen und Versammlungen aussetzen würden.

Viele Telefongespräche und Emails ersetzten die sonst üblichen Treffen, es wurden Telefonkonferenzen und Videokonferenzen organisiert, denn die politische Arbeit musste doch zumindest nach den Osterferien weitergehen.

Und wenn die Krise denn etwas Positives bewirkt hat, so ist dies der Fortschritt in der Digitalisierung sowohl in der Verwaltung als auch in der politischen Arbeit. Vielleicht kommen wir denn jetzt auch dem Ziel, die Sitzungsunterlagen auf Tabletts zu erhalten, etwas näher. Aber zur politischen Arbeit gehört auch die Einbindung der Öffentlichkeit. Also mussten wir entscheiden, ob, welche und wie viele Ausschüsse und Stadtverordnetenversammlungen noch bis zu den Sommerferien notwendig sind.  Die zwei geplanten Stadtverordnetenversammlungen (am 25.5. und am 22.6.) vor den Sommerferien finden in der Festhalle statt, damit wir Abstands- und Hygieneregeln einhalten können. Notwendige Ausschusssitzungen werden im KuB stattfinden, weil im Sitzungsraum 2.09 zu wenig Platz für einzuhaltende Abstandsregeln ist.

Es besteht für Teilnehmer und Zuschauer bei allen Sitzungen Mundschutzpflicht und natürlich mindestens 1,5 m Abstand. Mitglieder der Ausschüsse und der Stadtverordnetenversammlung haben selbstverständlich die Möglichkeit, aus gesundheitlichen Gründen die Teilnahme abzusagen.

Wir alle hoffen, dass die Lockerungen nicht zu einer neuen Infektionswelle führen, sondern ein Stückchen Normalität zurückbringen. Danke an alle, die in dieser Krise ihr Möglichstes geben, sowohl unseren Bürgern, den Geschäftsleuten, Vereinen und Verbänden, Polizei, Feuerwehr, Müllabfuhr, Versorgungsbetriebe, Pflegeeinrichtungen, Kirchen, Schulen, Kindergärten, Ehrenamtlern und nicht zuletzt unserer Verwaltung.

Wo Entscheidungen gefällt werden, werden auch Fehler gemacht. Hinterher ist man oft schlauer. Seien Sie aber sicher, dass alle versuchen, so gut wie möglich diese Krise zu überwinden. Das gilt auch für die in Oldesloe ehrenamtlich tätigen Politiker.

Hildegard Pontow (CDU)    Bürgerworthalterin

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